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Kundenrezensionen

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am 10. Juni 2011
"Die Wälder am Fluss" hat mir insbesondere wegen der großartigen Beschreibungen von Menschen und Landschaft ausgezeichnet gefallen.
Obwohl der mittlerweile greise Harry Crane die Geschehnisse um eine Mordserie an jungen Frauen Revue passieren lässt, lebt die Erzählung von der intensiven und phantasievollen Erlebniswelt des heranwachsenden Harry.
Und so zeigt sich in der Rückblende, dass nicht nur das Böse und Grausame sondern auch das Schöne der Zeit zum Opfer fällt.
Ich habe das Buch in kürzester Zeit verschlungen. Obwohl mir die Guten ein wenig zu gut, die Bösen zu böse waren und ich den wahren Bösewicht zu früh erahnt habe, kann ich dieses spannende Lesevergnügen uneingeschränkt empfehlen.
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am 7. August 2005
Ein Kaff im Osten Texas während der Depressionszeit. Der Ku Klux Klan kontrolliert die ländliche Gegend und schafft seine eigenen Gesetze. Als eine schwarze Prostituierte verstümmelt im Wald gefunden wird, meint man den Mörder in einer dürftig zusammen gezimmerten Holzhütte am Fluss entdeckt zu haben und greift zur Selbstjustiz. Natürlich ermordet man den Falschen, während der Mörder noch frei herumläuft. Ist es der Ziegenmann, den der zwölfjährige Harry und seine jüngere Schwester Tom auf ihren Streifzügen durch die Wälder gesehen haben?
DIE WÄLDER AM FLUSS erzählt eine Geschichte über das Ende der Unschuld, die Zeit des Erwachsenwerdens und den Zusammenhalt einer Familie in schlechten Zeiten.
Der Roman ist weder ein Psychothriller, noch ein Horrorroman oder ein Krimi. Von allem gibt es in dosierter Form ein wenig. Aber Joe Lansdale hat sich entschieden, seine dramatischen Szenen mit großer Nüchternheit und ohne Pathos zu erzählen. Seine Sätze sind kurz, die Dialoge realistisch, der Stil manchmal fast dokumentarisch. An den schwachen Stellen sind seine Beschreibungen vielleicht etwas zu kurz. Harrys Schwester Tom ist leider etwas farblos geraten, aber es gibt Charaktere, die trotz der knappen Beschreibungen lebhaft in Erinnerung bleiben werden.
Überraschend für Lansdale Fans mag sein, dass Lansdale in diesem Roman auf seinen gewohnt zynischen Ton verzichtet hat. Stattdessen dürfen wir noch einmal Kinder werden und auf den Streifzügen durch die Wälder und beim Klettern über morsche Brücken die Geheimnisse des Lebens neu entdecken.
Im Vergleich zu Harper Lees WER DIE NACHTIGALL STÖRT stört und Twains TOM SAWYER nicht ganz so meisterhaft erzählt, aber trotzdem sehr lesenswert.
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am 6. Juli 2011
Anfang der 30er Jahre stecken die USA mitten in einer tiefen Depression, die Rassentrennung ist allgegenwärtig, die Hautfarbe das alles Entscheidende, der Mob beherrscht die Straßen. In einem kleinen Ort im Osten Texas entdecken der 11jährige Harry und seine jüngere Schwester die übel zugerichtete Leiche einer Schwarzen. Ein zur damaligen Zeit unbedeutendes Opfer also, das vorerst noch keinen großen Aufruhr verursacht.

Ein alter Mann sitzt im Seniorenheim und erzählt vor dem Hintergrund seines langsam näher rückenden Endes die aufregendste und spannendste Geschichte seines Lebens. Und dies ausgerechnet aus einer Zeit, die wie keine andere jeden Menschen prägt, der Phase zwischen dem Ende der Kindheit und den ersten Einblicken in die Welt der Erwachsenen. Wie so oft geht es auch hier um das Ende der Unschuld, der Konfrontation mit dem Bösen, um Ohnmacht und Ungerechtigkeit.
Die Erzählungen sind dementsprechend kindlich-detailliert geraten, mit einer Mischung aus Enthusiasmus und Melancholie gewürzt und vermitteln eine tiefe, ursprüngliche Liebe zu Land und Leuten, die trotz aller düsteren Umstände und Hintergründe ansteckend wirkt.
Joe R. Lansdale hat sich bislang unter Horrorfans vorwiegend durch spartanische, harte Kost einen Namen gemacht. "Die Wälder am Fluss" ist auf gänzlich andere Lesergruppen ausgerichtet. Es gibt gewisse Parallelen zu Kings "Die Leiche" (= "Stand by me"), in beiden Fällen haben sich die Kindheitserinnerungen alternder Männer als absoluter Glücksfall erwiesen. Einige Charaktere mögen in Sachen Herzensgüte ein wenig stilisiert erscheinen, genau das wirkt in dieser emotional verwirrenden Zeit aber nur umso glaubhafter.
Lansdale überrascht den Leser nicht nur deshalb positiv, weil er sich gekonnt und kaum noch steigerungsfähig recht weit weg von seinen üblichen Gefilden bewegt. Seine Geschichte hinterlässt auch noch einen bleibenden und bewegenden Eindruck, da immer wieder eigene Jugenderinnerungen wachrufen werden.
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am 10. September 2005
Joe R. Landsdale hat einen wunderbaren Adoleszenzroman geschrieben, der - wie das offensichtliche Vorbild von Harper Lees: "Wer die Nachtigall stört" (ebenfalls wunderbar) in den Südstaaten der USA in den Jahren 1933 und 1934 spielt, also zu jener Zeit der großen Depression, bevor die Reformmaßnahmen des neu ins Amt gekommenen Präsidenten Franklin D. Roosevelt mit seinem "New Deal" anfingen, zu wirken.
Protagonist ist der zu jener Zeit elfjährige Harry, der - nun im Altersheim - in einer Art Rückblick die Ereignisse jener Zeit erzählt. Am Ufer macht er zusammen mit seiner Schwester Tom(alia) eine furchtbare Entdeckung: er findet eine mit Stacheldraht an einen Baum gefesselte Leiche einer Schwarzen. Verdächtig ist der sogenannte Ziegenmann, eine unheimliche mythische Figur, die im Wald ihr Unwesen zu treiben scheint. Schritt für Schritt müssen die Kinder die Lösung finden, die sie schließlich - zusammen mit ihrem Vater auch finden.
Doch dieses Buch ist zwar ein Kriminalroman, aber - wie bei großer Literatur immer - er ist auch genre-übergreifend. Wie das hervorragende Nachwort von Volker Neuhaus zu recht konstatiert, lässt sich das Buch, welches der Welt von Mark Twain und Huckleberry Finn näher ist als unserer heutigen, auf vier Ebenen lesen: Die "Wälder am Fluss" sind zum einen Adoleszenzroman, also die Geschichte eines heranwachsenden Jungen, die von ihm selber erzählt wird. Insofern steht sie in der Tradition von Tom Sawyer, aber auch Harper Lees oben erwähntem Meisterwerk. In dem Roman geht es um das Ende der Kindheit - die Welt der Erwachsenen wird erreicht - die frühere unbeschwerte Zeit ist mit der Entdeckung des Mordes unwiederbringlich verloren. Sodann ist das Buch ein Gesellschaftsroman, in dem in Anlehnung an Faulkner ein Portrait des Südens und seiner sozialen Probleme gegeben wird. Der Ku-Klux-Clan terrorisiert die Südstaaten, die einstmals reichen Farmer aus diesen Staaten verarmen und müssen nach anhaltenden Missernten und der Depression neue Arbeit suchen, da sie ihre Hypotheken nicht mehr abzahlen können. Der Roman ist auch - in Anlehnung an A. Blackwood - ein glänzender Schauerroman mit einer mysteriösen faszinierenden Gestalt, dem Ziegenmann, im Mittelpunkt, sehr an Algernon Blackwoods Erzählung: "Der Wendigo" erinnernd. Auf der vierten Ebene ist es ein veritabler Kriminal- bzw. Detektivroman, bei dem es um die Aufklärung von Verbrechen geht.
Dieses Buch hat mich sehr beeindruckt und gehört zu den besten Romanen, die ich in letzter Zeit gelesen habe. Auch die Charaktere sind differenziert und lebensecht gezeichnet. Kurz: ein Meisterwerk! Unbedingt lesen!
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"Die Wälder, das üppig bewachsene Flussufer sehen wunderschön aus. Die Blätter der Bäume sind saftig grün und schwer vom Regen, die verschlungen Äste der Brombeerbüsche glitzerten und bieten Unterschlupf für Kaninchen und Schlangen. Sogar der giftige Efeu, der sich um die Eichen schlängelte, war so schön grün, dass ich ihn am liebsten berührt hätte. Aber wie bei giftigem Efeu trügt der Schein. Unter all dieser Schönheit bergen die Wälder am Fluss dunkle Dinge..."

Es ist die wirtschaftlich harte Zeit der Grossen Depression in den dreissiger Jahren des vorigen Jahrhunderts, als die Rezession Amerika voll in ihren bösartigen Klauen hatte. Harrys Familie lebt auf einer kleinen Farm am Rande von dunklen Wäldern im tiefen Süden Amerikas nahe einem Fluss. Der Vater arbeitet als Constable und Friseur und sie können sich mit dem wenigen Geld gerade so über Wasser halten und überleben. Eines Tages, als der elfjährige Harry seinen schwer verletzen Hund Toby von seinen Leiden erlösen sollte, findet er eine übel zugerichtete Leiche einer dunkelhäutigen Frau in den dornigen Büschen am Flussufer. Harrys Vater, der das Gesetz vertreten will, scheint mit dem Fall überfordert zu sein und stösst auf eine Mauer des Schweigens und Gleichgültigkeit. Niemand hat ein Interesse den Fall einer toten Schwarzen zu untersuchen und schon bald geschehen weiter brutale Morde...

Nach Kahlschlag ist dies das zweite Buch das ich von Joe R. Lansdale gelesen habe und ich beginne mich langsam in seine Welt hineinzuversetzen und zu verstehen. Ich fühle was ihn antreibt, seine Beweggründe über eine moralische verdorbene, in ihrer Gesinnung fehlgeleitete Gesellschaft zu schreiben. Er zeigt was blinder Hass in den Herzen der Menschen anrichtet und welche Tragik in ihre Handlungen liegt und welche sie auslösen. Die bittere Armut und die Perspektivlosigkeit zu dieser Zeit tut das ihrige dazu und lässt viele Menschen verzweifeln und innerlich abstumpfen. In ihrer Starre und Gefühlskälte verlieren sie jeglichen Gerechtigkeitssinn und sind empfänglich für die krudesten Ideologien was zu einem höchst explosiven Mengengemisch führt.

Lansdale versteht es eine an und für sich einfache Geschichte in einer eingängigen Sprache zu erzählen und löst damit beim Leser unangenehme, klebrige Gefühle aus. Wie die Schwüle an einem heissen Sommertag wenn die Luft zum schneiden dick ist und sich schliesslich in einem heftigen Unwetter entlädt, ähnlich denen die regelmässig über Texas hinwegfegen und nichts als Verwüstung hinterlassen. Aber er liebt seine Heimat, die amerikanischen Südstaaten, über alles und dies wird aus seinen Beschreibungen deutlich, allerdings muss man diese manchmal zwischen den Zeilen suchen und sie erreichen den Leser nur in seinem Unterbewusstsein. Obwohl die Aufklärung der Morde das Handlungsgerüst darstellen geht es nicht primär um die Auflösung der Verbrechen es geht um weit mehr... auch wenn Lansdale die Moralkeule gelegentlich etwas zu oft schwingt.

Warme Tage, kalte Nächte, dunkle Wälder und ein schäumender Fluss. Blätter in vielen Farben, der Mond hell und golden... Düsternis, Aberglaube, Gewalt und Rassismus! Ein ausdruckstarkes Buch voller Gegensätze!
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am 19. Februar 2012
Der Roman "Die Wälder am Fluss" ist für mich bisher die literarische Überraschung des Jahres! Dieses Buch war das erste, welches ich von Joe R. Lansdale gelesen habe, aber sicher nicht das letzte. Als Spontaneinkauf habe ich als Krimifan an dem Klappentext gefallen gefunden- und konnte daheim voller Freude feststellen, dass in dem Buch weitaus mehr steckt als Cover und Klappentext erahnen lassen!

Inhaltlich geht es um einen alten Mann, der gesundheitlich schwer angeschlagen, sich einer Mordserie aus Kindheitstagen erinnert. Und schon befindet sich der Leser im Texas der 1930er Jahre. In den Südstaaten herrscht Arbeitslosigkeit und Rassenkonflikte spalten die Gesellschaft. In einem kleinen Dorf in Texas werden die Leichen von Frauen, hauptsächlich schwarzen, aufgefunden. Der elfjährige Harry, der die erste Leiche entdeckt hat, verfolgt die Ermittlungen, da sein Vater Constable ist. Als schlussendlich ein Unschuldiger Farbiger gelyncht wird, beschließt Harry mit der Hilfe seiner Großmutter, dem Rätsel auf die Spur zu gehen...

Was außer einer guten Kriminalgeschichte bietet dieses Buch nun noch?
Tolle Charaktäre, an denen man auf Anhieb Gefallen findet und eine dichte, stets gegenwärtige, realistische Atmosphäre, in der man sofort gefangen ist. In dieser Hinsicht erinnert das Buch stark an die Abenteuer von Twains Tom Sawyer und Huckleberry Finn.
Auch die Sprache ist recht elegant und Landsdale beleuchtet zahlreiche Aspekte des menschlichen Lebens, vorallem die Erzählperspektive, welche sich aus den Schilderungen eines Kindes speist, macht das Buch äußerst lesenswert. Die Krimihandlung gerät manchmal fast schon nur Nebensache, deswegen sollte man sich nicht von dieser Bezeichnung durch den Verlag irritieren lassen.

Absolute Kaufempfehlung!
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am 1. August 2011
Dieser Mann ist ein echter Geheimtip! Gute Sprache, ordentlich recherchiert, liberale Gedanken, nie loslassender Erzählstil, spannende Geschichte, Bodenhaftung. Sehr gut besetzte Figuren, mit jeder Menge Leben. Beim Lesen nicht ein Quäntchen Langeweile verspürt.
Der Leser macht sich mit der Hauptfigur auf die Suche nach einem Serienmörder und bekommt auf dem Weg dorthin, anschaulich die Welt des rassischtischen Texas', der dreissiger Jahre des vergangenen Jahrhunderts geschildert.
Absolut kein typischer "Serienmörder"-Roman! Überraschen lassen!
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am 13. Februar 2006
Normalerweise schaue ich mir nur DVD's an oder verbringe meine Freizeit mit mehr oder weniger anspruchsvollen Computerspielen. Bücher lese ich kaum; oft nur in der Schule. Nunja ich habe hier eben einen Hinweis mit "To Kill a Mockingbird" gesehen und dachte, da mir der Film sehr gefiel und ich schon das sehr gute und grausame "Nightrunner" von Lansdale kannte, probiere ich mal das Buch anzulesen. Und tatsächlich: Ich habe vor 3 Tagen angefangen und schon am dritten Tag, als ich das erste Drittel durch hatte, musste ich das Buch zu Ende lesen und habe den Rest in einem Stück in 5 - 6 Stunden hintereinander förmlich verschlungen. Der Grund war auch, dass ich die vielfältigen Verzweigungen nicht vergessen wollte. Das Buch hat mehrere parallele Handlungsstränge. Kein Mensch ist heroisch dargestellt und Sie alle haben Ihre menschlichen Fehler. Nichts ist klischeehaft, und entgegen den Sherlock Holmes Büchern ist hier die Spur nicht immer eindeutig. Landsdale hat den richtigen Mix aus komplexerer Atmosphäre, verbundenen Hintergrundsgeschichten und flüssigem Lesefluss gefunden. Lacher gibt es auch noch. Man fiebert mit, ist oft dem Jungen einen Schritt voraus, manchmal aber auch nicht. Am Ende war ich doch schon etwas traurig und dachte die Personen gut gekannt zu haben. Das Buch ist definitiv besser als Harry Potter, Sherlock Holmes und gefällt mir gar besser als die Mankellbücher und ist frischer zu lesen als die Tom Sawyer / Huckleberry Finn Bücher. Kann ich nur jedem empfehlen, der sich über seine Umwelt Gedanken macht! Alle 5sternigen Bewertungen sind absolut gerechtfertigt. Einzig und allein, doch dafür kann Lansdale nicht, die Übersetzung hapert an einigen Stellen (englische Begriffe wurden gelassen, ganz wenige Grammatikfehler), ist aber von der Stimmung her insgesamt hervorragend gelungen! Bravour!
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am 11. Mai 2012
solch einen roman bekommt man nur alle 10 jahre in die hände. gruselig, spannend, dunkel, wunderschön, dann wieder abstossend, fesselnd, faszinierend - für mich war das ganze eine verstörende reise in die vergangenheit des amerikanischen südens -in die dreissiger jahre des letzten jahrhunderts: rassismus, ein psychopathischer frauenmörder, ein geheimnisvolles wesen in den tiefen wäldern und eine familie, die versucht, die wüde der menschen in ihrer welt zu verteidigen.

harry, der alte und des lebens mittlerweile überdrüssige erzähler, erinnert sich zurück an sein leben als junge, der mit seiner kleineren schwester tom eine halbwegs behütete kindheit durchlebt - bis zu dem zeitpunkt, an dem die beiden in den wäldern am fluss eine furchtbar zugerichtete frauenleiche finden und versuchen, zusammen mit ihrem daddy und grandma den mörder zu finden..

was sich hier in kurzform so trivial und typisch für amerikanische thriller liest, entpuppt sich schon auf den ersten seiten als eine einzigartige perle in diesem genre. die beiden protagonisten - harry und tom - habe ich sehr schnell ins herz geschlossen, sie haben etwas von mark twains berühmtesten schöpfungen huck finn & tom sawyer an sich, allerdings ohne deren sorglose fröhlichkeit.

alles an diesem thriller "die wälder am fluss" ist so abartig gut gemacht, dass mir nichts anderes übrig blieb, als auch die anderen fünf romane dieses grossartigen writers im ibookstore zu laden.

würden cormac maccarthy, dan simmons und stephen king gemeinsam einen roman schreiben - heraus käme ein lansdale.
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am 13. Januar 2014
Anfang der Dreißigerjahre entdeckt der elfjährige Harry in Texas die Leiche einer Schwarzen. Zusammen mit seiner Schwester macht er sich auf die Suche nach dem Mörder. Lansdales Held, der an Tom Sawyer und Huckleberry Finn erinnert, enthüllt sich die Düsternis eines Faulknerschen Südens voll Aberglaube, Gewalt und Rassismus.

Ich hatte eigentlich einen soliden Krimi erwartet. Aber der Autor schafft nicht nur Spannung bis zur letzten Seite, sondern er zeichnet auch unglaublich detailliert und sehr ehrlich ein Bild der amerikanischen Gesellschaft in den 30-ern. Oft nicht schön, oft sehr brutal - aber so war es wohl. Obwohl die Sklaverei abgeschafft war, herrschte überall noch ganz schön fieser Rassismus, der "Klan" machte oft mit Schwarzen kurzen Prozess. Die Geschichte ist also nicht nur vom Krimi her interessant, sondern auch gesellschaftlich. Dadurch, dass aus der Perspektive von einem Elfjährigen erzählt wird, bekommt das Buch etwas sehr ehrliches, die Figur des "Zigenmannes" wird tatsächlich so etwas wie das Böse im Märchen. Die Figuren des Jungen Harry und dessen Familie sind sehr gut gezeichnet, nicht übertrieben, aber so, dass man mit ihnen gern durch das ganze Buch geht. Die Nebenfiguren sind alle durchweg glaubwürdig. Allein der Epilog war echt überflüssig. Doch die Auflösung hat sogar mich, als geübten Krimi-Leser überrascht. Das schaffen nicht viele :) Daher vergebe ich 5 Sterne.
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