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8 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Die Monotonie des Geldadels, 13. Juli 2008
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: East Side Story (Gebundene Ausgabe)
Die Familiensaga über fünf Generationen erzählt von der reichen Familie Carnochan, die ihr Vermögen zu vorderst mit Tuchhandel, anschließend als Anwälte und Bankiers des New Yorker Geldadels und nicht zuletzt durch gut sondierte Heiratspolitik verdiente. Wird hier die Familie auch aus elf unterschiedlichen Perspektiven durchleuchtet, ist doch sehr klar zu erkennen, dass in einer Welt aus Geld, Patriziertum, Elite-Universitäten und Partnerschaften in renommierten Kanzleien, dem Individuum wenig Platz eingeräumt wird. Und entscheidet sich der eine oder die andere auch für eine unstandesgemäße Heirat oder womöglich eine eigenständige ungewöhnliche Existenz, ist mit Abstrichen zu rechnen. Die Carnochans heben sich nicht deutlich von ihresgleichen ab, sie prahlen nicht mit Heldentum und verzeichnen auch kein Versagen innerhalb der Familie.

...was man sich vielleicht schöner vorstellt, als es womöglich ist!

Eine wunderbare Familienchronik, transparent und vielschichtig, sehr klar und trocken (beinahe lieblos - wäre nicht auch Estelle Carnochan Mitglied des Clans) geschildert. Die Skizze des Stammbaus fördert das Verfolgen der Generationen und Verwandtschaftsverhältnisse nicht unwesentlich und verrät dabei nichts, was nicht verraten werden darf (schließlich basiert alle Werbung und Heiratspolitik auf gut fundiertem "Für und Wider"). Die Sprache besticht, sie schweift dort aus, wo es der Erklärung bedarf, ist lieblich in Herzensangelegenheiten und schwarz-weiß in den Episoden des David (II) Carnochan, gezeichnet von strenger Vernunft, unerschöpflichem Machtstreben und dem Drang, sich schwächere zu unterwerfen.

Bestechende Charaktere, vielfältige Perspektiven aus erster und dritter Person, spannenden Beziehungen zwischen (vorwiegend) Söhnen und (Schwieger-) Vätern, gute Übersetzung, schöne Typographie, keine Überlängen

- ein hervorragendes Buch gerader Linie.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Guter Unterhaltungsroman, 2. Juni 2011
Von 
Andreas Schröter "Andreas Schröter" (Dortmund) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: East Side Story: Roman (Broschiert)
Der US-amerikanische Autor Louis Stanton Auchincloss, mittlerweile 90 Jahre alt, ist in Deutschland bislang nur wenigen bekannt, obwohl er neben seiner Tätigkeit als Anwalt stolze 60 Bücher verfasst hat (Romane, Short-Story-Bände, Sachbücher etc.). Am ehesten geläufig sind Literatur-Kennern vermutlich seine "Manhatten-Monologe", die 2006 auch in Deutschland erschienen.

In seinem neuen Buch "East Side Story" begleitet er die schwerreiche New Yorker Familie Carnochan über gut 100 Jahre und die verschiedenen Generationen hinweg. In jedem der zwölf Kapitel wechselt die Erzählperspektive, und Auchincloss erzählt die Geschichte aus der Sicht eines anderen Familienmitglieds. Dadurch bekommt das Buch eher den Charakter einer Sammlung von Kurzgeschichten, die natürlich alle miteinander verwoben sind.

Die Carnochans sind Menschen, die sich ihres Standes durchaus bewusst sind und die versuchen, ihn zu behalten. Dafür verheiraten sie sich manches Mal lieber mit einem Partner, der viel Geld in die Ehe bringt, als mit einem, in den sie verliebt sind. Die schöne Kitty bringt diese Geisteshaltung auf den Seiten 70 und 71 auf den Punkt: "Wir würden es miteinander schwer haben, wenn wir von einem Einkommen leben müssten, das nur für Bier reicht, während wir von Champagner träumen."

Louis Auchincloss kritisiert diese Denkweise in seinem Gesellschaftsroman zwar leicht, lässt aber zwischen den Zeilen auch durchblicken, dass er eine gewisse Sympathie für seine Figuren hegt - kein Wunder, schließlich lebt er selbst in ähnlichen Kreisen.

"East Side Story" liest sich dank eines gut gelaunten, beschwingten und leichten Schreibstils flüssig, eilt jedoch manchmal etwas sehr zügig über die einzelnen Figuren und Jahrzehnte hinweg, so dass kaum richtiger Tiefgang entstehen kann. Zu vieles bleibt an der Oberfläche - manchmal hat man das Gefühl, einem netten Partyplausch zu lauschen, statt ein literarisches Werk zu lesen.

Fazit: Mit den ganz großen amerikanischen Erzählern wie Franzen, Ford und Updike kann Auchincloss nicht mithalten, ein guter Unterhaltungsroman für zwischendurch ist "East Side Story" aber allemal.
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8 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Familiensaga von anspruchsvollem Format, 13. Oktober 2007
Rezension bezieht sich auf: East Side Story (Gebundene Ausgabe)
Louis Auchincloss East Side Story Dumont
ISBN 383218029X

Der Roman über die Familie Cornachon bietet das Panorama einer weit verzweigten Familie der New Yorker oberen Mittelschicht.

Die Geschichte begann mit David Cornachon, der als Auswanderer Anfang des 19. Jahrhunderts aus Schottland nach New York kam. Er machte ein Vermögen mit dem Tuchhandel.
New York mit seinem aufstrebenden Wirtschaftswachstum bot die Möglichkeit, mit ausgeklügelten Handelssystemen zu Ansehen und Reichtum zu gelangen.
Über ein Jahrhundert reicht die hier erzählte Geschichte. Sie umfasst die Epoche vom amerikanischen Bürgerkrieg bis zum Desaster von Vietnam.

In jedem Kapitel wird eine Figur des Clans in den Focus gerückt und beleuchtet Glück, Freude, Versagen und Erfolge einzelner Familienmitglieder.
Diese Einteilung ermöglicht uns die Sicht aus unterschiedlichen Blickrichtungen.

Als David 1869 starb, hinterließ er Frau und neun Kinder. Dem Sohn Douglas gelang es als einzigem, eine zahlreiche Nachkommenschaft hervorzubringen.

Das Vermögen wurde durch eigene Arbeit und die Einheirat in begüterte Familien vermehrt.
Während die einzelnen Familienmitglieder aus dem Hintergrund hervortreten, weitet sich der Blick auf das Amerika, das einmal Hoffnung und Zukunft für viele europäische Einwanderer bot.
Große Häuser, mehrere Wohnsitze und zahlreiche Besitzungen geben Einblicke in den wachsenden Reichtum.
Es folgte der Bürgerkrieg, der zu Meinungsverschiedenheiten unter den Kindern von Douglas und dem Verlust eines Sohnes führte. Die Familie hält über alle Differenzen hinweg zusammen.
Die Konkurrenz und Machtproben zwischen den Enkeln von David sorgen für Überraschungen: die Vettern David, James und Gordie sind Konkurrenten in der Schule, im Studium und im Leben. Man bleibt sich dennoch eng verbunden! Fein beobachtet werden die psychologischen Machtspielchen und die Manipulation der Stärkeren gegen die Schwächeren vermerkt.
Es ist ein weit gefasstes Arsenal von Anspruch und Verwirklichung, von Unterwerfung und Zurückstecken!

Heiraten werden selten aus Liebe, häufiger aus Kalkül um Macht und Geld geschlossen.
Man besitzt gut gehende Anwaltskanzleien, ist im Bankwesen und in der Werbung tätig.

Auchincloss hat das Klima um die Familie wunderbar ergründet und wiedergegeben, entstammt er doch selber einer etablierten Ostküstenfamilie.
Man ist fasziniert, wie sehr sich die Ostküstengesellschaft Amerikas einen eigenen Kodex zugelegt hat, der das europäische Gesellschaftssystem von Adel und Bürgertum imitiert. Hier allerdings ist das Geld der Mammon, um den sich alles dreht. Dazugehören, Mitsprache, Ämter und Patronage sind die Merkmale der feinen Gesellschaft. Bildung rangiert hiernach erst an zweiter Stelle. Gordie, der gerne Schriftsteller geworden wäre, muß den obligaten Weg des Juristen einschlagen, um mithalten zu können.

Es sind starke, reiche, sensible, feine und labile Charaktere, die in allen Facetten Amerika als das Land der einstmals großen Hoffnungen und des Aufbruchs in eine neue Welt ins Rampenlicht rückt. Auchincloss schreibt beseelt von einer Welt, die er kennt, die er liebt, und die ihm wichtig war. Auch dem Leser imponieren die großartigen Entwicklungen, die unterschiedlichen Charaktere und der immer wieder spürbare Zusammenhalt in der Familie. Geistreich, klug und ernst sind die Gespräche und der Gedankenaustausch zwischen den Menschen.
Der amerikanische Bürgerkrieg, die beiden großen Weltkriege und der Vietnamkrieg verändern die Betrachtungen über die Zusammenhänge des politischen und gesellschaftlichen Wandels.
Eine unleugbare Melancholie klingt an, wenn Auchincloss noch einmal den Weg in die Vergangenheit zurücklegt.

Auchincloss war selber Anwalt in New York, wo er 1917 geboren wurde. Er hat etwa 60 Romane neben seiner anwaltlichen Tätigkeit veröffentlicht.
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10 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Chronist seiner eigenen Klasse, 2. Oktober 2007
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: East Side Story (Gebundene Ausgabe)
Louis Stanton Auchincloss ist ein sehr betagter amerikanischer Autor, Jahrgang 1917, der bei uns eigentlich noch kaum bekannt ist, obwohl er über 60 Werke - Romane, Biographien, Essays, Kurzgeschichten und seine Autobiographie- geschrieben hat. Er hat in Yale Jura studiert, war danach über Jahrzehnte als Anwalt an einer sehr renommierten Sozietät an der Wall Street tätig. Ich vermute, die Fälle des Rechtsanwalts waren auch Fundgrube für den Literaten, weil er in seinem Beruf die Menschen wirklich gut kennen lernen konnte. In seinem Werk kommen immer wiederkehrende Sujets vor, die in seinem Background angesiedelt sind den er sehr hellsichtig im Focus hat. So schreibt er in East Side Story" von dem Establishment der Ostküste, zu dem neben den Rockefellers und den Vanderbilts auch die Auchincloss gehörten. Und da zeigt sich sehr deutlich, dass diese scheinbar so klassenlose amerikanische Gesellschaft, doch ganz erhebliche Klassenschranken hat, die vornehmlich an dieser Ostküste ganz ausgeprägt sind.

"East Side Story" ist eine dreihundert Seiten lange Familiensaga, bei dessen Lektüre man sich sehr schnell "heimisch" fühlt, in der doch für die meisten Leser sehr fremden Welt, weil Auchincloss es schafft, diese Leute fast alle unschuldig aussehen zu lassen und man beinahe Sympathien mit ihnen hat, obwohl doch alles nur auf Machterwerb, Machterhalt, Machtsteigerung abgezielt ist Liebe als Leidenschaft oder als Passion kommt da praktisch nicht vor, mit einer Ausnahme und bei dem Porträt ist Liebe sofort "mit dem Tod verschwistert".

Der Autor entwirft zwölf Lebensporträts über mehrere Generationen, vom Unabhängigkeitskrieg bis zum Vietnamkrieg, mit den unterschiedlichsten wiederkehrenden Typen. Die Personen sind fast alle Investmentbanker oder Anwälte, sie waren in denselben Schulen, haben dieselben Elite - Universitäten besucht. Man bleibt schlicht unter sich, wie das ist in solchen Clans eben so üblich ist. Wer nicht mehr hineinpasst wird umgeformt oder heraus geworfen. Die meisten, die einen Ausbruch versuchen, kehren zurück ins "Goldene Ghetto" und was geschieht, wenn sie es nicht tun, erfahren wir in der letzten Geschichte.

Auchincloss erzählt eigentlich den Aufstieg und den angedeuteten Abstieg einer Familie, die aus Schottland nach Amerika gekommen ist, ansässig und sehr schnell reich wird, und zu dieser Gesellschaft, die sich da etabliert hat, sehr schnell hinzu stößt. Man spielt die feine Gesellschaft, häuft Macht und Geld an. Dabei spielen, wie gesagt, große, gnadenlose Geldgier, Schlauheit, Hinterlist und Fleiß eine ebenso große Rolle wie eine doch sehr pragmatische Heiratspolitik, bei der sich die Menschen keine großen Gefühle gestatten. Sie halten sich alle vielmehr für "Realisten". So ist die Liebes - und Heiratspolitik der Oberklasse in vielen Jahrhunderten gewesen. Wer Vermögen hat, wozu muss der noch Romantik haben? Sie rennen nicht einem modernen Glücksideal hinter her. Von dem Ziel glücklich werden zu müssen, davon sind diese Menschen eigentlich entlastet Man muss sich verwirklichen, entwerfen, muss aus seinem Leben etwas machen, muss darüber hinaus eigentlich nur das tun, was der Clan oder die Tradition vorgibt.

Natürlich ist auch Heuchelei einer der Pfeiler, auf denen diese Gesellschaft beruht. Glück spielt eigentlich keine Rolle. Liebessehnsucht ist eine einzige Torheit, das erzählen schon die Großmütter ihren Enkelinnen. Und trotzdem sind erstaunlicherweise viele Ehen intakt und glücklich. Die Ehepaare sind zufrieden, es geht ihnen gut, aber es gibt natürlich wie überall, hinter den "marmornen Fassaden", auch Einsamkeit, Depression, Alkohol und Verrat.

Ich finde, Auchincloss seziert, als Chronist seiner eigenen Klasse, auf eine wunderbar scharfzüngige, Glasscherben scharfe Art und Weise, mit großem Einfühlungsvermögen, er knackt dabei den Code der Kaste der er selber angehört, nimmt alles auseinander, weil er sich im Milieu bestens auskennt. Er knackt den Code, auf gnadenlose Art und Weise, ohne jedoch zu denunzieren. Ich glaube es war ein englischer Soziologe, der eine Analyse über die Verhaltensweisen dieser Gesellschaft mit den passenden Worten beschrieb:"Das ist die barbarische Fröhlichkeit der Reichen".
Es ist eine faszinierende Lektüre, die ich mit Nachdruck und Leidenschaft aus den unterschiedlichsten Gründen empfehlen kann.
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5.0 von 5 Sternen Tolle Familienchronik, 18. Februar 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: East Side Story: Roman (Broschiert)
11 Familienmitglieder der Familie Carnochan berichten aus ihrem Leben - eine Spanne von ungefähr 100 Jahren. Man bekommt einen guten Einblick in das Leben des "Geldadels". Ein Leben voller privilegien, aber auch unerfüllten Sehnsüchten, Verzicht und knallharter Familienpolitik. Der Autor beschreibt ausführlich ohne künstlich in die Länge zu ziehen.Wer anspruchsvollere Familiensagas mag, dem wird dieses Buch gefallen.
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5.0 von 5 Sternen East Side Story, 18. August 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: East Side Story: Roman (Broschiert)
Eine Familiensaga - sehr zu empfehlen.
Von den über 60 in Englischer Sprache erschienen Bücher dieses Autors ins viel zu wenige ins Deutsche übertragen. Schade.
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East Side Story: Roman
East Side Story: Roman von Louis Auchincloss (Broschiert - 5. Oktober 2010)
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