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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über weite Strecken zu ausführlich – aber dennoch mit wichtigen Abschnitten
Inhaltlich ist der größte Teil dieses Buches für mich eine Enttäuschung: zu ausführlich werden hier die einzelnen Lebensformen – vom Einzeller bis letztlich zum Menschen – durchgearbeitet. Allerdings erscheinen mir die ersten drei und die letzten vier Kapitel äußerst lesenswert und auch wichtig.

Roth schildert in...
Vor 2 Monaten von Woznica, Martin veröffentlicht

versus
2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lieblose Faktensammlung ohne Substanz
Eigentlich bin ich ein Fan von Gerhard Roth. Einige seiner Bücher gehören zu meinen Favoriten, doch 'Wie einzigartig ist der Mensch?' wird leider nicht dazu gehören. Ich hatte erwartet, dass ein Autor, der einen Doktor in Biologie und und einen zweiten in Philosophie besitzt, wie kein anderer in der Lage ist, dieses Thema in der Schnittmenge von Philosophie...
Vor 11 Tagen von Samuel "Sammy" Burt veröffentlicht


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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Lieblose Faktensammlung ohne Substanz, 11. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Wie einzigartig ist der Mensch?: Die lange Evolution der Gehirne und des Geistes (Gebundene Ausgabe)
Eigentlich bin ich ein Fan von Gerhard Roth. Einige seiner Bücher gehören zu meinen Favoriten, doch 'Wie einzigartig ist der Mensch?' wird leider nicht dazu gehören. Ich hatte erwartet, dass ein Autor, der einen Doktor in Biologie und und einen zweiten in Philosophie besitzt, wie kein anderer in der Lage ist, dieses Thema in der Schnittmenge von Philosophie und Biologie interessant und kompetent abzuhandeln, doch das Ergebnis ist enttäuschend.

Das liegt in erster Linie daran, dass das Buch sich über weite Strecken wie ein zusammengestückeltes Sammelsurium akademischer Fingerübungen liest, gerade so, als hätte eine Hilfskraft des Professors ganze Passagen aus diversen wissenschaftlichen Nachschlagewerken kopiert. Wir lernen viel (und detailliert!) über biologische Systematik.
Hier eine willkürlich herausgegriffene Leseprobe : 'Die Gruppe der Häutungstiere (Ecdysozoa) umfasst alle Tiere, die eine feste Haut (Cuticula) besitzen und beim Wachstum unter dem Einfluss eines Hormons mehrfach eine Häutung durchlaufen. Im Gegensatz zu den Lophotrochozoa besitzen sie kein freilebendes Larvenstadium. Die taxonomische Bezeichnung Ecdysozoa ersetzt teilweise die frühere Bezeichnung Articulata, wobei die Ringelwürmer (Annelida) ausgegliedert und nunmehr zu den Lophotrochozoa gezählt werden“.-- Und dann erfahren wir noch alles Mögliche über die Nervensysteme der Stummelfüßler, Hakenrüssler, Priapswürmer, Korsetttierchen usw. usf.

Als neuroanatomisches Nachschlagewerk für Biologen mag dieses Buch eine Fundgrube sein, für interessierte Laien ist es über weite Strecken schlichtweg langweilig und unverständlich. Zumal es an keiner Stelle ersichtlich wird, was der Autor im Rahmen der im Titel des Buches gestellten Frage mit all diesen taxonomischen und neuroanatomischen Details anfangen will. Die Fakten werden einfach nur lieblos und uninspiriert aufgelistet, ohne dass sich ein roter Faden ergäbe.

Und wenn es dann endlich interessant wird, gegen Ende, wo es um das (vielleicht sogar einzigartige?) menschliche Sozialleben geht, oder um unsere Empathiefähigheit und geteilte Aufmerksamkeit (die Tomasello etwa für im Tierreich einzigartig hält, siehe "Die Ursprünge der menschlichen Kommunikation"), dann handelt Prof. Roth all dies auf wenigen Seiten im Resumé-Stil ab. Das ist ziemlich oberflächlich, lieblos und letztlich enttäuschend.
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10 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Stärken und Schwächen dieses Buches, 27. Dezember 2010
Rezension bezieht sich auf: Wie einzigartig ist der Mensch?: Die lange Evolution der Gehirne und des Geistes (Gebundene Ausgabe)
Obwohl ich Gerhard Roths Position ablehne, daß der Mensch sich trotz großer kognitiver Leistungsunterschiede nicht wesentlich vom Tier unterscheide, muß ich ihn gegen obige Kritik etwas in Schutz nehmen. Mit der Schilderung der Nervensysteme niederer Tiere zeigt Roth erstens, daß es verschiedene Nervensysteme mit hohen Leistungen geben kann und zweitens, daß selbst das hochentwickelte Nervensystem des Menschen auf die niederen Vorläufer aufbaut. Außerdem füllt er mit seiner umfassenden Darstellung der Gehirnevolution von der ersten Nervenzelle bis zum menschlichen Großhirn eine empfindliche Lücke in der Hirnliteratur. Daß er dabei mit Fachbegriffen allzu verschwenderisch umgeht, ohne sie in geläufiges Deutsch zu übersetzen, ist ein Vorwurf, der auch auf seine andern Bücher zutrifft. Anzukreiden ist Roth vor allem, daß er über die richtige Feststellung einer graduellen Gehirnevolution die Tatsache eines radikal neuen Entwicklungsschrittes beim Menschen leugnet. Dabei verwickelt er sich in eklatante Widersprüche. Ob es sich um kognitive Leistungen, um Sprache oder soziales Verhalten handelt: Stets sieht Roth die weit überlegenen Leistungen des Menschen in tierischen Vorstufen begründet. Also sei das menschliche Niveau durch bloß graduelle Steigerung zu erreichen. Gleichzeitig stellt er fest, daß Affen vor allem die Einsicht in das Prinzip des Werkzeuggebrauchs fehlt, daß sie in der Sprache vor allem kaum Ansätze von Syntax und Grammatik zeigen und vor allem zu selbstlosem Altruismus nicht in der Lage seien. Genau solche qualitativen Sprünge sind ohne ein qualitativ anderes Gehirn nicht zu erklären. Doch diesen Schluß verwirft Roth apodiktisch. Als besonders unpräzise erweist sich in diesem Zusammenhang seine Bewußtseins-Analyse. Er erkennt nicht, daß zwischen dem allgemeinen Grundzustand "bewußt zu sein" und spezifischen Bewußtseinsleistungen (wie Wahrnehmung oder Aufmerksamkeit) ein entscheidender Unterschied besteht. Aufgrund dieser mangelhaften Beobachtung und Analyse schreibt er Mensch und Tier gleichermaßen Bewusstsein zu, welches beim Menschen lediglich erweitert sei. Allerdings befindet er sich damit in guter Gesellschaft. Zur Schnittstelle zwischen Philosophie und Biologie kann ich daher zwei Autoren eher empfehlen: Triumph des Bewusstseins: Die Evolution des menschlichen Geistes; und: Bewußtsein. Der Abgrund zwischen Mensch und Tier.: Zur unverstandenen Sonderstellung des menschlichen Gehirns. Eine Streitschrift zum Menschenbild der jüngeren Hirnforschung bei Roth, Singer und Co.Beide sehen in einem richtig verstandenen Bewusstsein den Grund für den Riesenabstand zwischen Mensch und Tier. Allerdings haben auch diese beiden Autoren für menschliches Bewusstsein eine jeweils verschiedene Erklärung, was zum Nachdenken anregt.
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12 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hohe Erwartungen werden enttäuscht..., 11. Januar 2011
Rezension bezieht sich auf: Wie einzigartig ist der Mensch?: Die lange Evolution der Gehirne und des Geistes (Gebundene Ausgabe)
Der Autor entwickelt in mühevoller, sachkundiger Kleinarbeit die biologischen Fundamente des menschlichen Gehirns, ganz im Sinne Kants (Kritik der teleologischen Urteilskraft §§65 ff.) als Voraussetzung für Geist bzw. für das komplette Leib-Seele Themenspektrum.
Er weckt damit - zumindest bei mir - hohe Erwartungen, wagt dann aber nach langem Anlauf doch nicht den Sprung, sich über die "herrschende philosophische Meinung" hinwegzusetzen; das ist schade:
Nachdem die fachlichen Ausführungen auf eine neue Sichtweise philosophischer Themen wie Verantwortung, Willens- bzw. Handlungsfreiheit hinaus zu laufen scheinen, vollzieht Roth im entscheidenden Kapitel mit seiner Kritik an der Evolutionären Erkenntnistheorie eine überraschende Kehrtwendung, die weniger die angesprochenen Theorien trifft als die eigene Fakten-Argumentation entwertet.
Aufgefallen ist mir in diesem Zusammenhang der Dank Roths an Michael Pauen für die "kritische Durchsicht einer Reihe von Kapiteln"; möglicherweise ist es dessen Einfluss, der zu dem - scheinbaren? - Bruch in der Argumentation führt!
Vielleicht hat aber Roth diesen, gegenüber der philosophischen Lehrmeinung erwarteten Kotau geleistet, um die Widerstände gegen seine Argumentation zu neutralisieren, um seine sachlichen Argumente als trojanisches Pferd getarnt in die Diskussion einschleusen zu können...
Oder hat der Lektor des Verlages hartnäckig darauf bestanden, diesen konzeptionell kaum nachvollziehbaren Schwenk vorzunehmen, dem der Autor letztlich zugestimmt hat, damit sein opus magnus endlich erscheinen kann?

Der Inhalt verbindet die Vorteile des Sachbuches (Verständlichkeit, Lesbarkeit) mit denen des Fachbuches (Systematik, Faktenfülle); insofern ist es ein wichtiges Buch.
Roth erleichtert es dem Leser, den Faden nicht zu verlieren, durch zusammenfassende Überblicke "Was sagt uns das?" am Ende eines jeden Kapitels.
Dadurch bleibt die "Helikopter-Perspektive" erhalten, auch wenn man ein paar Kapitel weniger intensiv gelesen hat oder sich die Zusammenhänge wieder in Erinnerung rufen will!
Letztlich hat mich dieses Buch jedoch enttäuscht: Roth spitzt den Mund, aber er pfeift nicht...
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Eine ziemliche Enttäuschung, 14. Juli 2012
Rezension bezieht sich auf: Wie einzigartig ist der Mensch?: Die lange Evolution der Gehirne und des Geistes (Gebundene Ausgabe)
Das Grundproblem dieses Buches ist, dass sich der Autor nicht auf eine Leserschaft festlegt. Ironischerweise geschieht dies wahrscheinlich in voller Absicht des Autors, der sich naturwissenschaftlich-philosophischer Interdisziplinarität nicht nur gewachsen, sondern wohl auch besonders verpflichtet fühlt - ganz im Sinne den hohen Idealen der Deutschen Studienstiftung, welcher er als Präsident vorsteht. Das Buch verfolgt somit den ehrgeizigen Anspruch, sowohl den Biologen wie den Philosophen gleichermaßen anzusprechen. Allerdings passiert das, was leider häufig mit derartig interdisziplinär angelegten geistigen Höhenflügen passiert: anstatt beiden Zielgruppen gerecht zu werden, werden sie keiner der beiden Zielgruppen gerecht.

Die in der Einleitung eingeführten philosophischen Fragestellungen, wie z.B. das Problem des Körper-Geist-Dualismus, findet man im Verlauf des Buches überraschenderweise nicht wieder. Erst auf den letzten Seiten wird darauf eingegangen, allerdings wird die Thematik hier derartig knapp übers Knie gebrochen, dass es das Philosophenherz kaum höher schlagen lassen wird.

Stattdessen wartet das Buch mit einem sich über mehrere Kapitel in die Länge ziehenden Lehrbuch-Exzerpt durch die Tier-Systematik auf, welches den Eindruck erweckt, dem Autor v.a. dazu zu dienen, sich durch die exzessive Verwendung des zoologischen Vokabulars vor seinen rein philosophischen Lesern/Kollegen als vollwertiger Naturwissenschaftler zu profilieren - ein Eindruck, den übrigens auch das Buch als ganzes hinterlässt!
Die Notwendigkeit eines derartig erschöpfenden Exkurses über die systematischen Beziehungen innerhalb des Tierreiches erschließt sich dem Leser nicht. Dem Biologen dürfte dies wenig neues erzählen, den Philosophen dürfte es - mit Recht! - herzlich wenig interessieren. Auch die anderen Kapitel über den Aufbau des Wirbeltiergehirns oder die Sinnesorgane haben exakt die gleichen Schwächen: der biologisch vorgebildete Leser wird die Seiten größtenteils überblättern können, der Nicht-Biologe wird durch den hemmungslos überzogenen Gebrauch von Fachbegriffen völlig erschlagen, wobei die Inhalte - unter Verwendung einer adäquaten Sprache - durchaus hätten verständlich vermittelt werden können.

Halbwegs interessant wird das Buch erst in Kapitel 11, wo die verschiedenen Intelligenzleistungen und -kriterien in verschiedenen Tiergruppen besprochen werden. Dies stellt eine gute Zusammenschau dar und ist - ausnahmsweise in diesem Buch - auch für den Laien in einer verständlichen Sprache geschrieben. Allerdings hätte man sich hier nun häufig mehr Tiefgang gewünscht, wie etwa in dem kurzem und viel zu oberflächlich gehaltenen Abschnitt über ein angebliches "Sprach-Gen" (S. 388f).

Das Buch endet mit der These, eine Einzigartigkeit des Menschen sei nicht abzuleiten, da es auch in anderen Tiergruppen qualitativ vergleichbare Intelligenzleistungen gibt und diese im Menschen nur quantitativ und kombinatorisch verstärkt vorliegen, was sich v.a. durch Sprachgebrauch äußert. Nach über 400 (für den Laien äußerst mühsamen) Seiten fällt dieses Resümee eher mager aus. Eine ausführlichere Darstellung gerade der Neurologie und Genetik des Sprachvermögens (als mögliches Alleinstellungsmerkmal des Menschen) wäre hier angebracht gewesen.

Fazit: Weder der v.a. philosophisch noch der v.a. biologisch interessierte Leser kommen bei diesem Buch auf ihre Kosten, da die für sie relevanten Teile fachlich nicht tiefgreifend genug sind. Umgekehrt scheitert das Buch kläglich daran, die Inhalte interdisziplinär zu vermitteln, da einerseits der Nicht-Philosoph nicht hinreichend in die philosophischen Dimensionen eingeführt wird und andererseits der Nicht-Biologe durch die unnötig detaillierten Ausflüchte in zoologisches Kauderwelsch lediglich eingenebelt wird.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Über weite Strecken zu ausführlich – aber dennoch mit wichtigen Abschnitten, 7. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Wie einzigartig ist der Mensch?: Die lange Evolution der Gehirne und des Geistes (Gebundene Ausgabe)
Inhaltlich ist der größte Teil dieses Buches für mich eine Enttäuschung: zu ausführlich werden hier die einzelnen Lebensformen – vom Einzeller bis letztlich zum Menschen – durchgearbeitet. Allerdings erscheinen mir die ersten drei und die letzten vier Kapitel äußerst lesenswert und auch wichtig.

Roth schildert in diesem Buch mit beeindruckender zoologischer Tiefe, wie die unterschiedlichsten Lebensformen die Herausforderungen ihrer jeweiligen Umwelt meistern. Auf dem Weg der Evolution haben sich dabei die verschiedensten Funktionen, von Sinnesorganen bis zu internen Verarbeitungsmechanismen entwickelt, die es dem jeweilige Lebewesen auf ganz eigene Art ermöglichen, in seiner Umgebung zu bestehen. Von der Reizaufnahme und den daraus resultierenden Bewegungen bei Einzellern führt der Weg zu dem, was wir bei uns Menschen als Intelligenz ansprechen. Doch, so beschreibt Roth, handelt es sich dabei im Grunde immer nur um einen Mechanismus oder eine „Kompetenz“, die im Dienste der Bewältigung von mehr oder weniger komplexen Aufgaben stehen, welche durch die jeweiligen Umweltbedingungen vorgegeben werden. Von einer Einzigartigkeit des Menschen kann man also nicht sprechen.
Diese Schilderungen erscheinen mir ausgesprochen kompetent und die dabei aufgezeigten Entwicklungslinien schlüssig. Als Ganzes betrachtet ist der hier geschilderte Zusammenhang sicherlich unverzichtbar für all jene, die sich ernsthaft mit der Frage nach der Natur unseres Geistes befassen oder befassen wollen.
Doch muss ich mich als Leser dafür wirklich über gut 150 Seiten (rund das halbe Buch) mit Plattwürmern, Pantoffeltieren und ähnlichem beschäftigen und mich mit unzähligen zoologisch korrekten Fachbezeichnungen abkämpfen? Mit Blick auf das zentrale Thema – unsere menschliche Intelligenz und ihr Stellenwert – halte ich diesen mittleren Teil des Buches vom Prinzip her für wichtig, aber für viel zu lang bzw. zu ausführlich.
Dass ich mich dennoch bis zum 12ten Kapitel durchkämpfte, hat sich für mich dann doch gelohnt: Hier macht Roth auf einige evolutionäre Mechanismen (Stagnation und Vermeidung) aufmerksam, die auch die Einordnung einer „Evolutionären Erkenntnistheorie“ von Bedeutung sind. Und die „Natur unseres Geistes“ ordnet er am Ende für mich überzeugend ein, sowohl in das Spektrum der Informationsverarbeitung von Lebewesen, als auch in den geisteswissenschaftlichen Kontext.

Trotz des in meinen Augen viel zu lang geratenen Mittelteils, hat dieses Buch wegen des Anfangs- und Endteils dennoch den Wert von vier Sternen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Der Mensch ist einzigartig, 25. Dezember 2013
Rezension bezieht sich auf: Wie einzigartig ist der Mensch?: Die lange Evolution der Gehirne und des Geistes (Gebundene Ausgabe)
Gerhard Roth hat sich bereits mit vielen relativ leicht verständlichen populärwissenschaftlichen Arbeiten zum Gehirn einen Namen gemacht. Dieses Buch unterscheidet sich ein wenig, aber wesentlich von den vorigen Veröffentlichungen (zumindest von denen, die ich gelesen habe). Es ist fachlich detaillierter geschrieben, achtet mehr auf Vollständigkeit und liest sich dementsprechend größtenteils wie ein wissenschaftlicher Übersichtsartikel, nur eben >300 Seiten lang.

Am interessantesten sind für mich zweifellos die Kapitel 4 bis 14, worin es praktisch um eine vergleichende Darstellung der Gehirne der verschiedenen Tiergruppen (Einzeller, Weichtiere (u.a. Oktopus), Insekten, Wirbeltiere (u.a. Knochenfische, Säugetiere)) geht. Diese Darstellung ist sehr umfassend und legt Wert auf Vollständigkeit, weshalb es sehr ins Detail geht.

Wenn man sich dann durch diese Kapitel hindurchgekämpft hat, hat man einen sehr guten Überblick über die Unterschiede in den Gehirnen und kognitiven Leistungen der verschieden Tierarten und kann praktisch mit seinem damit erworbenen "Expertenwissen" selbst für sich beantworten, ob der Mensch "einzigartig" ist oder nicht.

Wenn man die Energie hat, sich durch seitenweise Beschreibungen der Nervensysteme von Schwämmen usw. durchzuarbeiten, und wenn man je zehn Seiten über die verschiedenen Realisierungen von Medulla oblangata, Kleinhirn, Mittelhirn, Zwischenhirn und Endhirn in verschiedenen Wirbeltieren (Vögel, Delphine, Hunde, Menschen, Raben, Papageien) zu lesen, der ist hier genau richtig. Für mich (jemand, der beruflich mit Neurowissenschaften zu tun hat) war es ein sehr interessantes und lehrreiches Buch. Für einen Laien dagegen könnte es dagegen entmutigend sein, all das durchzuackern und immer Sätzen zu begegnen wie "der präfrontale Kortex ist - wie der Vertikalkortex des Kraken - in x und y involviert", ohne sich vorstellen zu können, wie diese Involvierung eigentlich aussehen soll.

Also keine Empfehlung für Laien, aber interessant für alle anderen.

Das letzte Kapitel, in dem im Schnelldurchlauf noch alles abgehakt wird, was sich an Geist/Gehirn-Debatte, der Bewusstseinsfrage, künstlichem Bewusstsein usw. finden lässt, ist eher deplaziert und ist für sich stehend zu kurz. Wenn man es weggelassen hätte, wäre das Buch ein reiner Übersichtsartikel, so wirkt dagegen das Ende (genauso wie der Buchtitel, der etwas reißerischer ist als das Buch selbst) ein bisschen angepappt.
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Wie einzigartig ist der Mensch?: Die lange Evolution der Gehirne und des Geistes
Wie einzigartig ist der Mensch?: Die lange Evolution der Gehirne und des Geistes von Gerhard Roth (Gebundene Ausgabe - 27. September 2010)
EUR 14,99
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