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am 29. April 2010
Müller versucht, auf 360 Seiten einen Überblick über die Militärgeschichte von der Antike bis zur Jetzt-Zeit zu geben. Die ersten fünfzig Seiten werden von einem Theorieteil beansprucht, der 1) sich der Militärgeschichte als historische Disziplin widmet und 2) die anthropologischen Wurzeln kriegerischer Konflikte zu beleuchten sucht. Dies geschieht mit den Begriffen "Sicherheit", "Gefahr", "Risiko". Sicherheit sei der Zustand, den der Mensch anstrebe, sei dieser bedroht (durch Gefahr), dann gelte es, das Risiko der Gefahrenabwehr abzuwägen. Daraus könne kriegerisches Handeln entstehen. Dieses Schema funktioniert, wenn man teilweise zur starken Abstraktion bereit ist (wenn man z.B. Hitlers Kriegsgründe und -führung darin einzuordnen sucht).

Die nachfolgenden Kapitel behandeln Antike, Ritterzeit, Söldnerzeit, Zeit der Kabinettskriege, Volkskriege (Extrakapitel: 1. Wk. und 2. Wk), Kalten Krieg, neue ("asymmetrische") Kriege. Dabei bietet der Verfasser wenig Neues; die Informationen sind zu einem großen Teil so allgemeiner Natur, dass man kein Experte einer bestimmten Epoche sein muss, um sie schon vor der Lektüre dieses Buches zu besitzen. Über einen allgemeinsten Überblick kommt Müller also nicht hinaus (anders als z.B. van Crefeld, der auch in Überblicksdarstellungen kuriose Details und originelle Thesen einstreut, ohne das Gesamte aus dem Blick zu verlieren).
Auch hängen die einzelnen Kapitel kaum zusammen; einen 'roten Faden' sucht man vergeblich. Die anfangs eingeführten Kategorien sind hier nicht dienlich und werden auch vom Autoren selten angewandt. Das heißt: Man kann durchaus einzelne Kapitel lesen, ohne dass Zusammenhänge oder Kenntnisse aus vorangegangenen Kapiteln fehlen würden.

Die wissenschaftliche Arbeitsweise des Verfassers wirft Fragen auf. Pro Seite finden sich im Schnitt eine bis zwei Fußnoten. Ganze Absätze stehen ohne Literaturnachweis. Entweder schreibt Müller also absatzweise aus nur einem Werk ab, oder er hält einen großen Teil der Nachweise für überflüssig.
Gegenstimmen kommen bei Müller kaum zu Wort. Dabei vertritt Müller gerade hinsichtlich der neueren Kriege z.T. durchaus streitbare (aber nie unpopuläre) Positionen. Grotesk ist, dass Niall Fergusson an einer Stelle mit einer erwünschten Information zu Wort kommt, aber nicht berücksichtigt wird, wo er die von Müller vertretenen populären Positionen anficht.

Das Buch lässt sich flüssig lesen - Müller erliegt also nicht der Versuchung mancher Historiker, den Leser mit unzähligen Fremdwörtern und endlosen Schachtelsätzen zu foltern. Leider weist dieser Band jedoch zahlreiche Fehler auf; Orthographie, Interpunktion, Satzbau (ich würde ein Verhältnis von einem Fehler auf fünf bis zehn Seiten vermuten, was für ein wissenschaftliches Werk absolut ungewöhnlich ist). Sehr häufig kommen auch stilistische Unreinheiten vor, z.B. Wortwiederholungen innerhalb eines Satzes oder missverständliche Syntax. Begabtere Korrekturleser hätten hier sicherlich Abhilfe leisten können.

Gegen Ende des Bandes wird Müllers Perspektive sehr einseitig und politisch. Tatsächlich scheint es in seinem Weltbild 'gute' Demokraten und zu zivilisierende andere Völker/Staatsformen zu geben. Das gerade die westlichen Gesellschaften zur Zeit an ihre Grenzen stoßen, dass autoritäre Staaten und Systeme sich zur Zeit vielleicht als lebensfähiger erweisen, ignoriert er. Stattdessen läuft Müllers Überlegung auf die absurde These hinaus, die (westliche) Entwicklung der Zukunft könne zu einer "Rückkehr der Ritter" führen; zum bestgerüsteten Einzelkämpfer mit hohem Idealismus. Wenn man sieht, dass im Westen heute wie nie zuvor überpersönliche Ideale zugunsten von Egoismen verdrängt werden, kann man diese Idee nur als absurd bezeichnen.
Wie dem auch sei: Auf einen einseitigen, prognostischen Polit-Teil hätte in dieser Überblicksdarstellung gerne verzichtet werden können.

Für einen groben Einblick in ein bestimmtes Thema taugt Müllers "Militärgeschichte" sicherlich. Allerdings würde ich keine Argumentation auf seine Thesen stützen, weil diese 1) größtenteils nicht genügend fundiert und 2) unter Ignoranz von Gegenpositionen aufgestellt sind. Ein Durchlesen des Werks - ich habe mich darauf eingelassen - zeitigt keinen Mehrwert. Weder ist es sonderlich unterhaltsam, noch eröffnet es neuartige Erkenntnishorizonte. Van Crefeld ist für beides viel geeigneter.
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am 10. April 2013
Obgleich die Kritiken meiner Vorredner keinen guten Gesamteindruck vom Werk vermitteln, so möchte ich dieses Buch doch allen jenen ans Herz legen, die einen einfachen Einstieg in die Thematik Militär, Krieg und Konflikt suchen. In meinen Augen ist es Müller gelungen einen Überblick zu verschaffen wie sich Militär und Krieg entwickelt haben. Auf 360 Seiten ein über alle Epochen reichendes stets umfassendes Bild zu liefern ist nicht möglich und gelingt auch Müller nicht. Es mag auch sein, dass er seitenweise ohne Fußnoten argumentiert, jedoch nie dann, wenn seine Thesen angreifbar werden. Historische Fakten oder Beschreibungen von Völkern nicht zu belegen trägt gerade zur Lesbarkeit des Buches bei. Eine erweiterte Literaturliste im Anhang wäre jedoch wünschenswert.

Es handelt sich beim vorliegend Band klar um ein Einführungswerk und als solches ist es zu bewerten. Müller spricht selbst in der Einleitung vom fehlenden Stellenwert der Militärgeschichte in Deutschland. Dass seine vertretene Meinung gegen Ende des Buches von meinen Vorrezensenten als "politisch" bezeichnet wurde, liegt in der Natur der Sache. Gerade die laufende Debatte um die "neuen Kriege" bietet hier auf den ersten Blick ein unkritisches Bild. Dieses jedoch wegzulassen wäre genauso unverantwortlich, wie den Leser in einer Scheinobjektivität zu wiegen, die durch eine verkürzte Darstellung der Debatte und Mainstream-Kritiken an seinen Thesen entstehen würde. Ich finde seine klare und dadurch streitbare Meinung fordert und fördert den kritischen Leser. Da es als ein Band des UTB-Verlages offensichtlich an Studenten gerichtet ist, so kann man diese Fähigkeit dem Leser auch abverlangen.

In einem Punkt muss ich einem Vorrezensenten Recht geben: Das Versprechen "einen Überblick über die methodischen und theoretischen Grundlagen" der Militärgeschichte zu geben hält Müller nicht. Es ist kein Lehrbuch über Methodologie des Geschichtswissenschaft und auch die Theorie der Begriffe "Sicherheit", "Risiko" und "Gefahr" ist nur sehr knapp dargestellt. Hier wird auch der Einsteiger von Müller alleine gelassen.

Für Kenner des Faches bietet Müller sicher nicht viel Neues und sicher nichts Ungewöhnliches. Für Neulinge würde ich das Buch jedoch empfehlen, jedoch sollte es nicht bei dieser Lektüre allein bleiben.
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am 5. September 2014
Wer tiefer greifen möchte in die Militärgeschichte, v.a. was Theorie und Methode angeht, sei auf das Werk, "Kriegswesen, Herrschaft und Gesellschaft" von Bernhard R. Kroener (Enzyklopädie Deutscher Geschichte, Bd. 92, München 2013) angewiesen.
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am 23. Dezember 2010
Das Buch enttäuscht auf ganzer Linie. Das liegt vor allem daran, dass der Autor das auf der Buchrückseite gegebene Versprechen auf die theoretischen und methodischen Grundlagen des Faches nicht einlöst. So beschränken sich eben jene auf ein paar Bemerkungen zu den Begriffen 'Sicherheit', 'Gefahr' und 'Risiko' -' eine für ein als Lehrbuch konzipiertes Werk bemerkenswerte Knappheit. Theoriegeleitete Fragestellungen wie jene nach der Bedeutung von geografischen, ideologischen, technischen und ökonomischen Faktoren bei der Entwicklung der Kriegsführung bleiben unterbelichtet. Die Arbeiten der kritischen Friedensforschung bleiben unerwähnt.

So ergießt sich der Großteil des Buches in Details zur Geschichte kriegerischer Konflikte seit der Antike und liest sich als Ansammlung von Fakten und Daten ohne großen Erkenntnisgewinn. Müller will alles und erreicht wenig. Da werden die Mongolen unter Dschingis Khan beispielsweise als "'erfolgreichste Ausprägung eines militärischen Systems in der ersten Hälfte des zweiten Jahrtausends' bezeichnet" -' und dann auf eineinhalb Seiten abgespeist.

Ärgerlich sind die Stellen, in denen Müller jegliche kritische Distanz zum Militär über Bord wirft. Er versteigt sich mitunter zu Formulierungen, die das Soldatentum moralisch überhöhen und an vergessen geglaubte Blut-und-Ehre-Kampfesreden denn an ein Wissenschaftsbuch erinnern. So führt Müller die Ursprünge des Soldatentums auf "'die edelste Gesittung einer fürsorglichen, mitleidsfähigen Haltung"' zurück, '"die sich zur Gefahrenabwehr bis zur bedingungslosen kämpferischen Bereitschaft steigern kann'". Hinzu kommt, dass der Autor sein Lehrbuch wohl mit einem Antrag auf Forschungsgelder verwechselt. So fordert Müller gleich im ersten Kapitel eine Aufwertung der Militärgeschichte in Deutschland, so, "'wie das bei anderen großen Nationen Normalität ist"'. Müllers Wunsch ist es, Berlin '"zum geistigen Zentrum einer künftigen Europa-Armee'" zu machen. Schließlich gibt es aus Sicht des Autors wohl etwas gutzumachen, konstatiert er doch, dass die meisten Deutschen '"nach den leidvollen Erfahrungen des 20. Jahrhunderts'" ihr Interesse an der Kriegsgeschichte verloren hätten. Müllers Bedauern darüber liest sich so: '",Nie wieder Krieg'' wurde zum Fluchtpunkt in die Verantwortungslosigkeit.'"

Was genau daran verantwortungslos sein soll, lässt er unbeantwortet. Rückschlüsse auf Machtträume des Professors erlaubt das dagegen schon. (Rezensionsausschnitt aus der Märkischen Allgemeinen Zeitung vom 30.1.2010)
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