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am 15. Juni 2015
Ein Grundproblem geschichtswissenschaftlicher Darstellungen aus deutscher Feder liegt in der weit verbreiteten Unfähigkeit deutscher Historiker, historische Themen verständlich und anschaulich einer breiten Öffentlichkeit nahezubringen. Dass es auch anders geht, beweisen aber nicht nur englische Historiker, sondern auch das vorliegende Buch: Ziel dieser Rezension ist es, deutlich zu machen, dass dieses Werk nicht nur - entgegen seiner Konzeption und seines Anspruches - eine Basislektüre für Studierende ist, als welche es auch gelesen werden kann und soll, sondern einen hochinformativen, spannenden, anregenden und problemorientierten Überblick über die europäische Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts darstellt. Es ist mit das beste und am besten geschriebene Überblicksbuch über diese Zeit, das ich kenne und geeignet für jeden historisch Interessierten. Gleichwohl kann und will der Autor "nur" einen problemorientierten, keinen konsequent ereignisgeschichtlich-chronologischen Überblick bieten, weshalb ein wenig Vorwissen schon sinnvoll wäre.

Die Stärke dieses Werkes ist es, tatsächlich eine Vermessung der Geschichte des 19. und 20. Jahrhunderts zu liefern und dabei gesellschaftliche, wirtschaftliche und politische Facetten gleichermaßen zu berücksichtigen. Viele Sachverhalte erscheinen banal, doch ist das Buch ein durchaus gelungener Versuch, alle wichtigen Entwicklungen des 19. und 20. Jahrhunderts gebündelt darzustellen und verständlich zu machen. Die einzelnen Kapitel können dabei durchaus auch getrennt voneinander gelesen werden. Jeder Leser sollte allerdings wissen, dass hier sich v.a. auf die europäische Geschichte konzentriert wird.

Entsprechend der problemorientierten Konzeption konzentriert sich der Autor in 7 Kapiteln auf folgende Schwerpunkte: Europäisierung; Industrialisierung; gesellschaftlicher Wandel; Revolutionen; Ideologien und Nationalismus.

Die Zeit des 19. und 20. Jahrhunderts war eine solche der beschleunigten EUROPÄISIERUNG:
Die Europäer weiteten ihre Herrschaft und ihren Einfluss auf andere Kontinente im Vergleich zur Frühen Neuzeit enorm aus, dominierten Kultur und Politik auf dem Globus und etablierten ein eurozentrisches Weltwirtschaftssystem, errichteten auf allen Kontinenten ihre Kolonien. Mit der Zeit der Weltkriege nahm die europäische Dominanz im Zeichen der eigenen Schwäche, des Aufstiegs neuer außereuropäischer Mächte und des wachsenden Selbstbewusstseins in den Kolonien ab; was blieb, war eine zunehmende "Westernisierung" der Welt, ein bleibender Einfluss westlicher Kultur auf die Kontinente.

Das 19. und 20. Jahrhundert war zudem das Zeitalter der INDUSTRIALISIERUNG:
Ausgehend von England und nachgeahmt von immer mehr europäischen Staaten, allerdings zeitlich, räumlich und allgemein höchst unterschiedlich, entwickelten sich die Länder von Agrar- zu Industriestaaten, führten technische Neuerungen ein, kurbelten ihre Wirtschaft an. Der Autor zeigt hierbei Voraussetzungen, Entwicklungspfade und Folgen der Industrialisierung, diskutiert die Frage, weshalb in manchen Ländern die Industrialisierung anders verlaufen ist als in anderen und stellt am Schluss des Kapitels den Übergang von Industrie- zu Dienstleistungsgesellschaften dar. Auch betont Nonn die Folgen der Industrialisierung für das Leben der Menschen.

Das 19. und 20. Jahrhundert war in mehrerlei Hinsicht durch einen umfassenden und beschleunigten SOZIALEN WANDEL geprägt:
Dieser hing nicht ausschließlich mit der Industrialisierung zusammen, sondern hatte vielfältige Facetten. So beschleunigten sich Verkehr und Kommunikation durch die Entwicklung von Eisenbahnen, Telegraphenwesen und Dampfkraft, später durch Autos und Flugzeuge, Telefon und Internet. Dadurch weiteten sich auch die menschlichen Kontakte ebenso aus wie die Marktbeziehungen und transnationalen Austauschprozesse; die Menschen rückten näher zusammen, wurden aus ihrer kleinen regionalen Welt gerissen, erweiterten ihren Horizont (vgl. S. 79). Dazu kennzeichneten eine enorme Bevölkerungsexplosion, eine Verbesserung der Lebensqualität, ein neues Familienverständnis dieses Zeitalter ebenso wie der Übergang von einer ständischen zu einer bürgerlichen Gesellschaft: Es setzte sich zunehmend ein Gesellschaftsverständnis durch, das nicht mehr Geburt, Abstammung, Privilegien als bestimmend ansah, sondern Rechtsgleichheit, Chancengleichheit und Ungleichheit durch das Leistungsprinzip rechtfertigte. Auch die Herausforderung dieses bürgerlichen Gesellschaftsverständnisses durch den Marxismus und das Aufzeigen von konstanter sozialer Ungleichheit unabhängig von selbigem wird berücksichtigt.

Das 19. und 20. Jahrhundert war natürlich auch ein Zeitalter der REVOLUTIONEN, mit denen sich erstmals seit Menschengedenken, ausgehend von der Französischen Revolution, das Verständnis der Geschichte als eines permanenten Fortschrittsprozesses durchsetzte. Die Französische Revolution war die erste einer ganzen Reihe von umfassenden Erschütterungen des europäischen Kontinents, der Herausforderung alter Ordnungen, durch welche die geschichtliche Entwicklung maßgeblich beeinflusst wurde. Die Ideen von Freiheit, Volkssouveränität und der Überwindung von Ungerechtigkeit und Unterdrückung wurde auf die Fahnen verschiedener Akteure geschrieben. Nach 1849, nach der gescheiterten europäischen Revolution, war es dann ein langer Reformprozess, der Europa bis 1917 prägte, bis mit der russischen Revolution ein neuer Revolutionstypus, der sozialistisch-kommunistische, die Weltgeschichte prägte. Der Autor stellt die Ereignisabfolge sehr nachvollziehbar dar, vermag auch Schwerpunkte da zu setzen, wo sie einleuchten; die Französische Revolution habe ich nirgendwo treffender zusammengefasst gefunden.

Das 19. und 20. Jahrhundert war ebenso ein Zeitalter der IDEOLOGIEN und des Kampfes der Ideologien:
Im 19. Jahrhundert wurden Liberalismus, Konservatismus und Sozialismus als neue Formen, Politik ideell zu begründen, wirkmächtig und bildeten auch die Grundlage politischer Parteien. Nonn stellt Prinzipien, Ideen, Geschichte, Entwicklung und Verhältnis von Liberalismus, Sozialismus und Konservatismus durchaus ausführlich dar und zeigt ihren Einfluss auf geschichtliche Prozesse, wobei er hier allerdings sehr stark auf Deutschland fokussiert bleibt, andere Länder wie Frankreich, England und Russland aber ebenfalls einbezieht. Diese drei Ideologien trennt er von den im 20. Jahrhundert wirkmächtigen Ideologien: Demokratie, Faschismus und Kommunismus: Die Jahre des Ersten Weltkrieges beschleunigten den Prozess der Neuformierung der Ideologien, indem sich der Sozialismus spaltete, der Liberalismus wie der traditionelle, aristokratische Konservatismus ihren Niedergang erlebten und den Kommunismus begründeten. Dieser ebenso wie Demokratie und faschistische bzw. autoritäre Tendenzen kollidierten besonders zwischen 1918 und 1945; nach dem Zweiten Weltkrieg waren es im Zeichen des "Kalten Krieges" v.a. Kommunismus und Demokratie. Der Autor geht bei dieser problemorientierten Schilderung des konfrontativen Verhältnisses der verschiedenen Ideologien durchaus chronologisch-ereignisgeschichtlich vor, erläutert Entwicklungen und Bedingungen der Ideologien in den verschiedenen Ländern, zeigt z.B. das Wesen faschistischer Ideologien und des Sowjetkommunismus in Russland auf.

Die Schrecken und Gewaltexzesse der Weltkriege allerdings werden zwar ebenfalls als Bestandteil des Kampfes der Ideologien akzentuiert, jedoch in einem separaten Kapitel v.a. als Resultat der Zeit des NATIONALISMUS und der NATIONEN betrachtet; diese Kategorien prägten das 19. und 20. Jahrhundert ebenso. Dabei stellt der Autor klar, dass Nationen keine sprachlich-kulturell oder gar ethnisch feststehende Größen darstellen, sondern über lange Entwicklungsphasen konstruiert, quasi erfunden werden, um im Zeichen des Zusammenbruchs alter Ordnungsmodelle in der Moderne eine neue Form des Zusammengehörigkeitsgefühls zu schaffen. Dabei entwickelte sich der Nationalismus im 19. und frühen 20. Jahrhundert sukzessive von einer kulturellen Elitenbewegung zu einer mobilisierenden Massenbewegung, auch kann man eine gewisse Tendenz von "West nach Ost" festhalten, in der sich Nationalstaaten entwickelten. Oft waren hierbei aber die Nationalstaaten Vorbedingung für ein Nationalgefühl, das erst noch geschaffen werden musste, NICHT umgekehrt. Der Nationalismus als enorme Aufladung staatlicher und zwischenmenschlicher Zuordnungen und Beziehungen brachte auch enorme Konflikte mit sich: Die Angehörigen der Nationen verstanden sich als "auserwählte Völker" und ihr Territorium als "heiliges Land", beides in Abgrenzung zu anderen Völkern und Ländern. Wie Nonn schreibt, hatte diese Verstärkung des Nationalgefühls gerade in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beispiellose Konsequenzen, die sich ausdrückten in ethnischen Säuberungen, im Zeichen des Nationalismus geführten Kriegen, Völkermorden mit dem Nationalsozialismus als Kulminationspunkt eines Radikalnationalismus (vgl. auch S. 219). Nach den Schrecken des Zweiten Weltkrieges waren starke Formen des Nationalismus weitgehend diskreditiert; Nationalismus wurde auch im Zeichen von Kaltem Krieg und v.a. der zunehmenden Europäisierung immer unwichtiger, auch wenn nationale Gefühle und Ressentiments nicht veschwunden sind (man denke an Basken, Schotten, Nordiren und auch die Ukraine).

Nonn vermag seine Darstellung äußerst übesichtlich zu konzipieren; kurze Info-Kästen mit prägnanten Definitionen gibt es ebenfalls, allerdings hätte er diese noch weit häufiger einbringen können. Die Kapitel sind nachvollziehbar gegliedert, an den Seitenrändern gibt es kurze Zusammenfassungen, am Ende jeden Kapitels wird die wichtigste Literatur nicht nur aufgeführt, sondern auch kommentiert, ebenso wie das Gesamtliteraturverzeichnis am Ende des Buches. Zitate weist Nonn inkonsequenterweise nur manchmal nach, und dann entweder im Text oder im Rahmen eines nur 12 Fußnoten (!) umfassenden Anmerkungsverzeichnis, auf das er denn auch hätte verzichten können: Entweder man weist Belege konsequent nach oder gar nicht! Inhaltlich ist an diesem Buch zu kritisieren, dass sich Nonn sehr stark auf das 19. Jahrhundert konzentriert; besonders die Kapitel 2 und 3 scheinen fast ausschließlich auf diese Zeit hin ausgerichtet zu sein. Dies hat eine Vernachlässigung wichtiger Zeitabschnitte für das 20. Jahrhundert zur Folge; so werden die revolutionären Umwälzungen der 1960er Jahre nicht einmal gestreift, obwohl diese in der neueren Forschung durchaus eine Rolle spielen.
Ansonsten ist der Autor immer auf der Höhe dieser neueren Forschung, setzt sich auch durchaus kritisch mit bestimmten Historikern auseinander.

Insgesamt: Ein MUSS für alle, die endlich mal ein ausgezeichnet lesbares Geschichtsbuch in die Hand bekommen wollen und/oder an Osterhammel verzweifeln.
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am 12. Februar 2014
Das Buch behandelt „zentrale Aspekte der europäischen Geschichte zwischen 1789 und 1991. . . . Der Schwerpunkt der Darstellung liegt in europäischen Gemeinsamkeiten.“ – so steht es im Vorwort. D.h. es geht um Europa. Es werden aber nicht die Entwicklungen in den einzelnen Ländern beschrieben, sondern die gemeinsamen Entwicklungen. Behandelt werden das Jahrhundert prägende Entwicklungen wie
> die Europäisierung der Welt (Imperialismus im 19. bis zur Dekolonisation im 20.Jh.)
> Industrialisierung (im 19.Jh. bis zum Übergang zur Dienstleistungsgesellschaft im 20.Jh.)
> Gesellschaftlicher Wandel (Beschleunigung von Verkehr und Kommunikation, Bevölkerungswachstum, von der ständischen zur bürgerlichen Gesellschaft)
> Revolutionen (von der französischen Revolution 1789 bis zur russischen Revolution 1917)
> Ideologien (vom Liberalismus, Konservatismus und Sozialismus im 19.Jh. bis hin zum Kalten Krieg im 20.Jh.)
> Nationalismus, Nationen, Nationalstaaten

Das Buch ist einfach schön zu lesen und auch für interessierte Laien leicht verständlich. Man bekommt schnell einen Überblick über diese Entwicklungen des 19. und 20.Jhs. Neben dem verständlichen Schreibstil lockern viele Bilder das Buch auf. Zu jedem Kapitel und am Ende des Buches gibt es ein kommentiertes Literaturverzeichnis zur Vertiefung.
Wer die Ereignisgeschichte sucht, ist hier allerdings fehl am Platze.

Ich war von der ersten bis zur letzten Seite begeistert.
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am 18. Mai 2014
Das Werk von Christoph Nonn gehört zur Reihe "Orientierung Geschichte", was den Inhalt gut beschreibt: Es handelt sich nicht um eine erschöpfende Darstellung, sondern um eine Orientierung in den wichtigsten Bereichen des 19. und 20. Jahrhunderts. Die Gliederung erfolgt nicht direkt chronologisch, sondern nach einer inhaltlichen Systematik, die aber trotzdem chronologisch aufeinander aufbaut (Europäisierung der Welt; Industrialisierung; Gesellschaftlicher Wandel; Zeit der Revolutionen 1789 - 1918: Kampf der Ideologien 1918 - 1991; Nationalismus, Nationen, Nationalstaaten). Hieran lässt sich bereits erkennen, dass der Fokus mehr auf dem "langen" 19. Jhdt. als auf dem "kurzen" 20. Jhdt. liegt. Christoph Nonn stellt die Themen gut verständlich dar und schafft den Spagat zwischen Übersichtlichkeit und Detailwissen relativ gut.
Insgesamt handelt es sich um eine sehr gute Einführung für Einsteiger; ich selbst belege gerade ein Einführungsmodul in die Geschichtswissenschaft und halte dieses Werk für eine gute Ergänzung zu meinen Studienmaterialien. Für Studenten höherer Semester ist das Buch aber wahrscheinlich zu allgemein gehalten.
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am 14. August 2015
Iene sehr Guto Zusammenfassung der obtiverem

Eine sehr gute Zusammenfassung der wichtigsten Ereignisse und politischen und ideologischen Auseinandersetzungen im 19. und 20.Jahrhundert. Sehr gut geschrieben.
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