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166 von 178 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreißend von der ersten bis zur letzten Seite
Auch Khaled Hosseinis zweiter Roman trifft mitten ins Herz und lässt den Leser nicht mehr los.

Die Geschichten über Mariam und Laila, sowie auch Tarik, werden von der frühsten Kindheit beginnend erzählt und vermitteln dem Leser das Gefühl, die Charaktere schon ein Leben lang zu kennen. Khaled Hosseini schaftt es auch hier, die Personen...
Veröffentlicht am 7. März 2008 von Colleen

versus
80 von 101 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Hosseini: Afghanistan 2. Teil
Nach dem Drachenläufer erwartet man von Khaled Hosseini sehr viel. Das Schicksal der Frauen in Afghanhistan unter den verschiedensten Regimen seit der 70er Jahre des vorigen Jahrhunderts ist ein reiches Feld für Schauer, Spannung, aber auch für feinere psychologische Beobachtungen. Auch die Rolle der Männer kann gleichermaßen ein Buch dieser Art...
Veröffentlicht am 26. August 2008 von Dr. H. -P Bestehorn


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166 von 178 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Mitreißend von der ersten bis zur letzten Seite, 7. März 2008
Von 
Colleen - Alle meine Rezensionen ansehen
(VINE®-PRODUKTTESTER)   
Auch Khaled Hosseinis zweiter Roman trifft mitten ins Herz und lässt den Leser nicht mehr los.

Die Geschichten über Mariam und Laila, sowie auch Tarik, werden von der frühsten Kindheit beginnend erzählt und vermitteln dem Leser das Gefühl, die Charaktere schon ein Leben lang zu kennen. Khaled Hosseini schaftt es auch hier, die Personen sowie deren Gefühle und Eigenschaften auf wunderbar lebendige Weise zu beschreiben. Da war es für mich nicht weiter erstaunlich, wie sehr mir vor allem Laila, Tarik, Aziza und Mariam sofort ans Herz gewachsen sind.

Die wunderbare Freundschaft zwischen Tarik und Laila, die sich seit Kindertagen kennen und später der Zusammenhalt von Laila und Mariam gegen Raschid gingen mir unheimlich nahe. Noch nie hab ich mit den Charakteren so sehr mitgelitten wie hier. Tatsächlich konnte ich kaum mehr schlafen, bis ich das Buch zu Ende gelesen hatte und war beim Lesen vollkommen versunken in die Handlung, so dass ich mich beim Aufblicken von den Seiten oftmals versichern musste, ob ich mich überhaupt noch zu Hause befand. Es ist mir eigentlich noch nie passiert, dass mich eine Geschichte derart fesselt und überhaupt keine Ruhe mehr lässt. Das hat mich selbst ziemlich verblüfft und ich konnte kaum mehr an was anderes denken, als an Laila, Tarik und Mariam. Es war fast schon verrückt! Aber auch jetzt denke ich noch oft daran.

Der Schreibstil von Khaled Hosseini ist zudem oftmals wunderschön poetisch, was dem Buch einen besonderen Schliff verleiht und niemals langatmig oder ausschweifend. Ein fast schon unerträglicher Spannungsbogen ist von der ersten bis zur letzten Seite garantiert. Die Handlung ist realistisch, wenn auch in einem bestimmten Punkt (den ich hier aber nicht nenne werde, um niemandem die Freude am Lesen zu verderben) vorhersehbar. Doch finde ich, dass dies auch gut gewesen ist.

Die Geschichte von Afghanistan wird auch in diesem Roman wieder stark behandelt. Jedoch spielt die Geschichte im Gegensatz zu "Drachenläufer" ausschlließlich in diesem Land. Es wird deutlich, dass dies auch eine Herzensangelegenheit des Autors war. Er will damit auf das Leid, dass seinem Land und den Menschen dort in den Kriegsjahren widerfahren ist und immer noch widerfährt, aufmerksam machen und einen realistischen Eindruck von einem früheren - schöneren - Leben in Afghanistan vermitteln, den sich heute fast niemand mehr vorstellen kann.
Es ist grausam zu lesen, wie in Afghanistan nach dem Machtwechsel alles zerstört worden ist (von Kulturerben bis hin zu Museen) und grausame, menschenverachtenden Gesetze aufgestellt wurden.

Ich halte "Tausend strahlende Sonnen" für das beste Buch, dass ich jemals gelesen habe und kann mir nicht vorstellen, irgendwann einmal ein anderes Lieblingsbuch zu haben. Es ist kaum zu beschreiben, wie mitreißend, spannend, bewegend und gefühlsvoll es ist.
Kein Wunder das die Filmrechte für diesen Roman bereits verkauft sind. Da bleibt nur zu hoffen, dass die Umsetzung ähnlich gut wie bei "Drachenläufer" gelingt.

Diesem Buch weniger als fünf Sterne zu geben erscheint mir schlichtweg unangemessen.
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46 von 51 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wie ein Schlag in die Magengrube, 6. September 2011
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Ich habe gerade mal in die negativen Rezensionen reingeschaut, weil ich wissen wollte, wie man ein solches Buch überhaupt negativ rezensieren kann.
Interessanterweise kamen einige LeserInnen mit dem zurückgenommenen Schreibstil nicht zurecht und beschrieben ihn als "kalt" und "emotionslos". Einer behauptet sogar, der Autor fülle seine Protagonistinnen nicht mit genug "Weiblichkeit" - was immer das auch heißen mag.
Jede andere stilistische Ausarbeitung des Themas wäre schlichtweg unerträglich gewesen. Man hätte es als LeserIn nicht geschafft, die Geschichte zu verarbeiten. Es gibt Dinge, an die darf man kaum denken, dann kommen einem schon die Tränen. Schwarz auf weiß niedergeschrieben, muss dies mit einer besonderen Behutsamkeit passieren. Meiner Meinung nach fehlen den LeserInnen, die hier über eine kalte Sprache lamentieren, die feinfühligen Antennen, um zwischen den Zeilen zu lesen. Denn da steckt so viel Emotion und so viel Mitgefühl drin, dass man schon Herzschmerzen bekommt.
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12 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Rührendes Portrait zweier Frauen aus einem Land, das im Chaos versinkt, 1. Oktober 2009
Rezension bezieht sich auf: Tausend strahlende Sonnen (Taschenbuch)
Hosseini erzählt die Geschichte zweier Frauen, die aus völlig unterschiedlichen Verhältnissen stammen, und deren Wege sich später kreuzen sollen, da sie beide Ehefrauen desselben Mannes werden. Mariam stammt aus armen Verhältnissen, als Bastard zur Welt gekommen, aufgezogen von ihrer Mutter, die sie immerzu wissen lässt, daß Mariam nichts wert ist in der Welt und sich vor allem vor den Männern in Acht nehmen müsse. Als sie mit nur 15 Jahren dem Schuhmacher Raschid zur Ehefrau gegeben wird, drohen ihre schlimmsten Befürchtungen wahr zu werden: Raschid ist mehr als 30 Jahre älter, hält seine Frau zu Hause wie eine Sklavin, erlaubt ihr nicht, am öffentlichen Leben teilzunehmen, neigt zur Tobsucht und prügelt sie oft.

Jahre später stößt Laila hinzu, die im Gegensatz zu Mariam eine liebevolle Familie hatte, gebildet ist und in guten Verhältnissen aufwuchs. Als das Schicksal über sie im vom Bürgerkrieg geplagten Afghanistan hereinbricht, und sie Heim sowie Eltern verliert, fügt sie sich gezwungenermaßen dem Angebot von Raschid und wird seine zweite Frau. Von nun leben alle drei auf engstem Raum. Raschid lässt Mariam seine Verachtung spüren, demütigt sie vor Laila, aber trotz der widrigen Umstände freunden sich die zwei Frauen an, denn sie sind aufeinander angewiesen, und begehren schließlich gegen den gewalttätigen Ehegatten auf. Es setzt immer wieder Prügel, die Gewalt wird ausufernder, gleichzeitig versinkt Afghanistan im Chaos. Das Volk leidet nicht nur unter dem Regime der Taliban, sondern auch unter Hunger und der Ungewissheit, was werden wird. Kabul wird zum Schauplatz all des Elends, daß das Land zerfrisst.

Gekonnt erzählt Hosseini parallel vom Leben zweier Frauen, ehe er ihre Lebensbahnen miteinander verknüpft. In einer Welt, die um sie herum in Krieg und Verwüstung versinkt, klammern die beiden aneinander, trotzen der Gewalt, dem Terror. Hosseini zeigt, daß Menschen selbst unter den widrigsten Umständen leben und überleben können, solange sie geliebt werden oder lieben. Rührend erzählt er, im schlichten, zuweilen prosaischen Stil.

Parallel zur Geschichte der beiden Frauen erzählt Hosseini vom Niedergang Afghanistans, über zwei Jahrzehnte hinweg. Die Folge hiervon ist, daß die Geschichte zuweilen arg konstruiert wirkt, und auch häufig Infodumping betrieben wird, wenn z.B. Raschid den beiden Ehefrauen beim Abendessen immer wieder, ohne das Motivation oder Zusammenhang erkennbar werden, von dem Bürgerkrieg und den Verhältnissen im Land berichtet. Vom Autor nicht sehr gekonnt gelöst, was auch der Grund für den einen Stern Abzug ist.

An der Melodramatik, über die sich oft beschwert wird, habe ich mich hingegen nicht gestört. In keiner Sekunde habe ich daran gezweifelt, daß die Geschichte der beiden Frauen so nicht tausendfach in ähnlicher Form vorkam, und wenn der Autor an Mariam und Laila stellvertretend für das ganze Geschlecht die Unterdrückung und den Terror schildert, und wenn Hosseini hier zuweilen zuspitzt und keine traurigen Details ausspart, dann mache ich ihm keinen Vorwurf. Stellenweise ist es melodramatisch, natürlich, aber manche Geschichten können eben nur so und nicht anders erzählt werden.

Schmunzeln muss ich, wenn ich von "Kitsch" lese. Mir bleibt nur die Empfehlung, nicht zu achtlos mit solchen Worten um sich zu werfen, ohne zu wissen, was das Wort bedeutet.

"Tausend strahlende Sonne" ist ein rührender Appell ans Leben und an die Liebe. Kein Meisterwerk, aber ganz sicher ein großer Wurf.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Bewegend..., 29. März 2014
Rezension bezieht sich auf: Tausend strahlende Sonnen (Taschenbuch)
Nur wenige Bücher haben es bisher geschafft, mich weinend und erschüttert zurück zu lassen, nachdem ich sie ausgelesen hatte. „Tausend strahlende Sonnen“ gehört auf jeden Fall dazu.
Khaled Housseini erzählt in leisen, bewegenden Tönen eine Geschichte von Freundschaft, Gewalt, Vertrauen und aufopferungsvoller Liebe, die bis in den Tod geht.

Mariam hat eine Kindheit, die sich durch das Warten auf ihren unzuverlässigen, für sie aber fast gottgleichen Vater auszeichnet. Obwohl ihr ihre Mutter, die mit Mariam ein uneheliches Kind gebar davon abrät, folgt sie dem Vater und muss schließlich erkennen, dass ihr Bild von ihm verzerrt und illusorisch war.
Als Spielball zwischen seelischer Grausamkeit, Reue, Schuld und Wut hin und her geworfen wird die 15 jährige Mariam schließlich mit dem 30 Jahre älteren afghanischen Schuhmacher Raschid verheiratet. Ihr Martyrium beginnt, Raschid ist dominant und gewalttätig. Trotz aller Hoffnung, erleidet Mariam inmitten von Verzweiflung, Schmerz, Angst und Gewalt mehrere Fehlgeburten und schürt damit den immer größeren Hass ihres Mannes und festigt schließlich sein Desinteresse, als klar wird, dass sie ihm niemals einen Sohn gebären wird.
Nach vielen Jahren unglücklicher Ehe wendet sich Raschid einer neuen, jüngeren Frau zu. In der Laila manifestiert sich für Mariam zunächst alle Wut und Grausamkeit, die sie selbst erfahren musste, und die sich in ihr aufgestaut hat. Stumpfte sie unter Raschids Herrschaft zuerst ab und starb ihre Seele jeden Tag ein Stückchen mehr – mit Lailas Auftritt und ihrem Einzug in das Haus erwacht Mariam aus ihrer Lethargie und kämpft gegen um ihren Platz. Während Laila Raschid zuerst ein Mädchen und schließlich seinen langersehnten Sohn schenkt, begehren die beiden Frauen stumm gegeneinander auf. Erst das Leid der kleinen Aziza, die von ihrem Vater im Gegensatz zum jüngeren Bruder verachtet, misshandelt und gehasst wird, schweißt Mariam und Laila schließlich zusammen.
In lautlosem Einvernehmen lernen sich die Raschids ungleiche Frauen lieben, vertrauen und sind bald in so tiefer Freundschaft verbunden, dass Aziza in beiden eine Mutter findet. Raschids Gewalt hingegen nimmt immer stärker Überhand, gestützt durch den Stolz und die Verehrung seines Sohnes, der schon bald ganz nach ihm kommt.
Zahlreiche Gegebenheiten führen zu einer und schließlich gipfelt das Elend der beiden Frauen und ihrer Tochter in einem finalen Szenario, das zugleich Hoffnung als auch Endgültigkeit bedeutet.

Housseini versteht es kunstvoll, den primären Handlungsstrang, Mariams Geschichte, mit einem zweiten, zunächst hintergründigen, später dann neuen Hauptstrang zu verweben.
Er erzählt von Lailas Jungend – einem Kind, das für die Mutter als Ersatz für die zwei älteren toten Brüder herhalten muss und vom Vater tiefe Liebe und Fürsorge erfährt. Man lernt Tarik kennen, Lailas Jugendliebe und wie auch schon während Mariams Geschichte, sind die Tödlichkeit und die Zerstörung des Krieges allgegenwärtig.

Nachdem Mariams, Lailas und Azizas gemeinsame Geschichte schließlich ein Ende findet, und sich die Frauen voneinander trennen müssen, führt Housseini den Leser mit Lailas Geschichte in den zweiten Teil des Buches. Aus der gebeutelten, gebrochenen Frau und wird gemeinsam mit Tarik, den sie trotz aller Wirrungen des Krieges eine starke, selbstbewusste Mutter, die lernt, für sich selber einzustehen und zu kämpfen.

Housseini hat mit „Tausend strahlende Sonnen“ ein Werk geschaffen, das wachrüttelt, zerstört, müde macht, Hoffnung schenkt, Verzweiflung zeigt, und die Augen öffnet. Frauen- und Menschenrechte werden tagtäglich aus unterschiedlichsten Gründen korrumpiert und mit Füßen getreten. Der Autor will die Leser zum Denken und vor allem zum Handeln animieren und versteht dies mit so leisen Worten zu tun, dass die Stille fast schon unerträglich ist.
Obwohl der Anfang des Buches holprig und an manchen Stellen zu Anfang verwirrend und nicht gleich verständlich ist, lohnt es sich definitiv, weiterzulesen. Denn kurz darauf nimmt die Geschichte Fahrt auf, und reißt den Leser mit – in die oft diskutierte, aber eigentlich völlig fremde Welt Afghanistans und seines Volkes. Sie beschreibt eine familiäre Diktatur, die Schändung von Leib und Leben, die Brutalität einer Kultur, die eigentlich so viel mehr ist, es aber durch all ihre Umstände kaum zeigen kann.

Ich lege dieses Buch jedem Leser ans Herz, der es versteht auch zwischen den Zeilen lesen zu können. Mitleid und Menschlichkeit sind hier ebenso wichtig wie ein realistisches Verständnis für die Abgründe der menschlichen Psyche. Der Roman beschreibt grausame Szenarien, aber auch ebenso so viele fantastische Einblicke in das Leben afghanischer Bürger und ihrer Kultur und Religion.

Ich empfehle das Buch auf jeden Fall weiter und hoffe, es bewegt euch genauso sehr wie mich. Je mehr Menschen solch aufklärende Literatur lesen, desto eher ist es vielleicht möglich, endlich das Denken und Handeln kriegerischer Nationen zu bewegen und beeinflussen.
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154 von 179 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Ein herausstrahlender Leuchtpunkt am Literaturhimmel, 27. August 2007
Von 
Detlef Rüsch "detlefruesch" (Landshut, Bayern) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 50 REZENSENT)    (#1 HALL OF FAME REZENSENT)   
Dieser interkulturelle Bildungsroman ist ein strahlender Leuchtpunkt am Literaturhimmel.
In außergewöhnlicher Form versteht es Khaled Hosseini sich vom Vorgängerroman Drachenläufer" zu lösen und wieder eine ganz eigene Geschichte bzw. einen Geschichten-Sternenhimmel zu erzählen.
Die beiden Hauptfiguren sind die Frauen Mariam und Leila, die im Bannkreis von dem älteren Afghanen Raschid in ihrer Eigenständigkeit und Emanzipation gehindert werden und sich durch eine bezaubernde Freundschaft ihrer einzigartigen Kraft zur Veränderung versichern.

Das Verhältnis der Geschlechter zueinander im Islam bzw. einigen Auswüchsen ist das zentrale Thema von Khaled Hosseinis neuem Werk.
In gewohnter Weise vernäht er Historisches, Politisches und Geographisches zu einem bunten Erzählstoff, zu einer Patchwork-Decke, unter der sich die Zentralpersonen verstecken oder zeitweise wohl fühlen können.
Wanderbewegungen, politische Ereignisse und ganz persönliche Biographien stellt Khaled Hosseini im ausgewogenen Verhältnis zueinander und gibt somit vielfältige Informationen über Afghanistan, ohne dass aus dem in diesem Sinne Bildungsroman ein Sachbuch würde.
Zwischen den Polen Flucht und Rückkehr", Erkenntnis und Geheimnis", Gemeinschaft und Einsamkeit", Liebe und Hass", Licht und Schatten", Sorgen und Versorgt werden" werden die Leserinnen und Leser immer wieder in neue Nuancen afghanischer Geschichte und tragischer Biographien geleitet.
Zu Beginn des Romans ist es nicht ganz leicht den einzelnen Personen und Schilderungen zu folgen. Einige Dialoge wirken stark verkürzt. Die Figuren sind nicht vollends ausstaffiert und die Zeitsprünge verwirren. Man hat das Gefühl, dass Hosseini erst nach und nach so vollends in seine so wundervolle Erzählweise hineinfindet und alles wegzuräumen beginnt, was er vorher so unvollendet hat stehen lassen.
Die grandiose Ausformung der Charaktere und die so eigentümliche Ausweitung von Romanszenen zu einem wahrhaftig gefühlten Dabei- Sein - wie man sie sonst von dem großartigen Schriftstellers kennt - finden leider erst nach dem ersten Teil wieder ihre volle Blüte. Hier erfordert es einige Geduld bei der Leserschaft.
Dann aber spielt er wieder mit der Sprache und lässt den Figuren wunderschöne Zitate bringen: mit dem Schnee kamen auch die bunten Drachen, einst Beherrscher des Winterhimmels über Kabul, jetzt aber nur als schüchterne Gäste in dem von Raketen und Kampfjets eingenommenen Luftraum"; ...Mamis Herz war wie ein fahler Sandstrand, auf dem Lailas Spuren von den Wellen des Kummers, die darüber hinwegbrandeten, immer wieder weggespült würden" oder Laila kam sich vor wie eins dieser Küchenutensilien, die man je nach Laune vernachlässigen oder in Beschlag nehmen konnte".
Die Szenerien werden so glaubhaft lebendig, dass man teils fassungslos im Lesen innehalten muss.
Das anderthalb Seiten umfassende Zitat eines Taliban- Flugblattes - sauber eingebettet in den Erzählfluss - zeigt, wie unmenschlich und frauenfeindlich sich diese Herrschaft gezeigt hat.
Die Widersprüche im Leben einer Vielzahl afghanischer Männer werden vom Autor sehr treffend beschrieben, ohne aber den Respekt und die Menschenachtung zu verlieren. Besonders gelungen ist es in der Szene, wo eine Frau zum Burka- Tragen genötigt wird, um sich zu verschleiern; andererseits aber Pornohefte mit nackten Frauen in der Nachttischschublade liegen...
Die kursiv gedruckten afghanischen Ausdrücke werden zwar stellenweise erklärt, doch wäre es gut gewesen, wenn eine Liste dieser Worte am Ende des Buches noch zum Nachlesen aufgeführt worden wäre.
Was hier in aller Präzision und Auslass-Kunst vorgetragen wird, ist ein aufwühlendes, aufklärendes und nachdenklich stimmendes Meer - ein Sternenmeer, von dem immer einige Sterne besonders strahlen: die Liebe zu Afghanistan, zu den Menschen, das Mitgefühl und über allem die Liebe und Hoffnung.
Ein erschütterndes Zeugnis der jüngeren Geschichte Afghanistans, ein dringender Appell an Männer und Frauen, dafür zu sorgen, dass Menschen- und Frauenrechte unteilbar miteinander verbunden sind.
Eine sentimental-nüchterne Liebeserklärung an ein Land, wo unzählige Menschen leben wie "die tausend strahlenden Sonnen, die verborgen hinter Mauern stecken."
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81 von 96 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen ein wunderbar traurig-schönes Buch, 24. März 2008
Von 
J. Doenges "doejess" (Baden-Baden, BaWü) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Ich kann mich nicht erinnern, wann ich beim Lesen eines Buches einmal weinen musste. Als Kind, ja, als ich von Anne Frank las, aber danach, da bin ich mir wirklich nicht sicher. In den letzten Tagen ist es mir jedoch passiert. Ich hatte das neue Buch von Khaled Hosseini geschenkt bekommen und gleich angefangen zu lesen. Es fesselte mich von der ersten Seite an. Die Geschichte Afghanistans und der Kampf der Menschen dieses Landes ist etwas, wofür weder ein einziges Buch noch unser Verstand ausreichen. Aber die Geschichte, die der Autor hier von zwei Frauen, deren Familien und den am Ende miteinander verwobenen Schicksalen erzählt, ist es wert, unbedingt von möglichst vielen Menschen gelesen zu werden. Sie sollten berührt davon sein, bei wieviel Unglück, das einem oder auch mehr Menschen widerfahren kann, ebendiese Leute noch so dankbar, glücklich und gut sein können. Nicht zu verbittern und den eigenen Kindern Liebe zu geben, auch wenn sie sie selbst nicht oder vor sehr langer Zeit erfahren haben, Beständigkeit zu leben, während das Land in unbeständigen Zeiten zerfällt - von alldem erzählt dieses Buch. Die Hoffnung kommt nicht zu kurz und fast poetisch beschreibt der Autor die Charaktere und die Schauplätze. Am Ende spricht er zu uns Lesern, beantwortet auf angenehme Art und Weise die Frage, die sich mir beim Lesen gestellt hat - wie kann man helfen? Kriege gibt es überall auf der Welt und es sollte unser aller Ziel sein, diese zu beenden und weitere zu verhindern. Ein unglaubliches Buch!
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19 von 22 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Eine bewegende Geschichte, 29. Januar 2010
Rezension bezieht sich auf: Tausend strahlende Sonnen (Taschenbuch)
Khaled Hosseinis "Tausend strahlende Sonnen" erzählt die Geschichte zweier Leidensgenossinnen, Miriam und Laila, die zu Freundinnen werden, die Geschichte zweier Freundinnen, die ihrem gemeinsamen Leid die Stärke ihrer gemeinsamen Freundschaft entgegenstellen, die aufbegehren gegen ihren Ehemann Raschid, gegen Gewalt und Unterdrückung, und sich gemeinsam dem Leben im krisengebeutelten Kabul stellen. Die Entstehung einer tiefen Freundschaft in der Stunde der größten Not, und die Kraft und Stärke, die sich aus einer solchen Freunschaft heraus entwickeln können, sind also die eigentlichen Themen des Buches.

Die Geschichte von Miriam und Laila wird dabei verknüpft mit der Geschichte einer Stadt: Kabul, und der Geschichte eines Landes: Afghanistan. Afghanistan, der Binnenstaat an der Schnittstelle von Zentral- und Südasien, ist für uns Westeuropäer gemeinhin nichts anderes als eine fremde Welt. Hosseini poträtiert diese fremde Welt aus verschiedenen Perspektiven, er gibt uns einen Einblick in die Gesellschaft und die Kultur dieser Welt, schildert Sitten und Bräuche, den Facettenreichtum und die Vielfalt Afghanistans, verweist immer wieder aber auch auf das Leid und die Not des Landes, auf das Schicksal der Opfer und Unterdrückten, und erzählt von Grausamkeiten und Reaktionärem, kurz um: er entwirft ein ausgewogenes, polyperspektivisches, bisweilen buntes, aber auch erschütterndes Bild eines uns fremden Landes.
Dieses Land wird uns sicher fremd bleiben und vielleicht noch fremder werden, die Lektüre des Romans wird uns kaum dazu bringen, es zu verstehen - das ist auch nicht die Intention des Autors -, zumindest aber wird man verschiedene Eindrücke gewinnen und sich ein Bild davon machen können, was uns so fremd erscheint und womöglich auch, warum es uns fremd erscheint.

Vor diesem Hintergrund nun nimmt die Geschichte von Miriam und Laila und damit die Geschichte ihrer Freundschaft ihren Lauf; vor diesem Hintergrund, d.h. nicht zuletzt auch Hunger, Krieg, Angst, Unterdrückung und Gewalt. All dem müssen sich die beiden Frauen entgegenstellen, ohne dass sie dieser Aufgabe zunächst gewachsen wären. Erst ihre Freundschaft gibt ihnen die Fähigkeit, zu hoffen, und letztlich die Stärke, über sich hinauszuwachsen und an sich selbst zu glauben. Trotzdem kann und wird es natürlich nicht gelingen, kurzerhand alle Angst in Zuversicht zu verwandeln, für alle Probleme Lösungen zu finden und Widerstände problemlos nur durch guten Willen zu überwinden - dazu ist die Herangehensweise des Autors an die Thematik schlichtweg zu realistisch und seine Geschichte zu authentisch.
Doch genau dies tut der Geschichte ungemein gut und hilft dem Roman, ein eigenes Gesicht zu gewinnen und sich aus der Vielzahl ähnlich angelegter Bücher hervorzuheben. Diese Geschichte, ebenso bewegend und ergreifend wie glaubwürdig und authentisch, garniert mit der meisterhaften Erzählkunst Khaled Hosseinis, macht "Tausend strahlende Sonnen" womöglich zu etwas Einzigartigem, einem Novum, sicher aber zu etwas Besonderem, einem unbedingt lesenswerten Roman.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen eine Frau ist im Islam kein Mensch, 11. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Tausend strahlende Sonnen (Taschenbuch)
Diese Botschaft gibt uns die Geschichte. Der Islam ist unter den afghanischen Taliban offenbar nicht nur eine Religion, sondern eine Lebensform. Genau wird vorgeschrieben, was in welcher Situation zu tun ist, mit welcher Hand man essen soll, wann man sich waschen muss und wie und was essen, alle Rechte und Pflichten, einfach der ganze Alltag wrid durch den Islam geregelt.
So gibt er die Rechte eines Mannes vor, die Frau hat keine Rechte, sie hat Aufgaben, ist wie ein Nutztier einzustufen. Deshalb kann sie vom Eigentümer, dem Vater oder Ehemann, nach Gutdünken behandelt über sie bestimmt werden. Gewalt gegenüber einer Frau ist nicht strafbar, auch nicht ungewöhnlich, selbst wenn sie zum Tode führt.
In diesem Buch beschreit Housseini zwei Frauenschicksale in einer solchen Situation in Afghanistan. Frauen denken und fühlen, daher sind sie in manchmal in der Lage, sich zu widersetzen.
Es werden Frauenleben beschrieben, die für Westeuropäerinnen unvorstellbar sind. Ich weiß auch nicht, ob ich alles glauben soll, hier erscheint ein Hund wertvoller als eine Frau. Zwei Frauen, die unter diesen unvorstellbar grausamen Verhältnissen leben, versuchen ihr Schicksal zu verändern und ihrem Mann wegzulaufen. Es wird geschildert, dass der Gesetzgeber den Frauen keine Hilfe gewährleistet, eher das Gegenteil. So ist das ganze Buch beherrscht von bedrückenden Verhältnissen und löst große Traurigkeit aus. Nun erklärt sich, warum Mädchen in Afghanistan nicht in die Schule gehen dürfen, warum Frauen nicht in einem Krankenhaus behandelt werden und vieles mehr. Wer dieses Buch liest, versteht, warum der Westen nicht tatenlos die Herrschaft der Taliban hinnehmen kann, weshalb man sich um ein Land kümmern muss, das so weit entfernt ist, mit dem wir doch eigentlich nichts zu tun haben. Man darf einfach nicht zusehen, wie ein ganzes Geschlecht, nämlich das weibliche, schlimmer gehalten wird als bei uns die Kühe und Schweine. Menschen, die so eine barbarische Herrschaft halten, dürfen nichts und niemanden beherrschen.
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26 von 31 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Freundschaft in Zeiten des Krieges, 11. November 2007
Von 
Dieses Buch erzählt die Geschichte zweier Frauen, die im kriegsgebeutelten Afghanistan ihr Schicksal gemeinsam teilen.
Mariam, unehelich geborene Tochter, wird nach dem Selbstmord ihrer Mutter von ihrem leiblichen Vater in sein Haus aufgenommen.Die drei Frauen ihres Vaters kommen aber schnell überein, dass Mariam verheiratet werden soll und so wird sie mit einem 30 Jahre älteren Schuster in Kabul verheiratet. Die Ehe bleibt kinderlos und Mariam hat sehr unter den Gewalttätigkeiten ihres Mannes zu leiden.
Als ihr Mann dann eine jüngere Frau zur Zweitfrau nimmt, reagiert Mariam mit Ablehnung auf Leila, die neue Frau ihres Mannes. Leila, ein fünfzehnjähriges Mädchen hat ihre Eltern bei einem Bombenangriff verloren und auch ihre große Liebe Tarik ist auf der Flucht nach Pakistan ums Leben gekommen, so erzählt man ihr.
Leila schenkt zwei Kindern das Leben, einem Mädchen und endlich auch dem ersehnten Jungen, doch auch sie hat unter der Gewalt ihres Mannes zu leiden.
Leila und Miriam werden zu Freundinnen , die sich gegenseitig stützen und helfen in diesen so schwierigen Zeiten.

Dieses Buch läßt glaube ich keinen Leser kalt. Die Schilderungen der beiden Frauen in ihrer teilweise ausweglosen Situation , der politische Wandel in Afghanistan, der besonders die Frauen trifft,werden in diesem Buch anschaulich und spannend erzählt.Da ich den Drachenläufer noch nicht gelesen habe, kann ich mir kein Urteil erlauben, ob dieses Buch besser oder schlechter ist. Mir hat dieses Buch außerordenlich gut gefallen und ich kann nur eine absolute Kaufempfehlung aussprechen.
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64 von 77 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen 1000 strahlende Sonnen im dunklen Afghanistan....., 26. August 2008
Von 
Isabelle Klein "vintage books" (Würzburg) - Alle meine Rezensionen ansehen
(TOP 100 REZENSENT)    (REAL NAME)   
2 Frauenschicksale in Afghanistan, ich muss zugeben ich war vom Klappentext dieses Buches gefesselt, zumal einem ja Drachenläufer auch immer wärmstens empfohlen wird(bisher leider noch ungelsen in meinen Stapel), doch dieses 2. Buch sprach mich auf Anhieb mehr an als sein ERstling.

Mein Fazit: eine sehr berührende, interessante Geschichte mit sehr viel Infos über Alltag, Kultur & Geschichte Afghanistans von der Besetzung durch die Sowjetunion bis hin zu den Taliban & dem Krieg gegen die USA.
Vor allem der Anfang, der von Mariams Kindheit erzählte, war sehr traurig & hat mich berührt, gegen Ende wurde es mir aber ein bisschen zu melodramatisch, schablonenhaft & mitunter etwas zu platt. Deswegen einen Stern Abzug, genauso wie der happige Preis für das Buch.

ERGO: ein sehr lesenswertes Buch mit leichten dramaturgischen Schwächen, etwas zu viel Melodramtaik, die aber durch viele Informationen zu Land & Leuten, Kultur & Geschichte wieder wettgemacht werden.
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Tausend strahlende Sonnen: Roman
Tausend strahlende Sonnen: Roman von Khaled Hosseini (Gebundene Ausgabe - 4. November 2008)
Gebraucht & neu ab: EUR 4,08
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