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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Reinlesen und abtauchen
Es gibt Bücher, die nimmt man am Bahnhofs-Kiosk in die Hand, und plötzlich stellt man überrascht fest, dass man 500 Kilometer nach Berlin gefahren ist, ohne es wahrzunehmen, und ohne dass man das Buch aus der Hand gelegt hat.

"Die Kunst des Feldspiels" hat mich vom Büchertisch aus angeschaut, ich habe keine Ahnung warum, ich glaube, es war...
Vor 21 Monaten von Frizz veröffentlicht

versus
1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein verpieptes piep Buch
Es ist gute Unterhaltung, aber keine Literatur im eigentlichen Sinne. Es ist einfach zu nichtssagend, hat keine Substanz, ist zu banal.

Die Beziehung zwischen dem Präsidenten und Owen ist zwar ein wenig ungewöhnlich, geht aber zu wenig in die Tiefe, als dass es dem Buch irgendeinen Kick in welche Richtung auch immer geben würde.

Der...
Vor 4 Monaten von Stefan Meier veröffentlicht


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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen "Der Unterschied zwischen möglichem Scheitern und unvermeidbarem Scheitern war dünn wie eine Rasierklinge.", 4. Februar 2013
Von 
Regina Berger "Gina" (Rottach-Egern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Feldspiels (Gebundene Ausgabe)
Henry Skrimshander, ein unscheinbarer, schmächtiger Junge aus der Provinz kommt durch das Zutun seines künftigen Mentors und Trainers Mike Schwartz in die Baseball-Mannschaft des Westish College in der Nähe von Chicago. Dieses liegt am Ufer der großen Seen im mittleren Westen der USA. Naheliegend, dass der Roman deswegen "amerikanisch" ist. Dennoch muss man Baseball nicht mögen, um diesen Roman zu mögen. Auch wenn sich vieles um den kleinen Ball dreht, geht die Geschichte weit über das Werfen, Fangen und Schlagen hinaus.
>Die Kunst des Feldspiels< ist eine liebenswerte Erzählung über das Erwachsenwerden, über Freundschaft, Teamgeist und Orientierung im Leben. Im Leben wie im Spiel heißt es, gesteckte Ziele zu erreichen, den Glauben an sich selbst nicht zu verlieren, und den eigenen hohen Ansprüchen zu genügen. Das sind Themen, welche in diesem Campusroman mithilfe des Baseballs thematisiert werden. Denn als der College-Baseball-Star Henry, der bisher jeden Ball gefangen hat, plötzlich danebengreift und seine Selbstzweifel zum härtesten Gegner werden, geht es genau darum.
Chad Harbach bedient sich dazu ohne Sentimentalität verletzlicher Charaktere, allesamt "Typen", die noch lange nach dem Lesen einen Platz im Herzen des Lesers haben.

Die Presse tituliert: "Ein grandioser Wurf!" Das kann ich unterstreichen. Ich saß mental auf der Zuschauertribüne und habe staunend mit den Baseball-Jungs mitgefiebert, habe ihre Freude wie auch ihre Enttäuschung bis hin zur Verzweiflung gefühlt.
Für mich ist >Die Kunst des Feldspiels< eine gelungene Parabel auf das Leben. Und somit eine Buchempfehlung nicht nur für Sport- und Amerika-Begeisterte.
(Zudem verstehe ich seit der Lektüre ein klein wenig mehr vom amerikanischen Mythos Baseball.)
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5.0 von 5 Sternen reifes, tolles Werk, 12. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Feldspiels (Gebundene Ausgabe)
Erstlingswerk, aber das ist nicht zu spüren: ein reifes, nie langweiliges, spannendes Werk eines großen Autors. Gut aufgebaute Handlungsstränge, interessante Figuren. ... man hat immer ein bißchen Angst vor dem, was kommt ... + es kommt ...
Man muß keine Ahnung vom Baseball haben, um das Buch zu lesen / zu verstehen, aber ich hab mich zumindest dabei mal damit beschäftigt ;-)
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4.0 von 5 Sternen Die Kunst der Überwindung, 3. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Feldspiels (Gebundene Ausgabe)
" Die Fähigkeit einen Baseball zu werfen hatte etwas Alchemisches, war wie die geheime Kraft eines Superhelden. Man konnte nie wissen, wer sie besaß."

Mike Schwartz ist was seine eigene Spielkunst angeht eher der Typ des Kriegers, als ein Alchemist. Wahres Talent, spielerische Anmut und Brillanz erkennt er jedoch auch dort, wo andere sich von Äußerlichkeiten ablenken und gar täuschen lassen.

Henry Skrimshander ist nicht das, was man sich landläufig unter einem Baseballstar vorstellt. Es sieht jünger aus, als er ist und er ist eindeutig zu schmächtig. Aber dieses gewisse Etwas, das Geheimnis des Alchemisten das besitzt er ohne Zweifel. Einmal von Schwartz erkannt, gibt es kein Entkommen für Skrimmer aus der Schwartz`schen Talentschmiede.

Die Kunst des Feldspiels ist Henrys Bibel, Aparicio Rodriguez sein größter Held. Die Ratschläge oder vielmehr Anweisungen des größten Shortstop aller Zeiten, versucht er in seinem eigenen Spiel umzusetzen. Seit er denken kann. Nichts wünscht er sich sehnlicher, als auch nach Abschluss der Highschool eines tun zu können: Baseball spielen. Collegemannschaften jedoch setzen auf körperlich eindrucksvollere Spieler.

" ... College - Coaches waren wie Mädchen: Ihre Augen richteten sich sofort auf die großen, muskulösen Typen, ganz egal, was sie tatsächlich taugten. ..."

Aber Mike Schwartz ist eben kein College-Coach ...

Anfangs als Sportroman getarnt, entpuppt sich Die Kunst des Feldspiels - was für ein Titel! - als eine Geschichte über Zusammenhalt, Schwäche, Stärke und das, was man im wahren Leben manchmal auch braucht: Durchhaltevermögen, Standhaftigkeit und - Freunde.

Persönliche Niederlagen einstecken zu können ist schwer, viel schwerer aber ist es, das auch noch öffentlich tun zu müssen. Druck von außen erhöht zwangsläufig den Druck von innen. Zuweilen sogar bis zur vollkommenen Lähmung. Dabei geht es im Baseball, wie bei allem, was mit Leidenschaft und in Perfektion ausgeübt wird, darum, in den Fluß zu kommen

" Der wahrhaftige Spieler lässt den Weg des Balls zu seinem eigenen werden, denkt sich in ihn hinein und lässt das eigene Ich, die Ursache allen Übels, auch einer schlechten Verteidigung, hinter sich."

Überwindung, Wahrhaftigkeit, Demut, Opferbereitschaft oder der Dienst am Größeren - nicht nur für einen angehenden Baseballstar sind das hehre, ja fast buddhistische Ziele. Denn natürlich geht es in der Kunst des Feldspiels nicht nur um den bulligen, hart trainierenden Mike Schwartz, der schon lange komplett auf sich alleine gestellt leben muss oder den eher unscheinbaren aber hoch talentierten Henry Skrimshander, den neuen Shortstop der Collegemannschaft von Westish.

Doch obwohl die Figur Henrys psychologisch relativ unausgeleuchtet bleibt, ist er der Dreh- und Angelpunkt, sein Schicksal untrennbar mit dem der anderen Haupt-Neben-Figuren - so eindeutig ist die Zuweisung an dieser Stelle nicht - verbunden. Das Netz der Beziehungen beginnt sich mit einem unglücklichen Wurf zu entwickeln. Ein Wurf, der die einzelnen Personen miteinander in Beziehungen zu setzen beginnt und gleichzeitig Henry aus der Bahn wirft. So sehr aus der Bahn wirft, dass die enger geknüpften Fäden zu einem schwer zu lösenden Knoten werden.

"Baseball war eine Kunst, doch um es darin zur Meisterschaft zu bringen, musste man sich in eine Maschine verwandeln. Es spielte keine Rolle, wie schön man 'ab und zu' spielte, was man an seinem besten Tag leistete oder wie viele spektakuläre Punkte man machte. Man war kein Maler oder Schriftsteller - arbeitete nicht im Verborgenen und konnte seine misslungenen Stücke verwerfen, und es waren längst nicht nur die Meisterwerke, die zählten. Für eine Maschine zählte Wiederholbarkeit. Momente der Inspiration waren nichts, verglichen mit der vollständigen Eliminierung von Fehlern."

Beziehungen werden neu gemischt. Der Präsident des College, Guert Affenlight, dessen Tochter Pella, Henrys schwuler Mulattenmitbewohner und Teamkollege Owen, der omnipräsente Mike Schwartz - alle sind sie bemüht darum, etwas für Henry zu tun, was sie nicht zu leisten vermögen, denn jeder hat seine eigenen Aufgaben zu lösen.

Wir Menschen sind eigenartige Wesen. Erkennen wir doch unsere Stärken und Schwächen meist nicht an uns selbst, sondern in unserem Gegenüber, welches uns widerspiegelt, ohne sich dessen bewusst zu sein. Überwindung muss oft hart erkämpft werden und es bedarf der Loslösung von Autoritäten, um den eigenen Weg zu gehen.

Triffst Du Buddha, töte ihn (oder gib ihm einen aus) - das ist für mich die Botschaft, die Chad Harbach in diese wunderbar unterhaltsam und sprachlich fein augearbeitete Geschichte gepackt hat.

Wer Sätze wie diese

" 3. Es gibt drei Stadien. Gedankenloses Sein. Denken. Gedankenloses Sein.

33. Verwechsle nicht das erste und das dritte Stadium. Das gedankenlose Sein kann jeder erreichen, die Rückkehr zum gedankenlosen Sein nur sehr wenige. "

formuliert, kann nur eine solche Botschaft im Sinn haben.

Dennoch könnte man Harbach bei seinem Erstling ein paar Schwächen ankreiden: Einige wenige der geschickt verwobenen Fäden des Netzes finden keinen Anschluss. Sie flattern ein wenig verloren im Wind. Allerdings ohne den Fortlauf der Geschichte zu behindern. Und wenn man ehrlich ist, dann passiert so etwas im wahren Leben ja durchaus auch manchmal: Fäden werden aufgenommen, ohne einen Abschluss zu finden. Das Leben setzt sich ohne große Unterbrechung fort - genauso wie dieser Roman.

Um diesen Roman zu mögen, muss man weder ein Spezialist für das durchaus komplizierte Feldspiel sein, noch sich tatsächlich für diese Sportart begeistern. Die detaillierten Beschreibungen der wichtigen Spielsentenzen halten sich absolut im Rahmen und haben in meinem Fall tatsächlich zum Verständnis beigetragen und Neugierde auf diese Art des Mannschaftssports geweckt. Und noch etwas habe ich gelernt: Baseball ist nichts für Dummköpfe, hier geht es um blitzschnelle Reaktionen und eiskalte Strategien ebenso, wie es manchmal einfach darauf ankommen zu lassen.

In diesem Sinne: Lasst es darauf ankommen und spielt eine Runde mit.
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5.0 von 5 Sternen Great American Novel, 8. März 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Von Philip Roth habe ich den letzten Baseball-Roman gelesen. Baseball ist in Amerika eine Art Volkssport, wie bei uns Fussball. Dieser Roman ist absolut klasse und auch denjenigen uneingeschränkt zu empfehlen, die sich für Fußball interessieren.
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5.0 von 5 Sternen Unglaubliches Debüt von Chad Harbach, 30. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Feldspiels (Gebundene Ausgabe)
Westish College, Wisconsin, Michigansee: Die Harpooners setzen zum ersten Mal in ihrer Geschichte dazu an, den UMSCAC Titel zu holen. Doch vor den Erfolg haben die Götter bekanntlich den Schweiß gesetzt! Und der fließt reichlich. Beinahe halte ich mir ein parfumgetränktes Taschentuch an die Nase.

Baseball ist Ehrgeiz, Träume, Schufterei, Qual und Begeisterung, ist Hingabe, Besessenheit, einzige Struktur des Daseins, Kraft und Ausdauer, Geschicklichkeit, Aufopferung und es ist Henry Skrimshanders Welt, des demütigen, begnadeten Shortstoppers, entdeckt und gedrillt vom Football Kapitän Mike Schwartz. Mike ist ein toller Typ, knallhart, gerecht, überlegen, einer, zu dem man aufschaut, einer, der alles überschlagen hat und mit allem zurechtkommt, nur mit einem hat er nicht gerechnet: mit dem Schicksal.

Baseball ist Einzelkampf im Lampenlicht. Jeder sieht deine Schwäche. Wenn du eine hast! Aber Henry hat keine. Bis er „den Buddha“ mit einem Schlag ins Krankenhaus knockt. Das wirft den Ball und ihn aus der Bahn. Auch die Bälle von Guert Affenlight (was für ein Name!), dem Präsidenten des Westish College, und die seiner Tochter Pella fliegen hoch, fragt sich wohin.

Chad Harbach hat kein Fachidiotenbuch geschrieben. Es geht nicht um Baseball, obwohl es nur um Baseball geht. Deshalb kann jeder dieses Buch lesen, derjenige, der sich für Sport und seine Geschichte(n) interessiert und auch der, der es nicht so tut, jeder wird grandios unterhalten. Die Frauen werden Mike Heiratsanträge machen und die Männer werden sich mit Henry fremdschämen und in den Boden versinken.

Ein gutes Buch kommt völlig ohne Klischees und Phrasen aus – so hier.

Der Autor ist 1975 geboren, wuchs in Wisconsin auf und studierte in Harvard und an der University of Virginia. 2011 brachte er „Die Kunst des Feldspiels“, seinen Erstling, auf den amerikanischen Markt. Chad ist ein Autor, von dem wir gewiß noch hören werden.

Fazit: Chad Harbach gelingt mit seinem Debüt „Die Kunst des Feldspiels“ eine hervorragende psychologische Studie eines amerikanischen Mannschaftssports und des Collegelebens.
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4.0 von 5 Sternen ein großartiger, moderner roman mit eindrücklicher sprache, 14. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
harbach könnte mir alles erzählen und das liegt an seiner beobachtungsgabe und seiner präzisen und kreativen art, menschen zu beschreiben. und so kommt es, dass man sich plötzlich mit baseball beschäftigt, dem vermeintlich langweilgsten ballspiel nach Cricket. eigentlich ist es eine traurig geschichte, die er erzählt, eine geschichte des scheiterns, und trotzdem kann man sich oft das schmunzeln nicht verkneifen. das liegt an der sprache. aber das sagte ich ja bereits.
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5.0 von 5 Sternen Tolles, gefühlvolles Buch, das einen nicht mehr los lässt, 6. Oktober 2014
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Feldspiels (Gebundene Ausgabe)
In den letzten Jahren habe ich selten ein Buch gelesen, das mich so gefesselt hat wie dieses. Lebendige Figuren und eine schnelle Handlung reißen einen mit. Ich selbst konnte das Buch kaum aus der Hand legen und habe das Buch, immerhin fast 600 Seiten, innerhalb weniger Tage durchgelesen.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großer amerikanischer Roman, 7. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Feldspiels (Gebundene Ausgabe)
In "Die Kunst des Feldspiels" erzählt Chad Harbach die Geschichte von Henry Skrimshander. An einem Sonntag im August wird Henry von Mike Schwartz, einem Baseballspieler des Westish College, bei einem kleinen, unbedeutenden Baseballturnier entdeckt. Henry ist “der kleinste Spieler auf dem Feld”, ein "dürrer Sonderling" und doch bemerkt Schwartz beinahe sofort "die Anmut, die in jeder von Henrys Bewegungen lag". Henry wird in die Baseballmanschaft des Westish College aufgenommen. Für den Jungen aus der Provinz, der in Lankton, South Dakota, zur Welt kam – einer Stadt mit dreiundvierzigtausend Einwohnern, umgeben von "Meeren aus Getreide" – kommt dies dem Betreten einer völlig unbekannten und neuen Welt gleich.

In Westish wird Henry, der unter die Fittiche von seinem Mentor Mike Schwartz genommen wird und ein hartes Trainingsprogramm absolvieren muss, um größer und muskulöser zu werden, schnell bekannt dafür, keine Fehler zu machen. Ihm gelingt ein schier kometenhafter Aufstieg, an dessen Ende er schon von einem Wechsel zu einem Topteam und seinem ersten Gehalt träumen kann – bis Henry in einem Spiel ein Routinewurf auf eine fatale Art und Weise misslingt und damit eine ungeahnte Kette an Ereignissen in Gang setzt.

Chad Harbach erzählt jedoch nicht nur die Geschichte von Henry, sondern verwebt Henrys Schicksal mit den Lebensverläufen von einer Reihe weiterer Figuren. Am meisten dabei heraus sticht sicherlich Mike Schwartz, der Entdecker von Henry, der sich "sein ganzes Leben lang" selbst danach gesehnt hatte, "irgendein übernatürliches Talent zu besitzen, eine einmalige Form von Brillanz, die die ganze Welt genial nennen würde" und irgendwann erkennen muss, dass er über die Förderung Henrys, sein eigenes Leben vergessen hat. Kurz vor seinem Abschluss, ohne eine wirkliche Perspektive für die Zukunft, ist er noch nicht bereit dafür, nicht mehr gebraucht zu werden.

Neben Mike Schwartz spielt auch der Präsident von Westish, Guert Affenlight, eine wichtige Rolle. Affenlight ist in "Die Kunst des Feldspiels" sicherlich die Figur, die mich am meisten fasziniert hat: der ehemalige Biologiestudent, der durch Zufall in die Literaturwissenschaft wechselte und mit seiner Dissertation "The Sperm-Squeezer" berühmt wurde. Der alleinerziehende Vater, seine Tochter Pella ist mittlerweile jedoch schon selbst verheiratet (wenn auch unglücklich), stürzt sich verzweifelt und ohne Nachzudenken in ein erotisches Abenteuer, in eine Affäre, die ihm am Ende des Romans zum Verhängnis werden soll. Auch Pella begleitet man ein Stück weit durch das Buch, erlebt mit, wie schwierig es für sie ist, sich abzunabeln: von ihrem Ehemann, aber auch von ihrem Vater. Und dann gibt es da auch noch Henrys Wohnheimmitbewohner Owen.

"Die Kunst des Feldspiels" ist ein Sportroman und dann auch noch ein Roman über Baseball, einen Sport den wahrscheinlich kaum jemand in Deutschland wirklich versteht. Doch auch wenn man kein Interesse an Sport und keine Ahnung von Baseball hat, kann man dieses Buch genießen und sich von der Geschichte die Chad Harbach erzählt aufsaugen lassen. Chad Harbach erzählt von den alltäglichen menschlichen Dramen: von obsessivem Ehrgeiz, von Fehlern, von der Graumsamkeit des Sports, von Einsamkeit und von Liebe. Um sich in Henry und die anderen Figuren hineinversetzen zu können, muss man nicht wissen, was ein "Shortstop" oder "Fastball" ist, wo sich die "Strike Zone", "Home Plate" oder "First Base" befindet. Jede der Figuren war mir auf ihre jeweils eigene Art nah, jede Figur bildet eine Identifikationsfläche, in jeder Figur konnte ich mich ein Stück weit selbst erkennen: Henry, der von Selbstzweifeln zerfressen wird und unter der grausamen Angst leidet, den nächsten Fehler zu machen. Mike Schwartz, der feststellen muss, dass er sein Leben für jemanden anderen gelebt hat und sich selbst dabei verloren hat. Guert Affenlight, der sich nach Liebe sehnt und dafür alles riskiert.

Ich habe "Die Kunst des Feldspiels" mit einem versöhnlichen Gefühl zugeklappt. Und mit dem Gefühl, einen großartigen Roman gelesen zu haben: Chad Harbach erzählt mit einer unfassbaren Souveränität und der Roman entwickelt beim Lesen eine starke Sogkraft. Seit "Die Korrekturen" von Jonathan Franzen habe ich nie wieder einen ähnlich komplexen, faszinierenden und großartig komponierten Roman gelesen. “Die Kunst des Feldspiels” ist ein mehr als würdiger Nachfolger.
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4 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Grandioses Buch, 21. August 2012
Von 
Rezension bezieht sich auf: Die Kunst des Feldspiels (Gebundene Ausgabe)
Einen grandiosen Debütroman legt der US-amerikanischen Schriftsteller Chad Harbach, geboren 1975, vor. Sein 600-Seiten-Schmöker "Die Kunst des Feldspiels" befasst sich mit den Problemen, Nöten und Erfolgen einer Handvoll Menschen am fiktiven Westish-College in den USA. Da ist zum Beispiel Henry, ein aufstrebendes Baseball-Talent mit plötzlichen Selbstzweifeln, Präsident Affenlight, der in Liebe zu einem 40 Jahre jüngeren Schüler entbrennt, oder Mike Schwartz, ein verbissener Baseballspieler mit Knie- und Liebesproblemen - um nur einige zu nennen.

Chad Harbach gelingt es, diesen Figuren derart gekonnt Leben einzuhauchen, dass man nach kurzer Zeit meint, sie persönlich zu kennen und mit ihnen durch dick und dünn zu gehen. Das Ende in Form eines Baseball-Matches ist spannend wie ein Thriller, danach wird's so gefühlvoll, dass man fast weinen möchte - vor allem deshalb natürlich, weil dieses wunderbare Buch schon zu Ende ist.

Auch wenn die in Deutschland weniger beliebte Sportart Baseball immer wieder vorkommt, sollte sich niemand, der sich dafür weniger interessiert, vom Kauf dieses Buches abschrecken lassen. "Die Kunst des Lebens" wäre ohnehin ein passenderer Titel.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein verpieptes piep Buch, 27. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Es ist gute Unterhaltung, aber keine Literatur im eigentlichen Sinne. Es ist einfach zu nichtssagend, hat keine Substanz, ist zu banal.

Die Beziehung zwischen dem Präsidenten und Owen ist zwar ein wenig ungewöhnlich, geht aber zu wenig in die Tiefe, als dass es dem Buch irgendeinen Kick in welche Richtung auch immer geben würde.

Der Autor könnte auch über rhythmische Sportgymnastik schreiben und würde die Fans der rhythmischen Sportgymnastik wahrscheinlich ebenso in Ekstase bringen, wie die amerikanischen Baseballjünger. Warum es hier in Deutschland allerdings einen gewissen Hype ausgelöst, will sich mir nicht erschließen.

Dieses Buch zu lesen ist genauso verschwendete Lebenszeit, wie einen guten Krimi zu lesen. Wer die Zeit hat, soll sie sich nehmen, wird gut unterhalten werden, hat das Buch aber eine Woche später sicher wieder vergessen.
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Die Kunst des Feldspiels
Die Kunst des Feldspiels von Chad Harbach (Gebundene Ausgabe - 21. August 2012)
EUR 22,99
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