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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Brilliant,unglaublich,fantastisch ... AUßERGEWÖHNLICH
Nach dem ersten Drittel eine wunderbare Geschichte, grandios erzählt, farbenfroh erlebt.

Zum Inhalt der Geschichte brauche ich denke nichts mehr zu sagen, dass wurde schon zu genüge getan.
Das erste Drittel des Buches ist durchaus nett geschrieben, aber mehr auch leider nicht. Das Blatt wendet sich aber ab ca. 120 Seiten, ab da hatte das Buch...
Vor 22 Monaten von Nadine veröffentlicht

versus
28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hin und her gerissen
Diese Rezension wird schwer. Zum einen habe ich "Schiffbruch mit Tiger" wirklich an rund zwei Tagen verschlungen, auf der anderen Seite fand ich das Buch phasenweise extrem langweilig. Yann Martel trifft zweifelsohne einen ganz eigenen Geschmack. Die Thematik an sich war es nicht, die mich an dieses Buch gefesselt hat. Religion.. Na ja... Die Art und Weise wie die...
Veröffentlicht am 11. Juni 2007 von Christof Bente


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5 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Brilliant,unglaublich,fantastisch ... AUßERGEWÖHNLICH, 3. Juli 2013
Von 
Rezension bezieht sich auf: Schiffbruch mit Tiger: Roman (Taschenbuch)
Nach dem ersten Drittel eine wunderbare Geschichte, grandios erzählt, farbenfroh erlebt.

Zum Inhalt der Geschichte brauche ich denke nichts mehr zu sagen, dass wurde schon zu genüge getan.
Das erste Drittel des Buches ist durchaus nett geschrieben, aber mehr auch leider nicht. Das Blatt wendet sich aber ab ca. 120 Seiten, ab da hatte das Buch mich in seinen Bann gezogen. Ich sah die Bilder der Geschichte direkt vor mir, konnte mitfühlen und mitleiden, lachen und lernen. Das Ende zudem fand ich einfach nur rundum gelungen.

Sicherlich gibt es bessere Bücher, aber für mich macht es hier die Mischung aus Religion,Lebensfreude,Überlebensgeist gepaart mit Spannung, Liebe, Trauer, Angst und Hoffnung.
Das Buch hat mich gut unterhalten und es war eine Freude es zu Lesen. Als krönenden Abschluss werde ich mir die Verfilmung auch noch ansehen.
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254 von 298 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Um mal mit den schlechten Rezensionen aufzuräumen..., 1. September 2005
Rezension bezieht sich auf: Schiffbruch mit Tiger: Roman (Taschenbuch)
Habe dieses Buch vor einem halben Jahr gelesen, habe mir jetzt die Rezensionen dazu angesehen und bin ehrlich ob der Argumentation der unzufriedenen Leser schockiert. man wolle nichts über Religionen, Zoos oder Schiffbrüche lesen...liebe Leute, sowas STEHT IM KLAPPENTEXT, dann kauft euch das Buch halt nicht. Zum zweiten muss ich eingestehen, dass dieses Buch einen Leser fordert, der auch in der Lage ist, sich eigene Gedanken zu machen, WER VORGEKAUTE WEISHEITEN HABEN WILL KANN SICH GERNE NEN BAUERNREGELKALENDER KAUFEN.
So, sorry, das musste mal gesagt werden.
Also, lieber Interessent, der du jetzt wissen willst, was dich bei dem Buch erwartet:
Du wirst ein Buch lesen, das dich in eine völlig fremde Welt voller Wunder und Phantasie entführt, das dir Denkanstöße gibt und dich hin und wieder auch grübelnd zurücklässt.
Dass es den Glaube an Gott zurückgibt halte ich für überzogen, ich hab vorher nicht an Gott geglaubt und tue es immer noch nicht, dennoch hat mich dieses Buch, das soviele religiöse Sachverhalte anspricht und auch demonstriert, ohne selbst missionarisch zu sein, tief berührt.
Lass es auf den Versuch ankommen und lies es, und wenns dir nicht gefällt, formulier hier eine anständige Begründung, um den unzufriedenen Rezensenten hier ein gutes Vorbild zu sein :).
Wenn es dir aber gefällt, stell es in dein Regal und denk ausführlich drüber nach, und du wirst sehen, wie gut es dadurch wird.
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Über die Kunst des Erzählens, 12. November 2008
Von 
Thorsten Wiedau (Hamburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Wenn man mit Tieren auf einem gekenterten Boot sitzt und eines ist ein 450 kg schwerer Bengal - Tiger, dann kann einem schon flau im Magen werden. Insbesondere, wenn der Tiger einen tierischen Passagier nach dem anderen frisst und nur der Mensch als Einziges übrig bleibt. SCHIFFBRUCH MIT TIGER von Yann Martel ist ein Buch in bester Erzähltradition. Farbig und überaus stimmig illustriert von Tomislav Torjanac. Eine Geschichte so schön und unwirklich, das sie wie aus dem wahren Leben gegriffen scheint.

Die Kunst des Erzählens ist noch nicht tot! Der Autor Yann Martel versteht sich darauf und er, welcher selbst einige Monate lang in Norindien lebte, ist ein wahrer Geschichtenerzähler.

Die Handlung gipfelt im letzten Drittel in der Tat in einer Bootfahrt mit Tiger - sehr brisant, sehr aufregend und mit tödlichem Ausgang für die meisten Beteiligten. Teils schonungslos, teils erregt schildert der Autor jedes noch so kleine Detail, so dass sich im Kopf des Lesenden eine eigene Welt und Handlung bildet.

Die Illustrationen von Tomislav Torjanac haben mir über die Maßen gefallen - sehr auf den Punkt und nahe an der Geschichte.

Insgesamt gesehen, sollte man sich mit dem Buch Zeit lasen und es beim lesen genießen, denn der Autor ergeht sich in vielen Details und Beschreibungen. Es ist als hörte man einem alten Geschichtenerzähler zu und dies braucht Zeit und Muße.

Sehr empfehlenswert!
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48 von 59 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bizarre Exotik - GENIAL!!, 1. Mai 2007
Rezension bezieht sich auf: Schiffbruch mit Tiger (Gebundene Ausgabe)
Welch ein Roman! Welch brillanter, nie dagewesener Einfallsreichtum! Hat man schon jemals eine derartig gewagte und geglückte Kombination so völlig divergenter Motive gesehen? Welch eine furiose Verquickung bizarrster Ereignisse und extremster Situationen! Im täglichen, brutalen Überlebenskampf eines schiffbrüchigen indischen Jungen erlebt jede Form von Philosophie und Glauben ihren absoluten Härtetest - in der ständigen Konfrontation mit der darwinistischen, auf die primären Grundbedürfnisse reduzierten Natur in Form eines ausgewachsenen bengalischen Königstigers. Aber halt! Ich spare mir lieber eine Darstellung des Inhalts - jede Zusammenfassung des Romans in dürren Sätzen wirkt völlig unglaubwürdig, sogar abgedreht bis völlig gaga - der deutsche Titel, "Schiffbruch mit Tiger", ist eh die beste Zusammenfassung ;-)

Yann Martel ist ein Meister des geschliffenen Worts, des essayistischen Stils, und der junge Pi ist zu jeder Zeit ein überzeugender, fesselnder Erzähler. Wo es etwas hapert, ist bei der Sprache des Alltags. Martels Dialoge wirken hölzern und gestelzt (z.B. Unterhaltungen zwischen Pis Eltern). Er scheint sich seiner Schwäche bewusst zu sein, deshalb gibt es so gut wie keine lebensnahen Allerweltsdialoge in "Schiffbruch mit Tiger". In manchen Situationen setzt Martell auch ganz bewusst seine gestelzten direkten Reden ein; am Genialsten, als Pi in blumenreicher, emotionaler Rede Richard Parker nach dem Schiffbruch Mut macht, damit sich dieser weiter durch das Wasser kämpft, um das Rettungsboot zu erreichen - und erst als Richard Parker an Bord ist, fällt es dem Leser wie Schuppen von den Augen, wen Pi sich hier mit Engelszungen aufs eigene Boot geholt hat!

Martel gelingt der so gewagte Balanceakt zwischen harter Realität und der Möglichkeit eines Raums der Phantasie, der eine Halluzination des Hungerdeliriums sein könnte, aber auch im Nebel des Nicht-Realen schweben kann - man weiß es nicht, und das ist eben das Geniale an der Geschichte: Begegnet Pi auf seiner Reise wirklich einem ebenso blinden Schiffbrüchigen, oder ist das eine Hungerphantasie oder einfach nur ein Traum? Wir wissen es nicht, aber wir lernen: Für eine ultimative Wahrheit ist auf Pis Boot kein Platz.

Muss man gelesen haben. 5 Sterne.

PS: Das ungekürzte Hörbuch im englischen Original ist eine Ohrenweide, beeindruckend vorgelesen von Jeff Woodman. Unbedingte Kaufempfehlung!

PPS: Wer was ähnlich Ausgefallenes, aber genauso Mitreißendes wie "Schiffbruch mit Tiger" lesen möchte, dem sei "Wassermusik" von T.C. Boyle empfohlen.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fantastisch, verwegen, atemberaubend..., 14. Februar 2004
Von 
Shaun - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Das ist die witzigste, unglaublichste Geschichte, die ich seit langem gelesen habe: Pi Patel, 16-jähriger Sohn eines indischen Zoobesitzers, erzählt sein religiöses Erwachen, das ihn nacheinander Hindu-Religion, Christentum und Islam kennenlernen und gleichzeitig praktizieren lässt, dann folgt das Hauptkapitel über den Untergang des Schiffs, das seine Familie und den ganzen ebenfalls an Bord befindlichen Zoo eigentlich nach Kanada bringen sollte. Er überlebt als einziger Mensch auf dem Rettungsboot, mit ihm aber auch ein Zebra, eine Hyäne und Richard Parker, ein veritabler ausgewachsener Tiger, der rasch mit dem Rest des Lebens auf dem Boot kurzen Prozeß zu machen droht, aber nicht mit Pi Patel, der nicht umsonst Zoologie und Religionswissenschaft studieren wird. Mehr wird nicht verraten, das muß man einfach selbst gelesen haben!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Witzige wie auch abenteuerliche Erzählung, 24. Januar 2007
Von 
Rezension bezieht sich auf: Schiffbruch mit Tiger: Roman (Taschenbuch)
Der in Kanada lebende Schriftsteller Yann Martel erzählt in seinem wundervollen Roman »Schiffbruch mit Tiger« die Geschichte des indischen Schülers Piscine Molitor Patel, der seinen französischen Vornamen einem prächtigen Schwimmbad verdankt. Es dauert jedoch nicht lange, und der Geistesblitz des Bösen durchfährt einen seiner Mitschüler, der eines grauen Tages ruft: »He da kommt Pisser Patel«. Auf dem Haupte des Jungen lastet fortan eine Dornenkrone. Immer wieder wird er mit der Frage konfrontiert: »Ich muss mal. Wo ist denn hier für Pisser?« Selbst die Lehrer, die ihm nichts Böses wollen, sprechen seinen Namen aus schierer Trägheit falsch aus.

Als Piscine auf die Oberschule wechselt, entschließt er sich zu einer Radikalkur. Der Unterricht beginnt, wie stets am ersten Schultag, mit dem Aufsagen der Namen. Als Piscine an der Reihe ist, springt er auf und läuft an die Tafel. Bevor der Lehrer etwas einwenden kann, greift er ein Stück Kreide und schreibt mit, was er sagt: »Ich heiße Piscine Molitor Patel, besser bekannt als …«, und er unterstreicht doppelt die ersten beiden Buchstaben seines Vornamen, » …Pi Patel«. Um es noch deutlicher zu machen, fügt er hinzu: »Pi = 3,14« und zeichnet einen großen Kreis, den er dann mit einem Strich durch die Mitte in zwei Hälften teilt, damit auch der Letzte begreift, auf welchen Grundsatz der Geometrie der Junge anspielt. So wird der »Pisser« zu Pi, und ein neues Leben beginnt für den jungen Mann.

Pi Patel wächst in einem Paradiesgarten auf: Sein Vater ist Direktor eines gepflegten Zoologischen Gartens, der in der südindischen Stadt Pondicherry betrieben wird. Er erfährt viel über die verschiedenen Tiere und das aus Sicht der Zooleute gefährlichste aller Lebewesen: den Menschen. Im Zoobetrieb geht es darum, die Tiere an den Menschen zu gewöhnen und ihre natürliche Fluchtdistanz zu verringern, das ist der Abstand, den ein Tier zu seinem natürlichen Feind hält. Pi lernt, dass gesunde Zootiere nicht aus Hunger oder Mordlust angreifen, sondern weil der erforderliche Abstand zu ihnen unterschritten wird. Und er begreift die Rolle des Alphatieres: wenn zwei Geschöpfe sich begegnen, wird derjenige, dem es gelingt, den anderen einzuschüchtern, als der Ranghöhere anerkannt, und zu einer solchen Rangentscheidung ist kein Kampf erforderlich, in manchen Fällen genügt eine Begegnung.

Diesem Wissen soll der junge Mann sein Leben verdanken. Denn die Familie entscheidet sich, mit Sack und Pack, einschließlich der meisten Tiere, von Indien nach Kanada auszuwandern. Die weite Reise erfolgt auf einem Überseedampfer, das indes bei Nacht und Nebel kentert und spurlos versinkt. Pi Patel überlebt das Inferno und flüchtet sich in ein Rettungsboot. Wie groß ist jedoch sein Schreck, als aus den Fluten weitere Überlebende auftauchen, die das Rettungsboot als ihre Insel ansehen: eine grässliche Tüpfelhyäne, ein Orang-Utan, ein Zebra und ein bengalischer Königstiger, der auf den Namen »Richard Parker« hört und eine Attraktion im Zoo war.

Die Überlebenden massakrieren sich bald gegenseitig, nur Pi Patel und Richard Parker bleiben zurück. Der Junge versucht anfangs, sich auf ein selbst gebasteltes Floß vor der Bestie zu flüchten. Doch dann beginnt er vorsichtig, seinen eigenen Bereich abzustecken, den das Tier schließlich akzeptiert. Er zähmt den Tiger, der ihm gehorcht, zumal er von ihm mit frisch geangelten Fischen gefüttert wird. Hilflos treiben sie im Ozean. Es beginnt eine monatelange Odyssee, die Martel mit derartig großer sprachlicher Anmut und sensiblem Einfühlungsvermögen erzählt, dass der Leser jede Phase des Zusammenlebens zwischen Mensch und Tier mitempfinden kann.

»Schiffbruch mit Tiger« ist eine sowohl witzige wie auch abenteuerliche Erzählung mit philosophischem Tiefgang. Obwohl die Handlung zwischen permanenter Todesangst und listigen Überlebensstrategien pulst, enthält sie herrliche Szenen voller Komik und Humor. Der Text bietet dem Leser leichten Zugang auf verschiedensten Ebenen und berührt auch Fragen des religiösen Verständnisses. Die Story endet skurril, die Schiffbrüchigen entdecken ein seltsame Insel aus Algen und werden schließlich an Land und in ein neues Leben gespült.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Schluss nicht verstanden?, 8. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Schiffbruch mit Tiger: Roman (Taschenbuch)
Leider habe ich das Buch jetzt erst (März 2013) gelesen, habe nun nach meiner ERschütterung über die alles erklärenden letzten Seiten hier einige Rezensionen nachgelesen und muss mich fragen, ob die meisten dieses Buch überhaupt richtig verstanden haben. Ich möchte hier auch nicht das Ende verraten, wenigstens ein Rezensent hat ja darauf hingewiesen, wie wichtig dieses ist, aber wer dieses Ende gelesen hat, muss doch einfach das ganze Buch als etwas völlig anderes sehen als ein phantasiereiches Abenteuer.
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36 von 45 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein packender Roman als Brücke zuur Religion, 6. August 2006
Von 
euripides50 (Köln) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Schiffbruch mit Tiger: Roman (Taschenbuch)
"Denn darum geht es doch in Romanen, nicht wahr? Darum, die Wirklichkeit exemplarisch umzuformen, und zwar so, dass die Wahrheit ans Licht kommt," heißt es auf Seite 8 des vorliegenden Buches. Wie Yann Martell dieses so einleuchtende aber unendlich schwer umzusetzende Programm verwirklicht, ist, gelinde gesagt, ein Meisterwurf. Erzählt wird die erstaunliche Geschichte des kleinen Pi (daher der Titel der englischen Originalausgabe "Life of Pi", die im Jahre 2002 den Booker Price gewann), der als Sohn eines Zoodirektors im indischen Pondicherry aufwächst. Die Miniaturwelt der ehemaligen französischen Enklave Pondicherry an der Koromandelküste dreht sich dabei als Schaubplatz der Bildungsgeschichte des kleinen Pi auf so eigentümliche Weise um Götter und Tiere, dass man sich lange vor dem "Schiffbruch mit Tiger" fragt, wie diese beiden Phänomene wohl zusammenfinden sollen. Zunächst aber erfährt der Leser aus der Perspektive eines indischen Landzoos jede Menge Interessantes, Kurioses. Wissenswertes aus dem Alltag unserer Mitgeschöpfe. Was es dabei über die "Waffen der Tiere", den "Konservativismus der Tiere", das Schicksal ausgesetzter Tiere, das Dreifingerfaultier, die Dorade und vieles andere zu lesen gibt, macht die Erzählung gleichsam nebenbei auch zu einem ganz ausgezeichneten Tierbuch.

So weit und schon so gut. Im zweiten Teil gewinnt die bis dahin eher beschauliche Geschichte eine unerwartete und unerhörte Dramatik. Das Schiff, auf dem Pis Familie mitsamt den Tieren nach Kanada auswandern will, sinkt auf der Überfahrt und der kleine Pi findet sich plötzlich mit einer Hyäne, einem Zebra einer Ratte, einem Organ Utan und dem bengalischen Königstiger "Richard Parker" ganz alleine auf in einem Rettungsboot. Zuerst liegt der Tiger seekrank und unbemerkt unter der Plane, und die Hyäne macht sich in grauenhaft Weise über das wehrlose Zebra her, auch das tapfere Orang Utan Weibchen wird von der Hyäne zerfleischt, doch dann taucht der Richard Parker auf, und alles wird anders. Zuerst muss die Ratte daran glauben, dann wird die Hyäne zerfetzt, wie aber überlebt der kleine Pi? Das ist der Gegenstand des spannendsten Buchteiles, dessen Einzelheiten hier nicht verraten werden sollen. Nur so viel: in einer Kombination aus klassischer Konditionierung, Findigkeit und Gottvertrauen, mit erstaunlichen Fähigkeiten im Beibootobau und der Absage an jede Art von vegetarischer Ernährung schippern Pi und der Tiger Richard Parker nicht weniger 227 Tage über den pazifischen Ozean ehe sich ihre Geschicke an der Küste Mexikos trennen. Schon allen dieser Plot ist ein Kracher, und sorgt dafür, dass kaum jemand dieses Buch ohne Not aus der Hand legen wird, ehe er nicht erfahren hat, wie die Geschichte ausgeht.

Aber das ist noch nicht alles. Die Untersuchungen der Versichungsgesellschaften über den Schiffsuntergang fördern plötzlich eine Alternativgeschichte zutage, die die Bedeutung des Romans völlig verändert und ihn endgültig in die literarische Oberliga erhebt. Wie das geschieht, soll hier nicht dargestellt werden, denn selbst dahinter zu kommen und sich seine eigene Deutung zu erarbeiten, ist nicht nur ein literarischer Genuss sondern ist ein philosophisches Erlebnis. "Es sind nicht die Atheisten, die ich nicht leiden kann, sondern die Agnostiker,"heißt es dazu auf S. 47 des Buches. "Eine Zeitlang ist der Zweifel ein nützliches Mittel. Jeder von uns muss durch den Garten Getsemaneh." Auch wenn sich das vielleicht ein wenig pathetisch anhört: das vorliegende Buch ist mit seiner wunderbaren Parabel und seiner überraschenden Pointierung dazu geeignet, die Zweifel, der uns alle plagt, zu lindern und zu einer echten religiösen Einsicht zu führen. Sechs Punkte, wenn es möglich wäre.
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28 von 35 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hin und her gerissen, 11. Juni 2007
Von 
Christof Bente "cbente" (Sprockhövel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schiffbruch mit Tiger: Roman (Taschenbuch)
Diese Rezension wird schwer. Zum einen habe ich "Schiffbruch mit Tiger" wirklich an rund zwei Tagen verschlungen, auf der anderen Seite fand ich das Buch phasenweise extrem langweilig. Yann Martel trifft zweifelsohne einen ganz eigenen Geschmack. Die Thematik an sich war es nicht, die mich an dieses Buch gefesselt hat. Religion.. Na ja... Die Art und Weise wie die Hauptfigur Pi Patel sich allerdings mit den drei Religionen Islam, Christentum und Hinduismus auseinandersetzt, und wie er seinen ganz eigenen Weg findet, sich mit Gott zu befassen machte das ganze spannend. Nach der Zeit in Indien der vermeintliche Break und der zweite Teil, die Schiffsreise, in deren Verlauf eben der "Schiffbruch mit Tiger" eine wichtige Rolle spielt. In diesem Teil hat der Autor es meiner Ansicht nach nicht geschafft immer direkt auf den Punkt zu schreiben und den Leser zu fesseln. Ab und an glitten mir ein paar Zeilen durch. Der dritte Teil des Buches hat es getreu dem Motto kurz aber schmerzlos hingegen in sich. Hier gewinnt das Buch noch einmal richtig an Fahrt um dann in einem furiosen Schluss zu münden. Insgesamt hat mich das Lesen dieses Buches jedoch nicht ganz zufrieden gestellt. Und ich weiß nicht genau woran es lag. Vielleicht war es der Erzählstil der mir gegen den Strich ging, die Geschichte war es auf jeden Fall nicht, denn die ist wirklich, wie der Buchdeckel verspricht fantastisch, verwegen und atemberaubend. Nur "wahnsinnig komisch" war das Buch nun wirklich nicht. Als hin- und hergerissener Rezensent bleiebn mir also "nur" die drei Sterne.
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24 von 30 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Kunstwerk aus Worten!, 20. Dezember 2012
Von 
Buechernische "Grüße" (Cottbus, Deutschland) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Schiffbruch mit Tiger: Roman (Taschenbuch)
Als Yann Martel vor 10 Jahren für sein Buch »Life of Pi« in Indien unterwegs war, Moscheen & Kirchen besichtigte und sich intensiv mit verschiedenster Recherchearbeit beschäftigte, ahnte er wohl noch nicht wirklich, dass sein Buch solch ein Bestseller werden würde. Millionenfach verkaufte sich sein Buch weltweit und galt lange als unverfilmbar. Doch Ang Lee nahm sich des Buches an und schuf ein farbenprächtiges spirituelles Meisterwerk, ein Genuss für Auge & Ohr und ein Film, der sich sehr nah am Stoff des Buches bewegt. Dieses Buch möchte ich euch heute vorstellen, denn es ist eines meiner absoluten Lieblingsbücher geworden, das ich mit Sicherheit auch noch einmal lesen werde!

Wir sitzen alle im selben Boot!

Piscine Molitor Patel ist ein Kind indischer Eltern und wächst in einem Zoo in Pondycherry auf, inmitten zwischen faszinierenden Kreaturen aus der Tierwelt. Im Laufe seines jungen Lebens, geprägt von den Gedanken der drei großen Weltreligionen Hinduismus, Muslime und Christentum setzt sich de junge Pi mit dem Leben, dem Glauben und der Existenz der Menschen auseinander. Pis Eltern beschließen schließlich, ihre Zootiere im Huckepack, aus Indien nach Amerika auszuwandern. Das Schiff mit seiner kostbaren Fracht an Bord gerät in einen heftigen Sturm und sinkt. Pi überlebt und findet sich auf einem Rettungsboot wieder, unter dessen Plane sich ein bengalischer Tiger in Sicherheit gebracht hat…

Inspiration pur

Bevor ich mich über die anderen beiden Abschnitte des Romans äußere, möchte ich noch auf das Cover dieser Ausgabe ein wenig eingehen. Wie ihr mitbekommen habt, wird Pi’s Leben dieses Jahr auf den Kinoleinwänden erstrahlen, daher hat der Fischer Verlag eine Neuauflage gestartet und das Cover mit dem prachtvollen Filmplakat verschönert. Ein Tiger mustert den Betrachter mit stechendem Blick und gelben Augen, darunter ist ein in goldenes Licht getauchtes Meer zu sehen, das Rettungsboot – der Haupthandlungsort des Buches – sowie eine im Wasser schwimmende Dose Trinkwasser. Das Cover ist ein Eyecatcher, ich muss aber auch sagen, dass mir das originale Cover ebenso gut gefällt, vor allem da das Bild der blauen Taschenbuchausgabe ebenfalls aus dem Fischer Verlag im Kinofilm später exakt so zu sehen ist. Den deutschen Titel “Schiffbruch mit Tiger” finde ich allerdings unpassend, denn er geht am Kernthema des Buches vorbei. Es dreht sich nicht nur alles um den Schiffbruch, der Plot geht viel tiefer.

Yann Martels Buch ist eines meiner liebsten Bücher im Bücherregal geworden. Ich lese viel, doch bisher ist mir ein Buch nicht sehr oft so nahe gegangen wie dieses intensive, eloquente literarische Schmuckstück. Der Kanadier schreibt farbig, intelligent, metaphorisch, spirituell, inspirierend. Der Roman ist in drei Abschnitte eingeteilt, wobei der erste vor allem der Einführung des Protagonisten und seiner Lebensweise und -einstellung gewidmet ist. Manch einer kam mit diesem besagten ersten Abschnitt nicht so gut klar, fand es als langweilig oder zu vollgestopft mit Informationen. Ich betrachtete das aus einem anderen Blickwinkel, denn ich empfand die ersten 119 Seiten als sehr informativ. »Life of Pi« ist kein Mainstream, es sticht aus der Masse heraus, für mich ist es ein ganz besonderes Buch. Yann Martel schuf ein Werk, das nachhaltig im Gedächtnis bleibt, über das man nachdenkt und reflektieren kann.

Bis ins Herz…

Es ist eine Reise ins Ich, die mitten ins Herz trifft. Eine Reise, welche tiefe Urängste, Instinkte und den Glauben an etwas weckt, das Kraft zum Weiterleben spendet. Natürlich spielt der Großteil des Buches auf einem kleinen weißen Rettungsboot mitten auf dem Ozean, in welchem sich der indische junge Mann mit einem bengalischen Tiger arrangieren muss. Das ist ein ungleicher Kampf, denkt man sich. Doch wie ich im Laufe der Handlung festgestellt habe, findet Pi einen Weg, um sein Überleben und auch das des prachtvollen, majestätischen, aber auch gefährlichen Raubtieres zu gewährleisten, ohne Achtung vor diesem König der Tierwelt zu verlieren. Es ist kein Buch à la Disney, in welchem der Tiger irgendwann die Lefzen hochzieht und fröhlich drauflos plappert. Das ist auch gut so. Ich liebe Disney und seine Filme, aber in diesem Buch wäre das völlig deplaziert gewesen.

"Zwischen meinen Füßen, unter der Bank, sah ich den Kopf von Richard Parker. Er war gigantisch. Meinem verwirrten Sinn schien er groß wie der Planet Jupiter. Seine Pranken waren wie Bände der Encyclopaedia Britannica." – Seite 164

Das Buch wirft Fragen auf, manche werden beantwortet, manche nicht. Manche Fragen kann sich nur der Leser selbst beantworten, seinen Schluss daraus ziehen und das macht »Life of Pi« so interessant. Gerade weil es konträr ist, gerade weil es eine eigene Meinung jenseits des Gedankenstroms der Allgemeinheit hervorhebt, ist es eine besondere Lektüre. Bestes Beispiel ist die Thematik »Zootierhaltung« im ersten einführenden Abschnitt des Romans.
Kapitelweise springt die Erzählperspektive immer wieder mal zwischen der des erwachsenen Piscine und der Erzählersicht hin und her, das stört jedoch nicht sehr, denn diese Abschnitte gehen nahezu fließend ineinander über, hervorgehoben durch Kursivdruck. Manchmal jedoch störten mich manche Passagen, da ich das Gefühl hatte, der Erzähler muss sich nun gerade an dieser Stelle “einmischen”. Andererseits trug es dazu bei, das Bild Pi’s abzurunden und in sein alltägliches Leben einzutauchen. Erfrischend empfand ich den Humor, den Yann Martel mit einbrachte; nicht aufdringlich, nein – dezent und auf eine intelligente, am ehesten als Galgenhumor zu bezeichnende Art & Weise brachte er mich mit seinen Anekdoten zum Schmunzeln…

"Wer in müßiger Hoffnung auf Hilfe wartet, der vertut sein Leben mit Träumerei." – Seite 208

Der Glaube an sich selbst

Ich bin kein gläubiger Mensch, aber ich konnte etwas mitnehmen, nachdem ich das Buch zugeklappt hatte. Das Leben ist nicht immer einfach, große Hindernisse liegen im Weg, große Steine die weggerollt werden müssen. Jeder Mensch glaubt dabei an etwas, und wenn es nur an sich selbst ist. Der Glaube lässt Bilder vor dem inneren Geist entstehen, Bilder, die das Leben ein wenig erträglicher machen können. Ich habe mir für »Life of Pi« Zeit gelassen, denn es ist kein Buch für mal eben zwischendurch. Man sollte es öfter weglegen und evtl. darüber nachdenken. So ging es mir. Heute, ein paar Wochen nachdem ich zu Lesen begann, bin ich froh, dass ich auf Yann Martels Bestseller aufmerksam gemacht wurde – danke Karla – und die Geschichte des jungen Inders wie einen Schwamm aufsaugen konnte. Überzeugter Christ bin ich nun nicht geworden, auch wenn Yann Martel sich evtl. diesen Vorsatz zu Herzen nahm, den Leser tief in einen Glauben hineinziehen zu können. Das hat er nicht geschafft, aber er darf sich in meinem Bücherregal dennoch wohl fühlen, weil er ein Stück Lebensfreude in dieses Buch gepackt hat. Yann Martel schrieb ehrlich, offen, beschrieb mit einer Ehrfurcht Tier & Natur, schuf ein farbenfrohes Bild vor Augen, ließ in das blaue Wasser des Ozeans eintauchen und den Gesang und den Zauber der Natur – liebenswert und bewahrenswert wie sie ist – im Ohr vernehmen. Er schaffte es wie kein zweiter, an sich trockene Information in ein Gewand zu packen, das farbenfroher und erzählerisch interessanter nicht sein kann. Ich beziehe mich bezüglich letzterem auf den ersten Teil des Buches, der manch einem eher wie eine Enzyklopädie der Tierwelt denn wie ein Roman vorkommen mag. Herr Martel, danke für diese erhebenden Einblicke in das Leben eines Dreifingerfaultieres!

"[...] Und nun ist es soweit, Applaus für PI PATELS INDO-KANADISCHEN TRANSPAZIFISCHEN SCHWIMMENDEN ZIRKUSSSSS!!!!" – Seite 204

Er hat ein Lächeln auf mein Gesicht gezaubert, mich zu Tränen gerührt und mich inspiriert. Seite Worte waren so klar wie Perlen und so bunt wie die Schuppen der Fische, die schillernd im Sonnenlicht um das Boot schwammen. »Life of Pi« ist ein Buch zum Träumen. Der philosophische Aspekt des Romans wird mich nachhaltig begleiten, ich habe sehr oft zu meinem Moleskine gegriffen, um mir das eine oder andere Zitat herauszuschreiben. Am meisten berührt hat mich darunter dieses, das mir aus tiefster Seele spricht:

"Was für ein Schlag, wenn das Herz eines Menschen mit so etwas fertig werden muss! [...] Den Vater zu verlieren heißt den zu verlieren, der dem Leben die Richtung gibt, denjenigen, zu dem man geht, wenn man in Not ist, der einen trägt und erhält, wie ein Stamm die Äste eines Baumes trägt." – Seite 159

Mein Fazit: Ein Buch, das man gelesen haben muss. Emotionale und farbenprächtige, intensive tiefgreifende Lektüre und zurecht ein Weltbestseller! Ein Kunstwerk aus Worten! Klare Leseempfehlung!
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Schiffbruch mit Tiger: Gelesen von Ilja Richter
Schiffbruch mit Tiger: Gelesen von Ilja Richter von Yann Martel (Audio CD - Februar 2003)
EUR 26,99
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