weddingedit Hier klicken muttertagvatertag Cloud Drive Photos Learn More Spirituosen Blog hama Hier klicken Fire Shop Kindle PrimeMusic Autorip GC FS16

Kundenrezensionen

4,5 von 5 Sternen25
4,5 von 5 Sternen
5 Sterne
16
4 Sterne
8
3 Sterne
0
2 Sterne
0
1 Stern
1
Ihre Bewertung(Löschen)Ihre Bewertung


Derzeit tritt ein Problem beim Filtern der Rezensionen auf. Bitte versuchen Sie es später noch einmal.

Beim Fußball geht es nicht um Leben oder Tod. Es geht um viel mehr! Das mag Menschen, die nicht das Privileg genießen durften, im Ruhrgebiet ihre primäre Sozialisation erfahren zu haben, halbwegs überraschen. Stimmt aber trotzdem und trifft sogar für so unsympathische Kapitalistenclubs wie Lüdenscheid-West oder Recklinghausen-Süd zu. In seiner Sammlung von Fußballgeschichten "Weil Samstag ist" setzt der gebürtige Bochumer und damit qua Geburt VfLer Frank Goosen seinem Verein, den Fans und der Region ein kleines literarisches Denkmal.

Dabei ist es ja zugegebenerweise nicht leicht, Fan des VfL Bochum zu sein, wo doch in unmittelbarer Nachbarschaft Vereine wie Gazprom 04 oder EON 09 viel mehr finanziellen Spielraum besitzen (oder zumindestens bereit sind, sich gnadenlos zu verschulden), um sportliche Erfolge zu feiern. So muss auch Goosen gestehen: "Zum VfL gehen ist, wie wenn dich jede Woche deine Frau verlässt" (14). Doch es ist natürlich ein Ding der Unmöglichkeit, seinem Heimatverein den Rücken zu kehren. Vielmehr ist es Pflicht eines jeden Fußballfans, Anhänger gegnerischer Mannschaften auf das Übelste zu beleidigen oder sie ob ihres tragischen Schicksals zu bemitleiden. Diese Weltanschauung wird auch gnadenlos an den eigenen Nachwuchs weitervermittelt: "Und so begab es sich, dass mein Zweitgeborener zum Geburtstag im Juni letzten Jahres einen mittelgroßen Schäferhund aus Plüsch geschenkt bekam, der einen Namen brauchte. Kinder, die dann auf so einen Quatsch kommen wie "Bello" oder "Fifi" oder "Wau-Wau",führen später ein Dasein als soziale Randexistenzen, konsumieren gefährliche Drogen, treiben antriebslos dahin oder werden sogar BVB-Anhänger" (143). Der Hund von Goosen, jr. bekam natürlich den Namen Gekas.

Mit "Weil Samstag ist" begibt sich Goosen auf die Spuren von Nick Hornby, der seine Leidenschaft für Arsenal London in dem Roman Fever Pitch verewigt hat. Stil und Erzählhaltung der beiden Autoren ähneln sich sehr stark: Ironischer Blick auf die eigene Leidenschaft ohne einen Zweifel am absoluten Ernst eben dieser aufkommen zu lassen, derber Humor, vor allem, wenn es um die Anhänger anderer Vereine geht sowie gelegentliche Ausflüge ins Nachdenklich-Melancholische. Mit eben dieser Mischung hat Goosen auch in seinen vorhergehenden Romanen, zuletzt So viel Zeit, überzeugt. Am besten sind die Fußballgeschichten, wenn Goosen sich mit einer gehörigen Dosis ironischer Distanz mit seiner Passion und allem was dazu gehört auseinandersetzt: "Heute sind wir beim Bootsmann in Witten eingeladen, der auf seiner überdachten Terasse für uns grillen will. Ich überlege, mal ausnahmsweise selbst mit dem Wagen zu fahren. Ein, zwei Bierchen, dann Wasser oder Schorle. Ist doch viel gesünder! Irgendwer lacht mich aus. Oh, ich bin es selbst" (132).

"Weil Samstag ist" besteht aus sechs Kapiteln. Vier Kapitel bahandeln fußballbezogene Ereignisse zu einem thematischen Schwerpunkt. Ergänzt wird das Buch durch die beiden Blogs zur WM 2006 und zur EM 2008, die bereits auf Spiegel Online veröffentlicht wurden. Dabei flacht vor allem der Blog zur EM 2008 deutlich ab und erreicht bei Weitem nicht das Niveau des restlichen Teils der Darstellung. Er wirkt witz- und lieblos niedergeschrieben. Zudem fehlen wichtige Ereignisse , die der EM ihren Stempel aufgedrückt haben. So vergisst Goosen beim Spiel gegen Österreich das Tor Michael Ballacks zu würdigen, welches Dank der Superzeitlupe mittlerweile ikonischen Status erreicht hat. Ich hatte den Eindruck, dass Goosen diesen Teil nicht mehr überarbeiten konnte, da das Buch so schnell wie möglich nach der EM veröffentlicht werden sollte.

Fazit: Trotz des genannten Schwachpunktes, ist das Buch absolut zu empfehlen und für jeden VfL-Fan sowieso ein absoluter Pflichtkauf. Goosen verneigt sich vor dem Fußball und den Menschen des Ruhrgebiets, deren Leidenschaft für den Fußball, in Ermangelung einer glorreichen Geschichte oder zahlreicher landschaftlicher Schönheiten, deutschlandweit ihresgleichen sucht. Das liegt uns Westfalen einfach im Blut: "Fußball ist uns zwischen Duisburg und Unna, zwischen Recklinghausen und Hattingen ins Genom übergegangen, unsere Doppelhelix besteht nicht aus Aminosäuresequenzen, sondern aus echtem Leder" (8). In diesem Sinne: Glück Auf!! Sogar ein bisschen nach Lüdenscheid und Recklinghausen...
22 Kommentare|20 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Februar 2010
Ein Versuch, Goosen mit Hornby vergleichen zu wollen, wuerde beiden nicht gerecht. Goosen versucht in dokumentarischer Form dem Innenleben eines Fussballfans, Anhaenger des mehr oder weniger erfolglosen VFL Bochum, literarisch Geltung zu verschaffen. Dabei stehen weniger einzelne Spiele, die Taktik oder Meisterschaften im Vordergrund, sondern die Gefuehlswelten des Fans, sein Denken, sein teilweise irrationales Handeln im Zusammenhang mit dem Fussball bzw. dem Lieblingsverein. Fussball ist ein wesentlicher Teil des oeffentlichen Interesses geworden und schon lange nicht mehr die schoenste Nebensache der Welt. Millionenbetraege haengen vom Erfolg ab, ganze Regionen wie z.B. das Ruhrgebiet leben Fussball bzw. ihren Verein. Verliert er, geht die Welt unter. Mit dem Erfolg oder Misserfolg der Mannschaft gehen Empfindsamkeiten einher, die sogar das Familienleben und den Berufsalltag beeinflussen. Goosen laesst in vielen kleinen Episoden die Absurditaeten des Fanseins aufleben. Hunde bekommen den Namen des Lieblingsspielers, verdiente Spieler werden auch noch nach Jahren auf der Strasse erkannt und namentlich gefeiert, Kinder nach dem Lieblingsverein benannt (Arminia) und mit der Geburt beim Verein angemeldet. Geradezu wissentschaftlich wird das Fussballspiel ausgesucht, bei dem der Sohn beim Lieblingsverein des Vaters eingefuehrt wird. Vaeter mutieren zu kleinen Kindern, wenn sie die Pagini Fussballbilder ihren Kindern entwenden und der alten Sammlerleidenschaft froenen. Und Fussball ist schon lange kein Proletensport mehr, sondern auch bei Frauen beliebt und akzeptiert.
Rundum gelungene Bestandsaufnahme des Fanseins. Wuerde der VFL Bochum so Fussballspielen wie Goosen schreibt, waere es nur eine Frage der Zeit, wann der VFL Deutscher Fussballmeister wird.
0Kommentar|Eine Person fand diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 14. Mai 2011
Ein wunderbares Buch und eine wunderbare Liebeserklärung an das Ruhrgebiet und "sein Fußball". Ich kannte weder Buch noch Rezensionen, sondern habe es ganz einfach in der Auslage der Buchhandlung meines Vertrauens gesehen und gekauft. Dann begab ich mich in ein Café im Münsterland und fing an zu lesen.

Meine Sitznachbarn inklusive Bedienung müssen mich für vollkommen bescheuert gehalten haben, da ich wirklich Tränen gelacht habe. Freudentränen. Es ist so wunderschön, über Fussball und übers Ruhrgebiet an sich (ich bin gebürtige Oberhausenerin) zu lesen und den gewaltigen Wortwitz in sich aufzunehmen.

Dieses Buch werde ich noch häufig verschenken. Es ist ein "must-have" für Ruhris, Fußballfans und für jeden, der die Relevanz eines gemeinsamen Feierns im Stadion nach einem Sieg der Heimmannschaft noch nicht kapiert hat. Oder "public viewing" nur aus TV-Sendungen kennt.

Wer als Schalke Fan jeden Witz über entgangene Schalen kennt, versteht, was ein VfL Anhänger durchlebt.
5 Sterne für die Thematik und nochmal 5 Sterne für den Witz und den Schreibstil.

Herrlich! Ich verspreche hoch und heilig, niemals mehr das Wort "Lüttich" in den Mund zu nehmen.....
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 19. Dezember 2008
Als eingefleischter VfL Fan war es ein Genuss das Buch innerhalb weniger Stunden zu lesen. Ich habe Tränen gelacht und mitgebangt; konnte es nicht mehr aus der Hand legen! Goosens Sprache spricht uns alle an, egal ob Fussballfan, Ruhrpottler oder die wenig Übrigen, die sich einfach nur amüsieren wollen! Eine ganz große Leistung!
Kann man nur empfehlen!
0Kommentar|6 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 23. Juni 2009
... wieso ich Samstag ins Stadion gehe ;)

Das Buch ist super geschrieben und voller kleiner, netter Geschichten von Frank Goosen rund um den Fussball. Man erfährt von der Gründung des VfL Bochums, über die Toilettensituation eines Stadions, bis hin zur Fahrt nach Lüttich und des folgenden Ausscheidens aus dem UEFA Cup.
Allerdings ist das Buch natürlich nicht nur für VfL Fans geschrieben - kann ich getrost sagen, bin nämlich selbst ein Anhänger eines südlichen Vereines ;). Es ist einfach eine sehr nette Lektüre, in der es sich ausschließlich um das runde Leder dreht und Frank Goosen entpuppt sich als der Mario Barth des Fussballs!

Auf der Webseite eines bekannten Sportfernsehens, kann man sich auch Ausschnitte seines Werkes ansehen, welche mich erst auf dieses Buch brachten - einfach mal ansehen, mitlachen, zustimmend Nicken und sich dann für dieses Buch entscheiden!

5/5 natürlich
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 21. Juli 2009
Schon die Lektüre des Klappentextes lässt die Mundwinkel nach oben schnellen. Als bekennender "Ruhri" komme ich um das Thema Fußball nicht herum, auch wenn ich gar nichts davon verstehe. Schließlich gibt es im Revier so viele Vereine und Spielstätten wie nirgendwo sonst in Deutschland.
Doch auch ohne spezifische Kenntnisse dieser Sportart macht es einfach einen Riesenspaß, dieses Buch zu lesen. Mit einem ordentlichen Schuss Selbstironie schildert Frank Goosen die so typisch deutsche Samstags-Mentalität zwischen Kleingarten und Autowäsche und beschreibt uns dabei in der für das Ruhrgebiet charakteristischen direkten und offenen Art äusserst liebenswert.
Nebenbei ist das Buch auch noch eine augenzwinkernde Empfehlung zur Förderung der Toleranz innerhalb der Fußball-Gemeinde.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 4. Juli 2009
Wer wirklicher Fussballfan ist (der Verein spielt hier nur eine untergeordnete Rolle...) wird sich in diesem Buch auf vielen Seiten wiedererkennen. Frank Goosen hat einen sehr schönen Schreibstil und man kann das Büchlein fast in einem Ruck durchlesen. Natürlich ist sein westfälischer Dialekt hier von hohem Unterhaltungswert und liebenswert (in hessischem Dialekt geschrieben wäre das Buch an den meisten Stellen weit weniger lustig...).
Alles in allem ein absolut tolles Buch mit sehr lustigen Begebenheiten und Anekdoten.
Viel Spass beim lesen
LG
Jürgen
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 2. Juni 2010
und alle waren immer begeistert. Es ist eben Goosen wenn er schreibt. Entweder man mag ihn oder nicht.
Für Leute die nur Fussball facts wollen ist es nichts. Aber wer auch Unterhaltung und auch mal lachen will für den ist es richtig. Deshal können es auch Frauen lesen, wenn auch wohl einige spezielle Fragen auftauchen.
Allerdings, wer das Buch hat braucht sich die CD von Goosen "Echtes Leder" nicht zu kaufen. Es sind zu 90% die gleichen Gags und Sprüche drin.
Also Goosen , lass dir was neues einfallen und ich kauf es wieder.
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 24. November 2009
Eigentlich hatte ich dieses Buch für meinen Mann gekauft, um ihn endlich auch einmal zum Bücherlesen zu bewegen -- Fußball und Kurzgeschichten, das sollte doch eigentlich passen... Er war wirklich begeistert und das Beste war - ich auch. Nach nur ein paar Seiten haben wir herzlich zusammen über die komischen Situationen im Stadion gelacht. So konnte ich auch mein Fußballwissen noch etwas ergänzen. Also, liebe Frauen (und Männer) - das Buch ist zu empfehlen :-)!
0Kommentar|War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden
am 15. Dezember 2008
Der sonst für männliche Mittvierziger auch literarisch ("So viel Zeit") durchaus empfehlenswerte Frank Goosen gibt hier einen Einblick in sein Leben als Fußballfan (der 2006 zum ersten Mal ein Fußballstadion betreten hat). Und dabei vermittelt er dem interessierten Leser genau das, was auch Religionen tun, nämlich die Zusage: Du bist nicht allein. - Wer Fußball liebt, wird dieses Buch lieben. Goosen formuliert Fanfreude und Fanfrust, was für ihn als VFL-Fan natürlich nahe beieinanderliegt.
Das Ganze in kurzen Geschichten serviert und somit durchaus auch für zwischendurch geeignet.
Ich wünsche Frank Goosen viel Spaß in den nächsten Jahren als Fußballzuschauer seiner Sprösslinge, was er am Ende anklingen lässt - mehr Aufregung geht nicht.
0Kommentar|2 Personen fanden diese Informationen hilfreich. War diese Rezension für Sie hilfreich?JaNeinMissbrauch melden