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33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn es stimmt, dass Literatur uns die Welt erklärt,
dann ist der neue Roman von James Salter der Beweis dafür. Nach dreißig Jahren erscheint in diesem Herbst sein neues Buch, in dem das lange Leben von Philip Bowman beschrieben wird. Von Krieg und Arbeit, von Untreue, Verrat und den Menschen mit ihren Schwächen, Ängsten, Unzulänglichkeiten und Erfolgen handelt der Roman, der sicher auf einhellige...
Vor 10 Monaten von cl.borries veröffentlicht

versus
6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Noch einmal der Moderne nachgeschaut
Von der Kritik hochgelobt (wie man unschwer an den oben dargereichten Pressemeldungen ersehen kann), legte James Salter im vergangenen Jahr diesen Roman vor, sein erster nach Dekaden. Erzählt wird der Lebensweg von Philip Bowman, der in jungen Jahren den Zweiten Weltkrieg auf einem Schiff im Pazifik erlebt, dabei sowohl Opfer feindlicher Angriffe wird, als auch...
Vor 4 Monaten von Gavin Armour veröffentlicht


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33 von 33 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wenn es stimmt, dass Literatur uns die Welt erklärt,, 14. September 2013
Rezension bezieht sich auf: Alles, was ist: Roman (Gebundene Ausgabe)
dann ist der neue Roman von James Salter der Beweis dafür. Nach dreißig Jahren erscheint in diesem Herbst sein neues Buch, in dem das lange Leben von Philip Bowman beschrieben wird. Von Krieg und Arbeit, von Untreue, Verrat und den Menschen mit ihren Schwächen, Ängsten, Unzulänglichkeiten und Erfolgen handelt der Roman, der sicher auf einhellige Resonanz stoßen wird.

Philip Bowman heißt der Held, der, zurückgekehrt aus dem Zweiten Weltkrieg, mit viel Glück im Verlagswesen Fuß fassen kann. Seine Liebe zur Literatur macht es möglich. Er fühlt sich beruflich sicher. Bald lernt er seine spätere Frau Vivian kennen und alles scheint nun glücklich für ihn zu verlaufen. Doch wie das Leben so spielt: die Tücken und Fallstricke des Lebens bleiben auch diesem Helden nicht erspart.

James Salter ist ein feinfühliger und tiefsinniger Autor, der seinen Figuren ein Leben einhaucht, das der Wirklichkeit entnommen ist. Atmosphärisch dicht spürt man den Orten, der Landschaft und den speziellen Gegebenheiten der großen Stadt New York nach, in denen die Handlung angesiedelt ist. Autoren, Verleger und Lektoren treffen sich an illustren Orten, wo man Gedanken austauscht und sich amüsiert. Wie so oft sieht die Zukunft beim Aufbruch ins Leben auch für Philip Bowman rosig und verheißungsvoll aus. Doch ebenso häufig entgleisen nach Jahren Beziehungen, die glücklich begonnen haben, und weichen der Abneigung, dem Frust und der Untreue, mit der er seine erste Frau nach glücklichen Jahren wieder verliert. Mit Gespür für die charakterlichen Eigenheiten im menschlichen Zusammenspiel öffnet James Salter uns den Blick in das Innere seiner Figuren. Widersprüche und Abneigungen führen die Paare in die Irre, so dass sich ihre Wege häufig trennen. Unglück und Tragödien greifen genauso ans Herz wie Glücksmomente, die Philip Bowman in seinem Leben immer wieder erlebt.
Mit seinen Freunden/ Freundinnen, Kollegen und Bekannten erlebt man die Veränderung der Welt über die fünfziger und sechziger bis zu den achtziger Jahren des letzten Jahrhunderts. In Bars, Clubs und auf Partys lernt man sich kennen und Affären gibt es ohne Ende. Wenn man sich in den Roman eingelesen hat, lebt man fast mit in der Welt der Boheme, der Lust, Liebe und Leidenschaft.

James Salter zieht den Bogen weit, der von kleinen Anfängen seinen Helden über einen erfahrenen zu einem weisen Mann werden lässt.
Am Ende weist Ruhe, Genügsamkeit und Zufriedenheit den weiteren Weg.

Für mich ist der Roman ein Glanzlicht in diesem Bücherherbst!
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Von einem, der an die Liebe glaubte..., 2. Oktober 2013
Von 
A. Zanker (CH) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Alles, was ist: Roman (Gebundene Ausgabe)
James Salter ist 1925 geboren und hat insgesamt 6 Bücher geschrieben, sein erstes The Hunters (Penguin Modern Classics) ist nicht einmal ins Deutsche übersetzt, vergriffene Titel wie etwa Ein Spiel und ein Zeitvertreib werden gar wieder neu aufgelegt. Salter hat mit dem Schreiben von Drehbüchern wohl mehr Geld verdient, als mit seinen Büchern. Es ist erstaunlich, wie ein amerikanischer Autor noch mit 88 Jahren, nach gut über 30 Jahren noch mal ein Buch schreibt. Für Journalisten eine tolle Sache, man kann den Autor besuchen, befragen, staunen und riesig ausgebreitete Stories in den anerkannten Zeitungen und Magazinen bringen, doch ist der Autor wirklich so toll, wie er überall angepriesen wird? Selbst Autoren wie John Irving, Richard Ford loben den Autor in den allerhöchsten Tönen. Salter erzählt uns das Leben des Philip Bowman, auch wenn er nicht sein Alter-Ego darstellt. Etwas seltsam melancholisch mutet es an, das durch das ganze Buch hindurch ein leises Gefühl vermittelt, das Abschied nehmen, dazu lesen wir in den aktuellen Feuilletons, dass Salter seine Unterlagen, für den Transport für das Archiv nach Texas vorbereitet...(hier hat auch etwas mit Salters Leben zu tun)

Der Schreibstil, hat zweifellos eine gewisse Verführungskraft, doch Inhalt und roter Faden in diesem Buch, habe ich so manches Mal als sehr fraglich empfunden. Hier nimmt sich ein Autor alle Rechte und auch alle Freiheit, die er nur ausschöpfen kann. Man kann das als ausufernd und verzettelnd erleben, all' die vielen Personen, die hier vorkommen, können einen irritieren, ein Anfertigen einer Namensliste, während der Lektüre, kann wohl dringend empfohlen werden. Personen und Begebenheiten, tauchen mitunter nach 100 oder 200 Seiten wieder auf, gut ist, wer hier noch alles präsent behalten kann. Deutlich spürbar ist jedoch, dass Salter wirklich erzählen kann, viele feine Beobachtungen, gekonnt formulieren und beschreiben kann, dafür alleine schon lohnt es sich dieses Buch zu lesen. Was mir jedoch an diesem Buch gefehlt hat, ist so etwas wie eine Ausrichtung, ein roter Faden, so etwas wie eine Zielrichtung oder Ziellinie. Hier wird zwar viel erzählt, doch fragt man sich gegen Ende, nebst dem Lebensresüme, was uns eigentlich ein James Salter damit sagen will...??

Beginnen wir also vorne: "Irgendwann wird einem klar, dass alles ein Traum ist und nur geschriebene Dinge die Möglichkeit haben, wirklich zu sein." Diesen Satz stellt Salter an den Anfang seines Romans, der in gewisser Weise auf den letzten Seiten (362-367) seine Vollendung findet. Hier wird uns das Leben eines Mannes erzählt, der zwar vom Krieg geprägt wurde, aber zeitlebens, auf der Suche nach der Liebe zu einer Frau ist, weil er an die Liebe glaubt. Nur erleidet Bowman immer wieder Schiffbruch, lernt wieder neue Frauen kennen, entweder wird der verlassen, oder er verlässt, und das ohne Erklärung oder gar Vorankündigung. Bei den immerhin 31 Kapiteln auf 367 Seiten verteilt, weiss man anfangs eigentlich nie, wenn von einer Frau die Rede ist, ob es noch die Gleiche vom letzten Kapitel ist, oder schon wieder eine Neue. Irgendwann habe ich mir nicht mehr alle Namen gemerkt und vielleicht spielt es auch keine so grosse Rolle. Hier versucht ein Mann sein Glück in der Liebe zu einer Frau zu finden, scheitert immer wieder, und nimmt ständig neue Versuche und Anstrengungen in Angriff, es ist ein Leichtes für ihn, immer wieder neu anzufangen. Salter ist ein Meister von erot*schen Beschreibungen, erstaunlich, wie ein Autor in diesem Alter Ero*ik so treffend und anschaulich und auch detailliert beschreiben kann. Es ist das Beziehungsleben, dass hier im Vordergrund steht und nicht das Berufsleben, dass Bowman als Lektor arbeitet, oder als Soldat am Anfang der Story vom Pazifischen Krieg zurückkehrt, tritt schnell in den Hintergrund und ist nebensächlich.

Somit könnte man den hoch angepriesenen Roman in gewisser Weise als eine Lebensauswertung mit Abschiedsstimmung auffassen, was vermutlich auch zutreffen dürfte. Und was anfangs gar als Traum gedeutet wurde, findet seine Erfüllung in der inneren Auseinandersetzung mit dem Tod und dem Abschied. Denn Bowman stellt es sich vor, wie es sein könnte, tot zu sein. Denn gerade dort, erinnert er sich an Lebensmomente in denen er erkennt: "..das Leben, das nicht vorhersehbar war, das Leben, das sich ihm eröffnet und das er gelebt hatte." Selbst zum Schluss macht er sich noch einmal mit jener "Ann" auf, um mit ihr nach Venedig zu fahren. Vielleicht wollte uns ja Salter aufzeigen, dass es Menschen gibt, die ungebrochen an die Kraft der Liebe glauben, selbst dann, wenn sie selbst unzählige Male gescheitert sind, betrogen und verlassen haben, und Verwundungen am Gegenüber wie an sich selbst nie zu vermeiden waren...
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6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Noch einmal der Moderne nachgeschaut, 25. Februar 2014
Rezension bezieht sich auf: Alles, was ist: Roman (Gebundene Ausgabe)
Von der Kritik hochgelobt (wie man unschwer an den oben dargereichten Pressemeldungen ersehen kann), legte James Salter im vergangenen Jahr diesen Roman vor, sein erster nach Dekaden. Erzählt wird der Lebensweg von Philip Bowman, der in jungen Jahren den Zweiten Weltkrieg auf einem Schiff im Pazifik erlebt, dabei sowohl Opfer feindlicher Angriffe wird, als auch Beteiligter an der Eroberung Okinawas ist. Zurückgekehrt nach New York City, der Stadt, der er verfallen ist, findet er beruflichen Erfolg als Lektor in einem Verlag, wo er für Belletristik und Lyrik verantwortlich zeichnet. Bowman heiratet in jungen Jahren eine Schönheit aus den Südstaaten, die Ehe ist nicht von langer Dauer, er driftet in den der Scheidung folgenden Jahrzehnten durch diverse Liebschaften, die sein Leben sehr stark bestimmen, lange Zeit ist er liiert mit einer Engländerin, eine andere Frau, für die er sich zeitweilig wirklich zu entscheiden scheint, hintergeht ihn auf fürchterliche Weise, erst spät im Leben - wie er findet, zu spät - trifft er in einer alten Bekannten vielleicht die Liebe im Leben, die es ihm erlaubt, gemeinsam alt zu werden. Bowman hat beruflichen Erfolg, der im Grunde nie gefährdet ist, er wird Teil des intellektuellen New Yorks der 50er und 60er Jahre, erlebt die Zeiten der Liberation in den 60ern, nimmt lau Stellung gegen den Vietnamkrieg und kommentiert seine Zeitläufte eher distanziert. Und schließlich, wir schreiben mittlerweile die 80er Jahre, entschwindet uns ein gealterter Bowman in seine letzten Jahre hinein.

Salter erzählt diese Innensicht der Ostküstenintelligenzija mit der Ruhe, der Milde und dem Gleichmut des Alters. Selbst Jahrgang 1923 - passionierter New Yorker, Flieger bei der U.S. Air Force, später freier Schriftsteller und mitten drin im beschriebenen Milieu - gehört Salter einer Generation an, die früh im Leben damit konfrontiert war, für "höhere Ziele" sterben zu können, die viele Freunde und Kameraden hat sterben sehen und möglicherweise - man kann das auch anderen Werken und Romanen seiner Zeitgenossen entnehmen - dadurch auch stark distanzierend geprägt wurde fürs Leben. Wer mit nicht mal 20 den Tod gesehen, geschmeckt und gerochen hat, wird im zivilen Leben danach wahrscheinlich nicht mehr viel Bedrohliches erleben. Zudem wartete auf die Überlebenden dieser Generation ein Amerika des Aufbruchs und der Prosperität. Die Leichtigkeit, mit der nahezu jeder in Bowmans Umfeld seinen beruflichen Weg geht (und dadurch den liberalen gesellschaftlichen Veränderungen des Privatlebens umso besser nachspüren kann), kontrastiert nur gelegentlich mit den Schicksalsschlägen und privaten Tragödien, die Salter geschickt in Nebenhandlungen einflicht, die manchmal unergründlich präsentiert, verfolgt, wieder fallen gelassen und gleichmütig vom Leser aufgenommen werden. Da kann ein Kapitel schon mal mit einem langen Absatz über irgendeinen der Handlung vollkommen abholden New Yorker beginnen, bevor die eigentliche Erzählung wieder aufgenommen wird. Lediglich das Leben von Bowmans Freund und Kollegen Eddins wird in der Fürchterlichkeit seines Schicksals - er verliert früh Frau und Tochter bei einem Unfall - zwar weniger intensiv als das des Helden des Romans, doch kontinuierlich und im dauernden Kontrast zu Bowmans scheinbar so glücklichem Leben verfolgt.

Bowman - der Name: der Bogenmann/Schütze, ist Programm in mehrerlei Hinsicht - steht für eine von Salter vielleicht als typisch für seine Zeit empfundene Figur: Er will voran im Leben, er hat gedient, er weiß, daß er ein guter Soldat war (und das Eingangskapitel sei hier gesondert erwähnt, erinnert es doch einerseits in seiner schrifstellerischen Klasse an viele große Romane über den 2. Weltkrieg, ganz besonders an Mailers "Die Nackten und die Toten", definiert aber zugleich den Ton des gesamten Romans, denn nur vor dieser Blaupause kann man die scheinbare Leichtigkeit, mit der Bowman durchs Leben geht, verstehen) und leitet daraus ab, daß das Leben ihm etwas schuldig ist. Und das nimmt er sich. Er ist gespannt (wie ein Bogen) auf das Leben, er ist aber in seiner Spannung auch bereit, alles nötige zu tun, um aufzusteigen und in vollen Zügen zu genießen, was ihm geboten wird.

Zugleich ist Bowman - als Metapher gelesen - eben auch wie ein Pfeil, der die zweite Hälfte des "amerikanischen Jahrhunderts" durchmisst, umspannt, verkörpert. Ein Amerika des steten Aufschwungs, wirtschaftlicher, technischer und zumindest bis in die 60er Jahre hinein auch kultureller Erfolge, wird hier noch einmal beschworen und so, wie Salter es beschreibt - eben aus dem Rückblick des Alters, der Milde dessen, der überlebt und vor allem GElebt hat - ist es wahrlich ein Amerika, dem man nachtrauern möchte. Ein verheißungsvolles Amerika ist das gewesen, ein Amerika, das sich einer gewissen Unschuld hat rühmen können (trotz Hiroshima, was allerdings schon sehr düstere Schatten dessen vorauswarf, was kommen sollte und erstaunlicherweise als Ereignis im Roman keine Erwähnung, also auch kein Echo findet), ein Amerika, das schließlich das Lügen lernen musste und dann lernen musste, die Lüge zu glauben, um weiterleben zu können. Allerdings findet dieses ebenso be-, wie ver- und gelogene Amerika im Roman nicht statt.

Es ist dies auch die Kritik, die am Roman zu üben wäre: Sicherlich ein wunderbares Werk über den Literaturbetrieb in einem wundervollen NYC, wo man in kleinen italienischen Restaurants an der Upper West Side isst, während der Maestro neapolitanischen Belcanto zum Besten gibt; wo man sich des Sonntags früh an der 42. Straße bei einer koscheren Bäckerei einfindet um herrliches Gebäck für den Nachmittagskaffee zu kaufen; ein NYC, wo man billig im Village leben und ohne Weiteres die Geistesgrößen seiner Zeit beim Verweilen auf dem Washington Square antreffen kann; ein New York, das an Saul Bellow erinnert, manchmal an den spätergeborenen Paul Auster, eines, in dem Woody Allen immer mal um die backsteinrote Ecke zu lugen scheint - aber eben auch ein New York, in dem es keine Gewalt gibt, keinen Rassismus, wenig Antisemitismus, kaum öffentliche Probleme. Und das spiegelt sich in den privaten Schicksalen der meisten hier Beschriebenen: Bowman wird übel abgezockt von einer Frau, wir erkennen bei ihm aber kaum tiefergehenden Schmerz, lediglich eine Jahre danach stattfindende Reise, bei der er die Tochter seiner früheren Freundin verführt, deutet seinen tiefsitzenden Schmerz an, wobei auch da unklar bleibt, ob es Schmerz ist oder ein Gefühl für "ausgleichende Gerechtigkeit". Da Salter in großen Zeiträumen und dadurch auch mit gewaltigen Zeitsprüngen erzählt, bleiben oft emotionale Reaktionen im Vagen oder werden gar nicht beschrieben, und wir finden ihn trotz der Ereignisse um gerade diese Verführung der Tochter Jahre später auf ihrer Hochzeit. Ein weiteres Beispiel ist Eddins, Bowmans Kollege, dessen Verlust seiner Familie uns zwar in einem eindringlichen Kapitel beschrieben wird, danach aber tritt uns derselbe Eddins eben nur noch als Mann entgegen, der gezeichnet wird wie einer, der eben aufgrund seines Verlusts beruflich vollkommen in seinem Erfolg aufgeht und spät im Leben doch noch einmal eine Liebe findet. Alles im grünen Bereich...

Zwei Beispiele dafür, wie sich in diesem Roman auch psychologisch nahezu alles von selbst zu erklären scheint. Aus der Rücksicht des Alters mag das so sein, da mag alles nahezu perfekt erscheinen und folgerichtig. Doch nimmt das natürlich, ganz profan, Spannung aus dem Ganzen, und zum zweiten glaubt man diese folgerichtigen Leben nicht so wirklich. Etwas zu leicht, zu geschlossen, zu homogen wirkt das. James Salter berichtet aus einer von heute aus gesehen längst vergangenen Zeit, der Moderne, die nach fürchterlichen Katastrophen Verheißungen bot, technische, künstlerische, wirtschaftliche und sowieso gesellschaftliche. Es war wohl eine gute Zeit, um darin aufzuwachsen und vor allem, darin jung zu sein. Sie ist vorbei, was schade, aber wahrscheinlich ebenfalls folgerichtig ist.

In einem Stil, der sich an dem der modernen Klassiker der amerikanischen Moderne wie Stegner, Williams, Yates oder Roth orientiert, erzählt James Salter uns Nachgeborenen davon, wie das 20. Jahrhundert seine Prägungen erhielt und wie es prägte - die Menschen, die Zeit, die Geschichte. Ohne Wehmut und weitestgehend ohne Sentiment wird dieses Panorama vor uns ausgebreitet und wirkt auch wie die Selbstversicherung von einem, der das alles erlebt hat, daß es wirklich so gewesen sein könnte. Still alive....

Dafür an dieser Stelle gute 3 Sterne (3,5).
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Weit mehr Sittengemälde als Roman., 9. Januar 2014
Von 
Thomas Brasch (München) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles, was ist: Roman (Gebundene Ausgabe)
Selten habe ich mir mit der Einschätzung eines Romans so schwer getan, wie diesem. Mit großem Respekt bin ich an die Lektüre gegangen. Mit 88 Jahren noch mal so ein Buch zu schreiben, das beeindruckt und fordert Hochachtung. Doch als Leser so voreingenommen zu sein, verklärt sicher den Blick. Deshalb habe ich eine gute Woche Abstand genommen, bevor ich noch mal über „Alles, was ist“ resümierte.

Es findet sich ein Absatz nach gut dreiviertel des Romans, in dem James Salter die herausragenden Lebensereignisse – mit Ausnahme der jugendlichen Kriegserfahrung – seiner Zentralfigur Philip Bowmann zusammenfasst: „Er war sich nicht sicher, was sie und ihn betraf. Er war zu alt, um zu heiraten. Er wollte keinen späten, sentimentalen Kompromiss. Dafür hatte er zu viel erlebt. Er hatte einmal geheiratet, mit ganzem Herzen, und sich geirrt. Er hatte sich unfassbar in eine Frau in London verliebt, und es war irgendwie verblasst. Wie vom Schicksal getroffen hatte er eines Abends in der romantischsten Begegnung seines Lebens eine Frau kennengelernt und war hintergangen worden. Er glaubte an die Liebe – er hatte das immer getan –, aber jetzt war es wohl zu spät. Vielleicht konnten sie für immer so weitermachen, wie ein Leben in der Kunst. Anna, so nannte er sie, Anna, bitte komm. Setz dich neben mich.“

Wenn das alles ist, was ein langes Leben an Höhepunkten zu bieten hatte, wäre es wohl des Erzählens nicht wert. Oder doch? Irritierend ist, dass die Folgen von Ereignissen, die in anderen Romanen einen zentralen Wendepunkt markieren, bei James Salter nicht der Rede wert sind. Bestes Beispiel ist das erschütternde Schicksal eines Kollegen und Freundes, das in einer Nebenepisode zwar detailliert beschrieben wird, jedoch im Nachhinein keine Relevanz im Leben des Freundes erlangt: der Tod dessen Frau und 10jährigen Sohnes bei einem Zugunglück.

Eigentlich ist nichts Bedeutendes der Rede im Roman wert – weder gesellschaftliche Ereignisse noch Begegnungen mit außergewöhnlichen Menschen. Einzige Ausnahme bilden die oben zitierten Frauen im Leben Bowmanns. Doch auch hier bleiben deren Charaktere interpretationsbedürftig. Hingegen werden die sexuellen Erfahrungen sehr plastisch und dezidiert erinnert. Die erotischen Momentaufnahmen und die Eindrücke des Krieges sind offenbar in Bowmanns Leben die prägenden gewesen. Ist das alles, was ist?

Letztlich versöhnte mich eine Analogie mit meiner mir bislang nicht zu erklärenden Faszination des Buches: es ist weit mehr ein Sittengemälde als eine Erzählung. Der Roman wirkt letztlich auf mich wie einige Bilder von Edward Hopper. Dessen Motive sind vordergründig ja schlicht, eindeutig und für viele sehr dekorativ. Doch versetzt man sich in die Szenen, so ist es ernüchternd, teils bitter zu erkennen, was am Ende – eines Tages, einer Begegnung, einer Beziehung oder eines Lebens – übrig bleibt: jeder Mensch kehrt letztlich in sich zurück und zieht einsam Bilanz. Was unterm Strich dabei für ihn rauskommt, kann nur er individuell Wert schätzen. Ebenso das Fazit nach der Lektüre des Romans.
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3 von 3 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Es gibt nur einen Salter!, 13. Dezember 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles, was ist: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich glaube, es gibt kein schlechtes Buch von Salter! Wenn man einmal vom Salterfieber gepackt wurde, ist man sowieso verloren. Der Roman hier ist etwas unaufgeregter und ruhiger, als frühere Bücher von ihm. Aber immer noch kann Salter mit seinen einfachen und kristallklaren Sätzen einfangen und tief bewegen. Einem Salter-Anfänger würde ich allerdings ein anderes Buch in die Hand drücken!
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Fiktionale Autobiografie, 15. Dezember 2013
Von 
Carl-heinrich Bock "Literatur- und Kinofan" (Bad Nenndorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 500 REZENSENT)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Alles, was ist: Roman (Gebundene Ausgabe)
James Salter gilt als moderner Klassiker der amerikanischen Literatur, von dem der Pulitzer Preisträger Richard Ford einmal sagte, "keiner könne diesem Autor das Wasser reichen." Der 1925 geborene Autor hat bisher sechs Romane geschrieben. Mit "Lichtjahre" und "Ein Spiel wird Zeitvertreib" wurde er erst in den neunziger Jahren auch in Deutschland bekannt. Nun hat er nach einer sehr langen Pause seinen siebten Roman "All That is" veröffentlicht, der mit dem deutschen Titel "Alles was ist", in der genialen Übersetzung von Beatrice Howeg, im September 2013 im Berlin Verlag erschienen ist. Ort der Handlung New York, Zeitpunkt der Handlung Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts. Es ist, wie die Literaturkritik fast einhellig meint, wieder ein klassischer, guter alter Salter Roman, der in einer Liga mit so großen Autoren wie John Updike oder Philip Roth angesiedelt werden muß. Es wird das eigentlich ganz

Zum Plot: In der short Version geht es in diesem Alterswerk des Autors streng genommen um 12 Seiten Erzählstränge Krieg und um 356 Seiten Erzählstränge Frieden, in denen gespiegelt wird was im Leben glückt und was im Leben scheitert.
Es wird hier das eigentlich ganz unspektakuläre Leben des Philipp Bowman, eines unbehausten Mannes, erzählt. Der Krieg ist für die Hauptfigur zunächst eine überwältigende Erfahrung. Er liebt die Uniform, er liebt es seinem vaterland zu dienen, der Krieg macht ihn zum Mann.

Dieser Philip Bowman der als junger Leutnant aus dem Pazifischen Krieg nach der Schlacht um Okinawa nach Hause kommt hat den Krieg mit viel Glück unverletzt überlebt, bleibt aber, da er all seine Kameraden auf schreckliche Weise verloren hat, sein Leben lang innerlich tief verwundet. Wie viele Menschen dieser Kriegsgeneration hat auch er nicht das Gefühl, das er sein Schicksal bereits hinter sich hat, so glaubt er, dass das Leben vor ihm liegt. James Salter weiß wovon er spricht, denn er hat als Kampfpilot über einhundert Einsätze im Koreakrieg geflogen. .
Er studiert, wird schließlich Literaturlektor in einem renommierten New Yorker Literaturverlag. Der innerlich zerrüttet Bowman sucht Zuflucht in seinen Büchern, in Büchern von Schriftstellern, die zwar alle auch ein außerordentliches Schicksal hatten, die aber ein nicht so unbehaustes, schicksalhaftes Leben führten wie er.
Er lernt die von allen begehrte Vivian Amussen kennen, heiratet sie und wird kurze Zeit darauf geschieden. Er verliebt sich seriell, trennt sich, macht einen Seitensprung nach dem anderen, täuscht seine Partnerinnen und wird selbst von der einen oder anderen Frau betrogen. Es geht in dem Roman immer um geschiedene Paare und um gescheiterte Liebesgeschichten. James Salter unterstreicht, ganz anders wie John Williams in seinem Bestseller Stoner", dass Ehen und Lieben eher Illusionen denn Langzeitprojekte sind. Doch die Liebe spielt auch in diesem Roman eine wichtige Rolle, denn Salter ist davon überzeugt, dass das Leben ohne Liebe ein vergeudetes, ein sinnloses Leben ist.

Von dem was in den Jahren vom Ende des Krieges 45 bis in die 80 er Jahre in der Welt passiert erfahren wir in dem Roman nicht viel. Man merkt das Salter auch als Drehbuchautor gearbeitet hat, denn eigentlich läuft der ganze Plot wie ein Film ab. Voll Sehnsucht und leidenschaftsloser Sinnlichkeit wird hier ein vielversprechendes und elanvolles Leben cineastisch abgespult. In einer eleganten Sprache, in einer nicht zwingenden Erzählweise gleitet das Leben der Figuren, die ihr Leben eigentlich nicht richtig in den Griff bekommen, wie hinter einem schwach durchsichtigen Schleier an uns vorbei. Immer werden wieder neue Figuren fokussiert und geheimnisvoll ist es wie lange die dann im Plot verbleiben. Und diesen Figuren fehlt eigentlich jegliche Konturenschärfe und sie sind wenig existenziell. Mal sind sie nach einer halben Seite ausgeblendet, mal erst nach drei oder vier Kapiteln.

Eigentlich ist der Titel "Alles was ist" eine Metapher dafür, das es oft die kleinsten Dinge sind die unser Leben bestimmen. Das unterstreicht Salter mit Nachdruck. Dieser recht sympathische und verträgliche Mensch Bowman lebt sein Leben mit Wünschen, mit Höhepunkten und schmerzhaften Niederlagen. Jeden Tag geht das Leben ein bisschen weiter ohne dass wirklich etwas Spektakuläres passiert, alles bleibt schemenhaft. In paradigmatischen Sätzen kommen immer wieder etwas Neues hinzu und man ist jedes Mal gespannt, ob es durch diese vermutete Wahrnehmung noch zu einer Detonation im Alltagsgeschehen kommt.

In einer Besprechung meinte die Literaturkritikerin und Literaturwissenschaftlerin Hildegard Keller:"Ich bin geneigt gewesen von einer Altherren Prosa zu sprechen, aber die vielen Bettszenen, die vielen Liebesszenen, die weder zu Sex oder schon gar nicht Porno verkommen, die finde ich ganz ausgezeichnet." Salter hat in einem Interview einmal gesagt:" Der offensichtliche Abdruck in der menschlichen Seele ist Sex." Es sind aber nicht immer nur große Momente von Zärtlichkeit, die fast schon spirituellen Charakter haben, sondern Salter kann auch sehr boshaft reagieren, wenn seinen Figuren in einer Beziehung wehgetan wird.

Faszinierend ist nicht nur der Rhythmus, die leidenschaftliche Art wie erzählt wird, sondern auch der Aufbau der in einer sehr intensiven Sensitivität das unheildrohende Fatum fokussiert, in dem zugleich Verlorenheit, Perfidität und grenzenlose Einsamkeit gespiegelt werden. Er schwenkt dabei in ganz einfachen Sätzen von einem Detail auf das nächste, und man fragt sich fortlaufend, ist es passiert oder wird es erst noch passieren? Es ist ein Anti Kriegsroman mit dem sich Salter selbst ein Denkmal gesetzt hat. Ein großartiger Roman, in dem das Medium der Darstellung und das Dargestellte mit psychologischen Feinsinn und erzählerischer Kraft von Beginn an den Leser überzeugen. Ich muss sagen, dass ich diesen Roman mit großer Begeisterung gelesen haben und deshalb wünsche ich diesem Buch viele Leser.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein Meisterwerk!, 24. Oktober 2013
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Alles, was ist: Roman (Kindle Edition)
Großartig geschrieben, bewegend, inspirierend, anrührend, aufbauend, heiter, tiefsinnig. Einer der wenigen Bücher, wo man schon während des Lesens traurig wird, dass diese Lektüre ein Ende hat.
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18 von 23 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Es ist vor allem die Liebe, die zählt, 11. September 2013
Von 
Andreas Schröter "Andreas Schröter" (Dortmund) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Alles, was ist: Roman (Gebundene Ausgabe)
Obwohl der amerikanische Schriftsteller James Salter, geboren 1925, von einigen Literaturkritikern auf einer Stufe mit Größen wie Philip Roth, John Updike oder Norman Mailer gesehen wird, ist er in Deutschland weniger bekannt – und das zu Unrecht, wie viele Passagen in seinem neuen Roman „Alles, was ist“ beweisen.

Das Buch beschreibt das Leben eines Mannes, Philip Bowman, vom Ende des Zweiten Weltkriegs, wo er bei der Navy im Pazifik diente, bis hin in die 80er Jahre des 20. Jahrhunderts. In diesen 40 Jahren findet er eine Stelle als Lektor bei einem großen Verlag, heiratet, wird verlassen, verliebt sich neu, wird böse hintergangen, zieht hierhin und dorthin und erlebt weitere Liebschaften.

„Alles, was ist“ ist am stärksten, wenn es um die Frauenbekanntschaften Bowmans geht. Dann ist das Buch leidenschaftlich, emotional, zärtlich und zuweilen erotisch. Dieser Philip Bowman wächst dem Leser mit fortschreitender Seitenzahl mehr und mehr ans Herz. Er wirkt menschlich und man kann sich gut mit ihm identifizieren. Man leidet mit ihm bei Niederlagen und freut sich über Erfolge. Die Kombination des Titels „Alles, was ist“ mit dem Schwerpunkt auf Bowmans Frauenbekanntschaften birgt beinahe ein philosophische Aussage – nach dem Motto: Am Ende des Lebens ist es dann doch vor allem die Liebe, die zählt.

Schattenseiten hat der Roman, wenn Salter zu sehr von seiner Hauptperson wegdriftet, um sich dem Leben der Nebenfiguren zu widmen. Das ist alles ein wenig zu episch angelegt. Oft hat man als Leser Schwierigkeiten, sich im Dschungel der vielen, vielen Namen zurechtzufinden und immer gleich zu wissen, wer wer ist. Ein Namensregister könnte helfen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Enttäuschung, 4. Juni 2014
Rezension bezieht sich auf: Alles, was ist: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich lese viel und ich lese gerne - aber was an diesem Bucht "gut" sein soll erschließt sich mir nicht. Die Geschichte ist unispiriert dahinerzählt, Ereignisse werden relativ zusammenhanglos aneinenander gepackt und man erhält keinerlei Bindung zu den Personen, deren Persönlichkeiten nicht entwickelt werden. Die ganz großen Ereignisse, wie die eigentlich dramatischen Trennungen Bowmann's von seinen Frauen werden in 1-2 Seiten abgehandelt, wogegen völlig unwichtige und belanglose Szenen wesentlich länger agehandelt werden.Zudem ist die Sprache weder tief, elegant noch innovativ. Kurzum: Eine große Enttäuschung.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Ein Menschenleben unter der Lupe des Insektenforschers, 12. Februar 2014
Von 
Tom Kadi (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Alles, was ist: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Buch beginnt wie eine Detonation: Der Leser wird mitten hinein in den Pazifikkrieg versetzt, wo Bowman, die Hauptfigur des Geschehens, auf einem amerikanischen Schiff seinen Dienst versieht. Bereits auf diesen ersten Seiten wird ein wichtiges Stilmittel Salters deutlich: Wenn ihm eine andere Person wichtig erscheint, wechselt er plötzlich den Standpunkt und beginnt über diese zu erzählen. Verbunden mit seinem lakonischen, eher distanzierten Sprachduktus entsteht so das Bild, als ob sich ein Forscher über einen Ameisenhügel beugt und mal dem Weg des einen Insekts, dann auch den eines anderen, das dessen Weg kreuzte, verfolgt. Bowman kehrt nach dem Krieg zurück in die USA, wo er ein an sich wenig aufregendes Leben führt: Er wird Lektor in einem Verlag, er verliebt sich einige Male, er heiratet, es kommt zur Scheidung. Es ist ein ruhiges, schönes Buch, das dieses Leben schildert. Einschränkend wirken nur einige Schludrigkeiten des Verlages, so dass hin und wieder Sätze, die keinen Sinn ergeben, vorkommen, z.B. "Was, fragte er sich, hatten ihn verraten, dass sie nicht zurückgekommen waren?". Ich bin auch nicht damit einverstanden, dass das englische apartment mit einer gewissen Penetranz als Apartment eingedeutscht wird. In den meisten Fällen meinte der Autor ganz eindeutig nicht ein Apartment sondern eine Wohnung!
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Alles, was ist: Roman
Alles, was ist: Roman von James Salter (Gebundene Ausgabe - 11. September 2013)
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