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TOP 1000 REZENSENTam 24. Oktober 2013
Vor wenigen Minuten habe ich die letzte Seite dieses Buches gelesen und obwohl ich bei Büchern dieser Art sonst immer hemmungslos heule, ist mir das hier nicht passiert. Was aber keineswegs heißen soll, daß der Text mich nicht berührt oder angerührt hätte. Nein, im Gegenteil, diese Geschichte hat mich so betroffen gemacht, daß heulen hier die falsche Reaktion gewesen wäre. Marnie und Nelly und Lennie leben ein solch trauriges und bedrückendes Leben, daß man sich über jeden kleinen Fortschritt und jede kleine positive Errungenschaft mit ihnen freut. Dabei hat es mir unheimlich gut gefallen, die Geschehnisse immer aus Sicht jeder der drei Personen geschildert zu bekommen. Ich fand diese Art des Erzählens wirklich sehr reizvoll und gekonnt umgesetzt. Auch die teilweise sehr kurzen Kapitel haben mir das Lesen dieser eigentlich tieftraurigen und dennoch an so vielen Stellen witzigen Geschichte erleichtert.
Ich habe mich in dieser Geschichte, die sich dazu eigentlich gar nicht eignet wohl gefühlt. Ich habe jede Seite mit Nellys verschrobener altertümlicher Ausdrucksweise geliebt, Marnies Flucherei hat mich begeistert und Lennies Schuldgefühle haben mich betroffen gemacht.
Dieses Buch ist sicherlich keine Lektüre, die man mal eben so am Strand wegliest und über die man nicht mehr nachdenkt, dazu ist der Text und die Charaktere denkbar schlecht geeignet, alles ist zu plastisch geschildert, als das man einfach so zum Tagesgeschehen zurückkehren könnte.
Gerade deshalb finde ich aber, daß dies ein unheimlich gutes Buch war. Sprachlich, inhaltlich und emotional.
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am 23. Januar 2014
Glasgow. Winter. Eugene Doyle liegt tot in seinem Bett. Izzy Macdonald hat sich im Schuppen erhängt. Beide hinterlassen ihre zwei Töchter, Marnie fünfzehn und Nelly zwölf. Was sollen sie tun? Für die zwei Mädchen steht fest, sie wollen nicht zur Jugendfürsorge und getrennt werden, wollen sie auch nicht. Denn wer hat Gene umgebracht? Also beschließen sie, ihre toten Eltern im Garten zu vergraben. Natürlich ist das nicht so einfach, bei gefroren Boden und einen Nachbars Hund, der die Leichen immer ausbuddeln will. Außerdem wird das Geld knapper und Marnie verliert auch noch ihren Job als Gelegenheitsdealerin. Da kommt es ganz passend das Lennie ihr Nachbar, mit prekärem Ruf, sich ihrer annimmt. Natürlich riecht er das bei den Beiden, was nicht stimmt, ist aber einfach nur glücklich den beiden eine Art zu Hause geben zu können. Aber die Fragen nach dem Verschwinden der Eltern wird immer lauter und das Lügengerüst fängt immer mehr an, zu bröckeln. Wird alles auffliegen? Und was wird ans Tageslicht kommen?
Dieser Roman hat mich von der ersten bis zur letzten Seite gefangen genommen. Das Schicksal der beiden Schwestern ist so erschreckend, hilflos und traurig. Eigentlich wünscht sich doch jeder ein warmes Heim, wo man geliebt wird, aber diese Zwei müssen viel mitmachen. Ihre Eltern sind drogen- und alkoholsüchtig, leben in den Tag hinein und interessieren sich nicht für ihre Kinder. Erst nach und nach erfahren wir, was die beiden noch durch Machen mussten.
Erzählt wird die Geschichte aus drei Sichten. Die Erste ist Marnie, die älteste Schwester, sie berichtet trocken, mit viel Sarkasmus und schon ein bisschen vulgär von den Tatsachen des Alltags. Dabei ist sie ein sehr kluges Mädchen, die mit dem Schulstoff keine Probleme hat. Aber ihr Umfeld und ihr Teilzeitjob als Dealerin tun ihr übriges dazu bei. Außerdem musste sie schnell erwachsen werden, um sich und ihre Schwester zu kümmern. Sie spielt oft die ganz Große und cool, ist unbeugsam und sturköpfig und lässt ungern jemanden an sich heran. Aber wehe, wenn jemand die Schutzsicht durchbricht, der wird ein verletztes Mädchen vorfinden. Dann haben wir Nelly, die kleine Schwester, die allein schon durch ihre Ausdrucksweise auffällt. Sie flüchtet sich oft in einer Welt, die aus Geigenspielen und Happy End Filmen besteht. Durch das Auftreten von Nelly hat man oft das Gefühl ein altkluges Kind vor sich zu haben, die immer alles besser wissen muss, aber damit nicht immer richtig liegt. Sie versprüht im ganzen Roman diese Unschuld aus früheren Zeiten. Zum Schluss kommt noch Lennie, der Nachbar, der mit Schikanen und einen verstecken Leben als Homosexueller leben musste. Auch sein Leben berührt einen sehr und ist doch auch sehr überrascht, wie viel er diesen Mädchen zu geben hat. Durch ihn bekommen die Zwei eine Art zu Hause und merken schnell, dass es ein Heim mit Liebe geben kann.
Diese drei total verschiedenen Menschen passen auf den ersten Blick nicht zusammen, aber ihre Suche nach Schutz, Liebe und Geborgenheit, führt sie zueinander. Man liest wie sie füreinander einstehen, und wie sie sich helfen. Das macht das Schreckliche an dem Erlebten nicht weg, aber es versöhnt.
So erleben wir Schockierendes in einem sozial kritischen Umfeld, was einem sprachlos macht und nur durch den schwarzen Humor der Autorin ertragbar gemacht wird. Aber sie lässt auch noch ein bisschen Hoffnung zurück, das es Menschen gibt die Helfen. Ein Roman über die traurige Seite der Menschlichkeit und den Suchen nach Liebe und Geborgenheit.
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am 29. März 2014
Zum Inhalt:
Heiligabend in Glasgow: Die 15-jährige Marnie hat Geburtstag und gemeinsam mit ihrer drei Jahre jüngeren Schwester Nelly begräbt sie ihren toten Vater im Garten, die tote Mutter im Kohlekasten im Schuppen. Aus Angst vor den Konsequenzen verheimlichen die beiden Mädchen den Tod der Eltern und behaupten diese seien verreist. Zunächst schlagen sich die Schwestern ganz gut - waren sie doch ohnehin oft genug auf sich allein gestellt - doch nach und nach bröckelt die Fassade und als dann auch noch der Hund des alten und vermeintlich perversen Nachbarn Lennie interessiert im Garten gräbt und Lennie beginnt Fragen zu stellen, spitzt sich die Lage zu ...

Gestaltung, Stil, Leseeindruck (Broschiert, ISBN: 978-3832197285):
Das Cover ist ein wahrer Hingucker: Ein Scherenschnittmotiv, das Details des Buchinhalts widerspiegelt, darin der Titel "Bienensterben", der für sich genommen schon neugierig macht. Die gelackte Schrift, plakativ und schlicht zugleich, ist sehr ansprechend. Der DuMont Buchverlag hat eine Klappenbroschur mit einer tollen Haptik gewählt. Alles in allem gefallen mir das Format und die Gestaltung ausgenommen gut. Wer kein Coverkäufer ist, dürfte jedoch spätestens nach der Lektüre des Klappentextes und des Prologs neugierig geworden sein. Schon lange nicht mehr habe ich einen solch originellen und schockierenden Prolog gelesen. Für mich war nach diesen sieben Zeilen bereits klar, dass mich das Buch begeistern wird - auf die eine oder andere Art.

"Bienensterben" ist ein außergewöhnlicher und sehr packender Roman, der beim Lesen die verschiedensten Gefühle hervorruft. Lisa O'Donnell schafft drei wechselnde Erzählperspektiven (Marnie-Nelly-Lennie), durch die der Leser jeweils Ein- und Rückblick in die Geschehnisse und Gefühle der drei Charaktere erhält. Jede Perspektive ist speziell und hebt die Eigenarten und Besonderheiten der jeweiligen Person hervor. Durch dieses Stilmittel schafft die Autorin eine intensive Nähe zu den Handlungsträgern und erlaubt eine differenzierte und detaillierte Sichtweise auf die Ereignisse. Die Spannung bleibt so konstant erhalten und wird im Handlungsverlauf stetig gesteigert. Wir begleiten Marnie und Nelly ein Jahr lang (Winter-Frühjahr-Sommer-Herbst-Winter), erleben mit ihnen und durch sie ein Wechselbad der Gefühle aus Angst, Wut, Verzweiflung, Hass aber auch Liebe, Dankbarkeit und Zusammenhalt. Es ist eine ungewöhnliche Familiengeschichte, die O'Donnell mit sehr viel Feingefühl, Humor und schonungsloser Offenheit erzählt.

Die Charaktere sind scharf und detailliert gezeichnet: Marnie mit ihrer schroffen Abgeklärtheit; Nelly, das zartbesaitete, violinspielende, anmutige Mädchen und nicht zuletzt Lennie, der Einsiedler, der so viel Liebe und Feingefühl in sich trägt. Drei Menschen, die auf den ersten Blick unterschiedlicher nicht sein können und doch eines gemeinsam haben - den Wunsch nach Geborgenheit, Stetigkeit und Familie.

Zitat, Seite 142 (Marnie):
"Ich weiß, dass ich dankbar sein sollte für Leute wie Lennie, es ist der Wahnsinn, was er alles für uns macht und wie er sich um uns kümmert, aber es macht mir Angst. Keinen Schimmer, warum. Ist einfach so."

Auf den Inhalt und die Personen möchte ich an dieser Stelle nicht weiter eingehen, denn dieses Buch sollte jeder für sich selbst entdecken.

Die Sprache ist direkt, zuweilen schnodderig und das Beschriebene geht sehr nah. Wer sich nicht sicher ist, ob diese Erzählart einen mitnehmen kann, der sollte das Buch anlesen und dann entscheiden. Ich für meinen Teil hatte bereits beim Prolog eine Gänsehaut und war gefesselt vom Stil der Autorin. Es fiel mir sehr schwer das Buch aus der Hand zu legen (was nicht zuletzt den kurzen Kapiteln geschuldet ist) und hätte es meine Lesezeit zugelassen, so hätte ich es in einem Zug lesen können und wollen.

Fazit:
Eine ungewöhnliche und fesselnde Geschichte zweier Schwestern, die im Leben nichts geschenkt bekommen haben und sich und ihre Träume dennoch nie aufgegeben haben - eine Geschichte von Freundschaft und Zusammenhalt, die uns auf das Gute im Menschen und in der Welt hoffen lässt. Absolut lesenswert!
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am 30. November 2013
INHALT
Es ist Marnie's fünfzehnter Geburtstag, als sie und ihre kleine Schwester Nelly ihren Vater im Garten begraben und ihre tote Mutter im Schuppen verstecken. Eltern, die nie wirklich da waren, um sich um ihre Kinder zu kümmern, und doch müssen die beiden Mädchen schnell feststellen, dass es etwas gänzlich anderes ist, wenn ihre Eltern niemals wiederkommen. Wenn sie tot sind. Wenn niemand etwas davon wissen darf, denn ins Heim wollen sie beide nicht.
Ein Jahr gilt es zu überbrücken, dann wird Marnie sechzehn und darf sich allein um sich selbst und ihre Schwester kümmern. Ein Jahr verbergen, dass die eigenen Eltern tot sind.
Das Geld geht rasch zur Neige und Marnie kann mit ihrem Gelegenheitsjob als Dealerin nicht genügend verdienen. Da kommt es den beiden Mädchen ganz recht, dass sich ihr Nachbar Lennie, der in der ganzen Stadt als Perverser verschrien ist, plötzlich für sie interessiert.
Lennie merkt schnell, dass bei Marnie und Nelly etwas nicht stimmt und beginnt, sich um die Schwestern zu kümmern; ihnen ein Zuhause zu geben. Mit der bisher nie gekannten Geborgenheit und Zuwendung zeigen sich erste Risse im Lügengerüst der beiden und als die Leute beginnen, Fragen zu stellen, kommen erschütternde Tatsachen aus dem Familienleben der beiden ans Licht.

MEINE MEINUNG
Die Geschichte beginnt erschütternd und präzise formuliert, ohne auf den möglicherweise empfindlichen Magen eines Lesers Rücksicht zu nehmen: Nelly's und Marnie's Vater Gene ist seit ein paar Tagen tot, sein Körper hat bereits begonnen zu verwesen. Flüssigkeiten treten aus seinem Körper aus und die Haut hält nicht mehr dicht, als Marnie und Nelly ihn, eingewickelt in ein Laken, die Treppe hinunter und aus dem Haus schleppen, um ihn ihm winterlichen, gefrorenen Garten zu begraben. Ähnlich ergeht es ihrer Mutter. Izzy hatte sich im Schuppen im Garten erhängt und war in einem kaum weniger erbärmlichen Zustand als Gene.
Ausgehend davon entwickelt sich eine Geschichte, die im ersten Moment wie die Geschichte zweier Teenager erscheint, deren Eltern es einfach nicht aus dem Sumpf von Alkohol und Drogen schaffen, und die daher allein zurecht kommen müssen. Doch der Schein trügt.
Abwechselnd erzählt die Autorin aus der Perspektive von Marnie, Nelly und Lennie und bietet somit unterschiedliche Blickwinkel und die Möglichkeit, die drei Protagonisten persönlich kennenzulernen. Schnell wird deutlich, dass insbesondere die Schwestern gleiche Begebenheiten unterschiedlich einschätzen. Einerseits ist da Nelly mit ihren teils kindlich-naiven Ansichten, die sich weigert, erwachsen zu werden und sich über alles den Kopf zerbricht - auch über das diesjährige "Bienensterben", nachdem sie einen Bericht darüber gesehen hat. Ein Talent auf der Violine, mit einer etwas veraltet wirkenden, aber dennoch gebildet klingenden Sprache. Das vollständige Gegenteil von ihr ist Marnie, die trinkt, raucht und ihre Unschuld schon vor längerer Zeit verloren hat. Sie ist wahrlich eine "Rotzgöre", schafft es aber dennoch ohne Mühe, super in der Schule zu sein.
Nach dem erschreckenden Beginn verläuft die Geschichte eher in ruhigeren Bahnen, ehe es erst wieder gegen Ende wirklich spannend wird. Man fiebert mit den Mädchen - erlebt, wie die Beziehung zwischen ihnen und Lennie wächst, wie die Lügen immer schwerer auf den Mädchen lasten, wie sie zunehmend verzweifelt versuchen, den Schein zu wahren... Und doch wirkte die Geschichte fern. Ich als Leser blieb ein Zuschauer und konnte nicht in die Geschichte eintauchen, was mir an manchen Stellen allerdings auch ganz lieb war.
Lisa O'Donnell formuliert klar und deutlich, ohne verschönernde und verschleiernde Beigaben. Man muss kaum "zwischen den Zeilen lesen", denn die Aussagen sind präzise. Es sind die ungeschönten Gedanken zweier Mädchen und eines alten Mannes, die mit ihrem Leben zurechtkommen müssen. Die eine an der schwierigen Grenze zum erwachsen, zum Frau werden. Die andere auf der unbewussten Suche nach Zuwendung und einer klaren Richtung und der letzte mit der Last der Vergangenheit auf seinen Schultern. Die Autorin beweist ein großes Einfühlungsvermögen, als sie von den Problemen der einzelnen Charaktere schreibt, von ihrem Leben und ihren Beziehungen.
Auch wenn ich ein Zuschauer blieb, erschien die Geschichte real, als könnte sie genau so gerade in irgendeiner verwaisten Kleinstadt stattfinden. So absurd die Geschichte manchmal erscheinen mag, am Ende musste ich mir eingestehen, dass es so etwas in der heutigen Gesellschaft wirklich geben kann. Erschreckend...
Gestalterisch war ich zunächst etwas irritiert von dem Cover. Schwarz-weiß, mit zwei Gesichtern im Profil und so manchen Kleinigkeiten. Nach dem Lesen ergibt jedoch so einiges einen Sinn. Nelly und Marnie, umgeben von dem, was sie ihr Leben nennen - nennen müssen. Einerseits Nelly's Violine, Lennie und ein Zuhause, das so wirklich gar keines ist. Andererseits Drogen, Zigaretten und Gewalt.
Ein Zwiespalt, in dem die Schwestern von einem auf den anderen Tag allein gelassen werden...

FAZIT
"Bienensterben" wirkt, als hätte man es aus drei Tagebüchern zusammengesetzt. Schonungslose Wahrheiten, die nicht immer auch für zart Besaitete geeignet sind. Es ist eine Geschichte, die man zunächst gern als reine Fiktion abtun möchte, aber bei der man dann doch irgendwann einsehen muss, dass es tatsächlich real sein kann.
Wirklich als spannend bezeichnen möchte ich es nicht, aber es war interessant, den Weg der Schwestern ein Stück zu begleiten.
Für die Geschichte und das schreibtechnische Talent der Autorin, Präzision und Einfühlungsvermögen zu verknüpfen, gebe ich gern vier Sterne, doch ein letztes Fünkchen fehlte, damit mich das Buch richtig hätte packen können.
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am 17. Juli 2015
Dieser Roman ist etwas ganz Besonderes: er befasst sich mit emotional aufgeladenen Themen wie Vernachlässigung, Drogenmissbrauch und düsterer, beklemmender Ausweglosigkeit zweier junger Mädchen in ihrem eigenen häuslichen Umfeld. Die beiden Teenager Marnie und Nelly, leben in einer Familie, die im wahrsten Sinne des Wortes total zerrüttet ist. Die Eltern sind drogen-und alkoholabhängig und kümmern sich einen Dreck um ihre Kinder. Die Schwestern obwohl grundverschieden, bemühen sich um den Zusammenhalt ihrer kleinen Welt. Doch eines Tages hat sich die Mutter erhängt und der Körper des Vaters verwest im Schlafzimmer. Marnie und Nelly schaufeln im Garten ein Grab und teilen fortan ein Geheimnis, welches keiner erfahren darf …
Vor allem die Intensität der Erzählung, die Sicht aus ganz verschiedenen Erzählperspektiven und das schockierende Szenario an sich fesseln den Leser. Definitiv keine leichte, unbeschwerte Sommerlektüre dafür aber ein hervorragendes Werk über die Menschlichkeit und deren Mangel. Während einerseits die Willkür, die Ausweglosigkeit und Dummheit regiert baut sich andererseits ein regelrechtes Netzwerk aus Hoffnung, Zusammenhalt und Verantwortungsbewusstsein auf. Und das alles im untersten sozialen Milieu, einer Gesellschaftsschicht, der man um keinen Preis angehören möchte, erst recht nicht nach Lesen des Buches. Ich vergebe 4,5 Sterne und eine Leseempfehlung, für alle die ein sozialkritisches, inhaltlich tiefsinniges Buch lesen möchten, über welches man auch im Nachgang noch sinniert. Lediglich die derbe, schonungslose Sprachgewalt und wenige Identifizierungsmöglichkeiten mit den Protagonisten (die mir allesamt etwas fremd geblieben sind) führen zum Punktabzug. Ansonsten ein eindrucksvolles Romandebüt.
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am 3. Juni 2015
Die fünfzehnjährige Marnie und ihre kleine Schwester Nelly haben gerade ihre toten Eltern im Garten vergraben. Niemand sonst weiß, dass sie da liegen. Und die Schwestern werden es niemandem sagen. Irgendwie müssen sie jetzt alleine über die Runden kommen, doch allzu viel Geld verdient Marnie als Gelegenheits-Dealerin nicht. So ist es ihnen ganz recht, als ihr alter Nachbar Lennie, den alle fälschlicherweise für einen Perversling halten, sich plötzlich für sie interessiert. Lennie merkt bald, dass die Mädchen Hilfe brauchen. Er nimmt sich ihrer an und gibt ihnen so etwas wie ein Zuhause. Als jedoch die Leute beginnen, Fragen zu stellen, zeigen sich erste Risse in Marnies und Nellys Lügengebäude, und es kommen erschütternde Details zum Vorschein, was ihre Lage nur noch komplizierter macht.

Der Anfang des Buches ist ziemlich abstrus, aber er nimmt trotzdem sofort gefangen. Schließlich wird man nicht alle Tage Zeuge, wenn zwei Mädchen ihre Eltern im Garten verscharren. Es ist nicht die beste Gesellschaftsschicht, in der die beiden aufwachsen, sonst wäre das so nicht passiert. Die Eltern handeln mit Drogen und gehen keinem Beruf nach, die Kinder sind sich weitestgehend selbst überlassen. Marnie ist ein widerspenstiger Teenager, der keine Grenzen kennt, aber dennoch eine sehr begabte Schülerin. Ihre zwei Jahre jüngere Schwester Nelly ist ein seltsames Mädchen, überkorrekt, eloquent und weltfremd, anderen Menschen gegenüber misstrauisch und doch auf der Suche nach familiärer Geborgenheit. Marnie fühlt sich für sie verantwortlich und will alles versuchen, das Verschwinden der Eltern bis zu ihrem 16. Geburtstag zu vertuschen. Dann kann sie offiziell die Fürsorge über ihre Schwester übernehmen. Doch sie hat nicht geahnt, dass der Alltag mitunter nicht einfach zu bewältigen ist und bestimmte Personen zunehmend stutzig werden.

Es gibt nur wenige Personen, die eine wichtige Rolle spielen, doch wie in einem shakespearschen Drama sorgen sie für einige Verwicklungen. Keiner von ihnen hat einen gesellschaftlich akzeptierten Hintergrund, alle scheinen von vornherein abgeurteilt und in bestimmte Schubladen gesteckt zu sein. Doch bis auf eine oder zwei Ausnahmen sind sie alle Opfer der Umstände und machen eigentlich nur mit ihren persönlichen Mitteln das Beste aus ihrer jeweiligen Misere. Im Grunde suchen sie alle nur nach Beständigkeit und Sicherheit. Es ist nicht schwer, für jeden einzelnen von ihnen Verständnis und Sympathie zu entwickeln.

Trotz der bestürzenden Handlung entbehrt die Geschichte nicht einer leisen Komik. Nach dem ereignisreichen Anfang spielt sich alles vorübergehend auf einem relativ ruhigen Niveau ein, doch mit dem unerwarteten Auftauchen eines Familienmitglieds schlagen die Ereignisse eine unerwünschte Richtung ein und wirbeln einem Sog gleich immer schneller einem nervenaufreibenden Höhepunkt entgegen. Entsprechend schwer ist es, mit dem Lesen aufzuhören.

Lisa O'Donnell lässt die Mädchen und später auch Lennie in kurzen Kapiteln selbst zu Wort kommen. Jeder spricht seine eigene Sprache, was die Personen noch authentischer erscheinen lässt und bestimmte Aktionen von verschiedenen Seiten beschreibt, wodurch erkenntlich wird, wie unterschiedlich manches wahrgenommen wird oder beabsichtigt ist. Die Kürze der Abschnitte sorgt für Tempo, und das mehr oder weniger durchgehend.

Bienensterben ist der erste Roman der Autorin. Sie erhielt dafür 2013 den Commonwealth Writers' Prize. Ich wünsche mir mehr solche Bücher von ihr.
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am 24. November 2013
Nach dem Lesen dieses Buches bin ich bewegt und schockiert. Die schreckliche Vorstellung das es Kinder gibt, die wirklich so aufwachsen müssen, macht einen wütend und traurig zugleich.

Marnie und Nelly wachsen bei Eltern auf, die ihre Töchter sehr stark vernachlässigen. Ihnen ist das eigene Wohl, bei dem Alkohol und Drogen eine wichtige Rolle spielen, sehr viel wichtiger als zum Beispiel die Ernährung der Kinder.
Als sie ihre Eltern tot auffinden, beschließt Marnie die Leichen im Garten zu verstecken. Sie möchte verhindern das sie und ihre Schwester in ein Heim kommen. Und solange wie niemand die Leichen findet, haben sie immerhin noch die Sozialleistungen die ihre arbeitslosen Eltern bezogen haben.
Irgendwann fällt Lennie, dem angeblich perversen Nachbarn, die plötzliche Ruhe im Nachbarhaus auf. Er nimmt sich der Mädchen an. Solange ihre Eltern im "Urlaub" sind, bekocht er sie und tastet sich auch langsam in das Gefühlsleben der Mädchen vor.
Marnie ist ein besonders kluges Mädchen, das sich allerdings mit ihrem Gelegenheitsjob als Drogen-Dealerin in den absolut falschen Kreisen bewegt. Aber was soll sie tun? Sie hat durch ihre Eltern nur dieses harte Leben, in dem Gefühle keine Rolle spielen, kennengelernt und lebt es nun so weiter. Vielleicht gibt es ihr auch ein Gefühl von Sicherheit, weil sie es nicht anders gewohnt ist.
Nelly hingegen flieht sich in eine Welt, die sie in Filmen mit Bettie Davis gesehen hat. Vielleicht wandelt sich ihre Welt zum Guten, wenn sie durch Sprache und gutes Benehmen den Grundstein zu einem besseren Leben legt.

In den einzelnen Kapiteln wird jeweils aus der Sicht von Marnie, Nelly oder Lennie geschrieben, welches den Charaktere noch mehr Tiefe verleiht. So habe ich als Leserin noch intensiver mit jedem einzelnen miterleben können was ihn bewegt. Wie die drei zueinander finden, obwohl Marnie echte Schwierigkeiten hat zu jemandem Vertrauen aufzubauen. Doch sie merkt, das Lennie es wirklich gut mit ihnen meint und was diesen Mann dazu gebracht hat ein sehr zurückgezogenes Leben zu führen.

Die Sprache der Charaktere ist so authentisch das man wirklich alles genau vor Augen hat. Und durch die kürzeren Kapitel und die Intensität wurde ich dazu verleitet "noch eben schnell ein Kapitel" zu lesen.

Mein Fazit:

Ich war gefesselt von diesem Roman und habe den ganzen Nachmittag damit verbracht dieses Buch zu lesen. Am Ende des Buches fand ich es schade das es schon zu ende war und hoffe von Herzen, auch wenn es fiktive Personen sind, das sich für sie alles zum Guten wendet.
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TOP 1000 REZENSENTam 24. Juni 2014
Inhalt:
Glasgow, Heiligabend. Die 15-jährige Marnie und ihre 12-jährige Schwester Nelly begraben im Garten ihre Eltern, als sie den Leichengestank im Haus nicht mehr aushalten. Den Tod der beiden wollen sie geheim halten, damit sie nicht ins Heim gesteckt oder gar getrennt werden. Mehr schlecht als recht hangeln sie sich durch den Alltag, bis sich der als Perverser verschriene Nachbar Lennie um die beiden kümmert und ihnen eine Art Zuhause gibt. Wenn nur sein Hund nicht immer in den Blumenbeeten wühlen würde …

Meine Meinung:
Die Geschichte wird aus drei Perspektiven erzählt: Marnie, Nelly und Lennie, die abwechselnd in der Ich-Form berichten. Die einzelnen Kapitel sind sehr kurz, teilweise überschneiden sie sich, sodass eine Szene aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wird und die zum Teil unterschiedliche Wahrnehmung der drei Protagonisten deutlich wird. Im Verlauf des Buches kommen dabei immer mehr schockierende Ereignisse zur Sprache.

Ich mochte alle drei Hauptcharaktere auf ihre Art. Man lernt sie als Leser recht gut kennen und wünscht sich, dass das Ganze mit einem Happyend enden wird. Nach allem, was sie schon mitmachen mussten, hätte ich ihnen das von Herzen gegönnt. Denn auch wenn Marnie Drogen vertickt, um zu überleben, hat sie doch das Herz am rechten Fleck, wenn es um ihre kleine Schwester und Lennie geht. Ebenso sorgt sich Nelly um Marnie und Lennie, und Lennie sorgt sich um die beiden Mädchen.

Das Buch hat mich nicht so sehr erschüttert, wie es dem Inhalt nach hätte sein müssen. Doch die Erzählweise ist relativ emotionsarm, sodass man eine gewisse Distanz wahren kann. Es ist aber sehr kurzweilig zu lesen, schon allein aufgrund des schwarzen Humors, der immer wieder durchbricht, und der verschiedenen Sprechweisen der erzählenden Personen. Während Nelly sich sehr gewählt ausdrückt, ist Marnies Sprache gossengerecht. Beides wirkt jedoch absolut authentisch.

So bangt man mit den dreien, ob sie sich bis zu Marnies 16. Geburtstag durchhangeln können, denn in Schottland ist man mit 16 volljährig. Dann könnte Marnie sich ganz offiziell um ihre kleine Schwester kümmern. Doch stellen sich ihnen immer wieder neue Hindernisse in den Weg, die das Erreichen dieses Ziels erschweren.
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am 9. März 2014
Marnie ist ein taffes Mädchen, das die familiäre Vergangenheit hart gemacht hat für das Leben. Sie selbst verkauft Drogen und nimmt auch einiges davon. Sie hasst ihren Vater und ihre Mutter.
Nelly hingegen ist ein Psycho. Sie spielt hervorragend Geige, spricht als käme sie aus einem gehobenen Stand und verdrängt die Wahrheit so gut es geht.
Lennie fühlt sich einsam. Seit sein Freund verstarb, hat er niemanden mehr, um den er sich kümmern kann. Als er die Mädchen sieht, will er sie nicht einfach ihrem Schicksal überlassen.
So treffen die Drei in ihrer Verzweiflung zusammen und es bildet sich ein Band aus Loyalität und Zuneigung.

Dieses Buch hat von Anfang an WOW gemacht. Abwechselnd erzählen uns Marnie, Nelly oder Lennie ihre Sicht der Geschichte und der Entwicklungen. Jeder von ihnen macht das auf seine ganz eigene Art und Weise und so spinnen sich für den Leser ganz automatisch die Zusammenhänge der Familienbande und Hintergründe zusammen. Jeder Charakter versprüht hierbei einen eigenen Charme und man liebt jeden gleich, egal wie eigenartig er doch ist. Man ist gefangen in diesem Buch, wünscht sich nichts sehnlicher als ein Happy End für alle.
Die Kapitel sind alle kurz und knapp. Es wird in einem ausgewogenen Verhältnis erzählt, dass heißt alle Figuren kommen gerecht zu Wort. Jeder darf seinen Senf zu einer Situation abgeben, seine Meinung kundtun und seinen Frust hinausschreien.
Bienensterben ist ein wundervoller Roman. Ich möchte weder Lennie, noch Marnie oder Nelly jetzt schon gehen lassen.
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am 8. Januar 2015
~Erster Satz~

Izzy hat mich Marnie genannt, nach ihrer Mutter.

~Meine Meinung~

Dieses Buch ist einfach der Hammer! Der Schreibstil dieser Autorin hat mich so sehr mitgerissen. Es gab viele Stellen, die eigentlich nicht zum Lachen waren, dennoch musste ich losprusten! Die Story wird abwechselnd von 3 Hauptcharakteren erzählt, die allesamt sehr sympathisch und auf ihre Art speziell sind! Die Geschichten von Marnie, Nelly und Lennie sind gleichzeitig traurig, schockierend und faszinierend. Dieses Buch ist definitiv auf die Liste meiner Lieblingsbücher gewandert. Manche mögen sich darüber beschweren, dass die Sprache stellenweise vulgär ist, aber anders hätte sie gar nicht sein dürfen! Ich möchte gar nicht weiter auf den Inhalt und die Themen dieses Buches eingehen. Der Klappentext ist auch sehr verschwiegen was das angeht und deshalb gilt es alles Weitere selbst heraus zu finden! An diesem Buch stimmt für mich einfach alles, deswegen empfehle ich es auf alle Fälle weiter!
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