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157 von 166 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ....eine Bereicherung
Der erste Gedanke ist ja nun : weshalb verlässt ein Reiseschriftsteller sein angestammtes Ressort und widmet sich einem scheinbar völlig anderen Thema ?
Doch bei genauerer Betrachtung wird schnell klar, es handelt sich, genau genommen, doch wieder um eine Reise. Eine Reise zu sich selbst, ins Innerste. Und das ist sicher die beschwerlichste Reise, die man...
Veröffentlicht am 26. Februar 2010 von Yvonne Köpfer

versus
41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Scharfsinnig, intelligent, ehrlich- und leider voller Selbstherrlichkeit
Zu Anfang des Buches war ich angetan; von dem nicht ausdrücklichen Versprechen, dass wir Kitsch und Getue, Weltumarmungen und Esospinnereien überspringen und der Autor und ich (als imaginäre und NEUgierige Begleiterin seiner Reise) gleich mit fast brutaler Ehrlichkeit voll einsteigen.
Altmann beobachtet, sinniert, urteilt nicht innerhalb des westlichen...
Veröffentlicht am 24. März 2013 von linneker


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157 von 166 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ....eine Bereicherung, 26. Februar 2010
Der erste Gedanke ist ja nun : weshalb verlässt ein Reiseschriftsteller sein angestammtes Ressort und widmet sich einem scheinbar völlig anderen Thema ?
Doch bei genauerer Betrachtung wird schnell klar, es handelt sich, genau genommen, doch wieder um eine Reise. Eine Reise zu sich selbst, ins Innerste. Und das ist sicher die beschwerlichste Reise, die man antreten kann.
Andreas Altmann schildert seine persönlichen Erfahrungen unbeschönigt und gnadenlos ehrlich : Glücksmomente, verstörendes Hirnkino, die Härten eines 10-Tages-Retreats und wie schwer es ist, durchzuhalten.
Wieder als Meister der deutschen Sprache. Nicht umsonst hat er all die Preise erhalten und lässt nicht nach, ihnen gerecht zu werden.
Was er nicht will, ist Leser zum Buddhismus bekehren, nicht einmal sich selbst. Immer schaut er genau hin, ist niemals bereit einfach nur zu glauben. Und genau das wird vom Buddhismus auch gefordert : genau zu prüfen, selbst auszuprobieren. Manches ist für ihn eben nicht wahr, aber er versucht es stehen zu lassen (manchmal, nicht immer).
Nicht 1000 Bücher über Meditation helfen auch nur ein Schrittchen weiter, niemandem.
Und hier ist eines, das wahrheitsgemäß, ohne heiliges Gesabbel, den harten aber auch beglückenden Weg beschreibt und das animiert, es selbst zu tun. Derer gibt es nicht viele.
Reisen bildet ja bekanntlich, und mehr (Herzens)Bildung werden andere Reisen wahrscheinlich nicht bieten können.
Zu befürchten ist nur, dass der, meiner Meinung nach, provokativ gewählte Titel ( auch wenn es tatsächlich eine Aussage des Buddhismus ist ) den Einen oder Anderen von der Lektüre abschrecken könnte. Möge dies keinesfalls passieren, das Buch auf den Bestsellerlisten landen und so möglichst viele erreichen und anschubsen genauer hinzuschauen, bei sich, auf die Welt.
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41 von 43 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Scharfsinnig, intelligent, ehrlich- und leider voller Selbstherrlichkeit, 24. März 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Triffst du Buddha, töte ihn! Ein Selbstversuch (Broschiert)
Zu Anfang des Buches war ich angetan; von dem nicht ausdrücklichen Versprechen, dass wir Kitsch und Getue, Weltumarmungen und Esospinnereien überspringen und der Autor und ich (als imaginäre und NEUgierige Begleiterin seiner Reise) gleich mit fast brutaler Ehrlichkeit voll einsteigen.
Altmann beobachtet, sinniert, urteilt nicht innerhalb des westlichen Tellerrandes und seine Ausführungen wirken erfrischend, laut, ehrlich und impulsiv.

Und dann geht seine Vipassa-Reise-ins-Ich los und erst unmerklich und dann immer massiver muss ich fremdeln und zögerlicher seinen Gedankengängen folgen und spätestens ab dem Teil, in dem er beschreibt, wie ein ehemaliger Freund von ihm am Leben strauchelt und zum finanziell ruinierten Alkoholiker wird, möchte ich Altmann schütteln ob seiner Selbstgerechtigkeit.
Es wird klar, dass der Autor immer und immer alles abgewertet, was mit seinem Lebenswandel und eigenen Einstellungen nicht deckungsgleich ist. Jeder, der nicht genauso wild und impulsiv wie er durchs Leben geht, ist ein armes Würstchen. Alle mit Bürojob sind bemitleidenswert und im Grunde lebendig tot. Jeder, der nicht täglich mindestens ausgiebig über Sex nachdenkt oder ihn einfach hat, steht auf der Schwelle zur Geisteskrankheit.
Altmann reflektiert zwar zwischendurch immer wieder - auch sich selbst -, und als offensichtlicher Meister der Sprache verwendet er diese perfekt, um seine Gedanken greifbar zu machen.
Aber seine angebliche Bescheidenheit wirkt wie ein Stilmittel der Selbstbeweihräucherung, seine angebliche Zuneigung zu Mitmenschen endet immer ganz brachial da, wo diese nicht seine Weltanschauung teilen. Er zieht Bilanz über Abschnitte seines Lebens, sieht aber nie das Ganze, bemüht sich nicht, andere Charaktere zu tolerieren, sondern urteilt schonungslos und immer innerhalb seines selbstliebenden Kosmos.
Das alles stört extrem den eigentlichen Erfahrungsbericht seines Vipassanakurses.
Es bleibt zwar meist kurzweilig, weil seine Formulierungen immer knackig und intelligent sind.
Aber der Ärger überwiegt deutlich und nachhaltig, daher nur 2 Sterne.

Wenn jemand Sprache und Intelligenz so gut einsetzt, dass sie verschleiert, wiewiel Abwertung, Gönnerhaftigkeit und Respektlosigkeit- schlicht Intoleranz - dahintersteht und dies scheinbar so gut macht, dass es hier überwiegend sehr gute Bewertungen gibt, dann muss man allerdings schon den Hut ziehen.
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119 von 128 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Dieses Buch muss man lobhudeln, auch als Nicht-Buddhist!, 3. Juli 2010
Eigentlich interessiert mich der Buddhismus ungefähr so sehr wie ein Fußballspiel zwischen Rot-Weiß-Essen und Preußen Münster. Deshalb hatte ich dieses Buch auch nur als Geschenk gekauft. Habe dann kurz im Vorwort geblättert, konnte nicht mehr aufhören zu lesen - und nun steht das Teil bei mir im Regal.

Altmann beschreibt zunächst eine Reise durch Indien auf den Spuren Buddhas und schildert im Anschluss seine Erfahrungen in einem zehntägigen Meditationscamp, einem "Krafttraining" für den "Herzmuskel", wie er im Vorwort sagt. Was mich beeindruckt hat: Ganz egal, ob er den Menschen auf seiner Reise 'in echt' begegnet oder sie beim Meditieren nur 'in Gedanken' vor sich sieht - immer findet er punktgenau ihre Schwächen, Stärken oder schlicht skurillen Züge und Geschichten. An der Art, wie er diese dem Leser erzählt, wird klar, dass Altmann keine Grenzen anerkennt, nicht im Denken, nicht im Schreiben. Statt objektiv Bericht zu erstatten, reflektiert er immer auch, urteilt. Pöbelt über die Dummheit der einen, schwärmt von der Leichtigkeitwas der anderen, tiradiert über den religiösen Kinderglauben so vieler - seien sie nun Christen, Moslems, oder echte und damit zwangsweise keusche Buddhisten.

Zynismus und Herabsetzung, was andere dem Autor hier vorwerfen, kann ich darin nicht finden. Zumal Altmann sich selbst aus der Riege der Dummköpfe doch nie ausnimmt. Statt zu loben, wie er über dem Meditieren schlauer, gelassener und was sonst noch Tolles wird, legt er seine Schwächen offen. Etwa, dass es ihm aller Friedensucherei zum Trotz nicht gelingt, jedem Menschen wenigstens gleichgültig zu begegnen, niemanden zu hassen. Oder, amüsanter, dass er von Sex träumt, während ihn der (natürlich libido-unabhängige) Lehrmeister anspricht.

Was mir aber vor allem gefallen hat, ist Altmanns Sprache. Wer Sprache mag, wird viele Sätze finden, die man zweimal liest. Weil sie einfach schön klingen. Oder drastisch-ehrlich. Oder ungewohnt, mit treffend zusammengebastelten Wörtern, nicht man nicht kennt oder lange nicht mehr gelesen hat. Dazu kommt die angenehme Beschränkung in Sachen Detailbeschreibungen: Wie jeder Reiseautor sieht auch er Kleinigkeiten. Aber er notiert sie nur dann, wenn sie ihm Anlass geben für einen eigenen Gedanken oder mindestens für eine Assoziation. Rote und gelbe Kabel besingen, weil eben gerade rote und gelbe Kabel am Straßenrand liegen? Dafür verschwendet Altmann keine Zeile. Er macht es lieber so (mit einem Schuss Selbstironie, wie oft): "Vor Tagen in Neu Delhi erlebt, mitten in der Hauptstadt. Ich trug ein halbes Kilo Müll mit mir herum, Obstschalen, Papier, etc., und suchte einen Abfalleimer. Ich kann nicht sagen, wie viele Kilometer ich in diesem Land schon zurück gelegt habe, um als öko-vorbildlicher Reisender mein Scherflein gegen den Untergang der Welt beizutragen. Und irgendwann, ja irgendwann, fand ich einen Abfalleimer. Aber ohne Boden. Sinnige Metapher. Indien als Fass ohne Boden."

Als ich das Buch zugeschlagen habe, hat es mich gedrängt, fünf Minuten lang Meditieren im Selbstversuch zu proben. Dass das nicht funktioniert hat, war vorhersehbar. So vorhersehbar wie die Tatsache, dass ich das nächste Buch von Andreas Altmann sicher kaufen werde. Ganz egal, worüber er diesmal schreibt. Denn wer sich so ungewöhnlich tief um Geschichten und Sprache bemüht, könnte wohl selbst in einem Regionalliga-Spiel etwas Berichtenswertes finden - und es faszinierend erzählen.
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101 von 109 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen bezaubernd und ärgerlich, 17. Juni 2010
so, fertig. Selten hat mich ein Buch so hin- und hergerissen. Anfangs eher hin, zum Ende zu immer stärker her.

So schön die Reiseerzählung war, der Weg zur Meditation, die Sprache, mich widerten diese ständigen Herabsetzung anderer an: Dumme, Schwachköpfe, zerebral Minderbemittelte....Mir machte das Buch stellenweise das Herz richtig eng. Vieles im Buddhismus z.B. hat er unzulässig verkürzt, was nicht schlimm wäre, wenn nicht gleich wieder die Wertung schwachsinnig oder lächerlich käme. Ein persönlicher Rachefeldzug mit sehr guten Beobachtungen, Momente voller eigener Wärme, auch Aufarbeiten persönlicher Defizite, die mit einem gewissen Stolz zelebriert werden, das Ego als zentrales Thema und offenbar hat Andreas Altmann große Resonanzflächen dafür, die er auch ausgiebig kultiviert. Ich habe das Gefühl eines sehr sensiblen Menschen, der heftig austeilen kann, der alles will und vermutlich deswegen immer noch so auf der Suche ist. Mir hat sehr gut gefallen, wie der Menschen auf der Reise beschrieben hat, seine eigenen Unzulänglichkeiten manchmal, aber auch das Erlebnis der Meditation. Ich finde immer interessant, wie andere das zu erklären versuchen. Leider hab ich mich dennoch durch das Buch gequält, weil die für mich wirklich außergewöhnlichen Teile des Buches ständig unterbrochen wurden und ich mich immer darüber geärgert habe, schade.

Obwohl: sich ein Buch zu kaufen und sich beim Lesen zu ärgern, entbehrt aber auch nicht einer gewissen Komik. ;-)
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20 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Ist das ein gutes Buch? Ja und Nein, 24. Oktober 2011
Rezension bezieht sich auf: Triffst du Buddha, töte ihn! Ein Selbstversuch (Broschiert)
Was den Autoren auszeichnet, ist sein Bemühen um Ehrlichkeit, und dass er manche Dinge und Situationen sprachlich durchaus interessant gestaltet. Und das Thema Vipassana-Meditation ist wahrlich ein Buch wert. Altmann versteht es gut, zu vermitteln, was das Wesentliche an dieser "Lebensübung" ist und macht durchaus Lust darauf, sich weiter mit der Thematik zu beschäftigen. Was ich jedoch absolut unerträglich finde und was mir zutiefst unsympathisch ist, ist seine himmelschreiende Arroganz allen "Nicht-Denkenden" gegenüber: da wird ständig gegen hirnlose Religionsjünger gewettert, die natürlich samt und sonders am Meditieren genesen könnten. Leider ist die Welt- und Menschensicht von Herrn Altmann doch etwas sehr rustikal und eben auch sehr egozentrisch. Alle Religionen, jedes Suchen nach Transzendentem so in Bausch und Bogen zu verdammen und die eigene religionsfreie Lebenssicht derart zu idealisieren - da fehlt nicht nur Verständnis und Langmut, da wird auch das Phänomen Religion journalistisch-krass auf die negativen Auswüchse derselben reduziert und alles andere einfach weggelassen. Altmann ist schon ein arger Schwarz-Weiß-Zeichner - wer das mag oder seine Meinungen teilt, findet diese Tiraden sicherlich ergötzlich. Interessant, dass er Paulo Coelho so ablehnt. Altmann hat meines Erachtens durchaus recht, wenn er Coelho als eine Art spirituellen Schwätzer bezeichnet. Nur - das Geschwätzige haftet Altmann eben genauso an, darum nervt es ihn ja so an anderen. Und tatsächlich hätte sein Buch um vieles kürzer und dabei genauso aussagekräftig sein können. Und nochmals zu den ach so blöden (religiösen oder nichtreligiösen) und geistig unterentwickelten Menschen überall auf der Welt, die Herrn Altmann so aufregen, und die er so anhaltend und unerträglich selbstgerecht geißelt. Dass er als Kind schreckliche Erfahrungen mit Bigotterie gemacht hat, rechtfertigt noch lange nicht, hinter jedem religiösen Menschen Dummheit, Bosheit oder eben Bigotterie zu wittern und ihn wenn nicht zu verurteilen, so doch bitter anzuklagen oder lächerlich zu machen. Diese von Altmann offenbar wenig reflektierte intellektuelle Hybris wiederum mit den von ihm schön dargestellten Meditationsübungen ein wenig abzubauen täte sowohl Herrn Altmann als auch seinem bisweilen recht plakativen Stil wahrscheinlich sehr gut.
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen selbstherrlich, menschlich, persönlich - wirkt nachhaltig, 6. Oktober 2012
Von 
Im Bücherhimmel (Lübeck Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Triffst du Buddha, töte ihn! Ein Selbstversuch (Broschiert)
Ich habe das Buch vor etwa einem Jahr gelesen und schreibe nun etwas dazu: das bringt es auf vier Sterne, weil es ja doch irgendwie nachhaltig wirkte. Hier in Kürze mein Eindruck.

Negativ: mir gefiel seine selbstherrliche und polemische Art nicht. Insgesamt wirkte es zu begeistert, nicht wirklich informierend und in vielen Dingen bewertend. Dies ist ja nun auch sein gutes Recht, denn er hat hier seine Erlebnisse notiert, aber seine Art Menschen einzuteilen, hat mich abgeschreckt. Einiges war durcheinander und verwirrend erzählt, seine Meinung schwankte ab und zu. Einiges hat der Autor sicher auch provozierend gemeint. Da hat er mich "gekriegt", denn ich habe mich an einigen Stellen jedenfalls über ihn geärgert.

Positiv: es ist soweit ich weiß, eines der wenigen Bücher, indem eine Person wirklich so genau sein Innenleben erzählt, bzw. was bei der Meditation wirklich bei ihm ablief. In vielen anderen Büchern schildern die Autoren ihre Erlebnisse vage, fassen zusammen, etc., so dass nicht wirklich die möglichen wahnwitzigen Gedanken und Gefühle geschildert werden. Andreas Altmanns Schilderungen wirken authentisch. Und er ist dabei mutig, soviel von sich zu offenbaren. Er ist sehr begeisterungsfähig, schwärmt seitenlang über die Vipassana Meditation (wirkt wie plakative Reklame). Wenn die Schilderungen und Bewertungen von ihm als einen (verwirrenden) Prozess gesehen werden können (in dem er sich gerade befand), kann dies durchaus auch als positiv gelten. Auf jeden Fall wirkt es menschlich. Beruhigend vielleicht für einen Meditationsanfänger zu lesen und zu wissen, Meditation ist ein Prozess und ein langer (lohnender) Weg, um sich selbst besser kennen zu lernen. Manchmal holt einen die Vergangenheit ein, manchmal die Gedanken an die Zukunft, oft ist es verwirrend, es zeigen sich Sorgen, viele viele Gedanken, und Körperempfindungen, etc. tauchen auf. Gut zu wissen, Mann oder Frau ist nicht allein - es geht allen Menschen so.

Fazit (da es mich heute noch beschäftigt): interessant, irgendwie sperrig, z.T. arrogant, persönlich, menschlich, mutig, macht auf jeden Falls Lust auf einen eigenen Selbstversuch.
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61 von 67 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wunderbar!!!, 24. Februar 2010
Von 
Melitta Schueler (Potsdam) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Was macht ein umtriebiger, lebenshungriger und erfolgreicher Reiseschrifsteller, um zur Ruhe zu kommen? Er zieht sich auf sein Meditationskissen zurück und entdeckt, daß auf einem Meter die ganze Welt liegt. Kein esoterisches Geschwätz, sondern der Versuch, die unmittelbare Erfahrung in Worte zu fassen. Wer sich wie ich seit 22 Jahren den Hintern platt sitzt in einem zenbuddhistischen Tempel, kann nur sagen: Das ist einer ehrlich; Keine sofortige Erleuchtung, der Geist wird nicht auf Befehl ruhig, sondern macht Ausflüge in die Phantasie, in alte Wunden und Schmerzen, die Knie und der Rücken tun weh und trotzdem: Einfach weitersitzen, ohne etwas zu erwarten. Die kleinen Momente, die so wunderschön sind, daß wir nicht zurückkehren möchten, können nicht beschrieben, sondern nur erfahren werden.
Ein aufrichtiges Buch, dem ich viele Leser wünsche
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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Niemand wird getötet, 26. Juli 2013
Rezension bezieht sich auf: Triffst du Buddha, töte ihn! Ein Selbstversuch (Broschiert)
Das Buch war eins meiner Impulskäufe: Das Cover hatte was, der Titel zog und schob zugleich, ich las die ersten Zeilen und kaufte es.

Dies ist das erste Buch das ich von Andreas Altmann las, es wird aber garantiert nicht das letzte sein. Ich mag seinen Schreibstil. Seinen offenen, direkten Ausdruck durch Worte. Ein paar meiner Lieblingssätze:
"Wer das Land im selben Zustand verlässt, wie er es betreten hat, kam schon als Leiche."
"Auch ich will mein Herz waschen...Aber ich will dabei mein Hirn behalten."
"Ohne vom Orkanschrei eines Fernsehers gemeuchelt zu werden."
"Diese Gleichgültigkeit, diesen Waffenstillstand mit der Welt."
"Ich bleibe sitze und denke, dass es ein Segen für die Welt wäre, wenn es mehr Kaffeehäuser gäbe, die zur Inbetriebnahme des Hirns animierten, und weniger Gotteshäuser, wo das Hirn stillgelegt werden soll".....usw.

Ich blieb 4 Tage jede freie Minute bei diesem Buch hängen, bis ich es durch hatte. Zuerst wird wunderbar bunt und lebendig über die Eindrücke des Autors in Indien berichtet. Dann kommt er in dieses Meditationszentrum, wo er tagtäglich in der "Dhamma Hall" stundenlang meditieren wird. 10 Tage lang. Nichts tun, nur unterbrochen durch einen schweigenden Mittags-Spaziergang im Garten und etwas Essen, kleine Zelle zum Schlafen (oder meditieren), kaltes Wasser. 4 Uhr ist früh Weckzeit, Meditationen, deren Vorgabe es ist, den eigenen Atem und die (eigenen) Nasenlöcher dabei zu beobachten, bis 21:00 Uhr. Er hat sich Schreibzeug in seine Zelle geschmuggelt und schrieb seine Gedanken auf.
Wie gesagt, Danke für die unverblümte Schreibweise. Und für die Offenheit!

Es wäre vermutlich auch ein Segen für die Welt, wenn möglichst viele Menschen Vipassana machen würden, ja. "Die Vipassana Meditation ist kein Zaubermittel, aber ein Heilmittel gegen das Verwelken mitten im Leben." so die wunderbare Erklärung des Autors.
Doch, das ist eben auch an diesem Buch zu erkennen, diese berühmte Gelassenheit, diese innere Ruhe und den Frieden mit sich, oder eine wirkliche Art von Wandlung vom "mit-dem-Kopf-durch-die-Wand" in "alles-ist-gut" spüre ich nicht raus. (Aber aufs Spüren hält er ja eh nix und auf alles-ist-gut, auch nicht). Bis zur letzten Seite nicht. Was ja sein darf. Jeder ist, wie er ist. Dies ist auch nicht als Kritik gemeint, sonder als simple Feststellung.
Er will ein Meister der Gegenwart werden.
Alles was er will, ist alles. So schreibt er.
Und "die Aussicht auf pausenlose Seligkeit" bereitet ihm nicht weniger Angst (obwohl er "den flow" dann sehr wohl genießt), als "den Blick auf einen trägen Sack, der glücklos sein Leben verglotzt".

Doch der Autor bekritelt mir einmal zu viel "die anderen." Seien es die Buddhisten, die Esoteriker, oder seinen Autoren-Kollegen P.Coelho. Jeder darf sein wie er ist.
Dafür gibt's 2 Sterne Punkteabzug.
Da nützt die besten Nasenlochatmung nix.
Ahja, und mit dem Buchtitel ist nur gemeint, dass ein richtiger Meister nur eine "Hebamme" ist, die du verlassen musst, um deine eigenen Potentiale entfalten zu können. Quasi der Abschied von deinem Guru (Geburtshelfers) ist dein Neuanfang. Niemand stirbt, im Gegenteil.

Ich werde tief durchatmen und mir sicher einmal ein anderes Buch von ihm kaufen, denn genau diese perfekte Unperfektheit macht den Autor für mich menschlich und deshalb - plus seinem Schreibstil - will ich doch mehr von ihm lesen. Vipassana hin oder her.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es lohnt sich, 6. September 2010
Ich habe Andreas Altmanns neues Buch regelrecht verschlungen und kann sagen, dass es mir richtig Lust darauf gemacht hat, so etwas auch einmal zu versuchen. Seine sehr offene, anschauliche Weise diese Art der Meditation zu schildern; die Erfolge und dann wieder das Scheitern; das alles ist zutiefst menschlich; manchmal auch komisch - und liest sich einfach großartig.
Herrn Altmanns Ansichten über Religion und vor allem religiösen Fanatismus sprechen mir absolut aus der Seele (wie man so sagt). Seine Wut über Leichtgläubige und über hirnrissige Ignoranten - die gerne auch als Lebenszeitfresser" (schöne Wortkreation!) auftreten - die kenne ich auch nur zu gut.
Kurz gesagt, dieses Buch empfand ich keine Sekunde langweilig - und kann es nur wärmstens weiterempfehlen!
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kein himmlisches Vergnügen..., 22. April 2011
...ist es, das der Autor sich mit dem Aufenthalt im 'Dhamma Chakka Vipassana Center' in Indien erschließen möchte, in dem er sich 10 Tage lang an die Regeln des stundenlangen Meditierens, Schweigens, Leseverbots etc. hält und davon berichtet. Sinn und Zweck des Ganzen soll sein, im Idealfall mehr Wärme, Wohlwollen und Nachsicht, nicht zuletzt für sich selbst, zu entwickeln.

Dies steht in keinem religiösen Kontext, wie bereits zu Beginn des Buches deutlich wird. Was hier nicht errungen werden soll: eine Station auf dem Weg zur Erleuchtung / zu den 72 Jungfrauen im Paradies oder gar eine Annäherung an die christliche Vorstellung vom Leben nach dem Tod.
Eine, bei Karl Kraus entliehene, Gretchen-Frage Altmanns lautet eher diametral: 'Gibt es ein Leben vor dem Tod'?
Was sich für Andreas Altmann sicher(er als das Amen in der Kirche) bejahen lässt, mag den Leser kurz zum schmunzeln bringen, dem einen oder anderen werden eine Sekunde später aber vielleicht doch noch die Gesichtszüge entgleisen. Wenn er/sie merkt, dass der Satz gar nicht das erwarete "nach" enthielt. Und Achtung - die Entgleisungen könnten sich häufen. Zum Beispiel aufgrund der für fast jeden greifenden Tatsache, dass man sich (geistig) fast nie im 'Hier und Jetzt' aufhält, sondern eher im gestern, morgen oder dem nächsten Wochenende. Dazu passt auch die ziemlich bestechende Einschätzung, dass der moderne 'Multitasker', der sich dies noch als Auszeichnung an den Hut heften mag, eher ein besonders armes Würstchen ist, weil er erst recht bei Nichts so ganz und gar dabei bleibt, und damit auch noch 'wirbt'.

Das Buch begeistert den, der dafür etwas übrig hat, also unter anderem durch die Denkanstöße, oftmals in Form kleinerer oder auch größerer Ohrfeigen, die der Autor indirekt dem Leser (s.o.), aber auch sich selbst austeilt. Dank des Schreibstils liest es sich, trotz teils "heavy" Inhalts "easy". Es empfiehlt sich sowohl denjenigen, die sich einfach nur unterhalten (lassen) wollen, darüber hinaus aber auch solchen, die sich als Liebhaber von Sprache und Wortgewandtheit verstehen und für die, die gerne wieder mit dem denken anfangen möchten oder besser noch: gar nicht erst damit aufgehört haben.

Ergo - ob die Zarten wirklich beruhigt sein können, (erster Satz des Vorworts) nur weil der Titel nicht hält, was er verspricht, bleibt die Frage.. denn wer die Schotten nicht ganz zugeklappt hat, den könnte hier und da beim Lesen eine gewisse Unruhe überkommen, die sich möglicherweise noch über die eigentliche Lektüre hinaus halten wird...
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Triffst du Buddha, töte ihn! Ein Selbstversuch
Triffst du Buddha, töte ihn! Ein Selbstversuch von Andreas Altmann (Broschiert - 24. August 2011)
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