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am 6. November 2012
Ich hatte schon länger den Verdacht, dass es sich bei der Wissenschaft der Soziologie um eine Art Treppenwitz, bzw. um eine mittelgroß angelegte Verschwörung handelt, die vor Jahren in weniger häufig frequentierten und gelüfteten Universitätsfluren erdacht wurde und deren einziger Zweck es ist, Verwirrung und Schlafstörungen bei nichtsahnenden Studenten zu verursachen.

Aufgrund des wohlwollenden Einbands (siehe da, Herr Corsten ist offenbar ein Pratchett-Fan) und um meine Vermutung kritisch zu prüfen, bestellte ich dieses Buch mit dem verheißungsvollen Titel "Grundfragen der Soziologie". In meiner Aufregung und Vorfreude auf die Lektüre fiel mir nicht auf, dass der Titel schlauerweise keine Antworten verspricht. Auch hatte ich, wie sich nach Ankunft des Lehrbuchs herausstellte, völlig falsche Vorstellungen dieser Grundfragen: Statt "Warum spielen Mädchen lieber mit Puppen als Jungs?" oder "Wie kann sich der blöde Nachbar das dicke Auto leisten?" finden sich im Inhaltsverzeichnis Überschriften wie "Kulturgebilde - das Sprachspiel einer genetischen Gesellschaftsanalyse" oder "Familiäre Nahbeziehungen als primäre Gemeinschaftserfahrung". Hm.

Meine anfängliche Enttäuschung wich der Begeisterung, als ich begriff, dass ich ein Meisterwerk des subtilen Witzes, geradezu eine Offenbarung großen satirischen Könnens in den Händen hielt. Zur Verdeutlichung hier ein Textauszug:

---------ZITAT VON SEITE 125------------
[H x K] + F = P
Dabei stehen H für Habitus, K für Kapitalarten und F für soziale Felder. Der letztgenannte Begriff weist daraufhin, dass es nicht nur einen sozialen Raum gibt, sondern dass die Gesellschaft in verschiedenen Teilbereiche bzw. Funktionssysteme - wie Wirtschaftssystem, Politikbereich, Bildungswesen, Kulturbereich, Feld der Kunst - untergliedert werden kann. Das bedeutet, dass je nach sozialem Feld andere Kombinationen aus ökologischen, solzialen und kulturellen Kapital gefragt sind. Im Wirtschaftsbereich spielt das ökonomische Vermögen und die sozialen Netzwerke, über die ein Akteur verfügt, sicher eine bedeutsame Rolle, während im Literaturbetrieb vermutlich das kulturelle Kapital und die sozialen Beziehungen zu anderen Künstlern und zu Kunstvermittlern im Zentrum stehen. Die soziale Praxis (in der Formel dargestellt durch P) ist somit ein Zusammenspiel der Faktoren Habitus (H), Kapital (K) und soziales Feld (F).
---------ZITATENDE------------------

Leider versäumt es der Autor an dieser Stelle, die Formel einmal aus Spaß nach Kapital umzustellen.

Ich bin davon überzeugt, dass sich Soziologen (und Soziologinnen) wenn Sie sich in privater Runde zum Bier oder Prosecco treffen, vor Lachen die Bäuche halten, während sie einander von den verständnislosen und verzweifelten Blicken ihrer unseligen Studenten erzählen. Und sich dann zu späterer Stunde neue Definitionen ausdenken. Die Schelme.

Ich gratuliere Herrn Corsten zu diesem Buch: es enthält einerseits soziologische Begriffsfelder, Bezugsprobleme (zB der Sozialisation, der Ungleichheit, der Entscheidung, der Funktion, der Kultur (ich hätte mir hier auch noch Bezugsprobleme "der Struktur" oder "des Systems" vorstellen können)) und allerhand Definitionen, Zwischenergebnisse und Lernkontrollfragen, die den masochistisch veranlagten Soziologienovizen vermutlich tatsächlich bei der Bewältigung seines Studiums unterstützen können.

Die Eingeweihten andererseits werden dem Autor nach der Lektüre verschmitzt zuzwinkern und dürfen jetzt einmal wissend lächeln.
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am 29. Oktober 2014
"Grundfragen der Soziologie" (Corsten, Michael, 2011) ist wie von den UTB basics gewohnt, klar strukturiert und so geschrieben, das ein schneller Einstieg in die Thematik möglich ist. Gerade für Studienanfänger, oder Fachfremde bietet sich das Werk daher gut an. Trotzdem ist "Grundfragen der Soziologie" auch für fortgeschrittene Studenten interessant, da es zum gezielten wiederholen einzelner Themen einlädt. Im Sach- und Personenregister findet man die wichtigen Grundbegriffe der Soziologie und kann nach bestimmten Autoren suchen, um sich einen ersten Eindruck über deren Ansätze zu verschaffen. Natürlich ist für ein tiefergehendes Verständnis eine umfassendere Lektüre zu empfehlen, aber um Grundfragen zu klären, zu lernen und einen Überblick über die Soziologie zu bekommen, auf eingängige Weise, ist "Grundfragen der Soziologie" sicher ein guter Anfang.
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am 29. März 2013
Sehr hilfreich sind die Literaturhinweise am Ende der Kapitel,sie ermöglichen die weitere Recherche zu den einzelnen Themen.
Ebenfalls finde ich die gestellten Lernkontrollfragen am Ende der Kapitel sinnvoll, da so das erlernte Wissen vertieft werden kann.
Die Themen sind teilweise sehr knapp angeschnitten,aber für einen Basisaufbau ausreichend. Alle wichtigen Gebiete der Grundfragen der Soziologie werden angesprochen und sind übersichtlich dargestellt.
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