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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich eine Neuauflage!
Stiller Zorn" (Originaltitel: The long-legged Fly") von James Sallis ist bereits 1999 in der DuMont Noir Reihe unter dem Titel Die langbeinige Fliege" erschienen. Lange Zeit im Buchhandel nicht erhältlich, hat sich der Verlag nun glücklicherweise für eine Neuauflage entschieden. Und jeder Leser, der von einem guten Thriller mehr als die Auflösung des...
Vor 18 Monaten von Hamlet veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die langbeinige Fliege im stillen Zorn
Im letzten Teil dieses merkwürdigen Buches verfällt der Autor unerwartet in eine Art Selbstironie. Er schreibt: "Als ich mit einer Gehirnerschütterung und etlichen gebrochenen Rippen im Bett lag, schrieb ich mehr oder weniger aus purer Langeweile ein Buch ..., das von einem Cajun-Detektiv in New Orleans handelte. Lag da und leierte es raus, reimte mir...
Vor 10 Monaten von Dr. R. Manthey veröffentlicht


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10 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Endlich eine Neuauflage!, 21. Mai 2013
Von 
Hamlet - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Stiller Zorn (Broschiert)
Stiller Zorn" (Originaltitel: The long-legged Fly") von James Sallis ist bereits 1999 in der DuMont Noir Reihe unter dem Titel Die langbeinige Fliege" erschienen. Lange Zeit im Buchhandel nicht erhältlich, hat sich der Verlag nun glücklicherweise für eine Neuauflage entschieden. Und jeder Leser, der von einem guten Thriller mehr als die Auflösung des Falles erwartet, wird dieses Buch lieben!

Handlungsort ist New Orleans, der Metropole am Mississippi-Delta, in deren French Quarter" eine ganz besondere Atmosphäre herrscht, die Sallis sehr eindrucksvoll beschreibt und immer wieder mit historischen Fakten verknüpft. Man spürt förmlich die immerwährende Schwüle auf der Haut, hat die Gebäude aus der Kolonialzeit vor Augen und hört den Blues aus den zahlreichen Bars des Viertels.

Lew Griffin, Privatdetektiv. Sein Spezialgebiet ist das Aufspüren vermisster Personen. Und meist ist er erfolgreich - die Frage ist nur, ob man es als Erfolg verbuchen kann, wenn der/die Gesuchte tot aufgefunden wird.
Er hängt an der Flasche, hat Blackouts und darum auch bereits diverse Aufenthalte in Krankenhaus und Psychiatrie hinter sich. Als schwarzer Außenseiter in der Welt der Weißen ist er selbstzerstörerisch und voller Wut, immer damit beschäftigt, seine Aggressionen unter Kontrolle zu halten.

Ein Einzelgänger, der keinen Kontakt mehr zu seiner Familie hat und sich mit zweifelhaften Typen aus der Unterwelt umgibt. Seine Beziehungen dauern nie lange, sind immer nur auf Zeit, bis ihn wieder die innere Unruhe packt und er sich auf die Suche nach etwas macht, das er jedoch nie finden wird, nämlich bedingungslose Liebe, seinen inneren Frieden sowie seine Identität. Ein Suchender, der sich selbst verloren hat.

Die Geschichte umfasst den Zeitraum von 1964 bis 1990. Sie gliedert sich in vier Teile/Fälle, die jeweils in sich abgeschlossen sind und immer die Suche nach einer vermissten Person zum Thema haben.

1964 : Der Fall einer politischen Aktivistin, die in sich in New York an Bord eines Flugzeuges mit Ziel New Orleans begibt und dort nie ankommt.

1970: Griffin sucht die minderjährige Tochter eines verzweifelten Ehepaares, die davongelaufen ist.

1984: Die Schwester eines Freundes ist verschwunden, und Griffin soll sie finden.

1990: Mittlerweile unterrichtet Griffin am College und versucht sich als Autor einer Thriller-Serie, als ihn seine geschiedene Frau davon in Kenntnis setzt, dass sich die Spur des gemeinsamen Sohnes David in New York verloren hat.

Stiller Zorn" bedient die Erwartungen des Lesers nur eingeschränkt und sprengt die Grenzen des Genres. Zum einen ist es äußerst ungewöhnlich, dass ein Fall ungelöst bleibt, zum anderen kenne ich keinen Thriller mit derart knappem Umfang, der einen Zeitraum von fast dreißig Jahren abarbeitet" und den Protagonisten gleichzeitig altern sowie eine tiefgehende persönliche Veränderung durchleben lässt. Und dann ist da ja auch noch das Buch-im-Buch, das der Protagonist schreibt - sehr ungewöhnlich und so im Thriller-Bereich noch nicht gelesen.

Eine Menge Stoff für ein schmales Büchlein von 188 Seiten, aber James Sallis beschränkt sich immer auf das Wesentliche, so dass dennoch eine stimmige und spannende Geschichte herausgekommen ist. Oft schreibt er poetisch, immer minimalistisch, macht nur Andeutungen, wo andere Autoren unzählige Seiten benötigen. Vieles bleibt der Phantasie des Lesers überlassen - aber es funktioniert.

Stiller Zorn" ist ein außergewöhnliches und großartiges Buch - und James Sallis ist und bleibt ein Autor, dem ich viele Leser wünsche!
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9 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Synthese aus Hammett und Bukowski mit einem Schuß Cajun, 18. Mai 2013
Von 
Sven F. Kremzow (Hannover) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Stiller Zorn (Broschiert)
Stiller Zorn ist der erste Band um den Privatdetektiv Lew Griffin. Der Titel hat mittlerweile schon 20 Jahre auf dem Buckel und wurde 1999 bereits einmal unter dem Titel „Die langbeinige Fliege“ veröffentlicht. Der aktuelle Titel ist m.E. passender (wenn auch weniger prosaisch).

In New Orleans spielend, beginnt das Buch zunächst wie eine klassische Hardboiled Novel von Dashiell Hammett oder Raymond Chandler: mit einem Detektiv in einem heruntergekommenen Büro, die obligatorische Flasche Whisky auf dem Schreibtisch. Auch Lew Griffin nimmt drittklassige Aufträge, meist Vermißtensuche an, es gibt allerdings einen wesentlichen Unterschied zu Philip Marlowe & Co.: seine Hautfarbe, er ist schwarz.

Lew Griffin ist denn auch weniger der coole Schnüffler, der am Ende den Bösewicht besiegt, und die Blondine kriegt, sondern der lakonische und desillusionierte Gelegenheitsermittler, der die Rothaarige bekommt und auch wieder verliert.

Je weiter das biographisch in 4 Zeitabschnitte aufgeteilte Buch voranschreitet, erinnert es mich immer mehr an die Geschichten von Charles Bukowski. Der Autor schildert New Orleans als eine kaputte Welt, voll von Drogen, Suff, Mißbrauch und sinnloser Gewalt. Die Atmosphäre ist dabei außerordentlich dicht, die Sprache knapp und schnörkellos.

Mir gefällt die Mischung aus Hammett und Bukowski mit einem Schuß Cajun, und ich würde mich freuen, wenn diesmal alle 6 Titel der Reihe in deutscher Sprache veröffentlicht würden.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Die langbeinige Fliege im stillen Zorn, 9. Januar 2014
Von 
Dr. R. Manthey - Alle meine Rezensionen ansehen
(#1 HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Stiller Zorn (Broschiert)
Im letzten Teil dieses merkwürdigen Buches verfällt der Autor unerwartet in eine Art Selbstironie. Er schreibt: "Als ich mit einer Gehirnerschütterung und etlichen gebrochenen Rippen im Bett lag, schrieb ich mehr oder weniger aus purer Langeweile ein Buch ..., das von einem Cajun-Detektiv in New Orleans handelte. Lag da und leierte es raus, reimte mir einfach irgendwas zusammen, improvisierte wie wild und packte alles rein, was mir einfiel. ... Einige Kritiker erwähnten mich in einem Satz mit Chandler, Hammett, Macdonald und Himes; hätten sie nicht tun sollen, weil die Jungs ein paar Kragenweiten zu groß für mich waren, aber sie machten es trotzdem."

Damit wäre eigentlich auch alles zu diesem Buch gesagt, wohl ebenso zu Sprache und Stil des Autors. Der Roman erschien erstmals 1992 im Original und 1999 als deutsche Übersetzung mit dem eigenwilligen Originaltitel "Die langbeinige Fliege", der sich mir nach dem Lesen genau so wenig erschlossen hat wie der neue Titel. Detektiv Griffin wurschtelt sich in New Orleans durchs tägliche Dasein. Seine Spezialität ist offenbar die Suche nach vermissten Personen. Davon handeln die vier Episoden des Romans, die mit den Jahren (1964, 1970, 1984, 1990) überschrieben wurden, in denen sie sich abspielen.

Griffin ist typischerweise ein notorischer Einzelgänger mit einem Alkoholproblem, welcher bei Frauen einen Fürsorglichkeitsreflex auslöst. Der allerdings verfliegt bald, wenn sie mit ihm zusammenleben. Die vier Episoden lesen sich nicht schlecht, auch wenn Spannung kaum aufkommt. Vielleicht liegt dies allein an Sallis Sprache, die kurz, geradeaus und gelegentlich ruppig daherkommt, eben so, wie man es von einem ganzen Kerl erwartet, der im Milieu verkehrt und dort überleben muss.

In der ersten Episode kann Griffin keine Zeit aufbringen, um seinen todkranken Vater ein letztes Mal und auf dessen Wunsch zu besuchen, und im letzten Teil geht er auf die Suche nach seinem Sohn, der natürlich nicht bei ihm lebt und auch vorher nie erwähnt wurde. Griffin besitzt also weder Wurzeln noch Fortfahren, mit denen er etwas verbindet. Nach außen wirkt er cool, innen ist er leer und verlassen. Und damit erreicht er den Status einer literarischen Figur, aus der mancher gerne den Verfall der Gesellschaft herausliest. In Wirklichkeit ist Griffin nichts weiter als ein Phantasieprodukt eines Schriftstellers, dessen Stil an bekannte Autoren aus der Vergangenheit erinnert, die allerdings bessere Geschichten schrieben.

Drei Sterne bedeuten laut Seitenbetreiber "nicht schlecht". Und das war genau mein Eindruck.
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5.0 von 5 Sternen Viel Stoff für so ein kleines Buch, 27. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stiller Zorn (Broschiert)
Ich hatte Schwierigkeiten mir den Protagonisten als Schwarzen vorzustellen. Keine Ahnung woran das lag. Er hat die typischen Detektivkrankheiten bis aufs Rauchen. Ist mir jedenfalls nicht aufgefallen. Anfangs, in seiner Jugend, schnodderig, später müde. Immer für gute Musik (Blues und Klassik), gute Literatur und einen guten Kaffee zu haben. Er hat ein paar lebenslange "Schutzengel" und keiner hat sie nötiger als er. Diese führen selbst ihren täglichen Kampf, wie er.
Trotz der knappen Sprache hatte ich ein vollständiges Bild vor Augen. Mehr brauchts nicht.
Erstaunlich fand ich die Zeitsprünge, welche unscheinbar klein angekündigt werden, aber trotzdem ändert sich nichts in der Stadt und nur wenig im Leben von Lew Griffin. Vielleicht ist das die Botschaft in dem Buch. Nach jedem Lesen blieb ich beeindruckt (verwirrt) zurück. Ich fand das Buch sehr poetisch und eindringlich. Ein wirklicher Krimi ist das nicht, aber ich hab das nicht vermisst. Vielleicht weil es alles passte.
Ich kann es nur empfehlen. Lesen!
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2 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen direkt und ohne Schnörkel, 11. Juli 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Stiller Zorn: Roman (Kindle Edition)
Sallis ist seit einiger Zeit einer meiner Lieblingsautoren. Er schreibt schnell, lässt nicht zu, dass sich seine Figuren hinter Larmoyanz und Gefühlsduselei verstecken.
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0 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Auf den Straßen von New Orleans, 24. Mai 2013
Von 
Belles Leseinsel (Mainz, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Stiller Zorn (Broschiert)
Im Jahr 1964 ist Privatdetektiv Lew Griffin mit einem rätselhaften Vermisstenfall beschäftigt, welcher ihn in die verschiedensten Bars und das Rotlichtmilieu von New Orleans führt. Auch privat läuft nicht alles rund, die obligatorische Whiskyflasche steht immer griffbereit auf dem Schreibtisch, die Detektei läuft schleppend, seine Ehe ist am Ende und sein Vater liegt im Sterben. Anders sieht es da beruflich schon im Jahr 1970 aus, als Lew wieder einmal eine vermisste Person sucht. Aber die äußeren Umstände täuschen und schon bald stürzt Lew gnadenlos ab. Halt findet er bei einer alten Freundin und einer neuen Liebe. Doch als sein Sohn verschwindet, merkt der Privatdetektiv, dass er endlich sein eigenes Leben in den Griff bekommen muss.

Die schwüle Atmosphäre, welche New Orleans mit seinen Sumpflandschaften umgibt, die angeblich täglichen Regenfälle, die Hitze und hohe Luftfeuchtigkeit. Dann das French Quarter mit seinen vielen Bars und dem Rotlichtmilieu, dies ist die Wirkungsstätte des schwarzen Privatdetektivs Lew Griffin. Gewalttägige Übergriffe, Rassendiskriminierung, Vergewaltigungen, Drogen und Vermisstenfälle sind Alltag, gehören zum Leben im French Quarter einfach dazu und erschüttern kaum jemanden mehr. Dies alles fängt James Sallis in seinen Krimi rund um seinen Protagonisten Lew Griffin perfekt ein.

Lew Griffin lebt und arbeitet hier. Seine Aufträge erledigt er gewissenhaft, das Menschliche kommt bei ihm nie zu kurz, er ist mit New Orleans verwachsen, dies ist seine Heimat. Aber Lew ist auch ein Suchender, ein Verlierertyp, der an der Flasche hängt. Düster, ja fast pessimistisch ist die Stimmung des Krimis oft, wobei ich hier immer die Bilder alter schwarz-weiß Detektiv-Filme vor Augen hatte, in denen ein abgehalfterter, sympathischer Schnüffler im verknautschen Anzug seinen Ermittlungen nachgeht. Diese Stimmung setzt sich auch bis ins Jahr 1990 fort, in dem die Geschichte um Lew Griffin endet.

Präzise, direkt und schnörkellos erzählt James Sallis die Lebensgeschichte seines Protagonisten Lew Griffin, der eigentlich gar nicht so gewillt ist, sein Leben in den Griff zu bekommen, immer auf der Suche nach vermissten Personen ist und sich dabei selbst immer mehr verliert. Und zwischendurch meint man sogar, nun wäre Lew zur Ruhe gekommen, hätte sein Leben im Griff. Doch der gnadenlose Absturz ist nur eine Frage der Zeit und endet in der Psychiatrie. Die Realität hat Lew wieder, doch auch aus diesem Sumpf zieht er sich wieder heraus.

Fazit: Vor der Kulisse New Orleans erzählt James Sallis schnörkellos und voller atmosphärischer Dichte die Geschichte eines Mannes, der auf der Suche nach sich selbst doch immer wieder nur vermisste Personen aufspürt und sich dabei selbst immer mehr verliert.
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Stiller Zorn
Stiller Zorn von James Sallis (Broschiert - 21. Mai 2013)
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