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Im Vergleich zu opulenteren Bildbänden, wie etwa „New York von oben“, kommt in „New York“ von Thomas Hoepker weniger das Überwältigende, Gigantische der Welttstadt New York City zum Ausdruck, sondern ein mitunter geradezu kleinstädtischer Charakter. Ein Foto von 1983 zeigt das World Trade Center im Hintergrund, wir sehen Autos von damals und Paare, die miteinander „rummachen“ (Liebkosungen austauschen wäre nicht der passende Ausdruck für das Foto) – im Hintergrund meint man beinahe einen Song von Bruce Springsteen zu hören – die Atmosphäre hat mehr von New Jersey oder auch vom Ruhrpott, würde man das WTC nicht sehen.

Manches ist etwas zu gewollt, zu bemüht – Bilderstrecken, die das Elend der Stadt zeigen oder die Andeutung von Rassismus und Gewalt, wenn ein weißer Polizist die Hand ans Holster legt, als ein Schwarzer vorbeischreitet und dabei anscheinend eine Hand in einer Manteltasche verbirgt.

Folgendes gibt es noch zu sehen, eine Auswahl:

Es gibt ein sehr bekanntes Foto in diesem Buch: Im Hintergrund brennt das WTC, im Vordergrund unterhält sich eine Gruppe Menschen scheinbar völlig unbeeindruckt, möglicherweise über ganz andere Themen. Irritierend. Oder ein Zeichen dafür, dass echte New Yorker nichts aus der Fassung bringt? Oder aber, dass nicht immer alles so verläuft, wie wir es uns ausmalen und erwarten?

Arm und Reich. Links ein Mann und seine Frau, dazu fünf Kinder und zwei Hunde – offenbar leben sie alle in einem Haufen Krempel in einer winzigen Wohnung. Auf der rechten Seite wird dem das Bild eines dicken Schwarzen gegenübergestellt, der sehr protzig wirkt und seine wohl teure, aber nicht sehr stilsicher eingerichtete Wohnung, sich selbst und seinen Status präsentiert.

Die U-Bahn. Ein Plakat wirbt für Direktflüge nach Europa. Eine schwarze Frau sitzt in einem vollgeschmierten Zug und schaut teilnahmslos. „Was geht mich Europa an?“, mag sie denken. Präsident Obama wurde ja des öfteren nachgesagt, dass er, anders als seine Vorgänger, keine enge Bindung zu Europa hat. Das schwingt in diesem Foto mit, zumindest sehe ich es so.

Könnte beinahe Werbung für den Film „The Dark Knight Rises“ sein: Die Wall Street, in der sich die Silhouette eines Denkmals spiegelt – gemahnen hier die Gründervater daran, dass in den USA einiges aus dem Ruder gelaufen ist? Statt Freiheit für alle, vor allem Reichtum und Einfluss für extrem Wenige? „Hier gibt es kein Geld zu stehlen“, sagt ein Wall Street-Makler im Film zu Bane. „Warum seid ihr dann hier?“, entgegnet der. Und so macht dieses Buch am meisten Spaß – als Anregungen der eigenen Phantasie. Es wird schon einiges erzählt, allerdings nichts wirklich neues. Wir sehen Künstler, wie Andy Warhol, Armut, Homosexuelle, den 11.9.2001 in mehreren Aufnahmen und einiges mehr.

Verschiedene Songs und Künstler „höre“ ich, wenn ich diese Bilder sehe: Bruce Springsteen, Lou Reed, die Beastie Boys und Grandmaster Flash. Ziemlich wenig Glamour, sehr viel Schmuddel und fast schon dörflichen Charakter. Ein wenig GTA 4. Etwas Taxi Driver und American Gangster. Etwas Company Men und zahlreiche andere Assoziationen zu den unzähligen vertrauten Bilder dieser faszinierenden Stadt.

Manche Fotos wirken so wie wenig aufregende Urlaubsschnappschüsse. Streckenweise ein recht langweiliger Bildband, aber es sind durchaus einige spannende Fotos dabei.

120 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag, Farbe, Format: 32 x 24,1 x 2 cm, Register, teNeues 2013
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Wenn man durch eine Stadt geht, dann macht man in Gedanken Schnappschüsse. Meistens ist man sich dessen gar nicht bewusst, aber später tauchen in den Erinnerungen die merkwürdigsten Bilder auf, die zunächst gar nicht wichtig erschienen, die aber offenbar unser Gehirn aus irgendeinem Grund angeregt haben, sie abzuspeichern.

Solche Bilder enthält dieser Band. Dass er "New York" heißt, mag verwirren, denn mit solch einem Titel verbindet man schließlich doch Typisches oder einen Gesamteindruck. Aber die Bilder liefern eher fotografische Abdrücke von Momenten, die Thomas Hoepker aus Gründen, über die wir keine Auskunft erhalten, wichtig erschienen.

Vielleicht versteckt sich ja doch etwas Typisches in diesen Fotografien. Oft sind extreme Gegensätze zu sehen. Besonders drastisch wirkt dabei eine Gruppe fröhlich beisammen sitzender Leute, während auf der gegenüberliegenden Flussseite große Rauchschwaden aus den Resten der Zwillingstürme des World Trade Centers aufsteigen.

New York scheint ein eigenwilliges Flair der Unaufgeräumtheit zu umgeben. Im Vorwort kann man lesen, dass auch das typisch für diese Stadt sei. Unweit der Glitzerwelt trifft man plötzlich auf Ruinen oder Brachflächen. Hoepker scheint solche krassen Kontraste zu lieben.

Und natürlich fotografiert er auch die Menschen dieser Stadt, mit großer Vorliebe offenbar in der Subway oder vor einem plakativen Hintergrund, der dem Bild einen gewissen Witz verleiht. Wie immer liegt die Kunst im Auge des Betrachters. Was für Hoepker ein Motiv war, wird anderen völlig entgangen sein. Ähnlich können diese Bilder auf ihre Betrachter wirken. Was dem einen witzig erscheint oder ihn nachdenklich macht, kann anderen vielleicht nur ein Schulterzucken abringen.

Hoepker zeigt ein eigenwilliges Bild von New York, eines, dass man so selbst nie sehen wird, weil es so nur im Kopf des Fotografen entstanden ist. Planlos und fragmentarisch. Festgehaltene Augenblicke aus der Vergangenheit, immer abseits von dem, was man vielleicht als Bild dieser Stadt selbst im Kopf hat.
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am 12. September 2013
Gross waren meine Erwartungen als Sammler und Fan der Arbeiten von Thomas Hoepker. Dann endlich hielt ich den Band in meinen Händen. Ich dachte ich habe einen Fehldruck erhalten: Unterirdisch schlechte Druckqualität, Plastikpapier und eine Gestaltung die einem Fotograf dieser Grösse nicht gerecht wird. Ich war schlichtweg sprachlos. Bei den neueren Arbeiten wird zumindes die Abbildungsqualität besser, aber das tröstet nicht über die verhunzten schwarz/weiss Aufnahmen hinweg. Artifakte, kaum Tonwerte/Graustufen, schwärzen die zulaufen etc. Die Bilder sehen teilweise aus wie über nen Kopierer gejagt. die Kritik bezieht sich in erster Linie auf die Qualität der Abbildungen, nicht auf die Fotos als solches. Diese sind einfach einzigartig. Aber: Zu einem Bildband gehört einfach mehr als nur die Fotos eines namenhaften Fotografen abzubilden und mit dem günstigsten Druckverfahren zu reproduzieren...
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am 15. August 2013
Seit fünfzig Jahren wohnt der berühmte Fotojournalist Thomas Hoepker in New York, einer Metropole, die nicht nur auf ihn eine ganz besondere Anziehungskraft besitzt. Seine Bilder, bei denen die klassischen Motive anderer Bildbände über New York vollkommen fehlen, zeigen den vielschichtigen Geist dieser Metropole.

Glanz und Gloria neben sozialen Widersprüchen – diese Gegensätze ziehen sich über den gesamten Zeitraum der fünf Jahrzehnte, in denen diese eindrucksvollen Fotografien entstanden sind. Sie stellen auf ihre besondere Weise eine individuelle Stadtgeschichte eines begnadeten Fotografen dar.
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