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80 von 88 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Geschichte des Meisters der Einsamkeit
Ein junger, bebrillter Mann schaute mir in der Literaturzeitschrift entgegen, in der sein Debütroman "Gegen die Welt" beworben werden sollte: ein 927 seitenstarkes Erstlingswerk! Der Autor: Jan Brandt, dessen Buch nun auf der Longlist des Deutschen Buchpreises 2011 zu finden ist - verdientermaßen.

Jan Brandt erzählt die Geschichte des Jungen...
Veröffentlicht am 4. September 2011 von Spaddl

versus
9 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Machmal regelrecht anstrengend, oft genau auf den Punkt, insgesamt leider zu wenig
"Was will uns der Autor damit sagen?"

Bei dieser Frage haben sich mir während meiner Schulzeit mehr als nur einmal die Nackenhaare aufgestellt. Ich hatte sehr oft den Verdacht, der Autor weiß oder wußte es selbst nicht so wirklich. Oder es war ihm einfach egal. So wie mir damals. Vielleicht meinte er aber das wirr geschriebene Zeug auch genau...
Veröffentlicht am 17. März 2012 von Schwalbenkönig


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2 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein meisterliches Debüt mit kleinen Mängeln, 26. März 2012
Rezension bezieht sich auf: Gegen die Welt (Gebundene Ausgabe)
Ob Jan Brandt tatsächlich 10 Jahre lang an diesem Roman geschrieben hat, wie man des Öfteren lesen /hören konnte, sei dahingestellt - denkbar ist es durchaus, bedenkt man die Komplexität dieses Romans. Er bordet über vor Erzählfreude und Beschreibungsreichtum. Hin und wieder wünscht man sich jedoch, er hätte sich ein wenig zurückgenommen bei den vielen Einfällen, die er hier, narrativ wie grafisch, umgesetzt hat. Meisterhaft und ein geradezu genialer Einfall ist die Teilung der Seiten in zwei Erzählstränge.
Ein Extrastern geht an den Verlag, der den Mut bewies, das Buch 1.) in seiner gesamten Länge (über 900 Seiten) zu veröffentlichen und außerdem alle gestalterischen Einfälle mitzumachen - bis hin zu denen, deren Funktion sich auch im Gesamtzusammenhang nicht unmittelbar erschließen (z. B. die leeren Seiten zu Beginn und am Ende).
Das ist aber auch der einzige Wehmutstropfen: Hier und da wäre vielleicht weniger mehr gewesen. Gerade die grafischen Spielereien hätte sich Brandt z. T. für seine nächsten zwei, drei Romane aufheben können. Doch man muss diese Einfälle erstmal haben. Und da verzichte ich gerne auf eine genauer ausbuchstabierte Darstellung des Seelenlebens - ich kann hier genugt zwischen den Zeilen lesen.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Kleiner Murakami aus Ostfriesland, 25. Oktober 2011
Von 
Tobias Nazemi - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Gegen die Welt (Gebundene Ausgabe)
Die Verlage sollten aufhören, Autorenfotos auf den Klapper zu drucken. Denn beinahe hätte ich nach Anblick des grünschnäbligen Jan Brandt das Buch wieder zurückgelegt. Von jemandem, der einen über 900 Seiten Lesemarathon abverlangt, erwartet man etwas mehr Ausdrucksstärke im Blick, ein paar sympathische Grübchen oder zumindest ein gewinnendes Lächeln. Erst recht, wenn man als Debütant ein weitgehend unbeschriebenes Blatt ist. Aber diesen Gefallen tut uns Jan Brandt nicht. Und im Nachhinein kann ich sagen, er hat es auch nicht nötig.

Denn das, was er da als Erstlingswerk abgeliefert hat, ist wirklich mehr als erstaunlich und verdient höchsten Respekt. Dabei kann ich gar nicht genau sagen, was er da abgeliefert hat. Einen Entwicklungsroman? Eine Familiensaga? Ein mit ein wenig Science-Fiction aufgepepptes Epos über die jüngste deutsche Vergangenheit? Ich würde sagen, von allem etwas und dabei auch noch sehr unterhaltsam. Es erinnert mich ein wenig an Murakami. Klare einfache Sätze, lange Beschreibungen, einsame Helden und zum Auflockern ein wenig Surreales. Klar hätte man das Buch auch halb so dick machen können. Bei einigen Personen im Roman fragt man sich, warum Brandt sie uns überhaupt vorgestellt hat. So zum Beispiel Stefan, Onno und Rainer oder der Lokomotivführer. Die sind meiner Meinung nach komplett überflüssig. Werden aufwändig in die Handlung eingeführt und dann scheinbar vom Autor wieder vergessen.

Überflüssig fand ich auch diese Sequenz von knapp 100 Seiten mit zwei Erzählsträngen oben und unten auf der Seite. Auch die anonymen Briefe mit den handschriftlichen Korrekturen und das Ausbleichen der Schrift bei einigen Absätzen haben mich eigentlich nur genervt. Aber das sind die Spielereien, die scheinbar erforderlich sind, um auf die Short-List für den deutschen Buchpreis zu kommen. Für den Preis darf ein Buch niemals komplett leicht verständlich sein. Es muss sich künstlerisch vor der breiten Masse verschließen. Denn nur schwere literarische Kost wird prämiert.

Dass Brandts Roman nicht mit dem Buchpreis ausgezeichnet wurde, ist ein Beweis für Lesbarkeit und Unterhaltungswert. Und als ich nach den 900 Seiten Lesemarathon noch mal auf das Foto im Klapper schaute, kam mir der Autor gar nicht mehr so ausdruckslos und grünschnäblig vor, sondern einfach nur schlecht fotografiert.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Nicht nur Daniel Kupers Kampf gegen die Welt, 28. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Gegen die Welt (Broschiert)
"Gegen die Welt" verlangt dem Leser einiges ab - sowohl sprachlich (lateinische und griechische unkommentierte Zitate), mit Gedanke an die Perspektivwechsel (wir befinden uns ohne Vorwarnung in den Köpfen verschiedener Bewohner Jerichos), an das Layout (die kapitellange Fußnote aus der Sicht des Lokführers) und an seine Intertextualität (die vorherige Lektüre von Johnsons "Jahrestage"/"Mutmaßungen über Jakob", Goethes, der Bibel verleihen dem Text mehr Witz und Tiefe -> man kann sich z.B. kaum ein Lächeln verkneifen, wenn Bauunternehmer Rosing nach der Wende in Uwe Johnsons fiktivem Jerichow expandieren will).
Gut, man kann den Roman auch "nur" als ein Werk der Popliteratur lesen, über Wiedererkennungsmomente lächeln (gerade, wenn man in den 70er Jahren geboren wurde oder aus Norddeutschland stammt) und über Längen seufzen.

Geschildert wird - aus meiner Sicht - nicht nur der Kampf des im ostfriesischen Jericho aufwachsenden Außenseiters Daniel Kuper mit der/gegen die Welt, die ihn nicht zu verstehen scheint, sondern das Verzweifeln einer ganzen lokalen Gesellschaft. Mag sein, dass das mit dem Provinzdasein zusammenhängt, aber das Leben in der Großstadt wird selten als erstrebenswert dargestellt. Überhaupt scheint alles außerhalb von Ostfriesland seltsam fern zu sein - Orte, über die man in der Zeitung liest oder die man im Urlaub besucht, aber nichts, was im Alltag eine wichtige Rolle spielen würde. Insofern kann man das Buch als eine Art Heimatroman lesen, wobei diese Heimat zwar vertraut, aber alles andere als heiter ist. Nach der Romanlektüre assosziere ich wettermäßig eher Nebel und Schnee mit Brandts Ostfriesland als ausgerechnet Sonnenschein.

Da ist Daniels Freund Volker, der nicht weiß, wie er mit seiner Homosexualität umgehen soll, Daniels Vater Hard, der seine Drogerie gegen die Schlecker-Kette verteidigen muss und mit seinem "nichtsnutzigen" Sohn zurechtkommen muss, Pastor Meinders, der an seiner ungewollten Kinderlosigkeit leidet, Daniels Mutter Biggi, die ihre Unabhängigkeit anstrebt und doch nur in der Drogerie ihres Mannes endet, Daniels Mitschülerin Simone, die es nicht ertragen kann, auf dem Gymnasium nicht die Beste zu sein und wahrscheinlich an Magersucht leidet, Eiske Ahlers, die in ihrer Ehe wenig Befriedigung findet und sich mehrere Liebhaber nimmt, Daniels Freunde Stefan, Onno und Rainer, die alle ziemlich unglückliche Tode sterben, Peter Petersen, der gemobbt wird und ebenfalls stirbt, der Lokführer Walter Baalmann, der die Selbstmorde auf den Gleisen nicht verwindet, usw. Ich könnte diese Liste beliebig mit weiteren Beispiele erweitern, denn wer geduldig mitliest, wird über so manchen menschlichen Abgrund stolpern, auch wenn dieser bei manchen Figuren nur angedeutet wird.

Und so tragen die Figuren aufgestaute Gefühle in sich wie Zorn (bei Daniel oft in Form endloser Wortketten als stream of consciousness), sexuelles Verlangen (Hard, Theda, Eiske) oder Trauer (Walter), die ihnen selbst das Leben schwer machen, sie sogar in den Tod treiben bzw. die sie an anderen abreagieren - Daniels Vater Hard begegnet z.B. seinem Sohn meist nicht mit Verständnis, sondern mit Schlägen.

Am Ende - nach 30 Jahren erzählter Zeit - ist das alte Jericho mit seinen Einzelhändlern untergegangen und hat einem neuen Jericho mit seinen Aldis, Lidls, Kiks und Edekas Platz gemacht. Diverse Ehen sind gescheitert, zahlreiche Romanfiguren mussten unterwegs ihr Leben lassen. Wem es Spaß macht, diesen Untergang zu verfolgen, und wer sich mit langem Atem auf den Detailreichtum von Brandts Welt einlassen will, dem sei dieses Buch dringend ans Herz gelegt. Persönlich halte ich viele der Details (z.B. in den Fußballgesprächen Hards und seiner Kumpels) für angebracht, um die Enge des ostfriesischen Mikrokosmos' zu verstehen, aber das mag Geschmackssache sein. 927 Seiten hätten es vielleicht dennoch nicht sein brauchen.

Für vieles in diesem Buch - z.B. die vor Außerirdischen warnenden Briefe, die mehrmals zwischendurch auftauchen - wird man erst im Nachhinein Verständnis haben, und man sollte sich auch über einige lose Fäden (Wieso sind z.B. Simone und Michael plötzlich ein Paar?) nicht aufregen. Meine Vermutung ist, dass manches bei einer 2. Lektüre doch noch klarer wird.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Für dieses Buch - gegen ein paar Kleinigkeiten, 7. Dezember 2011
Rezension bezieht sich auf: Gegen die Welt (Gebundene Ausgabe)
Ich habe gestern die letzte Seite dieses wahrhaft außergewöhnlichen Buches gelesen und seitdem frage ich mich, ob es mir gefallen hat oder nicht.
Letztendlich komme ich zu dem Ergebnis: Ja, auf jeden Fall und aber auch wieder nein, nicht alles war nach meinem Geschmack.

Ja, weil,
- die Sprache und Erzählweise des Buches meisterhaft, verzaubernd und als durchweg gekonnt zu bezeichnen ist
- Jan Brandt es einem ermöglicht wirklich Einsicht in eine Dorfgemeinschaft, deren Entwicklung und Konflikte zu erhalten und dabei wirklich das Gefühl zu haben die Straßen, Läden, Menschen selbst schon gesehen zu haben. Vielleicht liegt das an seiner Detailversessenheit und absolutem Realismus, vielleicht aber auch daran, dass ein bißchen Jericho wohl in jedem deutschen Ort steckt. Der Autor verdeutlicht die Zeit, in der die jeweilige Szenen spielen anschaulich durch die Angabe von Automarken, Musik, Drogerieartikeln etc. Ich weiß, dass dies von anderen Lesern bereits als störend empfunden wurde, ich empfand das Gegenteil
- ich die Gestaltung des Buches, auffälligen Formatierungen (heller gedruckte Schrift, 150 Seiten geteilt nach zwei Geschichten, grafische Gestaltung mit Plakaten aus dem Dorf, etc.) als erfrischend, neuartig und innovativ fand
- der Autor sehr gekonnt viele Perspektiven und Zeitsprünge miteinander verbunden hat und der Leser dem Ganzen trotz allem noch folgen kann
- es sich hier um ein skurriles, einfallsreiches, in sich stimmiges Buch handelt, das einen nicht wieder los lässt und ich derartiges noch nie gelesen habe

Nein, weil,
- ich trotz aller Detailversessenheit nicht mit den Protagonisten mitfühlen konnte und finde, dass die Emotionen zu kurz kommen. Daniels Seelenleben hätte mich dann schon interessiert, aber das bleibt - ob beabsichtigt oder nicht - relativ im Dunkeln. Auch die anderen Protagonisten bleiben mir (bis auf Hard und auch Volker zum Ende hin) zu farblos
- ein mehr oder weniger offenes Ende nicht nach meinem Geschmack ist - das Buch mit einem offenen Satz zu beenden, war mir dann "künstlerisch" doch etwas zu viel
- manche Aufzählung und Erläuterung (z.B. bei Stefan und dessen - ich nenne es mal so - Paranoia) mich gelangweilt hat und sich meiner Ansicht nach über zu viele Seiten hin gezogen hat. Wenn dann bei der Beschreibung von Festen, Demonstrationen und dergleichen alle Namen der Anwesenden aufgezählt werden, so ist das für mich Papier- und Lesezeitverschwendung

Ich gebe trotz meiner Contra-Punkte 4 Sterne, allein schon weil ich den Hut ziehe vor Jan Brandt, ein derartiges voluminöses, sprachlich hochwertiges Meisterwerk als Debut abzuliefern! Respekt!
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen 200 Seiten top - 700 Seiten flop!, 13. März 2013
Von 
Christopher Kurz (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Gegen die Welt (Broschiert)
Ich bin Jahrgang 1976, also nur 2 Jahre jünger als J. Brand, und selbst in Jericho (dem schönen Ihrhove) aufgewachsen. Aus diesem Grund sind die ersten 200 Seiten eine atemberaubende Zeitreise für mich: zurück in meine Kindheit, in mein Dorf, mit seinen Menschen, seinen Bräuchen und seinem Leben: Ein Mikrokosmos unter dem Mikroskop. Wahrlich brillant! Oft konnte ich die Geschichten im Buch mit tatsächlich geschehenen oder zumindest erzählten Geschichten aus meiner Kindheit und meiner Jugend in Verbindung setzen (Maisfeld, Mettbrötchen und Kaffeebecher, das Schulzentrum, James Hetfield etc.). In diesem Teil offenbart J. Brand einige lichte Momente und offenbart sein schriftstellerisches Potenzial, indem er mit Ironie und Sarkasmus schonungslos das Kleine, Enge, Vertraute, Konstante, Bekannte, Feindliche und Beklemmende des Dorfes greifbar macht. Diese Seiten sind ihm wirklich außergewöhnlich gut gelungen und dieser Teil war wirklich ein Erlebnis.

Allerdings flacht das Buch danach stark ab: Ein Protagonist, der in Jericho seine Kindheit und Jugend erlebt, der dabei stets Opfer ist und dies bleibt und mit solcher Passivität geschlagen ist, dass er mich als Leser anekelt. Ein Opfer durch und durch - und bis zum Erbrechen sterbenslangweilig von J. Brand portraitiert. Eine Figur, die dazu noch vollkommen oberflächlich gezeichnet ist und keinerlei Tiefgang besitzt - trotz ihrer aufgezeichneten Gedankengänge. Eine Romanfigur lässt sich oftmals besser durch ihre Handlungen charakterisieren und verstehen, als durch ausufernde innere Monologe. Weniger ist hier oftmals mehr. Gut ist dies zu sehen, an der Figur des Hard, die in ihrem Hedonismus im Laufe des Buches erheblich plastischer und greifbarer wird als die Figur des Daniel.

Der Rest des Buches nach den ersten erfreulichen 200 Seiten ist schnell erzählt: Vier Freunde, die nacheinander ums Leben kommen - ausgewälzt auf geschlagene 700 Seiten!!! Wäre das Meer im thailändischen Golf (hatte das Buch im Urlaub dabei) nicht eh schon so verschmutzt, ich hätte ihm das Buch von J. Brand hinzugefügt... Der Autor verliert sich in einem Mix aus esoterischem-pseudointellektuellen Geschwafel gepaart mit einer schriftstellerischen Selbstverliebtheit (bestes Beispiel hierfür ist die Lokführer-Geschichte), wie ich es nur selten erlebt habe. Natürlich dürfen auch die gängigen Klischees nicht fehlen: Weltverschwörung und Graf von St. Germain (da hat wohl jemand Eco gelesen...), Wacken, die erste Liebe. Alles in Allem: Laaaangweilig. Den Höhepunkt der Einfältigkeit setzt der Schluss des Buches mit der homoerotischen Offenbarung, den der Autor offenbar für einen genialen, ausgeklügelten Schlusspunkt hält, der allerdings so konstruiert und an den Haaren herbeigezogen wirkt, dass ich nur noch mit dem Kopf schütteln konnte.

Fazit: Den einen Stern gibt's für die ersten 200 Seiten, der Rest ist wirklich nicht lesenswert. Bitte keine Fortsetzung!
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7 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Außergewöhnlich aber mir fehlt die Botschaft, 11. November 2011
Rezension bezieht sich auf: Gegen die Welt (Gebundene Ausgabe)
Rezension:

Als ich Jan Brandts 'Gegen die Welt' das erste Mal aufschlug, befürchtete ich, angesichts der rund 930 Seiten auf relativ dünnem Papier, an diesem Buch wohl ewig zu lesen ' was aber dann aufgrund des flüssigen Schreibstils doch nicht so war. Der Autor erzählt über ein Dorf in Ostfriesland, wobei Daniel Kuper die Hauptrolle spielt. Die Geschichte startet in seiner frühen Kindheit, Mitte der 70er Jahre und zieht sich bis ins neue Jahrtausend hinein.

Eine klare Handlung ist nicht zu erkennen und am Ende fragte ich mich sogar nach dem Sinn oder der Botschaft des Buches, das mitten im Satz endet. Dafür ist aber die Aufmachung des Werkes sehr interessant. Wenn man den Schutzumschlag abnimmt, findet man die braunen Buchdeckel mit fortlaufend weißen Stichworten versehen, die alle irgendwo im Roman auftauchen und erst einen Sinn ergeben, wenn man das Buch gelesen hat.

Die Geschichte an sich ist in drei grobe Abschnitte aufgeteilt und darin wiederum in Kapitel. Ungewöhnlich ist ein Abschnitt im Buch, bei dem jeweils in der Mitte der Seite eine horizontale Trennlinie verläuft und bei dem oberhalb der Linie von Daniel und seinen Freunden erzählt wird und unterhalb von einem Lokführer. Am Ende diesen Abschnitts haben die beiden verschiedenen Handlungsstränge aber dann doch miteinander zu tun ' sie laufen zu einem Thema zusammen. Diese Aufteilung ist allerdings sehr anstrengend zu lesen.

Es geht aber nicht nur um Daniel, von dem immer in der 3. Person erzählt wird. Zweimal gibt es Passagen, die in der Ich-Perspektive von anderen Personen handeln und man erfährt auch ganz genau was mit Daniels Freunden im Lauf der Jahre passiert.

Gelesen werden kann 'Gegen die Welt' eigentlich von jedem, der sich gerne berieseln lässt und verschiedene Themen wie erwachsen werden, Politik und Freundschaft in einem Buch vereint haben möchte.

Fazit:

Zwar ohne eindeutige Handlung aber dafür sehr gut geschrieben und interessant aufgemacht.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eine große Überraschung!, 5. Juni 2014
Von 
Ralf Schmidt "ralsch" (Hessen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Gegen die Welt (Broschiert)
Nach der mehr als überschwänglichen Begeisterung für das Buch in den Medien und der Werbung war ich dann doch einigermaßen überrascht als ich das Ergebnis in den Händen hiel.
Darf man so ein von Experten hochgelobtes Buch überhaupt schlecht finden?
Ich denke - ja, eindeutig.
Die langatmige Darstellung einer vermurksten Kindheit, gepaart mit ein paar minderinteressanten Vorkommnissen, ergeben für mich kein fesselndes Buch. Ganz im Gegenteil. Auch die krampfhaften Versuche mit Faksimile-Abdrucken oder ausgeblasster Schrift etwas aus der Norm der Bücher auszubrechen bringt hier keine echte Dimension hinein.
Es muss nicht immer der Reisser sein, es gibt sehr viele schöne und lesenswerte "stille" Bücher.
Aber: Ein Buch muss aus meiner Sicht etwas geben, und das tut es nicht.
Das Einzige, was man aus dem Buch mitnehmen könnte, ist das "gute Gefühl" nicht als Loser einer Loserfamilie in einem ranzigen Loserdorf zu leben.
Dafür gibt's den einen Stern.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unverschämtheit!, 7. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Gegen die Welt (Broschiert)
Sehr geehrter Herr Brandt,
wie können Sie es wagen, einfach aufzuhören, mittem im Satz und das Buch einfach enden lassen? Ich erwarte eine Rückmeldung und natürlich eine Fortsetzung.
Zu Beginn habe ich mich etwas gemüht, aber als ich dann in die Sprache und Zeit gelangt bin, war es wunderbar zu lesen, nicht, weil es so lustig ist, sondern weil es allein durch die Sprache und Beschreibungen auf wunderbare Weise beim Lesen die Stimmung erzeugt, in der Jericho zu ertrinken scheint. Die Enge des Dorfes, die Ausweglosigkeit aus den (Vor-)Urteilen der Mitmenschen, die impoldierende Aggression... und die Hoffnung, als junger Mensch dieses Kaff, die Schule, die verständnislosen Eltern, zu überleben, um dann - hoffentlich - eine gute Chance zu ergreifen und die Segel zu streichen. Ich kann gut verstehen, dass man auf ein Kaff wie Jericho verzichten kann - so wie es im Roman geschildert ist.
Ich bin wirklich eine eher langsame Leserin, aber habe dieses Buch verhältnismäßig schnell "inhaliert" und konnte über viele viele Seiten viele viele Menschen "kennen lernen".
Ein beeindruckender Erstling, von dem ich mir eine Fortsetzung wünsche.
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12 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Aus Rorichum und Jheringsfehn mach: Jericho!, 4. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Gegen die Welt (Gebundene Ausgabe)
Ich bin selbst in einem kleinem Dorf in Ostfriesland im Landkreis Leer aufgewachsen. Die Beschreibung des Dorfes Jericho kommt einer Beschreibung meines Dorfes beängstigend nahe. Schon nach den ersten 50 Seiten erlebt man als einheimischer Ostfriese einen absoluten Flaschback. Dieses Buch beschreibt haargenau meine Kindheit und womit sich junge Menschen in Ostfriesland auseinanderzusetzen haben. Vielen Dank Jan Brandt!

Anmerkung: Viele werden sagen:"Jericho: ein Bezug zur Bibel!" Man kann es aber auch so sehen: "Jericho: Eine Mischung aus Jheringsfehn und Rorichum"

Es grüßt

ein Oldersumer
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6 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Keine Revolution!, 2. Februar 2012
Rezension bezieht sich auf: Gegen die Welt (Gebundene Ausgabe)
Jan Brandt's Debütroman hat sicher einen eigenen Stil, mit einer Geschichte aus dem Leben, wie man sie durchaus nachvollziehen kann. Dennoch weiß man am Ende nicht so richtig, worauf der Autor eigentlich hinaus wollte. Interessant waren vor allem das Zeitgeschehen der 80er in Verbindung mit der Popkultur. Also auch eine kleine Zeitreise im Hinblick auf die Veränderungen in Westdeutschland und den Jahren vor und nach der Wiedervereinigung. Kann das Buch allerdings nicht jedem empfehlen, da der Handlungsfaden doch öfter etwas holprig ist. Die teils überschwenglich positiven Kritiken halte ich für überzogen.
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Gegen die Welt
Gegen die Welt von Jan Brandt (Broschiert - 9. Oktober 2012)
EUR 12,99
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