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17 von 18 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 7. September 2000
Wer "Schnee der auf Zedern fällt" gelesen hat, hat bereits einen Eindruck davon, mit welcher Einfühlsamkeit und Präzision es der Autor versteht Menschen, ihre Gefühle, Ängste und geheimen Wesenszüge zu beschreiben. Dies ist etwas das auf diese Kurzgeschichtensammlung ebenso zutrifft. Die Geschichten drehen sich um ganz normale Menschen, und die Momente in denen sich ihr Leben verändert, oder genauer in denen sie sich der Veränderung und gleichzeitig ihrer selbst bewußt werden. Sie sind beklemmend und doch faszinierend, und umso beklemmender sind jene Geschichten die einem selbst das eigene Schicksal oder das geliebter Menschen bewußt machen. Es ist alles enthalten, von kindlichen Erfahrungen, Begegnungen mit dem Tod, der Liebe und ihren manchmal kläglichen Überresten bis hin zur schmerzlichen Erfahrung alt geworden zu sein. Es ist ein Buch dessen Schönheit in der Traurigkeit liegt, ohne jedoch Hoffnungslos zu erscheinen, denn es beschreibt wie sich Menschen ihrere selbst bewußt werden oder geliebte Menschen erkennen lernen, und sich damit auf das "Land vor ihnen" konzentriren können. Die Menschen selbst werden kaum beschrieben, sie erhalten ihre Identität durch die Ereignisse, die Landschaft die sie umgibt und ihre Erinnerungen. Ein wunderschönes Buch, allerdings nichts für depressive Stunden.
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4 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 23. November 2012
David Guterson hat mit diesem Buch ein unglaublich emotionales, mitreißendes und melancholisches Buch geschrieben. Immer wieder nehme ich dieses Buch zur Hand, und jedes Mal wenn ich es lese, lese ich mehr zwischen den Zeilen, was bei diesem Buch absolut gewünscht ist, denke ich. Was mir so gut gefällt, ist, dass ausnahmsweise auch endlich mal das Cover perfekt zum Inhalt des Buches passt! Ich kann dieses Buch jedem empfehlen, der sich für melancholische und emotionale Literatur interessiert. Dieses Buch ist definitiv kein Buch, das man ins Bücherregal zurückstellt nach Beendigung der Lektüre, und sofort seinem Alltag nachgeht. Es lässt einen erst mal nicht mehr los.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
Gutersons Buch "'Das Land vor uns, das Land hinter" uns' ist eine Sammlung von Kurzgeschichten, in denen nicht nur die Personen, sondern das Land, insbesondere die Natur, die Atmosphäre bestimmen. Und als Metapher ist das Land vor uns, all` das was wir denken und träumen, wenn wir jung sind. Und das Land hinter uns sind all` die Erinnerungen, die Enttäuschungen und die nie realisierten Träume. Im Grunde genommen beschreibt Guterson kleine Alltäglichkeiten, die aber auf die Menschen, die sie erleben nicht nur große Wirkung haben, sondern sie auch prägen.

Guterson schreibt einfach. Das ist aber überhaupt keine Abwertung, denn er schreibt dennoch präzise, so dass man atmosphärisch gut eingebunden wird und das Lesen flüssig voran geht. Seine Hauptdarsteller: Er selbst, Jugendliche, Männer und die Altgewordenen, die an die Orte ihrer Jugend und in die Zeiten der Unbeschwertheiten zurückgehen.

Immer wieder spielen die Geschichten in der Natur, an Flüssen, an Seen, beim Angeln, beim Jagen. In diesen Szenarien kommt es zu Ereignissen und Begegnungen, die eigentlich unspektakulär, aber dennoch bemerkenswert sind. Hier liegt eine seiner Stärken: Guterson zeigt sich als sensibler Beobachter, der ohne Pathos, vielleicht mit ein wenig Wehmut, mehr oder weniger Normales festhält, aber nicht bewertet. In seinen Geschichten gibt es deshalb keine Helden, keine Guten, keine Bösen, nur Menschen ' und auch einige, die schwer am Leben zu tragen haben.

Würde man nicht wissen, dass David Guterson Amerikaner ist, so erfährt man es durch seinen Stil. Der ist nicht ausschweifend, der ist eher knapp und auf den Punkt orientiert. Er schreibt eine sympathische Prosa, die zwar angenehm berührt, aber trotzdem eine gewisse sachliche Ebene enthält, die eine Art neutralen Informationscharakter hat.

Fazit: Wer sich nicht in einen großen Roman vertiefen möchte, sondern kurze abgeschlossene Geschichten lesen möchte, dem sei Gutersons "'Das Land vor uns, das Land hinter uns"' bestens empfohlen.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
"Ich bin in Wilkes, Rhode Island, aufgewachsen, wo das Licht im frühen Winter von den Wolkenrücken zu brechen und sich über dem Wasser von Teichen und Mühlbächen zu entzünden scheint. Dann steigt der kalte Modergeruch der entlaubten Wälder geisterhaft aus der harten Erde, und das gedämpfte Gold von Luft und Himmel erfüllt den Raum in weitem Umkreis, gebrochen nur von den mattweißen Kirchtürmen vor dem Hintergrund sanft ansteigender Ahornhänge.“ (S. 135)

Dieser erste Satz der Kurzgeschichte „Eine amerikanische Ulme“ - eine von zehn Kurzgeschichten, die das vorliegende Buch enthält - verdeutlicht für mich die besondere Stimmung, in der die Erzählungen des vorliegenden Buches daherkommen. Für den europäischen Leser, dem in Gutersons Büchern der äußerste amerikanische Nordwesten begegnet, wirkt diese Welt merkwürdig fremd und vertraut zugleich. Fremd, nicht nur, weil sie sich auf der anderen Seite der Erde abspielt, Asien näher als Europa, sondern, weil die Nähe von Ozean, Vulkanen und Regenwäldern im amerikanischen Bundesstaat Washington eine viel intensivere Begegnung von Urbanität und Natur erzwingt als im durchbetonierten Europa. Und vertraut, weil die Menschen, von denen Guterson berichtet, unverkennbar moderne Menschen sind, mit dem Kainsmal der Individualität geschlagen, von ihren Träumen ebenso getrieben wie von ihren Niederlagen gezeichnet. "Orte, Leute, Tage, Monate, ganze Jahre hatten sich in ihr verhärtet, bis die guten Säfte ausgetrocknet waren und nur noch die bitteren übrig blieben. Sie war eine grimmige Frau mit blitzenden Augen, die genauso schwarz waren wie ihre Haare. (…) Sie hatte kein Glück gehabt. Sie hatte niemanden mehr, dem sie Vorwürfe machen konnte, Mein Vater war schlau genug gewesen, sich aus dem Staub zu machen, bevor sie ihn umbringen konnte."(S.112 aus: "Drei Jäger")

Das ist die Bandbreite der zehn Kurzgeschichten des Buches: scheinbar unspektakuläre, aber meisterhaft präsentierte Erzählungen von einem ersten Kuss, der so hässlich schmeckte, dass sich der Protagonist nachher den Mund ausspülen musste, von einem Jungen, der seinem sportlich überlegenen Bruder das Kreuzband bricht, oder von einer Wanderung in den Bergen, bei der zwei Brüder dem radikal Bösen begegnen. Es geht um die Erinnerung an die erste Liebe, die immer grandioser wird, je weiter sie zurückliegt, und um das Wiedersehen mit einem herunter gekommenen Jugendfreund, mit dem man einige der schönsten Tage seines Lebens verbrachte – alles erzählt in einer Sprache, die für den Leser auf eine vollkommen überraschende Weise oft Gespürtes, oft Geahntes zur Erscheinung bringt: "Unsere Freundschaft kühlte nach einer Weile ab," heißt es am Ende der Kurzgeschichte "Fremdkörper". "Sie zerbrach nicht plötzlich, wir entfernten uns nur Schritt für Schritt voneinander, wurden von entgegengesetzten Strömungen erfasst. Ich fand das ganz normal. Es tat nicht weh, und ich glaube, ihm ging es genauso, wir wurden eben nur immer mehr zu den Personen, die wir eigentlich waren, das ist alles."(S. 79)

Zurückhaltend, ohne gekünstelt zu sein, präzise genug, um eine Konstellation zu entwerfen, aber an ihren Rändern offen für das Mitfühlen des Lesers, durchsetzt mit Anteilnahme und Sympathie für die geschilderten Figuren unterscheidet sich Guterson wohltuend von modernen "Shock-and-Awe-Literarten“, die den Entwurf lebensgeschichtlicher Sackgassen bereits für die Lösung halten. "In Seaside hatte man ständig das Rauschen der Pazifikwellen in den Ohren, es lullte mich ein, es war der Ton meines verfließenden Lebens. Jetzt in der Stadt gab es keine solchen verfließenden Ton, kein Fenster im Haus mit Blick auf ein endloses Meer, hinter dessen Horizont alle Möglichkeiten lagen – in der Stadt, das wurde mir klar, gab es Millionen von Menschen, die alle wie ich waren, lauter Träumer, die ihre absurden Träume nicht verwirklichen konnten."(S. 53 – aus: "Der Tag der Mondlandung")

Diese und andere Passagen schaffen etwas ganz Eigentümliches, wie man es sonst in der Literatur selten erlebt: sie ermöglichen einen emphatischen Kontakt zwischen dem Leser und den Figuren und schaffen Anteilnahme und Sympathie für Menschen, die ihre Würde darin finden, das Leben so zu nehmen wie es ist. "Er strahlte Häuslichkeit und Zufriedenheit aus. Heute denke ich, dass er zu einem aussterbenden Menschenschlag gehörte, ein Mann, der nichts für sich selbst will, der seine geheimen Sehnsüchte ohne Selbstkasteiung aufgegeben hat und – um nicht vor Einsamkeit zu verzweifeln – ganz für seine Frau und Kinder und schließlich für die Kindeskinder lebt, und das mit einer prächtigen Heiterkeit und Gelassenheit" (S. 187 aus: "Der Blumengarten").

Für mich die beste Kurzgeschichtensammlung, die ich kenne. Uneingeschränkte Empfehlung mit sieben Sternen, wenn das möglich wäre. Und das Erstaunlichste: bei amazon erhält man diese Meistererzählungen gebraucht für sage und schreibe 0,10 Euro. Da sage noch einer, Literatur hätte irgendetwas mit Geld zu tun!
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3 von 5 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 16. März 2000
Ohne irgend etwas anderes von Guterson gelesen zu haben, nahm ich diesen Band kürzlich aus der Bücherei mit nach Hause. Die Freude und Überraschung war ganz auf meiner Seite! In anschaulicher und knapper Sprache versteht es Guterson, die Befindlichkeit des einzelnen in der modernen Gesellschaft der Gleichgültigkeit zu umreißen. Diese Geschichten gehen ans Herz, und stoßen den Leser zurück auf seine eigene Lebensgeschichte. Gerade das Erwachsenwerden rückt häufig in den literarischen Focus Gutersons. Einem Freund gegenüber habe ich diese Geschichten mal 'Grunge'-Geschichten genannt. Vielleicht weil es in ihnen so viel regnet. Zumindest ergibt sich so etwas wie eine Vorahnung dessen, was im Verlauf der 90's dann Generetaion X-Literatur genannt wurde. Wärmstens empfohlen!!!
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3 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 17. Januar 2001
... finde ich diese Sammlung von Geschichten.
Ich habe alle Geschichten mit viel Freude und Spannung gelesen und werde sie wieder lesen.
Manchmal allerdings finde ich die Sprache etwas dick aufgetragen und es wirkt hier und da etwas konstruiert, zu schnell auf den Punkt geführt.
Dennoch das Fazit: Unbedingt lesenswert!
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0 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich.
am 20. Oktober 1999
wer ein grosser fan von "Schnee, der auf Zedern fällt", ist, wird ev. enttäuscht sein. Denn diese Sammlg. von Kurzgeschichten ist ganz anders. G. schildert menschliche Extremsituationen, teilweise harmlos verpackt. Nicht alle Geschichten können überzeugen, aber "spannend" sind sie, und auf hohem Niveau. eigentlich zeigen diese Geschichten, dass noch mehr in Guterson steckt....
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