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4.0 von 5 Sternen Vom Sinn unseres Lebens
Mittlerweile kann man den promovierten Philosophen und Dramaturgen gut und gern als Experten für Familiengeschichten betrachten. Mehr oder weniger alle seine Romane sind sehr erfolgreiche Bücher, in denen Familiengeschichten im Mittelpunkt stehen. Und von Düffel bleibt sich treu. Auch der neueste Roman beschäftigt sich auf außergewöhnliche...
Veröffentlicht am 14. Dezember 2008 von Günter Nawe "Herodot"

versus
15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Normalo-Probleme
Das hier ist ein langweilig geschriebenes langweiliges (um nicht zu sagen ödes) Buch über Normalo-Probleme von Intelektuellen-Normalos die, was heute ja normal ist (wirklich? das wussten wir ja noch gar nicht!), sich erst relativ spät entscheiden, Kinder zu bekommen und sich dann mit Unruchtbarkeitsproblemen, Altersangst etc. herumschlagen und sich und...
Veröffentlicht am 15. Februar 2008 von Stephan


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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vom Sinn unseres Lebens, 14. Dezember 2008
Von 
Günter Nawe "Herodot" (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Beste Jahre (Gebundene Ausgabe)
Mittlerweile kann man den promovierten Philosophen und Dramaturgen gut und gern als Experten für Familiengeschichten betrachten. Mehr oder weniger alle seine Romane sind sehr erfolgreiche Bücher, in denen Familiengeschichten im Mittelpunkt stehen. Und von Düffel bleibt sich treu. Auch der neueste Roman beschäftigt sich auf außergewöhnliche Weise mit diesem Thema.

Der namenlose Ich-Erzähler, erfolgreicher Schauspieler, knapp über die vierzig, glücklich verheiratet, beginnt, sich mit dem Älterwerden zu befassen. Längst sind die wilden Jahre vorbei. Man(n) und Frau, auch sie Schauspielerin, sind etabliert. Nur eines fehlt noch zum Glück: die Elternschaft. Statt "fruchtbar zu sein und sich zu mehren", was auf natürliche Weise nicht ging, die biologische Uhr tickt unüberhörbar, machen die modernen Reproduktionstechniken möglich."Wir waren die Avantgarde der Familienplanung". Mit Erfolg. "Wir sind schwanger".

Wunderbar leise und einfühlsam beschreibt von Düffel den Weg zur Familie, die Beschwernisse, die Gefühle, das Glück später Eltern, das nicht nur die werdende Mutter empfindet, sondern auch der "schwangere Mann". "Obsklappt?" hat sich als liebevoller Name erhalten - und ist ein Stück Realität geworden. Die Frage nach dem "Sinn unseres Lebens" wird gestellt - und nach der Verantwortung. Hier zeigt sich der Autor als ausgezeichneter Beobachter, der sowohl in die Geheimnisse der Psyche eindringt, als auch in die gesellschaftliche Diskussion der kinderlosen Vierziger. Ein brillantes Psychogramm.

In diese Idylle bricht HC ein. Ein ehemaliger Freund aus Studienzeiten, der nicht nur alte Zeiten wieder aufleben lässt, sondern auch einen sehr eigenartigen Wunsch damit verbindet. Er ist zeugungsunfähig und wünscht sich, das der werdende Vater an seiner Stelle seiner Frau zur Schwangerschaft verhilft. Dass sich diese Frau als ehemalige Flamme aus längstvergangenen Zeiten herausstellt, macht die Sache besonders pikant. Eine "Geschichte der Zerstörung" auf der einen Seite und des Glücks auf der anderen Seite: Julian, 51 cm, 3430 Gramm.

John von Düffel ist ein nachdenkliches Buch gelungen: Über die vermeintlich besten Jahre des Mannes und wie und mit welchen Folgen sie vergehen. Es ist ein Buch voller Gespür - erstaunlicherweise auch für die Psyche der Frau in der besonderen Situation. Und es ist ein Buch auch über das Wesen der Schauspielerei, besipielhaft dargestellt an den Lehr- und Wanderjahren des Helden von der Provinzbühne bis zum erfolgreichen Mimen an einem großen Theater. Hier erscheint dem Leser plötzlich der Autor, der sich hinter der ganzen Geschichte versteckt. Eine Art "Schlüsselroman" also - auch wenn von Düffel wohl etwas augenzwickernd diesen Gedanken von sich weist.
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15 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Normalo-Probleme, 15. Februar 2008
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Beste Jahre (Gebundene Ausgabe)
Das hier ist ein langweilig geschriebenes langweiliges (um nicht zu sagen ödes) Buch über Normalo-Probleme von Intelektuellen-Normalos die, was heute ja normal ist (wirklich? das wussten wir ja noch gar nicht!), sich erst relativ spät entscheiden, Kinder zu bekommen und sich dann mit Unruchtbarkeitsproblemen, Altersangst etc. herumschlagen und sich und andere bis zum abwinken damit nerven bis sie dann endlich bei der sechsten IVF Erfolg haben und dann stolz mit 43 Papa und Mama werden - alles nichts neues, alles schon hundert mal gehört und wahrscheinlich schon durch zwanzig Serien im Hamburger Abendblatt abgedeckt für dessen Leser dieser Normalo-Autor offenbar schreibt. Was dieses wirklich quälend langweilige und konventionelle Buch über einen uninteressanten Schauspieler-Charakter (es passiert auch gar nichts) auf der longlist des DBP verloren hat, werden wohl nur die Architekten des üblichen Verlagsproporzes wissen. Am schlimmsten ist, dass es in all seiner Konventionalität den Leser zustäzlich mit Perspektiv-Spielereien gymnasialer Originalität aufhält (Ich Du Er (!)) und diese bis zum Ende durchgezogene Fruchtbarkeits-späte-Eltern-Leier mit einer ganz und gar unrealistichen Alter-Freund-Geschichte auf Groschenroman-Niveau unterlegt, um wenigstens irgendwoher etwas Spannung zu besorgen. Und dann diese Auflösung, dass er wirklich tut, was von ihm verlangt wird! Warum? Wie erklärt sich das aus dieser Figur? Und das pathetisch knappe Ende! Was ist das für ein Blödsinn. Geht zum Frauenarzt und lasst euch eine Broschüre geben, wenn ihr etwas über Fruchtbarkeitsprobleme wissen wollt. Aber lasst dieses Buch stehen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Schwangerschaftsentertainer, 11. November 2007
Von 
HG (Dresden) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Beste Jahre (Gebundene Ausgabe)
John von Düffel berichtet über die Schwierigkeit eines Kinderwunschprojektes zwischen der post-koitalen Überflüssigkeit eines werdenden und dem himmelhoch jauchzenden Gefühl des zu erwartenden Vaterseins.

Der namenslose Held in von Düffels großartigem Roman, der früher jedem Rockzipfel hinterher jagte und seinem Ich eine überdurchschnittlich große Bedeutung zukommen ließ, bemerkt im Jetzt, mit Anfang Vierzig, eine tiefe innere Zufriedenheit.
Und trotzdem befindet er sich in einer Umbruchszeit. Er, Schauspieler an einem Hamburger Theater und seine ebenfalls schauspielernde Frau Lisa, haben ihre biologische Familienplanung etwas nach hinten verlagert. Erst mit dem Einzug in ein neues Heim und dessen Wohnungszuschnitt, stellte sich für beide die Frage, ob denn dem zusätzlichen "Gästezimmer" nicht durchaus eine andere Funktion zukommen sollte. Das Resultat: beide sind schwanger "Seine Frau (...) mit ihrem Kind und er mit seiner neuen Rolle, die ihn nun schon im vierten Monat beschäftigte."
Aber ganz so einfach und problemlos ließ sich dieser Zustand nicht herbeiführen.

Der Autor lässt seinen Helden von den Bemühungen der beiden Eheleute berichten, endlich den erwünschten Nachwuchs zu bekommen, der aufgrund der widrigen Umstände schon mal den Pseudonamen "Obsklappt" erhält. Da wird über verschiedenste Formen der "Fortpflanzungsermöglichungsmedizin" sinniert oder aber über veritable Empfängniskiller, Hormon-Manipulation und Spermiogramm diskutiert.
Das hört sich alles weniger nett an. Aber wie Düffel darüber berichtet ist einfach großartig. Wunderbar leicht, mit jeder Menge Humor, Charme, aber auch tiefgehenden Selbstreflektionen überzeugt er den Leser von den Schwierigkeiten eines späten Kinderwunsches, den genetischen Demütigungen und der Leere einer beginnenden Midlife-Crisis auf hohem literarischem Niveau.

Einen zusätzlichen, treibenden Spannungsbogen und überraschenden Richtungswechsel der Erzählung erreicht er mit dem Auftauchen seines ehemaligen besten Freundes "HC". Ihre gemeinsame Vergangenheit kurz nach dem Mauerfall in Stendal spielt eine entscheidende Rolle für die weitere Romanhandlung. Gerade diese Erinnerungen gehören zu den großartigsten und witzigsten Passagen in seinem Buch. Hier ist ihm ein wunderbarer und scharfsinniger Einblick in die damalige epochale Umbruchsstimmung gelungen, gewürzt mit einer Prise großartigen Humors.
Jener Freund "HC" sorgt gleichfalls dafür, dass die Geschichte am Ende mit Vollgas auf eine Pointe zurast, mit der die Natur beim menschlichen Zeugungsprozess augenzwinkernd wieder in ihr Recht gesetzt wird.

Die Rahmenhandlung der Erzählung spielt in der Zeit des 4. und 5. Schwangerschaftsmonats von Lisa. Von Düffel erweitert diese Zeit um Rückblicke in seine "wilden Jahre" und die schwierige Zeit der Versuche, ein Kind zu bekommen. Dabei wechselt der Roman mehrfach die Erzählperspektive, verfällt aus der neutralen 3. Person in die 1., manchmal gar die 2. Person oder berichtet in der 1. Person Mehrzahl. Diese Wechsel erfolgen jedoch harmonisch und werden vom Leser keineswegs als störend empfunden, im Gegenteil: so verdeutlicht von Düffel die multiplen Persönlichkeiten und Rollen seines Protagonisten hervorragend.

Fazit:
"Beste Jahre" erzählt die Geschichte zweier Menschen, die jahrelang alles getan haben, um Kinder zu verhüten, und nun alles dafür tun, um ein Kind zu bekommen.
John von Düffel, der sich als genauer Beobachter und souveräner Erzähler erweist, ist damit ein wunderbares Porträt eines Mannes in den "besten Jahren" sowie ein großartiges Buch über das Älterwerden gelungen.
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15 von 20 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das große Abenteuer in der Lebensmitte!, 8. September 2007
Rezension bezieht sich auf: Beste Jahre (Gebundene Ausgabe)
John von Düffels neuer Roman "Beste Jahre" hat durchaus das Zeug, zum Kultroman einer ganzen Generation zu werden. Er porträtiert hier am Beispiel eines Schauspielers jene gut ausgebildeten, aufgeklärten Menschen um die Vierzig, die sich zunächst für die Karriere entscheiden, um dann ganz bewusst Familie zu gründen.

Das ist auch der Lebensentwurf des Schauspielers und Helden dieses Romans. Er befindet sich nicht nur altersmäßig in den sprichwörtlichen "besten Jahren" und ist gerade total zufrieden: Er muss nicht mehr auf jede Party, nicht mehr jedes Abenteuer mitmachen. Er hat auch keine Konflikte mehr mit den Eltern, noch nicht mit der folgenden Generation und schon gar keine inneren mehr mit sich selbst. Er ist glücklich verheiratet mit Lisa, ebenfalls Theaterschauspielerin, und gemeinsam gefällt ihnen ihre private "Truman-Show" - ein Ablauf aus liebgewordenen Ritualen und Gewohnheiten. Sie sind sesshaft geworden und haben ein Zimmer in ihrer neuen Wohnung übrig. Das ist die Initialzündung für den immer wieder aufgeschobenen Kinderwunsch. Ihn nun zu realisieren, ist jedoch leichter gesagt als getan. Und nur noch auf Reproduktions-medizinischem Wege möglich. Und alles, was vorher so angenehm vorhersehbar schien im Leben der Beiden wird nun gründlich auf den Kopf gestellt...

Der Dramaturg John von Düffel, der schon mit "Houwelandt" einen grandiosen Familienroman geschrieben hat, hat hier eine sehr glaubwürdige Geschichte erzählt: Aus wechselnder Perspektive erzählt hier ein Mensch, der spürt, das er sich mit dem Babyprojekt wohl auf das größte Abenteuer seines Lebens eingelassen hat. Manchmal sehr witzig, wenn er beschreibt, wie man plötzlich alles mit der Kinderwunschbrille aus anderer Perspektive betrachtet (einschließlich Hautenge-Jeans-Trägerinnen im Geiste als unfruchtbar wahrnimmt), wie sich die Welt plötzlich in Eltern und Nicht-Eltern unterteilt und den Beginn jener Sorgen und Nöte, die so nur Eltern erleben.

Die Wendung, die diese Geschichte schließlich nimmt, schildert noch einmal die ganze Dramatik eines unerfüllten Kinderwunschs, einschließlich sehr befremdlicher Ideen, auf die Menschen kommen können, wenn "es" nicht sein soll...
Und doch vermeidet dieses Buch weitestgehend die gängigen Klischees, in die werdende Eltern gesteckt werden.
Das ist zum einen der starken Sprache zu verdanken, die Düffel zu so einem souveränen Erzähler macht. Aber auch der nötigen Distanz, die der Autor zu seinem Protagonisten wahrt.

Ein schönes Buch, auch für alle, die längst Eltern sind und gewiss auch für Menschen ohne Kinder oder entsprechenden Wunsch. Und eben vor allem ein Buch für oben genannte Generation!
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Zu alt, 24. Dezember 2007
Von 
Niclas Grabowski "niclas grabowski" (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Beste Jahre (Gebundene Ausgabe)
Vielleicht sollte man ein Buch lieber nicht lesen, wenn man sich in derselben Lebenssituation befindet wie der Protagonist. Denn ständig fühlt man sich zum Widerspruch herausgefordert. Nein, meine Wirklichkeit ist doch ganz anders. Wie kann man nur so empfinden wie im Buch beschrieben? Und so bleibt einem vieles fremd, und die für die Wirkung eines Romans so wichtige Empathie mit den handelnden Personen bleibt aus.

Ein Schauspieler an einem Provinztheater hat die 40 gerade überschritten. Seine Frau, auch nicht viel jünger, ist schwanger. Es ist vielleicht ein typisches Bild für die aktuelle Generation, dass bei den beiden zuerst die Karriere und dann das Kinderkriegen kamen. Denn permanent erhält man den Eindruck, dass unser Schauspieler schon ein alter Mann ist. Er empfindet es als erleichternd, dass seine wilden Zeiten vorbei sind. Er muss - wie er schreibt - in seinem Leben nicht mehr "Ich" sagen. Seine Träume sind entweder realisiert oder erloschen. Was ich hier lese, ist ein so tiefes Ruhen in der engen Wirklichkeit Oldenburgs, dass ich als Großstädter schon fast von vorgezogenem Tod sprechen würde.

Und so sind mir die merkwürdigen Krisen des Protagonisten auch nur bedingt nachvollziehbar. Kaum wird über den Abschied vom schnellen, wilden und vielleicht auch verantwortungslosen Leben reflektiert, der für werdende Eltern sonst eine so große Rolle spielen und das Leben verändern kann. Auch die Auswirkung, die der Nachwuchs auf solche Themen wie Karriere und Mobilität hat, spielt hier keine Rolle. Denn die Karriere der werdenden Eltern im Buch ist eigentlich schon abgeschlossen. Man ist verbeamtet, wenn auch an einem Theater. Und die Rolle des jugendlichen Liebhabers rückt aus Altersgründen langsam ohnehin aus dem Fokus. Ehrlich gesagt, diese Eltern werden dem Kind sehr schnell fremd werden, das war der Gedanke, der mich beim Lesen des Buches oft verfolgte. Kein Wunder übrigens, dass die Elternschaft auch nur mit medizinischer Nachhilfe geglückt ist. Ist dies nun ein gelungenes Bild einer Generation zu später Eltern? Wenn ja, ist es ein trauriges Bild.

Die Krise, der Konflikt, durch den der Protagonist dann durch muss, stammt natürlich nicht aus seiner Gegenwart, sondern aus seiner Vergangenheit. Sein wichtigster Jugendfreund taucht auf, und auch die Erinnerung an eine verlorene Liebe spielt plötzlich eine Rolle. Mich hätte hier die Frage bewegt, ob das Kind mit einer anderen nicht den endgültigen Abschied von der idealen, weil letztendlich unbekannten Schönen bedeutet. Aber nein, unser Protagonist hat ja selbst das schon hinter sich. Die schöne Dame aus der fernen Vergangenheit (und dem fernen Stendal) spielt auch schon keine Rolle mehr in der Gefühlswelt. Dabei wollte man damals doch sogar einen Roman schreiben, um ihr Herz zu gewinnen. Aber gegen Ende kommt dann doch kurz ein bisschen Aufregung in das Leben, als die verschiedenen Handlungsstränge des Romans professionell zusammengeführt werden.

Aber mir ist das alles für einen wirklich gelungenen Roman zu wenig. Zumal das schon kreative Ende doch letztendlich ohne gravierende Folgen bleibt. Es weht ein zu leichtes Lüftchen, möchte ich sagen. Ich lese lieber von Stürmen in einem Roman. Weiterhin fällt auf, dass die falschen Fährten, die im Lauf der Handlung gelegt werden, doch recht schnell durchschaubar sind. Oder sollte hier nur die Weltfremdheit des erzählenden Protagonisten erläutert werden? So oder so, ich musste der Versuchung widerstehen, einige Seiten zu überblättern. Gelungen dagegen sind einige der Perspektivwechsel in der Erzählweise. Trotzdem das Buch durchgehend aus der subjektiven Sicht des Erzähler beschrieben ist, schafft der Wechsel in die zweite und dritte Person an entscheidenden Stellen eine wichtige Distanz. Eine interessante Technik.

Zusammenfassend: Noch drei Sterne.
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5 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Rezensent, selbst im Alter von 50 spät Vater geworden, ist begeistert von diesem ehrlichen und gleichzeitig lustigen Buch, 20. Februar 2008
Von 
Winfried Stanzick (Ober-Ramstadt, Hessen Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Beste Jahre (Gebundene Ausgabe)
John von Düffels neuer Roman ist ein Männerroman, ein Roman über das Vaterwerden und das Vatersein. Vor allen Dingen ist es ein Roman über das teilweise Überflüssigwerden des Mannes nach der Geburt seines Kindes.

John von Düffels namensloser Held ist Anfang Vierzig und arbeitet als Schauspieler an einem Hamburger Theater. Er, der frühere Frauenheld, der nichts ausliess, lernt in einem langen Prozess die Gegenwart zu schätzen und das Jetzt: "Er musste nicht mehr unbedingt mit dieser oder jeder Frau schlafen, auch nicht länger seinen Vater umbringen. Er hatte keinen Konflikt mehr mit der älteren Generation und noch keinen mit der jüngeren."

Es gibt nichts mehr Dramatisches in seinem Leben, nicht ganz ohne negative Folgen für seinen Beruf. Doch bald ist eine neue Dramatik in seinem Leben. Nach langen, schmerzhaften und quälenden Versuchen, ein Kind zu bekommen, sagt seine Frau eines Tages zu ihm . "Du wirst Vater."

Und nun beginnt eine spannende Zeit, die John Düffel in einer genau beobachtenden Sprache erzählt, so genau, dass mit Fug und Recht vermutet werden darf, dass dieser köstliche und gleichzeitig anspruchsvolle Roman viele autobiographische Züge hat.

Mit diesem Werk, das auf der Liste für den Deutschen Buchpreis stand, ist John von Düffel ein wunderbares Porträt eines Mannes in den "besten Jahren" gelungen. Der Rezensent, selbst erst vor einigen Jahren später Vater geworden und sich auch in den besten Jahren wähnend, war jedenfalls begeistert.
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3.0 von 5 Sternen Handlung! Handlung! Handlung!, 9. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Beste Jahre (Gebundene Ausgabe)
Wenn John von Düffel nicht vergessen würde, dass ein Roman auch der HANDLUNG bedarf und nicht nur der Reflektion und des Wortspiels (beides beherrscht er nämlich geradezu meisterlich), stünde er ganz sicher auch bei den LESERN in der ersten Reihe deutscher Schriftsteller. So und nicht anders lautet mein Resumee nach Lektüre dieses Romans.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Herrlich!, 25. Januar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Beste Jahre: Roman (Taschenbuch)
Eine Geschichte, um die sicher viele junge Autoren John von Düffel beneiden. Locker und unterhaltsam geschrieben und trotzdem noch auf der letzte Seite eine unerwartete Wendung.
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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Unterhaltsam und gleichzeitig tiefgründiger Roman, 15. Februar 2008
Rezension bezieht sich auf: Beste Jahre (Gebundene Ausgabe)
Dank der modernen Reproduktionsmedizin wird der Schauspieler zum designierten Vater und damit auch Teil einer entstehenden Familie. Sein Ich wird zu einem Wir, bestehend aus seiner Frau Lisa, dem Kind Obsklappt (wie es von beiden immer genannt wird) in ihrem Bauch und dem Schauspieler. Die Gewöhnung ist einerseits aufregend, andererseits durchaus noch im Rahmen der alltäglichen Truman-Show" des Pärchens. Der werdende Vater kann nicht mehr anders, als alles unter den Kriterien des Zeugens und Gebärens zu betrachten. Dass dies höchst amüsant ist, muss nicht eigens erwähnt werden, zumal es in einem kurzweiligen Stil geschildert wird und von Zeit zu Zeit auch das ein oder andere Späßchen eingestreut wird.

Würde der Roman nur daraus bestehen, käme dem Leser nach hundert Seiten das Gähnen und nach zweihundert würde er ihn zugunsten einer Comedy-Serie im Fernsehen weglegen. Doch mit seinem ehemaligen Griechischlehrer Herrn Dr. Moosheimer und dem Schul- und Studienfreund HC, Hans-Christian Meyerdierks, gerät die alltägliche Trueman-Show" reichlich durcheinander. Damit hebt sich die Geschichte von der bloßen Banalität ab, gewinnt erheblich an Spannung und entwickelt sich beinahe zu einem Gebär- und Fruchtbarkeitskrimi.

Immer wieder gelingt es John von Düffel scheinbar beiläufig Erwähntes plötzlich in den Mittelpunkt zu rücken und zu einem dichten Gewebe zu verschlingen. "Beste Jahre" wird dadurch zu einem unterhaltsamen und gleichzeitig tiefgründigen Roman, der es schafft den Leser von Zeit zu Zeit einem unbefangenen Lachen bringt, von dem dann aber doch ein bitterer Nachgeschmack bleibt. Hat sich das Gewebe verdichtet und ist die Handlung in Fahrt gekommen, ist es kaum mehr möglich, das Buch wegzulegen.
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen gefühlvoll, 22. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: Beste Jahre (Gebundene Ausgabe)
Mir hat das Buch gut gefallen, vor allem auch deswegen, weil mich das Thema selbst bewegt, weil ich nächstes Jahr Vater werde, nur auf einem anderen Wege. Die Geschichte entwickelt sich schön, man kann sich jederzeit zurechtfinden, hat einen guten Anspruch und zum Schluss gibt es noch Überraschungen.
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Beste Jahre
Beste Jahre von John von Düffel (Gebundene Ausgabe - 24. August 2007)
EUR 19,90
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