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am 26. Dezember 2008
In zeitlosem sehr gut gedrucktem schwarz-weiß zeigt uns Salgado, welche Macht Fotografie ausüben kann. Mir scheint, ein Menschenfreund hat, aus seiner humanistischen Haltung heraus, die Menschen Afrikas fotografiert und bei seiner Fotografie eine eben solche Bildsprache entwickelt, welche manchmal biblische Ausmaße annimmt.

Für mich die vielleicht höchste Legitimation zu fotografieren.

Beeindruckend, verstörend, emotional tief ergreifend.
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am 13. Mai 2015
30 Jahre lang hat der Fotograf Sebastiao Salgado zahlreiche Länder Afrikas bereist und die "verschiedenen Afrikas" fotografiert. Doch schnell wird deutlich und sein Vorwort-Texter, der Schriftsteller Mia Couto aus Moçambique, bringt es auf den Punkt: "Der Brasilianer hat nicht Orte besucht, er ist zu den Menschen gereist." Salgado war unterwegs, während der Hungerkatastrophen in der Sahelzone und während des Völkermords in Ruanda. Später hat er sich der Natur, den Naturvölker und den Tiere gewidmet. So ist ein einzigartiges Panorama entstanden. Es sind schlichte schwarz-weiß Bilder, die sich in ihrer eigenen Sprache und Tiefe über die einzelnen Seiten legen und Salgados Erfahrungen zeitlos und allgemeingültig in Szene setzen.

Alle Interessenten sollten sich darüber im Klaren sein, dies ist kein Werk, welches das ganze Afrika in Bildern festhält. So schreibt Couto unter anderem: "Diese Fotografien erheben nicht den Anspruch, den so genannten "realen" Kontinent zu finden, sondern sie wollen Zeichen der Komplexität und tiefgreifender Ambivalenzen aufdecken, die die verschiedenen Afrikas kennzeichnen." Es ist Salgados Blick auf das, was viele Menschen Afrikas vereint: Eine Wunde aus unbeschreiblich schöner Natur und dem Elend im postkolonialen Afrika. Dürre, Hunger, Tod, Flucht, aber auch Würde und Menschlichkeit sowie Natur und Tiere sind die Themen Salgados eigens selektierter Komposition.

Deswegen sollten alle Interessenten sich aber noch über etwas Weiteres im Klaren sein. Die schwarz-weiß Bilder sind schön und würdevoll, aber teilweise extrem grausam. Salgado sagte einmal in einem Interview, er sei während seine Reisen nicht einfach Fotograf gewesen, er war einer dieser Menschen seiner Fotografien und lebte unter ihnen. Es hatte ihn krank gemacht, was er lebte und fotografierte. Sebastian Salgado stieß an die Grenzen seiner eigenen Psyche und beendete zunächst die Projekte. Dies soll Sie als Interessent an dieser Stelle nicht abschrecken, sondern Ihnen etwas Verdeutlichen: den Wert des Werkes. Sein jüngstes Werk "Genesis" zeugte dann nämlich vom Gegenteil: Natur, Tiere, Harmonie. Er kehrte zum Urzustand der Welt zurück und dokumentierte in atemberaubenden Bildern die Schönheit unseres Planeten. Teile des Genesis-Projekts in Bezug auf Afrika sind ebenfalls im vorliegenden Band enthalten. So enthält das Werk "Africa" neben den Grausamkeiten auch etwas Heilsames - vielleicht Salgados Heilung und Versöhnung mit dem Kontinent selbst.

"Africa" ist meiner Meinung nach eines der wichtigsten Kunstwerke über Afrika. Salgados Blick auf Afrika und dessen Spaltung in Schönheit und Leid ist würdevoll, trotz der Tragödien, trotz tiefbewegender Bilder. Es gibt nichts Vergleichbares. Seine Bilder gingen zurecht um die Welt, denn "Sebastiao Salgado besuchte Afrika in der Zeit der Tränen und des Kristalls der Hoffnung," wie es Mia Couto im Vorwort formuliert. Tränen und Hoffnung - warum soll ich andere Wörter hervorzaubern, wenn sie die schwarz-weiß Fotografien doch so präzise beschreiben?
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am 24. Dezember 2014
Sebastiao Salgado ist für mich ein außergewöhnlich guter Fotograf, dessen Schwart-Weiß Aufnahmen sehr berühren können. Er lässt den Menschen dabei immer ihre Würde. Absolut sehenswertz ist auch der Film Salz der Erde in dem man die Gelegenheit hat einige seiner Fotos auf der großen Leinwand im Kino sehen zu können.
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am 23. Mai 2010
Wir finden das Buch einmalig und sind sehr glücklich, es nun zu besitzen!
Absolut empfehlenswert!
Jutta Mertens-Kammler
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am 8. Oktober 2014
Zunächst Kriege und Hungersnöte, später der „Stolz und der Schönheit dieses Kontinents“. Salgado hat 30 Jahre in Afrika fotografiert. Das Werk „Africa“ soll laut Vorwort und Buchbeschreibung die Quintessenz sowohl der fotografischen Kompetenz Salgados als auch den Kern seiner journalistisch-sozialkritischen Erzählung über Afrika darstellen. Das Lebenswerk eines „Afrika Kenners“?

Wilfried Baatz, Leipziger Professor der Wirkungsästhetik der Fotografie - schreibt über Salgado, dass dieser sich finanziell unabhängig „jenen widmen konnte“, die nicht auf den Titelseiten landeten: „den Vergessenen, den Elenden und den Ausgegrenzten“. Salgado ist allerdings nicht der erste und daran muss sein Werk zwangsläufig gemessen werden.

Der Klassiker „How The Other Half Lives“ - über die New Yorker Unterschicht des Sozialkritikers Jacob A. Riis - aus dem Jahre 1890 gilt als eines der frühesten Werke der Sozialkritischen Reportage- und Dokumentarfotografie. An diese journalistische Tradition soll nun Salgados Lebenswerk und dessen Erguss in „Africa“ anknüpfen. Aber es gibt einen entscheidenden Unterschied:

Riis öffnete den privilegierten die Augen und machte ihnen klar, dass der Amerikanische Traum, die Industrialisierung in gegenwertiger Form, für andere automatisch ein Alptraum war und deshalb Handlungsbedarf bestand. Was Riis tat, war die gegenwertige Vorstellung der Amerikanischen Gesellschaft als Halbwahrheit zu entlarven und dafür anzuprangern. Er löste dadurch eine Welle des sozialen Umdenkens aus, da er der „grauen Masse“ ein Gesicht gab und den Benachteiligten menschliche Würde zusprach.

Salgado hingegen bestätigt uns in „Africa“ lediglich über drastische oder wehmütige Motive, im Großteil jedoch über fotografisch anspruchslose Kompositionen (die oft lediglich davon leben etwas exotisches darzustellen), was wir bereits seit Jahrhunderten denken: In Afrika gibt es keinen Fortschritt oder Zivilisation, nur hilflose Armut inmitten von Brutalität und romantischer Schönheit. Die Botschaft: Habt Mitleid. Das Mittel: Ein einseitiger fotografischer Zoo nach dem Motto „guck mal wie die da leben“. Einen Kontext liefert er nicht.

Auf dem Kontinent Afrika gibt es abertausende von Städten, Mega Cities, internationale Metropolen, weltbekannte Forschungseinrichtungen, urbane Jugendkulturen und sehr viele, sehr verschiedene Länder und Nationen mit unterschiedlichen Geschichten und Gegensätzen. In einem Buch, welches den Kontinent ganzheitlich mit all seinen Problemen und Hoffnungen porträtieren soll, in einem Buch das 30 Jahre an Reisen und Arbeit in Afrika darstellen soll, veröffentlich der Fotograf aber beispielsweise kein einziges Bild von einer Stadt.

Von Salgados anderem Werk „Arbeiter“, schreibt die Südafrikanische Schriftstellerin und Nobelpreisträgerin Nadine Gordimer „Erst Salgado zeigt uns mit seinen Bildern (...) wie wenig wir von den Männern und Frauen wissen, auf deren Schultern die Last der Welt liegt“. Das selbe wurde 1890 über Riis gesagt.

In „Africa“ hingegen zeigt uns Salgado, wie wenig er über die Männer und Frauen weis, die auf dem Kontinent Afrika leben. Wie verfehlt sein Anliegen uns diesen Teil der Erde näher bringen zu wollen, ist. Bis auf wenige Ausnahmen sowohl fotografisch, als auch ausnahmslos journalistisch eine grobe Selbstüberschätzung. Sehr schade. Die Zeiten in denen europäische Adlige Fotografische Expeditionen (Die Abenteuerurlaube der Zeit) unternahmen um den Damen und Gentlemen zuhause den stereotyp des "wilden Kontinents" näher zu bringen und ihnen als Abenteurer zu imponieren, gehört nicht in das 21. Jahrhundert.

Technisch hingegen ist das Album sehr schön mit großformatigen Fotografien produziert. Dabei wurde auch davon abgesehen, Bilder über den Einband des Buches hinaus zu drucken, was ein Unding in vielen Alben darstellt. Der Inhalt jedoch, lässt heutzutage zu wünschen übrig, misst man ihn an dem Anspruch, den der Autor an sich stellt. Ich habe das Werk lediglich als Unterrichtsmaterial gekauft. Wer in Ländern Afrikas gelebt hat wird über dieses Werk empört sein, wer es als Blick auf eine ihm fremde Welt kaufen möchte, sollte dies nur unter dem großem Vorbehalt tun, dass "Africa" nicht Afrika ist.
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