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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein untypisches Schaf in einem typischen Murakami
"Wilde Schafsjagd" ist Murakamis 3. Roman. Von den ersten beiden aus den 70er Jahren hat er sich deutlich distanziert. Sie sind nie ins Deutsche übersetzt worden. Damit ist "Wilde Schafsjagd" der älteste in deutscher Sprache lesbare Murakami, 1982 geschrieben, 1984 in Deutschland veröffentlicht.

Und bereits in diesem frühen Roman ist alles...
Veröffentlicht am 15. Januar 2011 von Manfred Küper

versus
20 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Märchen ? Ein Krimi ? Eine Parabel ? Ein Fantasy-Roman ? Ein Vexierbild ? Ein Entwicklungsroman ? Ja, auch. Aber...
Murakamis "Wilde Schafsjagd" beginnt recht konventionell und trägt alle Züge einer Kriminalgeschichte; ein unbedarfter Held, ein großes, dunkles Geheimnis, mächtige Männer im Hintergrund, eine undurchsichtige Verschwörung und eine geheimnsivolle, schöne Frau. Nach und nach jedoch wandelt sich die Erzählhandlung, nimmt zusehends...
Veröffentlicht am 3. Mai 2007 von C. Stotz


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15 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein untypisches Schaf in einem typischen Murakami, 15. Januar 2011
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wilde Schafsjagd (Taschenbuch)
"Wilde Schafsjagd" ist Murakamis 3. Roman. Von den ersten beiden aus den 70er Jahren hat er sich deutlich distanziert. Sie sind nie ins Deutsche übersetzt worden. Damit ist "Wilde Schafsjagd" der älteste in deutscher Sprache lesbare Murakami, 1982 geschrieben, 1984 in Deutschland veröffentlicht.

Und bereits in diesem frühen Roman ist alles enthalten, was Murakami-Romane zum Leseerlebnis werden lässt: Ein 30jähriger Protagonist, kinderlos und frisch geschieden, gesegnet mit allen menschlichen Schwächen, die den mittelmäßigen Mann zum absoluten Sympathieträger werden lassen, erzählt seine Geschichte. Seinen Namen erfährt man nicht. Es ist nicht wichtig. Namen ändern sich. Sind Schall und Rauch.

Strenggenommen ist es nicht seine eigene Geschichte, sondern die eines Schafes. Er reagiert nur, wird hineingezogen, treibt die Handlung nicht an, sondern geht mit ungeheurem Urvertrauen wie selbstverständlich davon aus, dass etwas passiert. Und er behält jedesmal Recht.

Wie in den späteren Werken des so europäisch wirkenden Japaners bevölkern die skurrilsten Figuren die Szenerie. Eine Frau mit schönen Ohren, ein Mafiaboss, ein merkwürdiger Schafsmann, ein toter Freund, aber vor allem ein merkwürdiges Schaf mit übernatürlichen Kräften.

Mehr als in seinen späteren Romanen entwickelt sich die Story mit Schwung, scheinbar zielorientiert. Aber wie bei allen Werken Murakamis ist nicht die Auflösung des Rätselhaften das Seligmachende am Lesen, sondern das Lesen selbst. Seine Werke sind eine einzige Offenbarung, ziehen den Leser von der ersten Seite an in ihren Bann, faszinieren.

Ein wunderbares Buch, ein wunderbarer Klappentext, den zu wiederholen es lohnt: "Murakami zu lesen wirkt selbst tröstlich auf Leute, die noch gar nicht traurig sind" (Die Zeit). Wie wahr!
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27 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen bis über beide Ohren verliebt., 4. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Wilde Schafsjagd (Taschenbuch)
Ich bin nicht der große Inhaltsangabenmacher. Meist verfange ich mich in Kleinigkeiten, zerrede womöglich noch dieses wunderbare Buch; das darf mir hier keinesfalls passieren.
Was schreibe ich also hier?
Nun, ich habe mittlerweile 3 Murakamis tief eingeatmet (mit diesem jetzt 4), und mein Verlangen nach neuen Geschichten ist nach wie vor ungebrochen. Murakami ist ein Traumarchitekt, dem man seine Fantasiebauten zweifellos abkauft. In seinen Büchern gibt es keine feste Realität, unter ihr schlafen Mythen und Mysterien, die einfach da sind. Punkt.

Die Suche nach einem Schaf, einem Schaf, das einem in den Kopf steigt, Kreativität bis zum zerbersten in seinem Wirt erweckt, ihn unsterblich macht, ein Schaf mit einem Stern auf dem Rücken. Es muss gefunden werden. Absurd? Nein, das ist so. Eine detektivisch angehauchte Story, die mitsuchen lässt.
Hier treffen die Zufälle eines Paul Austers auf Einsamkeitsmomente eines Becketts. Immer wieder blitzt feiner Humor auf und...das hört sich vielleicht kindlich naiv an, einmal hat es mich sogar richtig gegruselt.
Das Ende ist sehr konsequent. Das "Tanz mit dem Schafsmann" eine Fortsetzung ist (ich habe es noch nicht gelesen) überrascht da schon, aber nun denn...
Wilde Schafsjagd ist bestes Murakami-Feeling. Auch als "Einstiegsdroge" zu empfehlen.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Der Sog der mittelmäßigen Welt, 8. Oktober 2010
Rezension bezieht sich auf: Wilde Schafsjagd (Taschenbuch)
Der freie Wille und das Schaf. In dem Roman "Wilde Schafjagd" beschäftigt sich Murakami mit der Vorstellung vom mittelmäßigen Leben in einer mittelmäßigen Welt. Es ist ein Buch voller magischer Momente und philosophischer Rätsel, das den Leser zum Schmunzeln und Nachdenken anregt.

Es ist ein Foto von Schafen auf einer gewöhnlichen Weide in den japanischen Bergen, die den neunundzwanzig Jahre alten Protagonisten in die Schafwelt entführt. Ein mysteriöser Fremder erteilt ihm den Auftrag eines der Schafe auf dem Bild zu finden. Das Schaf hat eine sternförmige Zeichnung in der Wolle. Nicht nur die Zeichnung macht das Schaf besonders. Es kann auch in Menschen schlüpfen, um sie zu lenken und seinen Plan auszuführen. Sollte der Auftrag misslingen, könnte auch das Leben des Protagonisten vorbei sein. "Wir stecken doch schon mitten in realen Schwierigkeiten!...Spürst du nicht das Wasser am Hals?....Im Gegenteil, ich liebe so was!...Das hier, das ist Leben!"
Das ist das Grundgerüst des Romanes "Wilde Schafsjagd" von Haruki Murakami. Wie in allen seinen Büchern verschmilzt die Realität mit Traum- und Jenseitswelt. Walpenisse, Ohren, Unterröcke und das Bandwurmuniversum tauchen auf, ebenso wie gescheiterte Liebe, Freundschaft und Mentholzigaretten. "Die Welt ist mittelmäßig. Daran besteht kein Zweifel."
Auch der Protagonist fühlt, dass sein Spiegelbild realer ist, als sein wahres Bild oder war es umgekehrt? Er versteht nicht nur die Frauen und Freunde nicht, manchmal versteht er auch die Welt nicht mehr. Er ist Beobachter der Welt und Vorwärtsgetriebener der Ereignisse. "Alles, was ich unternahm, lief an der Sache vorbei."
Was sich nach einer verworrenen Geschichte anhört, ist in Wahrheit eine spannende Reise in die Welt des Zufalls und des freien Willens, auf die sich jeder Leser begeben sollte, der spannende, bewegende und alles andere als mittelmäßige und langweilige Erzählungen liebt. Murakamis Sprache ist klar und voller Wärme und Witz, dabei aber niemals Trivial. "Wir kehrten zurück und hatten Geschlechtsverkehr. Ich mag das Wort -Geschlechtsverkehr- sehr. Es lässt nur ganz bestimmte Assoziationen zu."
Obwohl Murakamis Romane hauptsächlich in Japan spielen, sind die Handlungen und Orte Europäern und anderen westlich von Japan lebende Lesern fast genauso vertraut und genauso erfolgreich. Das liegt vermutlich daran, dass Murakami etliche Jahre in Italien, Griechenland und den USA lebte. Zudem übersetzte er die Bücher von Raymond Chandler, Raymond Carver, Truman Capote und John Irving ins Japanische.
Murakami lebt ein normales mittelmäßiges Leben. Er wurde 1949 in Kyoto geboren und lebt seit 2001 mit seiner Frau Yoko in Oiso in der Präfektur Kanagawa. Er liebt Jazz und das Laufen. Erst 1974 bei der Betrachtung eines Baseballspiels beschloss er zu Schreiben. 1979 wurde seine erstes Buch "Hear the wind sing" veröffentlicht, dem folgte 1980 "Pinball 1973". Der Autor erlaubte es nicht, die Bücher außerhalb von Japan zu veröffentlichen und er distanzierte sich sogar von ihnen. Diese beiden Bücher zusammen mit "Wilde Schafsjagd" bilden die "Trilogie der Ratte". Später kam noch "Tanz mit dem Schafsmann" hinzu. Insgesamt wurden bisher zwanzig Bücher von Murakami ins Deutsche übersetzt. Die Romane wurden mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein großer Roman unserer Zeit, 6. Februar 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Wilde Schafsjagd (Taschenbuch)
Haruki Murakamis ältester auf Deutsch erhältlicher Roman, erschienen erstmals 1982, weist bereits einige für das Werk Murakamis charakteristische Züge auf. So ist der namenlose Protagonist, aus dessen Perspektive der Roman erzählt wird, um die 30, kinderlos und weiß nicht so recht, was er mit seinem Leben anfangen soll. Leitmotiv ist die Entfremdung des Menschen von der heutigen Lebenswelt. Trostlos und einsam, dennoch nicht verbittert, leicht zynisch, aber dennoch recht optimistisch gleitet der Protagonist scheinbar ziellos durch sein Leben. Das Element des Metaphysischen, das spätere Arbeiten Murakamis prägt, ist in Ansätzen vorhanden, jedoch lange nicht so zentral, die Sexualität als Motiv spielt eine Rolle, ist aber nicht so tragend für die Story, und auch nicht in solch telis abnormen Formen dargestellt, wie zum Beispiel in "Kafka am Strand" oder "1Q84".

Angesiedelt ist die Geschichte im Japan des Jahres 1978, also in der Zeit, in der auch der Autor Haruki Murakami um die 30 Jahre alt war. Der Hauptcharakter, der zusammen mit einem früheren Kommilitonen eine recht erfolgreiche kleine Werbeagentur mit Übersetzungsbüro leitet, wird aufgrund einer von seiner Firma herausgebrachten Fotoanzeige vom Handlanger eines mächtigen Politikers bedroht. Er muss auf der nordjapanischen Insel Hokkaido ein besonderes Schaf finden, welches Angeblich große Macht besitzt. Findet er das Schaf nicht fristgerecht, wird ihm gedroht, seine Firma durch die Kontakte des Politikers zu vernichten. Zusammen mit seiner deutlich jüngeren Freundin, die als Hobbyhure, Lektorin und Ohren-Modell jobbt, macht er sich von Tokio aus auf den Weg in den äußersten Norden Japans, in eine fernab gelegene, abgeschiedene Gegend.

In einer von jeder Menge Rauch, Löwenbräu und Whisky getränkten Atmosphäre entführt Murakami den Leser auf die Reise, auf die "Wilde Schafsjagd". Der Weg ist dabei für den Leser das Ziel, und der Protagonist kommt zu teilweise bitteren Erkenntnissen über seine eigene Vergangenheit, seine gescheiterte Ehe und denkt an ferne, verlorene Freundschaften aus der Studentenzeit, der wilden 68er-Zeit, zurück. Auffällig ist die Entfremdung des Protagonisten von seiner Umwelt. Nicht nur er wird ohne Namen dargestellt, auch nennt er keine andere Person mit ihrem echten Namen. Für seine Jugendfreunde nimmt er die Spitznamen, die er als Student benutzte, ansonsten bezeichnet er die Personen immer nur nach ihrer Rolle in seinem Leben ("der Sekretär", "meine Freundin"). Teils skurrile Charaktere und Situationen kommen auf den Protagonisten zu, eine kafkaeske, undefinierbare, latente Bedrohung ist oft beim Lesen spürbar, und man fließt mit dem Fluss von Murakamis einfacher, betörender Sprache dahin. Auf der Jagd nach dem Schaf wird dem Protagonisten bewusst, dass er dadurch vielleicht nicht nur seinen beruflichen Untergang abwenden kann, sondern sich ihm mit der Schafsjagd auch eine Chance bietet, ein neues Leben zu beginnen und seine Zukunft in den Griff zu bekommen, und so geht er mit zunehmender Hoffnung auf die Suche, wobei er sich auch seiner eigenen Vergangenheit stellen muss.

Zum Stil ist zu sagen, dass dieser simpel und klar ist, aber durchaus aus sehr poetisch sein kann. Der Text lädt zum Tiefen Eintauchen ein und entfaltet mitunter eine fast hypnotische Wirkung. Die deutsche Übersetzung ist sehr gut, und man merkt, dass der Verlag hier nicht den Fehler begangen hat, wie bei anderen Werken Murakamis (Gefährliche Geliebte, Mr Aufziehvogel), aus Kostengründen von der englischen Übersetzung ins Deutsche übersetzen zu lassen. Murakami, der selbst in Japan ein renommierter Übersetzer für englischsprachige Literatur ist, würde es bei sowas wohl die Zehennägel hochrollen, wenn er davon wüsste. Hier wurde gottlob aus dem Japanischen ins Deutsche übersetzt, wie es sich gehört.

Mit gut 300 Seiten ist "Wilde Schafsjagd" für einen Roman eher knapp bemessen. Herausgekommen ist ein kurzes, knackiges kleines Meisterwerk der Postmoderne, dessen Story wohl in jede hochkapitalistische Gesellschaft passen würde; ob nun Japan, Deutschland oder sonstwo.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Idealer Murakami Einstieg, 7. November 2012
Rezension bezieht sich auf: Wilde Schafsjagd: Roman (Kindle Edition)
Das ist ein typischer Murakami Roman, nur wesentlich kürzer als die umfangreicheren Spätwerke und ohne die typischen Exkurse, die bei Murakami mitunter ganze Kapitel einnehmen. Das Verschwimmen zwischen Realität und Rätselhaftem sind hier schon vorhanden. Auch hier bleiben viele Fragen offen und trotzdem fesselt die Mischung aus Alltäglichem und großen Themen der Zeitgeschichte und Politik, die bei Murakami wie selbstverständlich daherkommen. Wer den Stil bei diesem Buch mag, kann sich auch an die anderen Werke heranmachen.
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5.0 von 5 Sternen Jedes Mal aufs Neue gut, 19. April 2010
Rezension bezieht sich auf: Wilde Schafsjagd (Taschenbuch)
Nicht immer erschließt sich Murakami dem Leser sofort, manchmal braucht es Zeit, manchmal muss man das Buch zur Seite legen und am nächsten Tag einen neuen Anlauf wagen. Das wird sich lohnen. Denn früher oder später findet jeder einen, nein: seinen Zugang zu diesem Autor, und dann kann sich der ganze Zauber entfalten und man will dieses Werk nicht mehr aus der Hand legen. Das ist so bei den Kurzgeschichten und das ist auch so bei seinen Romanen.
Nach einigen Jahren kann man Murakamis Bücher auch ein zweites Mal lesen, der innewohnende Zauber wird wieder da sein. Ich denke, er ist einer der größten Autoren dieser Zeit.

Hier noch ein lesenswerter Absatz aus Wikipedia, der den Hintergrund dieses Autors verdeutlicht: Mit dem Schreiben begann Murakami laut eigener Aussage 1978, inspiriert durch einen eindrucksvollen Schlag in einem Baseball-Spiel. 1979 und 1980 erschienen seine beiden ersten Romane, Kaze no uta o kike (englisch: Hear the wind sing) und 1973-nen no pinbôru (englisch: Pinball, 1973), von denen er sich später ausdrücklich distanzierte. 1984 verlegte er mehrmals seinen Wohnsitz (Fujisawa, Tokio, Ôiso), dann führten ihn Reisen nach Italien und Griechenland. 1991 wurde er an der Princeton University (New Jersey) zunächst Gastdozent, dann Gast-Professor. Im Juli 1993 folgte er einem Ruf an die Tufts University in Medford, Massachusetts, um zwei Jahre später in seine Heimat
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20 von 29 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein Märchen ? Ein Krimi ? Eine Parabel ? Ein Fantasy-Roman ? Ein Vexierbild ? Ein Entwicklungsroman ? Ja, auch. Aber..., 3. Mai 2007
Von 
C. Stotz (Esslingen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Wilde Schafsjagd (Taschenbuch)
Murakamis "Wilde Schafsjagd" beginnt recht konventionell und trägt alle Züge einer Kriminalgeschichte; ein unbedarfter Held, ein großes, dunkles Geheimnis, mächtige Männer im Hintergrund, eine undurchsichtige Verschwörung und eine geheimnsivolle, schöne Frau. Nach und nach jedoch wandelt sich die Erzählhandlung, nimmt zusehends träumerische, märchenhafte Züge an, ohne dass der Autor dabei von seiner bildreichen, präzisen Sprache abwiche.

Im Ergebnis kann man "Die wilde Schafsjagd" auf vielerlei Arten lesen. Das macht den Roman zum einen interessant, läßt den Leser am Ende aber ein wenig unbefriedigt zurück.

Die Suche nach dem Schaf (die übrigens alles andere als wild ist)endet offen und präsentiert sich am Ende wohl am ehesten als Allegorie auf das Erwachsenwerden, als die Suche nach dem eigenen Platz im Leben, dem Annehmen von Verantwortung für das eigene Handeln.

Nicht nur. Aber auch.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Glockengebimmel, Lämmergeblöcke und das Schaf sitzt drin, 24. März 2010
Rezension bezieht sich auf: Wilde Schafsjagd (Taschenbuch)
Ich habe das Buch nun schon 2 mal gelesen, das erste Mal vor mehr als 5 Jahren in einem Haus neben einer Schafsweide, deren Schafe Glocken trugen. Mit dem Lämmergeblöcke, dem Wollfettgeruch in der Nase, und dem Gebimmel der vielen Glöckchen verbinde ich die Lektüre dieses Buches. Die Atmosphäre passte sehr gut zu diesem Buch. Wer hier eine aktionreiche Verfolgungsjagd erwartet, wird enttäuscht sein. Wild steht hier mehr für abgedreht und so gar nicht in die Gesetze der Physik passend. Eine Jagd ist es, denn zum Schluß wollte ich es erlegen, denn davon muss man sich einfach befreien.

Ich liebe Murakamis Erzählungen und Romane gleichsam. Schnell tauche ich ein in die mysteriösen Geschichten, die immer eine Gratwanderung zwischen Realität und Surrealem sind. Spannend geschrieben mit unvorhersehbaren Entwicklungen. Deshalb kann ich auch verschmerzen, dass ich zumeist mit dem Ende der Geschichten unzufrieden bin. In die Werke mehr hineininterpretieren zu wollen, halte ich für unangebracht, hier ist lediglich ein gutes Vorstellungsvermögen gefragt.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Das Schaf in uns allen, 9. Juli 2012
Von 
basssopran - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Wilde Schafsjagd (Taschenbuch)
Ich bin eine ganze Weile um Murakami rumgeschlichen, in der Befürchtung, es würde sich wieder einmal um unsinnig verkopfte Literatur mit "Anspruch" handeln. Umso erstaunter war ich, dass er auch Detektivromane schreiben sollte. Wilde Schafsjagd ist einer - aber er ist auch viel mehr.
Es ist unsinnig, die Handlung des Buches wiederzugeben. Es ist eine Schafsuche, das stimmt. Doch es ist nicht einfach so ein Schaf. Eher ein metaphysisches. Und das Buch wird lesenswert durch die scharfsinnigen, trocken-witzigen Anmerkungen des Autors, wie diese: "Russen machen von Zeit zu Zeit äußerst treffende Bemerkungen. Die denken sie sich wahrscheinlich im Winter aus." Auch die Gedankengänge, die treffenden Vergleiche, die ungeheuer plastischen Landschaftsbeschreibungen sind allesamt höchst erbaulich und ich habe sie mit größtem Vergnügen gelesen. Erwartet hatte ich eher ein anstrengendes Buch. Das Ende überrascht, ist es doch noch irrealer als der Rest der Geschichte.
Warum gebe ich nun keine fünf Sterne? Manches empfinde ich als eingeklebt und auch mit Blick auf das Irreale der Geschichte nicht nachvollziehbar, ja sogar überflüssig. Das sollte allerdings niemanden davon abhalten, das Buch zu lesen.
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3 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Teufel ist ein Schaf, 3. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Wilde Schafsjagd (Taschenbuch)
Mann - IchErzähler - an der Wende zur Dreißig - frisch geschieden und neu verliebt - beruflich erfolgreich - wird vor die Wahl gestellt, sich der Suche nach einem mysteriösen Schaf zu beugen oder von einer viel zu großen Macht allen Bodens unter den Füßen entledigt zu werden. Er wird sich fürs Schaf entscheiden! Die spannende Such nach dem Schaf auf einer Weide unter vielen Schafen beginnt mit einer Fotografie, die sein Freund Ratte - seit fünf Jahren unauffindbar und wie aus dem Leben gerissen - dem IchErzähler zukommen lässt. Seine Freundin mit den betörendsten Ohren dieser Welt wird ihn begleiten von Tokyo über Sapporo bis zur vorwinterlichen Schafsweide...

... und dennoch eine hinreißend glaubhafte oder vielmehr selbstverständliche Suche, ein nahezu notwendiges Abenteuer und über allem eine wahrhaft spannende Jagd ... eben nach einem Schaf. Wir werden Glaubens, das Gegenteil von Osten sei Süden, der zentrale Sinn des Lebens wäre die Verwirklichung der "Schafsidee" und die "Schaflosigkeit" die fürchterlichste Leere im Geiste eines Menschen.

Auch dieser frühe Roman zeichnet Murakami in besonderster Weise aus, da er mit seinem sanften, nicht wahrnehmbaren "Hinübergleiten" in eine andere Welt beim Leser jedes Hinterfragen ausblendet und ein fabelhaftes "Treibenlassen" (im wahrsten Sinne des Wortes) einstellt mitunter bedingt durch seine klare Sprache und Ausdrucksweise. Satz für Satz mit vorübergehender Entmündigung verwöhnt!
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Wilde Schafsjagd
Wilde Schafsjagd von Haruki Murakami (Gebundene Ausgabe - 23. Januar 2006)
EUR 21,90
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