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4.0 von 5 Sternen Gute Einführungslektüre, die auch später gut gebraucht werden kann!
Zuerst einmal ein paar Angaben zu meiner Person: Ich bin Deutsch-Lehramtsstudent im vierten Semester, habe also die eigentlichen Grundlagenmodule bereits abgeschlossen.

Dennoch sehe ich diese Lektüre als besonders hilfreich an, da in Hausarbeiten oder in Seminaren selber immer wieder eine Grundlage zu verschiedenen Themen der Linguistik erläutert...
Vor 7 Monaten von Blinky veröffentlicht

versus
18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zu viele Fehler
Reformierte Rechtschreibung und politisch korrekt (Sprecherinnen und Sprecher usw.). Die Fremdwörter werden auf ihre lateinischen und griechischen Ursprünge zurückgeführt (nicht immer ganz richtig, vgl. „Symbol“), aber es wird trotzdem getrennt Diph-thong, Kons-tituenten, subs-tantiviert. Es wird regelmäßig geschrieben Genitivus...
Veröffentlicht am 8. Mai 2009 von Theodor Ickler


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18 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
2.0 von 5 Sternen Zu viele Fehler, 8. Mai 2009
Rezension bezieht sich auf: Germanistische Linguistik: Eine Einführung (bachelor-wissen) (Broschiert)
Reformierte Rechtschreibung und politisch korrekt (Sprecherinnen und Sprecher usw.). Die Fremdwörter werden auf ihre lateinischen und griechischen Ursprünge zurückgeführt (nicht immer ganz richtig, vgl. „Symbol“), aber es wird trotzdem getrennt Diph-thong, Kons-tituenten, subs-tantiviert. Es wird regelmäßig geschrieben Genitivus auctoris usw., also mit der herkömmlichen, nun verbotenen Kleinschreibung. Trennung klein-sten (201). Die überaus häufig vorkommenden Pronomina Ersterer und Letzterer werden reformgetreu stets groß geschrieben, als nächstes (102), der erste (136) und der einzelne (211) fälschlicherweise klein, Du groß (159, s. u. zu den Anredeformen). Die Gesellschaft für deutsche Sprache schreibt sich weiterhin mit kleinem d (dreimal falsch S. 4). Der bekannte Valenzgrammatiker heißt Schumacher (ohne h). Periphrastisch wird sehr originell von periphrasso „ringsum einschließen“ abgeleitet (111), weil die Formen Teile eines Satzes einschließen: Ich werde im Krankenhaus behandelt. In Wirklichkeit kommt es von periphrasis, was die Römer ganz richtig mit circumlocutio wiedergaben. Ebenso originell ist die Herleitung von Synkretismus: „griech. syn = zusammen, kretismos = Lug und Trug (nach Art der Kreter)“. Der griechische Grammatiker hieß Dionysios und nicht Thrax (6).
Zu fast jedem Kapitel werden die sprachwissenschaftlichen Wörterbücher von Bußmann und Glück als Quellen genannt (und auch im Text so genutzt), was den tertiären Charakter des Buches kennzeichnet: aus Lehrbüchern werden Nachschlagewerke, aus diesen wieder Lehrbücher.
Der Abriß über die Geschichte der Sprachwissenschaft ist ziemlich naiv und offensichtlich aus zweiter Hand gearbeitet. Von Hermann Paul wird der zeitgebundene, heute allerdings als „kognitive Linguistik“ wiederauferstandene Psychologismus vorgestellt, aber nicht seine viel wichtigere Auffassung, daß nur die geschichtliche Sprachforschung wissenschaftlich sei. Bei den „Übungen“ sollen die Junggrammatiker der These zuordnet werden: „Sprache vollzieht sich nach ausnahmslosen Lautgesetzen.“ In Wirklichkeit wird dies vom Sprachwandel gesagt, nicht von der Sprache.
Chomsky wird unkritisch überschätzt (zumal die generative Grammatik später im Buch keine Rolle mehr spielt), ebenso Saussure. Dieser Irrtum ist heute durchschaut, aber wohl nie mehr auszumerzen.
Der erste der beiden Verfasser schreibt Karl Bühler die tautologische These zu, Sprache sei ein Werkzeug „zur Bewältigung sprachlicher (!) Aufgaben“.
Humboldts Ansicht über die Sprache als „Energeia“, nicht „Ergon“, gehört wohl zu den besonders schwer interpretierbaren Sätzen der Wissenschaftsgeschichte und wird auch nicht weiter erläutert. Trotzdem wird unter den Übungen die Aufgabe gestellt: „Unterscheiden Sie mit Humboldt ERGON und ENERGEIA. Lässt sich die Unterscheidung auf den 'Sprachpanscher-Text' sinnvoll anwenden?“ Was soll der Student mit seinem rudimentären Wissen dazu sagen? Die Lösung auf der zugehörigen Homepage lautet:
„Sprache ist, wie es auf S.8 heißt, für Wilhelm von Humboldt 'kein Werk (Ergon), sondern eine Thätigkeit (Energeia)'. Sie ist für ihn eine wirkende Kraft, im Gegensatz zum Ergon, dem vergleichsweise statischen System. Sprache schafft durch den dynamischen Tätigkeitscharakter immer etwas Neues und macht .von endlichen Mitteln, einen unendlichen Gebrauch. (Werke Bd.8, S. 99). Dies ist der Kern seiner energetischen Sprachauffassung, auf die sich verschiedene Sprachtheorien beziehen, so etwa die inhaltsbezogene Grammatik Leo Weisgerbers, die Sapir-Whorf-Hypothese und die generative Transformationsgrammatik.“
Die Interpretation „eine wirkende Kraft, im Gegensatz zum Ergon, dem vergleichsweise statischen System“ ist für heutige Studenten – und nicht nur für sie – sicher so unverständlich wie das Humboldtsche Diktum selbst. Durch den Hinweis auf die generative Grammatik könnte man auf den falschen Gedanken kommen, Humboldt habe unter der sprachlichen Kreativität ebenso wie Chomsky die kombinatorische Unendlichkeit beliebig lang werdender Ketten verstanden. Und wie ist andererseits die Sapir-Whorf-Hypothese hier unterzubringen, die mit Chomsky nichts zu tun hat? Kurzum, der ganze Abschnitt trägt nur zur Verwirrung bei.

Im Semiotik-Kapitel findet man den blau unterlegten Lehrsatz:
„Zeichen: Die wesentliche Eigenschaft des Zeichens ist seine Stellvertreter-Funktion. Ein Zeichen wird dadurch zum Zeichen, dass es für etwas anderes steht.“
Man braucht bloß die Wörter dieses Satzes durchzugehen und bei jedem zu fragen, wofür es stellvertretend steht: ist, wird, zum, etwas usw. Andererseits kann ich einen Baumstumpf stellvertretend für einen Tisch nehmen und benutzen, ohne daß er dadurch zum Zeichen würde.
Warum wird Peirce erwähnt, dessen Zeichentheorie niemand versteht und niemand gebrauchen kann? Erst recht ist es überflüssig, ein solches Einführungsbuch mit Namen wie Foucault, Barthes, Lacan und Derrida zu belasten, bloß damit der „Poststrukturalismus“ abgehandelt ist.
Die Zeichenmodelle und -theorien, die knapp vorgestellt werden, sind an sich schon weitgehend unverständlich, überholt und nutzlos. Der Adept kann durch ein solches Kapitel zu Beginn nur verwirrt werden. Saussure war, wie wir heute wissen, mit seinem einigermaßen mystischen Zeichenmodell nie zufrieden, und jedes genauere Nachdenken z. B. über die Natur des „signifié“ und die „psychische“ Natur der beiden Seiten führt ins Unwegsame. Leider gehört eine solche abschreckende Semiotik an vielen Universitäten zur Grundausbildung von Sprachwissenschaftlern.
Zum Modell von Morris bemerken sie abschließend: „Um das Konzept des Interpretanten genau zu verstehen, müsste man sich in die Denkweise des Behaviorismus einarbeiten, wozu an dieser Stelle der Platz fehlt.“ (30) Dann müßte man allerdings von einem Philosophen wie Morris zu einem wirklichen Behavioristen wie Skinner übergehen, und dann würde der „Interpretant“ samt anderen Mystifikationen ganz wegfallen.
Es ist ungeschickt, die Wörter bicycle und Fahrrad als Beispiele für unmotivierte Zeichen anzuführen, denn beide sind offensichtlich relativ motiviert. (22)
Daß die Sprachwissenschaft vor dem Aufkommen des Strukturalismus „vor allem historisch orientiert“ gewesen sei, kann man so nicht sagen. Die historische Betrachtung war ja gerade das Neue, nachdem man über 2000 Jahre lang kaum dazu imstande gewesen war, und selbstverständlich gab es auch im ganzen 19. Jahrhundert eine Menge synchronische und ante litteram auch „strukturalistische“ Sprachforschung.
Aus dem Vokaltrapez S. 26 geht wie aus dem Original bei Bußmann hervor, daß das a in Rat gerundet sei, was sicher nicht zutrifft.
„Der sogenannte Asterisk bezeichnet ein fiktives sprachliches Zeichen.“ (65) Nein, der Asterisk markiert entweder (historisch) eine erschlossene, nicht belegte Form oder (synchron) eine falsche, nichtakzeptable Form. Fiktive, also bloß um der Diskussion willen angenommene Formen kennzeichnet die Sprachwissenschaft normalerweise gar nicht besonders.
Die phonetische Umschrift ist zum Teil uneinheitlich (vgl. etwa Tab. 3.14), zum Teil benutzt sie falsche Transkriptionszeichen (64ff.). Auch bei den Lösungen werden z. T. offenes und geschlossenes i nicht unterschieden.
Bei den Graphemen wird von bedeutungsunterscheidender Funktion gesprochen, die Ebene der zunächst zu differenzierenden Morpheme wird außer acht gelassen.
Die sogenannten „graphematischen Prinzipien“ werden jeweils in blau unterlegten Kästen formuliert – mit Ausnahme des „silbischen Prinzips“, für das sich folgende „Definition“ findet:
„Silbisches Prinzip: Mit diesem Prinzip lassen sich verschiedene graphematische Phänomene wie Konsonantenverdoppelung und Dehnung erklären. Anders als das phonologische Prinzip ist hier der silbische Kontext relevant. So beschränkt sich z. B. die Konsonantenverdoppelung auf Silben, die nicht sowieso schon auf mehr als einen konsonantischen Graphen enden.“
Damit ist der Nutzen des silbischen Prinzips beschrieben, aber wie lautet das Prinzip selbst? Das erfährt man leider nicht.
Zum silbischen Prinzip liest man auch: „Ein <h> (...) steht nie, wenn ein Obstruent folgt.“ Und was ist mit Fehde, Mahd, Draht, Naht?
Übrigens bezieht sich das „silbische Prinzip“ bei Nerius (2000), seinem Erfinder, nur auf die Silbentrennung.
„Etymologisches Prinzip: Wörter bzw. Morpheme, die aus einer Fremdsprache entlehnt wurden, behalten ihre Schreibung bei.“ (67)
Die Beschränkung auf Lehnwörter stimmt weder mit den Tatsachen noch mit den zuvor angeführten Beispielen (Lied/Lid usw) überein.
Die chinesische Schrift wird mit Dürscheid (die ebenfalls kein Chinesisch versteht) so gedeutet: Die Zeichen „rufen beim Leser keine lautliche, sondern eher eine gedankliche Gesamtvorstellung des Wortes hervor, auf das sie sich beziehen.“ Was soll das heißen? Jedes Zeichen vertritt ein sprechbares, und zwar in der jeweiligen Variante des Chinesischen mit einem ganz bestimmten Wortlaut sprechbares Morphem, und dies wird hervorgerufen, nicht anders als bei deutsch geschriebenen Wörtern. Nur deshalb kann der Chinesischkundige einen Text sofort flüssig vorlesen; er liest ja keine „gedanklichen Gesamtvorstellungen“, was immer das sein mag. Und chinesische Sätze bestehen wie deutsche aus Wörtern, nicht aus gedanklichen Gesamtvorstellungen.
Die Autoren halten es für erwähnenswert, daß Dürscheid den Namen Tschaikowsky (um dessen chinesische Transliteration es geht) „anders als er selbst Tchaikovsky schreibt“. Nun, Dürscheid hat das Beispiel aus Harald Haarmann, der seinerseits bereits die englische Transliteration verwendet, aber, da er zwar viele Sprachen, aber wohl kaum genug Chinesisch kann, das Beispiel auch aus einer anderen Quelle haben dürfte (vielleicht Geoffrey Sampson, den er bei dieser Gelegenheit erwähnt). Die alphabetische Transliteration des Chinesischen hat auf diesem Wege auch einige unerklärliche Verwandlungen durchgemacht. Und wie schrieb sich denn Tschaikowsky nun selbst, als Russe?
Bei "halt sagen" sei klein zu schreiben, weil halt eine Interjektion ist. Warum sieht die Neuregelung dann fakultativ auch "Halt sagen" vor? (Dasselbe gilt für ja/Ja sagen.)
Orthographie wird als „explizit geregeltes, konventionalisiertes System von Normen, nach dem für jedes Wort in der Regel nur eine einzige Schreibweise gültig ist“ definiert. Konventionalisiert ist freilich die ganze Sprache, explizit ist aber die Schreibweise in vielen Ländern nicht geregelt, jedenfalls nicht staatlich – haben sie dann keine Orthographie, die man lernen kann und muß? Vgl. dagegen: „ORTHOGRAPHY (...) A term for correct or accepted writing and spelling and for a normative set of conventions for writing and especially spelling.“ (The Oxford Companion to the English Language. London 1992)

„die (inzwischen wieder geltende) Großschreibung von Anredepronomina (<Du>, <Sie>)“ - Das kann man so nicht sagen, denn "du" soll ja weiterhin im Regelfall klein geschrieben werden, außerdem wird die Beschränkung auf Briefe nicht erwähnt. Die Großschreibung von "Sie" wird auf das pragmatische Prinzip der Orthographie zurückgeführt, sie soll Respekt ausdrücken. Das ist nicht richtig. Der Respekt, besser die Distanz, wird schon durch die Wortwahl ausgedrückt, die Großschreibung dient anders als bei du/Du jetzt der dringend notwendigen Homonymendifferenzierung.
Das Wort sogenannt wird immer zusammengeschrieben, auch wo es getrennt geschrieben werden müßte: „die im amtlichen Regelwerk sogenannten Laut-Buchstaben-Zuordnungen“. (69)
Da der Verfasser des Orthographie-Kapitels über die Rechtschreibung und ihre Reform gearbeitet hat, sollte er wissen, daß selbstständig keine orthographische Variante von selbständig ist. (70)
Die Logik der bisherigen ß-Schreibung ist dem Verfasser anscheinend nicht klar. (71)
In den Literaturangaben zur Rechtschreibung findet man erwartungsgemäß keine reformkritischen Schriften, und im Text wird suggeriert, der Protest gegen die Reform beruhe vor allem auf der Liebe zu alten Gewohnheiten sowie auf Abneigung gegen die Fremdworteindeutschung.
Bei der Konstituentenanalyse von Wortbildungen gehen die Verfasser so weit, aus Schrift ein Morphem schreib- herauszuanalysieren, wobei sie freilich anmerken, ohne historische Kenntnisse gehe es nicht. Damit ist klar, daß die ganze Wortbildungsanalyse wieder einmal synchrone und diachrone Verfahren durcheinandermischt. Geradezu haarsträubend wird es aber, wenn der Verbstamm schreib- als „freies“ Morphem gewertet wird, weil es „als Imperativ selbständig ist“. Bei nehm- sei das nicht der Fall. Diese zufälligen Beziehungen dürfen aber auf keinen Fall herangezogen werden, weil der Imperativ eine vorkommende Wortform ist, der Verbstamm jedoch eine abstrakte Größe, die allenfalls zitiert werden kann, genau genommen aber gar keine Aussprache hat. Der Imperativ schreib! hat mit der Abstraktbildung Schrift gar nichts zu tun, man kann nicht einmal von Homophonie sprechen, weil die fälschlich gleichgesetzten Größen auf verschiedenen Ebenen liegen. (Auch bei den Lösungen wird spül- in Spülmaschine wieder als freies Morphem gewertet, weil es eine gleichlautende Imperativform – Spül das mal! - tatsächlich gibt. Diese Gleichsetzung von Stämmen mit – vermeintlich – homophonen Wörtern geistert als Identifikation „freier“ Basismorpheme durch zahlreiche Wortbildungslehren und dann natürlich auch durch Examensklausuren.)
Der ausführlich behandelte Begriff „Konfix“ fehlt im Register. (Viele Wortbildungsforscher, die den Begriff verwenden, würden ihn nicht auf Fremdelemente beschränken, sondern auch einheimische Gebilde wie Schwieger- dazurechnen. Ich halte den Konfix-Begriff für überflüssig, er ist ja auch außerhalb des deutschen Sprachraums nicht üblich.)
Die Kopulativkomposita werden nach Fleischer/Barz oder Barz (2005 in der Dudengrammatik) dargestellt:
„Neben den Determinativkomposita gibt es eine Reihe von Komposita, auf die die Formel 'Ein AB ist ein B' nicht zutrifft. Beispiele dafür sind Hosenrock, Radiowecker, Affenmensch, süß-sauer, nasskalt, bei denen man nicht sagen kann, ob ein AB mehr ein A oder ein B ist. Solche Wortbildungsprodukte werden als KOPULATIVKOMPOSITA (lat. copulatio = Verknüpfung) bezeichnet.“ (97)
Gerade die genannten Beispiele sind allesamt als B deutbar: ein Hosenrock ist ein Rock (mit hosenähnlich geschnittenen Beinteilen), ein Radiowecker ist auf jeden Fall ein Wecker (mit Radio), ein Affenmensch eher ein Mensch (sonst wäre er ein Menschenaffe), süß-sauer eine Art von sauer, naßkalt eine Art von kalt.
Dagegen wäre ein Fahrstuhl kaum als Stuhl zu bezeichnen, ein Handschuh nicht als Schuh, aber das sind natürlich erst recht keine Kopulativkomposita.

Sehr breit (aber ohne Heranziehung der neueren Arbeiten, etwa J. Jacobs) wird die Unterscheidung von Ergänzungen und Angaben abgehandelt, mit Ulrich Engel als Hauptgewährsmann. Zur Wortstellung findet man dann gar nichts, nur den Hinweis, sie würde zuviel Raum einnehmen und werde daher in diesem Buch nicht behandelt. Man vermißt auch Einsichten in die hierarchische Beziehung der angeblich vom Verb abhängigen Ergänzungen.
Daß die „traditionelle Grammatik“ Akkusative der Erstreckung nicht kenne (153), kann man nur sagen, wenn man diese Grammatik nicht kennt.
helfen und unterstützen werden für gleichbedeutend erklärt, und die Verfasser wundern sich dann über die unterschiedliche Rektion – ein fast schon klassischer Irrtum, vgl.: Damals bildet er sich ein, Napoleon zu sein. Sein Psychiater hat ihn unterstützt vs. Sein Psychiater hat ihm geholfen.
Der Attribut-Begriff ist stark an Ulrich Engel angelehnt, und die Tabelle S. 168 dürfte z. B. in Bayern kaum eine geeignete Vorlage für Staatsexamensklausuren bilden. Das gilt auch für die Auffassung des Pertinenzdativs als Attribut (u. a. mit der irrelevanten Begründung, er lasse sich als Genitivattibut umschreiben, und als wenn es keinen Unterschied gäbe zwischen Der Ball klatschte dem Spieler an die Stirn und Der Ball klatschte an die Stirn des Spielers) (178). Die Abbildung 10.13 enthält eine nichtinterpretierbare Konstituente dem Spieler an die Stirn (als NP!). Ähnlich auch Götze in der Bertelsmann-Grammatik 1999: 448. [Vgl. auch die Kritik von Vuillaume: „Valenz und Satzbauplan“. In Ágel, Vilmos u. a. (Hg.) Dependenz und Valenz. Erster Halbband Berlin 2003 (de Gruyter) (HSK 25.1):484-498. Mit Recht kritisch auch Wegener, Dativ S. 120ff.]
"Die GEGENWÖRTER sind miteinander inkompatibel, schließen einander aus. KONTRADIKTIONEN sind Wortpaare, die einen Bereich strikt in genau zwei Teile teilen, wie tot – lebendig, rund – eckig, natürlich – künstlich, Himmel – Erde. Weniger strikt stehen dagegen ANTONYME einander gegenüber. So lassen sich z. B. groß und klein, heiß und kalt oder hell und dunke Zwischenstufen finden.“ (Busch/Stenschke 191)
Logiker mögen die Welt einteilen, wie es ihnen beliebt – mit Sprachwissenschaft hat das nichts zu tun. Der Antonymie-Begriff der beiden Autoren ist mir noch nie begegnet, auch Glück (Metzler Lexikon) und Bußmann kennen ihn nicht. Manche Menschen sind zwar lebendig, aber „kaum noch“ (wie Theaitetos gleich zu Beginn eines berühmten Werkes); was nicht rund ist, muß noch lange nicht eckig sein, und manches ist runder oder eckiger als anderes; erst recht ist vieles halb künstlich und halb natürlich, zum Beispiel die Sprache – der Komparativ fällt hier niemandem auf; und was sich alles zwischen Himmel und Erde befindet, ist sprichwörtlich.

Auf S. 205 findet man eine Abbildung des Gehirns mit drei riesigen Arealen, in denen jeweils Informationen über Menschen, über Tiere und über Werkzeuge gespeichert sein sollen. Für andere schöne Dinge bleibt da kaum noch Platz. Diese kühne Darstellung geht auf PET-Untersuchungen von Hanna Damasio zurück. Die Fragwürdigkeit solcher Lokalisationen ist bekannt, hier werden sie ganz kritiklos weitergetragen. (Die Abbildung ist wahrscheinlich aus Wikipedia s. v. „Mentales Lexikon“ entnommen, eine Quellenangabe fehlt.)
Die kurzen letzten Kapitel über Pragmatik und Textlinguistik sind anscheinend recht lustlos geschrieben und enthalten die üblichen Trivialitäten (Searle, Grice).
Bei den Lösungen findet man einige Druckfehler, darunter "mit hoher Wahrscheinlich“ (statt „Wahrscheinlichkeit“).
Druckfehler im Buch: diesem Beispiels (173)
Fazit: Das Buch ist begrenzt brauchbar, wegen der vielen Fehler und Oberflächlichkeiten aber überarbeitungsbedürftig. Man würde sich eine Einführung wünschen, die von erfahrenen Sprachforschern verfaßt ist wie seinerzeit Porzig, Jespersen, Paul usw. Die heutigen Einführungsbücher – immer weiter verdünnte Aufgüsse und Extrakte aus ähnlichen Büchern und Nachschlagewerken – sind nur scheinbar leichter lesbar, für intelligentere Studenten aber eine Zumutung.
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2 von 2 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Gute Einführungslektüre, die auch später gut gebraucht werden kann!, 9. Mai 2014
Rezension bezieht sich auf: Germanistische Linguistik: Eine Einführung (bachelor-wissen) (Broschiert)
Zuerst einmal ein paar Angaben zu meiner Person: Ich bin Deutsch-Lehramtsstudent im vierten Semester, habe also die eigentlichen Grundlagenmodule bereits abgeschlossen.

Dennoch sehe ich diese Lektüre als besonders hilfreich an, da in Hausarbeiten oder in Seminaren selber immer wieder eine Grundlage zu verschiedenen Themen der Linguistik erläutert werden müssen oder vorausgesetzt werden. Dafür ist die "Germanistische Linguistik" in ihrer mittlerweile 3. Auflage meiner Meinung nach wirklich zu empfehlen!

Der Aufbau des Buches macht schon beim Lesen des Inhaltsverzeichnisses Sinn: Zuerst wird eine allgemeine Erläuterung zu Sprache an sich gegeben, die ich leider in vielen wissenschaftlichen Arbeiten immer wieder vermisse.
Danach folgt eine Schritt-für-Schritt Erklärung der einzelnen Sachverhalte: Von Lauten über Worte bis hin zum Satz und dem eigentlichen Gebrauch der Sprache. Es gibt viele Werke, die der umgekehrten Reihenfolge nachgehen. Ich denke aber, dass der hier gewählte Weg der sinnigere ist.

Positiv hervorheben möchte ich die Literaturangaben am Ende jedes Kapitels, die anscheinend möglichst aktuell gewählt worden sind und nur vereinzelte ältere Angaben enthalten, und die Übungen zum Abschluss einzelner Thematiken. Diese können im Internet nochmals durchgeführt werden. Meinem Lernstil entspricht dies zwar nicht, aber diejenigen, die auf solche Übungen zurückgreifen möchten, werden gut bedient.
Zudem wird der Rand der Seiten gut für Kommentare genutzt. Hier finden sich z.B. Anmerkungen, dass hier eine Definition zu finden ist oder einzelne Begriffe, die dort erläutert werden. Definitionen sind zusätzlich in blaue Kästen gefasst, sodass sie schnell gesehen werden und auch beim Überfliegen des Kapitels gut herausstechen.

Die Sprache des Werkes ist leicht verständlich. Oftmals sind allein die Formulierungen in bestimmten Werken lernhemmend, davon kann hier definitiv nicht die Rede von sein.

Fazit: Die „Germanistische Linguistik“ dient sowohl als Einführungswerk für Studenten am Anfang des Studiums, aber auch als Nachschlagewerk oder Auffrischungslektüre für solche, die sich bereits in höheren Semestern befinden. Die Sprache ist angenehm zu lesen und durch das übersichtliche Layout sind Sachverhalte gut gegliedert und Definitionen stechen gut heraus.
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10 von 13 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gut und übersichtlich, 22. November 2009
Von 
E. Möller (Paderborn) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Rezension bezieht sich auf: Germanistische Linguistik: Eine Einführung (bachelor-wissen) (Broschiert)
Das Buch "Germanistische Linguistik" ist super geeignet für Studierende im ersten Semester. Alles was man über Sprachwissenschaften wissen möchte oder lernen muss, steht in diesem Buch. Es ist einfach und gut strukturiert. Ich kann es nur weiterempfehlen.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Als Einführung zu empfehlen, 23. November 2009
Rezension bezieht sich auf: Germanistische Linguistik: Eine Einführung (bachelor-wissen) (Broschiert)
Durch die Umstellung der Studiengänge und die damit verbundene Einführung des Bachelors wird in München (LMU) dieses Buch empfohlen. Es lässt sich leicht lesen und toll sind die Aufgaben, die es zu jedem Kapitel gibt. Die Lösungen dafür sind sogar im Internet zu finden.
Einen Stern Abzug gibt es, weil nicht alle Bereiche der Linguistik mit dieser Einführung abgedeckt sind... (Bsp. Sprachgeschichte)
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1.0 von 5 Sternen Zu knapp, 14. September 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Germanistische Linguistik: Eine Einführung (bachelor-wissen) (Broschiert)
Leider muss ich dieses Buch als "überflüssig" abtun. Wie so ziemlich jeder Germanistik-Student tat ich mich mit Linguistik sehr schwer und suchte ein Buch, dass ich neben der Vorlesung gut verwenden konnte. Auf den ersten Blick erscheint das Buch sehr gut, wegen der Grafiken und des Layouts. Dies täuscht leider über die mangelnde Qualität hinweg. Dieses Buch ist zu knapp geschrieben und verwirrt bestenfalls, als das es erklärt. Da gibt es wesentlich bessere Werke! Schade.
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13 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Gutes Arbeitsbuch!, 6. Januar 2008
Gelungene Zusammenfassung der grundlegenden sprachwissenschaftlichen Themen. Alle Grundbegriffe werden verständlich und prägnant erklärt.
Das Buch überzeugt durch gute Lesbarkeit, übersichtliche Darstellungen und viele Beispiele. Hilfreich sind die Übungen im Anschluss an die einzelnen Kapitel. Die Lösungen zu den Übungen kann man als pdf-Datei im Internet runterladen.

Das Buch eignet sich auch für die Examensvorbereitung bzw. Wiederholung der Grundlagen. Wer an der Uni Göttingen Germanistik studiert kommt an diesem Buch nicht vorbei!

Sprachwissenschaft muss nicht langweilig sein...
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4.0 von 5 Sternen Germanistische Linguistik, 2. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Germanistische Linguistik: Eine Einführung (bachelor-wissen) (Broschiert)
Gut gemacht. Kenntnisreich, bietet das Wesentliche, gut geschrieben. Wie es Studis brauchen. Eine gelungene Einführung für Studierende nicht nur der germanistischen Linguistik.
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5.0 von 5 Sternen Gut lesbar und sehr sinnvoll für das Germanistik Studium, 1. Mai 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Germanistische Linguistik: Eine Einführung (bachelor-wissen) (Broschiert)
Dieses Buch hat seinen Zweck vollkommen erfüllt, indem es für Fachliteratur recht gut zu lesen war und die Inhalte klar rüber gebracht hat.
Meine Sprach- und Kommunikationswissenschafts-Klausur konnte ich mit dem darin enthaltenen Wissen sehr gut bestehen.
Fürs Studium Top.
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5.0 von 5 Sternen sehr gut als Einstieg, 8. April 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Germanistische Linguistik: Eine Einführung (bachelor-wissen) (Broschiert)
Für einen Einführungskurs definitiv zu empfehlen. Verständliche Erklärungen, angemessener Umgang mit Fachtermini und für ein Fachbuch sehr angenehm zu lesen! Super!!
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2.0 von 5 Sternen Guter Aufbau aber zu viel Fachsimpelei!, 22. März 2014
Von 
R. Strohbach (Basel) - Alle meine Rezensionen ansehen
(REAL NAME)   
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Rezension bezieht sich auf: Germanistische Linguistik: Eine Einführung (bachelor-wissen) (Broschiert)
Als Überblick nicht geeignet. Die einzelnen Kapitel brauchen viel Vorwissen um dem Inhalt einigermassen folgen zu können! Gespickt mit Fachausdrücken, manchmal 50 pro Seite. Keine Chance, wenn man nicht schon Profi ist!
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Germanistische Linguistik: Eine Einführung (bachelor-wissen)
Germanistische Linguistik: Eine Einführung (bachelor-wissen) von Oliver Stenschke (Broschiert - 1. Juni 2008)
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