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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bin tief berührt von dieser Geschichte, 10. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Das halbe Haus (Gebundene Ausgabe)
Wie Jakob Friedrich im Roman habe auch ich meine Kindheit in der DDR verbracht. Das ließ mich beim Lesen vieles noch einmal durchleben. Neben den klug geschilderten Alltagsdetails gewinnt der Roman aber vor allem durch die authentisch gezeichneten Figuren. Weil man sie so gut kennenlernt, Jakob, seinen Vater Frank, die Großmutter Polina und die wunderschöne Eva, kommen einem ihr Glück und ihr Unglück besonders nahe. Ein bewegendes Buch! Ich habe geheult beim Lesen und werde diese Familie so schnell nicht vergessen.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Frei ist ein kurzes und ein schweres Wort." oder: "Wie hat sich das Jahrhundert nur so schnell aufgebraucht?", 13. März 2014
Von 
MyandMar - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das halbe Haus (Gebundene Ausgabe)
"Seit dem Morgengrauen ist er wach, aber das Haus schläft noch. Es ist ein halbes Haus, in dem eine halbe Familie lebt. Die eine Hälfte ist da, die andere weg: gestorben, gefallen und vergessen." Das Haus steht an der Peripherie einer zwar nicht namentlich benannten, aber unschwer als Leipzig zu erkennenden Stadt. "Im Süden ist das Land aufgebrochen. Leere Dörfer stehen am Abgrund, in den Kratern tragen riesige Schaufelräder die Braunkohle ab. Nachts hört man ihr Ächzen und Kreischen. Es ist das Schlaflied des Jungen. (...) Die Vorstadt dämmert, während die eigentliche Stadt von damals träumt. Es ist eine stolze und alte Stadt mit hohen Kirchen und lichten Passagen und einem imposanten Bahnhof, da kann man besser ankommen als wegfahren. Die Stadt hat große Söhne und Töchter hervorgebracht und bedeutsame Menschen beherbergt, es wird ihm immer wieder gesagt..." Das halbe Haus wird im Laufe der Erzählung noch eine lange Geschichte zu erzählen haben. Weniger vielleicht über die große Stadt, die ihren zuweilen recht schmutzigen Atem weit über das Land bläst, sondern mehr über seine Bewohner. Der Text wiederum wird den Bauplan des Hauses mit seiner knorrigen Treppe, seinen vielen Winkeln, Nischen und Zufluchten bestimmen. Am Ende wird das Haus leer sein, aber Gunnar Cynybulk hat die leeren Zimmer erneut zum Sprechen gebracht, sie mit unterschiedlichsten Emotionen gefüllt und ihnen ihre versteckten, kaum wahrnehmbaren Töne entlockt. Der aufmerksame Leser wird zuweilen ein Ächzen verspüren, ein böses Kichern oder ein verwirrtes Lachen. Er wird das Haus schluchzen hören, aber auch freudig erregt sehen, liebevoll singend, ängstlich verstummt oder schockiert den Atem anhaltend. Und: Er wird überall in dessen Ecken das Wort Heimat flüstern hören.

Zur "halben Familie" gehören Jakob Friedrich, ein junger Bursche in der beginnenden Adoleszenz, sein Vater Frank und Großmutter Polina. Um diese drei Generationen dreht sich der Plot des Autors. Die letzten Vorwendejahre sind angebrochen. Die Wirtschaft der DDR befindet sich in rasanter Talfahrt, ebenso wie die mühsame Aufrechterhaltung sozialistischer Ideologien. Jacobs sportlicher Ehrgeiz allerdings schwingt sich in höhere Sphären. Als aufstrebender Leichtathlet steht er kurz vor der Aufnahme an die Kinder- und Jugendsportschule. Der Traum einer sportlichen Karriere rückt in greifbare Nähe. Doch die westaffinen Ambitionen seines Vaters korrelieren nicht mit dem Gesellschaftssystem. Frank will raus aus der halbseitigen Umgrenztheit: "Hier wie da sagen die Leute grüß Gott. Das hat die Grenze nicht zerschnitten. Das meiste hat sie zerschnitten. Es gibt deutsch-deutsche Bäume, Zweiländereichen. Es gibt Doppeldörfer, oder besser gesagt halbierte Dörfer. (...) Das ist das, was die Grenze den Leuten hier gebracht hat, die Halbierung." Er hält die Lügen seines Staates nicht mehr aus, "ein Turm zu Babel, ein Scheißhaufen, der mit Häkeldeckchen aus Worte zugedeckt" ist. Dabei ist ihm jedes Mittel recht. Sei es, die reisefreie Rentnerin Polina im Zuge der Familienzusammenführung schon mal in den "goldenenWesten" vorzuschicken oder aber mit lautstark artikulierten Worten und Aktionen das lauschende und denunzierende Ohr der allseits wachsamen Institution mit Namen Staatssicherheit auf Höchstalarmbereitschaft zu setzen. Ein derart gegen den Landesfrieden verstoßendes Individuum wurde zuweilen dann ganz schnell mundtot gemacht.
Zurück im halben Haus bleibt letztendlich nur noch ein unter "fürsorglicher" Beobachtung stehender Jugendlicher mit abgestürzten Träumen. Doch wie soll der Heranwachsende jetzt auf sich allein gestellt mit all den Lügen fertigwerden? Mit all den ganzen Ausrufezeichen, die in der Schule gefordert werden, sich zu Hause jedoch immer in riesengroße Fragezeichen wandelten? Und wie mit den heranwachsenden, neuen, aufregenden Gefühlen für das andere Geschlecht? Mitunter kann das Glücksstreben des einen "ein anderes Glücksstreben zunichtemachen. Ein Freiheitswunsch einen anderen."

Gunnar Cynybulk hat ein literarisch bemerkenswertes Buch geschrieben. Anhand seiner drei Protagonisten lässt er mit wechselnden Perspektiven, unterschiedlichen Erzählformen (Ich-, Du-, Er-Form) und -tönen sowie variierenden Zeitebenen ein ganzes "Familien"-Jahrhundert Revue passieren. Sein beobachtendes, emotionales Fabulieren, gepaart mit einem feinsinnigem, zum Teil parodistische Züge aufweisenden Humor, entwickelt eine ungeheuer leuchtende Farbigkeit und beinahe fühlbare Stofflichkeit, die im Kontrast zum ansonsten ziemlich grauen Umfeld steht. Ein Buch, durch dessen Seiten man atemlos fliegt, das treibt, pusht, aber auch nachdenklich-leise Töne anstimmt und zuweilen gar zu Tränen rührt. Ein unglaublich intensiver Roman, der vielfältigste Emotionen weckt. Zudem zeichnet Cynybulk grandiose Portraits seiner drei Hauptfiguren und des Landes, in dem sie leben. Nicht direkt, klar und linear, sondern verschlüsselt und meist zwischen den Zeilen, in einer wunderschönen, bildhaften und poetischen Sprache, wird nach und nach eine Familiengeschichte enthüllt, die nicht nur eine Leiche unter dem Lehmboden im Keller verscharrt hat.

Fazit: Gunnar Cynybulks "halbes Haus" offenbart sich als äußerst beachtenswertes literarisches Debüt, das zu gleichen Teilen die ganz persönliche Lebensgeschichte des Autors wie auch eine politische Auseinandersetzung mit der scheinheiligen Moral und dem lügendurchwachsenen System der damaligen DDR verarbeitet und dokumentiert. Ein Plot, in dem auf Doping im Kinder-Leistungssport, Verrat und Bespitzelung durch Stasi und Konsorten genauso geblickt wird wie hinter das Gefühl, welches mit dem Wort Heimat verbunden ist. Ein Roman, der gefangennimmt und fasziniert und dessen Worte auch den Ausklang bilden sollen: "Er ist wach, aber das Haus schläft noch. Es ist ein halbes Haus, in dem mal eine halbe Familie gelebt hat und für kurze Zeit eine fast ganze. Die Großmutter schlief im Wohnzimmer auf dem ausgezogenen Sofa, der Vater schlief im ersten Stock, im Bett in der Bücherwand, für eine Weile schlief er da zusammen mit seiner Frau. Deren Tochter hatte ein eigenes Zimmer, darin stand auch ein großer Kleiderschrank. Und dann gab es noch einen Kater, der schlief manchmal zu seinen Füßen. (...) Das Fotoalbum würde er im Handgepäck mitnehmen, ebenso wie einen Zungenschlag und ein paar Worte: gaupeln, Bimmel, groggy, Nieselpriem, mausen, Fisimatentchen, Forsützschen, Ganker, nischeln. (...) Irgendwann einmal, dachte er und denkt es wieder, sollte ich alles ganz genau auflisten. Die Dinge, die Worte und die Gefühle. (...) Im Heft dieses Mannes - besser wäre gleich ein ganzes Buch - würde alles wie neu stehen, wie zum ersten Mal erlebt. (...) Ein Satz wäre ihm eine Räuberleiter, auf einem Strich würde sein Gedanke verweilen, hinter einem Komma würde er mit einem Wasserfall in die Triefe rauschen oder mit einem Zug durch die Nacht. Auf diese Art würde er es ihnen zeigen, denen, die alles vorsagen oder nachsagen oder falsch sagen oder gar nicht sagen." Genau dieses Buch hat Gunnar Cynybulk geschrieben. Ein Autor, dessen Namen man sich unbedingt merken sollte!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Buch, das nur wirkt, wenn man sich wirklich darauf einlässt, 4. Januar 2015
Von 
CharO (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Das halbe Haus (Gebundene Ausgabe)
Dass das Schreiben ein Prozess der Reinigung und der Vergangenheitsbewältigung sein kann, haben wir schon anhand vieler Romane kennengelernt. In vielen Fällen reisen wir dafür gemeinsam mit einem Protagnoisten in die Vergangenheit der eigenen Familie oder erforschen diese zunächst. Dabei sorgt eine gewisse Nähe zwischen Autor und Protagonist häufig dafür, dass der Leser nicht zu sehr in eine kitschige Umgebung eines drittklassigen historischen Romans gelenkt wird. Die eigene Würde des Literaten bildet sozusagen eine innerliche Barriere.

Gleichzeitig kann aber der Bezug zum eigenen Leben auch zu einer Last werden. Man schweift ab und vergisst den Leser mitzunehmen. Dieser sucht daraufhin immer wieder nach einer Hand, die ihm gereicht wird und ihn durch den Gedankendschungel führt. Bleibt diese Hand aus, ist man schnell frustriert.

Zu Beginn des Buches hatte ich den Eindruck, dass Gunnar Cynybulk mir seine Hand nie reichen wird. Ich verzweifelte fast an den stakkatoartigen Sätzen, die den wunderbaren Erzählfluss plötzlich unterbrachen. Ich konnte den Gedanken nicht immer folgen und verlor daraufhin den Faden. Doch so schnell wollte ich nicht aufgeben. Daher habe ich mich noch einmal ganz neu auf das Buch eingelassen und mich von der Familie, deren Geschichte erzählt wird, aufsaugen lassen. So wurde ich zu einem stummen Begleiter, der nicht jeden Gedanken nachvollziehen, aber das Gefühl, welches mit diesem Gedanken verbunden wurde, nachempfinden konnte. Schon war ich von der Geschichte, die eigentlich hauptsächlich in den 80er Jahren spielt, gefangen. Im Mittelpunkt steht eine ostdeutsche Familie, die aus einer älteren Dame, ihrem Sohn und ihrem Enkel besteht. Ein kleines Haus, das sie gemeinsam bewohnen, bildet zunächst den Lebensmittelpunkt.

Der Autor erzählt seine Geschichte in vier großen Erzählsträngen, die fortlaufend miteinander verwoben sind. Zunächst geht es um Frank, der seine Ehefrau verloren hat und nun gemeinsam mit seinem Sohn und seiner Mutter im elterlichen Haus lebt. Frank hat einen angesehenen Job als Ingenieur, sehnt sich aber nach der Freiheit, die er im Westen vermutet. Er fühlt sich eingeengt und bevormundet. Nachdem seiner Mutter als Rentnerin die Ausreise genehmigt wird, steigert sich sein Drang die DDR zu verlassen enorm. Die im Westen befindliche Mutter erzählt ihre Geschichte ebenfalls. Hier liegt aber der Schwerpunkt zunehmend auf dem Erzählstrang, in dem sie sich mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzt. Explizit geht es um die Ereignisse, die mit dem Nationalsozialismus in Verbindung stehen. Dabei spielen Flucht, Vertreibung, Liebe und Tod eine große Rolle. Hier ergibt sich für den Leser ein Vorteil gegenüber Frank. Er hat anscheinend keine Kenntnisse über die Familiengeschichte. Sein pubertierender Sohn Jakob, der ein aufstrebender Sportler ist, hat allerdings schon einige Ungereimtheiten entdeckt. Seine eigene chaotische Geschichte lässt ihm jedoch keine Zeit für Nachforschungen. Jakob hat genug mit dem Wunsch des Vaters, einer neuen Stiefmutter, Schikanen in Schule und Sport sowie dem eigenen Erwachsenwerden zu tun.

Gunnar Cynybulk erschafft eine dichte Erzählung, die wundervolle Bezüge zu verschiedenen literarischen und musikalischen Werken herstellt, philosophisch angehaucht ist und immer wieder klar macht, dass es keinen geraden Weg gibt. Kein Leben ist vollkommen und niemand ist fehlerfrei. Man trifft Entscheidungen aus Liebe oder aus einer Überzeugung heraus. Dabei vergisst man hin und wieder die Menschen um sich herum, weil man auch mal selbstsüchtig handeln muss. Manchmal stehen die Prinzipien über allen Dingen und manchmal vergisst man alle Vorhaben, weil man pures Glück empfinden will. Häufig sorgt aber auch der Verlauf der Geschichte dafür, dass alles ganz anders kommt. Wenn man sich auf die Sprache des Autors einlässt und den Figuren ihre Abschweifungen nicht übel nimmt, sondern diese mit ihnen geht, wird man nach dem Lesen des Buches trotz aller Tragik glücklich sein. Man wird sich freuen, dass man mit dem Autor zurückgehen und die Vergangenheit betrachten konnte. Und man wird sich selbst fragen, was man nicht alles für die Freiheit, ein bisschen Liebe und eine Portion Glück machen würde.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Nah dran..., 3. September 2014
Von 
Janie (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das halbe Haus (Gebundene Ausgabe)
Wenn ich meiner Mutter dieses Buch nach meiner Lektüre weiterreichen werde, weiß ich schon, was sie mir sagen wird:
"Kind, was soll das denn? Ein Buch hat einen Anfang, ein Ende, einen Mittelteil und einen Schluss und dadurch zieht sich ein Spannungsbogen, am Ende sind alle tot oder haben sich lieb. Das hier ist kein Buch, das war Arbeit!"

So ganz im Unrecht ist sie damit nicht, denn Gunnar Cynybulks Text ist Arbeit, gute Arbeit, anstregende Arbeit und lohnenswerte Arbeit. Ich, die ich sonst 100 Seiten mal eben in einer knappen Stunde zum Frühstück verputze habe mit "Das halbe Haus" satte drei Wochen verbracht, nicht weil ich es so selten zur Hand genommen hätte, sondern weil es mir einfach sehr nahe ging, diese Geschichte dieser Familie mitzuerleben, obwohl einem bereits am Anfang klar wird, dass all das kein gutes, kein schönes Ende nehmen wird, will man doch mit dem Jungen erwachsen werden, drückt ihm die Daumen für seine Träume, leidet mit ihm in seiner Einsamkeit und seinem Unverständnis für so viele Dinge, die man selbst kaum begreifen, kaum nachvollziehen kann, wenn man in einer freien BRD groß geworden ist, wo es immer Bananen gab (man entschuldige das Klischee), man frei war in seinen Entscheidungen (naja, so frei es die Eltern zuließen) und wo es nie darum ging Dinge zu verstecken, zu schmuggeln oder zu berichten, oder wo dies eben einem kindlichen Drang heraus entstand und nicht aus einem Zwang.

Die Geschichte meiner Familie unterscheidet sich von der Geschichte komplett und dennoch ging mir der Text und das Drama dieser Liebe, Angst und Verletzlichkeit so nahe, daß ich es immer nur häppchenweise konsumieren konnte, immer in Angst, was auf der nächsten Seite das gerade so greifbare Glück doch noch zerstören könnte.
Hier und da drehte sich Cynybulk für mich einmal zu oft im Kreis und holt dann doch ein wenig zu weit aus, langweilig wurde es dadurch nicht, aber meine Aufmerksamkeit, die man bei diesem Buch eigentlich auf jeder Seite benötigt, weil es so viel auch zwischen den Zeilen zu entdecken gibt, wanderte dann doch schon mal auf ihren eigenen Pfaden, ob das Buch aber, wenn er sich dort kürzer gefaßt hätte, mich gleich beeindruckt hätte, kann ich nicht sicher sagen.

Doch ich will hier keinen falschen Eindruck erwecken, es geht hier nicht nur um Traurigkeit, Enge, Angst und Tristesse, dem Autor gelingt es genauso witzige Anekdoten wieder zu geben und den Leser zum Lachen zu bringen, sein Stil ist dabei ein sehr wandelbarer, schreibt er auf der einen Seite fast poetisch, wird die Sprache auf der nächsten fast derb und zotig, immer so wie es gerade zur Sezenerie paßt. Das fand ich durchaus beeindruckend. Sei es, daß er begeistert vom Sportwettkampf berichtet oder von der Suche einer "Braut" per Kontaktanzeige, immer ist der Leser sehr nah dabei und rückt an das Innerste der Figuren heran.

Um also zu meinem einleitenden Satz zurück zu kehren, nein das hier ist keine Geschichte mit Happy End und dem normalen Erzählverlauf, das hier ist etwas anderes. Ich würde das Buch also sicher niemandem als leichte Urlaubslektüre für den Strand empfehlen, wer aber etwas Nachhaltiges, Anspruchs- und Gefühlvolles sucht, wer einen gänzlich anderen Blickwinkel auf dieses andere Deutschland und seine Bewohner werfen will, der wird hier sicherlich gut unterhalten und gefordert werden.
Ich habe es genossen!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ... denn es zieht sich eben nicht, 3. April 2014
Von 
Christian Günther - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Das halbe Haus (Gebundene Ausgabe)
Das könnte sich aber hinziehen, dachte ich, eher unterbewusst als konkret, schon beim Lesen der ersten 20-30 Seiten des Debüt-Romans von Gunnar Cynybulk. Auch nach weiteren 50 Seiten schwebte dieser Gedanke immer wieder mal an mir vorbei; doch aus immer größer werdender Entfernung und auch in zunehmend länger werdenden Intervallen; irgendwo um Seite 100 war er dann endgültig weg, und blieb weg, der Gedanke, er kam nicht wieder. Bis zur letzten Seite 572 tauchte er nicht mehr auf, denn es zieht sich eben nicht! Was ich befürchtete entpuppte sich alsbald als Genuss und als eine beeindruckende Recherche- und/oder Erinnerungsleistung, gepaart mit einem nüchtern stilvollen literarischen Talent.

Was ich anfangs noch als sich zu lang über das Buch hinziehenden Füllstoff annahm, gerät zu einer ganz wesentlichen Facette des Buches und wird neben der eigentlich zu erzählenden Geschichte ganz bedeutsam für die Atmosphäre, die Cynybulk in seinem Roman erzeugt. Unablässig und detailliert bis in die kleinsten Nebensächlichkeiten des Alltags; seien es Gegenstände oder Orte, seien es Redensarten und Gebräuche oder Ereignisse und darauf beruhende Empfindungen; schildert er DDR-Alltag aus der Sicht von drei Generationen einer Familie. Doch er flechtet dies so gekonnt in den eigentlichen Erzählstrang ein, dass es an keiner Stelle wirkt wie ein gezielter historischer Vortrag über den Lebensalltag in dem 40 Jahre durchexerzierten Großexperiment >als Rechtsstaat und Demokratie getarnte Diktatur, Misswirtschaft und Drangsalierung verbrämt mit ideologischem Nonsens<. Durch "Das halbe Haus" sieht, hört und riecht man die DDR wieder, man erinnert Kleinigkeiten, die in dem Vierteljahrhundert seit ihrer Auflösung in Wohlgefallen längst in die Erinnerung abgesunken sind. All diese kleineren und größeren Unnötigkeiten, die völlig unbeholfene Rhetorik beinah aller Parteikader, die dummdreisten Versuche krachendes Unrecht als das bessere System zu verklären, all die Einheitsgegenstände (ob Schrankwand oder Tuschkasten, Bettwäsche, Geschirr, Kassettenrekorder, Moped oder Urlaubsreiseziel), all die Tricksereien der vielen Millionen geistig normal gebliebenen, um sich vor den Schergen dieser bei jeder Gelegenheit Friedenstauben in den Himmel aufsteigen lassenden Kohorte von Verbrechern zu schützen, all die amtlichen Albernheiten (Fahnenappelle, Parteisekretäre in jedem Betrieb, das Verbot Bürger (oder besser Insassen) der DDR nur als Deutsche zu bezeichnen und stattdessen auf die Bezeichnung als Bürger der DDR zu pochen, ABV, oder zum Luftschutzbunker erklärte Lagerräume etc.), all das ist plötzlich wieder da, all das lässt Cynybulk Revue passieren ohne es auch nur einmal überzubetonen. Konsequent durchziehen diese genau und nüchtern geschilderten Details sprachlich lesenswert schön das gesamte Buch, eingeflochten in die Geschichte der halben Familie in dem halben Haus.

Zum konkreten Inhalt des Romans verweise ich auf die lesenswerte Rezension der Kollegin HG vom 13.März 2014, das bedarf hier keiner Wiederholung. Noch besser: lesen Sie den Roman einfach selbst - es lohnt sich! Denn ganz unabhängig von der fesselnden Kraft dieser Geschichte, der durch Kriege, Diktaturen und auch ganz unpolitische Schicksale halbierten Familie, ist der literarische Stil des Autors eine Entdeckung. Seine unprätentiös klare Sprache, seine Fähigkeit jedem Protagonisten im Buch einen unverkennbar eigenen Duktus zu verleihen, der Aufbau und die Schichtung des Romans, machen "Das halbe Haus" zu einem wahrlich besonderen Buch in der Flut an neuen Romanen, die gerade zur Zeit rund um die Buchmesse den Markt überschwemmt.

Emotional eindringlich, doch niemals pathetisch; historisch faktisch, nicht wertend, erzählt Cynybulk eine Geschichte, die so oder so ähnlich viele Male insbesondere in den Jahren nach dem Mauerbau (pardon, der Errichtung des Antiimperialistischen Schutzwalls) 1961 in der DDR gelebt wurde. Eine Geschichte, die keiner Überstunden schiebenden Phantasie entsprungen ist. Eine Geschichte, die so oder so ähnlich wohl auch die des Autors ist.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das halbe Haus, 16. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Das halbe Haus (Gebundene Ausgabe)
Das halbe Haus->> Dieser Buchtitel kann verwirren <<, genau betrachtet, geht es hier um drei Generationen deutscher Geschichte. Es fängt schon damit an die Teilung Deutschlands. Ein halbiertes Land. Die DDR. Getrennte und geteilte Familienschicksale oder besser vermerkt, eine halbe Familie. Der verwitwete Frank Friedrich, möchte in den doch so glamourösen Westen umsiedeln. Es ist sein größter Wunsch. Seine Mutter Polina, darf als Rentnerin ausreisen. Frank hofft natürlich das er auch mit seinem Sohn Jakob ausreisen darf. Dann wäre die geteilte Familie wieder zusammen. Polina versucht ihrem Sohn zu helfen, ist nicht ganz einfach wieder von vorne anzufangen. Das wäre dann schon das zweite Mal , den in den Kriegsjahren musste sie sich auch durchsetzen. Aber es kommt anders, denn Frank hat Eva kennengelernt und hat sich unsterblich in sie verliebt. Eva hat eine andere Familiengeschichte, die an das DDR Regime verankert ist. Also nicht leicht für Frank. Es kommt wie es kommen muss, Frank flüchtet in die Illegalität, er flüchtet und wird wegen Republikflucht verhaftet. Sein Sohn Jakob ist allerdings der Leidtragende in diesem Familienroman, der im DuMont Buchverlag Köln erschienen ist. Die Geschichte der deutschen Geschichte, die ja nur halb ist, wird aber vom Autor Gunnar Cynybulk mit vielen eindrucksvollen Kapiteln erzählt. Er selbst wurde in 1970 geboren und wuchs in Leipzig auf. Das halbe Haus ist ein wirklicher guter Familienroman, der sich gut lesen lässt. Sehr zu empfehlen.
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5.0 von 5 Sternen Ein grandioser Familienroman - über drei Generationen und zwei deutsche Staaten, 16. November 2014
Von 
Buchdoktor - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Das halbe Haus (Gebundene Ausgabe)
Der Junge, der mit dem Autor des Romans Geburtsjahr und Wohnort gemeinsam hat, trainiert streng nach Plan für die Aufnahme auf die Sportschule. Als Leichtathlet will er in 7 Jahren Olympiasieger sein. Am Ende der Geschichte werden Jakobs Träume geplatzt sein; denn Sport ist eine politische Angelegenheit. Jakob gehört zu den Menschen, die außer ihrer Muttersprache zusätzlich eine Großmuttersprache haben und einen Wortschatz beherrschen, den andere nur in Büchern finden. Die Mutter des Jungen ist früh gestorben und er wächst in Leipzig bei seinem Vater und seiner Großmutter auf. Als Jakob in der Grundschule schreiben lernen soll, stolpert er darüber, dass er Wörter üben muss, die keinen Bezug zu seinem Leben haben. „Der Vater ist Arbeiter,“ müssen die Schüler schreiben. Jakobs Vater ist jedoch Chemieingenieur und seine Großmutter Polina arbeitet bei der Post. Auch Polina ist mit dem Lehrstoff nicht einverstanden und nimmt es selbst in die Hand, ihrem Enkel Wörter wie „Necessaire“ oder „Trottoir“ beizubringen. Später wird Jakob auch im Kinderlexikon Erklärungen finden, die sich nicht mit dem decken, was er zu Hause hört. Polinas Widerstand gegen die sprachliche Gleichmacherei des DDR-Regimes lässt sich nur aus ihrer Familiengeschichte erklären. Sie wuchs in Oloneschti (westlich Odessa) am Schwarzen Meer auf, als der Ort noch zum Zarenreich zählte, und heiratete einen Mann, dessen Familie Feze für den Export in die Türkei produziert hatte. In Polinas Jugend in Bessarabien hießen Männer Waldemar oder Herrmann und man sprach ein ausdrucksvolles, heute altmodisch klingendes Deutsch.

Jakobs Vater Frank empfindet die DDR wie eine falsche Haut. Der junge Staat hat sich Frank zum Feind gemacht, indem er ihn am Tag nach dem Tod seiner Frau tief mit der Auskunft kränkte, als Witwer mit Kind habe er keinen Anspruch auf eigenen Wohnraum und solle bei seiner Mutter wohnen bleiben. Die tiefsitzende Kränkung macht Frank zum Querulanten und führt zu einem dilettantisch vorbereiteten Fluchtversuch über die verminte Grenze - mit Jakob an der Hand. Polina wird mit dem Erreichen des Rentenalters die DDR verlassen, um aus der Bundesrepublik die „Familienzusammenführung“ mit Sohn und Enkel zu beantragen. Wie Polina selbst zu Franks Fluchtplänen steht, erschließt sich erst indirekt aus ihrer eigenen Geschichte. Der sozialistische Einheitsstaat hat es offensichtlich nicht geschafft, Menschen wie Polina zu integrieren, in deren Leben die Diktatoren und politischen Systeme kamen und gingen. Auch Frank und Jakob scheinen wenig über Polinas Leben zu wissen und darüber, warum sie drei Söhne von drei verschiedenen Männern bekam.

Polina mit ihren eigenwilligen Ansprüchen an den Wortschatz ihres Enkels hat mich sofort in diese Familiengeschichte in drei Generationen gezogen. Polina benutzt das friderizianische Vokabular des 18. Jahrhunderts. Ihr Staat jedoch fordert von seinen Untertanen, die er Bürger nennt, dass sie bruchlos zwischen der Muttersprache in den eigenen vier Wänden, der öffentlich akzeptierten Sprache und einer verschleiernden bürokratischen Kunstsprache wechseln können. Ähnlichkeiten sind nicht zu übersehen mit der kaum 30 Jahre vorher gescheiterten Diktatur der Nationalsozialisten, die bereits die deutsche Sprache verhunzte. Geschichten wie die mit den sorbischen Ostereiern müssen spätestens jetzt erzählt werden; denn schon bald werden sie sonst denen, die sie selbst erlebt haben, von der folgenden Generation nicht mehr geglaubt werden.
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„Frank klopft und denkt, dass jener Axel recht hat: Immerzu wartet man hierzulande – auf ein Auto, auf Apfelsinen, auf eine Wohnung, auf einen Menschen, dass der Sozialismus zum Kommunismus wird, dass das Leben beginnt oder einfach etwas passiert. Und so viele Parolen, immerzu soll man sich den Worten beugen.“ (Seite 320)
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Gunnar Cynybulk entlarvt mit seinem Roman listig-ironisch sprachliche Feinheiten und damit zugleich den Kontrast zwischen Schein und Sein im damaligen Ostdeutschland, das gern DDR genannt werden wollte. Cynybulk führt seine Leser, die die DDR selbst nicht mehr kennenlernten, in ein (sprachlich gesehen) fremdes Land, das seine Nachbarn im Westen als NSA bezeichnete - Nichtsozialistisches Ausland. Herausgekommen ist ein sprachlich brillianter Familienroman dreier deutscher Generationen. Auch meiner Großmutter mit dem friderizianischen Wortschatz - in sprachlichen Fragen ebenso renitent wie Polina - hätte er unbedingt gefallen.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen halbes Haus, halbes Land, halbe Familie - komplexes Thema, 13. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Das halbe Haus (Gebundene Ausgabe)
„Das halbe Haus“ habe ich mit Spannung erwartet, seit die ich die erste Ankündigung las. Ich wurde in Bezug auf meine persönlichen Erwartungen an das Buch nicht enttäuscht. Darüber hinaus zeichnet der Autor ein so komplexes, abwechslungsreich komponiertes und großteils schön fabuliertes Bild einer deutschen Familie, das mich von Anfang bis Ende gefangen nahm.
Wie so oft am Ende einer großen Geschichte fragt man sich, wie die Geschichte weiter geht. Dass aus dem Jungen im anderen halben Land (und später im gekitteten ganzen) etwas geworden ist, beweisen das vorliegende Buch und seine heutige Position im Literaturbetrieb. Aber was wurde aus Frank, Polina, Leo oder der IM Seele?
Diese Fragen bleiben für mich, ein Mädchen, das zwei halbe Häuser weiter wohnte.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen alles gesagt, 16. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Das halbe Haus (Gebundene Ausgabe)
HG (Dresden) hat in seiner/ihrer Rezension bereits wunderbar alles gesagt. Was mir an dem Buch so besonders gut gefallen hat, sind die in die Kapitel eingebauten Vernehmungs- und Observierungsprotokolle der StaSi, von denen ich annehme, dass sie echt sind. Während die Sprache darin das Grau und die verkniffene Ernsthaftigkeit und Beflissenheit der DDR-Behörden treffend wiedergibt, ist die Sprache der anderen handelnden Personen (also die der "anderen" Seite) erfreulich frisch und mit fein eingestreuter Ironie versehen. Für mich ein großes Lesevergnügen.
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0 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom Kalten Krieg bis ins Heute, 11. September 2014
Rezension bezieht sich auf: Das halbe Haus (Gebundene Ausgabe)
In einem halben Haus kann man nicht wohnen. Eine halbe Familie ist schließlich auch keine ganze Familie, die Schutz und Liebe bietet. Den Titel hätte Gunnar Cynybulk für seinen Roman „Das halbe Haus“ daher gar nicht treffender wählen können, ebenso wenig die Sprache, in der er erzählt.

Schonungslos und schnörkellos überspringt er Zeit und Raum und wechselt Erzählperspektiven ab. Das ist aber auch nötig, bei über 570 Seiten Erzählung, vor denen ich bei Lesebeginn größten Respekt hatte. Ebenso wie vor dem Thema. Krieg durchzieht den Roman wie ein roter Faden, das bedeutet deutsche Geschichte auf jeder Seite. Das könnte erschlagen. Tut es aber nicht, denn Cynybulk gestaltet die Erzählung abwechslungsreich und spannend.

Drei Geschichten werden dabei erzählt, die miteinander nicht verknüpfter sein könnten: Die der Großmutter, die vom Schwarzen Meer in Zeiten des Kalten Krieges in den Westen übersiedelt; die ihres Sohnes, Frank Friedrich, der zunächst seine Ehefrau Polina dazu nötigt, aus der DDR in die Bundesrepublik überzusiedeln und sich dann in Eva verliebt. Eva, die zu eng mit dem System verbunden ist… Seine Verhaftung lässt nicht lange auf sich warten. Und dann ist da noch der eigentliche Protagonist Jakob, Sohn und Enkel, der von der Kinder- und Jugendsportschule träumt.

Beim Lesen lernt man nicht nur von den Sehnsüchten und Träumen der Personen, sondern auch viel über die Deutsche Geschichte – vom Kalten Krieg bis ins Heute. Das ist einerseits spannend (erzählt), aber auch auf seine Art nüchtern und zugleich liebevoll. Für den Sommer eine recht schwere und anstrengende Lektüre, die ich eher für die langen Stunden in Herbst und Winter ans Herz lege!
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Das halbe Haus
Das halbe Haus von Gunnar Cynybulk (Gebundene Ausgabe - 13. März 2014)
EUR 22,99
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