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am 9. April 2007
Krimi-Autoren aufgepasst: Aus Literaturrecherchen, Datenbanken des FBI und anderer Behörden, sowie aus umfangreichen eigenen Studien hat David M. Buss eine Fülle an grausigen Fallgeschichten und leidenschaftlichen Mordphantasien zusammengetragen, die Stoff für unzählige Krimis hergeben dürfte - Geschichten, die das Leben schrieb. Aber darum geht es nicht. Es geht darum, warum Menschen andere Menschen töten.

Der Evolutionspsychologe.

David M. Buss ist keine Unbekannter. Der Psychologe und Protagonist der Evolutionspsychologie (Lehrbuch "Evolutionäre Psychologie") sucht die Gründe, warum Menschen einander töten, in der Evolution. Der evolutionspsychologische Ansatz geht davon aus, dass sich der Mensch über lange Zeiträume nicht nur körperlich an seine Umwelt anpasst, sondern auch sein Verhalten adaptiert. Zu diesen Verhaltensweisen gehört Frieden schließen, Freundschaften knüpfen, einander helfen und so weiter und, unter bestimmten Umständen, auch das Töten. Evolutionär setzen sich dauerhaft nur diejenigen durch, deren Gene sich durchsetzen. David M. Buss zeigt, wie sich Mord im Verlauf der Menschheitsgeschichte unter bestimmten Umständen gelohnt haben dürfte. Das Erbe steckt in uns.

Die eigenen Gene weitergeben.

Eine Schlüsselstellung nimmt der evolutionäre Wettstreit um die besten Fortpflanzungsmöglichkeiten ein. So sind beispielsweise in allen Kulturen die Chancen für Männer sich fortzupflanzen umso besser, je höher ihr sozialer Status ist. Verliert er die Partnerin, insbesondere an einen anderen Mann, sinkt sein sozialer Status und verringert seine Chance, sich fortzupflanzen. Die Ermordung des Nebenbuhlers verhindert dessen Reproduktionsmöglichkeit und wirkt abschreckend. In der Menschheitsvorgeschichte ein Grund zum Mord, der sich für den Mörder vermutlich "lohnte".

Parallel zu Tötungsstrategien dürften sich auch Abwehrmechanismen (ein Gefühl für Gefahr, Verteidigungsstrategien) entwickelt haben. Nun leben wir heute unter anderen Bedingungen als unsere hominiden Vorfahren. Heute ist nicht nur der Mord keine evolutionär sinnvolle Option mehr, auch manche Abwehrmechanismen greifen nicht mehr richtig. So ist die Angst von Frauen, von fremden Männern vergewaltigt oder ermordet zu werden, möglicherweise ein evolutionär gebildeter Abwehrmechanismus, denn ein Fremder war gefährlich. Heute ist es jedoch so, dass die weit überwiegende Anzahl von Vergewaltigungen und Ermordungen von Familienangehörigen, Verwandten und Bekannten begangen wird. Unsere Abwehrmechanismen haben sich in der Kürze der Zeit noch nicht anpassen können und laufen ins Leere.

Bei manchen Thesen, die früheres Zusammenleben und Sozialverhalten betrachten, ist allerdings Vorsicht angebracht. Naturgemäß wissen wir wenig darüber, wie das soziale Leben unserer Vorfahren vor Millionen von Jahren ausgesehen hat. Trotzdem lässt sich aus den Beobachtungen ableiten, wer Gefahren ausgesetzt ist und wie man ihnen begegnen kann. Hier wird David M. Buss konkret.

Spannend.

Im Lauf der Lektüre kann man leicht auf den Gedanken kommen, wir lebten in einer Mordswelt. Und es gilt auch hier der Vorwurf, den man Psychiatern schon gemacht hat, die aus den Fallstudien ihrer Patienten allgemeine Verhaltensweisen abgeleitet haben: Wenn man nur noch Kranke sieht, verstellt sich vielleicht etwas der Blick auf die Realität. Und so erinnern wir uns daran, dass unter den achtzig Millionen Menschen in Deutschland pro Jahr gerade mal etwa achthundert gewaltsame Tötungen (das sind achthundert zuviel) registriert werden, die meisten Menschen also damit nicht in Berührung kommen. Auch, wenn unser Eindruck ein anderer ist, da wir jeden Totschlag von Los Angeles bis Shanghai in den Medien berichtet bekommen. Mehrmals.

Trotzdem, jeder Mord ist einer zuviel. Nur wenn wir die Mechanismen verstehen, die hinter Tötungsdelikten stehen, können wir die richtigen Maßnahmen ergreifen. Die Thesen regen zur Diskussion an und das Buch ist absolut spannend zu lesen. Empfehlenswert - nicht nur für Krimifreunde.
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am 3. April 2007
Warum töten Menschen? Liegt die Ursache in unserem Gesellschaftssystem oder in einer falschen Erziehung?

David Buss begründet, warum seiner Meinung nach das Töten von Menschen etwas Natürliches ist, das sich in der Menschheitsgeschichte als nützlich für die Weitergabe der eigenen Gene erwiesen hat. Wichtig: Nur weil das Töten als stammesgeschichtliches Erbe in uns allen schlummert, heißt das nicht, dass es auch in der heutigen Zeit hingenommen werden müßte. Im Gegenteil! Wer die angeborenen psychischen Mordprogramme kennt, kann sich besser vor ihnen schützen.

Buss schreibt präzise, kurzweilig und wissenschaftlich fundiert (incl. Quellenangaben und Index). Der Verlag schließlich hat das Buch aufwendig hergestellt: Fadenheftung und praktisch ohne Rechtschreibfehler.
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am 21. Juli 2007
Die Präsenz mörderischer Gedanken in vielen, wenn nicht allen von uns mag beunruhigend sein, aber sie lässt sich nicht von der Hand weisen. Der Autor und sein Team haben im Rahmen einer internationalen Studie über fünftausend Person zu ihren Tötungsfantasien befragt und eine Fülle von detaillierten Antworten erhalten. Diese zeigen, warum der Autor dem sexuellen Aspekt so viel Bedeutung beimisst und anhand vieler, nur scheinbar verschiedener Morde und Mordfantasien seine Ausführungen darüber belegt, dass es uns unbewusst im Leben vor allem darum geht, für den aus biologischer Sicht attraktivsten Partner begehrenswert zu sein, mit ihm (oder auch mit mehreren Partnern, wenn möglich) gesunde, ebenfalls fortpflanzungsfähige Nachkommen zu zeugen und dafür zu sorgen, dass diese optimal gedeihen.
Dass Fremdgehen zum biologischen “Geschäft“ gehört, jedoch sehr gefährlich werden und sexuelle Konkurrenz einen der Wettstreiter das Leben kosten kann, haben schon zahlreiche Autoren aus diversen wissenschaftlichen Disziplinen bewiesen, neu ist das also nicht. Der Kontext, die genetische Selektion hin zur grundsätzlichen Bereitschaft zum Mord, wobei wir meistens “Kosten“ und “Nutzen“ sorgfältig abwägen, erweist sich allerdings in dieser Form und Gründlichkeit durchaus als bislang einmalig, hochinteressant und ziemlich bestürzend. Da verzeiht man gern die manchmal allzu ausführliche Darstellung der evolutionsbiologischen Hintergrundinformationen.
David M. Buss argumentiert schlüssig und anhand der Ergebnisse sorgfältiger Recherchen und erklärt nicht nur, welche Voraussetzungen häufig zu Mord führen, sondern auch, welche Anti-Mordstrategien potenzielle Opfer einsetzen - häufig völlig unbewusst.
Das Fazit am Ende des Buchs fällt sehr düster aus und kann dem Leser einiges an Unbeschwertheit rauben, vor allem in Liebesangelegenheiten. Sollten Sie generell zu Ängstlichkeit neigen, lesen Sie das Buch lieber nicht, denn Sie werden anschließend womöglich niemanden mehr in Ihr Herz und Ihr Bett lassen außer vielleicht einen Hund. Implizit scheint der Autor diese Haltung zu propagieren, denn auch der sanfteste Liebhaber kann in einer für die Weitergabe seiner Gene bedrohlichen Situation zum Mörder werden, und die hingebungsvolle Ehefrau und Mutter wird unter Umständen durch eine Scheidung die Ressourcen für ihre Kinder bedroht sehen und “ausrasten“.
“Der Mörder in uns“ ist folglich ein interessantes und sehr informatives Buch, könnte aber zu Nebenwirkungen führen. Lesen Sie also vor Gebrauch den Beipackzettel sorgfältig durch und verstecken Sie das Buch vor Ihrem eifersüchtigen Lebenspartner – seine Inhalte würden möglicherweise dessen innerste Gedanken rechtfertigen.
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