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22 von 26 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Hervorragende Lektüre, 5. August 2002
Rezension bezieht sich auf: Die SPD: Vom Proletariat zur Neuen Mitte (Gebundene Ausgabe)
Ein fesselndes Buch für alle kritischen SPD-Sympathisanten, die das Wesen SPD besser verstehen wollen. Das Buch beschreibt die SPD(ler) in den einzelnen Epochen in erzählender mitreißender Weise. Das Spannungsverhältnis zwischen "Arbeiterpartei" und "technokratischem Fortschrittsdenken", welches sich 1998-2002 in Berlin gezeigt hat, durchzieht die Geschichte der SPD wie ein roter Faden. Für Politik-Interessierte ein absolut faszinierendes Buch - eine spannende Lektüre, nicht wissenschaftlich aufgemacht.
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26 von 32 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Genossen, 5. April 2002
Rezension bezieht sich auf: Die SPD: Vom Proletariat zur Neuen Mitte (Gebundene Ausgabe)
Die mehr als hundertjährige Geschichte der Sozialdemokratie in Deutschland war von vielen Höhen und Tiefen geprägt. Die wohl fundamentalsten historischen Schlüsselereignisse, aber auch die prägenden Persönlichkeiten der Partei werden von Franz Walter in seiner Chronik "Die SPD - Vom Proletariat zur Neuen Mitte" präzise dar- und vorgestellt. Die vielen Epochen brachten viel Unglück, aber auch eine Menge Stolz über die damalige Arbeiterbewegung und heutige bürgerliche Volkspartei. Jahrzehntelang galten die Genossen als vaterlandslose Gesellen, wurden verfolgt und unterdrückt, zwangsvereinigt und unterschätzt. Nichts desto trotz können die Sozialdemokraten auch auf durchaus erfolgreiche Zeiten zurückschauen, die nicht zuletzt durch die herausragende Stellung der unterschiedlichsten Polit- und Geschichtsgrößen zustande gekommen sind. Trotz vieler verloren gegangener Traditionen, wie zum Beispiel die selbstverständliche Verbindung zwischen Arbeiterschaft und Partei, macht der Autor deutlich, dass sich ein Umstand nicht verändert hat: Die vom Volk anerkannten und akzeptierten SPD-Politiker wie Brandt, Schmidt und Schröder, die an der Spitze des Staates stehen und standen, waren innerhalb der Partei zumeist unbeliebt. Die innerparteilichen Macher und Strippenzieher Wehner und Lafontaine wurden hingegen von den Bürgern aufgrund ihrer Biografie oder ihrer unsympathischen Selbstdarstellung oftmals abgelehnt. Der Schritt zur politischen Mitte ist jedoch kein neuartiges Phänomen, sondern eine Konsequenz der Geschichte. Die SPD orientierte sich nach Phasen der Opposition und Unterdrückung fast immer erfolgreich in Richtung Bürgertum. Die Tatsache, dass sie diesen Weg nach sechzehn Jahren Orientierungslosigkeit wieder beschritten hat, ist insofern nicht verwunderlich, da die für Wahlen entscheidende Mitte 1998 durch die offensichtliche Reformunfähigkeit der Regierung Kohl nicht besetzt war. Franz Walter gelingt es die Hintergründe für die Höhen und Tiefen einer Partei durch einen Blick hinter die Kulissen zu verdeutlichen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen So fesselnd kann Parteigeschichte sein, 3. Dezember 2008
Von 
Werner Kossak - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Die SPD: Vom Proletariat zur Neuen Mitte (Gebundene Ausgabe)
Die gebundene Ausgabe der Parteidarstellung Franz Walter ist schmuck anzusehen: mittelgroßes Format und immer wieder aussagekräftige, sorgsam ausgewählte und pointiert kommentierte Bilder aus der Parteigeschichte. Pointiert ist auch das Wort, das mir am ehesten zum Schreibstil des Göttinger Politik-Professors einfällt. Das Buch ist absolut kurzweilig geschrieben, man verschlingt es als Leser geradezu und es bringt mit einigen Details versehen dem Leser v.a. die großen Züge der Parteigeschichte näher. Je näher Walter der Gegenwart (2002) kommt, desto unsicherer wird naturgemäß sein Urteil und desto mehr Platz nimmt die Darstellung ein. Die Jahre unter Kohl (1982-1998) sind so bspw. umfassender dargestellt als das gesamte Kaiserreich (1871-1918).

Was Walter erstaunlich gut gelingt ist der Blick in die Wandlungen der "Seele" und des Milieus der Sozialdemokratie von Lassalle bis Schröder, von den Ausgestoßenen der Gesellschaft hin zu deren politischer Mitte, von dem Nebeneinander von sozialistischer Heilserwartung und reformerischer Praxis hin zu einer "ideologiefreien" politischen Praxis ohne utopisches Potential. Walter gelingt es dabei sehr gut Vor- und Nachteile der jeweiligen Einstellungen in der SPD zu charakterisieren und auch zu beleuchten, warum die SPD in bestimmten historischen Situationen so gehandelt hat wie sie es tat (Kriegskredite, Widerstand gegen Nazis, Große Koalition etc.). Das ist sehr erhellend. Etwas misslich ist, wie der Göttinger die Diskussionen der Spät-60er und 70er Jahre abtut; der Marxismus der 70er Jahre ist ihm allein Provokation und Geheimsprache, um die "Spießer" in der Partei zu schockieren. Rückblickend mag es sein, dass von den 68ern nicht mehr viel übrig geblieben ist, aber diese Abhandlung wäre differenzierter möglich gewesen.

Man darf gespannt auf die Taschenbuchausgabe sein, die hoffentlich auch die Jahre nach 2002 behandelt, das Verschrecken von Wählern und Parteimitgliedern durch die Hartzreformen und schließlich die neue Große Koalition. Die Geschichte der SPD bleibt spannend und Walter ist ein fesselnder Chronist.
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Die SPD: Vom Proletariat zur Neuen Mitte
Die SPD: Vom Proletariat zur Neuen Mitte von Franz Walter (Gebundene Ausgabe - 2002)
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