Kundenrezensionen


16 Rezensionen
5 Sterne:
 (12)
4 Sterne:
 (2)
3 Sterne:
 (1)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:
 (1)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 

Die hilfreichste positive Rezension
Die hilfreichste kritische Rezension


23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Poetische Horizontöffnung
Ein wahrhaft poetisches Buch, welches uns Natur und Mitwesen fühlend nahe bringt und zu einer Haltung des liebenden Wiedererkennens führt und zeigt: alles Leben ist fühlendes Subjekt und strebt zweckfrei nach Erweiterung und Kreativität. Die "schöpferische Ökologie", die der Autor entwirft verabschiedet sich denn auch vom primitiven...
Veröffentlicht am 19. Februar 2008 von Matthias Wenke

versus
42 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wissenschaftlicher Anspruch?
Zunächst möchte ich anmerken, dass ich die in diesem Buch dargelegten Ideen sehr interessant finde und auch durchaus gewillt bin mich mit Theorien auseinander zu setzen, die der Lernmeinung widersprechen. Dennoch muss angemerkt werden, dass die wissenschaftliche Ausführung der Theorien in diesem Buch absolut unzureichend ist, sodass man den Autoren leicht...
Veröffentlicht am 6. Juli 2008 von Johannes Bathelt


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Poetische Horizontöffnung, 19. Februar 2008
Von 
Ein wahrhaft poetisches Buch, welches uns Natur und Mitwesen fühlend nahe bringt und zu einer Haltung des liebenden Wiedererkennens führt und zeigt: alles Leben ist fühlendes Subjekt und strebt zweckfrei nach Erweiterung und Kreativität. Die "schöpferische Ökologie", die der Autor entwirft verabschiedet sich denn auch vom primitiven Darwinismus und seiner "Überlebenskonkurrenz" und belegt, dass im Gegenteil Vielfalt, Symbiose, Gemeinschaft und auch Liebe das Leben bestimmen. Wir sind mit allen anderen Wesen zutiefst verbunden und dürfen sie nicht zerstören, weil sie Spiegel unseres eigenen Seins sind.

Siehe auch: Im Gehirn gibt es keine Gedanken: Kritik des Reduktionismus. Phänomenologische Skizzen zu Biologie, Psychoanalyse, Yoga und Buddhismus.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


43 von 47 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Vom seltenen Wunder, dass einer nicht nur mit den Augen sieht, 22. März 2009
Von 
F. Burkhardt "frbu" (Darmstadt) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles fühlt: Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften (Taschenbuch)
Es passiert nicht oft, dass man von einem Buchtitel angesprochen wird und sich nur auf Grund dessen, und vielleicht wegen eines knappen Buchrückentextes zum Kauf eines Buches entscheidet. In diesem Falle war es die einzig richtige Wahl, die ich in meinem Leben hätte treffen können.
Das Buch vertritt eine neue biologische Sicht des Lebendigen, unserer Welt und des ganzen Universums, denn die Gedanken dieses Buches erschöpfen sich nicht bloß in der Naturwissenschaft Biologie, sie sind nicht nur für Studenten und Laien interessant. Andreas Weber führt den Leser Stück für Stück einer Leiter gleich höher hinauf, bis man erkennt, dass die Einsicht und Bedeutung einer schöpferischen Ökologie, denn darum geht es in diesem Buch, für uns alle zweierlei bedeutet: 1. Wir sind Natur, schlicht und einfach. Kein Teil derselben, kein ihr gegenüberstehender, überlegener Schöpfungswille, sondern Fleisch gewordene Natur, Begierde, zu leben und zu erschaffen. 2. Alles ist verschränkt. Wir sind Natur und jedes Lebewesen ist ein Teil von uns, weil auch es selbst Natur ist. Mit jeder aussterbenden Rasse verlieren wir eine Möglichkeit der Ausdruckskraft für uns selbst und ein Stück Seele, in der wir uns nicht mehr erkennen können. Webers Ansatz geht über die bloße Forderung der Erhaltung der Natur hinaus, weil wir die anderen Tierarten aus Nützlichkeit bräuchten. Sein Ansatz, bzw. natürlich der Ansatz der "schöpferischen Ökologie", die viele andere vorbereitet und gelehrt haben und die er versucht der Öffentlichkeit näher zu bringen, ist ungleich auf einer höheren Ebene: Wir brauchen die Natur und alle Lebewesen, weil sie symbolisch darstellen, was wir versuchen mit Sprache auszudrücken. Fehlt uns das lebendige Gegenüber und begreifen wir es nur als Maschine, dann werden wir niemals das Leben begreifen und wir werden schlussendlich uns selbst nicht mehr verstehen, weil uns unser eigenes Gegenüber fehlt.

Dabei stört es mich nicht, dass dieses Buch angeblich keinem wissenschaftlichen Standard entspricht, denn was ist denn dieser wissenschaftliche Standard? Gilt eine Aussage nur als sicher und veröffentlichungswürdig, wenn ich sie mit einem Experiment bestätigt habe? Ist es also erst erlaubt zu sagen, dass eine Amöbe, ein Hase, ein Affe, eine Seele besitzt, wenn ich ihm das Leben genommen, seinen Schädel geöffnet und Experimente mit ihm angestellt habe? Ich hoffe doch nicht...Gilt sie erst als gesichert, wenn sie über zahlreiche Zitate und viele Publikationen verfügt? Auch dass erscheint mir bei den meisten richtigen, aber leider nicht der Norm und dem Zeitgeist entsprechenden Aussagen für sinnlos. Für mich ist eine Aussage ernstzunehmen und nachvollziehbar, wenn sie einzig und allein gute Argumente vorbringen kann, und die hat Andreas Weber en mass zu bieten. Er selbst hat Biologie studiert und berichtet in einem ergreifenden Kapitel über den Irrtum der Wissenschaft, indem er gemeinsam mit seinem damaligen Professer an einem kleinen Kaninchen das Leben verstehen wollte, indem dem Tier eine Elektrode ins Gehirn gepflanzt wurde. Er beschreibt auf eindrückliche Art, wie dieses Lebewesen als leblos behandelt und präpariert wird, als wäre das Zucken seiner Gliedmaßen, das hecktische Bewegen des Kopfes und das erstickte Röcheln nicht ein deutliches Zeichen dafür, dass der Hase mehr um sein Leben kämpft, als die meisten Menschen. Nur weil er keine Sprache besitzt, soll er nicht auf der gleichen Stufe stehen wie wir?

Mich hat das Buch zutiefst bewegt. Ich möchte Biologie oder Biochemie studieren und habe vielfach schon von der modernen Wissenschaft, ihrem Glauben an Reduktionismus und Kausalität gelesen und bin zutiefst erschrocken über die heutige Herangehensweise an das Lebendige. Wie kann es sein, dass Romantiker wie Novalis, Schriftsteller wie Goethe oder Biologen aus Estland wie Varela der Wahrheit Näher gekommen sind als Menschen, die ihr Leben lang dieses Fach studieren und am Ende bei der Untersuchung von einzelnen Atomen in einer Nervenzelle angelangt sind, aber nicht wissen, dass das, was sie untersuchen, eine Seele besitzt, oder zumindest, um ein anderes Wort zu besitzen, Bedürfnisse und den Wunsch, weiterzuleben? Wer würde einem Einzeller, der sich mit seiner Geißel dem Licht nähert und schwerelos durch das Wasser gleitet, absprechen wollen, dass er weiterleben will? Und wer dies nicht kann, muss der nicht auch in nächster Konsequenz bejahen, dass dieser Einzeller damit das wichtigste Kriterium des Lebendigen erfüllt? Nämlich weiterzusein, was man ist, fortzubestehen? Ich denke ja. Ich möchte nicht mehr hören, dass Tiere keine Seele besitzen, keine Gefühle verspüren und nicht in der Lage sind, zu denken sondern nur ihren Trieben gehorchen (müssen).

Andreas Weber ist für mich ein großartiger und poetischer Autor, der uns behutsam an die Materie und die neuen Gedankengänge eranführt. Am Anfang steht eine Betrachtung des Begriffes "Lebendig" und eine Erörterung dessen, was die gemeine Biologie darunter versteht und was wir vielleicht darunter verstehen sollten. Dann folgt das Buch konsequent der Erarbeitung der schöpferischen Ökologie. Wir lernen die bedeutenden Begründer dieser Denkrichtung kennen, wir lernen Gedankengänge und umfangreiche Konzepte kennen, die uns aber meistens keinerlei große Anstrengung abverlangen, sondern die wir fast dankbar intuitiv mit einem Nicken bestätigen können. Für mic hist dies das Zeichen einer richtigen Idee. Andreas Weber verstrickt dabei immer persönliche Erfahrung und einen umfangreichen Erfahrungssschatz, vermischt mit Zitaten und Aussagen mannigfaltiger Persönlichkeiten, von Romantikern, Schriftstellern über Physiker und schließlich auch Künstlern oder Psychlogon. Er zeigt uns nicht nur eine Sichtweise, sondern eine breit angelegte Perspektive dessen, wovon er überzeugt ist: Dass die schöpferische Ökologie eineen Ausweg aus der Sackgasse der Biologie weisen kann, ein neues Verständis für das Lebendige. Wer sich näher mit dem Thema beschäftigen will, findet im Anhang eine umfangreiche Literaturangabe mit Buchtipps für fast alle Richtungen.

Für mich war das Buch eine wahre Wohltat und ein Genuss. Der Schreibstil ist weit entfernt von einer nüchternen Theorieerklärung, ebensowenig wie es sich um ein populärwissenschaftliches Buch handelt. Das Buch ist in höchstem Grade poetisch und eingängig, niemals belehrend und erst recht nicht zwingend. Immer lässt Weber einem selbst überlassen, ob man den Gedanken akzeptieren oder das Kapitel lesen möchte. Man kann gerne ein Kapitel überspringen und z.B. die Quantentheorie mit der Idee der Verschränktheit auslassen und hat trotzdem ein paar tolle und denkwürdige Ansätze für eine neue Betrachtung des Lebendigen gewonnen.

Ich wünschte es gäbe eine deutsche Universität, die diese Ökologie lehrte.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Eine lesenswerte Alternative!, 24. Februar 2008
Ein wichtiges Buch, das die wohlbekannten Horizonte Darwinismus, Materialismus und Naturalismus in den Naturwissenschaften nicht nur hinterfragt, sondern auch andere Sichtweisen anbietet, die sich nicht auf den vordergründigen Alternativenreflex Schöpfung beschränken. Lediglich die manchmal etwas überbordende Poesie und Romantik schmälern die rundweg gelungene Konzeption und Ausrichtung der Lektüre ein wenig.

Es bleibt zu hoffen, dass so wie Andreas Weber noch mehr Autoren den Weg hin zu einer umfassenderen, verständlicheren und letztlich auch menschlicheren Natur- und Philosophierkenntnis finden und bereit sind, diesen mit anderen gemeinsam zu gehen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Poetische Ökologie, 21. September 2010
Rezension bezieht sich auf: Alles fühlt: Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften (Taschenbuch)
Der kalte Darwinismus hat ausgedient, Weber knüpft an romantische Biologen wie Goethe an und ist damit aktueller als die meisten anderen seiner Biologen-Zunft. Denn wir sind dabei die Natur zu zerstören. Doch im Unterschied zu Ökologen, die aus materialistischer Sicht vor dem Raubbau an der Natur warnen, spricht Weber den seelischen Aspekt an. Wir brauchen die Natur nicht ausschließlich als Nahrung- und Rohstofflager, für genug Atemluft oder um die Ressourcen für medizinische Zwecke zu nutzen, sondern in erster Linie, weil sie ein Teil von uns ist und damit auch ein seelischer Teil. Im Auge des Tieres spiegelt sich der Mensch und das ganze Universum. Das ist eine Poesie, die nichts mit Verträumtheit zu tun hat. Wer die Seele im Tier verleugnet, verleugnet auch seinen eigenen Seelenanteil und tötet ihn gar. Weber verknüpft Wissenschaft mit poetischer Naturbetrachtung, und fordert damit die einseitig naturwissenschaftlich Denkenden heraus. Doch die Naturwissenschaften sind in einer Phase der Wandlung, so behauptet er. Das wäre revolutionär und auf jeden Fall sehr zu hoffen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


42 von 49 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wissenschaftlicher Anspruch?, 6. Juli 2008
Rezension bezieht sich auf: Alles fühlt: Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften (Taschenbuch)
Zunächst möchte ich anmerken, dass ich die in diesem Buch dargelegten Ideen sehr interessant finde und auch durchaus gewillt bin mich mit Theorien auseinander zu setzen, die der Lernmeinung widersprechen. Dennoch muss angemerkt werden, dass die wissenschaftliche Ausführung der Theorien in diesem Buch absolut unzureichend ist, sodass man den Autoren leicht als esoterischen Spinner abzulehnen beginnt -der er sicher nicht ist. Aber wenn man versucht Hypothesen durch Studien zu belegen, aber keine konkreten Quellen für diese Untersuchungen angegeben werden, sondern sich im Appendix nur fragwürdige Zitate aus Sekundärliteratur befinden, macht das einen sehr unseriösen Eindruck.
Außerdem ist mir der größte Teil der Kritik der Evolutionslehre unverständlich. Der Autor führt zahlreiche Beispiele an, warum Selektion nicht alles ist, indem er Beispiele für Vielfalt nennt. Leider ist das keine neue Erkenntnis, sondern bereits zentraler Bestandteil von Darwins Theorie. Evolution ist immer Selektion und Variation.
Insgesamt war die Lektüre des Buchs dennoch sehr anregend und ich kann sie jedem der sich auf philosophische oder naturwissenschaftliche Weise für seine Umwelt interessiert -also hoffentlich jedem denkenden Menschen- nur wärmstens empfehlen.
Ich würde mir für eine eventuelle Fortsetzung nur wünschen, dass weniger Zeit für emotionale Landschaftsbeschreibungen und mehr für tiefe, belegte wissenschaftliche Betrachtungen aufgewendet wird, sodass sich mit diesen Ideen auch mit kritischen Zeitgenossen diskutieren lässt ohne ausgelacht zu werden.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Alles fühlt, 27. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Alles fühlt: Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften (Taschenbuch)
Zuerst liest es sich wie eine Abrechnung unter Biologen: „Die Biologie, die Wissenschaft vom Leben hat anderthalb Jahrhunderte auf die Frage geschwiegen, was Leben ist. Biologen hatten ein Konzept, … daß Organismen kleine Maschinen sind.“ (S.11) In diesem ersten Satz werden alle Biologen „in einen Sack gesteckt“. Das halte ich methodisch für nicht sehr tragend bei einer wissenschaftlichen Analyse.
Aber dann tauchen da in der Einführung immer wieder Sätze auf, die mich elektrisieren:
„Wir erleben die Welt nicht primär mit dem Geist, sondern mit den Sinnen. Menschen denken in Symbolen und Methapern.“ (S. 17f)
„Die Natur ist kein Fluchtraum vor den Gefühlen. Sie gewährt uns eine Flucht ins Gefühl.“ (S. 27)
Schließlich lese ich das Buch doch – mit unterschiedlicher Intensität kann ich mich in die einzelnen Abschnitte einfühlen. Insgesamt ist es ein anregender Diskurs zu den Lebenswissenschaften. Andreas Weber wechselt zwischen persönlichen Erlebnissen, wissenschaftlichen Standpunkten und Gefühlsbeschreibungen. Das Wichtige an diesem Buch ist der Versuch einer neuen Interpretation des – doch sehr weit verbreiteten - Ansatzes von den unterschiedlichen Kraftzentren menschlichen Lebens, der sich in der Natur und in den Zellen – den Bausteien des Lebens - findet.
Die einzelnen Abschnitte des Buches tragen die Botschaften:
Zellen mit Zielen
Die Sprache der Gefühle
Ich bin Du
Leben als Kunst
Symbiosen
Heilung
Im ersten Abschnitt findet sich die fundamentale Erkenntnis: „Leben ist nicht wertfrei. …. Leben ist im Gegenteil das Erscheinen eines Wertes, der Körper geworden ist.“ (S. 32) So setzt A. Weber den Lebensdrang zum Grundaxiom in der Biologie. Dieses Streben nach Fortexistenz bewirkt, daß alles was lebt, mehr Leben will. Aufgrund seiner Beobachtungen kommt er zu dem zweiten Prinzip, daß sich dieses unmittelbare Lebensinteresse sehen läßt, daß sich in der Oberfläche der Organismen ihr Innenleben sehen läßt. Und schließlich stellt er fest, „nur im Spiegel anderen Lebens können wir uns selbst verstehen. Wir brauchen den Blick des Allerfremdestes.“ (S. 34)
Ehrlich gesagt, seit der Auseinandersetzung mit dialektischem und historischem Materialismus überrrascht mich diese Erkenntnis gerade auch in der Biologie nicht besonders. Aber es liest sich wunderbar, von einem Fachmann konkret erklärt und „gezeigt“ zu bekommen, wie sich diese Prinzipien umsetzen und zu welchen Bewertungen unserer Lebenswirklichkeit sie führen können.
Das letzte Kapitel „Heilung“ beginnt mit der Geschichte von einem Labor-Kaninchen und der Erkenntnis, mit welcher Rechtfertigung, täglich Tausende von Tiere geqält werden: „Vivisektion ist möglich, weil wir alles, was nicht in der Lage ist, unsere Sprache mit uns zu sprechen, als Sachen behandeln – die Tiere, die Pflanzen und bis vor kurzem auch Kinder, bevor sie sich artikulieren konnten. Diese Praxis hat eine lange Geschichte. Es ist die Geschichte unseres abendländischen Weltmodells. Jahrtausendelang stand diesem ein Gott vor, der die messerscharfe, vollkommene, unbestechliche Vernunft repräsentierte und sich zugleich außerhalb der Welt befand.“ (S. 281)
Vergleichbar manchen Physikern, die die Weltformel suchen, fragt auch A. Weber weiter nach den notwendigen und möglichen Konsequenzen seiner Beobachtungen für menschliches Denken und Handeln. Sein vorläufiges Fazit lautet: „All das heißt, daß am Anfang kein logos war – kein abstraktes Wort. Die Wirklichkeit ist ebenso wenig „eigentlich Geist“ wie sie „bloß Materie“ ist. Vielleicht müßte es daher besser heißen, „am Anfang war Gefühl“ - gewiss jedoch das Potential dazu. … Gefühl ist Lust und Tragik der Materie.“ (S. 314)
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Berührend geschrieben!, 18. Mai 2012
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles fühlt: Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften (Taschenbuch)
Ich möchte nur ganz schnell meine leidenschaftliche Zugeneigtheit zu Webers Buch posten. Es ist ein wirklich aussergewöhnliches Werk - innig geschrieben, gescheit, sehr eigenständig und wirklich in der Lage, einen durchs Leben zu begleiten. Was kann man besseres über ein Buch sagen? 5 Punkte! Danke!!!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf mehrfache Weise faszinierend!, 17. Mai 2014
Von 
Helmut Leitner (Graz, Austria) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Alles fühlt (Kindle Edition)
Dieses Buch ist ein großes Plädojer für die Natur und für eine menschliche Haltung, welche den Menschen in die Natur verwoben und vielfach abhängig anerkennt, und daraus die notwendigen Schlüsse zieht. Damit ist Andreas Weber ein Kritiker der modernen Gesellschaft und ihrer Natur als wirtschaftiche Resource, ein Kritiker der Naturwissenschaft und ihrer Natur als Untersuchungsobjekt, ein Kritiker der Philosphie und ihrer Erhebung des Menschen als rationales Wesen über die bloß körperliche Natur, und ein Kritiker des eigenen Fachgebiets der Biologie, die im Mainstream die Organismen als maschinenhafte Objekte sieht. Diese fundamentale Kritik wird jedoch vornehm verpackt, zeigt sich weniger in einer Polemik des Autors, als in den Gedanken, die man als Leser fast unausweichlich nachvollzieht.

Teile begegnen uns als Sachbuch, mit aktuellen Erkenntnisse und Sichtweisen in der Biologie, die geeignet sind, die Komplexität und Vernetzheit der Natur und die Eingebundenheit des Menschen, die Parallelität im Fühlen zu zeigen. "Alles fühlt" zeigt auf, wie sehr sich das Fühlen in der Tier- und Pflanzenwelt beobachten lässt, und wie sehr das den Menschen mit der Natur verbinden. Hier ist nur ein wenig schade, dass es wenig Quellenangaben gibt, um da oder dort interessanten Hinweisen leichter nachgehen zu können.

Ebenso sehr ist dieses Buch aber eine Sammlung autobiographischer Schlaglichter eines jungen Biologen, der uns mitnimmt zu seinen vielen Begegnungen mit der Natur, mit seltsamen und seltenen Tieren und Pflanzen, den Walen oder dem aussterbenden afrikanischen Wolf, und mit bekannten Wissenschaftlern. Der uns an der Untersuchung von Pantoffeltierchen ebenso teilhaben lässt, wie an der Gehirnoperation an einem Kaninchen als Schlaglicht auf die Tierversuchspraxis in der biologischen Forschung. Hier ist der Autor sympathisch ehrlich und selbstkritisch.

Letztlich ist dieses Buch auch poetisch. Immer wieder streut Andreas Weber in das Geflecht von fachlichen und erzählerischen Teilen, die oft im Stile des "Cliffhangern" die Spannung steigern, rein poetische Abschnitte ein, die auf eine wieder andere Weise die Beziehung des Autors zur Natur und sich selbst transparent machen. Ich finde das eine sehr interessante und leicht lesbare literarische Form, die mir so noch nicht begegnet ist.

Ich gebe zu, dass ich diese Rezension im ersten Eindruck nach dem Lesen schreibe, und ich noch nicht alles verarbeitet und verstanden habe. Es gibt den wiederkehrenden Gedanken, wie wichtig und elementar Gefühle für den Menschen und jedes Lebewesen sind, und wie sehr das den Menschen mit der Natur verbindet. Mehr noch, dass der Mensch, der diese Verbundenheit mit der Natur verliert, seine Seele verliert. Im Grunde wird hier indirekt definiert, was Seele ist. Darüber möchte ich noch nachdenken.

In Summe: Nicht nur ein interessantes Buch, ein vielfältiges Leseerlebnis, sondern auch eine Herausforderung an den intellektuellen Leser und eine Bestätigung für Menschen, die der Natur und dem Gefühl in ihrem Leben Raum geben. Empfehlenswert. Eignet sich, in richtigem Zusammenhang, sicher auch hervorragend als Geschenk.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine wunderschöne, poetische Synthese!, 14. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles fühlt: Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften (Taschenbuch)
Um Albert Schweitzer zu paraphrasieren: Wir alle sind Lebewesen, inmitten von Leben, das leben will! Auf einer wunderbar anschauliche, poetische und zugleich wissenschaftlich klare Art lässt uns Andreas Weber an seinem ganz persönlichen Erkenntnisweg teilhaben. Selten hat mich in den letzten Jahren ein Buch derart tief berührt, verzaubert und vor der Ehrfurcht der Schöpfung staunen lassen.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


8 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen schamanisch gedacht, 13. Juli 2008
Von 
Es ist keine Neuigkeit für Menschen, die sich mit Schamanismus befassen, das alles lebt und alles fühlt. Ich bin dankbar, das auch ein Wissenschaftler sich mit dieser These anfreunden kann. Was mir besonders gut gefallen hat, ist das Andreas Weber mit seinen poetischen Worten seine Liebe zur Natur und zum Leben so wunderbar ausgedrückt hat.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


‹ Zurück | 1 2 | Weiter ›
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Alles fühlt: Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften
Alles fühlt: Mensch, Natur und die Revolution der Lebenswissenschaften von Andreas Weber (Taschenbuch - 26. April 2008)
Gebraucht & neu ab: EUR 6,29
Auf meinen Wunschzettel Zahlungsmöglichkeiten ansehen
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen