Kundenrezensionen

14
4,7 von 5 Sternen
5 Sterne
13
4 Sterne
0
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
1
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

am 6. März 2014
Im Leben Bachs war der Tod präsent. Mit neun Jahren verliert er seine Eltern, zunächst die Mutter, wenige Monate später den Vater. Seine erste Frau starb in jungen Jahren, elf von zwanzig Kindern aus zwei Ehen überlebten ihre Kindheit nicht. „Mitten wir im Leben sind vom Tod umfangen“, dieser Satz durchzog Bachs Leben. Andreas Kruse berichtet von der vielfachen Begegnung Bachs mit dem Tod, auch von vielfältigen Leiden, von den Folgen einer Diabetes-Erkrankung, vom zunehmenden Verlust seines Augenlichts in den späten Jahren, von Alltagssorgen und Kränkungen noch in den letzten Lebensmonaten. Das Buch dokumentiert seinen starken Glauben. Kruse zeigt aber vor allem aufschlussreich, wie Bach seine Lebenszuversicht und seine schöpferische Kraft in Grenzsituationen gewann. Er wollte, dass sich die Ordnung Gottes in der Musik widerspiegelt und auch den Hörern hilft, die Macht des Todes zu überwinden.
Der Leser erfährt, wie Bach die Umdeutung des Todes vom biologischen Ende zum Übergang in Gottes Welt musikalisch verarbeitet. Die Interpretation vieler Werke Bachs macht den größten Gewinn des Buches aus. Ich habe einen neuen Zugang zu Bachs Musik gewonnen. Ich lese das Buch zum zweiten Mal, weil ich einzelne Stücke von Bach noch besser begreifen will. Andreas Kruse hat mir ein Leseglück beschert.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
am 18. Dezember 2013
Johann Sebastian Bach ist in jeder Beziehung ein Phänomen. Zu seiner Zeit war er ein Revolutionär der Musik. Seine tiefe Gläubigkeit bestimmt sein Werk, ganz anders, als dies zum Beispiel bei Händel der Fall war. J. S. Bach auf die Couch eines Psychologen zu legen, ist ein ebenso gewagtes, wie auch in höchstem Maße interessantes Vorgehen, zumal sich Bach in seinem Alterswerk gerade mit Tod und Auferstehung befasst hat, was den Theologen und den Psychologen gleichermaßen interessiert. Dieses Buch ist so lesenswert, dass man es eigentlich jedem Musikliebhaber empfehlen kann.
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
am 22. Oktober 2013
Ein hervorragendes Buch eines vielseitigen Wissenschaftlers. Man kann viel Neues über Bach lernen und zugleich über Einsichten der Gerontologie!
Dr. K. Fischer, 70 Jahre
0KommentarWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
6 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 21. Februar 2014
Ich war drauf und dran, dieses Buch zu kaufen, weil mich der Titel ansprach.
Empfinde ich doch - ob spielend oder hörend - in seiner Musik "Grenzgänge"...
Bach geht immer ans Limit und reizt alle Möglichkeiten aus - was ihn als "schwierig" gefürchtet sein lässt..
Deshalb interessierte mich der psychologische Aspekt, über den ich mir schon selbst Gedanken gemacht hatte.
Zum Teil ganz Ähnliche wie der Autor dieses Buches. Doch damit hört es schon auf.
Beim Lesen der - wirklich umfangreichen - Leseprobe wuchs mein Ärger immer mehr.
Die Tatsache, dass Bach mit seiner Musik psychische Belastungen kompensierte, könnte in wesentlich weniger Worten dargestellt werden. Immerhin ist das menschlich und nicht ungewöhnlich.
Habe jedoch heute bemerkt, dass der lesbare Text zwischenzeitlich gekürzt worden ist.
So muss ich aus dem Gedächtnis schreiben.
Ich stimme dem voll zu, was der Autor über die Chromatische Fantasie sagt. Aus eigener Erfahrung. Erinnert mich stark an die eigene "Höllenmusik", die ich manchesmal produziere, um Frust abzubauen...
Bach tut dies nur auf wesentlich höherem Niveau. Damit ist ihm ein erstaunlicher Sprung in die Zukunft gelungen.
Typisch auch der befreiende Schlussakkord. Am Schluss ist man wieder im Reinen mit sich selbst...
Es wird auch die Frage nach der Wirkung von Bachs Musik auf seine Hörer gestellt: Das Zitat zeigt es doch klar: Wie in der "comedie"! Keinesfalls kirchlich also..
Warum muss dann immer darauf herumgeritten werden? Der Großteil von Bachs Orgelkompositionen war für die Messe doch überhaupt nicht geeignet. Aber er wollte ja unbedingt mit seiner Musik "ein Glaubenszeichen" setzen..!
Und die "göttliche Ordnung" verwirklichen.
Ich denke, er wollte einfach seine Musik optimal verwirklichen. Dass die etwas mit göttlicher Ordnung zu tun hat, will ich deshalb nicht abstreiten. Doch hier steht Bach neben allen anderen, die versuchen, SICH in ihrem Leben zu verwirklichen...
Dann wird seine Bewerbung als Thomaskantor als Beweis seiner Sehnsucht nach frommer Musikausübung herangezogen.
In Wirklichkeit wollte er woanders hin - was jedoch nicht klappte. Und Leipzig wollte nicht ihn, sondern Telemann.
Er musste aber von etwas leben.
Aus dem in ganzer Länge zitierten Brief Bachs an seinen Freund Erdmann ist doch klar zu ersehen, dass Leipzig für ihn ein Ärgernis war: Schlechte Arbeitsbedingungen, ständiger Ärger mit der Kirche und den Stadtschranzen, zu teuer etc.etc...
Und dann fragt man sich, warum er zur Beerdigung des ersten Gesner eine so fröhliche Motette schrieb ?
Weil er froh war, diesen ignoranten, sich auf seinem Posten ausruhenden und alles andere als hilfreichen Menschen unter der Erde zu wissen... Da liegt schon der Gedanke nahe, dass "Der Geist unserer Schwachheit" aufhilft..
Der zweite sollte allerdings noch viel schlimmer sein.
Ja, da braucht man schon eine gehörige Portion Gottvertrauen !
Was Bach natürlich nicht hinderte, weiter zu komponieren. Warum auch - es war ja seine Leidenschaft! Ob in der Jugend oder im Alter... Was ist so Besonderes dran, sich bis ins hohe Alter (musikalisch) weiter zu entwickeln ?
Ich selbst habe im fortgeschrittenen Alter mit dem Orgelspielen angefangen (bin ich jetzt "gerotranszendent" ??) - und die Ideen prasseln nur so auf mich ein... Meine Begeisterung wächst mit meinem Können...
Kreativität ist zu allen Zeiten ein Thema!
Kurz und gut: Hier werden ganz simple Lebensweisheiten zu tiefgründigen Geheimnissen aufgebauscht, die nur der "Fachmann"
erklären kann...! Niemand eignet sich als Objekt besser als unser Bach, der (aus gutem Grund?!) sein Gefühlsleben hinterm Berg gehalten hat - und nun alles angehängt bekommt, was man in ihn hineinprojizieren möchte!
Er kann sich ja nicht mehr wehren.
Vielleicht sollte man mal unkonventionellere Psychogramme benutzen, wenn man schon nichts Genaues weiß. Zum Beispiel Bachs Horoskop ? (ich höre schon den Aufschrei..) Bachs Geburtszeit ist in etwa bekannt, auch die von Anna Magdalena.
Da lassen sich schon einige Infos herauslesen. Auch welcher Art ihr Verhältnis war.
Hier wird auch deutlich, warum er persönlich so ungreifbar ist. Neben der widderhaften Schaffer-Mentalität gibt es nämlich noch eine andere Seite in ihm: Das vollbesetzte neptunische 12. Haus (DAS ist transzendent !).
Eine übergroße Empfindsamkeit - und von der Welt nicht verstanden zu werden. Kenne ich aus eigener Erfahrung - habe ich doch selbst eine fast identische Konstellation bis auf eine Ausnahme. Ich war schon mit den absurdesten Interpretationen meiner Person konfrontiert...
Am meisten reden die Leute, wenn sie nichts wissen - das scheint auch hier der Fall zu sein! Und bei Bach fangen die Meisten an zu schwafeln - und zwanghaft ihre Musik-Kompetenz unter Beweis zu stellen...
Anstatt ihn sich einfach anzuhören - zum Zwecke der "Gemüthsergötzung"!
Hier gibt es anderweitig gar Anleitungen, wie man Bach hört !! Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen...
Solange ihn die "Fachleute" weiterhin auf diese Weise okkupieren, wird er beim "Volk" weiterhin "Beerdigungsmusik" bleiben.
Amazon sollte vielleicht die Lesevorschau dieses Buches ganz eliminieren, damit nicht nur die Lobhudeler das Buch kaufen und rezensieren.
Ansonsten gilt: "Wer Augen hat, der Sehe - wer Ohren hat, der Höre" !
33 KommentareWar diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinSenden von Feedback...
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Wir konnten Ihre Stimmabgabe leider nicht speichern. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.
Missbrauch melden
     
 
Kunden, die diesen Artikel angesehen haben, haben auch angesehen
Die Grenzgänge des Johann Sebastian Bach: Psychologische Einblicke
Die Grenzgänge des Johann Sebastian Bach: Psychologische Einblicke von Andreas Kruse (Gebundene Ausgabe - 3. Juli 2014)
EUR 24,99

Die Stimmung der Welt
Die Stimmung der Welt von Jens Johler (Gebundene Ausgabe - 1. September 2013)

Bach hören: Eine Anleitung
Bach hören: Eine Anleitung von Michael Wersin (Taschenbuch - 18. März 2015)
EUR 11,95