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4.0 von 5 Sternen Und täglich grüßt das Murmeltier
„Tja, wo war er zu Hause? Vladimir musste tatsächlich einen Augenblick überlegen." Denn Vladimir Girshkin, der Romanheld des „Handbuch eines russischen Debüttanten" von Gary Shteyngart ist, wie der Autor, als Sohn mehrerer Welten nirgendwo richtig zu Hause. In Leningrad aufgewachsen, als Junge mit seiner Familie jüdischer Herkunft nach New...
Veröffentlicht am 12. Dezember 2003 von Michaela Schmitz

versus
4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen weniger verrucht als gedacht
Der Autor beschreibt das Leben des russisch-jüdischen Immigranten Vladimir in NY, der, eingekeilt zwischen den A-Immigranten-Vorstellungen seiner Mutter und seinem tatsächlichen B-Immigranten-Dasein, anspruchslos und doch unglücklich sein Dasein fristet. Das ändert sich schlagartig, als ihn eine junge Frau aus dem gehobenen Bildungsbürgertum als...
Veröffentlicht am 3. Februar 2004 von man_at_work_2001@gmx.de


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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Und täglich grüßt das Murmeltier, 12. Dezember 2003
„Tja, wo war er zu Hause? Vladimir musste tatsächlich einen Augenblick überlegen." Denn Vladimir Girshkin, der Romanheld des „Handbuch eines russischen Debüttanten" von Gary Shteyngart ist, wie der Autor, als Sohn mehrerer Welten nirgendwo richtig zu Hause. In Leningrad aufgewachsen, als Junge mit seiner Familie jüdischer Herkunft nach New York ausgewandert, sucht er vergeblich seine Identität zwischen Osten und Westen, Kommunismus und Kapitalismus, christlicher und jüdischer Religion.
So landet der Fünfundzwanzigjährige nach seinem Studium erst einmal auf einem Job beim „Emma-Lazarus Verein zur Förderung der Immigrantenintegration". Dort lernt er Mr. Rybakow und seinen besten Freund, den Ventilator, kennen. Der Psychiotiker wird zur Schlüsselfigur eines ganzen Panoptikums skurriler Personen: von Challa, einer prallen Vorstadtdomina mit knallorangenen Haaren und Francisca, der verkorksten Tochter der reichen Ruoccos über den schwulen Katalanen bis hin zum „Murmeltier", dem im russischen Prawa als Mafiaboss agierenden Sohn Mr. Rybakows.
Hier nämlich verdingt sich Vladimir, als er vor finanziellen Problemen in die stolowakische Stadt flüchtet, um dort, quasi als Doppelagent, den amerikanischen Touristen systematisch das Geld aus der Tasche zu ziehen. Ein höchst amüsanter Revolverroman, der mit viel Selbstironie die zwei Welten in einer gelungenen literarischen Groteske porträtiert. Intelligent, witzig und mit viel Talent für szenische Komik geschrieben.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Feuerwerk, 4. Februar 2009
Rezension bezieht sich auf: Handbuch für den russischen Debütanten (Taschenbuch)
Gary Shteyngarts geniales "Handbuch" ist wahrlich ein Feuerwerk an Gags, Einfällen und Anspielungen. Obwohl der Klappentext vielleicht auf einen Mafia-Roman schließen lassen mag, so geht es in der Geschichte doch hauptsächlich um die Selbstfindung des 25-jährigen Vladimir, Sohn jüdisch-russischer EmigrantInnen in die USA. Und das macht gehörig viel Spaß. Die Stärke des "Handbuchs" liegt wohl auch daran, dass der Autor selbst ein in die USA ausgewanderter russischer Jude ist - und, so wie Vladimir im Roman, Anfang der 90er Jahre einige Zeit in Prag (im Buch als fiktive Stadt "Prawa" beschrieben) gelebt hatte.
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3.0 von 5 Sternen weniger verrucht als gedacht, 3. Februar 2004
Der Autor beschreibt das Leben des russisch-jüdischen Immigranten Vladimir in NY, der, eingekeilt zwischen den A-Immigranten-Vorstellungen seiner Mutter und seinem tatsächlichen B-Immigranten-Dasein, anspruchslos und doch unglücklich sein Dasein fristet. Das ändert sich schlagartig, als ihn eine junge Frau aus dem gehobenen Bildungsbürgertum als Lover rekrutiert, und Vladimir erste Kontakte mit einem Vater eines russischen Mafioso knüpft, dem er bei der Einbürgerung behilflich sein soll. Aus notorischem Geldmangel besorgt er sich einen Job bei der katalanischen Mafia, den er auch gleich gründlich vermasselt, nicht mal poppen lassen will sich unser B-Immigrant. Kurz und gut, schnelle Flucht ist angesagt, er findet Unterschlupf bei betrefflichem russischen Gauner in Prawa.
Dort erkennt Vladimir seine Talente und kann seine Position dafür nutzen, der amerikanischen Exilgemeinde von gestopften High-School-Abgängern, Pseudo-Schriftstellern und Möchtegern-Künstlern die Brieftaschen zu erleichtern, immer schwankend zwischen dem Draufgänger und dem verschüchterten Jungen.
Das Buch ist amüsant geschrieben und bringt Identitätsprobleme eines Heimatlosen auf den Punkt. Leider versinkt die Handlung nach ca. 2/3 des Buches im Chaos, was die Lektüre etwas anstrengend macht und auch nicht zu meiner Erheiterung beitrug.
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Handbuch für den russischen Debütanten
Handbuch für den russischen Debütanten von Gary Shteyngart (Taschenbuch - 1. Mai 2005)
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