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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unberechenbares eines brillanten Geistes
Können Computer denken? Was unterscheidet Computer von Menschen? Gibt es einen freien Willen und, wenn ja, wo lässt die Naturwissenschaft Raum für einen solchen?

Roger Penrose hat sich einiges vorgenommen in seinem Buch von 1989 "The emperor's new mind", das in der deutschen Übersetzung unpassenderweise "Computerdenken" heißt. Penrose...
Veröffentlicht am 24. März 2007 von Wirtshausberater

versus
3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fragwürdige Hypothesen
Das Thema interessiert mich persönlich sehr, das Buch ist allerdings aus meiner Sicht eine Enttäuschung. Penrose ist unzweifelhaft ein genialer mathematischer Physiker (wobei ich eher sagen würde, Mathematiker). Ohne die genaue Stelle im Buch nocheinmal zu suchen, schreibt er selbst, dass er oftmals das Problem hat seine Gedanken in Worte zu fassen. Der...
Veröffentlicht am 4. Juli 2011 von Jabberwocky


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23 von 24 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Unberechenbares eines brillanten Geistes, 24. März 2007
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Computerdenken: die Debatte um künstliche Intelligenz, Bewußtsein und die Gesetze der Physik (Taschenbuch)
Können Computer denken? Was unterscheidet Computer von Menschen? Gibt es einen freien Willen und, wenn ja, wo lässt die Naturwissenschaft Raum für einen solchen?

Roger Penrose hat sich einiges vorgenommen in seinem Buch von 1989 "The emperor's new mind", das in der deutschen Übersetzung unpassenderweise "Computerdenken" heißt. Penrose spricht heutigen Computern jede Fähigkeit zu Denken ab. Sowohl als Mathematiker wie auch als theoretischer Physiker hat Penrose einen überragendenden wissenschaftlichen Ruf: Zusammen mit Stephen Hawking hat er bahnbrechende Arbeiten über schwarze Löchern und den Urknall publiziert und in der Mathematik kennt man u.a. Penrose-Diagramme und die Moore-Penrose-Inverse.

Penrose muss weit ausholen, um die ersten beiden Fragen zu beantworten. Er beginnt mit den sogenannten "Turing-Maschinen" (nach dem Mathematiker Alan Turing, ca. 1925), um seine Hypothese zu veranschaulichen: Eine Turing-Maschine ist ein perfekter Computer mit unbegrenzter Kapazität, der in einer deterministischen Welt also alles vorausberechnen könnte, wenn ihm nur alle Informationen vorlägen und er entsprechend programmiert wäre. In der Realität beobachten wir jedoch Chaos: Die Zukunft hängt aufgrund der Komplexität nicht stetig von der Gegenwart ab; in dem berühmten Beispiel kann ein Flügelschlag eines Schmetterlings einen Orkan auf der anderen Seite der Erde auslösen. In einer deterministischen Welt wären also Computer auf lange Sicht dem menschlichen Geist überlegen. Intelligenz wäre so nichts weiter als Rechenpower plus Information und Software, künstliche Intelligenz in diesem Fall etwas sehr reales.

Penrose ist der Ansicht, der menschliche Geist sei dazu in der Lage etwas "Unberechenbares" hervorzubringen. Mit "unberechenbar" meint er etwas, das nicht mal eine Turing-Maschine zustande brächte, weil sie im eigenen deterministischen System gefangen sei. Er leitet dies aus Gödel's Theorem ab, welches, sehr vereinfacht gesagt, lautet: In jedem formalen System (aus Axiomen und Regeln, wie man aus den Axiomen neue Regeln ableiten kann) gibt es wahre Aussagen, die innerhalb des Systems nicht beweisbar sind. Penrose leitet daraus ab, dass wir Dinge erkennen könnten, die formal nicht erfassbar, also unberechenbar, seien. Er argumentiert, dass es aus evolutionärer Sicht keinen Grund zur Annahme gäbe, dass diese Fähigkeit auf mathematische Intelligenz beschränkt sei.

Wenn nun im Gehirn auf Makroebene von Neuronen etc. relevante Quanteneffekte auftreten würden, könnte das die physikalische Erklärung für das Unberechenbare sein, was der menschliche Geist hervorzubringen imstande wäre. Dazu müsste man aber erst Einsteins Relativitätstheorie (die in ganz großen Maßstäben relevant ist) mit der Quantentheorie zur sogenannten "Quantentheorie der Gravitation" zusammenbringen. Nach dieser großen "vereinigenden Theorie" sucht die Wissenschaft bis heute. Penrose gibt einen Abriss darüber, wie eine solche Theorie dann im Bezug auf den menschlichen Geist aussehen müsste und begibt sich auf die Suche nach Hirnstrukturen, in denen Quanteneffekte möglich und relevant wären. Erst dann wäre es vielleicht möglich Computer zu bauen, die dem menschlichen Geist ähnelten und damit "künstliche Intelligenz" darstellten.

Nun fragt er sich wo die Physik, durch die wir ja in letztendlich bestimmt sind, Platz für Unberechenbarkeit lässt. Penrose gibt einen Abriss der klassischen Newtonschen und Einsteinschen Physik, wo es für alles eindeutige Ursachen und Wirkungen gibt. In der Quantenphysik, die beispielsweise in der Mikrowelt der Elementarteilchen zum tragen kommt (oder nötig ist, damit ein CD-Spieler funktioniert), besitzen die Teilchen gleichzeitig mehrere Zustände: erst wenn man durch Messung in ein System eingreife, beobachtete man den einen oder den anderen Zustand. Dadurch komme es zu allerlei Paradoxien wie, dass die Wirkung vor der Ursache eintreten kann. Im ganz Kleinen, in der Quantenwelt, gebe es also echte Unberechenbarkeit.

Das Buch wurde einerseits hochgelobt als bestes Wissenschaftsbuch überhaupt, andererseits sind Penrose Argumente sehr umstritten. In seinem Nachfolgebuch "Shadows of the mind" (auf deutsch als "Schatten des Geistes" erschienen) präzisiert er seine Ausführungen über das Gödel-Theorem. Er zeigt, dass alle möglichen Auswege aus seiner Argumentation Dinge zur Folge hätten, die er für absurd hält. Auf der Suche nach den passenden Hirnstrukturen korrigiert er sich und sucht sie nun woanders. In seinem 1997er Kurzband "The large, the small and the human mind" (auf deutsch als "Das große, das Kleine und der menschliche Geist") fasst er die beiden Bücher sehr knapp zusammen und lässt neben Stephen Hawking auch ein paar Philosophen zu Wort kommen. Zuletzt von Penrose ist 2005 das Buch "The road to reality - a complete guide to the law of the universe" erschienen, ein 1000-Seiten Schmöker, der allerdings das schwierige Thema des Bewusstseins außen vor lässt.

Penrose Berechnungen über mögliche Quanteneffekte in Hirnstrukturen sind extrem umstritten und bis heute fehlt ein experimenteller Nachweis. Bisher Recht behalten hat er aber zweifellos, was künstliche Intelligenz betrifft: Diese hat meines Wissens nach nichts hervorgebracht, was auch nur annähernd diesen Namen verdient hätte. Die Gegenposition, dass doch alles deterministisch sei, vertreten die meisten Natur- und insbesondere Neurowissenschaftler. Besonders hervorzuheben sind dabei der Kognitionswissenschaftler Douglas R. Hofstadter und der Philosoph Daniel C. Dennett, die z.B. "The mind's I" (deutsch: "Einsicht ins Ich") zusammen herausgegeben haben, eine kommentierte Sammlung wissenschaftlicher Aufsätze zum Geheimnis des Ichs und des Bewusstseins, dem vielleicht größten Mysterium der Wissenschaft.

Penrose Bücher sind mit das geistreichste und stimulierendste, was ich je gelesen habe.
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5.0 von 5 Sternen Ausgleich erforderlich!, 13. Mai 2015
Rezension bezieht sich auf: Computerdenken: die Debatte um künstliche Intelligenz, Bewußtsein und die Gesetze der Physik (Taschenbuch)
Hier ist etwas erforderlich, was sich normalerweise selbstredend verbietet. Ich tue es trotzdem, um die durch 2 vollkommen blödsinnige 1-Stern-"Rezensionen" ungerechte Gesamtwertung des Buches von Penrose etwas auszugleichen. Also, ich habe, genau wie einer der beiden Amazonkunden, die meinten, dass dieses Werk nicht mehr als einen Stern verdient hätte, das Buch nicht gelesen, kenne aber sehr wohl die Kernthesen von Roger Penrose. Die andere schlechte Bewertung kommt von jemandem, der sich über die Textgröße echauffiert. Verzeihung, aber in solchen Fällen vergibt man nicht einen Stern. Also - ausgleichende 5 Sterne von mir, für die ich mich nichtsdestotrotz entschuldige.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Fragwürdige Hypothesen, 4. Juli 2011
Rezension bezieht sich auf: Computerdenken: die Debatte um künstliche Intelligenz, Bewußtsein und die Gesetze der Physik (Taschenbuch)
Das Thema interessiert mich persönlich sehr, das Buch ist allerdings aus meiner Sicht eine Enttäuschung. Penrose ist unzweifelhaft ein genialer mathematischer Physiker (wobei ich eher sagen würde, Mathematiker). Ohne die genaue Stelle im Buch nocheinmal zu suchen, schreibt er selbst, dass er oftmals das Problem hat seine Gedanken in Worte zu fassen. Der Stil erscheint mir ausschweifend und sprunghaft zugleich (wenn er in einem Satz vom Orts- in den Impulsraum und zurück springt, frage ich mich wer - außer einem Physiker - das auch nur teilweise erfassen soll).

So diskutiert er in dem Buch viele Themen und mein Problem war es, keinen wirklichen roten Faden zu finden. Wenn er am Schluss zum Ende kommt, gewissermaßen zur Verkündung seiner Hypothesen, wird die Enttäuschung groß. Es ist mir nicht nur unklar was er mitteilen möchte, sondern es ist auch dermaßen spekulativ und meiner Meinung nach nicht einmal begründet, sodass mir der Sinn des Buches verborgen bleibt. Schade, gerne würde ich (als Physiker) das Buch mit mehr Sternen beurteilen.

Nch eine Anmerkung an den Verlag: eigentlich sollte man es ablehnen derartige Bücher zu kaufen (Abzug ein Stern). Ich bin kein Experte der Druckkunst (kann allerdings in dem Fall keine Kunst erkennen), würde aber meinen, dass das Buch (Taschenbuch) einfach verkleinert gegenüber einer gebundenen Ausgabe "gedruckt" wurde. Das Schriftbild ist klein und "verschmiert". In dem Fall würde ich meinen wäre eine digitale Ausgabe noch besser. Lieber ist mir ein ordentlich gedrucktes Buch allemal. Zumindest hat die aktuelle englische Ausgabe die selben Mängel.
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4 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Entscheidend ist das Kleingedruckte, 22. September 2012
Rezension bezieht sich auf: Computerdenken: die Debatte um künstliche Intelligenz, Bewußtsein und die Gesetze der Physik (Taschenbuch)
Selbst ein Punkt ist für dieses Buch zu viel.

Es lässt sich aufgrund des zu kleinen Druckbildes nicht so lesen, wie es erforderlich wäre. Schließlich will man sich beim Lesen auf den Text konzentrieren und nicht mit der Frage, ob denn plötzlich die Sehstärke abgenommen hat.

Gemessen daran, dass es sich bei Buchinhalten des Spektrum-Verlages um Sachbücher und Wissenschaft handelt sollte man davon ausgehen können,dass man bei Spektrum weiss, wie man Buchinhalte nach wissenschaftlichen Standarden darstellen sollte.

Das Lesen ist eine Qual ohne Gleichen. Besser ist es auf das englische Original zurück zu greifen.
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1 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
1.0 von 5 Sternen Penrose hat Gödel nicht verstanden, oder er will ihn nicht verstehen, 11. Februar 2012
Von 
Wielandt Schnitzelberger (Auf dem Wiener Schnitzelberg, Österreich) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Computerdenken: die Debatte um künstliche Intelligenz, Bewußtsein und die Gesetze der Physik (Taschenbuch)
Ich habe dieses Buch nicht gelesen und beziehe mich hier nur auf eine der Kernthesen dieses Buches. Penroses Argument, in dem er die Unvollständigkeitssätze benutzt, um Computer von menschlichem Denken zu trennen, ist schlichtweg falsch. Zudem wird zunächst postuliert, dass wir etwas könnten, was Computer nicht könnten. Damit wird natürlich das gesamte restliche Argument hinfällig.
Wer genaueres zu den Fehlern im Argument nachlesen will, dem seien die folgenden Artikel ans Herz gelegt (sollten alle auf den Homepages der Autoren frei verfügbar sein), es wird allerdings ein gewisses Verständnis von Logik vorausgesetzt.

Lindström, P.: Penrose's New Argument. Journal of Philosophical Logic 30
(2001) 241'25

Pudlak, P.: A Note on the Applicability of the Incompleteness Theorems
to Human Mind. Annals of Pure and Applied Logic 96 (1999) 335'342

Shapiro, S.: Mechanism, Truth, and Penrose's new argument. Journal of
Philosophical Logic 32 (2003) 19'42

Ich bin kein Physiker und kann deshalb nichts zum Wahrheitsgehalt anderer im Buch enthaltener Thesen sagen, aber ich warne davor, dieses Buch als Nicht-Fachmann zu lesen und alles zu glauben, da ich mir gut vorstellen kann, dass auch andere Stellen nicht korrekt sind.

Ich finde es unmöglich, dass ein wissenschaftlicher Verlag ein Buch veröffentlicht, dessen Kernthesen zumindest zweifelhaft sind. Bei der englischen Version von 1989 kann man ja noch ein Auge zudrücken und sagen, dass die Lektoren eben keine Fachleute waren. Aber die deutsche Version kam heraus, NACHDEM die Fehler im Argument bekannt waren!
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