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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Farbe Schwarz, 13. Februar 2012
Von 
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: All About Eve (Gebundene Ausgabe)
Viele der Photos in diesem Buch sind so schön, dass man vergisst, dass sie auch eine Geschichte erzählen. Einen Sinn für die Lage sozialer Randgruppen, das hatte Eve Arnold. Und in einer Zeit, in der nach diesen Randgruppen noch nicht gefragt wurde, hat die Photographin nicht nur deren Lage dokumentiert, sondern auch eine Öffentlichkeit hergestellt, die dann viele Jahre später politische Wirkung entfaltet hat. Bilder des Lebens der schwarzen Bevölkerung in den Vereinigten Staaten hat sie gemacht, auch Bilder von der Wirkung der Apartheit in Südafrika. Homosexuelle hat sie photographiert, Schausteller, Bauern in der Sowjetunion, islamische Frauen unter dem Schleier, Siegerinnen von weißen Schönheitswettbewerben und Teilnehmerinnen an Schwarzen. Schwarze Bürgerrechtler hat sie photographiert und weiße Präsidentschaftsanwärter. Und dazwischen auch immer mal wieder ein paar Prominente.

Vielleicht entstand die Sensibilität von Eve Arnold für Außenseiter gerade durch die Tatsache, dass sie selbst eine solche war. Eine Frau als Photographin bei der Agentur Magnum, das war in den 50er Jahren schon eine Ausnahme. Russisch jüdische Einwanderin war sie in Amerika. Und tough war sie vor allem, ließ sich von niemandem etwas sagen (mit Ausnahme vielleicht von Maggie Thatcher). Und am Ende war sie vielleicht auch noch die älteste aktive Photographin ihrer Klasse. Ihr Lebenslauf ist mal wieder ein Beispiel, dass sich Mut und Beharrlichkeit im Leben auch unter schwierigen Umständen auszahlen. Das excellent geschriebene Vorwort bietet eine gute Beschreibung ihrer Person und ihres Werkes (allerdings nur auf Englisch).

Die Bilder, die für dieses Werk ausgewählt wurden, haben aber mehr als bloß einen historischen Wert. Sie sind auch noch elegant, meistens schwarzweiß, wirken komponiert, auch wenn sie es aufgrund der abgebildeten Situation eigentlich kaum sein können. Viele würde großformatig als Kunstwerk für die gesamte Wand durchgehen. Und so sieht man in diesem Buch, wie sehr es der Kunst dann doch hilft, wenn Sinn und Form zusammen kommen und eine Einheit bilden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Katalog zu geplanten Ausstellungen in San Francisco und London, 12. Februar 2012
Von 
Fuchs Werner Dr (Zug Schweiz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: All About Eve (Gebundene Ausgabe)
Das biblische Alter von 100 Jahren hätte Eve Arnold am 21. April 2012 erreicht. Doch bevor die geplanten Ausstellungen ihre Tore öffnen konnten, starb die große Fotografin am 4. Januar 2012 in einem Londoner Pflegeheim. Dieser Bildband ist der begleitende Katalog und ein Vermächtnis. Bei einem Archiv, das mehr als eine Dreiviertelmillion Aufnahmen umfasst, wirkt der Titel allerdings etwas merkwürdig. Denn gezeigt werden gerade mal 160 Aufnahmen. Doch Qualität vor Quantität war offenbar das Motto, unter dem die Bilder ausgesucht wurden.

Leben und Werk einer Künstlerin wie Eve Arnold in wenigen Zeilen zusammenzufassen, wäre auch unmöglich gewesen, wenn ihr Leben weniger als ein Jahrhundert gedauert hätte. Einen guten und aktuellen Überblick gibt der Artikel auf Wikipedia.

Die Konzeption als Ausstellungskatalog erklärt auch die vermeintlichen Schwachpunkte. Denn ich nehme an, dass den Besuchern in San Francisco und London mehr Textmaterial geboten wird als im Buch. Und auch die leicht verwirrende Chronologie der gezeigten Aufnahmen wird in einer Ausstellung sicher aufgelöst. Trotzdem finde ich es natürlich schade, dass in das Buch nur die Einführung von Liz Jobey, das Gedicht "A Hundred Lines For You, Eve" von Hanan Al-Shaykh und äußerst knappe Bildlegenden aufgenommen wurden. Keine biographischen Angaben, kein Werkverzeichnis, keine Essays und keine Erläuterungen. Einfach 160 Perlen aus dem Werk einer Ausnahmepersönlichkeit.

Freunde der Fotografie wird dieses Konzept nicht allzu stark erschüttern. Denn sie werden selbstverständlich viele der Publikationen kennen, in denen Eve Arnolds Meisterschaft in großformatigen Bildern gezeigt wird. Ihre Hommage an Marilyn Monroe zum Beispiel. Oder in "Porträts und Fotoreportagen", die bei Collection Rolf Heyne erschienen sind. Etliche Werke sind allerdings schon seit einiger Zeit vergriffen, was diesen neuen Bildband umso wertvoller und notwendiger macht.

Da sich Eve Arnold sehr spät auch mit der Farbfotografie und ihren Möglichkeiten auseinandersetzte, sind die meisten der 160 aufgenommenen Bilder in Schwarz-Weiß. Eve Arnolds Gesamtwerk liege bildlich gesprochen zwischen den Beinen von Marlene Dietrich und Wanderarbeitern bei der Kartoffelernte. Bildlich, meinte ihr ebenso bekannte Berufskollege Robert Capa einmal. In diesem Sinne ist die Auswahl der Aufnahmen mehr als geglückt.

Mein Fazit: Zu den Bewunderern von Eve Arnolds Werk gehöre ich allein schon wegen ihrer Aufnahmen von Marilyn Monroe, die Arnold während eines Jahrzehnts begleitete. Aber auch wenn einige dieser Bilder Fotogeschichte geschrieben haben, ist es gut, bei der Auswahl der 160 Aufnahmen, den Fokus nicht nur auf die bekannten inzwischen ikonographischen Bilder gerichtet zu haben. Und weiß man, dass dieser Bildband als Begleiter zu Ausstellungen konzipiert wurde, lassen sich die Text- und Informationslücken leichter verschmerzen.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Diese begnadete Fotografin verstarb vor wenigen Tagen., 30. Januar 2012
Von 
Helga König - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 10 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: All About Eve (Gebundene Ausgabe)
Dieser Fotoband enthält eine Fülle von wundervollen Schwarzweiß-Fotos der jüngst verstorbenen, amerikanischen Starfotografin Eve Arnold, (21.4.1012- 4.1.2012).

Alle Fotos werden von knappen, sie erläuternden Texten begleitet. Die Motive sind höchst unterschiedlich und visualisieren die ganze Bandbreite des Könnens dieser Fotografin.

Gezeigt werden sozialkritische Bilder von Einwanderinnen auf Long Island im Jahre 1950, die dort Kartoffeln lesen oder Wäsche waschen. Man erlebt deren Kinder am ersten Schultag im Jahre 1951. Die Väter dieser Migrantenkinder wurden während ihrer harter Arbeit abgelichtet. Arnold gelingt es hier und auf weiteren Bildern die Geschichte der Armut und der Sorgen dieser schwarzen Einwanderer zu erzählen, die, von wo auch immer, nach New York kamen, um ihr Glück zu suchen.

Diesen bedrücken Fotos folgen andere von sehr aparten Damen der New Yorker Gesellschaft in den 1950er Jahren, anschließend sehr kunstvolle Aufnahmen, von denen man kaum glauben kann, dass es Schnappschüsse sind.

Sehr schön ist ein Bild, das eine alte Vogelbeobachterin im Jahre 1964 zeigt und beeindruckend sind die Fotos vom schwarzen Debütantinnenball in New York 1964 sowie verschiedene Fotos, die Arnold in China realisierte.

Eine tolle Aufnahme von Richard Burton und Elisabeth Taylor aus dem Jahre 1963 und eine ebenso gelungene von der lachenden Marilyn runden diesen Bildband ab und zeigen das Eve Arnold einen Blick für das hatte, was sich hinter der spontanen Erstwahrnehmung verbirgt. Genau das lichtete sie hintergründig ab und erzählt auf diese Weise mit jedem Bild eine packende Geschichte, deren Ende jeweils ungewiss ist.

Empfehlenswert.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Retrospektive einer legendären Fotografin, 25. Januar 2012
Rezension bezieht sich auf: All About Eve (Gebundene Ausgabe)
Eve Arnold (geb. Cohen) erblickte am 21. April 1912 in Philadelphia (USA) als Tochter russisch-jüdischer Immigranten das Licht der Welt. Sie brach ihr Medizinstudium ab und widmete sich seit 1946 der Fotografie, nachdem sie eine einfache Spiegelreflex-Rolleicord geschenkt bekam. 1948 folgte ein Crashkurs bei ihrem Mentor Alexei Brodowitsch, seinerzeit Artdirector von *Harper's-Bazaar* und ab da nannte sie sich *Fotografin*. 1948 heiratete sie, wurde ein Jahr später Mutter ihres Sohnes Frank und siedelte 1961 nach Großbritannien um, wo sie am 4. Januar 2012 in London friedlich verstarb, kurz vor ihrem 100sten Geburtstag.
Aber Eve Arnold war viel mehr als nur diese Aneinanderreihung von Daten. Sie arbeitete zunächst für das Life-Magazin, fotografierte in New Yorker Bars, porträtierte kubanische Fischer oder afghanische Nomaden, aber auch Promis ihrer Zeit wie die Crawford, Anthony Quinn oder die Taylor und immer wieder Marilyn Monroe, die sie eine lange Wegstrecke, von Anbeginn ihrer Karriere als Schauspielerin, intensiv begleiten durfte. Berühmtheiten wie Jacqueline Kennedy, Malcolm X und andere Vertreter der Schwarzen Revolution ind den USA, aber auch Queen Elizabeth II. oder Maggi Thatcher, ließen sich von ihr ablichten.
Sie bereiste als Fotografin mit wachen Augen, gerade in konfliktgeladenen Zeiten, Krisengebiete, und so sehen wir noch heute viele Aufnahmen aus Russland, Südafrika, Afghanistan und China. Nie verschloss sie ihre Augen vor dem Elend in dieser Welt. Im Gegenteil: Sie hielt immer drauf, wenn es galt, Rassenunruhen, Kriege und Hoffnungslosigkeit anzuprangern.
*Manche Themen kehren immer wieder in meiner Arbeit* sagte Eve Arnold in einem Interview. Oder auch: *Ich war arm, und ich wollte die Armut dokumentieren. ... Ich interessierte mich für Politik ... und wollte als Frau mehr über Frauen wissen.*
Als erste Frau wurde sie 1951 Mitglied bei Magnum-Photos, was natürlich ein weiterer beachtlicher Meilenstein in ihrer Karriere als Fotografin war. 2010 wurde sie mit dem World Photography Award für ihr Lebenswerk geehrt.
In dem vorliegenden Bildband zeigt der TeNeues-Verlag dankenswerterweise eine gelungene Auswahl aus dem mehr als 750.000 Aufnahmen bestehenden Repertoire dieser engagierten, immer wachen Fotografin und lässt die Künstlerin einen Teil dieser Sammlung durch Beigabe handschriftlicher Originalnotizen selbst kommentieren, was zu einer außergewöhnlichen Authentizität beiträgt, insbesondere bei den zuvor noch nie veröffentlichten Aufnahmen, die neben *Arnolds Foto-Ikonen* zahlreich vertreten sind.
Dieser Bildband ist wahrhaftig eine grandiose *Retrospektive einer legendären Fotografin, die 2012 ihren 100. Geburtstag gefeiert hätte* und lässt mich 5 Sterne mit Freude vergeben, verbunden mit einer aufrichtigen Kaufempfehlung für jeden Freund der - insbesondere - Schwarz-Weiß-Fotografie. HMcM
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All About Eve
All About Eve von Eve Arnold (Gebundene Ausgabe - 20. Januar 2012)
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