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TOP 500 REZENSENTam 22. Juli 2013
Geld macht doch glücklich, vorausgesetzt jedoch man gibt es anderen. Über diese und andere Weisheiten wird nicht nur berichtet oder spekuliert, sondern sie werden sozialwissenschaftlich begründet und die zugehörigen Studienberichte auf zwei dutzend Literaturseiten nachschlagbar gemacht.

DER SINN VON STUDIEN
Der Philosoph Peter Sloterdijk, der den nach einer Romanfigur Dostojewskis benannten Myschkin-Preisgestiftet hat, mit dem Ziel Großzügigkeit zu honorieren, würde vielleicht darüber lächeln, daß man die Sehnsucht des Menschen nach (der eigenen) Großzügigkeit durch wissenschaftliche Studien erst beweisen muß. Für ihn und natürlich für viele andere ist das doch völlig klar. Aber auch der Placebo-Effekt ist ja für Ärzte und Patienten ein Gemeinplatz. Trotzdem ist die sozialwissenschaftliche Überprüfung vonnöten, weil spätestens die Quantifizierung und die Grenzziehung, wie weit ein Phänomen nachweisbar und signifikant ist, nicht durch eine ansonsten gute Intuition geliefert wird.

PLACEBO
Natürlich wird auch der Placebo-Effekt, der besagt, daß sogar vollkommen wirkstofffreie Substanzen therapeutischen Nutzen haben können, ausführlich behandelt. Aber ausgerechnet bei diesem gesundheitspsychologischen Paradephänomen fehlen eine Reihe von Informationen. Wohl kann man sich sicher sein, daß die beiden Autoren, der Professor für Sozialpyschologie Gustave-Nicolas Fischer und die Doktorandin Virginie Dodeler, die angeführten Studien richtig referieren, aber das heißt nicht, daß sie alle relevanten Studien aufgeführt hätten. Zwei wichtige Sachverhalte sind zukurzgekommen:
1. Die limitierte zeitliche Wirksamkeit von Placebos (in Abhängigkeit der Darreichungsform)
2. Die Kehrseite des Phänomens, das man als Nocebo-Effekt bezeichnet, daß Patienten auch Nebenwirkungssysmptome zeigen, die auf dem Beipackzettel zu einem wirkstoff- und nebenwirkungsfreien Präparat stehen.

WEITERE FORMALE UND INHALTLICHE SCHWÄCHEN
• Die Übersetzung aus dem Französischen ist im großen und ganzen gut geglückt, aber französische Akronyme wie CMU (couverture maladie universelle) durch ein ganzes Kapitel zu schleifen, um Kassenpatienten zu kennzeichnen, ist unglücklich.
• Manche Anglizismen wie die "Liste von Items" sind vollkommen unnötig.
• Ein Titel wie "Warum hat Einstein bessere Aussichten als Hein Blöd, nicht an Herz-Kreislauf-Problemen zu erkranken." klingt im Deutschen schräg und müßte freier übersetzt werden.
• Dieser Abschnitt mit der Nr. 38 ist auch inhaltlich schwach, um nicht zu sagen wertlos. Zwar erfährt man das statistische Ergebnis, daß ein niedriger IQ der zweithöchste Risikofaktor für den Tod durch Herz-Kreislauferkrankungen ist; der höchste Risikofaktor ist Rauchen, der dritthöchste niedriges Einkommen. Aber was soll man damit anfangen? Ist der verborgene Faktor im Spiel, daß die intelligenten Gutverdiener die Erkenntnis, daß hochwertige Ernährung wichtig ist, auch in die Tat umsetzen? Daß die Schnelligkeit Zahlenfolgen zu ergänzen, die ja u.a. einen hohen IQ ausmacht, das Herz schützt, wollen die Autoren ja wohl kaum sagen. Manche sozialwissenschaftliche Studien mit statistischem Inhalt ohne Kausalkettenanalyse liefern halt nur die Erkenntnis, daß man weiterforschen muß, aber sonst erst einmal nichts.

FAZIT
Das Buch ist ein lehrreicher Überblick zur Gesundheitspsychologie in 59 Einzelthematiken, denen allesamt wissenschaftliche Studien zugrundeliegen, die in leicht verständlicher Form referiert werden. Es ist trotz kleiner Schwächen als Basiswissen für alle sehr empfehlenswert. Wer schon viel zum Thema weiß, wird trotzdem den einen oder anderen interessanten Sachverhalte finden und wenn es nur der Hinweis auf eine Fachliteraturstelle wäre. Die meisten Fachartikel sind für Nicht-Wissenschaftler ohne Bibliothekszugang zwar nicht ohne weiteres zugänglich, aber zum Verständnis auch nicht notwendig. Zum erstaunlichen Phänomen des Sterbe-Katers Oscar in Kapitel 59, der im Krankenhaus die Todgeweihten tröstet und das Pflegepersonal davon in Kenntnis setzt, wenn der Tod kommt, könnte man an zwei Stellen weiterlesen: Der Arzt Dr. Dosa berichtet vom Kater Oscar im New England Journal of Medicine und in dem Buch Oscar: Was uns ein Kater über das Leben und das Sterben lehrt.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 9. Dezember 2013
Es wird eine Auswahl für klassische alltagspsychologische Themen aus dem Bereich der Sozialpsychologie behandelt. Dank einem ausgesprochen gelungenen Verhältnis von wissenschaftlicher Sprache und Alltagssprache ist das Buch definitiv auch für Laien geeignet. Im Anhang findet sich jede genannte Studie, sodass man auch das original Paper des Experiments finden kann.
Jedes Problem wird auf maximal 8 Seiten beschrieben – somit die perfekte Bettlektüre! Ich habe es mit großer Freude gelesen! Ein perfektes Weihnachtsgeschenk für Menschen, die eh schon alles haben! ☺

Es werden folgende Themen behandelt:

1. Gesundheit im Alltag
Ist Sex gut für die Gesundheit? JA, aber nur in einem gewissen Maße ;-) Einige Studien konnten beweisen, dass Sex unser Immunsystem erheblich stärken, Vergnügen bereitet, entspannt und somit auch gegen Stress wirkt und sogar Krebserkrankungen vorbeugen kann.

2. Zufriedenheit mit dem eigenen Körper
Finden sich Frauen wirklich zu dick? JA, auch diese Volkswarheit wird in diesem Buch belegt. Frauen schätzen sich wirklich dicker ein, als sie wirklich sind, weshalb viele von ihnen abnehmen möchten. Hier werden Studien zur Selbstwahrnehmung und dem Umgang mit dem „Delirium“ dargestellt.

3. Verhalten und Gesundheit
Können Frauen Männern wirklich den Kopf verdrehen? JA, dies führt sogar dazu, dass Männer risikobereiter sind. Die Studie von Ronay & von Hippel (2010) konnte belegen, dass Skateboarder bei dem Anblick einer attraktiven Frau schwierigere Tricks ausprobierten und weniger Anläufe abbrechen.

4. Umwelt und Gesundheit
Warum macht es Sinn, Blumen an Kranke zu verschenken? Warum sind Ohropax in einem Krankenhaus unerlässlich?

5. Umgang mit Schmerz
Hilft Fluchen wirklich? Warum fühlt man den Schmerz wenn sich jemand verletzt?

6. Placeboeffekt

7. Risikofaktoren und Prävention
Warum trifft mich nur das Unglück? Warum gehen Männer nicht zur Krebsvorsorge?

8. Umgang mit Krankheit
Warum sollte man auch bei einer schweren Krankheit den Kopf nicht hängen lassen? Wie kann man Mitmenschen am besten helfen, wenn es ihnen schlecht geht?

9. Soziale Unterstützung
Warum hilft schon ein Foto des Liebsten, dass es mir besser geht? Warum sollte man seine Großmutter regelmäßig besuchen?
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 8. Januar 2014
Das Buch „Wie Gedanken unser Wohlbefinden beeinflussen. Auswirkungen der Psyche auf die Gesundheit“ von Gustave-Nicolas Fischer und Virginie Dodeler möchte dem breiten Publikum Zugang zu wissenschaftlichen Untersuchungen im facettenreichen Bereich Psychologie ermöglichen. Das ist mit diesem Buch durchaus gelungen.
Das Buch ist in 9 Themenbereiche unterteilt, zu denen dann verschiedenste Studien vorgestellt werden. Die Vorstellung der Studien erfolgt in kurzen, gut verständlichen Zusammenfassungen, in denen auf oft humorvolle Weise die wichtigsten gewonnenen Erkenntnisse resümiert werden.
Die Zusammenfassungen mögen für Fachleute oft zu oberflächlich und etwas „flapsig“ sein, für interessierte Laien ist diese Art jedoch stimmig. Wer mehr erfahren möchte, kann über die Literaturangaben auf die Studien zugreifen und sich mit den Originalergebnissen auseinandersetzen.
Insgesamt ist das Buch sehr übersichtlich und logisch aufgebaut. Die Inhalte sind sehr gut verständlich formuliert und die Lektüre des Buches ist sowohl interessant als auch unterhaltsam.
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am 19. November 2013
Das Buch ist wirklich super und nur zu empfehlen! Anfangs war ich etwas skeptisch, da sich der Titel ein bisschen wie ein typisches Lebenshilfe-Buch anhört. Ich studiere selbst Psychologie und mache normalerweise um solche Bücher einen riesigen Bogen. Zum Glück bin ich bei diesem hängen geblieben. Anders als erwartet, werden alle Standpunkte nicht pseudo-wissenschaftlich oder gar nicht begründet, sondern mit echten Experimenten (die ich teilweise kenne, teilweise waren sie neu) und stichfesten "Fakten" untermauert! ICh kann es also sowohl Psychologen und "Insider" empfehlen, als auch Neulingen auf diesem Gebiet empfehlen...dieses Buch schafft den Spagat :)
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am 27. Februar 2015
Das Buch ist eigentlich ganz ok. Lässt sich nur etwas schwer lesen. Und zwar werden in den einzelnen Kapiteln in einer etwas sehr kleinen Schriftgröße die Statistik aufgeführt, die den Autor zu seinen Ergebnissen gebraucht hat. Das stört den Lese-Fluss.
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