Kundenrezensionen


14 Rezensionen
5 Sterne:
 (6)
4 Sterne:
 (5)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:
 (1)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pong pöngelt herum
"Pong": Ein absurdes Zaubermärchen oder ein lyrisch-episch schweifendes Wortkunstwerk. Wer oder was ist Pong? Eine Künstlerexistenz, männlich. Er liebt das Leben, nimmt alles hypersensibel in sich auf, hat Mitleid mit vernachlässigten Kindern, möchte alle Tiere aus dem Zoo befreien. Er ist der Wahrheit verpflichtet, fühlt sich als Gewissen...
Vor 12 Monaten von Diethelm Thom veröffentlicht

versus
10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Innenansicht eines Verrückten
Sibylle Lewitscharoff wird die letzten Jahre mit Preisen nur noch überhäuft. Eine Literatin die richtig durchstartet. Eine ursprüngliche Buchhalterin, die Religionswissenschaft studiert hat. In den Bestsellerlisten, wird man sie vergeblich finden, trotz Büchnerpreis. Als im Juni bekannt wird, dass der Autorin der Büchnerpreis verliehen wird,...
Vor 10 Monaten von A. Zanker veröffentlicht


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

7 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Pong pöngelt herum, 13. September 2013
Von 
Diethelm Thom - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Pong (Taschenbuch)
"Pong": Ein absurdes Zaubermärchen oder ein lyrisch-episch schweifendes Wortkunstwerk. Wer oder was ist Pong? Eine Künstlerexistenz, männlich. Er liebt das Leben, nimmt alles hypersensibel in sich auf, hat Mitleid mit vernachlässigten Kindern, möchte alle Tiere aus dem Zoo befreien. Er ist der Wahrheit verpflichtet, fühlt sich als Gewissen der Menschheit im Glashaus sitzend, hat aber auch Visionen davon, wie er die Bevölkerung im Schlaf dahinschwinden lässt. Kann er etwas bewirken? Nein. Da zieht er sich zurück, verkriecht sich, denkt an die Frau seines Lebens: Evmarie, die er eines Tages treffen wird. Er trifft sie auch gleich, ein zerbrechliches, schweigsames Wesen, mit dem er sofort zwei Kinder zeugt (indem er zwei Eier mit Watte umpackt in ihre Hände legt). Schon erblickt Pong im Geiste Generationen von Enkeln und Urenkeln. Die ihm dann am Schluss alle in den Hintern kriechen, bis er sich im Universum auflöst.

Es fällt mir schwer, mir eine Zielgruppe für dieses Buch vorzustellen. Gott sei Dank, dass es sie noch zu geben scheint und dass sie dem Erzähler noch folgen mag, wenn er gegen Ende verlautbart: "Pong pöngelt wieder mal herum ohne viel Sinn und Zweck." (93). Das Buch ist sprachlich voller Witz und wunderbarer Einfälle, wenngleich, nun ja, auch ein wenig schwer zu verstehen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Innenansicht eines Verrückten, 5. November 2013
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pong (Taschenbuch)
Sibylle Lewitscharoff wird die letzten Jahre mit Preisen nur noch überhäuft. Eine Literatin die richtig durchstartet. Eine ursprüngliche Buchhalterin, die Religionswissenschaft studiert hat. In den Bestsellerlisten, wird man sie vergeblich finden, trotz Büchnerpreis. Als im Juni bekannt wird, dass der Autorin der Büchnerpreis verliehen wird, schreibt Georg Diez im Spiegel von einer " rasenden Kleinbürgerin..mit besonderer Verachtung anderer Kleinbürger". Er stellt sogar die Frage ob Sybille Lewitscharoff "eine vom Reinlichkeitswahn der schwäbischen Hausfrau, einer getriebenen Langweilierin" sei. Sie wird an manchen Orten als spröde empfunden, als unbequem, eine Frau die sich alles andere als anpasst und ihrer eigenen Blick auf die Sicht der Dinge, ausdrücklich formuliert, Position bezieht…1998 gewinnt die Autorin mit einem Text aus Pong den Ingeborg Bachmann- Preis der sie bekannt macht. Hier also Pong 1, die Innenansicht eines Verrückten…Bekanntlich sind Literaturpreise nicht mehr ganz ernst zu nehmen, so Dennis Scheck nach der letzten Deutschen-Buchpreis-Vergabe...

Zugegeben, der Schreibstil ist gewöhnungsbedürftig. Lewitscharoff ist eine wirkliche Sprachvirtuosin, sie erfindet Wörter, verwendet umgangssprachliche (schwäbische) Wörter bis zum Latein, strotzt geradezu vor Erfindungsgeist, über die ersten Seiten sind es wirkliche literarische Gaumenfreuden, die so manches verschmitztes Lächeln auf das Gesicht zu zaubern vermag. Die Frage ist nur, ob uns das über die ganze Buchlänge hinweg noch gefällt, oder ob es sich nicht eher tot läuft. Zum Einen ist für mich ein Genuss, zum Anderen aber auch eine sehr kurzfristige Lektüre ohne wirklichen bleibenden Tiefgang, eine anspruchsvolle literarische Unterhaltung, die jedoch wieder schnell verblasst. Mit Pong beschreibt Lewitscharoff quasi die Innenansicht, die Innenwelt eines Verrückten, eines Wahns. Das steigert sich dermassen ins Unermessliche, Lewitscharoff hat eine blühende Phantasie, dass das Ganze für mich irgendwann zu wanken beginnt. Unendliche Gedankenmonologe, witzig abgedreht, originell, unheimlich. Hier ein paar Wörter, aus der Kreativschreibstube, einer Sybille Lewitscharoff: "Leichentoilette, 200g schwere Melancholie, Gedankenhebelkraft, Gesterns, rundohriger Löwe, Schnürleibsgesindel, Hebegeschwätz, Schlangenweih, Gehirnwürmer, Gedankentelefon, Eiglück, Mädchengrotte…".Eine wirkliche Handlung gibt es hier wenig, ausser dass Pong einmal in den Zoo geht, er irgendwelche Befehle über sein Haus gibt und irgendwann Evmarie ehelichen und mit ihr Kinder haben will. Man spürt hier förmliche eine Lust, mit Sprache zu experimentieren.

Wer also Blut gerochen hat an Pong, kann die die Fortsetzung von Pong holen (Pong2) =>Pong redivivus (Insel Bücherei), eine Fortsetzung dieser Wahnschrift, mit Illustrationen ihres Lebenspartners Friedrich Meckseper, die im vergangenen September erschienen ist. Unterm Strich muss ich sagen, dass ich zwar die Sprache und deren Virtuosität genossen habe, aber das gesamte Buch an sich, eher etwas leer, hohl erlebt habe, auch viele Wörter sind hier konsequent wertend gehalten, was mir nicht an Sybille Lewitscharoff gefällt. Immer wieder hatte ich den Eindruck, hier in gewissem Sinn "spanisch" zu verstehen. Wer jedoch wissen will, wie und mit was die Autorin arbeitet, warum solche Texte mit Preisen versehen werden, ist mit Pong sicher gut beraten, da es mit seinen 144 Seiten, nicht allzu umfangreich ist, um sich an den eigenwilligen und virtuosen Sprache eine gute Annäherung an die Autorin sein kann. (Oder eben seinem erwähnten würdigen Nachfolger) Für mich jedoch hat dieses Buch keinen bleibenden Gehalt, auch wenn es in gewisser Weiser sprachlich brillant geschrieben wurde…Wirklich erreicht hat mich dieses Buch nur bis zu den ersten Schmunzlern, die mit der Zeit langsam vergingen...
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


13 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Wider Erwarten sehr enttäuschend, 29. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Pong (Taschenbuch)
Nach all den positiven Rezensionen habe ich mir voll Vorfreude dieses Buch bestellt und bin -gelinde gesagt- sehr enttäuscht. Man muss fürchte ich entweder ein literaturwissenschaftliches Genie oder selbst schizophren sein. Da ich leider -oder glücklicherweise- beides nicht bin blieb mir der Inhalt dieses Werkes komplett verschlossen. Unbegreiflich sind für mich die ausschließlich positiven Rezensionen. Vielleicht traut sich sonst niemand zuzugeben: ich habe überhaupt nichts verstanden. Ich habe es meinem Mann zur Lektüre gegeben, der wurde leider auch nicht schlauer daraus.
Ich habe mich durch ca. 30 Seiten (zugegebenermaßen sprachlich teilweise witzig und innovatives) Geschwafel gequält, das für mich weder Hand noch Fuß hat. Ich habe nicht herausbekommen, worum es eigentlich geht und leider wurde auch keinerlei Neugier in mir geweckt, dies auf den nächsten Seiten herauszufinden.
Wird literarische Größe daran gemessen, wie unverständlich Werke formuliert sind? Je unverstädnlicher (oder nur für eine handvoll Leute verständlich) desto besser?
Schade...Pong
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Reigen von Wunderlichkeiten der menschlichen Existenz, 20. März 2004
Rezension bezieht sich auf: Pong (Taschenbuch)
Das Leben des Pong, der durch den großen Ratsch in die Welt kam, ist es das
Leben eines Verrückten? Oder prallen an der Spezialhülle von Pong, die keine Lügen
hindurchlässt, nur die wohlfeilen Täuschungen und falschen Gewißheiten ab, die uns
vorgaukeln unsere Welt sei vernünftig, sodaß wir ihre Absurdität nicht mehr wahrnehmen.
Ich halte letzteres für eher zutreffend.
Sibylle Lewitscharoff entwirft im Mikrokosmos des Pong ein grandioses Panorama
der Absurditäten menschlicher Existenz. Gewiß, vieles in Pongs Welt ist ins
Groteske und Wahnhafte gesteigert. Aber dadurch gelang es Frau Lewitscharoff meine
Gewissheiten zu erschüttern und den Blick auf den alltäglichen Wahnsinn freizulegen.
Denn gerade da, wo sie menschliche Verhaltensweisen realistisch darstellt, legt sie
deren bizarre Dimension frei, indem sie diese in Pongs surreale Welt einbettet.

Ich musste immer wieder kreuz und quer die Welt des Pong durchstreifen
und meinen Assoziationen und Gedanken freien Lauf lassen.
Leider ist die Gewaltorgie am Schluss völlig daneben.
Dennoch ein wunderbares Buch!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Intellektualisierte Kopfgeburt – zwischen Größenwahn und Geistesgestörtheit, 18. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Pong (Gebundene Ausgabe)
Ich las dieses schmale Bändchen auf einer längeren Zugfahrt. Die Lektüre war zäh. Warum? Die Geschichte Pongs, eines seltsamen Mannes aus Berlin, ist sprachlich fraglos eigenständig, originell, ja virtuos. Nur dass sie mit Bedeutung, Anspielungen und Sprachspielerei überfrachtet ist und die Geschichte als solche dadurch unkenntlich wird.

Pong ist ein geistiger Monolog. Was davon wahr oder Fantasie ist, kann der Leser nur schwer unterscheiden. Der Monolog der Hauptperson schwankt zwischen Größenwahn und Geistesgestörtheit, die Kapitel wirken aneinandergestückelt. Pong gewinnt zuerst viel Geld und verschenkt es, dann bringt er alle Beschenkten um (jedenfalls klingt es so) und befreit alle Tiere aus dem Zoo. Er vergräbt seine Elekrogeräte im Garten, stellt sich selbst in einem Glascontainer zur Schau und lernt schließlich Evmarie kennen, die er sich unterwirft. Sie bekommen Kinder, und die Kinder werden immer kleiner.

So absurd, so gewollt, so grotesk, so konfus. Wahrscheinlich ist dies Buch wahnsinnig intelligent und gebildet, doch die Entschlüsselung gelingt nur mit Sekundärliteratur. Die Jury in Klagenfurt war 1998 von Pong begeistert und verlieh der Autorin den Ingeborg-Bachmann-Preis. Dies ist die typische Art Buch, das einen deutschen Literaturwettbewerb gewinnt, dies ist ein ziemlich deutsches Buch: Bemüht, verkrampft, überfrachtet, eine intellektualisierte Kopfgeburt. Zum Lesen ist es eigentlich nicht gemacht. Klingt anstrengend, sagte meine Sitznachbarin, als ich ihr davon berichtete. War es auch.

P.S. Den zweiten Stern bekommt Pong für die schönen Konjunktive und die seltenen Wörter.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


26 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein "Muss" für alle Studenten der praktischen Psychologie, 2. August 2004
Rezension bezieht sich auf: Pong (Taschenbuch)
Mein Erlebnis mit "Pong".
Es sind nur noch wenige Bücher unserer Zeit zu entschuldigen, "Pong" gehört zu den empfehlenswerten!
Das Buch erreicht ganz sicher Menschen, die der deutschen Sprache noch mächtig sind, sich ihrer lustig bedienen und Beifall klatschen, wenn etwas besonders gut gelungen ist. Die Autorin führt mit leichter Hand vor, wie einfach komplizierte Zusammenhänge dargestellt werden können.
Das Buch erreicht Menschen, die ganz einfach Lesespaß pur haben wollen. Das Sujet ist so ganz anders, dass es unabhängig von momentaner Laune, lesewärtigem Ort oder sonstigen Befindlichkeiten genau in das Lustzentrum des lesefreudigen Menschen trifft.
Das Buch erreicht hoffentlich die, welche vielleicht doch einmal fernab von Schulmeisterei erkunden möchten, wie es denn geht, dass schizophrene Patienten von jetzt auf gleich auf Arzneien aller Art verzichten können, wenn sie in ernsthafter therapeutischer Behandlung sind, wenn die Therapeuten es denn verstünden.
"Pong" beschreibt die Innenansicht einer Schizophrenie, als hätte die Autorin diese erfunden.
Ich habe parallel die entsprechenden Kapitel aus dem Gegenstandskatalog für medizinische Kandidaten gelesen und es war insgesamt sehr gut beschrieben.
Viel Spaß beim Lesen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen Experimenteller Gedankenstrom, 21. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Pong (Taschenbuch)
Den Meisten von uns wird dieser Gedankenstrom eines Verrückten - glücklicherweise! - vollkommen fremd sein, so dass man als Leser gleich seine Barrikaden errichtet: "Was ist denn dass für ein Satzbau, was für krude, kranke Gedankengänge, wo war jetzt nochmal der Handlungsstrang? Das ist ja unlesbar!"
Ich behaupte, um durch dieses Buch zu kommen, muss man sich ganz durchlässig machen für Pongs Lebenswelt, einfach mitgehen mit dem Feuerwerk in seinem Kopf, dem ständigen Wechsel, von völlig überzogenem Selbstbewusstsein zu Paranoia, Zweifeln und Selbstmordgedanken, von völlig irren, in seiner Welt aber logischen Projekten und Handlungen und seiner Art, die Dinge wahrzunehmen, die ganz anders ist als das, was tatsächlich um ihn herum geschieht.
Ich bin hin- und hergerissen, weil man am Ende das Gefühl hat, einerseits etwas Interessantes, Neues gelesen zu haben und gleichzeitig nichts, weil sich der Sinn, den ein Verrückter daraus macht, uns eben nicht erschließen kann. Aber als Experiment ist das Frau Lewitscharoff gelungen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


11 von 17 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Erfrischend Seltsames aus dem Reich der Psychosen, 20. Dezember 2000
Rezension bezieht sich auf: Pong (Taschenbuch)
Pong ist der verrückte Protagonist; seine hermetische und aus Zwängen/inneren Stimmen konstruierte Welt findet sich unerwartet in der Realität einer angedeuteten Handlung wieder. In seiner traumartigen Welt gibt es allerdings nur Statisten, die seinen Welterrettungsplänen ausgeliefert sind. Wer sich diesen Innenansichten eines Verrückten widmet, muß natürlich eine Ader fürs Absurde mitbringen - für Freunde des feinen Ab-Sinns ist das aber Buch ein Volltreffer! Die Zärtlichkeit und Verrücktheit Robert Walsers paart sich mit der radikalen Hermetik etwa von Beckett ("Murphy"). In manchem erinnert es an "Eraser Head", das frühe Filmexperiment von David Lynch.
Der fünfte Stern fehlt, weil ich mir durch den Waschzettel doch noch mehr versprochen hatte (Ingeborg-Bachmann-Preis 2000, "Mit Leichtigkeit das Alphabet neu erfunden", etc.)- Ich habe das Buch für meine Freunde auf Band vorgelesen, wofür es sich in seiner Dichte und Knappheit, vor allem aber der Freiheit von Dialogen prima eignet.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grenzüberschreitungen, 2. Juni 2009
Rezension bezieht sich auf: Pong (Taschenbuch)
Noch bin ich nicht ganz durch, aber ausgesprochen fasziniert von dieser Innenansicht einer Schizophrenie. In einer dieses Krankheitsbild hautnah nachzuvollziehenden Sprache entdeckt der Leser alles, was an Symptomen dieser Ver-rückt-heit beschrieben wird: Inhaltliche Denkstörungen (Bedeutungs- und Beziehungswahn, Größen- und Erlösungswahn), Neologismen, Ich-Störung (Auflösung der Grenze zwischen Ich und Außenwelt) etc. Hut ab vor der Autorin, die eine in sich schlüssige krankhafte Welt beschreibt, ohne übertrieben oder effekthascherisch zu wirken.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Schwere Kost, 31. März 2011
Von 
Rezension bezieht sich auf: Pong (Taschenbuch)
würde Herr Klitschko sagen. In der Tat ist dieses Buch zu den anspruchsvolleren zu zählen. Und das nicht nur wegen des Inhalts, sondern vor allem wegen der verwendeten Sprache. Auf diese muss man sich erst mal einlassen, es braucht einige Zeit, bis man das ganze flüssig lesen kann ohne ständig zu stocken. Wenn dieser Punkt mal erreicht ist, hat man aber das genaue Gegenteil von schwerer Kost vor sich. Die Sprache ist dann leicht, mitreißend, flüssig, geht ineinander über. Sie ähnelt dann mehr Gedanken oder einer schnellen Erzählung. Hätte ich das Sprachtalent der Autorin, könnte ich es wahrscheinlich besser beschreiben. Sie zeigt jedenfalls, dass man mit Worten und Sätzen viel mehr herumspielen kann, als es manch anderer Autor macht. Sie sind hier nicht Mittel zum Zweck, um eine Geschichte zu erzählen, sondern die Geschichte selbst benötigt diese Art zu schreiben.
Zum Inhalt ist zu sagen, dass es die Geschichte eine "Irren" ist, der immer neue abstruse Ideen, Wahnvorstellungen und dergleichen hat und diese dann auch lebt bzw. erlebt. Das Vermächtnis der Autorin ist, dass sie dies nicht aus unserem Blickwinkel, sondern aus dem Blickwinkel des Verrückten beschreibt, so als sei es ganz normal. Und für den Verrückten ist es eben auch genau das, es ist der normale Alltag, für ihn ist es die Realität. Über unsere Beschränktheit, Blindheit und dergleichen fühlt er sich erhaben. Das dreht natürlich alles um, denn normalerweise lachen wir ja über den Verrückten.
Insgesamt ein sehr lesenswertes Buch, dass man aber nicht mal eben auf der Bahnfahrt in sich reinschlingen sollte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Pong
Pong von Sibylle Lewitscharoff (Taschenbuch - 2010)
EUR 9,99
Gewöhnlich versandfertig in 5 bis 9 Tagen.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen