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9 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ergänzung in zwei Punkten, 15. Mai 2013
Rezension bezieht sich auf: Tender | Obst: Vom Apfel bis zur Weintraube (Gebundene Ausgabe)
Die Beschreibungen meiner Vorrezensenten sind komplett zutreffend, es ist ein wunderschönes, inspirierendes Buch. Zwei Punkte möchte ich noch ergänzen:

Die Rezepte sind nicht so geschrieben, dass ein totaler Anfänger jeden Schritt minutiös erklärt bekommt, es werden eher die erwünschten/unerwünschten Konsistenzen beschrieben. Slater baut darauf, dass man seinem Gefühl vertraut und es (das Gefühl) kontinuierlich weiterentwickelt. Ich persönlich finde das toll, ich bin eh' unfähig, ein Rezept Schritt für Schritt zu befolgen.

Zweiter, noch gravierenderer Punkt: das Buch ist eigentlich ideal für einen kulinarisch interessierten Menschen, der endlich einen Garten anlegen darf (so wie Slater selbst). In jedem Kapitel sind ja ausführlich die empfehlenswerten Sorten einer Obstart beschrieben.
Bloß, daß man praktisch alle angeführten Sorten in Deutschland nicht bekommt.
Und wenn man sie bekäme, wären sie wahrscheinlich an unser Klima so wenig angepasst, dass Erntemenge oder Geschmack enttäuschen würden.

Ein Beispiel ist die Haferpflaume, auf englisch "Damson", für die Slater total schwärmt. Es gibt in England lokale Sorten, die hauptsächlich in der Grafschaft Shropshire kultiviert werden. Es würde wenig Sinn machen, diese Sorten hierher einzuführen, da es in vielen Gebieten Deutschlands und Österreichs lokale, gut angepasste Sorten gibt (die sind schon schwer genug zu bekommen, in Österreich gibt es eine richtige Initiative zur Erhalt der "Kriecherl", wie sie dort heißen).

So kann man Slaters Erfahrungen in diesem Punkt leider nicht nutzen und muss eigene machen - möglichst viel probieren, wo immer es geht, und dann erst pflanzen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Viel mehr als ein Kochbuch!, 1. Mai 2013
Von 
RJ + YDJ (Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (TOP 100 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Tender | Obst: Vom Apfel bis zur Weintraube (Gebundene Ausgabe)
Mit dem Buch Tender / Obst von Nigel Slater, erschienen im Dumont Verlag, ist ein großartiges Buch entstanden.

Es ist weder Koch, noch Sachbuch, es ist viel mehr!

Nigel Slater beschreibt mit einer unglaublich feinen Sprache, ja fast philosophisch jede Frucht. Mit historischem Hintergrundwissen, Bedeutung in ihrer Geschichte, richtigem Standort im Garten mit allen Bedürfnissen und ganz viel Liebe zur Natur, widmet er jeder Obstsorte ein Kapitel.

Beschrieben werden: Äpfel, Aprikosen, Birnen, Blaubeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Feigen, Haferpflaumen, Haselnüsse, Himbeeren, Holunder, Kirschen, Maronen, Pfirsich und Nektarinen, Pflaumen, Quitten, Rhabarber, Rote Johannisbeere, Stachelbeere, Walnüsse, Weintrauben und weiße Johannisbeere.

Eindrucksvoll schreibt er von der Zartheit der Feige. „Wenn sie eine sehr reife Frucht berühren, fühlt es sich an als würden sie lebendige Haut anfassen. Wenn sie daran schnuppern entfaltet sich vor ihnen der Sommer.“ Er schwärmt von Aprikosen so zart wie die Wangen eines Babys, mit einem Duft nach Mandel und Honig.

Das Buch fällt mit Eleganz ins Auge, sprachlich sowie von seiner optischen Gestaltung und Aufmachung ist es einzigartig schön. Mit hochwertiger Bindung und Papierqualität. Die Deckseite des Buches fällt durch eine halbe Banderole auf. Sie ergänzt das Titelfoto und ist beweglich über dem pinkfarbenen Stoffeinband angebracht.

Das schlichte und ergreifende Design mit stimmungsvollen Fotos von Jonathan Lovekin runden des Werk ab. Nicht zu jedem Gericht gibt es ein Foto, was wie ich finde auch nicht nötig ist.

Jedem Kapitel des Buches, somit jeder Frucht werden folgende Überschriften gewidmet. Wie beispielsweise die Aprikose:

- Aprikosen - Bedeutung, historisches Wissen
- Eine Aprikose im Garten
- Sorten
- Aprikosen in der Küche
- Aprikose und...... - hier verbindet er die Frucht mit anderen Zutaten der Küche, lädt zum Experimentieren ein und gibt tolle Ideen.

Im Anschluss finden sich pro Kapitel 10 - 15 köstliche Rezepte. Ein Großteil bezieht sich auf Süßspeisen aber auch herzhaftes ist vertreten.

Da sind beispielsweise:
- Ofenbirne mit Cranberries und Orange
- Blaubeer Clafoutis
- Gebratene Entenkeule mit Kürbis und Brombeer – Apfel Soße
- Frischkäsecreme mit Erdbeeren und Maracuja
- Ente mit Feigen und Barolo
- Gebackene Feigen mit Rotwein und Vanille
- Tiramisu mit gebrannten Haselnüssen
- Himbeer Sahne Eiscreme
- Pfirsich Eisbecher mit sommerlicher Fruchtsoße
- Schokoladen Maronen Terrine
- Zimt- Panna Cotta mit würzigem Ofenrabarber
um nur wenige zu nennen.

Die Vielfalt an exquisiten aber gut verständlichen Rezepten ist reichhaltig.

Tender/ Obst ist für mich Wie ein Reiseführer durch Garten und Küche. Eine Liebeserklärung von Nigel Slater an seinen Garten mit allen seinen Schätzen. Einfach ein wunderschönes „anderes“ Buch!

Sehr empfehlenswert.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leidenschaft und Lust, 17. März 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Tender | Obst: Vom Apfel bis zur Weintraube (Gebundene Ausgabe)
ÄUßERLICHKEITEN

Das Buch wiegt stolze 1,9 kg. Man kann es also schon einmal nicht nebenbei in der Hand halten, während man nebenher im Topf umrührt ;-)

Der Umschlag ist sehr edel gestaltet, statt eines Schutzumschlages hat das Buch eine Art "Schärpe", die halbseitig über die Front gelegt ist. Man kann sie beiseite schieben, darunter ist der Einband in Stoff gebunden und mit einem kleinen Text bedruckt. Die Idee finde ich sehr originell und chic, leider aber auch etwas unpraktisch. Denn beim Lesen schiebt sich die Schärpe hin und her, ich habe regelmässig Angst, sie zu beschädigen. Sie abzumachen beim Lesen ist eine gute Idee, nur ist das anschließende Wiederbefestigen eine umständliche Fitzelei. Von daher eine sehr schöne Idee in leider etwas ungünstiger Ausführung. Aber das Cover ist nichts, das bei mir in die Bewertung einfließt, es gibt für mich Wichtigeres am Buch ;-)

OBST

Nach der Einleitung folgen 23 Kapitel speziell den jeweiligen Obstsorten gewidmet, dann ein Kapitel mit gemischtem Obst sowie ein Register zu den einzelnen Zutaten. Der Autor schreibt nur von den Obstsorten und auch Nüsse, welche er in seinem Garten hat und die auch in England wachsen. Wer also einen generellen Überblick über alle möglichen exotischen Früchte von Ananas über Banane, Kokosnuss und Zitrone erhofft, ist hier falsch. Das gefällt mir, denn vor zuviel Globalisierung übersieht man manchmal die Schätze, die vor der eigenen Tür liegen. Stachelbeeren, Holunder, Pflaumen, alles direkt aus Omas Garten, da werden Kindheitserinnerungen wach!

Ein Kapitel beginnt damit, wie er seine persönlichen Gefühle bezüglich des Obstes schildert. Von der Freude und Leidenschaft der Frucht, der jeweilige Reiz für ihn: etwa die Vernunft des Apfels, die Sinnlichkeit der Feige, die Vergänglichkeit der Birne, das Zelebrieren der perfekten Pflaume.

Danach sind die Kapitel unterschiedlich aufgebaut, abhängig davon, was und wieviel er zu der gerade behandelten Frucht sagen möchte. Aber allgemein kann man sagen, dass danach ein kurzer Abschnitt über den Garten folgt (welche Besonderheiten im Anbau), die Küche (worauf muss man bei der Zubereitung achten), Auflistung einiger Sorten, Kombinationsmöglichkeiten mit anderen Lebensmitteln, Rezepte, ein paar Anregungen für Rezeptkreationen und schnelle Ideen zwischendurch.

Zu den Obstsorten - ich war überrascht! Ehrlich, ich wusste, dass es immer mehrere Sorten gibt. Aber irgendwie ... naja, eine Aprikose ist eine Aprikose, eine Feige eine Feige, ich habe da im Supermarkt noch nie darauf geachtet. Er beschreibt 13 verschiedene Feigen, 12 Pflaumen, sieben Sorten Johannisbeeren, und so weiter. Das zeigt mir, wie wichtig es eigentlich ist, sich einmal auf das "vor der eigenen Tür" zu konzentrieren, statt immer nur nach neuen exotischen Genüssen zu suchen.

Es mag ein Kochbuch, ein Sachbuch sein, aber es ist auch unglaublich persönlich und intensiv, das macht es zu etwas Besonderem. Seit das Buch bei mir zu Hause ist, habe ich täglich darin geblättert. Immer wollte ich nur kurz etwas nachsehen, doch dann blieb ich hängen und las mehrere Seiten, konnte nicht mehr aufhören. TENDER - OBST bietet nicht nur Rezepte, sondern auch Anregungen und Ideen, und genau das suche ich. Gerade heute, wo man im Winter Erdbeeren kaufen kann oder mitten in Deutschland überall Kiwi und Bananen erhält (nichts dagegen, ich freue mich über die Vielfalt und die Möglichkeiten), halte ich es für wichtig, nicht die Ursprünge zu vergessen. Wenn man heute jemanden fragt, wann welches Obst geerntet wird oder ob eine Frucht am Strauch oder einem Baum wächst, ja ob es überhaupt in Deutschland angepflanzt wird oder aus dem Ausland stammt - müssen sehr viele kapitulieren (ich nehme mich in manchen Fällen leider nicht aus). Slater weckt die Lust am Do-It-Yourself, und noch nie habe ich es sosehr bedauert, keinen eigenen Garten zu besitzen. Die Früchte werden dem Leser hier nähergebracht, als wären es Protagonisten eines spannenden Romans, man möchte sie kennenlernen, mehr über ihre Geschichte, ihre Persönlichkeit erfahren.

REZEPTE

Die Rezepte sind sehr unterschiedlich. Es gibt Rezepte mit und ohne Fleisch, simple Dinge ebenso wie ausgefallene Kreationen. Mit wenig Geld und Aufwand ist es möglich, einen Hauch von Luxus in der Küche zu zaubern, das zeigt Slater ganz deutlich. Denn er ist Purist, einige Rezepte kommen sogar mit gerade einmal 3 Zutaten aus.

Zu den Rezepten schreibt er gelegentlich persönliche Texte, die Anleitung ist ausführlich und anschaulich. Abgesehen vom regulären Rezeptteil hat er häufig weiter hinten im Kapitel weitere Ideen zur Variation und Verbesserung von Rezepten. Für mich, die ich nicht nach Rezept sondern Gaumen koche, ist das perfekt. Besonders ansprechend finde ich seine Auflistung, welches Obst mit welchen Gewürzen und Zutaten harmonisiert. Dadurch ist es möglich, eigene Kreationen zu erschaffen und sich von den vielfältigen Möglichkeiten inspirieren zu lassen.

Selbst habe ich noch kein Rezept davon nachgekocht. Aber erstens werde ich das eh nicht tun, und zweitens bin ich derzeit heftig erkältet und kann nichts schmecken, das kann noch ein paar Tage dauern. Und ich platze, wenn ich Euch das Buch nicht jetzt schon vorstellen darf ;-)

AUFMACHUNG, FOTOS

Die Bilder stammen von Nigel Slaters Stammfotografen, Jonathan Lovekin. Die Bilder sind schlicht und anregend, strahlen Lebensfreude aus und sprechen die Sinne an. Es ist nicht jedes Rezept mit Bildern versehen, das ist auch nicht nötig. Dafür gibt es viele Bilder nicht nur von einzelnen Gerichten, auch von den Früchten selbst, vom Garten, von den Blüten. Passend zum Inhalt, der "tender" (zärtlich, sanft) und nicht nur Titel sondern auch Motto des Buches ist, sind die Bilder lustvoll, zärtlich, ja auf ihre eigene Weise beinahe erotisch. Sie machen Lust, regen an und wecken den Wunsch nach Genuss dieser Köstlichkeiten. Mir gefällt, dass sie trotz allem recht schlicht sind. Keine hochgepushten Bilder, die aussehen wie "oh mein Gott, dieses Rezept krieg ich eh nie hin", sondern die dazu einladen, es selbst einfach einmal zu versuchen.

SPRACHE

Noch nie zuvor habe ich gelesen, wie jemand so leidenschaftlich und emotional über Nahrung spricht. So völlig unverkopft, rein aus dem Bauch heraus und ganz im Hier und Jetzt verankert, den perfekten Genuss, den perfekten Moment zelebrierend.

Obwohl es ein Sachbuch ist, liest es sich unterhaltsam, flüssig und mit einem Lächeln (oder auch verschmitzten Grinsen, je nach Situation). Die Sprache ist klar und direkt in der Aussage, leicht verständlich. Dabei aber sehr weitschweifig in ihren Worten, bildreich und verspielt. Slater spielt nicht nur gerne mit den Rezepten und Variationen, er spielt auch mit der Sprache, mit dem Leser. Er versteht es, beim Lesen alle Sinne anzusprechen und die Vorfreude auf das kommende Rezept zu wecken. Würde man das Buch auf seine Rezepte reduzieren (wie sonst bei Kochbüchern üblich), man nähme ihm die Seele!

FAZIT

Ein wundervolles Buch, das mich durch und durch begeistert. Eine Liebeserklärung an den Garten, das Obst und die Küche. Leidenschaftlich und voller Genuss. Wer mit Leib und Seele die Zutaten würdigt, wer in Essen mehr sieht als nur eine einfache Gaumenfreude, für den ist das Buch ein Quell an Inspiration.
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Tender | Obst: Vom Apfel bis zur Weintraube
Tender | Obst: Vom Apfel bis zur Weintraube von Nigel Slater (Gebundene Ausgabe - 11. März 2013)
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