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Die Beichte: Eine dunkle Geschichte
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8 von 11 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. März 2014
Ich finde "Die Beichte" so spannend geschrieben, dass ich das Buch von John Cornwell innerhalb kurzer Zeit gelesen und durchgearbeitet habe. Viele schmerzhafte Kindheitserfahrungen und Gefühle der Scham und der Angst wurden dabei angerührt und erinnert. Die eigene religiöse Geschichte mit allen übermittelten Schrecken wurde mir beim Lesen noch klarer und verständlicher.
Es ist kaum zu glauben, dass es die Kinderbeichte noch immer gibt; da sie doch so viel psychischen Druck und Leid auslöst.
Erst durch Papst Pius X. wurde im Jahr 1905 das Beichtalter von 14 Jahren auf sieben Jahre herabgesetzt.

Das Buch ist mehr als nur ein Stück dunkle Kulturgeschichte.
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6 von 9 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. Januar 2014
John Cornwall ist für seine investigativen Recherchen und seine kritischen Bücher zur katholischen Kirche und Lehre bekannt und mehrfach ausgezeichnet worden.

In seinem neuen Werk wendet sich Cornwell nun fundiert und kenntnisreich (und aus eigener, leidvoller Erfahrung heraus) einem der zentralen „Sakramente“ der katholischen Kirche zu, der Beichte.
In kirchlicher Lehre ein Instrument zur Reinheit, zur Vergebung der und damit quasi eine der „Eingangspforten“ zum Himmelreich. Zumindest die „Befreiung von schwerer Strafe mit ewigen Höllenqualen“ ist der „Lohn der Beichte“.

Die „Absolution“ ist damit eines der zentralen „Heilsmittel“, aber auch „Machtmittel“ der katholischen Kirche, war im weitesten Sinne Auslöser der Reformation und wird seit ihrer Einführung durchaus immer wieder auch kritisch betrachtet.

Und auch Cornwell kommt zu einer eindeutigen, überaus kritischen, durchaus aber wohlbegründeten Einschätzung der Beichte als eben auch einer sehr „dunklen Geschichte“. Einer, der aus seinen frommen, irischen Wurzeln heraus und im Rahmen seiner umfassenden katholischen Erziehung von früh auf mit der Beichte Umgang pflegte, der „von Innen“ her das System genauestens kennenglernt hat. Der eben aus seinen irischen Wurzeln heraus auch eine besondere Verbundenheit mit dem schweren Missbrauch (nicht nur) in der irischen Kirche mit sich trägt und der selbst während einer Beichte von einem „Beichtvater“ sexuell angegangen worden war.

Diese dunkle Geschichte erzählt Cornwall. Wie seit dem frühen 20. Jahrhundert die Beichte für Kinder ab dem siebten Lebensjahr eingeführt wurde, wie dies als Machtinstrument breit ausgenutzt wurde und dabei zugleich einen Freiraum für Missbrauch eröffnete, der an manchen Stellen im Buch nur mit guten Nerven zu lesen ist. Gerade weil Cornwall nicht polemisch argumentiert oder rein emotional sich „Luft macht“, sondern sachlich und nüchtern Schritt für Schritt offen legt, wie tief die Kluft zwischen „öffentlicher Lehre“ und teils bedrängender Praxis sich darstellt.

Das im Übrigen ist der Kern von Cornwalls Einlassungen: wie in Bezug auf Kinder eine eigentlich für Erwachsene auch chancenreiche „offene Reue über ein Fehlverhalten“ in psychische Gewalt und in nicht wenigen Fällen in sexuellem Missbrauch ausuferte. Ein Instrument somit, dass seinem möglicherweise „heilenden“ Sinn in Bezug auf Kinder in keiner Form gerecht werden konnte und kann.

Statt echter Chance auf Aussöhnung mit sich selbst nach (vielleicht auch nur subjektiv empfundenem) Fehlverhalten, welche Cornwall der Beichte als Möglichkeit für „gereifte Persönlichkeiten“ durchaus zuspricht, wandelt sich diese spirituelle Möglichkeit zu einem fast strukturellen Instrument zum „Seelenmord“ und zur falsch verstandenen „Macht des Geistlichen“ in Form der „Schlüsselgewalt“, die „kein König oder Kaiser, kein Engel oder Erzengel, kein Heiliger und nicht einmal die seligste Jungfrau selbst“ besitzt.

Ein aufrüttelndes Buch, das nicht verteufelt, sondern da verurteilt, wo die Fakten eine eindeutige Sprache sprechen und, letztendlich, auch den Nutzen und Sinn der recht verstandenen und ausgeübten Beichte gar nicht verschweigt, sondern durchgehend sehr konkret die „Praxis der Macht“ intensiv darstellt und umfassend in Frage stellt.
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5 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 22. April 2014
John Cronwell schreibt seine eigenen Verletzungen aus einer vorkonziliaren römisch-katholische Kirche - vielleicht als Therapie - in sein lesenswertes Buch. Viele schreckliche Berichte über höchst problematische oder auch ungesetzlich und brutal handelnde katholische Priester hat er zusammen getragen. Mir hätte ein Bruchteil dieser Schilderungen gereicht. Die historische Herleitung des wirklich schlimmen Problems von sexuellen Übergriffen katholischer Geistlicher fand ich sehr interessant und möchte gerne dazu andere Positionen kennenlernen, weil der Zusammenhang (Beichte schon ab 7 Jahre verknüpft mit tabuisierte Sexualität in der kath. Morallehre, v.a. im Priesterseminar) fast zu einfach erscheint. Erschreckend einfach.
Ein Blick in die Gegenwart und die Versuche der römischen Kirche damit umzugehen wird noch jemand anderes schreiben müssen.
Trotzdem: Ich habe das Buch verschlungen.
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 3. Juni 2014
Der Mensch muss im 21. Jahrhundert lernen und erkennen, dass er zu seiner Gottes- und Seins-Erfahrung keinen theologisch gebildeten Agenten des Himmelsherrschers benötigt, allenfalls einen aufrichtigen spirituellen Weg-Begleiter. Das Geschäft mit Beichte und Ablass ist eine Seelen-Manipulation, die eine Befreiung des in jedem Menschen innewohnenden Geistes verhindert. Wer glaubt und verkündet, er könne im Namen Gottes Sünden vergeben, ist ein gefährlicher Magier, dem niemand vertrauen sollte. Das aufrüttelnde Buch von John Cornwell zeigt das Ausmaß der Repressionsinstrumente der Katholischen Kirche und erinnert uns an ein grauenvolles Kapitel der abendländischen Kulturgeschichte.

Roland R. Ropers
Religionsphilosoph & Publizist
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 10. Mai 2014
sehr gut!
Was die kath. Kirche so alles gemacht hat mit ihren Schafen.
Es geht um Macht, Geld, sex. Probleme Ihrer "Würdenträger"
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