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309 von 322 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bittersüß und schmerzhaft
Khaled Hosseinis "Drachenläufer" ist seit langem das erste Buch, das ich in einer einzigen Nacht komplett verschlungen habe.
Sicherlich handelt es sich, wie manche Rezensenten anmerken, nicht um eine "realistische" Geschichte. Schuld und Sühne, ergebene Diener und finstere Schurken lassen die Handlung vielleicht objektiv "konstruiert" wirken. Andererseits...
Veröffentlicht am 20. Oktober 2006 von Amnesia

versus
8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Drachenläufer
*** Die Rezension enthält einige, jedoch nur sehr kleine Spoiler in Bezug auf das Ende. ***

Nachdem ich schon sehr viel von diesem Buch gehört habe, schon mehrfach gesagt bekommen habe, ich müsse dieses Buch lesen und auch schon Khaled Hosseinis zweiten Roman, Tausend strahlende Sonnen, gelesen habe, habe ich nun auch endlich...
Veröffentlicht am 3. Januar 2013 von *LIVE.LOVE.READ.


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309 von 322 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bittersüß und schmerzhaft, 20. Oktober 2006
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer: Roman (Taschenbuch)
Khaled Hosseinis "Drachenläufer" ist seit langem das erste Buch, das ich in einer einzigen Nacht komplett verschlungen habe.
Sicherlich handelt es sich, wie manche Rezensenten anmerken, nicht um eine "realistische" Geschichte. Schuld und Sühne, ergebene Diener und finstere Schurken lassen die Handlung vielleicht objektiv "konstruiert" wirken. Andererseits würde sich bei einem Theaterstück oder einem Opernlibretto darüber niemand echauffieren, und Hosseinis Buch ist nicht nur ein Roman, sondern gleichzeitig eine Parabel, Lehrstück, ohne belehrend zu wirken.
Meisterhaft versteht es Hosseini, eine Vielzahl von Themen miteinander zu verknüpfen, ohne dass der Erzählfluss ins Stocken gerät.
Im Mitelpunkt der Geschichte steht die Freundschaft des egoistischen Amir und seines Spielgefährten und Dieners Hassan, Angehöriger einer Minderheit und Amir gegenüber trotz ständiger kleiner Demütigungen loyal bis zur Selbstaufgabe.
Zweites großes Thema ist eine konfliktträchtige Vater-Sohn-Beziehung:
Die Freundschaft der Kinder wird überschattet von Amirs vergeblichem Kampf um die Achtung seines Vaters, der mit seinem sensiblen Sohn, der sich mehr für die Schriftstellerei als für Fußball interessiert, nicht viel anfangen kann. Es scheint sogar, als würde er Hassan dem eigenen Sohn innerlich vorziehen. Amirs verzweifelter Wunsch, sein Vater möge stolz auf ihn sein, endet darin, dass er den Freund in mehrfacher Hinsicht verrät. Hassan geht fort, doch Amirs Leben wird von Schuldgefühlen überschattet. Der Leser erfährt dies alles in einer Rückblende, die durch die gnadenlose Selbstreflexion des erwachsen gewordenen Ich-Erzählers ebenso fesselnd wie schwer zu ertragen ist.
Der dritte Handlungsstrang schließlich beschäftigt sich mit dem Niedergang Afghanistans, erst durch den Einmarsch der Russen, dann durch die Machtergreifung der Taliban.
Amir und sein Vater fliehen nach Amerika, und die Beziehung kehrt sich um: Während Amir seinen Weg geht, wird der stolze Vater zum hilflos Gestrandeten in einer Welt, an die er sich weder gewöhnen kann noch will.
Eines Tages zwingt ein Anruf Amir, nach Afghanistan zurückzukehren.
In einem dramatischen Finale laufen hier die Handlungsstränge zusammen: Amir wird mit dem dunklen Geheimnis seines Vaters konfrontiert und bekommt die Gelegenheit, seine eigene Schuld und die des Vaters zu sühnen. Gleichzeitig weiß Hosseini die Perspektive des in sein Land zurückkehrenden Amir zu nutzen, um dem Leser die Veränderung seines Heimatlandes in all seiner Grausamkeit deutlich zu machen.
Ein anrührendes, ein wichtiges Buch mit einem verhaltenen Happy End.
Während der Lektüre sind mir mehrfach die Tränen übers Gesicht gelaufen, dennoch gleitet Hosseinis packender Schreibstil nie ins Pathos ab.
Khaled Hosseini ist genau das, was er seiner Hauptfigur andichtet: ein großer Erzäher.
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163 von 177 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein phantastisches Buch, 28. Dezember 2006
Von 
Peter Goebel (Hamburg, Hamburg Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer: Roman (Taschenbuch)
Drachenläufer gehört für mich zu den Büchern des Jahres 2006. Das Buch hat mich so gepackt, das ich es fast in einem Rutsch durchgelesen habe. Und wenn ich nicht drin gelesen habe, musste ich ständig dran denken. Ein tolles Buch über eine Freundchaft zweier Jungs in Afghanistan, die aus verschiedenen Gesellschaftsklassen kommen und wo einer der beiden zum Verräter wird. Jahre später bekommt der Verräter die Chance, seinen Fehler wieder gut zu machen. Das Buch spielt am Anfang 1975 und man erfährt so einiges über Afghanistan, was man vorher vielleicht nicht wusste. Der Einmarsch der Russen und später die Greueltaten der Taliban zeugen von einer traurigen Geschichte eines Landes, das für uns weit weg scheint und dessen Zustände auch heute noch traurig sind. Doch im Mittelpunkt steht die Geschichte der beiden Jungs, die zusammen Drachen steigen lassen, trotz unterschiedlicher Herkunft eine tolle Freundschaft haben und den Herausforderungen im Leben trotzen. Auch wenn sich ihre Wege trennen, denken sie oft aneinander und kommen doch nicht von ihrer Vergangenheit los. Oft auch sehr traurig, ist dieses Buch ein wahres Juwel an Literatur. Toll geschrieben und einzigartig. Einfach phantastisch!
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41 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Orgelwerk der Erzählkunst!!!, 31. Juli 2007
Von 
Detlef Rüsch "detlefruesch" (Landshut, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer. Roman. 9 CDs (Audio CD)
Großartig! mag man rufen nach einem gelungenen Orgelvorspiel - und doch bleibt man noch sitzen, lauscht dem Nachhall nach, es kommen einzelnen Passagen des Spiels in den Kopf und dann erst setzt der Applaus ein, der überzeugend sowohl Werk als auch Vorspieler/-in gleichmaßen bedacht, wenn es denn eine gelungene Darbietung war.
Die Hörbuchproduktion zu "Drachenläufer" vereint auf phänomenale Weise beides: hier die wunderbare Erzählung und da der Sprecher, welcher alle Register zieht.
Tut man sich das wirklich an, über 9 Stunden einer Stimme zu lauschen und
eine Erzählung zu verfolgen, die meist im fernen Afghanistan spielt?
Ja, selbst wenn man das Buch schon gelesen, die Einzelheiten der Geschichte in und auswendig kennt... mit diesen Hör-CDs ist ein einzigartiges Erlebnis der Erzählkunst entstanden.
Es ist kein Vorlesen, sondern wahrhaftiges Einlesen in die Seelen der Zuhörenden, was Markus Hoffmann hier vollbracht hat. Gleich wie bei einem Orgelkonzert versteht er es, ein Mitschwingen hervorzurufen, das von unterschiedlichen Klängen durchmischt wird.
Ob es nun der einfache Erzählfaden ist, die einzelnen Stimmen der Figuren oder auch einfach das Schweigen: Markus Hoffmann greift alles auf wundersame Weise auf und entführt - wenn man dieses Wort bei dem Inhalt der Geschichte überhaupt verwenden darf - einen in die zauberhafte orientalische Welt, so dass die Gerüche, Geschmäcker und Geräusche ebenso erlebbar werden wie auch die Bilder von Menschen, Räumen, Städten und Landschaften auf einzigartige Weise erfahrbar werden.
Man wird immer wieder mitgerissen und verfolgt die Erzählung mit einer unglaublichen Spannung. Hosseini legt einen Erzählteppich aus, der aus diversen Fäden gewebt ist und Geschichte, Neuzeit, Islam, Christentum, Asien und Amerika miteinander verbindet.
Die Integration der unterschiedlichen Charaktere in die Erzählung gelingt dem Autor hervorragend. Ebenso überzeugt der HörCD-Erzähler mit seinem außerordentlichen Repertoire an Sprech- und Klangvariationen.
Wer sich mitnehmen lassen möchte in das andere Afghanistan, wer andere Seiten als diejenigen der aktuellen Nachrichtenereignisse hören und sehen möchte, der liegt mit diesem Hörbuch genau richtig. "steinbach sprechende bücher" hat mit dieser Produktion gezeigt, dass ein Hörbuch eine besondere Eigenart bietet und gut neben dem Text stehen kann. Der "Drachenläufer" ist ein ungemein überzeugendes Zeugnis dafür, wie bei einer passenden Auswahl des Erzählers ein Roman noch einmal ganz anders entstehen kann. Wie Herr Hoffmann es schafft, allen Stimmen der Figuren des Romans ihre Individualität zu schenken, wird jeden überwältigen und so ist es nur zu wünschen, dass der "Drachenläufer" über das Buch hinaus viele neue Freundinnen und Freunde mit diesem phänomenal gelungen interpretierten "Orgelspiel" finden wird. Ein Geschenk der Verständigung, das weit über das Tagesgeschäft hinaus nachwirkt!
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41 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grossartig!, 6. März 2004
Von 
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer (Gebundene Ausgabe)
Es gibt wenige Bücher, deren Existenz das Leben bereichert, ja sogar zu verändern vermag.
Dann wiederum gibt es diesen besonderen Bücher, von denen man sich wünscht alle guten Freunde wären im Besitz dieses Buches und könnten die Freude daran mit einem teilen. Bücher, die man aber andererseits nicht verleihen mag, weil allein der Gedanke, sich von gerade diesem Buch,wenn auch nur kurzfristig zu trennen, undenkbar ist.
DER DRACHENLÄUFER ist für mich eines dieser ganz besonderen Bücher. Eine Entdeckung, ein wahrer Schatz.
Die Geschichte beginnt in Kabul 1975. Amir, der Sohn eines betuchten und gesellschaftlich angesehenen Kaufmanns ist seit kleinauf eng befreundet mit dem Sohn des Dieners seines Vaters Hassan. Beide wurden von der gleichen Amme genährt, aber ansonsten trennen sie gesellschaftliche Gräben. In ihren frühen Jahren gelingt es den beiden Jungen sich darüber hinwegzusetzen. Bei dem traditionellen Drachenlauf verhilft Hassan Amir, der seinem Vater seine Stärke beweisen will, zum Sieg. Nach diesem Wettkampf jedoch verrät Amir von seinen >>Freunden<< unter Druck gesetzt, seine Freundschaft zu Hassan auf schreckliche Weise. Hassan und sein Vater ziehen daraus die Konsequenzen und ihre Wege trennen sich. Dieser Verrat an der Freundschaft, verändert das Leben beider. Amir, der voller Schuld ist, gelingt es nicht, sich innerlich von dem Freund lösen. Mit seinem Vater emigriert er nach den USA und versucht sich dort ein neues Leben aufzubauen. Aber die Vergangenheit holt ihn auch dort wieder ein. Er versucht sich von seiner schweren Schuld reinzuwaschen und wiedergutzumachen.....
Mehr soll hier von der Handlung nicht verraten werden. Diese Buch behandelt nicht nur existenzielle Themen wie Schuld und Sühne, Freundschaft und Verrat, Loyalität überden Tod hinaus, Verzeihen und Wiedergutmachung, sondern spiegelt die verheerende Politik in Afghanistan der letzten 30 Jahre wider. Ich habe aus dem Buch aufgrund der persönlichen Betroffenheit z.b. weit mehr über die Schreckensherrschaft des Taliban erfahren, als mir das Sachbücher oder auch Nachrichten zu vermitteln mögen. Ein Buch aber auch, das zu Hoffnung Anlass gibt, das auch in schlimmen Zeiten das Gute in vielen Menschen zutage kommt und zu siegen vermag. Ein Buch, dass mich wohl noch lange beschäftigen wird, weil es mir so nahegegangen ist, ohne dabei in Klischees abzudriften. Gäbe es hier an dieser Stelle sechs Sterne zu verteilen, ich würde sie erstmals in Anspruch nehmen. Ich wünsche diesem Buch viele und vor allem auch jugendliche Leser!
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20 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Emotional sehr fordernd, 7. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer: Roman (Taschenbuch)
Auf der Suche nach einer angenehmen Urlaubslektüre fragte ich in der Buchhandlung, ob man es mir als solche empfehlen könne - man könne, war die Antwort, und zu gruselig sei es auch nicht.

Nachdem ich es nun gelesen habe, frage ich mich jedoch, ob die Buchhändlerin über die ersten 20 bis 30 Seiten oder gar nur die Rezensionen hinausgekommen ist oder ob ich einfach zu dünnhäutig bin... Ich fand diese Buch über weite Strecken wirklich schrecklich und hatte selten bei einem Buch so oft die Tränen in den Augen stehen.

Wer ein Buch sucht, das Einblicke in das Lebensgefühl des afgahnischen und ich denke durchaus auch ähnlicher Kulturkreise gibt, das die Wirklichkeit und das Leben hinter den Nachrichten aus dieser Welt in ihrem Facettenreichtum aber auch, und das sei hier besonders betont, in ihrer Grausamkeit erzählt, das die äußeren, aber vor allem auch inneren Schwierigkeiten und die emotionale Heimatlosigkeit darstellt, mit denen Immigranten zu kämpfen haben, wenn sie den Weg zu uns hierher denn überlebt haben sollten, wer bereit ist, sich über diese Informationen hinaus einzulassen auf persönliche Tragödien, innere Abgründe, tiefe Freundschaft und Loyalität und auf das beständige Ringen um persönliches physisches und psychisches Überleben und darum, die Hoffnung nicht zu verlieren, dem lege ich diese Geschichte wirklich sehr ans Herz - es hat mich emotional berührt und beeindruckt wie es nur wenige andere Bücher bisher geschafft haben.

Aber ganz ehrlich: eine angenehme Urlaubslektüre ist es sicherlich nicht!
Und ich weiß auch nicht, ob ich es ein zweites Mal lesen kann.
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33 von 37 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen diesem Roman sieht man die Schwächen nach..., 29. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer: Roman (Taschenbuch)
Amir wächst als priviligierter Sohn eines wohlhabenden Vaters im Kabul der 1970er Jahre auf. Gefährte seiner Kindheit ist der gleichaltrige Hassan, Sohn des Hausdieners Ali. Ihr Schicksal wird durch ihre Herkunft bestimmt: während Amir ein Paschtune ist, gehört Hassan zu den Hazara, einer verachteten und unterdrückten ethnischen Minderheit in Afghanistan. Auch wenn dies ihren Alltag prägt und Amir, während Hassan den Haushalt versorgen muss, zur Schule gehen kann, verbindet die beiden mutterlosen Jungen doch über Jahre einige innige, wenn auch ambivalente Nähe: Amir bewundert seinen ungebildeten Freund für dessen unbegrenzten Wissensdurst, seine Weisheit und seine bedingungslose Loyalität, achtet ihn aber nicht als Seinesgleichen. Hassan ist bereit, sein Leben für Amir zu riskieren: ein Geschenk, welches Amir zwar annimmt, um sich seinem Vater gegenüber zu behaupten, ihn aber in tiefe Schuld stürzt und die Lebenswege der beiden trennen wird.

Währendessen wird Kabul zum Schauplatz des kalten Krieges und Amir flieht mit seinem Baba in die USA. Dort baut der stolze Vater sich und Amir durch harte einfache Arbeit eine neue Existenz auf. Der unbeugsame Baba findet seinen Platz in der kleinen afghanischen Gemeinde. Er lässt Amir, den er in der Heimat wegen seines sanften Wesens und seiner Leidenschaft für Literatur als unmännlich verachtet hat, seinen Traum verwirklichen: Schriftsteller zu werden. Nach Babas Tod gelingt es Amir, sich ein glückliches Leben mit seiner Frau aufzubauen. Afghanistan liegt weiter hinter ihm, als ihn eine Nachricht aus der Vergangenheit erreicht. Amir macht sich nach Pakistan auf, wo der sterbende Freund seines Vaters ihm die Schlüssel zum Verständnis seiner Herkunft in die Hand gibt. Amir reist weiter ins Kabul der Taliban, wo er rasch Bekanntschaft mit der frivolen Grausamkeit dieses Schreckensregimes macht. Die Geschehnisse werden sein Leben für immer verändern, aber sie befreien ihn auch am Ende von der drückenden Last seiner Schuldgefühle.

Der Drachenläufer zeichnet ein Gemälde Afghanistans und seiner Menschen, bevor und nachdem es erst durch die kommunistische, dann fundamentalistisch-islamistische Revolution ausgeblutet und zu Boden geworfen wurde. Zwar mögen gewisse Schicksalswendungen gelegentlich als allzu konstruiert erscheinen, doch erscheinen die wichtigen Personen des Romanes in ihren Facetten als sehr lebendig. Wo die Schilderung zunächst etwas langatmig und blumig beginnt, gewinnt der Roman zunehmend an Tempo. Der wachsenden Dramatik kann man sich schliesslich kaum mehr entziehen.

Es ist ein Roman über die Fehlbarkeit des Menschen, über Schuld und Stolz, Unaufrichtigkeit und Wahrhaftigkeit, Freundschaft und Blutsbande, Mythologie und Realität; manchmal jongliert der Autor ihn scharf an der Schmerzgrenze zum Kitsch. Aber wer diesen Roman gelesen hat, wird in Zukunft keine Nachricht aus diesem Land, das dem Leser im Westen als Bomben- und Terrorstätte geläufig ist, mehr gleichmütig zur Kenntnis nehmen können, meint er doch, die Menschen dort seien ihm ein Stück weit ans Herz gewachsen.

Fazit: Keine grosse Literatur, aber rührend, spannend und politisch hochaktuell.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Maennerfreundschaft und Verrat, 7. September 2011
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer: Roman (Taschenbuch)
"Der Drachenlaeufer" von Khaled Hosseini ist ein Buch ueber Freundschaft und Verrat, Schuld und Suehne, Werte und Normen einer uns fremden Gesellschaft, Verhaltensweisen einer fernen Kultur, die wir nicht verstehen und dennoch zu akzeptieren haben. Und den Ungerechtigkeiten des Lebens, die mit der Geburt und einer vielleicht falschen Herkunft ihren leidvollen Verlauf nehmen. Es beschreibt die Kindheit von Kindern, die nichts mit dem oftmals so sorglosen Aufwachsen unserer Kinder gemein hat. Amir und Hassan sind Freunde. Mehr noch, wie sich im Verlaufe der Geschichte herausstellt. Denn den Verrat, den Amir an Hassan begeht, hat sein Vater zuvor am "offiziellen" Vater von Hassan begannen. So setzt sich fort, was bereits eine Generation zuvor begann. Und auch Amir wird versuchen, wie sein Vater zuvor, den Verrat zu suehnen, ohne ihn jemals vergessen machen zu koennen. Vor der Kulisse eines Afghanistans, das von Russen und den Taliban zugleich gebeutelt, kaum Hoffnung auf positive Veraenderungen erkennen laesst.
Khaled Hosseini laesst die Geschichte und juengere Vergangenheit Afghanistans anhand der Geschichte zweier Jungen lebendig werden und zeigt auf, wie schwierig ein moeglicher Wandel in diesem Land sein wird. Aehnlich schwierig wie Veraenderungen des Einzelnen, aufgezeigt am Beispiel von 4 Maenner, die das Schicksal zueinander gebracht hat. Lesenswert.
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17 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das wirkliche Afghanistan, 6. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer: Roman (Taschenbuch)
Selbst für mich, als gebürtige Landsfrau Afghanistans war das Buch etwas völlig neues und gleichzeitig das schlimmste was ich in meinen "Bücherjahren" durchgemacht habe.
Geschichten aus und in Afghanistan hört bzw liest man viele, aber diese hatte das gewisse etwas. Es war spannend sogar atemberaubend...an vielen Stellen war ich dem tränen nah, obwohl ich selbst viele Bücher über Afghanistan und dessen Menschen gelesen habe.
Was ich in diesem Buch sehr beeindruckend fand, war 1. Das Buch wurde von einem echten Landsmann geschrieben (Keine Iraner oder Russische Kritiker) 2. Es ist sehr realitätsnah , was aber damit zusammen hängt,dass jemand es geschrieben hat,der es wissen muss. Zurecht war das Buch monatelang Bestseller in Amerika. Es ist eines der besten Bücher über echte Tragödien, Familien und den Kriegen.. Vielleicht öffnet dies, die Augen der jenigen mit Vorurteilen gegenüber den Menschen und der Mentalität Afghanistans. Vielleicht wird einigen bewusst,viel Macht die Kraft der zerstörung hat, wie viel Macht manche Menschen haben,die so ein Chaos eröffnen.Die Kommunisten, Die USA, Die Taliban, der 11te September... Vielleicht wissen nun einige, das auch Afghanistan ein Gefängnis ist..Gefangen im eigenen Vaterland
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23 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 5 leuchtende Sterne, 26. Juli 2007
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer: Roman (Taschenbuch)
für den Roman Drachenläufer, des mir bis dahin unbekannten Autors Hosseini. Geschichte, auch jüngere Gschichte, ist ja immer dann am einprägsamsten, wenn sie mit den Lebensläufen von Menschen verbunden ist, deren Schicksale fesseln. Und das Schicksal von Amir und seinem Freund in Kabul vor der Zeit der Taliban und der russischen Invasion fesselt und fasziniert in seiner Fremdheit, seiner Schlichtkeit und seiner Kompliziertheit. Hosseini versteht wunderbar, die Befindlichkeit zweier kleiner Jungs mit subtilen Worten eindrücklich zu beschreiben, die Traditionen lebendig werden zu lassen, und gleichzeitig die brutale Ungeheuerlichkeit der politischen Geschehnisse darzustellen. Wenn auch am Schluß einiges etwas holzschnittartig wird, gebe ich gerne 5 leuchtende Sterne, auch wegen der außerordentliche Schilderung des tragischen Lebens von Amirs Vater, dem traditionsbewußten, stolzen afghanischen Lebemann, der seine Würde auch im dekadenten Amerika bewahrt, trotz widrigster Umstände. Auch bei diesem Buch kann ich nur sagen: unbedingt lesen!
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22 von 25 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ungewöhnliche Freundschaftsgeschichte, 15. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Drachenläufer (Gebundene Ausgabe)
Die Freundschaftsgeschichte der beiden Jungen in Hosseinis "Kite Runner" hat mich genauso beeindruckt, wie der Verrat dieser Freundschaft. Amir und Hassan sind zwei Knaben im Kabul der 1970er Jahre, die miteinander leben und aufwachsen, obwohl sie verschiedenen, miteinander zutiefst verfeindeten Bevölkerungsgruppen angehören. Zudem gehören sie unterschiedlichen Klassen an: Amir, ist der Sohn eines wohlhabenden, alleinerziehenden Vaters und Hassan der Sohn des ebenfalls alleinerziehenden Dieners. Amir wird von seinem Vater nicht akzeptiert, weil er zum lesen und schreiben neigt und sportlich eher verzagt ist. Hassan dagegen ist mutig und eilt seinem herkunftsmäßig höhergestellten Freund Amir immer wieder im Alltag zu Hilfe.
Bei einem der wichtigen Drachenflug-Wettbewerbe (daher der Titel des Buches) kann Hassan Amir sogar zum Sieg verhelfen, was dessen Ansehen beim gestrengen Vater sprunghaft erhöht. Auf dem Rückweg wird der Helfer Hassan von einer Gruppe radikalisierter Gleichaltiger schwer gedemütigt, was Amir versteckt miterlebt, ohne ein Eingreifen zu wagen. Seit diesem Tag fühlt er sich schuldig gegenüber Hassan. Durch sein zuehmend unfreundliches Verhalten bewirk Amir, dass Hassan mit seinem Vater wegzieht. Die Wege trennen sich. Während das Land in den Strudel des Krieges gerät, fliehen Amir und sein Vater nach Amerika. Durch Zufall bekommt der Wahl-Amerikaner nach Jahren die Möglichkeit, einen kleinen Teil seiner "Schuld" abzutragen: Er reist in das Afghanistan der Taliban,
um den Sohn seines Freundes Hassan zu suchen...
Hosseini nutzt diesen Kunstgriff, um die erschütternden Zustände, in die die nun herrschenden radikalen Talibans das Land gestürzt haben, mit den Augen eines nun amerikanisch sozialisierten Exil-Afghaners zu beschreiben. Vor dem Hintergrund dieses Kontrastes gelingt ein besonders beklemmende und nahegehende Schilderung der Kaltblütigkeit, mit der die radikalen Eiferer zu Werke gehen.
Das Buch ist nicht nur Jugendlichen selbst zu empfehlen, die hier eine spannende Geschichte um Freundschaft, Treue und Tapferkeit in einer fremdartigen Kultur geboten bekommen, sondern auch deren Eltern oder Lehrern. Diese können hier lernen, was seelische Verletzungen bei einem Heranwachsenden anrichten können.
Der "Kite Runner" ist das beeindruckendste Buch, das ich seit langem gelesen habe.
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Drachenläufer: Roman
Drachenläufer: Roman von Khaled Hosseini (Taschenbuch - 2008)
EUR 9,99
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