Kundenrezensionen


3 Rezensionen
5 Sterne:
 (2)
4 Sterne:
 (1)
3 Sterne:    (0)
2 Sterne:    (0)
1 Sterne:    (0)
 
 
 
 
 
Durchschnittliche Kundenbewertung
Sagen Sie Ihre Meinung zu diesem Artikel
Eigene Rezension erstellen
 
 
Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

6 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Geschichts - und Jazzfreunde dürfen sich auf ein solid recherchiertes Buch freuen!, 9. November 2013
Von 
Christian Döring "leseratte" - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (HALL OF FAME REZENSENT)    (TOP 50 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Die Jazz-Baroness: Das Leben der Nica Rothschild (Gebundene Ausgabe)
Die jüdische Familie Rothschild war mir aus der Geschichte ein Begriff. Jetzt war angekündigt, dass ein Familienmitglied über ihre totgeschwiegene Großtante Nica Rothschild eine Biografie schreibt. Meine Neugier war geweckt. Schließlich fand ich beim Lesen dann allerdings eine etwas andere Biografie als ich sie mir vorgestellt hatte.

Die Autorin schreibt über die Schwierigkeiten die sie innerhalb ihrer Familie bekam, als sie hörten was Hannah Rothschild plant. Sogar Drohbriefe hat sie im Vorfeld erhalten. Aber von Anfang an war die Autorin fasziniert von der Person ihrer Großtante. Sie wollte verstehen warum diese aus dem "goldenen Käfig" ausbrach und nach Amerika ging. Einige Male trafen sich beide Frauen, aber als Hannah endlich so weit war der Jazz Baroness konkrete Fragen zu stellen, starb Nica kurz vorher. Also war Hannah gezwungen auf anderem Weg Informationen für eine Biografie ihrer Großtante zu besorgen.

Was nun tatsächlich aus dieser Biografie geworden ist, ist für mich zu gleichen Teilen die Geschichte der Familie Rothschild und daraus sich ergebend, die Beschreibung einer ungewöhnlichen Frau, die als Mutter von fünf Kindern plötzlich alles hinter sich lies und in Amerika für viele schwarze Jazzmusiker Förderin und Gönnerin wurde.

Mindestens ebenso spannend sind Hannahs Ausführungen zur Geschichte der Rothschilds. In Frankfurt begann Mitte des 18. Jahrhunderts der Siegeszug der Bankerfamilie. Sie waren einst so mächtig, dass sie über Krieg und Frieden bestimmten.

Geschichts - und Jazzfreunde dürfen sich auf ein solid recherchiertes Buch freuen!
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Außergewöhnliche Lebenshaltung, 21. November 2013
Rezension bezieht sich auf: Die Jazz-Baroness: Das Leben der Nica Rothschild (Gebundene Ausgabe)
Es geht auch um „die Rothschilds“, eine er mächtigsten und reichsten Familien Europas. Eine Familie mit vielen Zweigen und so manchem Spleen (wer sonst würde in Teilen das gesamte Leben exotischen Tieren widmen wollen und fast fanatisch tausende von Schmetterlingen weltweit sammeln?).

Eine Familie, der sowohl die Autorin Hannah Rothschild als Nicht der „Baronesse“, als natürlich auch die Hauptperson des Buches selbst, Pannonica („Nica“) Rothschild angehören.

Eine schillernde Frau, deren Lebenslauf wie zweigeteilt vorliegt, ein Buchprojekt, das aus mindestens zwei Gründen von großer Besonderheit ist. Zum einen, weil „man“ nicht über die Familie schreibt. Wogegen Hannah Rothschild klar „verstößt“ und das wiederum hat mit dem Einfluss Nicas zu tun. Jene Tante, von der Hannah Rothschild nicht nur als Person fasziniert war, sondern die auch einen gewichtigen Einfluss auf die Autorin und deren sich entfaltender Lebenshaltung selbst hatte.

„Man lebt nur einmal“.
Und das ganz.
Hier und jetzt.
Auch wenn das bedeutet, irgendwann den „Mainstream“ der Familie fast von jetzt auf gleich zu verlassen, sich vom standesgemäßen Ehemann zu trennen, die Kinder zurücklassen zu müssen und in New York ein komplett anderes, neues Leben in den Jazz-Kellern der Stadt mit den Jazz-Größen der Zeit („Schwarze“, noch schlimmer im Ansehen der Familie) zu gestalten. Eine Person, bei der Hannah Rothschild sehr treffend und differenziert herausarbeitet, dass Reflexion und Nabelschau nicht interessierten, sondern das „leben an sich“ genommen und genossen und gelebt wurde.

„Vielleicht war sie verrückt. Sie hatte einige ziemlich törichte Äußerungen von sich gegeben“. Und das in einer Familie, deren Macht ehern auf zwei Füßen ruhte: „Geld und absolute Verschwiegenheit“. So wird innerhalb der Familien gemunkelt.

„Vergiss nicht, dass sie als Zugabe auch noch den Suez-Kanal haben springen lassen“. Solcherart sind die lapidaren Sprüche der Frau mit der besonderen und starken Persönlichkeit. Die Whiskey aus Teekannen kredenzt, Kette raucht und mit dem „Einstein der Musik“, Thelonious Monk eng und intensiv lebte.

„Wenn es sieben Weltwunder gibt, ist er das Achte“. So sah Nica das.

In Lebensweise der Familie wirft Hannah Rothschild in fundierter Weise übrigens einen ebenso treffenden Blick, wie sie wie chronologisch und sehr flüssig im Stil die eigentliche Biographie Nicas nachvollzieht. Immer mit dem Vordergrund der Darstellung der Persönlichkeit, nicht als reines Herunterrasseln biographsicher Orte und Daten.

Von der „hochherrschaftlichen“ Geburt, von den einsamen Kinderjahren (man spielte nicht mir „Rotschild Kindern“, die als Juden auch in England im Privaten trotz der vielfachen gesellschaftlichen Verbindungen eher am Rande stehen gelassen wurden), von den absolut feststehenden, immer gleichen Tagesabläufen, umgeben von 30, 40 Bediensteten.

Von den Jahren als junger Frau im Jet Set Europas. Sorglos, reich, dann verheiratet, dann Kinder und dann plötzlich nur noch die Musik, die Jazz-Szene, New.

Jene Frau, deren Name sich von einem „Nachtfalter her ableitet, was im späteren Lebensverlauf ziemlich gut zu ihrer Person passte. Auch von der Suche nach dem „Namensgeber“ in hunderten von Schmetterlingsvitrinen durch Hannah Rothschild erzählt diese und legt, nicht nur mit diesem Beispiel, auch eine Breite der Beschreibung, der Familie, der Lebensweise, des Umfeldes vor.

Souverän, informativ und sehr fesselnd führt Hannah Rothschild den Leser ein in diese Welt und dieses besondere Leben, gibt dem Jazz Liebhaber(auch fotografisch) Einblick in das „Innere“ dieser bewegenden Musiker und macht die Atmosphäre, das „Leben als Rothschild“ fassbar. Aufgrund ihrer Hartnäckigkeit, gegen eine Gewohnheit des Schweigens eine Information nach der anderen im Laufe ihrer Recherche zum Buch „heraus zu locken“.

Eine sehr empfehlenswerte und gelungene Biographie.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


4.0 von 5 Sternen Professionell, 7. Juli 2014
Rezension bezieht sich auf: Die Jazz-Baroness: Das Leben der Nica Rothschild (Gebundene Ausgabe)
Hannah Rothschild schreibt professionell flüssig, man kann das Buch kaum weglegen (ich hatte die englische TB-Ausgabe von Virago).

Das Buch schildert ein einzigartiges Leben - Kindheit in der superreichen Rothschild-Familie, Kriegseinsätze in Afrika und Europa, fünffache Mutter, dann Begleiterin der besten Jazzmusiker der Welt.

Historisch beginnt die Autorin mit Mayer Amschel Rotschild im 18. Jahrhundert und der damaligen Judendiskriminierung in Frankfurt. Die New Yorker Jazz-Zeit nimmt ungefähr zwei Fünftel des Buchs ein. Ihre eigene Rolle und Gefühlswelt beschreibt Hannah Rothschild zu ausführlich (Beispiel: sie setzt sich 2004 in ein New Yorker Café, hört 'Round Midnight per iPad und versucht sich in die 50er Jahre zu versetzen).

Die 280 Seiten erscheinen mir zu kurz - speziell über Pannonica Rotschilds Kriegseinsätze hätte ich gern mehr gelesen und über ihre Bekanntschaften mit anderen Jazzmusikern als Thelonious Monk. Gab es nach der Trennung vom Ehemann noch Liebesverhältnisse zu anderen Männern? Darüber schreibt Hannah Rothschild praktisch nichts, vielleicht auch aus Rücksicht auf die eigene Familie (die Jazzbaronin war ihre Großtante, einige Rotschilds waren strikt gegen das Buchprojekt).

Meine Ausgabe hat einen Rothschild-Stammbaum, ein ausführliches Literaturverzeichnis, ein Schlagwortverzeichnis und eine Liste der Pannonica Rothschild gewidmeten Jazzstücke. Die vielleicht eineinhalb Dutzend Fußnoten erscheinen entweder gar nicht oder auf falschen Seiten und dann teils unvollständig. In der Monk-Doku Straight, No Chaser erscheint die Baronin ganz am Rand.

In der Monk-Doku Straight, No Chaser erscheint die Baronin ganz am Rand, wie auch im Charlie-Parker-Spielfilm Bird (dort aufdringlich lasziv verkörpert). Hannah Rothschilds TV-Doku habe ich separat besprochen, ebenso David Kastins Buch "Nica's Dream", das den Schwerpunkt ganz anders setzt als Hannah Rothschild: Kastin konzentriert sich ganz auf die Bepop-Ära und auf USA. Alles, was in Europa und vor 1950 passierte, interessiert ihn wenig.
Helfen Sie anderen Kunden bei der Suche nach den hilfreichsten Rezensionen 
War diese Rezension für Sie hilfreich? Ja Nein


Hilfreichste Bewertungen zuerst | Neueste Bewertungen zuerst

Dieses Produkt

Die Jazz-Baroness: Das Leben der Nica Rothschild
Die Jazz-Baroness: Das Leben der Nica Rothschild von Hannah Rothschild (Gebundene Ausgabe - 12. November 2013)
EUR 19,99
Auf Lager.
In den Einkaufswagen Auf meinen Wunschzettel
Nur in den Rezensionen zu diesem Produkt suchen