Kundenrezensionen


144 Rezensionen
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54 von 62 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kann schlechtes Gewissen töten?
Andere Rezensenten haben sich auf Schilderung von Handlung und Personen konzentriert. Ich möchte einen Blick auf die eher weichen Faktoren dieses Meisterwerks werfen. Es ist einige Zeit seit der letzten Lektüre eines Murakami vergangen.

Doch mit "Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki" liegt wieder ein großartiges Buch vor uns...
Vor 10 Monaten von Joerg Kilian veröffentlicht

versus
91 von 116 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Machen Sie Urlaub, Herr Murakami !
Ich nehme vorweg, dass ich (noch immer) ein Murakami-Fan bin und jeden in unseren Breiten verfügbaren Roman des Meisters mehrmals gelesen habe. Ich habe Romane wie Hard boiled Wonderland, Kafka am Strand oder Mister Aufziehvogel etc. genossen und bin sehr dankbar für die vielen schönen Stunden, die ich beim Lesen verbringen durfte.
Murakamis neuestes...
Vor 11 Monaten von Lector Tony veröffentlicht


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16 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Gähnende Leere, 24. Februar 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (Gebundene Ausgabe)
Farblos, allzu farblos kommt der Herr Tsukuru Tazaki daher und der Herr Murakami gleich mit, als hätten sich beide abgesprochen.
Sechzehn Jahre ist es her, dass ihn seine vier Jugendfreunde verstoßen haben. Von Sara, seiner einzigen Vielleicht-Freundin, ermuntert, begegnet Tsukuru den Ehemaligen und findet heraus, warum er mit Einsamkeit gestraft wurde. Wer sich auf die Reise begibt, vor allem nach so vielen "Pilgerjahren" (?) soll belohnt werden, und so wird der Protagonist am Ende zum ersten Mal in seinem Leben aktiv und gesteht Sara seine Liebe.

Aus diesem Dilemma könnte sich eine interessante Geschichte ergeben. Doch der Autor verliert sich in endlosen Beschreibungen, Nebensträngen, allzuvielen Andeutungen und Banalitäten, Wiederholungen, streut hier mal einen Traum hinein und dort noch eine Frage, fast als gelte es, seine Rätselhaftigkeiten zum Dogma zu stilisieren, um die Marke Murakami zu erhalten. Seine Hauptfigur ist passiv, unfähig zwischen Traum und Realität zu unterscheiden, ein blasser, langweiliger Konformist, der auch noch ständig von Schuld und Selbstzweifeln geplagt wird.
Die Sprache ist klar, wie es sich für einen Autor dieser Klasse gehört, gespickt mit philosophischen Fragen, ein paar schön formulierten Sätzen und künstlerischem Symbolismus, doch sie wirken wie vereinzelte Farbtupfer in der Farblosigkeit und Eindimensionalität der Hauptfigur in einer Geschichte, der es grundlegend an erzählerischer Dichte mangelt.
Ich fühle mich verarscht – auch Wochen später noch.
Mag sein, dass Murakami gute Bücher voll 'tiefgründiger Poesie' geschrieben hat. Dieses, mein erstes, gehört mit Sicherheit nicht dazu. So bleibt nicht mehr als ein wunderschönes Cover, das die gähnende Leere darin kaschiert.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bemerkenswerte Wirkung!, 3. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (Gebundene Ausgabe)
Ein bemerkenswertes Buch!
Der Weg des durch ein Jugendtrauma von seinen Leidenschaften und seiner eigenen Lebendigkeit abgetrennten Tsukuru Tazaki, von einem langweiligen, farblosen und funktionierenden Menschen hin zu einem fühlenden, erlebenden und lebendigen Menschen, wird durch die erzählerischen Mittel wunderbar dargestellt. Zunächst war ich verärgert über die anfänglich leblosen, klischeehaften und banalen Sätze, die eher an schlechte Schulaufsätze erinnerten, und ich war drauf und dran abzubrechen. So nach und nach wurde ich jedoch in die Geschichte hineingezogen, begann mitzuerleben und mußte das Buch in einem Zug zu Ende lesen. Die Sprache des Autors veränderte sich analog zur Entwicklung Tazakis. Murakami hat hier seine Sprache in der Form dem zu Erzählenden laufend angepaßt. Zuerst banal, hölzern und simpel aneinanderreihend, dann lebendig und emotional involvierend werdend. Das ist sehr mutig für einen Autoren, denn man weiß seine Leistung erst am Ende richtig einzuschätzen und zu schätzen.
Allen, die meinen, es käme in der Literatur auf die Handlung, den "Plot", an, sei gesagt: Mitnichten! Murakami gelingt es hier mit dem Vehikel einer Story etwas über das Leben zu sagen, etwas, das man annehmen und auf sich übertragen kann, etwas, bei dem man etwas über das Leben lernen kann. Und DARAUF kommt es in der Literatur an.
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30 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Menschliche Abgründe, gewieft verwobene Charaktere - Ein pralles Stück Literatur, 11. Januar 2014
Von 
Ulrich Groh (Mittelhessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (Gebundene Ausgabe)
Zugegeben: Ich habe dieses Buch anfangs eher skeptisch zur Hand genommen. Ein japanischer Bestsellerautor, der sich über Millionenauflagen freuen und genussvoll zurücklehnen kann, in deutscher Übersetzung, gehypt von Teilen durchaus ernstzunehmenden Feuilletons, Erfolg infolgedessen vorprogrammiert? Eine etwas verschachtelte Story, in eher kühl anmutender Diktion dargeboten, mit dem zu erwartenden japanesken "Lokalkolorit", das für europäische Leser eher gewöhnungsbedürftig geraten dürfte? Kann das wirklich bereichernd sein und nicht dazu angetan, das Werk als eher Schales Hinterlassendes in den Schrank zu befördern? Verkaufen sich die Bücher auflagenstarker Autoren nicht ohnehin quasi von selbst, weil "man" der Überzeugung nachhängt, dass viel Gelesenes automatisch auch gut und wertvoll sein muss?

Keine dieser Fragestellungen hätte es vor der Lektüre bedurft, zumal es ohnehin klüger ist, sich unvoreingenommen auf ein Buch einzulassen und sich eben NICHT auf Besprechungen im Feuilleton zu stützen, die häufig genug keineswegs mit dem eigenen Eindruck korrespondieren. Den Interessierten erwartet ein Buch voller Schicksal, voller Leben, wie es nicht der Otto Normalverbraucher oder Hinz und Kunz zu meistern haben, das aber dennoch nie skurril, zurechtgebogen oder fern der Realität anmutet, sondern in seiner Schilderung durchaus sehr real wirkt. Ich möchte mich infolge der ausführlichen Besprechungen meiner Vorrezensenten hier nicht in inhaltlichen Details verlieren; vielmehr will ich die nicht alltägliche Erzählkunst des Autors hervorheben, dem es gelingt, eine anspruchsvolle, niemals realitätsferne Geschichte auf eine Art und Weise zu erzählen, dass man in die Lage versetzt wird, die Gedanken, Handlungen, Sehnsüchte und Abgründe der Protagonisten bis ins i-Tüpfelchen nicht nur(!) nachzuvollziehen, sondern diese darüber hinaus selbst zu empfinden. Gewieft verwebt Murakami die Schicksale seiner Handlungsträger zu einem hochinteressanten Ganzen, deren Lebenswirklichkeit trotz aller Distanz zur eigenen Realität niemals fremd erscheint, die sich subtil unter die Haut schleicht und deren Auflösung man zunehmend entgegenfiebert.

Fazit: Ein von Sehnsucht, Liebe und Freundschaft, diffizilen Beziehungsgeflechten und menschlichen Abgründen berstendes Buch fern jeglichen Kitsches, den man bei einer solchen Spezifizierung eigentlich erwarten müsste; ein pralles Stück anspruchsvoller und dennoch unterhaltender Literatur, wie man es nicht tagtäglich vorfindet. Meine Empfehlung!
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Nett, aber nicht überragend, 10. Februar 2014
Tsukuru Tazaki ist 36 Jahre alt, lebt in Tokio und arbeitet in seinem Traumberuf – er entwirft und baut Bahnhöfe. Seit einiger Zeit trifft er sich außerdem mit Sara und von außen betrachtet scheint sein Leben ziemlich geordnet und erfüllt. Doch Sara bringt einige Ereignisse aus seiner Vergangenheit ans Licht und drängt Tsukuru sich diesen zu stellen. Denn 16 Jahre zuvor wurde er aus einer Gruppe von fünf Freunden plötzlich ausgeschlossen, ohne Ankündigung und Begründung. Dieses Ereignis hätte ihn beinahe das Leben gekostet…
So ganz überzeugen konnten mich „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ von Murakami leider nicht. Das Buch enthält einige interessante Gedanken über Freundschaft und Liebe und wie einen beides verändern kann. Es geht vor allem darum, was man anderen geben kann oder sollte, um eine Beziehung zu bereichern. Und darum sich selbst einzuschätzen, aber auch wertzuschätzen. Die zahlreichen Metaphern mit Farben haben mir gut gefallen, so haben zum Beispiel die vier anderen Freunde alle eine Farbe im Namen, nur Tsukuru nicht, deshalb ist er der „farblose Herr“. Doch leider gefiel mir der Schreibstil nicht, alles wirkt sehr nüchtern und trocken, was ganz besonders bei den Szenen zwischen Tsukuru und Sara auffällt. Die besondere Liebe, die Tsukuru empfindet, kam bei mir nicht wirklich an.
Auch das Ende hat mich etwas enttäuscht, da doch einige Fragen offen geblieben sind. Da wird man als Leser etwas alleine gelassen und einige Erzählstränge versanden auch mitten im Buch und werden nicht wieder aufgegriffen.
Positiv hervorheben möchte ich noch das Cover, das wirklich sehr gelungen ist. Der Schutzumschlag ist teilweise durchsichtig und bringt so wieder ein bisschen Farbe auf das eigentlich grau gehaltene Buch.
Insgesamt kann ich sagen, dass „Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki“ ein nettes Buch ist, das an manchen Stellen auch durchaus zum Nachdenken anregt. Doch dem ganzen Wirbel, der gerade darum gemacht wird, kann es dann doch nicht gerecht werden. 3,5 Sterne von mir.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen fesselnd, 11. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Das Buch ist für mich das zweite von diesem fantasievollen Autor - und es hat mich gleich gefesselt. Es geht um einen Mittdreißiger, Tsukuru Tazaki, der ein recht eintöniges Leben führt, seit er 16 Jahre zuvor von seinen Freunden verstoßen wurde. Diese vier Freunde hatten alle eine Farbe im Namen, wodurch er sich stets ein klein wenig als Außenseiter fühlte. Tatsächlich wird Tsukuru als eine etwas farblos-langweilige Person beschrieben, die sich für Bahnhöfe begeistert, sonst aber wenige Interessen hat und zurückgezogen lebt. Nur einmal hat er sich bisher für etwas richtig angestrengt (die Aufnahmeprüfung an der Technischen Hochschule).
Er verliebt sich in eine Frau, Sara, die merkt, dass er eine unverarbeitete Vergangenheit hat und ihn auffordert, dem Vorfall damals nachzugehen. So macht er sich auf die Suche nach den Freunden von damals und stellt fest, wie wichtig er für die anderen war und dass er nicht als Außenseiter gesehen wurde, sondern als festes Mitglied der Runde. Das hebt sein Selbstwertgefühlt und am Ende des Buches kämpft er endlich wieder für etwas. Tsukuru ist eher ein Anti-Held als ein Held, wird aber sympathisch beschrieben und ich konnte mich in ihn hineinfühlen. Wer zweifelt nicht manchmal an sich selbst?
Die "Pilgerjahre" im Titel deuten zum einen auf Tsukurus Vergangenheitsbewältigung an, aber auch auf die "Pélérinages" von Liszt, insbesondere ein Stück daraus, das immer wieder vorkommt. Nicht alle Nebenhandlungen lösen sich auf (was wird aus Haida?), aber vielleicht führt genau das dazu, dass man auch nach Ende der Lektüre noch über den Roman nachdenkt.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die Reflexionen und Dialoge, 23. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (Gebundene Ausgabe)
der Romanfiguren haben durchaus Qualität. Der Plot, der sie verbindet, nicht.

Murakami baut eine thrillerähnliche Spannung auf und weckt die Erwartung einer tiefgründigen, unheimlichen oder zumindest originellen Auflösung.

Die aber bleibt aus. Die Spannung verebbt lediglich. Im Rückblick erscheint das Geschehen und Verhalten der Akteure zueinander eher mühsam konstruiert.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Wieder eine kleine Enttäuschung, 10. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Fast alle Bücher von Murakami habe ich gelesen, ja er war sogar die Inspiration für mich Japan zu bereisen. Bewußt habe ich die ersten Rezensionen abgewartet um nicht wie beim letzten erschienen Buch (Bibliothek) enttäuscht zu werden. Diese ersten 5 Sterne Rezensionen sind für mich bei der Gesamtbetrachtung von Murakamis Werk unverständlich. Auch bei diesem, für mich farblosen Roman, habe ich , wie manche Vorrezensienten den Eindruck, auf die Schnelle wurde etwas zusammengeschrieben, ohne Pep, ohne Murakamis Hintergründigkeit, ohne Überraschungen. Dabei gab es doch Personen im Roman, Phantasien auszuarbeiten, wie sein verschwundener Schwimmfreund, der rätselhafte Mord an seiner Freundin oder der "Selbstmordverkäufer" ! Ich glaube, ich muß mir einen anderen Lieblingsautor suchen...
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Schlecht geschriebenes Buch - schlechte Übersetzung, 4. Dezember 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (Gebundene Ausgabe)
Ich hatte noch nie ein Buch von Murakami gelesen, aber wollte diesem Autor, der "mit höchsten Literaturpreisen ausgezeichnet" ist (wie der Klappentext verheißt), eine Chance geben.
Kurz gesagt: Ich war fassungslos, wie schlecht dieses Buch geschrieben ist.
Beispiele: In Kapitel 5 erzählt Haida eine Geschichte, die er von seinem Vater erzählt bekommen hat. Sie ist 20 Seiten lang. Doch was diese Geschichte mit der übrigen Handlung zu tun hat, bleibt unklar.
Ebenso die Episoden mit dem 6. Finger. Wieso wird diese Anomalie erwähnt? Was hat sie für eine Bedeutung? Auch hier lautet die Antwort: Gar keine.
Ebenso der Anfang des letzten Kapitels (19). Der Leser möchte endlich wissen, wie die Geschichte ausgeht. Da bringt Murakami eine ausführliche Beschreibung des Tokioter Hauptbahnhofs, die - zumindest an dieser Stelle - wirklich überhaupt nicht interessiert.
Noch schlimmer: Auf Seite 11 liest man "Ich weiß nicht, ob man es einen Zufall nennen kann ..." Ja, aber wer zum Kuckuck ist "ich"?? Der ganze Roman ist in der dritten Person erzählt, hier wechselt Murakami in irrsinniger Weise zum "ich". In einem Schüleraufsatz hätte jeder Lehrer dies angestrichen. Dass Murakami solch ein kapitaler Fehler unterläuft, ist unverzeihlich.
Sodann sein Schreibstil:
"Wie ein düsterer, unheilvoller Fels immer wieder aus dem Meer auftaucht, stieg diese Angst immer wieder in ihm hoch." (S. 18)
"Tsukuru zog die dicken Vorhänge zu ... Obwohl er die Helligkeit ausgesperrt hatte, stahl sich das Licht doch von irgendwo in den Raum, wie eine alte Erinnerung, die sich nicht so leicht auslöschen lässt." (S. 228)
Solche pseudo-poetischen Anhängsel finden sich leider zuhauf. Und sie nerven einfach nur. Wer schreibt denn so? Teenager in ihren Tagebüchern. Oder Rosamunde Pilcher und Konsorten. Und leider auch Murakami.
Dann die Übersetzung:
"War dir bewusst, dass du eine Rolle spieltest?" (S. 148)
"... du standest mit beiden Füßen fest auf dem Boden." (S. 149)
Beide Zitate sind aus Dialogen, also direkte Rede! Aber redet so jemand? Hier Imperfekt zu gebrauchen, geht überhaupt nicht!
Ebenso holprig und realitätsfern: Da werden Salat und Tomaten "kultiviert" (S. 51), "Die Mutter favorisierte ..." (S. 56), Tsukuru hört im Auto auf "Ultrakurzwelle" Musik (S. 230) oder "Er fuhr direkt von der Arbeit, noch seine Bürokleidung tragend, zu seiner Verabredung ..." (S. 88)
Insgesamt ein schwach konstruiertes, schlecht geschriebenes und zudem schlecht übersetztes Buch, von dem man nur abraten kann.
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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nicht der Beste aber immer noch etwas Besonderes, 14. Januar 2014
Von 
Frank Henningsen (Hamburg, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (Gebundene Ausgabe)
Murakamis neuer Roman hat mich nach der Lektüre zunächst ein bißchen zwiespältig zurückgelassen. Klar war es wunderbar sich diesem charakteristischen Sound wieder einmal zu überlassen, der Klarheit und Präzision der Sprache, hinter der immer wieder ungeahnte Tiefen zu schimmern scheinen, zu folgen...

Allerdings kamen mir viele Motive doch recht bekannt vor aus früheren Büchern; tja, macht ja auch nix, das kann man ja novh unter "ein Autor bleibt sich treu" abbuchen. Wichtiger für mich: das Spiel mit magisch-realistischen Elementen (das ich so sehr liebe bei diesem Autor) ist stark zurückgegangen, und über allem liegt eine gewisse (wohl durchaus gewollte) Farblosigkeit -- und im letzten Drittel fand ich das alles fast ein bißchen zäh und langwierig. Auf höchstem Niveau allerdings.

Trotz aller Vorbehalte angesichts der Hauptwerke dieses wundervollen Schriftstellers ist dies Buch dich insgesamt eine wundervolle Gelegenheit, sich einmal wieder Murakamis erzählerischem Sog zu überlassen (ohne wieder und wieder die alten Sachen zu lesen) - aber an die Höhepunkte "Mr. Aufziehvogel", "Kafka am Strand" oder "1Q84" reicht dies dann doch gar nicht heran. Soweit mein Eindruck direkt nach der Lektüre.

Aber dann, mit etwas Abstand, tat sich noch etwas. Ich wurd das Buch nicht los. Es blieben feine Fäden in des Lesers Seele, die auch eine ganze Zeit nach Ende der Lektüre noch nachwirken... so eine Art zartes aber anhaltendes Nachbeben; und so bin ich in der Rückschau weit weniger zwiespältig als ich es während des Lesens und direkt danach war... und was mach ich jetzt? Ich les die alten Sachen alle nochmal...

...ist er das, der Murakami-Effekt?
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5.0 von 5 Sternen wortfindungen, 22. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki (Gebundene Ausgabe)
es werden mitunter die schwächen anderer autoren aufgezeigt indem sonst "unbeschreibliche gefühle" in worte gefasst werden und es schaffen, tatsächlich den leser zu ergreifen.
die handlung scheint permanent nur ein überwurf zum eigentlichen thema zu sein und kann sich dem leser nur als träger für die eigentliche aussage zu eignen.
ein buch das sehr sehr fesselnd ist durch seine beklemmung und die realistische beschreibung negativer gefühle.
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Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki
Die Pilgerjahre des farblosen Herrn Tazaki von Haruki Murakami (Gebundene Ausgabe - 10. Januar 2014)
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