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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Lieblings-Murakami
Haruki Murakami hat angeblich zwei Kurzgeschichten miteinander verschmolzen, um diesem Roman zu schaffen. Die zweisträngige Handlung ist in der Tat die große Attraktion dieser Story: Auf der einen Seite bahnt sich der Held mit einem Wissenschaftler und einem Mädchen einen Weg durch die schaurigen Katakomben von Tokyo, im Kopf ein fehlgeschlagenes...
Veröffentlicht am 2. November 2005 von Djangolina

versus
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Njääää ...
Inhalt
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„Hard Boiled Wonderland und das Ende der Welt“ gliedert sich in zwei Geschichten, die parallel erzählt werden. Dabei widmen sich die einzelnen Kapitel jeweils abwechslungsweise einer der beiden Geschichten, die auch typografisch in Form unterschiedlicher Schrifttypen unterscheidbar sind.

Die erste Geschichte (Das...
Vor 13 Monaten von Mephitidas veröffentlicht


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28 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mein Lieblings-Murakami, 2. November 2005
Haruki Murakami hat angeblich zwei Kurzgeschichten miteinander verschmolzen, um diesem Roman zu schaffen. Die zweisträngige Handlung ist in der Tat die große Attraktion dieser Story: Auf der einen Seite bahnt sich der Held mit einem Wissenschaftler und einem Mädchen einen Weg durch die schaurigen Katakomben von Tokyo, im Kopf ein fehlgeschlagenes wissenschaftliches Experiment, verfolgt von ekligen, schwarzen Viechern - und andererseits ist sein Traum-Alter-Ego in einer surrealen Stadt gefangen, in der es seines Schattens beraubt wird und, gebeutelt von Erinnerungsverlust, die Flucht plant.
Kann man sich eine verrücktere, spannendere Geschichte ausdenken? Besser gehts doch einfach nicht für einen Plot. Klar, dass die beiden Handlungsstränge auf einen gemeinsamen Höhepunkt zulaufen... Was wird passieren? Kann sich der Held retten? Bei Murakami ist das nun mal nicht abzusehen, und das ist gerade hier unheimlich spannend.
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27 von 28 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einfach grandios, 28. Juli 2005
Selten, wirklich sehr selten hat mich ein Buch so begeistert, wie dieses! Zwei Geschichten laufen scheinbar ohne Zusammenhang nebeneinander her - und sind doch Teile des Ganzen. Eine faszinierende Science-Fiction-Story auf der einen und eine kafkaeske Erzählung auf der anderen Seite laufen immer mehr aufeinander zu. Lange Zeit wird der Leser im Dunkeln gehalten und hat das Gefühl, nicht zu verstehen, worum es geht. Trotzdem passt am Ende alles zusammen!
Völlig unverständlich, warum dieses literatische Meisterwerk derzeit nicht verlegt wird.
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26 von 27 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Murakamis Bester, 18. September 2003
Von Ein Kunde
Hard boiled wonderland kann getrost als Murakamis bester Roman bezeichnet werden. Zwei Handlungsebenen laufen nebeneinander ab, beide in eigenem sprachlichen Stil und beide aus einem anderen Genre. Hard boiled Wonderland ist typisch Murakami, wenn auch angereichert mit Science Fiction. Das Ende der Welt ist absolut dem Fantasy Bereich zuzuordnen. Aber auch Menschen, die weder Star Wars noch Herr der Ringe mögen müssen dieses Buch lesen. Nach und nach werden die Parallelen der beiden Handlungebenen mehr. Der Stil wird ähnlich und letztendlich wird der Zusammenhang auf grandiose Art und Weise aufgeklärt. Dieses Buch ist mit seinen Einhornschädeln, Mauern, Schwärzlingen, dicken rosa Frauen und dem sympathischen aber fremdgesteurten Hauptcharakter ein MUSS.
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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Japans coolster Exportartikel seit Sushi!, 3. September 2002
Von Ein Kunde
Wir Menschen sind Bürger zweier Welten - das lehren alle Religionen seit Angedenken. Nur - so unterhaltsam, wie es Murakami in diesem melancholischen Parallelweltroman gelingt, hat es noch niemand darzustellen gewußt. Es käme nicht darauf an, hat Murakami einmal gesagt, daß man den Eingang in die geistige Welt findet, sondern man müsse vor allem wieder hinaus finden. Um hineinzukommen, benutzt der reine Tor in diesem Buch einen ganz gewöhnlichen Fahrstuhl. Er muß jedoch so manches Abenteuer bestehen und einige Schwierigkeiten überwinden, bevor er am Schluß die Fäden zwischen "Hard Boiled Wonderland" und dem "Ende der Welt" wieder verknüpfen kann. Das alles erledigt er fast beiläufig, mit einer abgeklärten Melancholie, die süchtig nach mehr Murakami macht. Ein Buch für Freunde von bizarren Szenarien und surrealen Begebenheiten, die mit dem augenzwinkernden Understatement eines wahren Genies vorgebracht werden. Murakami ist Japans coolster Exportartikel seit Sushi!
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33 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Einhörner in Tokyo, 14. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Hard boiled Wonderland und das Ende der Welt (Gebundene Ausgabe)
Eines ist klar: Das Buch erschließt sich dem Leser nicht sofort. Der geübte Murakami-Leser wird die eher surrealen, aber ganz lässig beschriebenen Aspekte der Geschichten (Einhörner, klar.) zunächst für sich genießen, und die zwei, kapitelweise jeweils alternierend erzählten, Geschichten neugierig verschlingen. Dann jedoch fallen einem Parallelen auf (eine liebenswerte, hübsche Bibliothekarin, besagte Einhörner, bestimmte Musikstücke) und man erkennt plötzlich die Zusammenhänge.

Ich habe das Buch neulich zum zweiten Mal gelesen und es hat mir noch besser gefallen als beim ersten Mal, da die Geschichte doch recht komplex ist und durch den Wiedererkennungseffekt gewinnt.

Der Protagonist von "Hardboiled Wonderland" ist der typische Murakami-Mann. Gebildet und abgeklärt, cool und unaufgeregt, ob er nun auf seinem Sofa sitzend der Demolierung seiner eigenen Wohnung zusieht, die rosarote Wäsche einer Bekannten im Waschsalon trocknen geht oder ein gepflegtes italienisches Abendessen mit der Bibliothekarin einnimmt. Mir hat das Lesen dieses Buches jedenfalls wieder Appetit auf Murakami gemacht und ich werde als nächstes nochmal "Mr. Aufziehvogel" lesen...
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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weichgekocht..., 28. August 2003
"Hard boiled wonderland" war das erste Buch, das mir von Murakami in die Hände gefallen ist und neben "Mister Aufziehvogel" der wohl denkbar beste Einstieg in Murakamis Welt. Eine Welt voll von Eigenbrötlern mit sympathischen Macken mit denen man sich herrlich identifizieren kann.
Eigentlich wollte ich nach den ersten Seiten gleich wieder aufgeben, da ich dachte, dies sei wieder einer dieser pseudowitzigen Romane, vollgestopft mit pseudophilosophischen Metaphern, die sich der Autor mit aller Gewalt aus den Fingern gesogen hat. Als das nächtste Kapitel dann plötzlich auch noch scheinbar völlig zusammenhanglos darauffolgte, hätt ich das Buch beinahe verworfen - hätt ich nicht so gute Rezensionen gehört und gelesen.
Und Gott sei Dank hab ich weiter gelesen, denn was sich mir offenbarte war ein spannender, aufregender, humorvoller und melancholischer Roman, der meinem Gesicht die lustigsten Mimiken entlockte und stellenweise dafür sorgte, dass ich allein auf meiner Couch kicherte und gackerte.
Die beiden Handlungsstränge, die Anfangs nichts miteinander zu tun zu haben scheinen, bescheren dem Leser - je weiter er vordringt - immer häuftiger Deja-vues, wie auch dem Protagonisten, dem man zu diesem Zeitpunkt bereits hoffnunglos verfallen ist. Die beiden Geschichten beginnen allmählich Fäden zu spannen und vernetzen sich immer dichter und dichter. Und herauszufinden, ob und wie die beiden Handlungen zusammenhängen, das sollte jeder Leser unbedingt herausfinden!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen die vollendete Form mit perfektem Inhalt, 30. Juli 2003
Dieses Buch ist ein Meisterwerk! Es ist fast schon eine Sinfionie. Die Handlung teilt sich auf zwei parallele Welten (Hard Boiled Wonderland && Das Ende der Welt) auf, zwischen welchen Kapitelweise hin und hergesprungen wird.
Das Buch ist aufgebaut wie moderne Figuren aus der Chaos-Theorie, wo selbst das kleinste Teil dem grossen ganzen aehnlich ist. Dies erstreckt sich auch auf die Handlung. So zaehlt der Held in der linken und rechten Hand unabhaengig und fuehrt dann das Ergebnis zusammen. Fuehrt er Berechnungen in der Rechten Hinrhaelfte aus, verschluesselt sie am Uebergang zur linken Hirnhaelfte wobei sein eigenes Gehirn der Schluessel ist.
Generell gilt, das Motive (zum Beispiel ein Schaedel) in "Hard Boiled Wonderland" auftauchen und im anschliessenden Kapitel, welches am "Ende der Welt spielt" schliesslich verarbeitet werden. Ganz zum Schluss werden dann beide Welten zusammengefuehrt. Wie beim zaehlen (siehe oben).
Der Geniale Ansatz ist sehr schwer zu verdeutlichen. Deswegen kann es als grosse Liestung des Autors angesehen werden ein solches Werk zu schreiben, ohne dass es auf Kosten der Handlung und Spannung geht.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Njääää ..., 22. März 2013
Von 
Mephitidas - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Inhalt
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„Hard Boiled Wonderland und das Ende der Welt“ gliedert sich in zwei Geschichten, die parallel erzählt werden. Dabei widmen sich die einzelnen Kapitel jeweils abwechslungsweise einer der beiden Geschichten, die auch typografisch in Form unterschiedlicher Schrifttypen unterscheidbar sind.

Die erste Geschichte (Das Ende der Welt) spielt quasi in der realen und somit heutigen Welt und erzählt die Geschichte eines „Kalkulatoren“ in Japan. Ein Kalkulator ist eine Art Wissenschaftler, der für Auftraggeber unterschiedlichster Art wissenschaftliche Berechnungen durchführt, die kein Computer dieser Welt berechnen könnte. Nur wenige Menschen sind geeignet für diesen Beruf, da für die Auflösung dieser komplizierten Rechnungen die beiden Hemisphären des menschlichen Gehirns entkoppelt werden müssen und somit unabhängig voneinander zu rechnen beginnen. Der Ich-Erzähler in der ersten Geschichte ist einer dieser Menschen, der diese Fähigkeit besitzt und somit die Gabe zum Kalkulatoren hat. Er landet eines Tages bei einem Auftraggeber der etwas anderen Sorte, als er durch die Hintertür eines durch und durch kuriosen Bürogebäudes in einem unterirdischen Tunnelsystem bei einem alten Professoren landet, der sich die Wissenschaft der „Schädellehre“ zu Nutze gemacht hat und derzeit kurz vor seinem grossen Durchbruch steht. Denn: Er kann Geräusche jeglicher Art verschwinden lassen. Er hat quasi eine Möglichkeit entwickelt, Geräusche „auszuschalten.“ So irre das Projekt klingt, so geheim und gefähtlich ist es zugleich. Denn die Welt, in der der Kalkulator und der Professor leben, wird dominiert von zwei sich gegenseitig bekriegenden Parteien: Den „Semioten“ und dem „System.“ Während lange Zeit „das System“ als die eigentliche Regierung anerkannt wurde, herrscht seit Jahren ein undurchsichtiger Krieg, in welchem niemandem mehr zu trauen ist. Insbesondere brisante Forschungsergebnisse – wie das des Professoren – müssen davor bewahrt werden, in die Hände der falschen zu geraten.Der Kalkulator lässt sich schliesslich auf die Forschungasrbeiten des Professors ein. Was er nicht weiss: Er selbst ist bereits seit vielen Jahren Forschungsprojekt. Und zwar Forschungsprojekt geheimer Hintermänner. Nur: In wessen Auftrag arbeiten sie?

Die zweite Geschichte (Hard Boiled Wonderland) ist komplette Fantasy. Auch sie wird aus Sicht eines Protagonisten (Ich-Erzähler) erzählt, der unerklärlicherweise in einer Art „Wunderland“ landet. Dieses „Wunderland“ ist eine an sich autonome Stadt, die von goldenen Einhörnern regiert und von einer dicken Mauer umgeben wird. Jeder der Einwohner geht einer bestimmten Arbeit nach, ohne jedoch genau zu wissen, zu welchem Zwecke sie dient. Niemand weiss, was sich ausserhalb der Mauer befindet. Noch nie hat es jemand nach draussen geschafft, nur wenige reden miteinander und beinahe niemand hinterfragt sein Dasein sowie Sinn und Zweck seiner Existenz in dieser Stadt. Der Grund dafür: Wer in dieser Stadt landet, gibt beim Pförtner am Stadttor seinen Schatten ab. Damit stirbt quasi von Zeit zu Zeit die Seele des Menschen, so dass sich jeder der Einwohner zunehmend blindlings lenken und manipulieren lässt, ohne sich zu fragen, was hier eigentlich vor sich geht. Lediglich in unserem Protagonisten flammt ein letztes Fünkchen Seele auf, das ihm erlaubt, seine Existenz und die aller anderen zu hinterfragen, um einen Ausweg aus diesem Irrgarten zu finden.

Im Verlaufe des Buches tauchen mehr und mehr Parallelen auf, die diese beiden Geschichten miteinander verweben und sich puzzleähnlich zu einem Ganzen fügen.

Das Buch & Ich
*************
Auf „Hard Boiled Wonderland und das Ende der Welt“ bin ich gestossen, weil ich zuvor die drei Bände 1Q84 von Haruki Murakami gelesen habe und ich von diesen ziemlich angetan war.
„Hard Boiled Wonderland“ spielt – aus meiner Sicht - jedoch in einer komplett anderen Liga. Sowohl sprachlich als auch inhaltlich fällt es im direkten Vergleich zu 1Q84 deutlich ab, ist weniger geheimnisvoll und viel pragmatischer. Dafür ist es inhaltlich einiges ausgeschmückter, kitschiger und fantastischer. Der Vergleich hinkt jedoch, zumal „Hard Boiled Wonderland“ der zweite von Murakamis veröffentlichen Romanen ist und in welchem die Andersartigkeit von Murakamis Erzählungen wohl noch in den Kinderschuhen gesteckt hat. Viele sagen ja, dass ihm hiermit der grosse Durchbruch gelungen ist. Ich pflichte dem insofern bei, als dass ich gut nachvollziehen kann, dass ein solcher Rroman – in meinen Augen ein Märchen für Erwachsene – Wellen in der Presselandschaft schlägt.
Dennoch ziehe ich den Vergleich zu 1Q84 bewusst, da ich (so wie ich selber) viele Leute kenne, die erst durch 1Q84 auf Murakamis Werke aufmerksam geworden sind und nicht zuletzt wegen 1Q84 auch auf „Hard Boiled Wonderland“ stossen. Für all jene könnte "Wonderland" daher eine Enttäuschung sein. Mich mit eingeschlossen.

Mir persönlich ist und war es definitiv zu viel Fiktion. Zwar wird Murakamis Fiktion mehr oder weniger seicht mit der„realen Welt“ verwoben, was mir auch schon bei 1Q84 gefallen hat. Man liest das Buch und taucht quasi ein in eine Sage, in ein Märchen und die Fantasien Murakamis und stellt sich vor, was wäre, wenn einem so etwas im realen Leben tatsächlich passieren würde. Das macht den Roman für mich greif- und nachvollziehbar und erdet gleichzeitig. Und doch war es mir insgesamt viel zu abgedreht. Der Roman ist an und für sich nachvollziehbar und gut durchdacht aufgebaut. Auch die Parallelen der beiden Geschichten, die nach und nach auftauchen, fliessen mit viel Feingefühl in die Geschichten ein. Aber dennoch: Einhörner? Unterirdische Tunnel? „Schatten abgeben“? Teilweise mutet die Story doch ziemlich überladen und realitätsfern an.

Mir ist es zwar nicht so ergangen wie anderen Rezensenten hier, die geschrieben haben, dass sie die Kapitel der einen Geschichte gar komplett ausgelassen haben; aber ich war zugegebenermassen froh, dass die Kapitel der jeweils ergiebigeren Geschichte länger waren als die der anderen. Welche jetzt welche ist und ob qualitative Unterschiede auszumachen sind, muss jeder für sich selbst entscheiden.
Jetzt – etwa 5 Wochen nach Beendigung des Buches, während ich diese Rezension schreibe – wird mir hingegen bewusst, wie wenig von der Story hängen geblieben ist. Was bleibt ist ein: „War nett, aber muss nicht sein.“

Drei Sterne.
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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Haruki Murakamis wundersame Geschichte(n) ..., 9. Juni 2006
Rezension bezieht sich auf: Hard boiled Wonderland und das Ende der Welt (Gebundene Ausgabe)
Haruki Murakamis wundersame Geschichte(n)...

Erfolg ist nicht kalkulierbar und gerade auf dem schier unüberschaubaren Literaturmarkt kann es Jahre oder Jahrzehnte dauern, bis sich dieser einstellt. Ist ein Breitenpublikum erreicht, möchte dieses vielfach auch die frühesten Arbeiten des Autors kennen lernen. Im Zeitalter des Internets und der Online-Auktionshäuser ist dies häufig kein Problem mehr - wenn man denn bereit ist, Höchstpreise zu zahlen. Eine dieser hoch gehandelten Raritäten ist die längst vergriffene Taschenbuchausgabe von Haruki Murakamis Doppelroman Hard-Boiled Wonderland und Das Ende der Welt", für die teils 3-stellige Beträge gezahlt und die auch jetzt noch bei Amazon mit Beträgen zwischen Euro 40 und 85 gehandelt wird und dies, obwohl im März 2006 eine hochwertige, optisch ansprechende und mit Lesebändchen versehene Neu-Auflage im Dumont Verlag erschienen ist.

Wie bereits in Wilde Schafsjagd" ist der Roman gespickt mit Versatzstücken aus den Fantasy- und Science-Fictiongenres sowie den typischen murakamischen Helden, die auf Grund ihrer Lonesome Rider-Mentalität" ohne weiteres dem Carverschen oder Chandlerschen und ihrer ironisch-skurril-naiven Weltsicht dem Irvingschen Universum entsprungen sein könnten; alles Autoren, deren Werke von Murakami ins japanische übertragen wurden und welche, nach eigenen Angaben, zu seinen Lieblingsautoren zählen.

... von Schlemihl und Alice

In Das Ende der Welt" begehrt der namenlose Ich-Erzähler Zutritt zu Der Stadt". Doch Der Wächter" lässt ihn erst durch, nachdem er ihm den Schatten genommen hat. In der Stadt hat niemand einen Namen, sondern wird gemäß seinem Beruf gerufen - das lesen alter Träume, die in der alten Bibliothek zu Hauf gelagert sind, wird seine Aufgabe sein. Sein zukünftiger Name - Traumleser. Als er am nächsten Abend seinen neuen Arbeitsplatz betritt, um mit seiner Aufgabe zu beginnen, erhält er kein Buch oder sonst wie geartetes Speichermedium, sondern den Schädel eines Einhorns, in dem die alten Träume gespeichert sind. Die Frau" zeigt ihm die Vorgehensweise des Traumauslesens und er macht sich an seine Aufgabe.

Hard-boiled Wonderland" ist in einem Zukunftsszenario angesiedelt. Auch hier geht es um gespeicherte Daten, deren Schutz und Verwendbarkeit. Der Ich-Erzähler ist ein so genannter Kalkulator, der hochsensible Daten nur mit reiner Gehirntätigkeit und nur einem ihm bekannten Code chiffriert, so dass diese für unbefugte Dritte unlesbar werden. Zwei konkurrierende Organisationen möchten gerne das Monopol über den Handel mit Daten erlangen. Zum einen Das System", eine halbstaatliche Institution, die sich durch den Zusammenschluss privater Firmen entstand. Und zum zweiten Die Fabrik", ein dubioses Netzwerk, strukturell der Mafia nicht unähnlich, für das so genannte Semioten, abgeworbene Kalkulatoren und Schwärzlinge arbeiten und welche die gestohlenen und dechiffrierten Daten gewinnbringend auf dem Schwarzmarkt an den Höchstbietenden verhökern.

Der aktuelle Auftrag des Protagonisten ist besonders brisant und beim Abschied vom Auftraggeber, einem Biologen, überreicht er diesem ein Geschenk mit der Bedingung, dieses erst zu Hause auszupacken. Zur Überraschung des Erzählers entpuppt sich das Geschenk als Schädel eines Säugetieres, welches in keine bekannte Klassifikation fällt. Recherchen in einer Bibliothek ergeben ein erstaunliches Ergebnis: es ist der Schädel eines Einhorns.

Das System ist schuld

Murakamis Romane sind von einer unbeschreiblichen Leichtigkeit; er ist ein Meister darin, den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, ohne den Leser zu ermüden. Kaleidoskopisch tauchen bereits in diesem frühen Werk viele Ansätze auf, die er in späteren Werken, speziell Mister Aufziehvogel" und Kafka am Strand", zur Meisterschaft führt. Dabei ist der Einfluss von Klassikern der Weltliteratur sowie religiösen Anleihen bei vielen Weltreligionen unübersehbar. Auch die Vielseitigkeit seiner Szenarien, in welchen er mühelos Elemente der Mystik, des Kriminalromans sowie des klassischen Film Noirs mit präzisen Kenntnisse der Jazz-Musik-Szene mischt und in kurzen, prägnanten und scheinbar eindeutigen Formulierungen zum Ausdruck bringt, ist einzigartig. Doch literaturwissenschaftliche Betrachtungen seien hier nur am Rande erwähnt. Wesentlich wichtiger ist, dass es einfach Spaß macht, Hard-boiled Wonderland..." zu lesen; über oder mit den agilen Protagonisten zu lachen, zu weinen, zu trauern; voller Vorfreude die nächste Seite umzublättern, gespannt darauf, welche aberwitzigen, skurrilen und/oder phantastischen Einfälle sich der Autor noch hat einfallen lassen; an den Fingernägeln zu kauen vor Aufregung darüber, zu erfahren, ob die böse mafiöse Fabrik ihr Ziel erreicht oder ob unser Held - vielmehr Antiheld - das Ärgste verhindern kann - oder ist das System an allem Schuld? Freunde dichter Szenarien sowie Anhänger von Murakami oder Yoshimoto kommen ohnehin nicht um dieses Buch herum. Doch auch aufgeschlossene Liebhaber der Werke von Paul Auster oder John Irving werden an diesem Roman ihre helle Freude haben.
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32 von 36 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Trotz Titel, Cover, Klappentext: Ein richtig gutes Buch!, 10. Januar 2003
Von 
Thomas Liehr (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Von Amazon bestätigter Kauf(Was ist das?)
Normalerweise hätte ich das Buch mit dem sperrigen Titel, dem seltsamen Klappentext und dem scheußlichen Cover nicht angefaßt - wäre es mir nicht empfohlen worden. Außerdem: Zeitgenössische Belletristik von Japanern? Japan, das ist Sony, Suhi, Sumo, Sado-Maso, Großkonzerne als Familienbetriebe mit tausenden von Geschwistern, Game-Shows, bei denen die Teilnehmer an den Füßen aufgehängt lebende Frösche essen müssen, Wohnungen in Sarggröße, null Individualität, alle fahren die gleichen Kleinwagen. Oder so.
"Hard-boiled Wonderland" ist allerdings so un-klischeemäßig-japanisch, wie man sich das nur vorstellen kann, der Vergleich mit zeitgnenössischer amerikanischer Literatur liegt weitaus näher, als derjenige mit Haiku und Stäbchenessen. Tatsächlich sind Murakamis Vorbilder hauptsächlich auf dem nordamerikanischen Kontinent zu suchen, einige von ihnen - Updike etwa - hat er selbst übersetzt. Dem Buch ist das deutlich anzumerken. Nicht zuletzt deshalb zählt der Autor zu den maßgeblichsten der "jüngeren" Szene Japans.
Ein - wie alle anderen Figuren auch - namenloser Mittdreißiger in der "nicht allzu fernen Gegenwart" Tokyos arbeitet als Kalkulator für "Das System", der zentralen Einrichtung für den Schutz von Daten-Copyrights. Kalkulatoren verfügen über außerordentliche kognitive Fähigkeiten, sind dazu in der Lage, im Dialog zwischen beiden Gehirnhälften große Zahlenkolonnen zu "waschen" oder, wie unser Protagonist, gar zu "shuffeln", ein Verfahren, das neu, komplex, geheim und - eigentlich - verboten ist. Wäre da nicht der skurrile Professor mit seinem hochgeheimen Laborkomplex, irgendwo in den Niederungen der Hauptstadt, der unseren Helden für einen Auftrag anwirbt. Eine Kette von seltsamen Ereignissen sucht den eigenbrötlerischen, whiskeytrinkenden und alte Hollywoodfilme verehrenden Protagonisten heim, von denen der Besuch durch die "Firma", der Gegenorganisation zum "System", noch zu den harmloseren gehört - trotz Folter und Zerstörung der Wohnungseinrichtung.
In einer Jetztzeit-Parallelhandlung erzählt Murakami von einem Menschen, der in eine seltsame, gefängnisartige Stadt kommt, am Tor gar seinen Schatten abgeben muß, in ein stoisches, aber konflikt-, ereignis- und wunschfreies, zielloses Leben gestoßen wird, sich damit aber - in Gegensatz zu den anderen Bewohnern - nicht so recht abfinden will. Diese sehr metaphorisch anmutende Nebenhandlung am "Ende der Welt" steht in direkter Verbindung mit dem Hauptgeschehen ("Hard-boiled Wonderland"), aber mehr zu erzählen würde zu viel vorwegnehmen. Gutes.
Murakami schreibt lakonisch, fast unterkühlt, enorm witzig, bild- und einfallsreich, und obwohl es sich anhört, als ginge es hier um einen Science-Fiction-Roman, ist "Hard-boiled Wonderland und das Ende der Welt" eine Hommage an das Individuum, ein Manifest gegen die Seelenlosigkeit des Alltags, ein Hilfeschrei gegen Ent-Individualisierung, ein Dokument gegen all jene Werte, die (nicht nur) die japanische Gesellschaft zu prägen scheinen - losgelöst von dem unaufdringlichen SF-Kontext, der die Story lediglich trägt. Das Buch liest sich eigenartig, aber leicht, verwirrt mit originellen Gedankenspielen, verwöhnt mit ungewöhnlichen Metaphern, wärmt mit ehrlichen Liebeserklärungen, beeindruckt mit kreativen Gedankenspielen - und ist einfach gut geschrieben.
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Hard boiled Wonderland und das Ende der Welt
Hard boiled Wonderland und das Ende der Welt von Haruki Murakami (Gebundene Ausgabe - 12. Dezember 2006)
EUR 24,90
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