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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Paradies der Vergangenheit, 10. November 2013
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ach, dieses Paradies: Roman (Kindle Edition)
Beginnend mit der poetischen Landschaftsbeschreibung eines kleinen Städtchens im Osten der USA erscheint uns dieses wie ein idyllisches Plätzchen Erde, wo es sich gut leben lässt. Die Stadt heißt „Janice“ nach der ersten Frau des Fabrikbesitzers im Ort und liegt im US amerikanischen Staat Connecticut.

Lemuel Sears ist ein alter Mann, ehemaliger Geschäftsreisender und passionierter Schlittschuhläufer. In diesem Winter ist der Teich Beasley’s Pond in Connecticut einmal zugefroren, und er kann geruhsam darauf seine Runden drehen.
Die äußerliche Idylle findet ausführlich Erwähnung und regt die Fantasie an, sich die Künstler des 19. Jahrhunderts hier malend vorzustellen. Ein Ausflug in die Welt holländischer Malerei wie Brueghel u.a. mit ihren Schlittschuhszenen komplettiert die Außenansicht dieser landschaftlich so schönen Gegend.

Als Sears nach einer Woche erneut zu einem Schlittschuhausflug startet, macht er die erschreckende Erfahrung, dass der Teich als Müllkippe benutzt wird.

Hier deutet sich zum ersten Mal an, dass Sears ein ausgewiesener Naturschutzfan ist. John Cheever veranschaulicht auf eindrückliche Weise in seinem Roman eine Gegenüberstellung der einladenden Natur mit ihrer Schönheit im Kontrast zur schmutzigen Zivilisation mit ihren Auswüchsen aller Art. Dazu gehören auch die technischen Neuerungen auf dem IT Markt, die manches einfacher und leichter machen, den Menschen aber innerlich verarmen und vereinsamen lassen.

Auch Lemuel Sears leidet an Einsamkeit und macht sich Gedanken über die Liebe und ihre Annehmlichkeiten, die er nun wohl bald vermissen würde.
Doch kleine Affären und erheiternde Begegnungen machen ihn nicht schwankend bei seinen Bemühungen, der Umweltverschmutzung den Kampf anzusagen. In hinreißenden Bildern erlebt man seine letzten Liebeserfahrungen, die bei aller Leidenschaft von Melancholie und Vergänglichkeit gezeichnet sind.

Schwermut, Ironie und Sarkasmus färben die Erzählung, die einem Abriss von Erinnerungen gleicht. Der Held Lemuel Sears verdeutlicht mit seinen Erlebnissen einmal mehr, wie die Vorzeit mit ihren Naturschönheiten unsere Gegenwart überstrahlt, und dass es einiges zu bewahren gilt. Schön und luftig geschrieben bietet uns die Geschichte einen Abriss über das, was man leicht übersehen könnte: dass aller Fortschritt auch Verlust von den Paradiesen der Vergangenheit mit sich bringen kann!

Der 1912 geborene und 1982 verstorbene Autor John Cheever ist lange unentdeckt bei uns geblieben. Der Dumont Buchverlag hat ihn in unser Bewusstsein gerückt und in der Übersetzung von Thomas Gunkel diesen letzten Roman von John Cheever neu herausgebracht. Man kann ihn getrost als eine Perle im Reich der amerikanischen Erzähler betrachten.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Hohelied auf die Selbstbesessenheit, 28. November 2013
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Ach, dieses Paradies (Gebundene Ausgabe)
Dieser Roman "Ach dieses Paradies" ist kurz vor dem Tod von John Cheever erschienen. Im Gegensatz zu seinen anderen Werken, die jetzt auch in einer neuen Übersetzung im DuMont Buchverlag erscheinen, ist es ein Buch das zwar das amerikanische Roman-Soll nicht erfüllt, aber es ist ganz große Literatur.

Der 1912 in Massachusetts geborene Cheever starb im Jahr 1982. Er erhielt für seine Werke unter anderem den Pulitzer Preis, den National Book Award und die National Medal for Literatur. Man kannte Cheever, den man als den "Homer" der amerikanischen Vorstädte bezeichnete, bisher mit seinen weit ausholenden Passagen in seinen Prosadichtungen. In diesem Buch zeichnen sich die eher cineastisch angelegten Textpassagen durch Kürze und Treffsicherheit in der Ausdrucksweise aus.

Die Episoden, in den insgesamt elf Kapiteln, bleiben entweder abrupt bestehen oder sie gehen ganz zwanglos in divergente oder fortführende Geschehen mit anderen Personen oder auch ganz anderen Lokalitäten über.

Der Autor meint im Rückblick, diese erzählte Geschichte sei eine ausgezeichnete "Bettlektüre für eine Regenacht". Sie ist vielmehr, denn es ist ein wahrer Lesegenuss wie Cheever als großer Stilist, mit versteckten Kunstgriffen und viel Esprit, doch nie mephistophelisch, die Unzulänglichkeiten seiner Protagonisten und ihre Verknüpfung mit den täglichen Heimtücken liebevoll fokussiert. Er versteht es auf bezaubernde Weise, Charaktere zu schaffen und vor unserm geistigen Auge lebendig zu machen.

Zum Plot: Der Protagonist Lemuel Sears, ein aus New York kommender Geschäftsmann und leidenschaftlicher Naturfreund fährt gerne, je nach Jahreszeit, zum Angeln oder Schlittschuhlaufen zum Beasley -Pond nach Connecticut. Eines Tages soll dieses idyllische Plätzchen zu einer Mülldeponie für Giftmüll umgewandelt werden. Mit allen Mitteln kämpft Sears dagegen, weder die Affäre mit seiner Sex besessenen und exzentrischen Geliebten Renée, noch sein Intermezzo mit dem Fahrstuhlführer können ihn in seinem wilden Engagement bremsen. Ganz unerwartet erhält er dabei auch eines Tages noch wirkungsvolle Unterstützung bei seinem Kampf. Allen Figuren dieses Buches ist eines gemeinsam, wo immer sie glauben, ethisch zu handeln, sich moralisch für die Umwelt einzusetzen, letztendlich handeln sie nur aus Eigennutz.

Ein Roman der in ganz besondere Art und Weise, vielleicht insbesondere wegen seiner scharfzüngigen und leicht mit Humor verwebten Ironie, zum Nachdenken auffordert. Die Sprünge, die Anachronismen, die Details und natürlich die süffige, sprachliche Darstellung beschäftigen einen noch lange nach der Lektüre. Der DuMont Verlag bezeichnet Ach dieses Paradies" als Roman, ich meine es ist eine auf 121 Seiten ganz exzellent gelungene Novelle, so spannungsgeladen, dass man sie nicht aus der Hand legen möchte. Ein Lesevergnügen, weil man zwei Sachen genießen kann, das Medium der Darstellung und das Dargestellte. Ich wünsche diesem wunderbaren Buch viele Leser.
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4.0 von 5 Sternen Eine Erzählung mit Leuchtkraft, 3. März 2014
Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Ach, dieses Paradies (Gebundene Ausgabe)
Heiter und trotzdem schwermütig, humorvoll aber auch traurig, klug und doch nicht überheblich, so habe ich diese äusserst kurzweilige Erzählung empfunden. Es sind vor allem die einzelnen Episoden rund um den früheren Naturschutzteich, der in jüngster Vergangenheit zu einer Müllhalde verkommen ist, die im Gedächnis hängen bleiben: die nachbarschaftlichen Gehässigkeiten, eine kurze aber intensive Liebesaffäre, ein unbeschwerter Familienausflug, der eventuell tragisch endet.

Mir hat dieser kurzweiliger Roman gut gefallen, eher etwas bemühend fand ich das gestelzte Nachwort von Peter Handke, dessen Verschachtelung der Sätze einfach nicht mein Geschmack ist.
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ARRAY(0xb1598204)

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Ach, dieses Paradies
Ach, dieses Paradies von John Cheever (Gebundene Ausgabe - 8. Oktober 2013)
EUR 17,99
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