Kundenrezensionen


3 Rezensionen
5 Sterne:
 (3)
4 Sterne:    (0)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen mehr als nur der Bericht über einen wichtigen Prozess, 4. September 2013
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Der Auschwitz-Prozess: Völkermord vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
Gut, dass der Autor sehr genau beschreibt wie es überhaupt zu diesem Prozess in Frankfurt / Main kam. Nicht etwa systematische Ermittlungsarbeit staatlicher Behörden brachte diesen Prozess ins rollen, sondern ein Brief eines verurteilten Betrügers gab den Anstoß.

Beim Lesen ist es noch heute erschreckend mitzubekommen wie Schweigen und Wegschauen zu den Verhinderern einer konsequenten Aufklärung zählten.

Dem Autor ist dafür zu danken, dass er sich nicht nur streng an die Wiedergabe der Fakten des langwierigen Frankfurter Prozesses hält, sondern auch den politischen Zeitgeist in Westdeutschland der 60er Jahre mit einfängt, dies ist beinah noch spannender zu lesen.

Erschütternd zu lesen wie sich dann im Dezember 1964 das Gericht auf den Weg nach Auschwitz macht um sich vor Ort ein Bild von Auschwitz zu machen. Mit dabei war übrigens zu meiner Überraschung auch Prof. Dr. Dr. Friedrich Karl Kaul, der später im DDR Fernsehen eine eigene Fernsehsendung bekam und das sozialistische Rechtssystem pflegte. Äußerst interessant übrigens wie sehr die Bonner Republik bemüht war, die DDR bei diesem Prozess auszuschalten.

Für gewöhnlich bin ich immer ein wenig skeptisch, wenn amerikanische Autoren sich über deutsche Geschichte auslassen. In diesem Falle war die Lektüre jedoch sehr gewinnbringend. Devin Pendas beschreibt ausführlich den Auschwitz-Prozess und gibt exakt das Für und Wider in der deutschen Bevölkerung damals wieder!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


5.0 von 5 Sternen Auschwitz Prozess, 23. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Der Auschwitz-Prozess: Völkermord vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
Der Auschwitz-Prozeß hat es geschafft, den Völkermord , verursacht durch Faschisten und Nazis, juristisch zu bewerten. Er hat es nicht geschafft, die übelsten Täter zu verurteilen, weil viele mit anderen Namen ins Ausland ausgewandert sind und nicht zur Rechenschat gezogen werden konnten oder neue wichtige Positionen in der Justiz, Polizei oder Politik bekommen haben.
Ohne den damaligen Generalstaatsanwalt Dr. Fritz Bauer hätte es vermutlich überhaupt keinen Prozeß gegeben. Es war sein Verdienst, obwohl erwenig Unterstützung erhielt.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Denkwürdiger Prozess, 17. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Der Auschwitz-Prozess: Völkermord vor Gericht (Gebundene Ausgabe)
Im Dezember 2013 jährt sich der Beginn des „Auschwitz-Prozesses“ zum 50. Mal. Im Vorfeld dieses bedeutenden Jahrestages erscheint im Siedler-Verlag eine historisch-juristische Aufarbeitung dieses Weltereignisses mit dem schlichten Titel „Der Auschwitz-Prozess – Völkermord vor Gericht“. Autor ist der amerikanische Professor für Geschichte am Boston College Devin O. Pendas. Doch hinter der vermeintlichen Bescheidenheit des Titels verbirgt sich ein hochkarätiges, vielschichtiges und populär-wissenschaftliches Sachbuch, welches der Frage nachgeht: „Welche rechtlichen, politischen und kulturellen Probleme, welche Konsequenzen ergaben sich aus der Tatsache, dass der Völkermord als Teil der eigenen Geschichte vor Gericht nach nationalem Recht verhandelt wurde?“

Auch eine Chronologie – aber nicht nur

Zunächst erwartet der Leser einer Geschichte eines Gerichtsverfahrens natürlich, dass ihm geschildert wird, wie der Prozess zustande kam, welchen Zeitraum er in Anspruch nahm und wann er endete. Welche Personen nahmen teil? Was sagten Zeugen, Rechts- und Staatsanwälte, Richter und Gutachter? Und: welche Urteile wurden verhängt? Bei so einem geschichtlich bedeutenden Verfahren wie dem Auschwitz-Prozess interessiert natürlich auch noch, was damals die Öffentlichkeit sagte/dachte und wie heute retrospektiv die Wirkung auf Gesellschaft und Politik zu betrachten ist. All das behandelt Devin O. Pendas kompetent, ausführlich und verständlich. Selbstverständlich werden auch für den Prozess wichtige Zeugenaussagen und Statements der Anwälte und Angeklagten wiedergegeben bis hin zu Zitaten aus den Urteilsbegründungen.

Doch dann geht er weit über diese Schilderung hinaus. Eingebettet in diese Chronologie nimmt er sich juristischer Probleme an, die entstehen, wenn man Völkermord nach Deutschem Recht, und nicht nach Internationalem Recht, verhandeln muss. Dies beginnt schon damit, dass es im Deutschen Strafgesetzbuch keine „Verbrechen gegen die Menschlichkeit“ gibt – Hauptverfahrensbestandteil in den Nürnberger NS-Prozessen. Und dieses „nachträglich“ in das Deutsche Recht einzuführen, verbietet die Deutsche Verfassung, Artikel 103.

Interessant in diesem Zusammenhang ist auch, festzustellen, inwieweit unser Rechtsdenken und unsere Vorstellungen von Mord und Schuld von dem amerikanischen Rechtssystem geprägt sind (vermutlich bedingt durch amerikanische Serienkost und Literatur und Fehlinformationen der hiesigen Boulevardpresse) und welches sich erheblich von den juristischen Tatsachen unterscheidet. Dessen ist sich Herr Pendas offensichtlich bewußt und geht bei den Begriffsdefinitionen von Mord und Totschlag, Täter und Gehilfe, Schuld und Ursache sehr ausführlich auf die Unterschiede zwischen Deutschem und Amerikanischem Rechtssystem ein. Ohne diese ausführlichen Erklärungen kann man den Auschwitz Prozess und die gefällten Urteile nicht verstehen. Neben solch grundsätzlichen Paragraphen erklärt er auch ausführlich und verständlich juristische Begrifflichkeiten wie beispielsweise den Unterschied zwischen „Zeuge sein“ und „Zeugnis geben“. Selten wurden juristische Begrifflichkeiten so präzise und verständlich erklärt ohne zu ermüden.

Fazit: In seiner Konstellation einzigartiges Buch, welches sich auf außergewöhnlicher Art und Weise der Aufarbeitung eines juristischen Verfahrens und gleichzeitig seiner Wirkung auf Politik und Öffentlichkeit bis heute zu widmet.

(C) [...]
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Der Auschwitz-Prozess: Völkermord vor Gericht
Der Auschwitz-Prozess: Völkermord vor Gericht von Devin O. Pendas (Gebundene Ausgabe - 2. September 2013)
EUR 24,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen