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am 15. August 2010
Der Patient ist auf seine materiellen Eigenschaften reduziert, auf seine Funktion als Ressource für ein gefräßiges System. Wem geht es eigentlich noch um die Gesundheit? Wie wird aus einem Kranken ein Gesunder? Die Antwort ist ernüchternd: Trotz deutlich steigender Ausgaben sinkt die Leistung für den Patienten. "Ware Patient" erklärt investigativ recherchiert und erstaunlich unterhaltsam und spannend formuliert warum das so ist.

Rickelmann und Fromm zeigen in jedem Kapitel einen Schnappschuss aus einer beängstigenden Industrie: Die Bewohner eines Altenheim vegitieren als eine Kolonie von Laborratten, aus Ärzten werden geschmierte Pharma-Botschafter, das Gesundheitssystem selbst liegt längst in der Pathologie. Die Autoren sezieren es mit scharfer Klinge und erklären, wie es die System-Operateure hingerichtet haben.

Lesenswert: Leider kein fiktiver Krimi, sondern erschreckende Wirklichkeit.
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am 16. August 2010
Akribisch in der Recherche, kenntnisreich in der Sache, spannend im Stil und konsequent in den Analysen und Schlußfolgerungen durchleuchten Rainer Fromm und Richard Rickelmann das deutsche Gesundheitssystem. Nach der Lektüre stellt sich dem Leser angesichts der Fakten die Frage: Was ist nur aus unserem einst weltweit bewunderten Gesundheitswesen geworden, wie nur konnte es zu einem Markt von Selbstbedienern verludern? Was die Autoren an Strukturen und Entwicklungen aufgedeckt und auf 250 Seiten anschaulich dokumentiert haben, lässt eine Parallele zur Finanzkrise und ihren Ursachen erkennen.

Auf dem größten deutschen Wirtschaftsmarkt hat sich eine unvorstellbare Gier wie ein gefährlicher Virus ausgebreitet und droht nun ein bewährtes, solidarisch aufgebautes System zu sprengen, während die Politik, willfährig gegenüber den mächtigen Lobbygruppen, hilflos zusieht, wie die Pharma-Industrie von Jahr zu Jahr hemmungsloser die Kassen der gesetzlichen Krankenkassen plündert, wie Ärzte von Arzneimittel-Firmen mit fürstlichen Zusatzhonoraren dafür bestochen werden, dass sie bevorzugt deren besonders teuren Medikamente verschreiben, wie Patienten Opfer überflüssiger, nicht selten risikoreicher Operationen werden. Die Ursache für diese fatale Entwicklung: In der Medizin hat das Gewinnstreben die Ethik verdrängt.

Ein skandalöses Szenario ist zu besichtigen: Die Pharma-Industrie streicht Rekordgewinne ein, Privat-Klinikkonzerne reduzieren ihre Versorgungsleistungen gegenüber den Patienten und verbessern damit ihre Renditen und sich arm rechnende Ärztegruppen steigern in Wirklichkeit durch überflüssige Behandlungen kontinuierlich ihre Einnahmen, gleichzeitig aber droht den Patienten trotz ständig höherer Krankenkassen-Beiträge die Rationierung medizinischer Leistung.

Die Empfehlungen und Schlussfolgerungen der beiden Autoren lassen sich folgendermaßen zusammenfassen:

- Was immer mit Vernunft und Außenmaß zu tun hat, sollte wieder zur Richtschnur medizinischen Handelns werden. Die Politik muß daher endlich den Mut aufbringen, der maßlosen Abzockerei Grenzen zu setzen;
- Patienten müssen ihr falsches Anspruchsdenken aufgeben und sich freimachen von ihrer oft tiefen Gläubigkeit gegenüber Arztvorschlägen und der Wunderkraft der Apparatemedizin;
- Gesundheitsministerien, Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung müssten in ihrem eigenen Interesse dazu beitragen, die Versicherten aus der Unmündigkeit gegenüber den Weißkitteln zu befreien.

"Aufklärung" haben Fromm und Rickelmann auf ihre Fahnen geschrieben. Ihr Buch wird diesem Anspruch in vollem Umfang gerecht.
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am 9. Februar 2013
Armes Deutschland. Das Teuerste und ineffizienteste Medizinsystem der Welt. Durchzogen von Betrug und Betrügern. Leider kann ich vieles aus eigener Erfahrung bestätigen was der Autor so zusammengetragen hat. Und das Geflecht zwischen Pharmaindustrie und Politik müßte man auf die Art und Weise zerschlagen, wie es dereinst mit dem Gordischen Knoten geschah. Anderes ist wohl in Deutschland nicht mehr möglich. Zu tief sind die Verflechtungen. Und der Bürger zahlt diese Selbstbedienungs- Maschinerie stillschweigend. Traurig traurig.

Im Übrigen habe ich genug Einblick um viele Aussagen des Autors bestätigen zu können.
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