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5.0 von 5 Sternen Wagner Gesang von den Ursprüngen - im Wandel der Zeit, 29. September 2012
Von 
Hans-Georg Seidel "opera" (Düsseldorf) - Alle meine Rezensionen ansehen
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Diese Ausgabe beschäftigt sich primär mit dem Wagner Gesang von den Usprüngen, als noch völliges Neuland betreten wurde, bis in die heutige Zeit.
Wie immer, schreibe ich diese Rezension des wagnerspectrums primär für den interessierten Laien.
Folgende wesentliche Beiträge sind erschienen.

Stephan Mösch - Singendes Sprechen, sprechendes Singen-Aspekte des Wagner Gesangs um 1900 -

Der Autor erläutert Wagners Vorstellungen in der Zeit eines neu zu entwickelnden Wagner Gesangs, die insbesondere auch den sogenannten "vaterländischen Belcanto" einschlossen. Zu Wagners Zeit war die Gesangstechnik der meißten Sänger in Deutschland technisch unterentwickelt. Wagner lobte hin und wieder, fand auch wenige hervorragende Interpreten, aber insgesamt war das eher eine Entwicklungsphase. Seine Werke litten an qualitativ mangelhaften Interpreten wie an den bühnentechnischen Unzulänglichkeiten der damaligen Zeit. Cosima versuchte einen Gesangsstil zu etablieren, der wie alles bei ihr, aus einer Art perfektionistischen Dogmatik resultierte, die die Wortverständlichkeit über alles stellte. Der Begriff "Bayreuth bark" wurde von G.B. Shaw geprägt. Cosima stritt mit allem, was sie tat, stets mit der Behauptung, der Meister habe es so gewollt. Dieses Totschlagargument war Ausdruck ihres Kampfes um Akzeptanz. Alte Aufnahmen von 1904 belegen erhebliche gesangstechnische Mängel der Interpreten, allerdings keinen überbordenden Deklamationsstil. Während Cosima ihren Stil zur einzigen Wahrheit in Bayreuth kürte, wurde an anderen Häusern anders gesungen. Einen einheitlichen Wagner Gesang gab es nicht. Cosima und Julius Kniese beharrten auf ihrer Vorstellung von Wagner Gesang, die allerdings Wagners Vorstellung einer Mischung aus Belcanto und Sprachverständlichkeit negierte.

Jens-Malte Fischer - Aspekte des Wagner Gesangs um 1900 -

Der Autor stützt die These von Stephan Mösch, daß relativ schlanke Wagner Stimmen nicht erst in den 1960er Jahren auf die Bühne kamen, sondern immer schon eine sehr unterschiedliche Stimmbeschaffenheit vorhanden war. Er gibt einen Überblick über die Entwicklung des Wagner Gesangs bis in die Neuzeit mit der Internationalisierung, der globalen Vernetzung. Er resümiert eine Stimmkrise in den lettzen 40 Jahren trotz einiger guter Interpreten.

Thomas Seedorf - Das Bild des Heldentenors -

Der Autor erläutert den stimmfarblichen Wandel der Wagner Tenöre vom baritonalen bis zum lyrisch jugendlichen.
Der Autor spricht leider vom Eindunkeln der Stimme, die Unterscheidung zwischen gedecktem und offenem Singen wäre sinnvoller gewesen.

Thomas Seedorf - Im Gespräch mit Michael Volle -
Sebastian Stauss - Porträt von Peter Seiffert -

Wolfgang Fuhrmann - Perspektiven des Orchesterklangs in Wagners Musikdramen-

Der Autor erläutert das enge, dialogische Beziehungsgeflecht zwischen Instrumentation und Libretto, zwischen Note und charakteriologischer Personengestaltung.

Sebastian Werr - Romantische Traumwelten und alldeutsche Politik -

Der Autor erläutert die psychische Ankoppelung Hitlers an Wagner in der Ebene alldeutscher Allmachtsphantasien. Verankert in den Vorstellungen eines Georg von Schönerer, Lanz von Liebenfels, in romantischem Geniekult und der rassistischen Komponente ergaben ein Sammelsurium aus nebulös völkischem Überbau, der dann auch für viele Anhänger bestimmend war. Von den Inhalten der Werke kannte man wenig, nutzte nur die Anknüpfungspunkte in umfunktionierter Weise. Hitler war ein Kind der pangermanischen Traumwelt, für die Wagner als Projektionsfläche diente.

Heiko Jacobs - Willi Poganys Lohengrin 1913 -

Der Autor zeichnet den Lebensweg des Künstlers, der in einer Graphic Opera kalligraphische, drucktechnische, dramaturgische und poetische Elemente mischte. Er bieb in Deutschand unbekannt, in den USA und GB dagegen ist er in Fachkreisen bekannt.

Insgesamt wird deutlich, wie das Neuland Wagner Gesang betreten wurde und welche Entwicklungen vollzogen wurden.
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Wagnerspectrum: Schwerpunkt: Lohengrin
Wagnerspectrum: Schwerpunkt: Lohengrin von Udo Bermbach (Broschiert - 1. Mai 2014)
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