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8 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mit Hoffnung in die Zeitenwende?, 9. April 2005
Rezension bezieht sich auf: Wege zur ökologischen Zeitenwende (Taschenbuch)
Das Buch ist eine äußerst gelungene und gut verständliche Einführung in die ökologische Thematik. Marko Ferst zeigt sehr eindringlich, welchen dramatischen Gang die Klimakatastrophe nehmen kann, in welch raschem Tempo der Artenschwund voranschreitet. Da sehen die Schönfärber im Dienste von Industrie und Wirtschaftspolitik a la Miersch und Maxeiner ganz alt aus. Beachtenswert ist Rudolf Bahros Wandel vom DDR-Dissidenten zum Sozialökologen. 1977, glaube ich, brachte er das Buch „Die Alternative" heraus. Zehn Jahre Bautzen, sollte er für diese fundierte Kritik der DDR-Verhältnisse und seine alternativen Politikvorschläge bekommen. In diesem Band sind viele Texte aus seinen letzten Lebensjahren versammelt. Ganz konzentriert legt er seine Kritik am kapitalistischen System und dessen ökologischer Zerstörungswirkung dar, seine Vorstellungen über die sozialpsychologisch notwendigen Veränderungen in der Gesellschaft. Auch seine philosophischen Blickwinkel auf unsere Lebensweise sind sehr erfrischend.
Für die praktischen und unmittelbaren Veränderungen ist der Fernsehjournalist Franz Alt hauptsächlich zuständig. Bei ihm findet man Hinweise, wie man zu einer ökologischen Landwirtschaft und zu einer solaren Energiewende gelangen kann. Überaus interessant ist seine Sicht warum die Grünen an ihrer eigentlichen Aufgabe gescheitert sind. Dagegen legt Ferst umfassender die mittel- und langfristigen Perspektiven dar. Über rund 50 Seiten stellt er konkret eine ökotopianische Zukunftsgesellschaft vor, er diskutiert ein neues, ökologisch ausgerichtetes Regierungssystem und läßt am Schluß einen Ökokanzler in einer Fernsehansprache auftreten. Diese wäre für Schröder, Merkel und Co. sicher undenkbar. Aber die Rede ist eine brisante Denkprovokation. Bahro, Alt und Ferst sorgen mit ihren unterschiedlichen Profilen für viel Stoff zum Weiterdenken. Ergo: Für gesellschaftskritische und ökologische Geister ist das Buch ein Muß im Bücherregal!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Das letzte Buch der Welt von Bedeutung?, 15. Dezember 2003
Von 
Rezension bezieht sich auf: Wege zur ökologischen Zeitenwende (Taschenbuch)
Der dritte Teil, von Marko Ferst selbst geschrieben, von Seite 175 bis 322 (147 Seiten, die als 18-cm-Taschenbuch wohl 300 Seiten ergäben) erscheint mir wie "das letzte Buch der Welt von Bedeutung". Einmal sollte er als Einzelbuch in einem großen Verlag erscheinen.

Die beiden ersten Buchteile mit Franz Alt und Rudolf Bahro (bis S.172) bieten auch Neues, auch heute noch, 2013 (Das Datum von Amazon ist falsch.) Marko Ferst jedoch fasst unser gesamtes Ökorettungswissen zusammen: Fasslich und 'ununtertreffbar' leicht lesbar. DESHALB die enorme Bedeutung, die ich in das Buch reininterpretiere. (Was kann uns wichtiger sein als Rettung?)

Und weil der Autor aus der Bahroschule kommt und "der Meister" (ja!) im Buch selbst spricht (bis S.120) und Ferst ihn in seinem Buchtteil mehrmals erwähnt, so sage ich: "Dies ist nun endlich der 'Volksbahro', auf den wir gewartet haben."

Den 'Volksbahro' brauchten wir seit 1987, seit <Logik der Rettung> (Buch von Bahro), welches aber für den Normalverbraucher schwer verdaulich war (selbst der Ökofreak streikte). Außerdem setzt M. Ferst heute seine eigenen "Schwerpunkte" (so nennt er Meinungsverschiedenheiten) und das ist höflich formuliert. Das ist eine echte Weiterentwicklung von Bahros Position. "Das ist zwar noch Bahro" (also auch Volksbahro), aber 30% der Sichtweise ist 'Original-Ferst'.

Ferst nimmt kein Blatt vor'm Mund. Danke. Er redet nicht drumherum. Er beschreibt die ökologische Gesamtsituation, so wie sie nunmal ist. Herrliche Klarheit! Ferst bietet die ganz große Zusammenschau, fast wie Kulturphilosoph. Eine vollständige Gesamtschau ist es nicht; dann hätte die Volksverständlichkeit gelitten; das Buch wäre ausgeufert. Aber er bietet auf 5 Seiten an: "Ausgewählte Literatur zur kritischen Auseinandersetzung" (außer seinen 166 Anmerkungen auf ebenfalls 5 Seiten). Und hier sehe ich alles, "was Rang und Namen hat"; also geht das für mich klar, dass er auf die breite Ausführung einige Ökopax-Zukunfts-Themen verzichtet hat. (wie etwa die organisierte Kriminalität; außerdem muss man sich als junger Autor nicht über alles äußern; dass macht einen unseriösen Eindruck).

===> Seine Literaturempfehlung will ich hier dennoch ergänzen, weil wir kurz vor <Vollständig> sind und die Chance auf den Abschluss der Ökodiskussion genutzt werden muss. Zum einen gehört für mich in das Verzeichnis (nicht unbedingt in den Lauftext) das Buch von Gregory Fuller: <Das Ende: Von der heiteren Hoffnungslosigkeit im Angesicht der ökologischen Katastrophe> von 1993, auf deutsch geschrieben. (Das ist eigentlich nur eine Broschüre. Egon Ammann Verlag verdanken wir die Erstauflage; und dem Fischerverlag die Volksausgabe, und hier wahrscheinlich Willi Köhler, einem der großen Lektoren, die Deutschland hatte). Zum anderen das Buch vom Schweizer Christoph Lauterburg: <Fünf nach Zwölf: Der globale Crash und die Zukunft des Lebens> von 1998, beim renommierten Campusverlag erschienen (wahrscheinlich hat der Autor den Verlag mit seinem (anderen) Bestseller 'erpresst'; aber das ist nur eine Vermutung und ein Scherz.) Beide Autoren sind 'Seiteneinsteiger' auf unserem Ökopaxgebiet, und uns vorher hier noch nicht 'aufgefallen'; also auch noch nicht 'reputiert' bzw. 'renommiert', wie unsere Ökoklassikerautoren (Amery, Gruhl, Ditfurth, Illich, Mumford, usw.) Soweit dazu.

===> Zurück zu Ferst: Er traut sich an die Wende ran und an die psychischen Bedingungen im Volk dafür und dagegen. Das ist ein Novum! Das hatte wir so noch nicht. Erst jetzt sind wir vollständig. - Fuller schreibt nur: "Weltweiter Paradigmenwechsel!" und schweigt. - Lauterburg lehnt sich zwar weiter zum Fenster raus: "Es soll hier nicht behauptet werden, es sei von vornherein unmöglich, daß der Mensch - mit den Anlagen, die er im Laufe der Evolution erworben hat - friedlich in großen Gesellschaften leben kann. Als Kulturwesen und Weltmeister der Anpassung müßte er - so scheint es - dazu grundsätzlich in der Lage sein. Theoretisch — ich betone: theoretisch — wäre er es wohl auch." - aber irgendeinen staatlichen Machtwechsel erwähnt er nicht. - Nebenbei: U.Horstmann, G.Kunert, W.Hildesheimer verweigern auch jegliches Wort über einen - theoretischen - Ausweg. - Deshalb waren wir bis heute - 'bis Ferst' - noch nicht vollständig! Erst wenn wir den Rettungsweg vor uns sehen und sagen: "Der ist uns zu schwer!", erst dann ist es bewiesen, "dass nichts mehr geht". (Erst dann ist es <Fünf nach Zwölf> und es ist <Das Ende>)

Der Autor Ferst beschreibt also vollständig und volksverständlich den Rettungsweg, den Ausweg, den Weg in eine erträgliche Zukunft (für die Deutschen, also ganz konkret). Dazu musste man vielleicht jung sein. Idealist. Visionär. Gläubig. Denn man muss von kleinsten massenpsychischen Wahrscheinlichkeiten ausgehen und sich einbilden, sie würden wachsen auf 100%. - Aber er hat es durchgestanden. Gut gemacht! (Ich weiß, wovon ich rede; man kann irre dabei werden, bei dem ganzen Utopismus.)

Auf 18 Großseiten fördert der Autor auch unsere Einbildungskraft im Kapitel: "Die ökotopianische Zukunftsgesellschaft". Und unsere Innovationskraft anstoßen will er im Schlusskapitel: "Eine (ökologische) Regierungserklärung" auf 8 Seiten. - Mehr kann man nicht tun! Nun ist das Volk dran. Und "das Volk" sind zuerst einmal die Vorreiter, die ökologischen Leser, die "Multiplikatoren". Es sollen nun keine neuen Öko-Bücher mehr geschrieben werden, sondern die vorhandenen gelesen und ausgewertet werden. - Deswegen bin ich auch gegen den (Pleite-) Suhrkampverlag eingestellt, der uns heuer ein neues Weltuntergangsbuch 'reindrückt' (Stephen Emmot: 10 Milliarden), in dem aber reinweg gar nichts geschrieben steht, was wir nicht seit 1980 wissen; schon 1959 hat A. Huxley sein großartiges locker lesbares Ökosachbuch "Revisited" veröffentlicht: auch in Deutschland.)

Abschließen will ich mit den letzten Sätzen des Buches, weil hier zwei wesentliche Aspekte einer möglichen bzw. theoretischen bzw. utopischen Öko-Wende erwähnt werden, die in früheren Ökobüchern fehlten oder zu kurz kamen:

====> "Wir werden also eine neue Sozial- und Eigentumsordnung ansteuern müssen, weil anders soziale Gerechtigkeit unter den Verhältnissen ökologischer Genügsamkeit nicht hergestellt werden kann. Die ökonomische Globalisierung erwies sich als eine Sackgasse, in die uns die hemmungslose Profitgier der Konzernwelt hineinstürzte, flankiert und zum Teil unterstützt von einer bedenkenlosen Politik. Ökologische Ökonomie ruht auf den Fundamenten der Regionen. Der bevorstehende sozialökologische Strukturwandel wird umfassender und schwieriger sein als alle vorhergehenden Umwälzungen und Reformen in der Menschheitsgeschichte.

Sie dürfen damit rechnen, daß meine Regierung alle Register zu ziehen bereit ist, um die erforderliche Umgestaltung zu beginnen. Eine lebenswerte Zukunft wird es aber nur geben, wenn genügend Menschen nicht nur zuschauen und sich darüber auslassen, wie verquer sich die politische Klasse wieder anstellt, sondern wir brauchen aktive Bürgerinnen und Bürger, die mitdenken und mitanpacken, das ihrige tun, damit die ökologische Neugestaltung der Gesellschaft eine gelungene Kontur gewinnt. Bitte denken Sie darüber nach, welchen eigenen Beitrag Sie dazu leisten könnten. Prüfen Sie, welche Möglichkeiten Ihnen gegeben sind, und lassen Sie diese nicht ungenutzt! Setzten sie sich auch gegen Widerstände durch. Nur gemeinsam können wir es schaffen. Ich danke Ihnen für Ihre Aufmerksamkeit." <====

Ende der 'Regierungserklärung', des Buches <Ökologische Zeitenwende>, und meiner Rezension Ende 2013
Die beiden Aspekte sind: 1. Eigentumsordnung und 2. Volksinitiative
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Wege zur ökologischen Zeitenwende
Wege zur ökologischen Zeitenwende von Marko Ferst (Taschenbuch - 2002)
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