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39 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Underground - oder der unaufhörliche Schwall eines widerlichen Zufalls
Unverkennbar William Boyd's Genius - doch diesmal "thrilling" - auf höchstem Niveau!

Nicht wie einen modernen Robinson Crusoe der Londoner Unterwelt setzt er seinen Protagonisten in Szene, sondern als zufälliges Bauernopfer in einem herausragend spannenden Thriller rund um die Bahn brechenden Entwicklungen eines Pharmakonzerns.

Adam Kindred...
Veröffentlicht am 8. November 2009 von Esther

versus
16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überkonstruiert
Wiiliam Boyd hat mehrfach bewiesen, welche Qualitäten er als Romancier hat. Als Beweis hierfür gelten Bücher wie EINES MENSCHEN HERZ, RUHELOS oder UNSER MANN IN AFRIKA. Er sprüht geradezu von Kreativität und unerschöpflicher Phantasie.
Auch in dem vorliegenden Roman beweist er wieder sein erzählerisches Talent, das so flüssig...
Veröffentlicht am 18. Dezember 2009 von Uwe Ditzen


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39 von 42 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Underground - oder der unaufhörliche Schwall eines widerlichen Zufalls, 8. November 2009
Von 
Esther (Graz) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 1000 REZENSENT)   
Rezension bezieht sich auf: Einfache Gewitter: Roman (Gebundene Ausgabe)
Unverkennbar William Boyd's Genius - doch diesmal "thrilling" - auf höchstem Niveau!

Nicht wie einen modernen Robinson Crusoe der Londoner Unterwelt setzt er seinen Protagonisten in Szene, sondern als zufälliges Bauernopfer in einem herausragend spannenden Thriller rund um die Bahn brechenden Entwicklungen eines Pharmakonzerns.

Adam Kindred - Klimatologe aus den USA (jedoch gebürtiger Brite) - ordnet sein Leben neu, landet dabei in London, um sich hier einem neuen Job zu widmen und findet sich kurzerhand in einem Italienischen Restaurant in Chelsea wieder, wo er Bekanntschaft mit dem Immunologen Philip Wang schließt, der kurz danach erstochen aufgefunden wird, Kindreds Fingerabdrücke auf der Tatwaffe etc. Die Chancen stehen sehr ungünstig für Adam - nicht nur die Polizei ist ihm auf den Fersen, sondern auch der Mörder, dessen Handwerk er gestört hatte. Was ihm der Zufall beschert und in einer schieren Verzweiflung, nahe dem Abgrund beginnt, bringt rasch Hilfe, wirft neue Ideen und Möglichkeiten auf. So sichert sich Adam das Überleben im Untergrund, erklimmt die Treppe des sozialen Aufstiegs von einem anderen, ihm bisher unbekannten Standpunkt - jenem ganz unten.

Rasch wechselt Boyd die unterschiedlichen Beteiligungsebenen von Kindred, seinem Verfolger, einer Polizistin oder dem Vorstandsvorsitzenden des börsennotierten Pharmaunternehmens und erzeugt damit ein überaus intensives Spannungsniveau. Die Charaktere sind wie üblich bei Boyd überaus präzise ausgearbeitet - im Detail gezeichnet, um dem Betrachter aus jeder Perspektive ausreichend Umriss zu sichern (das erzeugt soviel Nähe, selbst zu solchen, die diese weniger verdienen). Auch hier entwickelt Boyd keine unfehlbaren Überhelden, sondern solche mit Ecken, Kanten und ausgeprägten Charakterschwächen.

Das Londonbild, das er zur Schau stellt, scheint sehr gut recherchiert, ein neuer Roman als Thriller war für mich unerwartet - aber auch dieses Genre liegt dem großen Meister ausgesprochen gut - zumal in Boyd üblichem Sprachton komponiert und manchmal unweigerlich, unweigerlich komisch!

Der unaufhörliche Schwall eines wahrhaftigen Lesegenusses!
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16 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Überkonstruiert, 18. Dezember 2009
Von 
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Einfache Gewitter: Roman (Gebundene Ausgabe)
Wiiliam Boyd hat mehrfach bewiesen, welche Qualitäten er als Romancier hat. Als Beweis hierfür gelten Bücher wie EINES MENSCHEN HERZ, RUHELOS oder UNSER MANN IN AFRIKA. Er sprüht geradezu von Kreativität und unerschöpflicher Phantasie.
Auch in dem vorliegenden Roman beweist er wieder sein erzählerisches Talent, das so flüssig daher kommt wie in seinen besten Büchern. Nur die Geschichte um Adam Kindred ist völlig überkonstruiert, was besonders zu Beginn geradezu peinlich wirkt und endet wie eine schlimme Schnulze. Was ist bloss in Boyd gefahren, dass er sich zu so einem trivialen Buch hinreissen lässt. Ist es der Druck vom Verlag, viel zu produzieren und das in kürzester Zeit? Man muss es fast vermuten, denn das ist nicht mehr der grosse Erzähler mit viel Sinn für sehr plausibele Geschichten. Hier verrennt er sich in eine hahnebüchende Geschichte, die zwar sicher ein Publikum findet, doch nicht mehr das, was ihn früher einmal vereehrt hat. Schade um dieses Talent, denn erzählen kann er nach wie vor. Doch er verfällt den Klischees auf billigste Weise und das schmerzt den Leser, der ihn auch anders kennt.
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17 von 21 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Kein Meisterwerk, aber doch lesenswert, 7. Dezember 2009
Rezension bezieht sich auf: Einfache Gewitter: Roman (Gebundene Ausgabe)
Ich kann mich der allgemeinen Euphorie zu dem Buch nicht anschließen. Die Grundidee ist in der Tat ziemlich stark, aber sie wird ja leider nicht wirklich ausgereizt. Eine Möwe verspeisen, im Busch schlafen, mit einer Bettelmasche Geld verdienen - so extrem vielschichtig und überzeugend fand ich das Sujet "Mittelschichtsmann muss sich plötzlich außerhalb der Zivilisation völlig neu zurechtfinden" nicht umgesetzt. Letztlich triumphiert er doch, weil ihm der Zufall die entscheidenden Bälle zuspielt, und nicht, weil er so unglaublich raffiniert sein Schicksal meistert. Es bleibt auch unklar, warum er seinem ersten Impuls, zur Polizei zu gehen, und auszusagen, nicht folgt. Denn er hat ja aufgrund der Sachlage nicht wirklich etwas zu befürchten. Schließlich finde ich auch diesen hartnäckigen Hass seines mordlüsternen Widersachers eher aufgesetzt. Was ist denn so hassenswert daran, dass ein Mann sich nicht friedlich umlegen lässt, sondern versucht, seinen Häschern zu entkommen? Und die ständigen Perspektivwechsel sind auch nicht so mein Ding, dauernd wird man wieder mit irgendwelchen Pharma-Heinis und deren Obsessionen oder Krankheiten behelligt, die eigentlich nichts zur Story beitragen. Den Pharma-Skandal ahnt der Leser sehr sehr früh, er kann dann eigentlich rasch getrost vergessen werden. Auch meine ich, dass das Werk nicht gut (vielleicht zu schnell?) übersetzt worden ist. Von "einfachen Gewittern" habe ich jedenfalls noch nie was gehört, gemeint sind wohl "leichte Gewitter". Im original heißt es "ordinary". Der eher nachlässige Umgang mit der Sprache zieht sich durch das ganze Buch.

Trotzdem gibt es Passagen, die auch richtig Spaß machen. Überzeugend gezeichnete Charaktere und Milieus, in die man normalerweise keine so intimen Einblicke erhält. Insgesamt schon noch ein Buch, das man gerne liest, aber keines, das wirklich in Erinnerung bleiben wird.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen 200.000 vermisste Personen existieren irgendwo in, 31. Dezember 2010
Von 
Tom Kadi (Berlin) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Rezension bezieht sich auf: Einfache Gewitter: Roman (Taschenbuch)
Großbritannien - die Bevölkerung einer mittleren Großstadt (S. 68). Was geschieht mit einem jungen Wissenschaftler, wenn er eine Situation gerät, in dem er sich diesem unbekannten Heer anschließen muss? Wie verändert er sich, wird er gewitzter, weltgewandter, lebenstüchtiger - wird seine alte Persönlichkeit verdrängt wie einst der Neandertaler durch den Homo Sapiens (S. 215). Das ist die eine Grundidee, mit der dieser Roman spielt, indem Boyd seinen Helden Adam (!) Kindred durchaus überzeugend vor die Alternative stellt, entweder unschuldig wegen Mordes verurteilt zu werden oder in die Welt der Obdachlosen abzutauchen. Allein das ist schon spannend zu verfolgen, wie es Adam immer besser gelingt, im Londonder Dschungel zu überleben. Boyd verknüpft diese Geschichte aber noch mit der Kriminalstory um einen ermordeten Immunologen. Einerseits ist die Hauptperson gezwungen, den Fall zu lösen und ein multinationales Pharmaunternehmen in Unruhe zu versetzen, um wieder in sein bürgerliches Leben zurückkehren zu können, andererseits merkt er sehr bald, dass der Mörder jetzt ihn verfolgt und immer wieder aufspürt. All das auch noch mit einer sehr anrührenden Liebesgeschichte vermischt, fügen sich diese Zutaten zu einem wirklich spannenden Unterhaltungsroman.
P.S. Wem dieses Buch gefallen hat, dem sei Boyds Ruhelos dringend empfehlen - fast noch eine Spur besser als dieser....
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Nicht zu Ende gedacht, 25. März 2011
Rezension bezieht sich auf: Einfache Gewitter: Roman (Taschenbuch)
Ein zum Ende hin spannender, jedoch unaufgelöster Thriller, bei dem der Eindruck entsteht, der Autor hätte seine Ideen nicht zu Ende gedacht oder das Buch unter Zeitdruck beenden müssen. Natürlich können offene Enden Kunst sein, aber hier wird keiner der Erzählstränge zu einem Ende geführt. Damit die Geschichte dennoch begeistern könnte, müssten einzelne Szenen oder wenigstens eine besondere Sprache / ein Gedanke besonders in Erinnerung bleiben. Dem ist aber nicht so. Es erinnert eher an einen der so hektischen wie cineastischen Thriller von Dan Brown - bloß fehlen sowohl die Spannung als auch die "mythischen" Komponenten. Zudem erschließen sich dem des Englischen mächtigen Leser einige unidiomatische Übersetzungen, die das Lesevergnügen zusätzlich schmälern. Drei Sterne gibt es für die zwischenzeitig aufkommende Spannung sowie die Idee der Church of John Christ - aus dem Buch hätte man mehr machen können.
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12 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Leben in Londons Untergrund - unregistriert, unbekannt, 11. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Einfache Gewitter: Roman (Gebundene Ausgabe)
Das Leben des Klimatologen Adam Kindred, gerade aus den USA nach London zurückgekehrt, nimmt eine dramatische Wende, als er zufällig Dr. Philip Wang in einem kleinen Restaurant in Chelsea kennen lernt. Dr. Wang, Leiter der Abteilung Forschung und Entwicklung des Pharma-Unternehmens Calenture-Deutz, lässt eine Mappe mit Unterlagen liegen und als Adam ihm diese in seiner Wohnung übergeben möchte, findet er Wang mit einem Messer in der Brust sterbend vor.
Adam muss sich in einem Sekundenbruchteil entscheiden. Er flieht und wird nun, nicht nur von der Polizei, gesucht.
Adam taucht unter und versteckt sich zunächst am Themseufer. Um unentdeckt zu bleiben, nutzt er kein Telefon, keine Bank, keine sozialen Leistungen oder Verkehrsmittel und schlüpft so durch das Erkennungsraster der modernen Großstadt London. Aber Adam gibt nicht auf. Auf eigene Faust stellt er Nachforschungen zum Tod Wangs an.

William Boyd schreibt lebendig und temporeich. In relative kurzen Kapiteln wird aus wechselnden Perspektiven erzählt, aus Adams Blickwinkel, aus der Sicht des kampferprobten Ex-Soldaten und Auftragskillers Jonjo, der jungen Polizistin Rita Nashe und dem Aufsichtsratsvorsitzenden von Calenture-Deutz Ingram Fryzer. Dadurch entsteht ein hohes Spannungspotential bis zum Ende hin.
Mit diesem mitreißend zu lesendem Roman ist William Boyd ein Genre-Mix gelungen. Spannend wie ein Thriller erhält der Leser weit gefächerte Einblicke In das Untergrundleben Londons im 21. Jahrhundert. Auch die Hintergründe krimineller Machenschaften, die im heutigen Wettbewerb der Pharma-Industrie bezüglich neu entwickelter Medikamente und feindlicher Übernahmen leider immer wieder zutage treten, werden von dem Autor detailliert beschrieben. Am Beispiel Adams wird deutlich, dass ein sozialer Aufstieg von ganz unten oft nur durch außergewöhnliche und nicht immer legale Mittel möglich ist.

William Boyds Protagonisten sind klug ausgearbeitet, facettenreich und man erkennt, dass der Autor gründlich recherchiert hat. Seine Figuren scheinen Erfahrungsspannen eines ganzen Lebens dichtgedrängt in Wochen zu durchleben.

"Einfache Gewitter" ist ein spannender, sozialkritischer Thriller und wiedermal ein herausragendes Werk William Boyds.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Mehr als bloß ein Krimi, 10. August 2010
Rezension bezieht sich auf: Einfache Gewitter: Roman (Gebundene Ausgabe)
Die Prämisse dieser Geschichte ist nicht besonders originell und der Verlauf mit all seinen Zufällen nicht gerade glaubwürdig. Wenn es ein konventioneller Krimi wäre, müsste das Urteil also lauten: Schwach. Doch das hier ist gar kein richtiger Krimi. Boyd nutzt den Thriller-Plot vielmehr für eine lakonische, bösartig-melancholische Farce über das Leben an sich, über Großstadtzivilisation, Menschlichkeit und Lebensplanung. In seinen allerbsten Momenten erinnert das ein wenig an den großen T.C. Boyle. Etwa in der Passage, in der wir erfahren, dass der schwerreiche Vorstandsvorsitzende an manchen Tagen unter seinem teuren Maßanzug keine Unterwäsche trägt und dann gern mit "dem einfachen Volk" in der U-Bahn fährt, weil es ihn erregt. Des Kaisers neue Kleider. "Einfach Gewitter" ist voll solch kurioser Randnotizen - und die summieren sich zu einem lesenswerten Buch.
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4 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen David Nathan, 8. Juli 2010
Rezension bezieht sich auf: Einfache Gewitter, 6 Audio-CDs (Audio CD)
Eine Zusammenfassung des Inhalts erübrigt sich, da dies schon einige andere Rezensenten übernommen haben. Es sei nur erwähnt, dass der Roman tatsächlich überkonstruiert ist, die Story sich aber nicht am Schema F orientiert und sich gut hören lässt.
Letzteres ist zu einem großen Teil dem Sprecher David Nathan zu verdanken, der einer Geschichte Leben einhauchen kann und die verschiedenen Charaktere unterschiedlich darstellt, so dass sie sich gut voneinander unterscheiden lassen. Manche Sprecher, darunter auch professionelle Schauspieler, erzählen so monoton und langweilig, dass einem auch der beste Roman verleidet wird. David Nathan aber, der als Synchronsprecher z.B. für Johnny Depp oder Christian Bale seine Stimme zur Verfügung gestellt hat, legt Leidenschaft in seine Darbietung und gibt sich darüber hinaus, im Gegensatz zu manchem Kollegen, Mühe, ausländische (hier: englische) Orts- und Eigennamen korrekt auszusprechen. Von David Nathan gelesene Bücher sind immer ein Genuss!
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Ein wenig überzeugendes Ende ..., 15. März 2013
Rezension bezieht sich auf: Einfache Gewitter: Roman (Taschenbuch)
Boyd beherrscht das gesamte Spektrum literarischer Darbietungen. Von der Satire bis hin zum Kriminalroman weiss er zu gefallen, auch wenn der vorliegende Roman, ohne dabei zu detailliert auf die Inhalte eingehen zu wollen, ein wenig an der Oberfläche bleibt und mit einem Ende aufwartet, das keineswegs zu überzeugen, geschweige denn zu gefallen weiss. Boyd nimmt die Idee auf, einen Menschen, Adam Kindred, mit einem Mord, den er nicht begangen hat, in Berührung zu bringen und ihn daraufhin seiner Identität zu berauben. Der Flüchtige taucht unter und findet sich auf der Kehrseite des Lebens wieder. Sein ehemaliges Leben ist dahin, er muss auf den Strassen Londons überleben, ohne sich in das normale Leben integrieren zu können. Parallel zu Adams Leben verläuft das der weiteren Akteure, die seinem Leben nachstellen bzw. mit dem Fall verbunden sind. Boyd schafft es, immer wieder zu springen und die Schicksale schlüssig miteinander zu verbinden. Kurzweilig, spannend und bis zu einem bestimmten Punkt, wenn auch konstruiert, auch logisch. Bis auf das Ende, das so plötzlich erscheint, wie es "hingeschmiert" scheint, als hätte Boyd keine Lust mehr gehabt. Nicht überzeugend, dennoch für den Verlauf noch eine durchschnittliche Bewertung. Ob das reicht, um zum Roman zu greifen, muss jeder für sich entscheiden.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen zerfall einer menschlichen Identität, 11. Juli 2012
Von 
Ulf Borkowski (Bremen) - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)    (REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Einfache Gewitter: Roman (Taschenbuch)
Adam Kindred ist ein vor kurzem geschiedener Klimatologe, der aufgrund eines Verhältnisses mit einer seiner Studentinnen, das ihn seine Ehe und seine Dozentenstelle an einer renommierten amerikanischen Universität kostete, zurück nach England gekommen ist, um sich am Londoner Imperial College als Research Fellow zu bewerben. Nach seinem Vorstellungsgespräch geht er in einem italienischen Restaurant in Chelsea essen und begegnet kurz dem Immunologen Dr. Philip Wang, der versehentlich eine Akte vergisst, die Adam ihm daraufhin in Wangs Londoner Wohnung bringen will. Doch in Wangs Wohnung findet Adam selbigen mit einem Messer im Körper sterbend vor. Auf Wangs Bitten entfernt Adam das Messer und nimmt die Akte an sich.

Da alle Indizien auf Kindred als Mörder deuten, flieht er mit der Mappe und versteckt sich fortan in einem Gebüsch an der Chelseabrücke am Themseufer. Die Polizei sucht ihn, und offenbar ist noch jemand anderes hinter ihm her. Adam beschließt, in den Untergrund gehen, zerschneidet seine Karten und alles das ihn identifizieren könnte. Schon bald führt das Leben eines Tramps, sucht in Mülltonnen nach Nahrung und wagt sich nur nachts aus seinem Versteck. In der Zwischenzeit beschließt er, aus der Akte herauszufinden, warum Wang ermordet wurde und ob es irgendeine Verbindung zu Calenture-Deutz, dem Pharmaunternehmen für das Wang arbeitete, gibt.

Calenture-Deutz ist ein Unternehmen, das von Ingram Fryzer, dem anderen Protagonisten des Romans geleitet wird. Ingram ist verheiratet, hat drei Kinder und ist im Begriff, große Gewinne aus der Einführung eines neuen Anti-Asthma-Medikaments, Zembla-4, dessen klinische Studien von Dr. Wang betreut wurden, zu erwirtschaften. Doch Ingram Fryzers Leben nimmt nicht mehr den von ihm gewünschten Verlauf. seine erwachsenen Kinder entfernen sich von ihm, seine Ehe ist zur Routine erstarrt und bei Calenture-Deutz hat sich der großspurige südamerikanische Pharma-Entrepreneur Alfredo Rilke eingekauft. Dessen Truppe macht sich Sorgen wegen verschwundener Akten. Fryzer wird immer mehr in die Enge getrieben, die Markteinführung von Zembla-4 von Seiten Rilkes stark forciert, Entscheidungen werden über Fryzers Kopf hinweg getroffen. Schließlich muss er einsehen, dass er die Kontrolle über viele Bereiche verloren hat. Außerdem beginnt ihn ein körperliches Problem zu plagen, er hat Sprachaussetzer und Konzentrationsschwächen.

Der Irak-Veteran Jonjo Case war damit beauftragt, Philip Wang zu ermorden und ist jetzt hinter Kindred und den Akten her. Mit der Verbissenheit eines Söldners gibt er niemals auf und kommt Adam mehrmals gefährlich nahe, nur der Zufall verhindert den Erfolg. Schließlich wird er völlig überraschend und für ihn enttäuschend von seinem Kontrakt entbunden, was ihn allerdings nicht hindert, weiter an der Verfolgung zu bleiben.

Die Polizistin Rita Nashe, die soeben zur Wasserschutzpolizei versetzt wurde und mit ihrem Vater auf dem Themse-Hausboot Bellerophon lebt, wird mehrfach die Wege Kindreds kreuzen, sie wird ihm unwissentlich das Leben retten und später mit ihm eine leidenschaftliche Affäre anfangen.

Adam durchläuft als Verfolgter und Flüchtling mehrere Phasen. Während er sich zunächst nur versteckt, beginnt er 'nachdem ihm das Geld ausgegangen ist erfolgreich zu betteln. Im weiteren Verlauf findet er Anschluss an die Sekte der Church of John Christ um den selbsternannten Bischof Yemis, auf die er durch die Prostituierte Mhouse hingewiesen wurde, für die und ihren Sohn Ly-on er eine gewisse Zuneigung entwickelt und zeitweise in deren Sozialwohnung wohnt. Später zieht Adam mit Primo Belem, den er ebenfalls in der genannten Sekte kennen gelernt hat, in eine einfache Wohnung. Als dieser unvermittelt stirbt, nimmt Adam Kindred dessen Identität an und beginnt eine Arbeit als Pflegehelfer im St.-Botolph-Krankenhaus, um gut getarnt weiter an seiner Rehabilitierung zu arbeiten.

Mit 'Einfache Gewitter' unternimmt William Boyd eine rasante Verfolgungsjagd durch Londons Großstadtdschungel. In gewohnt präziser Sprache offenbart sich dem Leser ein detailliertes Bild der englischen Metropole und ein ebenso erschreckendes Bild des Zerfalls einer menschlichen Identität durch die Zufälligkeit der Ereignisse.
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Einfache Gewitter: Roman
Einfache Gewitter: Roman von William Boyd (Gebundene Ausgabe - 31. Oktober 2009)
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