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16 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen
Ein Schmerz ungelebten Lebens...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die blaue Stunde: Roman (Taschenbuch)
Von der Geschichte einer jungen Architektin in den Dreißiger Jahren, der Geschichte einer Kolonie, ihrer Beherrscher und Befreier, der Geschichte der Tropen, jener medizinischer und technischer Neuerungen des beginnenden Zwanzigsten Jahrhunderts, in erster Linie jedoch der einer heißblütigen Liebe erzählt dieser Roman - nicht von Mörderjagd oder Haft in philippinischen Gefängnissen!Als Sohn eines schottischen Bauingenieurs und einer Philippinin verlässt Salvador Carriscant die Philippinen, um in Europa Medizin zu studieren und als Chirurg mit den neuesten Techniken und Errungenschaften zurück zu kehren und die Chirurgie auf den Philippinen zu revolutionieren. Er wird eine jungen Frau mit deutschen Wurzeln heiraten und vorerst kinderlos bleiben. Sein medizinischer Ehrgeiz, seine Ambitionen und sein Selbstvertrauen verschaffen ihm sowohl wahre Freunde als auch Widersacher, Neider und Feinde - vornehmlich aus den eigenen Reihen. Als er sich in eine junge, verheiratete Amerikanerin verliebt, beginnt mit seinem größten Glück sein ganzes Unglück. 1936 aus dem philippinischen Gefängnis entlassen, begibt er sich auf die Suche nach seiner Tochter, mit der gemeinsam er nach Portugal reisen wird, um seiner Geliebte erneut zu begegnen. Sehr breit ist der Spannungsbogen dieses Romans - er platzt mitten ins Leben der Architektin Kay, die sich augenblicklich in allen Lebenslagen betrogen und verlassen fühlt mit dem Brief eines Fremden, der behauptet ihr Vater zu sein - der mit einigen "Vorgriffen auf Vergangenes" auf der Reise nach Lissabon ausholt, um die Lebens-, Erfolgs- und Liebesgeschichte des Dr. Carriscant zwischen 1902 und 1904 zu erzählen. Am Ende angelangt bleibt das Abendrot eines begangenen Tages, der ohne die Zukunft zu beeinflussen, die Vergangenheit geändert hat. Überaus spannend erzählt Boyd die beiden aufeinander prallenden Handlungsstränge und bringt in jede Zeit ihr ganz ureigenes Charisma. Die Bandbreite an unterschiedlichsten Stimmungen und sehr stark ausgeprägten Charakteren hat mich ebenso beeindruckt wie die Vielfalt an verschiedenen Themen, die (soweit ich das als Laie beurteilen kann) gut recherchiert und vor allem überaus mitreißend erzählt sind. Gerade die Geschichte des Dr. Carriscant versprüht so viele Nuancen an Lebensmut und Energie ohne dabei einen unfehlbaren Helden zu erschaffen - großartig! Herausragende Erzählkunst, ein wenig melancholisch, bestimmt jedoch abgeklärt durch ein ganzes Leben! Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen
grosser Erzähler eigentümlicher Geschichten an sonderbaren Orten,
Rezension bezieht sich auf: Die blaue Stunde: Roman (Taschenbuch)
In den 1930-ger Jahren ist die kinderlose, unglücklich verheiratete Kay eine Architektin, deren künstlerische Ambitionen gerade wieder gründlich missverstanden werden als ein fremder alter Mann sie aufsucht und vorgibt ihr Vater zu sein. Obwohl zunächst nichts dafür spricht, dass er die Wahrheit sagt, lässt sie sich auf seine Geschichte, die sie auf die Philippinen zu Beginn des 20.sten Jahrhunderts führt, ein. Die Lebensgeschichte des 'berühmtesten Chirurgen der Philippinen' Dr. Carriscant spielt sich vor dem Hintergrund des verlustreichen philippinisch-amerikanischen Krieges im schwülen, von Intrigen, Neid und Missgunst geprägten kolonialen Tropenklima ab. Unverschuldet gerät er, der sich wider aller gesellschaftlicher Konventionen in eine Amerikanerin verliebte, in langjährige Haft. Nach der Entlassung ist er ein alter Mann, der seinen Lebenskreis schliessen möchte und dafür die Hilfe seiner Tochter benötigt...Die Begegnung Kays mit ihrem Vater und ihre gemeinsame Reise in die Vergangenheit bilden den spannungsreichen Rahmen um die Schilderung der Lebensumstände, die um 1900 auf den Philippinen herrschten. Blut und Schweiss, Liebe und Leid, tropische Hitze und menschliche Eiseskälte nehmen den Leser gefangen, fasst meint man, die Gerüche und Geräusche, die Hitze selber zu spüren und nach der Lektüre eine Dusche zu benötigen. Boyd variiert erneut sein Motiv des Europäers, den es in die Ferne treibt, dort als 'Expatriate' lebt, liebt, leidet und am Ende scheitert; wie immer wirken seine Geschichten etwas konstruiert, doch bleibt Boyd ein grosser Erzähler eigentümlicher Geschichten an sonderbaren Orten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3.0 von 5 Sternen
Ein blaues Wunder ...,
Von
Rezension bezieht sich auf: Die blaue Stunde: Roman (Taschenbuch)
... erlebt der Leser hier nicht. Und auch sonst kein Wunder. Der britische Romancier William Boyd (Jahrgang 1952) hat mit der "blauen Stunde" (engl. Orig. 1993) eine routinierte Arbeit abgeliefert. Wieder einmal. Gut geschrieben, gelegentlich elegant, ordentlich, aber nicht virtuos strukturiert, unterhaltsam, bisweilen spannend.In seinen besten Momenten erinnern Boyd und dieser Roman an die Erzählungen von W. Somerset Maugham. Kein schlechter Vergleich. Aber eben nur ein Vergleich. Die schriftstellerische Brillanz und die erzählerische Raffinesse von Somerset Maugham erreicht Boyd nur in der Tendenz. Da geht noch was ... Die Geschichte des Romans ist schnell erzählt. Ein junger Arzt in Manila verliebt sich in die Frau eines Offiziers. Der Plan zur gemeinsamen Flucht geht gründlich schief: Der Arzt wird wegen (ziemlich grausamer) Verbrechen, die er nicht begangen hat, hinter Gitter gebracht und trifft seine große Liebe erst Jahrzehnte wieder. Das Ganze ist eingespannt in eine nicht sehr aufregende Rahmenhandlung, die die späte Beziehung zwischen dem Arzt und seiner Tochter schildert. Kein sehr komplexer "Plot", trotzdem nicht handlungs- oder spannungsarm. Boyd legt hier und da literarische Köder aus, kümmert sich dann aber nicht mehr darum, ob irgendwelche Leser in die Lebendfallen geraten sind oder nicht. Das kennen wir von Boyd (und übrigens auch von Somerset Maugham). Kein Grund zur Aufregung. Schade allerdings ist es, dass Boyd sich so gern mit Nebensächlichem aufhält und darüber Charaktere, Stimmungen und Atmosphären vergisst. Anders als in seinem besten Roman ("Ruhelos") fehlt der Gestaltungswille, der couragierte Stil, der Wille zur Literatur. So ist dieser Roman ebenso schnell vergessen wie konsumiert. Über die (literarischen) Jahre ist uns Boyd zu einem alten Bekannten geworden, nicht aber zu einem guten Freund. Das ist zwar gar nicht so schlecht, am Ende aber doch ein bisschen – schade. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
3 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen
Die Blaue Stunde,
Von Cleofilia (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die blaue Stunde: Roman (Taschenbuch)
360 Seiten über das Leben eines Pathologen in Manila. Max. 30 Seiten über die Vater-Tochter-Beziehung. Nichts über die Zeit im Gefängnis, immerhin 16 Jahre seines Lebens. Der Klappentext führt in die Irre.Vater-Tochter-Geschichte ??? Großartig ???? Unaufgeklärte Morde. Zum Tode führenden Organentnahme. Anspielungen, die nicht aufgelöst werden. Polizei tappt und bleibt im Dunkeln. Das ist einfach unbefriedigend. Kein Handlungsstrang, nur mühsam verknotete Fäden. Nichts als Knoten. Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen
0 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen
Geht so..,
Rezension bezieht sich auf: Die blaue Stunde: Roman (Taschenbuch)
ich habe mir das Buch für den Urlaub gekauft, dort gelesen und dann im Hotel gelassen... Das Buch hält dem Vergleich mit "Athemlos" nicht Stand. Andererseits ist es um Längen besser als das meiste auf der Spiegel Bestsellerliste.
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Die blaue Stunde: Roman von William Boyd (Taschenbuch - 25. Juli 2009)
EUR 9,99
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