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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starke Frau, starkes Buch
Wer dieses Buch liest, den erwartet eigentlich kein Kriminalroman nach klassischem Muster. Trotzdem - oder gerade deswegen - ist "Die Flüchtige" so lesenswert. Es ist zunächst das Portrait einer starken Frau, die seit ihrer Kindheit für ihre Freiheit kämpft.
Aus ihrem wohlhabenden aber haltherzigen Elternhaus verstoßen lebt die Protagonistin...
Veröffentlicht am 10. September 2004 von bücherwurm

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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weit gehend überzeugend
Den nordischen Krimipreis zu bekommen, ist bei der hochklassigen Konkurrenz sicher nicht so leicht. Karin Alvtegen ist dies mit diesem Roman in der Nachfolge von Hoeg und Mankell gelungen.

Und dies zu Recht - zumindest, was den ersten Teil des Romans angeht, der nicht nur aus der ungewöhnlichen Perspektive einer Obdachlosen erzählt, sondern auch die...
Veröffentlicht am 20. Juli 2006 von helmut seeger


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11 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Starke Frau, starkes Buch, 10. September 2004
Rezension bezieht sich auf: Die Flüchtige (Taschenbuch)
Wer dieses Buch liest, den erwartet eigentlich kein Kriminalroman nach klassischem Muster. Trotzdem - oder gerade deswegen - ist "Die Flüchtige" so lesenswert. Es ist zunächst das Portrait einer starken Frau, die seit ihrer Kindheit für ihre Freiheit kämpft.
Aus ihrem wohlhabenden aber haltherzigen Elternhaus verstoßen lebt die Protagonistin seit vielen Jahren als Obdachlose auf der Straße - anonym und einsam. Sie ist die geborene Verliererin. Ihren Lebensmut hat sie jedoch nie verloren, und so gönnt sie sich hin und wieder sogar eine Nacht in einem Luxushotel - natürlich mit einem Trick und ohne zu bezahlen.
Dann plötzlich gerät ihr gut organisiertes Leben aus den Fugen: Der nette Geschäftsmann, auf dessen Kosten sie sich am Vorabend im Hotelrestaurant ein Abendessen erschlichen hat, wird ermordet in seinem Hotelzimmer aufgefunden. Als Hauptverdächtige wird sie von der Polizei durch Stockholm gejagt. Sie hat nur eine Möglichkeit um ihre Unschuld zu beweisen: Sie selbst muss den Mörder finden...
Nicht nur die äußere Handlung ist spannend bis zum Schluss, vor allem die innere Verzweiflung der Heldin nimmt einen gefangen. Die Autorin schildert alles sehr nüchtern und ohne falsche Sentimentalität. Dabei gelingt ihr das Kunststück, die Geschichte und die Figuren glaubwürdig rüberzubringen. Schade eigentlich, dass das Buch nach rund 250 Seiten schon zu Ende ist.
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10 von 10 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Weit gehend überzeugend, 20. Juli 2006
Von 
helmut seeger "liberaler" (karlsruhe) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Flüchtige (Taschenbuch)
Den nordischen Krimipreis zu bekommen, ist bei der hochklassigen Konkurrenz sicher nicht so leicht. Karin Alvtegen ist dies mit diesem Roman in der Nachfolge von Hoeg und Mankell gelungen.

Und dies zu Recht - zumindest, was den ersten Teil des Romans angeht, der nicht nur aus der ungewöhnlichen Perspektive einer Obdachlosen erzählt, sondern auch die wachsende Verzweiflung der Protagonistin eindringlich darstellt.

Eine seit mehr als einem Jahrzehnt obdachlose Frau genehmigt sich gelegentlich einen Aufenthalt in einem Luxushotel, indem sie allein reisenden Männern Avancen macht und diese zum Bezahlen der Rechnung bringt, ohne am Ende eine Gegenleistung dafür zu erbringen. Bei ihrem letzten derartigen Coup wird aber ihr "Geschäftspartner" ermordet und sie gerät unter Mordverdacht.

Wie sie sich auf der Flucht vor der Polizei in eine immer ausweglosere Lage manövriert, während weitere Morde ihrer Person zugeschrieben werden, erzählt Alvtegen schnörkellos und packend. Daneben wird in einem zweiten Handlungsstrang beschrieben, wie die Hauptperson auf der Straße gelandet ist.

Man erfährt nebenher einiges über die Tricks der Obdachlosen, die diese zum Überleben einsetzen (müssen).

Leider verliert der Roman nach der Hälfte die Überzeugungskraft. Sybilla, die Hauptperson, begegnet einem 15 jährigen Außenseiter, der (natürlich) Computerfreak ist und mit dessen Hilfe sie dem wahren Mörder auf die Spur kommt.

Diese Idee ist so abgedroschen, dass sie einer Verfilmung von Walt Disney entsprungen sein könnte. Wobei auch der Rest der Geschichte, das muss zur Ehrenrettung gesagt werden, passabel erzählt ist. Aber die Glaubwürdigkeit ist plötzlich leider dahin.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ungewöhnlich, fesselnd!!!, 17. Dezember 2007
Von 
gizm03 "gizm03" (Teneriffa / Santa Barbara) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Die Flüchtige (Taschenbuch)
Sibylla, 32 Jahre alt, Tochter aus gutem Hause...doch sie lebt aus freien Stücken seit Jahren als Obdachlose auf der Straße, anonym und einsam, um ihrer verhassten Familie und sich selbst zu beweisen, dass sie trotzdem ein zufriedenes Leben führen kann.

Sibylla hat sich im Laufe der Jahre einige Tricks angeeignet, um auf der Straße überleben zu können. So achtet sie z.B. sehr auf ihr Äußeres, ist sauber und gepflegt. Ab und an stylt sie sich dezent auf und setzt sich dreist in eines der Stockholmer Luxushotels, wohlwissend, dass sie in kürzester Zeit Drinks und Essen von Geschäftsmännern spendiert bekommt, die auf eine heiße Nacht mit ihr hoffen. Doch so weit geht Sibylla nie, zieht sich immer kurz vor den sexuellen Avancen ihrer Verehrer dezent aus der Affäre.

Doch diesmal hat Sibylla Pech: ihr aktueller splenditer Geschäftsmann wird zudringlich, sie muss ihn mit sanfter Gewalt von sich weisen - und genießt die Nacht alleine in ihrem Hotelzimmer. Früh wird sie jäh aus dem Schlaf gerissen: die Polizei steht vor ihrer Türe! Panisch flüchtet Sibylla, die in diesem Moment noch davon ausgeht, dass die Polizei ihr auf die SChliche gekommen ist, dass sie sich Essen und Hotelzimmer ergaunert.... Doch auf der Flucht wird sie mit der erschreckenden Realität konfrontiert: man sucht Sibylla als Mörderin!!! Ihr Verehrer des letzten Abends wurde tot in seinem Hotelzimmer aufgefunden - und Sibylla war die Letzte, die mit ihm lebend gesehen wurde. Durch ihre Flucht bestätigte Sibylla der Polizei deren verdacht: sie hat den Mann getötet und grausam verstümmelt!

Für Sibylla bricht eine Welt zusammen! Wie soll sie ihre Unschuld beweisen? Wer glaubt denn einer Obdachlosen?

Und dann passieren weitere Morde...und der Mörder hinterlässt an den Tatorten seine Visitenkarte: eine Nachricht von Sibylla, die ihre Morde durch Notizen gesteht! das Netz um Sibylla zieht sich immer enger zu - und nur sie selbst kann sich noch retten. - und so macht Sibylla sich auf eigene Faust auf die Suche nach dem wahren Mörder....

Karin Alvtegen ist mit diesem Thriller eine überaus spannende und fesselnde Sozialstudie gelungen, gepaart mit einem fesselnden Thriller! Man lebt Sibyllas Ängste, Befürchtungen und Gefühle leibhaftig mit, man hofft mit ihr, überlegt mit ihr, recherchiert mit ihr....

Ein ungwöhnlicher, aber umso fesselderer Thriller der Extraklasse!
Unbedingt lesen!!!
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Vielleicht sogar besser als Henning Mankell, 27. März 2001
Rezension bezieht sich auf: Die Flüchtige (Gebundene Ausgabe)
Alvtegen hat es wunderbar verstanden eine Sozialstudie in einen Kriminalroman einzubetten. Auch wenn sich ein Vergleich mit Henning Mankell aufdrängt, so kann doch "die Flüchtige" den Vergleich auf jeden Fall standhalten. Vielleicht ist Alvtegen sogar besser als Mankell. Die Vergangenheitsbewältigung der obdachlosen Protagonistin Sibylla Forsenström und ihre Begegnungen mit der Umwelt sind spannend erzählt und drängen zeitweise die Mordserie eines Ritualmörders in den Hintergrund, was die Klasse des Buches ausmacht. Die Lektüre hat einige überraschende Wendungen parat in dem Sybilla von unerwarteter Seite Hilfe bekommt oder einfach ein Faktor aus ihre Vergangenheit auftaucht, der sich nicht abgezeichnet hat. Insgesamt lässt sich das Buch von Karin Alvtegen ausgezeichnet lesen.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ungewöhnlich atemberaubend, 24. Dezember 2006
Von 
Regenfisch - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Flüchtige: Roman (Taschenbuch)
"Die Flüchtige" von Karin Alvtegen ist ein äußerst ungewöhnlicher und dadurch unbedingt lesenswerter Krimi.
Karin Alvtegen erzählt den Plot aus der Sicht der "Gejagten", der "Flüchtigen" eben. Sybilla Forsenström ist als Tochter eines großbürgerlichen Ehepaars aufgewachsen. In ihrer Kindheit erlitt sie unzählige Demütigungen, die sie dazu veranlassen, das Leben als Obdachlose dem Leben als Töchterchen vorzuziehen. Ab und an gönnt sich Sybilla eine Nacht in einem Luxushotel, in dem sie sich einen zahlungskräftigen Sponsor ohne Wissen aussucht. Und nun geschieht das Verhängnisvolle: Bei einem dieser Nächte wird ihr Sponsor ermordet. Der Verdacht fällt natürlich auf die Obdachlose...
Karin Alvtegens Krimi ist so besonders, da er aus einer völlig ungewohnten Sichtweise erzählt. Außerdem liefert sie zusätzlich als zweiten Handlungstrang ein perfektes Psychogramm der Forsenström, was wirklich auch sehr interessant ist. Etwas sehr hergeholt (und deshalb auch nur 4 Sterne) finde ich, wie Sybilla dem wahren Mörder auf die Schliche kommt. Das ist alles sehr einfach und ein wenig platt. Bestechend ist wieder das Ende.
Alles in allem ein beonders lesenswerter Krimi.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Idee dieser Geschichte ..., 27. September 2003
Rezension bezieht sich auf: Die Flüchtige (Taschenbuch)
... ist wahnsinnig gut: eine mit einem goldenen Löffel im Mund geborene Tochter eines Industriellen wird zu einer Obdachlosen in Stockholm.
Aber auch in der Gesellschaft der Obdachlosen gehört sie zu den finanziell besser gestellten- erhält sie doch eine monatliche Geldsumme von der Mutter. Diesem Umstand verdankt sie auch, daß ihr Äußeres noch gesellschaftlich passabel ist. Dieser technischer Handgriff ist nötig, da die Protagonistin Sibylla sich manchmal eine Nacht in einem Hotel gönnt- natürlich zu Lasten eines noblen Herren. Dies würde nicht funktionieren, wenn sie als Obdachlose zu erkennen wäre.
Das Buch beginnt damit, daß sie im Hotelrestaurant einen Herren ködert. Geschickt bekommt sie ihr eigenes Hotelzimmer, ohne mit diesem Herren schlafen zu müssen. Doch diesmal hat sie Pech: ihr Gönner wird ermordet. Als die Polizei zwecks einer Befragung an ihrer Zimmertür hämmert, türmt sie, weil sie denkt, aufgeflogen zu sein. Im Zuge der Ermittlungen wird sie zur Hauptverdächtigen, die im ganzen Land gesucht wird. Sie ist den Anschuldigungen und der Hetzkampagne der Medien hilflos ausgeliefert. Sie macht sich selbst auf die Suche des Täters- sie entdeckt, daß alle Opfer eine Gemeinsamkeit haben ...
Das Buch ist wirklich zu empfehlen- es wird nicht nur die Geschichte des Falles erzählt, sondern auch die Umstände, die Sibylla zu dem machen, was sie ist: eine Obdachlose. Zwar lebt sie in der gehobenen Klasse der Obdachlosen, hat aber zum Teil mit den gleichen Problemen zu kämpfen.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen (Von "Scheuklappenbullen" und anderen Manipulationen), 23. August 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Flüchtige (Gebundene Ausgabe)
Sybilla Forsenström, 32, lebt seit ungefähr 15 Jahren in Stockholm auf der Straße. Ab und zu gönnt sie sich jedoch eine Nacht in einem Hotel- mit Dusche und richtigem Bett. Dazu lässt sie sich ganz einfach einladen. Sie zieht ihr aufreizendes, schönes Kleid, welches sie am Flohmarkt billig erworben hat, an , setzt sich in das Hotelrestaurant und beginnt gekonnt zu flirten. Dabei bringt sie ihre Opfer meist soweit, dass sie sie zu einer Hotelnacht samt Essen einladen. Und niemand bemerkt, dass Sybilla eigentlich eine "Pennerin" ist.
Doch diesmal klopft in aller Frühe die Polizei an Sybillas Hoteltüre. In der Annahme, dass ihre Tarnung aufgeflogen ist, flüchtet sie vom Hotel. Erst später entdeckt sie in einer Zeitung, dass im besagten Hotel ein bestialischer Mord geschehen ist. In der Folge geschehen noch weitere Morde, wobei den Opfern die Gedärme entfernt und meist am Boden verstreut werden. Weiters wird den Opfern jedesmal ein bestimmtes Organ entwendet und ein Kruzifix zurückgelassen.
Für die Polizei und die Presse ist klar, dass es nur einen geben kann der für diese Morde verantwortlich ist. Die Hetzjagd auf Sybilla wird eröffnet.
Die Morde sind vorerst in Karin Alvtegens "Die Flüchtige" nur zweitrangig. In erster Linie wird beschrieben wie es dazu kam, dass Sybilla der Gesellschaft den Rücken kehrte. Wie Sybilla, die aus reichem Hause stammt, von ihrer Mutter manipuliert und seelisch bestraft wurde bis ihr letzter Wille gebrochen war. Jeglicher Umgang mit "gewöhnlichen" Kindern wurde ihr verboten- sie sei doch etwas besseres. Als sie dann mit 17 von ihrem ersten Freund, den sie heimlich hatte, schwanger geworden war, wurde dies von ihren Eltern, der Schande wegen, vertuscht. Das Kind das sie gebar, wurde umgehend zur Adoption freigegeben. Sybilla, von den Eltern schon zuvor für verrückt erklärt, wurde unter psychiatrische Aufsicht gestellt.
Bis zu dem Tag, als sie dem Elternhaus endgültig den Rücken kehrte und flüchtete.
"Die Flüchtige" ist eine hervorragend erzählte Milieustudie, mit einen ebenso spannenden Krimi vermengt, die sich unkompliziert lesen läßt. Sukzessiv werden die Kindheitserlebnisse Sybillas in die passierten Morde hineinerzählt.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Adrenalinausstoßfördernde Überlebenserfahrungen einer befrei, 27. September 2002
Von 
Uli Geißler (Fürth, Bayern Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Flüchtige (Gebundene Ausgabe)
Ein Mädchen in behüteter Umgebung leidet täglich genau darunter. Eindringlich beschreibt die Autorin, was in der nachdenklichen und zurückhaltenden Person vor geht. Beklemmend liest sich die Beschreibung der Lebenswelt dieses mit Wohlstand und „geordneten Verhältnissen" gesegneten Teenagers. Ihr Leiden ist nachvollziehbar und es wirbelt auch die eigenen Gefühle durcheinander, wenn man die Sehnsüchte der zur reifenden Frau kennen lernt. Deutlich ist zu spüren, wie sich ihr Leben in Flucht verwandelt.
Inzwischen über dreißig Jahre geworden, ist das Leben auf der Flucht zum persönlichen Alltag geworden. Für die Protagonistin ist das die einzige Chance, selbstentschieden und in Ruhe zu leben. Doch dann geschieht eine Ungeheuerlichkeit, die eine massive Wende bedeutet. Ein Mord wird Sibylla - so heißt die rastlose Person - angelastet. Alle Spuren deuten auf sie und atemlos haftet man an den Zeilen, um weiter zu erfahren, welchen Zusammenhang zwischen Sibylla und der Schreckenstat besteht. Ein erneuter Leichnam - bestialisch zugerichtet - lässt endgültig den Adrenalinspiegel auf die Höchstmarke ansteigen und es zählt kein Schlafbedürfnis oder Termindruck mehr. Mit dem Lesen aufzuhören ist unmöglich geworden.
Ein Nothelfer entpuppt sich als hochgradig problematisch und die bislang sicheren Verstecke bergen die Gefahr, jederzeit entdeckt zu werden. So zieht sie sich auf den Dachboden einer Schule zurück, vermeintlich in totaler Sicherheit. Doch unerwartet taucht im gleichen Versteck ein Schüler auf und versucht seine pubertären Seelennöte und -sehnsüchte abzubauen. Er wird - noch dazu als Sohn einer Kriminalistin - zur offenen Gefahr für die Verfolgte. Die Entwicklungen überschlagen sich und die Notgemeinschaft der zwei Verfolgten manövriert Sibylla schließlich in eine hochgradig kritische und lebensentscheidende Problemlage.
Der Kriminalroman der Großnichte Astrid Lingrens braucht sich keineswegs von ihrer berühmten Verwandten literarisch protegieren lassen. Ihre Geschichte ist überwältigend dicht und lebensnah, hochgradig bewegend und absolut spannend. Sie entspinnt einen Lebensabschnitt der Hauptperson, dessen Verlauf unweigerlich auf Interesse stößt. Vergleiche sind oft problematisch und so verzichte ich darauf, denn dieses Buch ist unvergleichlich gut.
© Uli Geißler, Diakon, Freier Journalist und Autor, Fürth/Bay.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen sehr kurzweilig und spannend, 17. März 2001
Von Ein Kunde
Rezension bezieht sich auf: Die Flüchtige (Gebundene Ausgabe)
Ich habe das Buch in kürzester Zeit gelesen. Die Handlung ist eine Mischung aus schwedischem Milieu und Krimi. Die Autorin, ein Großnichte von Astrid Lindgren reiht sich ein in die Reihe der super-guten schwedischen Schriftsteller, dies es momentan gibt. Eine junge Frau, in ihrer Kindheit und Jugend von der Mutter seelisch zutiefst gekränkt lebt seit 15 Jahren ausserhalb der Gesellschaft als Obdachlose. Durch einen Zufall wird sie in einem Hotel des Mordes an einem Mann verdächtigt. Die Presse verurteilt sie sofort zur Täterin. Als weitere Morde geschehen und sie auch dafür verantwortlich gemacht wird, taucht sie unter. Wie sie mit Hilfe eines Jungen den wahren Mörder findet und zur Strecke bringt, das ist höchst spannend und liest sich rasant. Ich warte gespannt auf weitere Romane dieser jungen Autorin.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen es gibt bessere Skandinavien-Krimis, 2. Juni 2011
Von 
Ivonne Wiese (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Die Flüchtige: Kriminalroman (Broschiert)
Schwedischer Krimi von Ž99. Gute Grundstory über eine junge Frau, die als Tochter einer reichen und angesehenen Familie mit 18 Reißaus nimmt und lieber obdachlos durch die Gegend tingelt. Mit 17 musste sie ihren Sohn gegen ihren Willen zur Adoption freigeben, da der Vater ihrer Familie unwürdig war.
Nun wird sie des Ritualmordes an 4 Menschen bezichtigt und ist auf der Flucht. Die Story ist gut, die Umsetzung hinkt etwas an der Kürze des Romas, weswegen auch kein richtiger Tiefgang in die Story kommt und auch die Spannung etwas auf der Strecke bleibt. Die Auflösung des Ganzen ist dann ziemlich plötzlich und wieder mal kurz. Es gibt bessere Skandinavien-Krimis.
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Die Flüchtige: Kriminalroman
Die Flüchtige: Kriminalroman von Karin Alvtegen (Broschiert - 19. August 2010)
EUR 8,95
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