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5.0 von 5 Sternen Medientheorie und Linguistik praktisch angewandt auf das Internet, 12. November 2014
Rezension bezieht sich auf: Internetlinguistik: Ein Lehr- und Arbeitsbuch (Broschiert)
Ich schreibe meine Doktorarbeit zwar in Soziologie, doch das Thema Internetlinguistik ist für mich insofern höchst relevant, als dass das Internet eine der Arenen für den Diskurs ist, mit dem ich mich thematisch auseinandersetze. Mit der Linguistik an sich habe ich mich im Rahmen vergangener Studien der Medien- und Kommunikationswissenschaften kaum befasst, deshalb war ich neugierig, was mich erwarten würde und ging davon aus, dass das Hybridmedium Internet als Praxisgegenstand mir den Zugang zur Linguistik auf diese Weise ermöglichen würde – und ich wurde nicht enttäuscht.
Der Klappentext auf der Rückseite des Lehr- und Arbeitsbuchs „Internetlinguistik“ von Konstanze Marx und Georg Weidacher (2014) aus der Reihe „narr Studienbücher“ fasst den Anspruch des Buches sehr gut zusammen: „Rasante technologische Entwicklungen, die Zunahme online geführter Kommunikation und deren Auswirkungen auf Sprache kreieren einen dynamischen Datenpool für eines der spannendsten Teilgebiete der modernen Sprachwissenschaft: die Internetlinguistik. Ziel dieses Lehr- und Arbeitsbuches ist es, umfassend über diesen Forschungsbereich zu informieren und zu zeigen, wie sprach- und kommunikationswissenschaftliche Methoden sinnvoll kombiniert werden können, um die Eigenheit sprachlich-kommunikativen Handelns im Internet zu analysieren. Auf leserfreundliche Weise werden aktuelle Forschungsergebnisse mit zahlreichen Anwendungsbeispielen und Übungen didaktisch aufbereitet. Das Buch ist als Einführung konzipiert und eignet sich gleichermaßen für die Seminargestaltung und das Selbststudium.“
Zwei wichtige Punkte werden hier bereits genannt: 2014 erschienen, greift das Buch auch ganz aktuelle Entwicklungen der internetbasierten Kommunikation auf, ohne jedoch die Grundlagen der Medientheorie und Internetforschung zu vergessen: McLuhan (1967) findet hier ebenso seinen Platz wie Carr (2010), um nur zwei der Namen zu nennen, die mir persönlich in meinen Studien schon häufiger begegnet sind. Zweifelsohne wird das Buch in ein paar Jahren neu geschrieben werden müssen, da der beschleunigte technische und technologische Fortschritt bestimmte Praktiken im Internet obsolet machen, bzw. durch neue Anwendungsformen ersetzen werden. Die Autoren verzichten am Ende jedes Kapitels jedoch auf einen Ausblick auf mögliche Konzepte des „Web 3.0“ (o.Ä.) und geben stattdessen zum Abschluss weiterführende Literaturhinweise: Meines Erachtens nach weitaus sinnvoller, als sich in Spekulationen über die möglichen nächsten Trends zu verlieren.
Der zweite wichtige Punkt hier ist der leserfreundliche Aufbau. Mit klarer, leicht verständlicher Sprache und einer guten Mischung aus Theorie und Arbeitsanweisungen macht es Spaß, das Buch nicht nur zu konsumieren, sondern aktiv mitzudenken und die gestellten Aufgaben zu lösen – entweder aus eigenen Erfahrungen schöpfend, oder mittels wenig aufwändiger, unmittelbar durchführbarer Recherche im Internet. Sowohl aus dem Text, als auch aus den Aufgaben geht hervor, dass es bei der Forschung im und über das Internet besonderer Herangehensweisen bedarf, für die das Buch den Blick schärft. Die gestellten Aufgaben vermitteln zudem ein Gespür dafür, mit welchen Fragestellungen Linguistik die Internetforschung bereichern kann – und vice versa.
Überraschend war für mich der Blick ins Inhaltsverzeichnis: Statt mit den Theorien zu beginnen, liefern die Autoren gleich zu Beginn im 1. Kapitel „Methoden der Internetlinguistik“; insbesondere die Hinweise zum Umgang mit Datenquellen aus dem Internet zur Bildung eines Korpus und die Hinweise zu Zitaten und Bibliographie sind äußerst brauchbar und übersichtlich präsentiert. Im zweiten Kapitel, „Medientheorie des Internets“, fand ich viel Bekanntes, aber auch einige neue Anregung, die sich auf die jüngsten Phänomene der internetbasierten Kommunikation beziehen. Für Nicht-Medienwissenschaftler ist dieses Kapitel eine fundierte Einführung in die Internettheorie und für Medien-„Profis“ eine gute Möglichkeit, verstaubtes Wissen wieder aufzufrischen und mit neuen Impulsen zu aktualisieren. Vor allem die Präsentation des Internet als Hybridmedium verdient hier Erwähnung. Das 3. Kapitel, „Sprache im Internet“, geht mit Praxisbeispielen gezielt auf die Internetsprache ein, beziehungsweise auf die linguistischen Besonderheiten der Sprachformen im Netz. Trotz meines fehlenden Grundwissens über die Linguistik fand ich mich in diesem Kapitel sehr gut zurecht, da Begriffe wie Komposition, Derivation, Konversion, Kontamination… anschaulich erklärt wurden. In diesem Kapitel liegt also der Fokus weniger auf dem Medium Internet und auf Inhalten der Kommunikation, sondern vielmehr auf ihrer Herausbildung und Beschaffenheit – ein logischer Anschluss an das 2. Kapitel. Das vierte Kapitel beschäftigt sich mit „Pragma-Internetlinguistik“, also mit der ins Netz versetzten Pragmatik und den Sprachhandlungsphänomenen: Für mich komplettes Neuland, aber von den Autoren spannend erklärt und dank zahlreicher Praxisbeispiele sehr zugänglich aufbereitet. Die Beispielanalysen am Ende des Kapitels (zu Kennenlernprozessen, Facebook, kommunikativen Regeln, Profilraub) dienen als Denkanstöße für eigene Ansätze. Das letzte Kapitel befasst sich mit „Textlinguistik und das Internet“ und stellt Fragen nach den Texten im Internet. Grundbegriffe wie Hypertextualität und Multimodalität werden hier ebenso behandelt wie die Frage nach den Kommunikationsformen und Textsorten. Besonders lehrreich ist die Beantwortung der für mich in diesem Band ohnehin zentrale Frage: Was ist aus textlinguistischer Sicht interessant an Blogs, Tweets, E-Mails etc.? Alles in allem ist es wohl diese Vielfalt an Methoden, Theorien, Sprachvarianten, Sprachhandlungsphänomenen und Textsorten im und rund um das Internet – und die Erkenntnis, dass eine spezielle Internetlinguistik die „Werkzeuge“ führt, derer es bedarf, um diese Vielfalt wissenschaftlich greifbar zu machen.
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4.0 von 5 Sternen Fundierte, gut lesbare Einführung, 8. April 2014
Rezension bezieht sich auf: Internetlinguistik: Ein Lehr- und Arbeitsbuch (Broschiert)
Schon die Einleitung gefällt: Statt den Begriff Internetlinguistik zu definieren, geben die Autoren kurzerhand einen kleinen Auftrag: doch erst mal zu recherchieren. Ich fand erst mal ... keinen Artikel bei Wikipedia. Nur im Artikel Computerlinguistik ist dort zu lesen: "Im Gegensatz zu einer Internetlinguistik, die insbesondere menschliches Sprachverhalten und die darüber induzierten Sprachbildungen im und mittels Internet untersucht, entstand in der Computerlinguistik eine stärkere informatisch-praktische Ausrichtung"

Und tatsächlich: "Die Internetlinguistik beschäftigt sich mit der Sprachverwendung im Internet (...)" lautet die schließlich von den Autoren Weidacher/Marx gegebene Definition.

Tja, und im Jahr 2014 kommt wohl kein Sachbuch (zumindest zu einem solchen Thema) mehr ohne eine Rechtfertigung aus, warum man denn heute noch ein Papierbuch verfasst und herausbringt: Nun, zunächst um dem Leser Zeit zu ersparen (ähnlich einem "Handbuch zum Aktivurlaub") und zweitens, das Buch zwinge zur Konzentration über einen längeren Zeitraum hinweg.
Für eine Studieneinleitung ist es aber flüssig und so geschrieben, dass die Neugier und Lesefreude geweckt wird. Deshalb eignet sich der handliche Band durchaus fürs Selbststudium, kann aber gut als Grundlage dienen, um ein Seminar zu gestalten.

Das Kapitel "Sprache im Internet" macht es deutlich: es gibt keine Internetsprache. Vielmehr kennzeichnet die Kommunikation im Internet eine eigentümliche Vermischung von geschriebener und gesprochener Sprache. Anhand der vielen Zitate und Belege aus Sozialen Netzwerken ist auch auf Anhieb nachzuvollziehen welches die gängigen "Indikatoren von Oraliteralität" sind. Hierzu gibt es gleich wieder eine praktische Aufgabe: zu jedem von sieben beschriebenen Kontexten, in denen der "gefällt mir"-Daumen von Facebook verwendet wurde, zu erklären wofür dieses "gefällt mir" jeweils denn eigentlich steht.

Solche Übungen, neben kleinen Kästen mit Zusatzinformationen und zur Rekapitulation von theoretischem Hintergrundwissen ("es soll vorkommen, dass dieses im Laufe des Studiums wieder verdrängt wird") machen für mich den eigentlichen Nutzwert des Studienbuchs aus.
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1 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Tolles Buch für AnfängerInnen, Informierte und Interessierte!, 21. Februar 2014
Von 
Sara (Lübeck, Schleswig-Holstein) - Alle meine Rezensionen ansehen
Rezension bezieht sich auf: Internetlinguistik: Ein Lehr- und Arbeitsbuch (Broschiert)
Liebe Studierende,
liebe Interessierte,
lieber Narr-Verlag,

mit diesem Buch als Einführung in die Internetlinguistik wurde ein lang ersehnter Schritt getan. Endlich gibt es auch für StudentInnen ein Lehrwerk zum Internet und das mühsame Suchen nach einzelnen Aufsätzen, Themensammelbänden und Grundlagenwerke hat ein vorläufiges Ende.
Die Autoren wollten eine Einführung in das weite Feld der Internetlinguistik erschaffen, die nicht nur die Textlinguistik, sondern auch die Semiotik und die Pragmatik erfasst. Dies ist ihnen wirklich gut gelungen. Nicht nur der gelungene Aufbau mit zusammenfassenden Fragen, Übungs- und Denkaufgaben und Fallbeispielen bietet dem/der AnfängerIn in diesem Gebiet einen guten Überblick. Ein weiterer Pluspunkt für viele StudentInnen ist sicherlich, dass das Buch viele Anreize für eigene empirische Forschung in diesem Gebiet bietet. Ob nur als Seminararbeit oder Abschlussarbeit ist hierbei egal. Die großen Zusammenhänge mit nützlichen und vor allem sehr aktuellen Literaturtipps sind gegeben, sodass die erste Übersicht in das Thema und die genaue Einarbeitung anhand der umfangreichen Literaturliste kein Problem mehr darstellt.
Auch für Interessierte und Fortgeschrittene bietet dieses Buch vielerlei neue bzw. interessante Aspekte. So ist v.a. die Darstellung des Internets als Hybridmedium und die Erklärung der Eigenschaften der Kommunikationsformen im Medium im Gegensatz zu traditionellen Formen von Bedeutung. V.a. die guten Literaturtipps sind hier von Vorteil.
Leider ist vor allem das Kapitel über Textlinguistik etwas kurz geraten und bietet auch keinerlei Hinweise auf einige grundlegende Werke z.B. den Verweis auf Luckmann bei den kommunikativen Gattungen. Dabei finde ich es auch sehr schade, dass gerade in diesem Kapitel nicht auf Probleme bzw. Problemkomplexe (z.B. Unterschied Textsorten und Kommunikationsformen etc.) hingewiesen wird. Klar ist allerdings auch, dass man in einer Einführung nicht alles beschreiben und besprechen kann, dennoch finde ich es v.a. in dieser relativ neuen Disziplin wichtig auf Probleme und konträre Meinungen in der Forschung hinzuweisen. Dies geschieht wirklich sehr gut bei den Fragen „Was ist ein Text?“ und „Brauchen wir neue textologische Begriffe für diese Disziplin?“, allerdings fehlen diese Hinweise im Kapitel Textlinguistik beinahe vollständig (auch in der Literaturliste am Ende konnte man Luckmann nicht finden).

Fazit: Alles in allem aber ein tolles Buch, das ich jedem/r AnfängerIn bzw. jedem Interessierten ans Herz legen kann. Für manche bereits in dieser Disziplin Informierte mag es zunächst banal erscheinen, jedoch bringt es die wichtigsten Fragestellungen auf den Punkt und bietet zudem noch Ansätze für eigene kleine Seminararbeiten und neue Erkenntnisse.

Somit möchte ich hier auch den Autoren für dieses Einführungswerk danken, das viele sicherlich schon sehnsüchtig erwartet haben.
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Internetlinguistik: Ein Lehr- und Arbeitsbuch
Internetlinguistik: Ein Lehr- und Arbeitsbuch von Georg Weidacher (Broschiert - 22. Januar 2014)
EUR 24,99
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