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Kundenrezensionen

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Immer? Nicht immer, aber das möchte ich am Ende dieses Textes erwähnen.

Die große Leistung von Joachim Kaiser mit diesem Buch besteht darin, dass er sämtliche Zusammenhänge, Befindlichkeiten, technische Details der Musik etc. etc., so erklärt, dass jeder sie versteht; auch der angehende Musikliebhaber, der noch über kein Vorwissen verfügt. Das ist perfekt. So ist auch seine Einlassung zum Thema OPER OHNE VORBEREITUNG: man kann, man muss nicht, letztendlich sollte die Musik überwältigen. Hat sie überwältig kommt die Vorbereitung beim nächsten mal von selbst. So sehe ich das auch.

Darüber hinaus gibt es Wissenswertes zu Schubert, Netrebkko, Strauss, Karajan, gelegentlich mit einer launischen Note.

Ganz Wichtiges zum Thema APPLAUS schreibt Kaiser: ob nun "Bravi" oder "Buh" Geschrei, bitte warten, bis die Musik auch wirklich vorbei ist, gerade nach dem Verklingen einer Wagner-Oper ist es ein göttliches Geschenk, wenn der Zuhörer zusätzlich noch ein paar Sekungen totale Stille bekommt. Wer in die Musik hinein "Bravi" schreit, zeigt nur, dass er keine Ahnung hat.

Widersprechen muss ich Joachim Kaiser beim Thema Schuberts WINTERREISE: kurz erwähnt der Autor die mit zahlreichen Preisen überhäufte Verfilmung des Winterreise-Themas von Hans Steinbichler, WINTERREISE, mit Josef Bierbichler, und schreibt darüber: ".... die Verfilmung kann man im Fachhandel erwerben. Die darf man aber getrost im Regal liegen lassen." Hier scheinen die Grenzen von Joachim Kaisers Kompetenz zu liegen. Josef Bierbichler ist sicherlich der außergewöhnlichste Interprept der Winterreise.

( J. Fromholzer )
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Der Untertitel "Eine kleine Klassik-Kunde" geht nach Ansicht der Rezensentin ein wenig an der Intention des Buchs vorbei, da er den Eindruck erweckt, es handle sich um eine Einführung. Dies ist definitiv nicht der Fall: Grundlegende Kenntnisse zur klassischen Musik sollten vorhanden sein, andernfalls bereitet die Lektüre keine Freude, da sie recht spezielle Themen behandelt. Kein Mensch, der über ein Schlüsselerlebnis sein Interesse an der Klassik entdeckt hat, möchte unmittelbar wissen, ob ein Pianist im Konzert auswendig spielen muss, ob Gustav Mahlers 3. Symphonie einen vollständigen Schöpfungsmythos darstellt, wie viel Weltentrücktheit in Beethovens letzter Klaviersonate steckt oder warum Wilhelm Furtwängler als größter Dirigent aller Zeiten gilt (in einem anderen Beitrag kommt dies Karajan zu, sei's drum). Für jemanden, der sich schon lange mit klassischer Musik befasst, sind diese Fragen und andere, die im Buch beantwortet werden, jedoch durchaus von großem Interesse. Insofern wäre zunächst die Zielgruppe zu definieren, und hier geht es im Wesentlichen um erfahrene Klassikfreunde, Konzert- und Opernbesucher, die eine gut sortierte CD-Sammlung besitzen und sich auch einmal eine Premiere gönnen, sofern sie nicht ohnehin ein entsprechendes Abo haben.
Für diese Zielgruppe, allerdings nicht darüber hinaus ist das Buch ein Schatzkästchen, enthält es doch überwiegend Fragen, die auf spezielle Aspekte abzielen und die man als Klassikliebhaber in der Öffentlichkeit lieber nicht stellen möchte, obwohl sie durchaus berechtigt sind; in diesem Zirkel gibt es nun einmal viele Peinlichkeiten und Fettnäpfchen. Kaiser geht gelassen auf alle Fragen ein, beantwortet sie sachkundig und manchmal einfach "aus dem Bauch heraus", intuitiv, wenn dies angemessen ist. Er schenkt auch dem menschlichen Aspekt angemessen Aufmerksamkeit, der im Musikbetrieb bekanntlich nicht unterschätzt werden sollte. Bringt man entsprechende Erfahrung mit, so macht die Lektüre enormen Spaß und vermittelt manch verblüffende Kenntnis und Einsicht.
Insofern eine unbedingte Empfehlung, jedoch nur für Angehörige der Zielgruppe. Es sei nochmals darauf hingewiesen, dass es sich nicht um eine Klassikkunde im Sinne einer lehrbuchartigen Einführung handelt.
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Es ist immer wieder zu erleben: Man sitzt im Konzertsaal oder der Oper. Gerade wird eine leise, besonders gefühlvolle Passage gespielt. Da reißt urplötzlich das nervige Gedudel eines Handys die ergriffenen Zuschauer aus ihrem Bann. Hektisch untersucht man seine Utensilien. Vielleicht schrillt das vibrierende Ungeheuer gar aus den Tiefen der eigenen Tasche? Puuh... noch einmal Glück gehabt. Es kommt von einem Platz drei Sitze weiter links. Bloß gut, dass man selbst den Vibrationsalarm eingeschalten hatte. Aber auch wenn sich persönliche Erleichterung breitmacht, die Konzentration und der Genuss sind hin.

Apropos Vibrationsalarm. Eine der 58 Abhandlungen übertitelt der Autor mit eben jenem Begriff. Aber nicht seinen Unmut über die moderne "Immerzu-erreichbar-sein-Gesellschaft" lässt er dort aus, sondern Joachim Kaiser resümiert über das gewünschte, vielfach aber auch von diversen Dirigenten eines Orchesters verbotene und als verpönt geltende Vibrato auf der Geige etc. Er wiederum ist der Meinung, dass selbiges den Ton verschönt und lebendig macht, ja dass es "zum humanen Ausdruck der Musik" gehört. "Also bitte keinen falschen Vibrationsalarm.", schreibt der 1928 geborene Musikwissenschaftler, Germanist, Philosoph und Soziologe.

Gegliedert in sechs Kapitel (Von Klängen und Werken / Auf der Bühne, hinter der Bühne / Geschmackssachen / Tonkünstler, Überschätzte und Vergessene / Hochverehrtes Publikum / Aus dem Leben eines Kritikers) plaudert der "Hohepriester der Klassischen Musik" über die "Bibel der klassischen Musik", als welche Bachs Goldberg- oder Beethovens Diabelli-Variationen gern bezeichnet werden, beantwortet die Frage, ob das Adagio aus dem Klarinettenkonzert in A-Dur das Wunderbarste ist, was Mozart je komponiert hat (und dessen erste Takte übrigens vorn auf dem Buchcover abgedruckt sind) oder resümiert darüber, wie viel Stille die klassische Musik braucht und ob Pausen eine Farbe haben. Kaiser zeigt auf, was einen guten oder schlechten Sänger ausmacht, was Glenn Gould an Beethovens Sonaten störte, ob frühe Hörerlebnisse prägend sind oder falsch spielen eine Sünde ist.

Das Grundgerüst bilden Fragen von Musik-Interessierten, die ihm an die Redaktion der Süddeutschen Zeitung schrieben, für die er viele Jahrzehnte tätig war. Dieses "Frage-Antwort-Spiel" entfaltet sich als äußerst vielfältiges Themenspektrum über klassische Musik. Kurz und knapp, jedoch kompetent und geistreich, dabei immer charmant, witzig und unterhaltsam, lässt der Großkritiker der so genannten E-Musik den Leser an seiner immensen Sachkenntnis teilhaben. Einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt Joachim Kaiser keineswegs, sondern er möchte einzig sein fragendes "Publikum" bedienen. Ganz nach dem Motto: Es gibt keine dummen Fragen, nur dumme Antworten. Dabei fließen zwangsläufig zahlreiche eigene Impressionen und Erfahrungen ein, die er in seinem langen Kritikerdasein machen durfte. Zuweilen schweift er ab, streut einige Anekdoten über Persönlichkeiten wie Karajan, Friedell oder Furtwängler ein, lockert mit ein wenig Partyplausch auf oder widerspricht gar seinem Lehrer Theodor W. Adorno oder Thomas Mann.

Fazit: "Mir ging es nicht darum, theoretische Abhandlungen zu liefern, sondern Musik durch persönliche Eindrücke lebendig werden zu lassen.", schreibt Joachim Kaiser in seinem Vorwort. Dies kann uneingeschränkt bestätigt werden. "Sprechen wir über Musik" dürfte sowohl für Kenner abwechslungsreich sein, aber auch dem interessierten Laien einen informativen Einblick in die wunderbare Welt der klassischen Musik geben. Ein Büchlein, indem man immer wieder blättern kann, ohne einem "molto subito" (sehr schnell wenden) zu unterliegen. Vielleicht öffnet es sogar dem ein oder anderen ein Tor zu selbiger (wenn nicht bereits geschehen). Die gelegentlich verwendeten Fachtermini und das mitunter vorausgesetzte musikwissenschaftliche Verständnis überfordern den Ungeübten allerdings keineswegs, wird dies durch Kaisers unkonventionelle, bodenständige Art und Weise mehr als wettgemacht. Letztendlich fühlt man sich bestens informiert und unterhalten. Zudem verspürt man während der Lektüre den steten Drang, die eine oder andere Aufnahme in den CD-Player zu legen und unbedingt den Konzertplan des "eigenen Haus- und Hoforchesters" zu studieren.
Eines hat Joachim Kaiser auf einnehmende Art und Weise klargemacht, dass Musik das Seelische gleich in mehrere Dimensionen transportieren kann.
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am 2. Dezember 2014
Einen durch aus kurzweiliges und unterhaltsames Buch, dass sich in Pausen des Alltages sehr gut in appetitlichen Häppchen "weglesen" ließ. Ich habe mich jedoch auch nach der Zielgruppe gefragt. Mir scheint es, als bietet es für den ambitionierten Freund klassischer Musik zu wenig Substanz und Neues (bis auf einzwei interessante Diskurse), für Anfänger setzt es meines achtens jedoch wiederum zu viel voraus. Alles in allem also nicht mehr und nicht weniger als ganz nett.

P.S. Auch stolperte auf S. 63 kurz über Wieland Wagners († 1966) Bedauern über den Tod "seines Helden" auf Wolfgang Windgassens († 1974) Bestattung, dachte aber in diesem Moment, ich müsse die Namen der Brüder falsch erinnert haben. Ich habe daher, gestehe ich, ohne kurzes Nachschlagen auf Anregung den Fehler als solchen nicht sicher erkannt. Nur ein kleiner Fehler? Wenn, war Bruder Wolfgang bei besagter Bestattung. Windgassen war aber bekannt als "Wielands Held". Darauf hebt auch Kaisers Anekdote ab. Daher kann man kaum vermeiden, nun gewissen Zweifel auch an anderen zu schönen Anekdoten aufkommen zu lassen.
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am 29. Juni 2013
Sprechen oder lesen über Musik mit Joachim Kaiser, es kann nichts besseres oder interessanteres geben.
Prof. Kaiser ist die ultima Ratio der Musik.
Ausserdem ist sein Stil und Ausdruck brillant und fesselnd, einfach ein Vergnügen zu lesen.
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am 14. Mai 2013
Gut, dass Kaiser uns diese Gedanken, Beobachtungen und Empfindungen so sachkundig und dennoch auch verständlich für "Nur-Hörer" beschreibt.
Man lernt zu hören, was man ohne seine Schilderungen kaum hätte erkennen können.
Die Laiin
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am 29. Juni 2013
Man hat förmlich, was Kaiser beschreibt. Es ist allgemein verständlich und enthält trotzdem auch tiefer gehende Betrachtungen. Die verschiedenen ufsätze werden durch nekdoten aufgelockert. Angenehm zu lesn
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am 6. Januar 2014
Joachim Kaiser ist mir erstmals aufgefallen, als im Fernsehen die Gespräche mit Christian Thielemann über die neun Beethoven-Symphonien gesendet wurden. Er mag zwar übertrieben selbstbewußt erscheinen, aber er hat eindeutig Ahnung wovon er spricht.
So war es dann nur mehr ein kleiner Schritt mich für die kindle-Ausgabe dieses Buches zu entscheiden.
Ich habe erst ein paar Kapitel gelesen - und wurde nicht enttäuscht. Die jahrzehntelange Erfahrung, die Kaiser mitbringt, ermöglicht es ihm, Vergleiche und Anekdoten in seine Erzählungen einzuweben, die zu genauerem Hinhören geradezu zwingen. Ein paar CDs habe ich mir schon rausgesucht, um seine Erläuterungen näher zu verfolgen.
Für einen Einsteiger in die Materie sind die Ansprüche vielleicht etwas zu hoch, und wer wie ich keine Noten lesen kann wird nicht alles verstehen. Dennoch finde ich das Buch zumindest bisher relativ leicht zu lesen und durchaus anregend.
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am 8. Januar 2013
Ich bin überrascht, dass der große Musikkritiker so verständlich und unmaniriert schreiben kann. Für alle Musikinteressierten zu empfehlen, insbesondere auch als Geschenk, wenn jemand an klassische Musik herangeführt werden möchte.
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am 25. Januar 2016
Joachim Kaiser erzählt in vielfältigen, kurzen Kapitel wunderbar über die Welt der Musik. Informativ und begeisternd seine Liebe zur Musik. Texte, die man sich gerne in heutigen Feuilletons wünscht. Jedem zu empfehlen, dem Musik viel bedeutet und auch dem, der sich auf den Weg zu diesem zauberhaften Medium machen möchte. Joachim Kaisers warmherziges Büchlein ist dazu der schönste Begleiter.
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