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4.0 von 5 Sternen Liegt Brasiliens Seele in der Kurve?
Wie sehr die Sichtweise auf ein Land von den eigenen bewussten oder unbewussten Wahrnehmungsfiltern geformt wird, lässt sich hervorragend in diesem Bildband bewundern. Was macht Brasiliens Seele aus? Wenn ein Land überhaupt so etwas wie eine Seele hat, dann wird sie wohl auch jeder für sich entdecken und interpretieren.

Alleine die Farbenpracht...
Vor 4 Monaten von Dr. R. Manthey veröffentlicht

versus
2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Farblose Brasilienfotos mit Schwerpunkt auf Architektur, Ästhetik und Anderssein
Olaf Heine ist ein großartiger Fotograf und Brasilien ist ein Land voller faszinierender Bilder, das muss doch einen brillanten Bildband ergeben! Passten die s/w-Aufnahmen noch hervorragend zu den Musiker-Porträts in „I Love You but I've Chosen Rock“ Olaf Heine: I Love You but I've Chosen Rock, aber ein ganzer Brasilien-Bildband ohne Farbe –...
Vor 4 Monaten von junior-soprano veröffentlicht


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4.0 von 5 Sternen Liegt Brasiliens Seele in der Kurve?, 29. April 2014
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Brazil (Gebundene Ausgabe)
Wie sehr die Sichtweise auf ein Land von den eigenen bewussten oder unbewussten Wahrnehmungsfiltern geformt wird, lässt sich hervorragend in diesem Bildband bewundern. Was macht Brasiliens Seele aus? Wenn ein Land überhaupt so etwas wie eine Seele hat, dann wird sie wohl auch jeder für sich entdecken und interpretieren.

Alleine die Farbenpracht und Üppigkeit der Natur Brasiliens erscheint Menschen, die das nicht gewöhnt sind, wie ein Wunder, wie eine spritzige Laune Gottes, die sich auch im ausgelassenen Verhalten der Bewohner dieses urwüchsigen Teils der Erde widerspiegelt. Doch so sieht Olaf Heine Brasilien nicht. Statt der Farbenpracht des Landes zu erliegen, fotografiert er in schwarz-weiß. Und statt sich von der Fröhlichkeit der Menschen anstecken zu lassen, zeigt er Melancholie.

Brasilien wäre das Land der Kurven, liest man in einem der erklärenden Texte. Das bezieht sich vor allem auf die Architektur des von Kurven faszinierten Oscar Niemeyer, der mit geschwungenen Linien offenbar Gebäude, Menschen und Landschaften dieses Landes harmonisch miteinander verbinden wollte. Olaf Heine verbindet damit auch die Schönheit brasilianischer Frauen, was ihn wahrscheinlich zu zahlreichen weiblichen Akten in diesem Band inspirierte.

Man kann sicher geteilter Meinung darüber sein, ob der Autor dieser vielen sehr gelungenen Fotografien damit wirklich zur Seele Brasiliens vorgedrungen ist. Oder ob diese Sicht gerade das Typische an diesem Land widerspiegelt. Es ist die Sicht dieses Fotografen. Und sie ist ein nachdenklich machender Ausdruck seiner Empfindungen und Sichtweisen, die man nicht in jedem Fall teilen muss, aber in ihrem künstlerischen Ausdruck bewundern kann. Überraschungen sind dabei eingeschlossen.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Farblose Brasilienfotos mit Schwerpunkt auf Architektur, Ästhetik und Anderssein, 13. Mai 2014
Von 
junior-soprano - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Brazil (Gebundene Ausgabe)
Olaf Heine ist ein großartiger Fotograf und Brasilien ist ein Land voller faszinierender Bilder, das muss doch einen brillanten Bildband ergeben! Passten die s/w-Aufnahmen noch hervorragend zu den Musiker-Porträts in „I Love You but I've Chosen Rock“ Olaf Heine: I Love You but I've Chosen Rock, aber ein ganzer Brasilien-Bildband ohne Farbe – das hat mich beim ersten Betrachten enttäuscht. Und es wurde beim zweiten und dritten Durchlauf nicht schöner.

Die meisten Fotos füllen eine Seite. Doppelseitige Fotos sind seltener. Seitenzahlen, Titel, Entstehungsjahr und -ort finden sich nicht auf den Fotos selbst, sondern am Ende des Buches. Die Aufnahmen entstanden 2011 bis 2013. ein Großteil wurde in Rio de Janeiro und São Paulo geschossen.

Hochwertiges, dickes Papier. Ein schöner Schutzumschlag. Die Verarbeitung und die Größe des Buches sind tadellos und das Cover unterstreicht den hochwertigen Eindruck und weckt Lust auf das Durchblättern. Eigentlich auch aufs Träumen von Fernweh und Exotik, aber dafür sind die Bildern eben, nun ja...sehr speziell.

Die Auswahl der Fotos gefällt mir nicht. Mal ein nackter Männerkörper, mal ein nackter Frauentorso, Fußball spielende Kinder am Strand, ein Boxer, eine Wendeltreppe. Einen roten Faden erkenne ich nicht, eine künstlerische Aussage erschließt sich mir nicht und das ist das entscheidende: nichts davon fasziniert mich wirklich.

Nicht nur die fehlende Farbe gibt den Aufnahmen etwas unterkühltes, freudloses und langweiliges. Es ist löblich, dass hier nicht einfach die Klischees abgearbeitet und die Touristenfotos geboten werden: Jesus-Statue, Karneval, Dschungel, sondern verträumte dicke Frauen, futuristische Gebäude oder auch Skateboard-Fahrer und Surfer.

Zumindest die Hälfte der Fotos in Farbe und mehr Emotionen – das wären meine Vorschläge, um dieses Buch ansprechender zu gestalten. Kalten Beton und kunstvoll in Szene gesetzte Künstler, dafür brauche ich keinen Brasilien-Bildband, das gibt es überall.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die neue Welt, 5. Mai 2014
Von 
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Brazil (Gebundene Ausgabe)
Brasilien ist ein Land, aber vielleicht noch mehr ein Traum. Ein Traum von Sonne, schönen Menschen, von Fußball und dem einfachen Leben ohne diesen Rucksack von mehreren tausend Jahren eurozentrischer Geschichte. Etwas Wildes hat unsere Idee von Brasilien, und etwas von einer Postkarte dazu. Aber schon die Pressemeldungen anlässlich von Fußballweltmeisterschaft und Olympia zeigen, dass Widersprüche dieses Land prägen. Arm und Reich, Hell und Dunkel, Organisation und Chaos, Polizeistaat und Hochburg des Verbrechens, all das ist Brasilien. Dass auch dort ganz normale Menschen leben, mit Jobs und Familien ganz wie bei uns, das musste ich erst durch eine persönliche Bekanntschaft lernen. Und doch, selbst diese stellte sich bei näherer Betrachtung als besonders heraus. Denn deren Lieblingshobby waren Motorradrennen. Vielleicht ist ja auch dieses kleine bisschen mehr Adrenalin im Blut das Geheimnis dieses Landes.

Nun also ein aufwendiger Bildband zum Thema. In Schwarzweiß. Das mit dem Postkartenkitsch ist damit schon automatisch vermieden. Statt den Stränden, der Natur, sind es so eher die Gebäude, die ins Auge springen. An Oscar Niemeyer muss man denken, wegen der ebenmäßigen Formen der Gebäude, deren konzeptioneller Klarheit, deren vermeintlicher Modernität, die für uns heute schon wieder altmodisch wirkt. Hier aber erleben die 60er Jahre eine Wiederauferstehung, und dank der fehlenden Farben wirkt der Sichtbeton neu, kein Farbanstrich ist verblichen. Ganz im Gegensatz zu Niemeyer selbst, dessen Portrait sich auch im Buch findet. Kurz vor seinem Tod muss dieses Portrait entstanden sein, und so wirkt das Bild auch vor allem melancholisch auf den Betrachter. Dass auf der gegenüberliegenden Seite das Bild einer jungen Frau zu sehen ist, das ist dann wohl wieder das Spiel mit den Gegensätzen. Die Bilder dieses Bandes wollen einfach nicht in eine einzelne Kategorie passen.

Portraits sind dann auch das zweite Standbein dieses Werkes. Olaf Heine, der Photograph dieses Buches, ist mit Mode, Werbung und Musikphotographie bekannt geworden. Schöne Frauen und schwere Jungs gibt es deshalb hier zu sehen. Und auch mal einen Männerakt. Nicht alle dieser Photographien wirken jetzt wirklich brasilianisch - wobei ich persönlich ja Gisele Bündchen auch nicht mit Brasilien verbunden hätte, wüsste ich es nicht besser. In den besten Bildern hier gehen Model und Hintergrund eine Verbindung ein. Kurven hat ein Gebäude, hat eine Frau, hat vielleicht auch ein Strand. Es ist schon witzig, was das Auge des Photographen hier so alles entdecken konnte. Und dann gibt es noch ein paar Einblicke in einen Alltag, der doch sehr anders ist als der in einer deutschen Großstadt. Ein zerstörter Zaun vor Barracken, ein Künstler im Atelier, Großaufnahmen von Alltagsgegenständen, die aus der Zeit zu fallen scheinen.

Nein, das Buch zeigt nicht den Traum, den wir alle von Brasilien haben. Aber einen anderen Traum, der uns hilft, unseren eigenen Bildern vom fremden Land neue hinzuzufügen. Er erweitert unseren Blick auf Brasilien, dieser Bildband.
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Brazil
Brazil von Olaf Heine (Gebundene Ausgabe - 28. April 2014)
EUR 79,90
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