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am 25. Februar 2016
Die vielen guten Rezensionen sind berechtigt, ein super Buch. Keine Sorge, dies ist kein Sportroman, es geht um das Leben, Beziehungen, amerikanische Colleges und vieles mehr. Natürlich auch um Baseball, für den ich mich jetzt erstmals richtig interessiere. Im Mittelteil gab es kleinere Längen, der Schluss ist dann aber wieder so genial, dass ich die vollen fünf Sterne vergebe.
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am 3. Mai 2014
" Die Fähigkeit einen Baseball zu werfen hatte etwas Alchemisches, war wie die geheime Kraft eines Superhelden. Man konnte nie wissen, wer sie besaß."

Mike Schwartz ist was seine eigene Spielkunst angeht eher der Typ des Kriegers, als ein Alchemist. Wahres Talent, spielerische Anmut und Brillanz erkennt er jedoch auch dort, wo andere sich von Äußerlichkeiten ablenken und gar täuschen lassen.

Henry Skrimshander ist nicht das, was man sich landläufig unter einem Baseballstar vorstellt. Es sieht jünger aus, als er ist und er ist eindeutig zu schmächtig. Aber dieses gewisse Etwas, das Geheimnis des Alchemisten das besitzt er ohne Zweifel. Einmal von Schwartz erkannt, gibt es kein Entkommen für Skrimmer aus der Schwartz`schen Talentschmiede.

Die Kunst des Feldspiels ist Henrys Bibel, Aparicio Rodriguez sein größter Held. Die Ratschläge oder vielmehr Anweisungen des größten Shortstop aller Zeiten, versucht er in seinem eigenen Spiel umzusetzen. Seit er denken kann. Nichts wünscht er sich sehnlicher, als auch nach Abschluss der Highschool eines tun zu können: Baseball spielen. Collegemannschaften jedoch setzen auf körperlich eindrucksvollere Spieler.

" ... College - Coaches waren wie Mädchen: Ihre Augen richteten sich sofort auf die großen, muskulösen Typen, ganz egal, was sie tatsächlich taugten. ..."

Aber Mike Schwartz ist eben kein College-Coach ...

Anfangs als Sportroman getarnt, entpuppt sich Die Kunst des Feldspiels - was für ein Titel! - als eine Geschichte über Zusammenhalt, Schwäche, Stärke und das, was man im wahren Leben manchmal auch braucht: Durchhaltevermögen, Standhaftigkeit und - Freunde.

Persönliche Niederlagen einstecken zu können ist schwer, viel schwerer aber ist es, das auch noch öffentlich tun zu müssen. Druck von außen erhöht zwangsläufig den Druck von innen. Zuweilen sogar bis zur vollkommenen Lähmung. Dabei geht es im Baseball, wie bei allem, was mit Leidenschaft und in Perfektion ausgeübt wird, darum, in den Fluß zu kommen

" Der wahrhaftige Spieler lässt den Weg des Balls zu seinem eigenen werden, denkt sich in ihn hinein und lässt das eigene Ich, die Ursache allen Übels, auch einer schlechten Verteidigung, hinter sich."

Überwindung, Wahrhaftigkeit, Demut, Opferbereitschaft oder der Dienst am Größeren - nicht nur für einen angehenden Baseballstar sind das hehre, ja fast buddhistische Ziele. Denn natürlich geht es in der Kunst des Feldspiels nicht nur um den bulligen, hart trainierenden Mike Schwartz, der schon lange komplett auf sich alleine gestellt leben muss oder den eher unscheinbaren aber hoch talentierten Henry Skrimshander, den neuen Shortstop der Collegemannschaft von Westish.

Doch obwohl die Figur Henrys psychologisch relativ unausgeleuchtet bleibt, ist er der Dreh- und Angelpunkt, sein Schicksal untrennbar mit dem der anderen Haupt-Neben-Figuren - so eindeutig ist die Zuweisung an dieser Stelle nicht - verbunden. Das Netz der Beziehungen beginnt sich mit einem unglücklichen Wurf zu entwickeln. Ein Wurf, der die einzelnen Personen miteinander in Beziehungen zu setzen beginnt und gleichzeitig Henry aus der Bahn wirft. So sehr aus der Bahn wirft, dass die enger geknüpften Fäden zu einem schwer zu lösenden Knoten werden.

"Baseball war eine Kunst, doch um es darin zur Meisterschaft zu bringen, musste man sich in eine Maschine verwandeln. Es spielte keine Rolle, wie schön man 'ab und zu' spielte, was man an seinem besten Tag leistete oder wie viele spektakuläre Punkte man machte. Man war kein Maler oder Schriftsteller - arbeitete nicht im Verborgenen und konnte seine misslungenen Stücke verwerfen, und es waren längst nicht nur die Meisterwerke, die zählten. Für eine Maschine zählte Wiederholbarkeit. Momente der Inspiration waren nichts, verglichen mit der vollständigen Eliminierung von Fehlern."

Beziehungen werden neu gemischt. Der Präsident des College, Guert Affenlight, dessen Tochter Pella, Henrys schwuler Mulattenmitbewohner und Teamkollege Owen, der omnipräsente Mike Schwartz - alle sind sie bemüht darum, etwas für Henry zu tun, was sie nicht zu leisten vermögen, denn jeder hat seine eigenen Aufgaben zu lösen.

Wir Menschen sind eigenartige Wesen. Erkennen wir doch unsere Stärken und Schwächen meist nicht an uns selbst, sondern in unserem Gegenüber, welches uns widerspiegelt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Überwindung muss oft hart erkämpft werden und es bedarf der Loslösung von Autoritäten, um den eigenen Weg zu gehen.

Triffst Du Buddha, töte ihn (oder gib ihm einen aus) - das ist für mich die Botschaft, die Chad Harbach in diese wunderbar unterhaltsam und sprachlich fein augearbeitete Geschichte gepackt hat.

Wer Sätze wie diese

" 3. Es gibt drei Stadien. Gedankenloses Sein. Denken. Gedankenloses Sein.

33. Verwechsle nicht das erste und das dritte Stadium. Das gedankenlose Sein kann jeder erreichen, die Rückkehr zum gedankenlosen Sein nur sehr wenige. "

formuliert, kann nur eine solche Botschaft im Sinn haben.

Dennoch könnte man Harbach bei seinem Erstling ein paar Schwächen ankreiden: Einige wenige der geschickt verwobenen Fäden des Netzes finden keinen Anschluss. Sie flattern ein wenig verloren im Wind. Allerdings ohne den Fortlauf der Geschichte zu behindern. Und wenn man ehrlich ist, dann passiert so etwas im wahren Leben ja durchaus auch manchmal: Fäden werden aufgenommen, ohne einen Abschluss zu finden. Das Leben setzt sich ohne große Unterbrechung fort - genauso wie dieser Roman.

Um diesen Roman zu mögen, muss man weder ein Spezialist für das durchaus komplizierte Feldspiel sein, noch sich tatsächlich für diese Sportart begeistern. Die detaillierten Beschreibungen der wichtigen Spielsentenzen halten sich absolut im Rahmen und haben in meinem Fall tatsächlich zum Verständnis beigetragen und Neugierde auf diese Art des Mannschaftssports geweckt. Und noch etwas habe ich gelernt: Baseball ist nichts für Dummköpfe, hier geht es um blitzschnelle Reaktionen und eiskalte Strategien ebenso, wie es manchmal einfach darauf ankommen zu lassen.

In diesem Sinne: Lasst es darauf ankommen und spielt eine Runde mit.
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am 30. Mai 2016
Das Buch ist wirklich ein großer Wurf,ich war total begeistert.Für alle Baseballspieler und Fans ein Muss.Wie das Leben so spielt.Ich bin Baseballmutti und habe viel nachempfunden .Man muss diesen Sport und diesen Roman einfach mögen .
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TOP 1000 REZENSENTam 30. Juni 2013
Ich wurde von einem Freund seit Wochen mit diesem Buch "genervt". Das ist toll, lies das mal. Du mußt das lesen. Bitte lies es. Willst du es wirklich nicht lesen?

Letztlich hat er es mir, die ich mir nie Bücher leihe, sondern sie immer besitzen muß, geliehen und ich kam nun nicht mehr drumherum, es auch zu lesen.

Grundsätzlich läßt sich sagen, daß mir Harbachs Schreibstil tatsächlich sehr zusagt. Er schreibt detailliert, ohne sich im Detail zu verlieren, seine Charaktere sind ausgereifte und sinnvoll handelnde Figuren. Die Geschichte ist eine spannende und interessante und der Leser wird ganz klar von dieser zumindest mir gänzlich fremden Welt der amerikanischen Colleges und des Baseball eingenommen. Zwar fehlte mir häufig das Verständnis, sei es über das amerikanische Schulsystem oder aber über die Abläufe beim Baseball, dennoch fand ich den Text von Harbach gut zu lesen und nachvollziehbar, wenn mich auch die englischen Begriffe etwas gestört haben, da hätte ich mir auch bei den Baseballfachbegriffen entweder eine Erklärung, ein Glossar oder aber eine verständliche Übersetzung gewünscht, so mußte ich doch recht häufig googlen, was denn nun ein Shotstop oder sonstiges ist.
Das läßt sich aber verschmerzen, warum dieses Buch trotz seiner durchaus faszinierenden Handlung und des wirklich sehr angenehmen Stils von mir nicht die volle Punktzahl erhält, erkläre ich gern.
Im Buch sind verschiedene Handlungsstränge miteinander verwoben, einer der zum Ende hin immer mehr Gewicht bekommt, ist der um die schwule Beziehung des Studenten Owen und den Westish Präsidenten Affenlight. Ich bin sicherlich nicht homophob veranlagt, ich mag auch Bücher um lesbische oder schwule Liebesbeziehungen, aber dies hier war für mich schlichtweg unrealistisch oder aber die Gefühle des Präsidenten nicht klar genug dargestellt. Ich konnte beim Lesen die Beweggründe für diese absurde Beziehung einfach nicht nachvollziehen und daher hat mich dieser Erzählstrang total gestört und mir auch viel vom bestehenden Lesegenuß genommen.

Dennoch würde ich sagen, daß "Die Kunst des Feldspiels" ein wirklich guter Entwicklungsroman ist, der die ganzen Sehnsüchte, die Zerrissenheit, das Chaos von jungen Menschen wunderbar darstellt und der beim Lesen auch sehr viel Spaß gemacht hat, während er gleichzeitig zum Nachdenken und Verweilen einlud.
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am 25. März 2013
Die "Kunst des Feldspiels", Chad Harbachs Debütroman, war einer der wohl meist gehypeten Romane des Jahrs 2011 in den USA. Das schürte schon im Vorfeld der Veröffentlichung der deutschen Erstausgabe im Spätsommer 2012 auch diesseits des Atlantiks große Erwartungen. Auch ich selbst war angesichts der überschwänglichen Lobeshymnen in diversen Feuilletons, insbesondere der NZZ und der FAZ, mehr als gespannt auf Harbachs Erstling. "Die Kunst des Feldspiels" ist ein Baseball-Roman, der um den aus South Dakota stammenden hochbegabten Spieler Henry "The Skrimmer" Skrimshander und dessen Mannschaft, die Westish Harpooners aus Wisconsin, kreist. Auffallend sind von Anfang an bereits die Verweise des Romans auf "Moby Dick" von Herman Melville, die gleichsam ein Leitmotiv von "Die Kunst des Feldspiels" bilden. Harbach entspinnt eine Geschichte um die Harpooners, denen eigentlich nicht der Nimbus eines herausragenden Teams anhaftet, die jedoch mit Fleiß und Disziplin von Henry Skrimshanders Mentor und Entdecker Mike Schwartz nach und nach zu einer sehr schlagkräftigen Truppe ausgebaut werden. Als Henry in einem Spiel als gesetzter Shortstop jedoch völlig unerwartet durch einen fehlgeleiteten Ball einen seiner Mannschaftskameraden am Kopf trifft und ins Koma befördert, beginnt für ihn eine schwere Formkrise. Seine herausragenden Fähigkeiten, die er zu perfektionieren versucht, entgleiten ihm in der Angst, weitere Fehler zu machen, und es beginnt auch mannschaftsintern heftig zu kriseln. In einem weiteren Handlungsstrang lernt der Leser den Direktor der Westish Universität, Guert Affenlight, kennen, der sich in einen der Spieler der Mannschaft verliebt. Unglücklicherweise kann Affenlight sich nicht hierauf konzentrieren, da seine Tochter Pella sich von ihrem Ehemann trennt und mit Sack und Pack nach Westish fliegt, um für eine Weile bei ihrem Vater unterzukommen. Harbachs Roman handelt von Freundschaft, sportlichem Ehrgeiz, Zielstrebigkeit und dem Scheitern an der Perfektion. "Die Kunst des Feldspiels" ist sprachlich recht ausgereift und geradlinig erzählt. Der Verzicht auf aufgesetzte sprachliche Grazie zeigt sich sehr wirkungsvoll gerade auch an den Stellen, an denen so etwas wie ein universitärer Slang imitiert wird. Herausragend an "Die Kunst des Feldspiels" ist die Energie, mit der die Zielstrebigkeit der Hauptfiguren, allen voran Henry und Mike, geschildert wird, die ein klares Ziel vor Augen haben und dieses um jeden Preis erreichen wollen, das Streben nach Perfektion. Insoweit wartet "Die Kunst des Feldspiels" wirklich mit großen Momenten auf. Nicht so gut gelungen sind die leider sich oft zu sehr aufdrängenden Querbezüge zu Melvilles "Moby Dick" oder auch der etwas kraftlos erzählte Mittelteil, was jedoch angesichts der eindeutigen Qualitäten des Romans zu vernachlässigen ist. Zu einem wirklich großen Roman fehlen am Ende leider ein wenig die Originalität und der Ideenreichtum, wie sie etwa andere Baseball-Romane, beispielsweise "The Great American Novel" von Philip Roth auszeichnet. Insgesamt aber ist Harbachs Romandebüt überaus lesenswert. Man darf sehr gespannt sein, was Harbach auf diesen Roman noch folgen lässt. Die Messlatte hat er mit "Die Kunst des Feldspiels" jedenfalls schon sehr hoch gelegt.
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TOP 500 REZENSENTam 29. Dezember 2014
Ob im Film oder in der Literatur – gute und mitreißende Sportromane gibt es selten und man muss hierzulande meist einen Blick über den großen Teich werfen, um überhaupt mal ein Glanzlicht dieses Genres zu finden. Zudem bekommt man es dann häufig noch mit einer Sportart zu tun, die dem Europäer in der Regel nicht allzu vertraut ist – wie in Chad Harbachs “Die Kunst des Feldspiels”, in dem sich (fast) alles um Baseball dreht. An dieser Stelle werden die meisten vermutlich schon aussteigen, denn die Regeln dieses Sports dürften hierzulande wohl nur den wenigsten vertraut sein. Selbst ich als großer Sportfan, der z.B. bei Olympischen Spielen jede noch so kleine Nischensportart inhaliert und sich dann selbst für Skeet-Schießen und Gewichtheben zumindest ein wenig begeistern kann, habe mit Baseball nun überhaupt nichts am Hut und eigentlich auch nicht das geringste Interesse, etwas daran zu ändern.

Nicht gerade die besten Voraussetzungen für die Lektüre, zumal Chad Harbach seinen Lesern auch keinerlei Hilfestellung leistet und nicht einmal die Grundzüge des Spiels erklärt – von Positionen, Würfen oder speziellen Taktiken ganz zu schweigen. Und auch wenn dies im Verlaufe des Romans manchmal ganz schön nerven kann und dadurch auch die Spielszenen häufig schwer nachvollziehbar sind und auf den Laien sicherlich nicht mit voller Intensität wirken können: Man kann “Die Kunst des Feldspiels” tatsächlich auch komplett ohne Baseball-Kenntnisse und -Interesse lesen – und das sogar mit Begeisterung. In gewisser Hinsicht hat man es hier nämlich zunächst mit einer typischen Außenseiter-Erfolgsstory zu tun. Henry Skrimshander, 17 Jahre alt, Kind der Provinz, verbringt seit Kinderjahren jede freie Sekunde mit Handschuh und Baseball, hat keine Freunde und bei allem Trainingseifer eigentlich auch keine Zeit für soziale Kontakte und blüht nur dann richtig auf, wenn er auf dem Feld steht. Es kommt, wie es in solchen Geschichten so oft kommt: Das Talent wird entdeckt und es geht plötzlich steil bergauf, bis irgendwann der Wendepunkt kommt und das Drama Einzug in die vermeintliche Bilderbuchkarriere erhält.

Chad Harbach hat aber noch einiges mehr zu bieten, denn mit dem Sport und speziell mit Henry Skrimshanders Karriere sind nämlich auch einige andere Schicksale verbunden: Das seines Teamkapitäns Mike Schwartz, der selbst nie so ein außergewöhnliches Talent besessen und irgendwie Angst hat, aus der Sicherheit der heimischen Gefilde herauszutreten und sein eigenes Leben zu leben, das seines Collegedirektors Affenlight, der sich nach dem Tod seiner Frau plötzlich zu Henrys Mitbewohner hingezogen fühlt und sich in eine verbotene Affäre stürzt oder das von Affenlights Tochter Pella, die vor ihrer gescheiterten Ehe flüchtet und unfreiwillig mitten zwischen all den kleinen dramatischen Einzelschicksalen landet. Und obwohl mich rein auf dem Papier betrachtet eigentlich keines der davon berührten Themen sonderlich anspricht, hat mich dieser Roman ohne große Anstrengung gefangen genommen. “Die Kunst des Feldspiels” ist mitreißend geschrieben, sprachlich toll und wirkt der manchmal etwas schablonenhaft wirkenden Sportler-Story dann doch immer wieder mit ein paar Überraschungen entgegen – Chad Harbach liefert eben nicht die vielleicht zu erwartende kitschige Helden-Story, sondern eine, die das Leben tatsächlich schreiben könnte, inklusive der kleinen und großen Siege, Enttäuschungen und Dramen auf und außerhalb des Spielfeldes.
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am 17. Juni 2016
Nachdem ich in letzter Zeit kein richtig gutes Buch mehr gefunden habe, bin ich umso glücklicher endlich wieder richtig guten Lesestoff in den Händen gehabt zu haben. Der Inhalt des Buches ist ja inzwischen bekannt. Den Stil würde ich mit John Irving vergleichen, allerdings ohne dessen ständige Wiederholungen und ohne die nervenden Bären, das Ringen etc.. Ein echter Männerroman, mit dem Frauen eventuell weniger gut zurecht kommen. Für mich aber endlich wieder einmal etwas Handfestes zum Lesen. Sport, Freundschaft, Liebe, Erwachsenwerden, spannend erzählt, dabei immer locker mit Humor und nah dran.
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am 5. März 2013
Ein Roman über Männer beim Mannschaftssport baseball. Ein Roman über die Freundschaft zwischen Männern. Ein Roman, in dem eine Liebe zwischen Männern verhängnisvolle Folgen hat. Ein Roman über die Unterschiede zwischen Liebe, Freundschaft, Kollegialität und Gruppenzugehörigkeit unter Männern.
Ein Männerroman?
Ja und Nein. Es gibt eine junge weibliche Protagonistin in diesem Roman, Pella Affenlight. Sie spielt eine wichtige Rolle, aber als Figur agiert sie so widersprüchlich, dass sie unecht und seltsam wirkt.
Vorne spielen in diesem Roman die Männer.
Zunächst dachte ich, oh je, baseball, davon verstehe ich nichts. Aber Harbach macht die story so interessant, dass ich das Buch kaum aus den Händen legen konnte.
Man mag die Charaktere, obwohl einem die Handlungen und Verhaltensweisen oft sehr fremd erscheinen. Es werden nette Menschen geschildert, die ihre jeweiligen Kämpfe mit sich selbst und dem Umfeld kämpfen, auf dem baseball feld und ausserhalb; zueinander finden, sich entfremden, sich lieben und enttäuschen. Moderne Menschen in einer modernen Welt voller Gefahren für die Psyche. Von burn out bedroht, von falschem und ehrlichem Ehrgeiz getrieben, selbstverliebt und fremdbestimmt,in harter Konkurrenz zueinander stehend, sich emanzipierend und dann doch wieder in selbst angelegten oder gesellschaftlichen Ketten gefangen.
Es kommt Mitgefühl auf, manchmal, dann wieder Unverständnis, in welches sich Ärger mischt. Es läßt einen nicht kalt, was da passiert.
Und doch wird alles gut. Fast jedenfalls.
Ich mag dieses Buch.
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am 4. Februar 2013
Henry Skrimshander, ein unscheinbarer, schmächtiger Junge aus der Provinz kommt durch das Zutun seines künftigen Mentors und Trainers Mike Schwartz in die Baseball-Mannschaft des Westish College in der Nähe von Chicago. Dieses liegt am Ufer der großen Seen im mittleren Westen der USA. Naheliegend, dass der Roman deswegen "amerikanisch" ist. Dennoch muss man Baseball nicht mögen, um diesen Roman zu mögen. Auch wenn sich vieles um den kleinen Ball dreht, geht die Geschichte weit über das Werfen, Fangen und Schlagen hinaus.
>Die Kunst des Feldspiels< ist eine liebenswerte Erzählung über das Erwachsenwerden, über Freundschaft, Teamgeist und Orientierung im Leben. Im Leben wie im Spiel heißt es, gesteckte Ziele zu erreichen, den Glauben an sich selbst nicht zu verlieren, und den eigenen hohen Ansprüchen zu genügen. Das sind Themen, welche in diesem Campusroman mithilfe des Baseballs thematisiert werden. Denn als der College-Baseball-Star Henry, der bisher jeden Ball gefangen hat, plötzlich danebengreift und seine Selbstzweifel zum härtesten Gegner werden, geht es genau darum.
Chad Harbach bedient sich dazu ohne Sentimentalität verletzlicher Charaktere, allesamt "Typen", die noch lange nach dem Lesen einen Platz im Herzen des Lesers haben.

Die Presse tituliert: "Ein grandioser Wurf!" Das kann ich unterstreichen. Ich saß mental auf der Zuschauertribüne und habe staunend mit den Baseball-Jungs mitgefiebert, habe ihre Freude wie auch ihre Enttäuschung bis hin zur Verzweiflung gefühlt.
Für mich ist >Die Kunst des Feldspiels< eine gelungene Parabel auf das Leben. Und somit eine Buchempfehlung nicht nur für Sport- und Amerika-Begeisterte.
(Zudem verstehe ich seit der Lektüre ein klein wenig mehr vom amerikanischen Mythos Baseball.)
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am 30. Dezember 2012
Eigentlich war ich ein wenig abgeschreckt, als ich vorab las, lange Sportschilderungen...
Dann haben mich aber doch die guten Kritiken überzeugt
und ich bin ganz und gar nicht enttäuscht worden.
Ein ganz und gar wunderbarer Roman- der beste, den ich seit langem gelesen habe.
Großartig, liebenswert, warmherzig...man legt das Buch nicht mehr aus der Hand. LESEN!
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