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am 25. September 2013
Als ich erfahren habe, dass die beiden ein Buch geschrieben haben, musste ich mir dieses Buch unbedingt kaufen. Es ist so spannend und eindrücklich geschrieben, man hat das Gefühl, man sei vor Ort und mitten im Geschehen! Unglaublich, was die beiden erfahren mussten. Trotzdem erstaunlich, dass sie so lange durchgehalten haben und endlich flüchten konnten. Zum Glück wurden die beiden nie körperlich misshandelt. Jedesmal wenn Daniela, die Drohnen erwähnte, bekam ich Gänsehaut. Es war ja wirklich ein Glück, dass sie nicht davon getroffen wurden! Ich denke, es war richtig, dass sie sich mit den Geiselnehmern auf einer Kollegialer-Basis verhielten. Mich hat auch erstaunt, dass David jeweils so kontrolliert sein konnte; pure Selbstbeherrschung! Man kann sich gar nicht vorstellen, wie es den Familien-Angehörigen, Verwandten und Freunden ergangen sein muss.

Ich hoffe, dass die beiden nun Ihr ungewolltes Abenteuer so weit und so gut verarbeiten können, dass sie wieder in die "Normalität" zurück kommen.

Daniela, David: Danke,dass Ihr Eure Geschichte mit der Öffentlichkeit teilt!

Ein super spannendes und eindrückliches Buch! Konnte jeweils nicht mehr aufhören und hatte es in 3 Tagen gelesen.
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Die beiden Schweizer David und Daniela reisen seit zwei Monaten entlang der Seidenstrasse. Am 1. Juli 2011 befinden sie sich in Pakistan, auf dem Weg in Richtung Heimat, in drei Wochen wollen sie zurück in der Schweiz sein.

Zu ihrer Sicherheit werden sie jetzt von der pakistanischen Polizei begleitet, doch im Ort Loralai hat der Escortbus eine Reifenpanne und man schickt die beiden alleine vor bis zum nächsten Ort....

Und genau dort geraten David und Daniela Taliban-Kämpfern in die Hände, die sie entführen und verschleppen. Für die nächsten Monate werden diese Männer nun über ihr Leben und ihren Tagesablauf bestimmen und sie in ununterbrochene Todesangst versetzen.

Daniela schrieb während der Reise ihre Eindrücke in ein Tagebuch und führte das auch nach der Entführung weiter, wenn sie Papier und Stift bekam, was nicht selbstverständlich war.

Am Anfang des Buches hatte ich auch im Kopf "Wer sich in Gefahr begibt, kommt darin um".

Doch je länger ich las, desto vertrauter wurden mir die beiden und ich bangte und zitterte mit ihnen.

Daniela beschreibt sehr wirklichkeitsnah, wie das Leben der Bevölkerung sich abspielt. Primitivste Verhältnisse, für uns Europäer unvorstellbar, dass jemand heute noch so lebt.

Manchmal gibt es für kurze Zeit etwas Strom, dann läuft ein Ventilator, oder ein Handy wird aufgeladen..Handys gibt es, aber keinen Empfang; Handys gibt es, aber keine Toilette, keine sanitären Anlagen, natürlich auch keine Waschmaschinen und ähnliche Geräte.

Daniela und David werden mehrmals in andere Unterkünfte gebracht, jedesmal wird ihnen von den Entführern ein Zimmer mit Dusche und Internetanschluß versprochen, doch bekommen werden sie es nie.

Irgendwann sind sie schon zufrieden, wenn sie ein halbwegs anständiges Bett vorfinden, denn auch das ist keine Selbstverständlichkeit.

Die unerträgliche Hitze, Floh-und Ungezieferbefall, dauernder Durchfall, aufgrund der hygienischen Verhältnisse, machen den beiden ununterbrochen zu schaffen.

Die beschriebenen hygienischen Verhältnisse kann man sich fast gar nicht vorstellen.

Neugeborene Babys werden in dreckige Tücher eingewickelt und 2 Wochen lang nicht gewaschen. Wenn Kinder sterben, tröstet man sich damit, dass man ja noch mehr Kinder hat. Deswegen können die Entführer auch nicht wirklich nachvollziehen, warum Danielas und Davids Familien sich so sorgen und um die Freilassung bemühen, denn sie haben ja noch mehr Kinder.

Sehr interessant fand ich auch die Schilderung der Mentalität der meisten Männer, die die beiden kennengelernt haben.

Einerseits sind sie überaus gastfreundlich, denn Gastfreundschaft ist oberstes Gebot. Die Entführungsopfer bekommen sogar das erste Stück beim Essen angeboten, und im anderen Augenblick drohen die Bewacher wieder, sie zu erschießen, geben ihnen nichts zu essen und halten sie wie Tiere gefangen.

Die Männer haben keinerlei Bildung, kennen den Unterschied zwischen 5 Millionen und 50 Millionen Lösegeld nicht, wissen nicht, dass die Schweiz nicht zu USA gehört usw. Man lebt in den Tag hinein, betet und betet und das Größte ist, als Sprengstoffattentäter zu sterben.

Die Frauen dürfen gar nichts, außer ihren Männern zu Diensten sein. Sogar beim Essen bekommen sie oft nur die Abfälle, die Männer ihnen übrig lassen, wie abgenagte Knochen, an denen noch Fleischfetzen hängen.

Das Buch hat mich mitgerissen, ich konnte kaum aufhören zu lesen und hatte mehrmals Tränen in den Augen.

Vor allem diese dauernde Todesangst, nie zu wissen, ob sie den nächsten Tag überleben, ist so realistisch geschildert, dass man als Leser wirklich mitleidet.

Wer sich für das Leben in Pakistan, die Taliban und die ganze Lebenssituation interessiert, dem kann ich das Buch wärmstens empfehlen.

`Und morgen seid ihr tot` wird mich noch eine lange Zeit beschäftigen .
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am 25. Oktober 2013
Die zwei Schweizer, Daniela Widmer (30) und David Och (33) machten 2011 eine Asienreise. An Ostern 2011 war der Aufbruch. Am 1. Juli 2011 waren sie in Pakistan auf dem Landweg auf der Rückreise. Bis zu diesem Tag sogar mit Polizeischutz. Am 1. Juli jedoch nicht und da passierte das Schlimmste was einem Tourist passieren kann. Die zwei Schweizer werden von einem Taliban Kommando entführt.
Die Taliban hatten dies dabei nicht einmal geplant. Die Schweizer kamen per Zufall ins Visier der ungebildeten Religionsfanatiker.
Die Schweizer werden nach Miran Shah ins Stammesgebiet der Taliban ins gesetzlose Stammesgebiet an der afghanischen Grenze entführt. Es beginnt eine 8 monatige Leidenszeit in engen Innenhöfen, ohne Toilette oder fließendes Wasser.
Die Taliban sind derweil in den Verhandlungen um die Freilassung zu diletantisch und uneinsichtig. ...

Ursprünglich schrieb Daniela Widmer ein Tagebuch. Dies hat sie nun mit ihrem Freund David Och und dem Schrifsteller Christian Försch in ein Buch umgewandelt.
Das Buch ist zu Beginn sehr spannend. Dann gibt es Längen aber die passen sehr gut zu dem was mit den Schweizern passiert ist. Sie waren auch in einer tatenlosen Langweile gefangen.
Daniela Widmer zeigt in ihrem Buch eine tiefe Menschlichkeit. Sie schafft es sogar zu den Entführern und deren Familien Sympathie aufzubauen. Dadurch wird die Dummheit, Grausamkeit und Engstirnigkeit der Taliban aber umso schmerzlicher dargestellt. David Och schreibt eigentlich nur ein paar Sätze am Schluss. Er war im Gegensatz zu Daniele die ganze Zeit voller Hass gegenüber seinen Entführern. Mehr als nur verständlich. Es ist aber schon gut das die Geschichte von Daniela erzählt wird. Ansonsten wäre es nicht das inhaltlich so starke Buch geworden das es ist. David hätte zu sehr seinen Hass beschrieben.

Gerade aber durch Danielas objektiven und unfassbar empathischen Blick auf die Taliban kommt deren Abscheulichkeit klar hervor. Hier liest vielleicht jeder etwas anderes heraus aber für mich war es überraschend wie dumm die Taliban sind.
Das Leben der Entführer besteht darin auf die Geiseln aufzupassen, Propagandavideos anzusehen und Klingeltöne anzuhören. Die Taliban haben keine Ahnung war die Schweiz ist oder um wieviel Geld es sich bei der Lösegeldsumme tatsächlich handelt.

David Och geht es derweil immer schlimmer. Er verliert insgesamt 22 Kilo Gewicht in der Gefangenschaft. Auch ein dritter Entführter wird vorgestellt. Ein Pakistani der im Ausland lebte und seinem Land nur helfen wollte. Er wollte ein Krankenhaus aufbauen und wurde von den Taliban entführt. An seiner Behandlung durch einen Taliban zeigt sich die Brutalität dieser Idioten gegenüber Glaubensbrüdern. Der alte Mann wird geschlagen und verspottet. Schlussendlich überlebt aber auch er. Das kann man nicht von allen Entführten behaupten. So zeigen die Taliban den Schweizern immer wieder Videos von Enthauptungen an Gefangenen. Genfer Konvention und Taliban? Kein Thema.
Ich habe mich lange mit Afghanistan unter der Herrschaft der Taliban beschäftigt - schon vor 2001. Sie errichteten im eh schon leidgeplagten Afghanistan ein grausames Regime das Frauen in Fußballstadien erschießen ließ aber umgekehrt Vergewaltigungen an Frauen straffrei ließ. Ein verlogenes Regime von Anfang bis Ende. Mit dem Zuständen im Jetzt beschäftigte ich mich weniger. Aber auch dies ist schrecklich.

Daniela beschreibt das Leben in Waziristan. Es gibt keine Schulen, öffentlichen Gebäude, befestigten Strassen oder farbenfrohen Schilder. Die Menschen leben in einem apokalyptischen Szenario, mit russigen Gesichtern wie Minenarbeiter, mit leerem Blick wie hoffnungslose Sklaven.
Kinder zeigen mit dem Finger auf die Fremdlinge. Daniela beobachtet ein nacktes, verdrecktes Kleinkind, das sich auf den Hintern fallen lässt und eine Kalaschnikow ableckt. Die Taliban schlagen ihre Frauen und finden nichts dabei. Erschreckenderweise finden dies auch die Frauen in Ordnung. Die Kinder werden auch geschlagen und quälen wiederum andere kleinere Kinder oder Tiere.
Auch ein deutscher Taliban taucht auf und erweist sich als größtmöglicher Abschaum. Er droht den Schweizern das titelgebende Morgen seid ihr tot und überwacht die Telefonate mit den Eltern von Daniela. Auch er zeigt keinerlei Mitgefühl. Letzteres kommt nur von einem ranghöheren Taliban. Erschreckend ist hingegen wie die Taliban mit ihren Frauen und Kindern umgehen. Daniela entschuldigt dies mit dem Aufwachsen im Krieg. Ich denke dies ist aber nicht entschuldbar.

Eine Leseprobe die sehr viel über die Taliban aussagt:
Buch Seite 268:
Am 1. März strapaziert Dumbo (Anmerkung die Schweizer gaben allen Entführern Spitznamen) meine Nerven, indem er einen Sprengstoffgurt in Tarnfarben aus einem der Säcke in unserem Zimmer und "Bumm!" ruft. Ich halte seine Nähe nicht mehr aus. Als wir später Runden laufen, fängt er an, mit einem Stein das Schloss der Truhe zu malträtieren, die er sich mit seiner Frau teilt. Er steigert sich in einen Tobsuchtsanfall, schlägt das Schloss ab und wirft die Truhe um. Jeden, der ihn beruhigen will, jagt er aus dem Zimmer. Als seine Frau kommt, schlägt er sie. Zuerst mit der bloßen Hand, dann sucht er sich einen Backstein, er zückt eine Pistole und zielt auf Chobana (Anmerkung - Dumbos Frau). David geht dazwischen, während ich mich zu der Frau auf den Boden kauere, die weint und zittert. Den ganzen Abend schlägt Dumbo immer wieder auf Chobana ein, jedes Mal gehen wir dazwischen. Die Frau blutet und kann kaum mehr gehen, ich nehme sie in den Arm und versuche sie zu trösten. Zwar entwaffnet Ade ihren Sohn später, aber alle Frauen und Kinder wenden sich ab und sagen, Dumbo hätte recht gehabt, wenn er seine Frau erschossen hätte. Als wir versuchen, vernünftig mit ihm zu reden, stellt er sich stur.
Eine Frau koste 900 Dollar, wenn sie sterbe, sei das kein Beinbruch, meint er.
Eine Leseprobe die für mich alles sagt was man über die Taliban wissen muss.

Dazu noch eine kurze über die von den Schweizern verteidigte Frau - "Ich weine und werde von Chobana zurechtgewiesen, das sei unanständig. Wir haben immer grössere Mühe, diese mit Koranzitaten begründeten Gefühllosigkeiten zu ertragen."
Das Leben ist für die Schweizer eine Hölle. So müssen sie auch mal im Freien übernachten und tagsüber Temperaturen von bis zu 50 Grad ertragen. Daniela wird von einem Taliban angefasst und belästigt. Dazu muss sie sich anhören das es ja nicht schlimm wäre wenn sie stirbt. Ihre Eltern hätten ja noch drei Kinder! (Zitat:»Und da habe ich ihr gesagt: Ich habe drei Geschwister und dass es sehr schlimm wäre, wenn ich nicht wieder nachhause komme. Und da schaut sie mich an und sagt: Ich habe auch zwei Kinder verloren. Und wenn deine Mutter ein Kind verliert, hat sie noch drei.«) Eine Logik von Menschen die im Krieg aufgewachsen sind. Mag sein aber dennoch eines von vielen Beispielen die zeigen wie verroht die Taliban sind. Dazu kommt das die Taliban zu dumm sind ihre Geiseln in Sicherheit zu bringen. Immer wieder sind die Schweizer in der Nähe von Gefechten. Es wird auch klar das die Forderungen der Taliban unerfüllbar werden. Da beschließen die Zwei ihre Flucht. Dazu möchte ich nicht mehr verraten aber auch hier kommt die Dummheit der Taliban wieder herüber. Erschreckend ist wie wenig ihnen am Leben liegt und wie sehr sie den Tod als Märtyrer herbeisehnen. Dann ist es wieder sehr verwirrend wie sehr sich diese Unmenschen an das Gebot der Gastfreundschaft gebunden fühlen!

Die Aufmachung ist ausbaufähig. Es gibt nur auf dem Cover und im Umschlag ein Foto von den zwei Schweizern. Dazu zu Beginn noch eine Karte von Pakistan mit Angaben zum Entführungsort. Das wars dann auch schon. Hier hätten meiner Ansicht nach einige Fotos schon noch einen Sinn gehabt.
Ansonsten ist das Buch hervorragend. Spannend, lehrreich und interessant. Vor allem aber ist das Buch ein bewegendes Zeugnis des Leidensweges zweier Schweizer und ein Porträt der Taliban wie sie wirklich sind. Deren Leben in Armut, Dummheit, Fanatismus und Hass wird einem in diesem Buch klar dargestellt. Ebenso ist "Und morgen seid ihr tot" ein Beispiel wie es für Entführungsopfer ist zwischen Hoffnung und Verzweiflung zu vegetieren. Selten kamen für mich in einem Buch die Gefühle von Entführungsopfern so klar rüber. Das Buch hat noch einen positiven Effekt - man klappt es zu und ist wieder ein Stück zufriedener über das Glück in einem zivilisierten Land leben zu dürfen. Meine höchste Anerkennung an Daniela und David!

Definitiv 5 Sterne und eine klare Empfehlung.
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am 13. März 2016
Vornewege muss man gleich erwähnen, dass es sich bei diesem Buch um eine Art Sachbuch handelt, um eine wahre Begebenheit. Die beiden Autoren erzählen ihre eigene Geschichte, sprechen über ihre eigenen Erfahrungen.
Vielleicht mag der eine oder andere, gerade anhand der damalig erfolgten Medienberichterstattungen denken, dass die beiden äußerst leichtsinnig gehandelt haben, indem sie sich in das Land gewagt haben, in welchem die Taliban "regieren", aber ich glaube, dass die ganze Reise geplant und wohl durchdacht war, was man eigentlich auch deutlich an den Tagen und Wochen vor der Entführung merkt.

Während der Reise hat Daniela in einem Tagebuch alles aufgeschrieben, was bleibende Eindrücke bei ihr und auch bei David hinterlassen hat und genau das hat sie auch während der Entführung, während der Wochen in Gefangenschaft nicht aufgegeben.
Alleine vermutlich schon aus dem Grund, nicht völlig verrückt zu werden, einfach um eine Art Ventil zu haben, wo sie alles loslassen kann, was sie bedrückt, wenn sie gerade nicht mit ihrem Partner darüber reden konnte.
In diesem Buch hat sie auch einige Zeichnungen beigefügt, welche sich auch im Buch selbst wiederfinden, was ich persönlich toll fand, um mir quasi selbst ein Bild davon machen zu können.

Obwohl die Situation schier ausweglos erschien, hat das Paar oft genug versucht, das Positive in der Zukunft herauszufiltern, sich selbst etwas aufzumuntern und sei es nur dadurch gewesen, in dem sie den Entführern Spitznamen gegeben haben.
Gerade diese - nennen wir sie Eigenart - hat mich oftmals zum Schmunzeln gebracht, obwohl ich es eigentlich gar nicht richtig wollte.

Durch die Erzählungen Danielas hat man als Leser auch einen kleinen Eindruck davon bekommen, wie gut wir es hier in Deutschland eigentlich haben. In den Teilen Pakistans, in welche Daniela und David verschleppt wurden, gelten oft katastrophale Zustände: Kein Strom, keine Bildungsmassnahmen, dazu der ganze Gefechtslärm, welcher fast täglich zu hören ist, hygienische Missstände, wie wir sie uns hier vermutlich kaum vorstellen können.

Während des Lesen hat man als Leser auch zusätzlich deutlich gespürt, dass Daniela und David durch diese Entführung noch weiter zusammenwachsen, als das sie das vorher schon waren.
Tagelanger Schlafmangel, Ungewissheit und die bereits oben erwähnten Punkte, dazu Durchfall und Flohbefall zerren an den Kräften der beiden Schweizer, welche jedoch mit der Planung ihrer Flucht über sich hinauswachsen, nochmal alle ihre Kräfte mobilisieren, um wieder nach Hause zu gelangen.

"Und morgen seid ihr tot", war ein Buch, welches mich sehr.. nachdenklich hinterlassen hat. Einerseits war es ein guter - nennen wir es Einblick - in dessen, was wir hier vermutlich gar nicht so mitkriegen, aber auf der anderen Seite hat es auch noch einige Fragen offen gelassen.
Wie ist es dem Paar nach ihrer Flucht ergangen? Sind sie noch ein Paar? Beeinträchtigen Sie die gesammelten Eindrücke noch immer, dass es schwer fällt, jemals wieder ein normales Leben zu führen?
Sind überhaupt jemals Lösegelder geflossen oder gab es nie eine Lösegeldforderung in Richtung Schweiz?
Trotz dieser offenen Fragen möchte ich das Buch jedem ans Herz legen, der Danielas und Davids Leidensweg verfolgen möchte, jedem, dem bewusst ist oder bewusst werden kann, dass solch eine Entführung in einem völlig fremden kann, jeden treffen kann - gerade in der heutigen Zeit.
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am 30. August 2013
Ich habe vor nicht langer Zeit auch zu der "selberschuld" Fraktion gehört, was ich nun bereue! Ein absolut beeindruckendes Buch, habe es an zwei Abenden verschlungen! Beeindruckende Geschichte, beeindruckender Überlebenswille, beeindruckender Mut, beeindruckende Einblicke, welche man in ein uns so fremdes Leben erhält. Jeder der dieses Buch gelesen hat, will nicht mehr über die vermeintliche "Schuld" diskutieren, sondern sollte sich nur noch glücklich schätzen ob unserem reichen Leben!
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am 28. Dezember 2013
Während eines Arztbesuches las ich in einer Zeitschrift sehr interessiert die Kurzfassung zu den Geschehnissen. Weihnachten stand vor der Tür und so landete das Buch auf meiner Wunschliste, da ich unbedingt mehr von den Beiden, den Gefühlen, dem "Leben" mit den Talibans und der Flucht erfahren wollte. Ich habe es gerade zu Ende gelesen und habe zwischendrin die beiden gegoogelt und mir auch diverse Sendungen mit Ihnen angeschaut. Die Geschichte ist abstossend wie auch anziehend und interessant, weil sie auf einer wahren Begebenheit beruht. Ihre Eindrücke und die Zeit in Pakistan werden durchaus anschaulich widergegeben doch zeitweise ist es auch sehr langatmig auch weil sich vieles immer und immer wiederholt. Ich hätte mir gewünscht noch mehr aus ihrem Inneren zu erfahren, wie sie die Beziehung zueinander erlebt haben, wie sie verändert wurde, jeglicher körperlicher Kontakt verboten, jede Zuneigung etc. das hätte mich auf menschlicher Ebene interessiert. Weiterhin würde es mich interessieren, wie es Ihnen danach ging und geht. Wie sie das erte mal wieder in der Heimat wahren, Freunde getroffen haben, Arbeiten gingen im eigenen Bett aufgewacht waren und eine ordentliche Mahlzeit zu sich genommen haben.....ich glaube so wird es vielen Lesern gehen:-)
Ich wünsche beiden von Herzen, dass sie irgendwann wieder ganz in Ihrer Mitte sind und unbeschwert leben können und diese Negativerfahrung gut verarbeiten und als Teil ihres Lebens akzeptieren können.
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am 30. August 2013
Zwei weltoffene Menschen suchen das Abenteuer - auf den Spuren von Marco Polo reisen sie mit dem Auto von der Schweiz, über die Seidenstrasse bis nach Indien. Eindrucksvoll nehmen uns die Beiden mit - ins tiefe Hinterland Pakistans, ins Land der Taliban. Atemberaubend erleben wir die Verschleppung, den Überlebenskampf, die Hoffnungen und Ängste der beiden Entführten. 8 Monate Geiselhaft, das Leben hängt an einem silbernen Faden und droht jeden Augenblick zu reissen. Waren sie fahrlässig? Selber schuld? Nach dieser Lektüre relativiert sich alles. Und ich meine - wirklich alles. Ich bin tief beeindruckt von dem was die Beiden erlebt und überlebt haben.
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am 20. März 2014
das Buch ist wichtig: es ist ein Zeitdokument! Kaum je wird uns deutlicher vor Augen geführt, dass wir die Welt der Taliban nie verstehen werden, geschweige denn, dass wir sie sozusagen von außen ändern oder gar in eine "Demokratie" umwandeln können. Bedrückend zu sehen (und mit den Geiseln zu erleben), dass das Leben des Einzelnen hier nichts gilt, dass und wie Frauen grundsätzlich unterdrückt werden, dass im Prinzip Gesetzlosigkeit und Willkür herrschen und - entscheidend! - der Islam zum unbarmherzigen Instrument zur Beherrschung der betreffenden Völker benutzt wird: sozusagen die Perversion einer großen Religion.
Den beiden Schweizern gehört unsere Sympathie ebenso wie den Menschen, bei denen sie festgehalten worden sind. Es wird sehr schwer sein, letzteren zu helfen. Mit Soldaten und Kriegsgerät jedenfalls dürfte dies jedenfalls nie gelingen, wie wir gerade erleben.
NB: die Autoren sollten sich nicht über die "1-Sterne-Rezensenten" ärgern; die haben das Buch wohl nicht verstanden.
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Am Anfang des Buches war ich ziemlich entsetzt, wie man auf die fast schon wahnwitzige Idee kommen kann, zwecks einer Reise Pakistan auf eigene Faust durchfahren zu können. Diese Leichtfertigkeit und Naivität schockierte mich, da es dort auch außerhalb der Stammesgebiete brandgefährlich für westliche Ausländer ist.

Dennoch nimmt einen bereits nach wenigen Seiten die Story sprichwörtlich gefangen, weil man sehr schnell beginnt, mit den beiden Entführungsopfern mitzuleiden, auch wenn man sich die Angst und Verzweiflung, die die beiden verspürt und erlitten haben müssen, sicherlich nicht einmal im Ansatz vorzustellen vermag. Basierend auf den Tagebucheinträgen von Frau Widmer wird dem Leser die Abfolge der Entführung in chronologischer Reihenfolge eindringlich geschildert – von der Verschleppung bis zur hochriskanten Flucht im Herzen Nord-Waziristans. Obwohl oft über einen längeren Zeitraum kaum etwas Nennenswertes geschieht, liegt für mich vor allem in der Schilderung dieses Wartens, Hoffens und Banges eine ganz große Stärke dieses Buches, weil es dem Leser so zumindest ansatzweise möglich ist, sich in die Situation der Entführten einzufühlen.

Besonders drastisch sind auch die Beschreibungen des Hungers, der ständigen Krankheiten der katastrophalen hygienischen Zustände sowie die oftmals extrem zu Tage tretende Verrohtheit und Gefühlskälte der dortigen Einwohner in ihrem Umgang mit Mensch und Tier. Trotzdem strahlen aus dieser Tristesse auch immer wieder leuchtende Beispiele für Mitgefühl, Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft.
Zudem ist es sehr interessant einen kleinen Einblick in das Leben in Nord-Waziristan zu bekommen: die Armut, die ständigen Gefechte zwischen pakistanischer Armee und Taliban sowie die immer kreisenden und nach Zielen suchenden amerikanischen Kampfdrohnen.

Dieses Buch gibt einen sehr menschlichen und ehrlichen Einblick in das Erleben und die Gefühlswelt dieser beiden Entführungsopfer und ist ein beeindruckendes Zeugnis dafür, was der menschliche Geist und Körper imstande sind zu erdulden und durchzustehen, wenn sie durch äußere Einflüsse dazu gezwungen werden. Mir ging dieses Buch phasenweise richtig unter die Haut und ich kann es jedem nur empfehlen!
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am 13. April 2015
Beide Protagonisten sah ich in einer Talkshow im TV. Sie erzählten so interessant über ihre Taliban-Gefangenschaft, dass ich mir das Buch kaufte und las. Das Buch legt man so schnell nicht mehr aus der Hand, denn zu spannend ist diese Story. Dass die schlimme Zeit der Gefangenschaft unter den Taliban überhaupt zum Buch wurde, ist den Tagebuchaufzeichnungen der Daniela Widmer zu verdanken. Oder vielmehr der Tatsache, dass sie und ihr Freund David Och überhaupt diese selbstgeführte Autotour entlang der Seidenstraße bis hinein nach Pakistan unternahmen.

Und während man sich während des Lesens des wirklich spannenden Buches ständig fragt, wie beide Protagonisten überhaupt in diese Situation gelangen konnten (naive Einschätzung der Lage vorort?), wundert einen die nach der gelungenen Flucht des Paares und ihrer Rückkehr in die Schweiz entbrannte Diskussion der Schweizer Öffentlichkeit nicht. Diese warf dem Paar nachträglich leichtsinniges Verhalten bei der Verwirklichung ihres Traumes der Fahrt entlang der Seidenstraße vor. Obwohl nicht wirklich klar ist, ob Schweizer Gelder an die Taliban flossen, so verschlangen Tätigkeiten der Schweizer Behörden im Hintergrund, die das Paar während seiner Gefangenschaft nicht mitbekam und deshalb währenddessen aufgrund der Annahme von Untätigkeit ‚ihrer‘ Behörden beinahe verzweifeln ließ, schnell Millionen Franken an Steuergeldern.

Dennoch eine klare Empfehlung meinerseits für das Buch, nicht jedoch für ähnliche Reisepläne. Möge es den einen oder anderen mit ähnlichen Ideen bewegen, diese erstmal im Sinne des Eigenschutzes gegen andere Reisevorhaben auszutauschen. Denn dieses Abenteuer ging letztendlich gut aus. Doch das Ende hätte auch ein anderes sein können…
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