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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anschaulich - verblüffend - spannend
Der Mensch kann einfach nicht aus seiner Haut. Und die ist noch dieselbe wie vor einigen tausend Jahren, als sich der Neandertaler darin wohlgefühlt hat. Deshalb, so die Überzeugung von Jürgen Brater, kann auch kein modernes Gewand, kein Schlips und kein Kragen verbergen, dass der Mensch ewig von gestern sein wird. Am Beispiel alltäglicher...
Veröffentlicht am 9. März 2007 von Lore Kurbjuhn

versus
11 von 19 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
3.0 von 5 Sternen Neandertaler ?
Etwas befremdlich finde ich den Titel schon. Hat sich der Autor denn tatsächlich umfangreich mit der Materie beschäftigt ? Der moderne Mensch, also der Homo sapiens sapiens ist doch gar nicht mit dem Neandertaler verwandt. Der Homo sapiens neandertalensis ist doch mit dem Auftauchen des Cro Magnon Menschen ausgestorben und vermutlich von diesem verdrängt...
Veröffentlicht am 9. Mai 2008 von 11-i


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15 von 16 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Anschaulich - verblüffend - spannend, 9. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Wir sind alle Neandertaler: Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt (Gebundene Ausgabe)
Der Mensch kann einfach nicht aus seiner Haut. Und die ist noch dieselbe wie vor einigen tausend Jahren, als sich der Neandertaler darin wohlgefühlt hat. Deshalb, so die Überzeugung von Jürgen Brater, kann auch kein modernes Gewand, kein Schlips und kein Kragen verbergen, dass der Mensch ewig von gestern sein wird. Am Beispiel alltäglicher Phänomene entschlüsselt der Mediziner und Sachbuchautor in seinem neuen Buch "Wir sind alle Neandertaler", das soeben erschienen ist, weshalb der Erdenbürger sich mitunter seltsam verhält, den Grund für sein Benehmen aber oft nicht kennt.

Verkürzt man die Entwicklung der Gattung Homo", deren letztes Glied wir sind, auf einen 24-Stunden-Tag, so hat der Mensch weit über 23 Stunden als Jäger und Sammler verbracht."

Kein Wunder also, dass er sich als Nostalgiker erweist und bei jeder passenden Gelegenheit Elektrizität gegen altvertrauten Flammenschein eintauscht. Ob Grillen oder Candlelight-Dinner, keine Glühbirne kann die Gemeinschaft und Wärme rund ums Lagerfeuer ersetzen, die schon die Neandertaler zu schätzen wussten. Der Mensch betreibt Mobbing, um sich und seine Gruppe vor schädlichen Einflüssen zu schützen. Er gähnt, um dazuzugehören und im Restaurant wählt er immer den Tisch an der Wand, um einem Angriff aus dem Hinterhalt vorzubeugen. Der Jetlag, die Babysprache, selbst das Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom: Alle haben sie ihren Ursprung in grauer Vorzeit. Sie werden den Menschen sicher noch lange begleiten, aber endlich erfährt er nun weshalb.

"Wir sind alle Neandertaler" entlarvt eine klaffende Lücke zwischen dem ambitionierten Fortschrittsglauben und der tatsächlichen Anpassungsfähigkeit des Menschen. Jürgen Braters Buch eröffnet eine neue Perspektive auf menschliches Verhalten und erläutert anschaulich verblüffende Sachverhalte rund um das spannendste Geschöpf dieser Erde.
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14 von 15 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Sehr zu empfehlen!, 19. April 2007
Rezension bezieht sich auf: Wir sind alle Neandertaler: Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt (Gebundene Ausgabe)
Der Mensch hat diverse Stadien der Entwicklung durchgemacht, was sein Erscheinungsbild und sein Handeln mit der Zeit verändert hat. Viele Verhaltensmerkmale jedoch sind geblieben, wie beispielsweise der Blindarm, das Gähnen oder die Weisheitszähne, die uns heute eher hinderlich sind, den früheren Menschen jedoch beim Überleben hilfsam waren.

Der Autor geht auf verschiedene Punkte ein, die seiner Meinung nach Überbleibsel sind und erklärt damit unser Verhalten .

Dabei geht er nach einem bestimmten Muster vor.

Er wählt verschiedene Themen und damit Oberkapitel aus: - Ursprung und Entwicklung, - Feuer und Licht, - Aberglaube und Mystik, - Körper und Sinne, - Angst und Schrecken, - Nervenkitzel und Action, - Essen und Trinken, - Krankheit und Leid, - Misstrauen und Anteilnahme, - Männer und Frauen und schließlich natürlich - Liebe und Sex.

Nehmen wir das Kapitel zu "Feuer und Licht". Wie bei allen weiteren Kapiteln auch, folgt nun erst einmal eine kurze Episode, wie es in früherer Zeit gewesen sein könnte. Die beiden Hauptpersonen sind dabei Ugur und seine Frau Wala, die in einer recht großen Sippe mit Schamanen leben. Hier wird erzählt, was das Feuer für die Sippe bedeutet und wie man Feuer mit primitivsten Mitteln herstellen kann. Des weiteren folgen diverse Denkansätze und Erklärungen zu Themen, die damit in Zusammenhang stehen. Als erstes wird die "Lagerfeuerromantik" besprochen. Hier wird erklärt, warum Menschen sich einem Lagerfeuer nicht entziehen können, obwohl Feuer im Grunde etwas Böses und Schmerzhaftes ist. "Der Mann am Grill" als Statussymbol - die meisten Frauen können sich nicht einmal vorstellen, den Grill bedienen zu müssen, "Traumhaus mit offenem Kamin", "Candlelight-Dinner", aber auch das "Feuerwerk", das eine ungebrochene Faszination, vor allem für Kinder auslöst.

Die einzelnen Aufsätze sind wirklich interessant, zwar hat man einiges davon schon einmal ansatzweise irgendwo gehört oder gelesen, jedoch noch nie in diesem direkten Zusammenhang. Die Episoden aus Ugurs Leben machen das Ganze dann auch immer noch verständlicher für den Leser.

Nimmt man Beispielsweise das Gähnen. Jeder muss ab und zu gähnen, obwohl dies keine Funktion erfüllt. Es ist wissenschaftlich erwiesen, dass wir aus Sauerstoffmangel gähnen uns der Akt des Gähnens selbst jedoch nicht mehr Sauerstoff einbringt. Auch hier liegt wohl ein Rudelverhalten vor. Wenn der Anführer ein paar mal herzhaft gegähnt hat, zogen sich auch die anderen Rudelmitglieder zum Schlafen zurück, da sie von seinem Gähnen angesteckt worden sind. Dasselbe gilt für die Gänsehaut. Heute ist sie nutzlos, doch zu einer früheren Zeit, in der man den Gegenüber womöglich noch einschüchtern musste, wirkte man dadurch größer und gefährlicher. Der Autor vergleicht das mit dem Sträuben des Fells bei einem Hund, wenn er die Zähne fletscht und in Angriffsposition geht.

Die Geschichten und Aufsätze sind allesamt unterhaltsam geschrieben, sodass es Spaß macht, sie zu lesen. Man ist auch nicht gezwungen jedes Kapitel zu lesen, sondern kann zu jenen weiterblättern, die einen besonders interessieren, da sie unabhängig voneinander sind.

Das Inhaltsverzeichnis gibt Auskunft über die Oberkapitel, jedoch nicht über die Unterteilungen.

Im Anhang findet man dafür ein Register, in dem die Hauptpunkte wie "Gute Tat, Gähnen, Haare, Rückenschmerzen" und so weiter, mit Seitenzahlen aufgeführt werden.

Die Sprache ist leicht verständlich, sodass man kein Fremdwörterlexikon benötigt, um dieses Buch lesen zu können.

Das Buch ist gebunden, hat einen Schutzumschlag, der in grau gehalten ist und einen Neandertaler auf dem Cover trägt und dem Buch einen edlen Eindruck verleiht.

Das Buch ist in der neuen deutschen Rechtschreibung gehalten, wobei ich hier gerne den Satz aus dem Einband zitieren möchte Die Einheitlichkeit der deutschen Rechtschreibung ist in den letzten Jahren ohne Not zerstört worden. Dieses Buch orientiert sich überwiegend an der neuen Orthografie, folgt bei der Getrennt- und Zusammenschreibung aber den Regeln der sprachlichen Vernunft".

Alles in allem liegt hier ein interessantes und durchaus spannendes Buch vor, von dem man noch einiges lernen und neue Eindrücke und Erfahrungen sammeln kann. Dieses Buch ist sehr zu empfehlen!
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11 von 12 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Irgendwie tröstlich, 2. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Wir sind alle Neandertaler: Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt (Gebundene Ausgabe)
«Raser mit Tempo 205 gestellt», vermeldeten am 9.Februar die Schweizer Tageszeitungen. Da war ein Mann an Stelle der erlaubten 120 Kilometer mit 85 Kilometern zu viel auf dem Tacho auf der Autobahn A1 erwischt worden. Vermutlich hatte er es eilig oder wollte mal wieder seinen Wagen so richtig ausfahren. Würde man den Wissenschaftsautor Jürgen Brater fragen, hätte der noch eine andere Antwort parat gehabt: Der Urmensch, der in jedem von uns steckt, hatte das Steuer übernommen und das Gaspedal bis zum Anschlag durchgedrückt.

Wir leben zwar in einer hoch technisierten Umwelt, aber entsprechend zivilisiert verhalten wir uns deswegen noch lange nicht, meint Jürgen Brater und liefert in seinem neu erschienenen Buch «Wir sind alle Neandertaler» zahlreiche interessante Beweise.

Das Auto als WaffeDer Urzeitmensch mit dem dominanten Kiefer und den Überaugenwülsten verschwand erst vor zwanzig- bis dreissigtausend Jahren von der Bildfläche, während die Evolution unter Umständen Millionen Jahre benötigt, bis sie Lebewesen verändert. «Somit blieb für die Anpassung an unser heutiges Leben mit all seinen komplizierten Begleitumständen viel zu wenig Zeit», schreibt Brater. «Unsere Erbanlagen, die nicht nur unser Aussehen, sondern auch all unsere Körperfunktionen und nicht zuletzt unser Verhalten steuern, sind mit denen unserer steinzeitlichen Urahnen noch immer weit gehend identisch.»

Also sollte es niemanden verwundern, wenn wir uns ab und zu wie Urmenschen verhalten, zum Beispiel beim Autofahren. Da wird gedrängelt und gerast, als ob dem Fahrer ein Säbelzahntiger im Nacken sässe. Und wehe, einer wagt es, uns zu überholen. Dann sehen wir oft rot. «Da werden dieselben urzeitlichen Instinkte wach wie in den einstigen Steppenjägern, deren Leben davon abhing, sich bloss nicht von einem Konkurrenten die Beute abjagen zu lassen.» Und weil die Evolution mit der Technik nicht Schritt halten konnte, stellt das Auto für den Urjäger im Menschen eine Waffe dar, «die er einsetzt, wenn er sich bedroht fühlt», zitiert Brater den deutschen Sozialpsychologen Hardy Holte. Angesichts dieser Erkenntnisse verwundert es, dass die Autobahnen nicht wie Schlachtfelder aussehen.

Wer grillt, ist der Anführer

Dass Männer beim Gartenfest so gerne das Kommando am Grill übernehmen, kommt ebenfalls nicht von ungefähr. In dieser Situation lässt der Neandertaler besonders grüssen und gibt dem Mann von heute beim Hantieren mit rohem Fleisch das Gefühl, ein steinzeitlicher Jäger zu sein, der seine Sippe mit der mühsam erlegten Beute versorgt. Und: «Wer Feuer anzündet, steht in der Sozialhierarchie ganz oben», wird die Freiburger Soziologieprofessorin Nina Dengele im Buch zitiert.

Bei der Lektüre von Braters Buch wird auch klar, warum immer mehr Menschen den ganz besonderen Kick bei extremen Sportarten wie Apnoetauchen, dem Tauchen ohne Sauerstoffflasche, oder Einhandsegeln suchen. Unsere steinzeitlichen Vorfahren mussten, schon allein um die tägliche Mahlzeit zu beschaffen, viele Gefahren auf sich nehmen. Der heutige Alltag ist, zumindest in der westlichen Welt, für die meisten Menschen alles andere als aufregend. Allerdings ist der Drang von damals, den Körper an seine Grenzen zu führen, immer noch vorhanden. Deshalb sucht mancher - nachdem wir keine Mammuts mehr fürs Nachtessen erlegen müssen - seinen ganz persönlichen Adrenalinstoss im Sport.

Küssen statt beschnüffeln

Interessant ist auch der Zusammenhang, den Brater zwischen unserer Vorliebe für Film- und Fernsehstars und dem steinzeitlichen Wesen in uns herstellt. Warum verschieben wir Termine, nur damit wir sehen können, wie Dr. House die Ursache für eine seltsame Erkrankung findet oder Thomas Lüthi seine Beziehung zu Urs kittet? Und warum scheinen uns manche Stars so vertraut, als würden wir sie tatsächlich kennen? Dafür sind «unsere extrem langsam verlaufenden evolutionären Anpassungsprozesse verantwortlich, die keine Chance hatten, mit der rasanten Entwicklung der Medien Schritt zu halten», so Brater. Unser Gehirn kann ganz einfach nicht zwischen realen Figuren und Kunstfiguren unterscheiden.

Selbst der Kuss erscheint in einem ganz anderen Licht, wenn man weiss, wie er vermutlich entstanden ist. Verhaltensforscher glauben, dass sich das gegenseitige Berühren der Lippen im Lauf der Evolution aus dem bei Vierbeinern üblichen Beschnüffeln und Belecken des Hinterteils entwickelt hatte, mit dem Tiere ihre sexuelle Bereitschaft erkunden. Als sich der Mensch aufrichtete, verlagerte sich auch diese Form der Kontaktaufnahme nach oben. «Der Kuss ist ein symbolischer Geschlechtsakt», zitiert Brater die Bremer Kulturwissenschaftlerin Ingelore Elberfeld. Das erklärt auch, warum sich beim Küssen der Puls erhöht und Glückshormone ausgeschüttet werden.

Jetzt wissen wir also, warum wir manchmal seltsam reagieren und dass es nicht an unserem vielleicht eigenartigen Charakter liegt, sondern am Urmenschen in uns. Irgendwie tröstlich.
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6 von 7 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
4.0 von 5 Sternen Die Historie der verbreiteten Lagerfeuerromantik und der Spinnenphobie, 8. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Wir sind alle Neandertaler: Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt (Gebundene Ausgabe)
Jürgen Brater erzählt eine fiktive, an aktuellen paläontologischen Erkenntnissen orientierte Geschichte aus dem Alltag eines altsteinzeitlichen Jägers und seiner Sippe und beschreibt im Anschluss an jede Episode, inwiefern darin enthaltene Verhaltensweisen aus der Ur- und Frühzeit unserer Art heute noch in uns fortwirken, und zwar entweder völlig sinnlos oder gar destruktiv.

Zu den mittlerweile sinnentleerten Reflexen gehört beispielsweise, dass uns bei Gefahr die Haare im wahrsten Sinne des Wortes zu Berge stehen, obwohl wir damit mangels eines üppigen Pelzes nun wirklich keinen Feind beeindrucken können, und dass sich viele von uns vor bestimmten Krabbeltieren, aber auch vor grünlichem Schleim und Ähnlichem ekeln - schier bis zum Erbrechen.

Unsere Körper sind bestens an die Anforderungen eines Jäger- und Sammlerlebens angepasst, das sich durch Nahrungsmangel auszeichnet: Daher gieren wir nach allem, was viele Kalorien zu enthalten verspricht, und legen uns in - mittlerweile dauerhaft gewordenen - Zeiten des Überflusses Fettdepots zu, die in der heutigen Zeit unser Überleben keineswegs fördern, sondern eher das Leben durch Wohlstandskrankheiten abzukürzen drohen.

Aberglaube, bereitwilliger, häufig blinder Glaube an - bisweilen völlig unbegründete - in den Massenmedien verkündete, angeblich bevorstehende Katastrophen und unsere an der früheren Clangröße von bis zu 150 Personen orientierte Einordnung in hierarchisch gegliederte Gruppen am Arbeitsplatz: dies und vieles mehr gehört zu unserem steinzeitlichen, zum Teil auch wesentlich älteren Erbe. Warum reden wir mit kleinen Kindern in der Babysprache? Warum bedienen fast nur Männer den Grill? Auch hierin werden wir von unserer alten genetischen Ausstattung gesteuert.

Der Titel ist ein wenig irreführend, denn wir stammen nicht von Neandertalern ab, und viele unserer Verhaltensweisen, auch der im Buch interpretierten, haben wesentlich ältere Wurzeln und verweisen auf unsere Vergangenheit in afrikanischen Savannenlandschaften. Trotzdem stimmt die Prämisse natürlich: In uns steckt viel von steinzeitlichen Jägern (und Sammlern/Sammlerinnen) - das passt jedoch ganz und gar nicht zum großstädtischen Lebensstil, weshalb wir uns eigentlich, um einen Ausdruck aus dem Tierschutz aufzugreifen, eine nicht artgerechte Haltung vorwerfen müssen. Das Buch rüttelt auf und entlarvt manche Eigenart, die wir als "kulturell bedingt" oder gar krankhaft abtun, wie zum Beispiel die Hyperaktivität vor allem männlicher Kinder, als genetischen Ballast aus einer uns mittlerweile sehr fremden Welt.

Nach der Lektüre beobachtet der Leser sich selbst und seine Mitmenschen mit anderen Augen und wird manches weitere uralte Erbstück an sich und ihnen bemerken. Man lernt durch dieses Buch, sich und "die anderen" besser zu verstehen und zu akzeptieren. Zu einer Abkehr von den Errungenschaften der Technik möchte das Buch natürlich nicht auffordern, aber es weist auf spannende und unterhaltsame Weise darauf hin, wie wir uns in unserem gewohnten Umfeld unserer Natur stellen können.
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5 von 6 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kann man nicht aus der Hand legen, 10. Februar 2007
Rezension bezieht sich auf: Wir sind alle Neandertaler: Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt (Gebundene Ausgabe)
Unglaublich, welche Verhaltensweisen man bei der Lektüre dieses bemerkenswerten Buches an sich selbst entdeckt, über die man bisher noch nie nachgedacht hat und die - ebenso nachvollziehbar wie unterhaltsam erläutert - auf unser genetisches urzeitliches Erbe zurückgehen. Der Glücksbringer am Autorückspiegel, die Angst, sich im Wald zu verlaufen, die schier unbezwingbare Lust auf Süßes, das Misstrauen Fremden gegenüber, für all das sind Verhaltensweisen verantwortlich, die tief in uns stecken. Und natürlich auch für unsere Vorlieben bei der Partnerwahl, für die geradezu intime Beziehung vieler Männer zu ihrem Beruf und dafür, dass Männer verzückt vor der Auslage von Waffengeschäften stehen. Jürgen Brater erklärt anschaulich, warum Frauen so lange im Bad brauchen und Arztpraxen so und nicht anders ausgestattet sind. Und dass wir uns nicht wundern müssen, wenn wir Rückenschmerzen haben und zu dick werden, versteht man nach der Lektüre dieses Buches auch besser. Schließlich ist es auch nicht uninteressant zu erfahren, warum wir eine Gänsehaut bekommen, warum Gähnen und Lachen so anstecken und manche von uns noch immer mit den Ohren wackeln können. Ein herrliches Buch, das man nicht aus der Hand legen kann.
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3 von 4 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Facettenreich und verblüffend, 2. März 2007
Rezension bezieht sich auf: Wir sind alle Neandertaler: Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt (Gebundene Ausgabe)
Der Mensch ist nicht für die Gegenwart gemacht. Er kann noch so hartnäckig versuchen, sich den Verhältnissen anzupassen, die er sich selbst über die Jahre erschaffen hat. In jedem Fall aber ist seine Mission zum Scheitern verurteilt. Denn, so stellt Jürgen Brater fest, der Mensch ist ein Gewohnheitstier, an dem die Evolution nahezu spurlos vorübergegangen ist. Er untermauert diese These facettenreich und erklärt anhand vieler verblüffender Beispiele einleuchtend, weshalb so manche Eigenart des modernen Erdenbürgers seinen urzeitlichen Vorfahren zu verdanken ist. So ist und bleibt der heutige Mensch nichts als ein Relikt aus grauer Vorzeit: Am wohlsten fühlt er sich bei Ritualen, die seit ihren prähistorischen Anfängen noch immer dem selben Zweck dienen - egal, ob heutige Lebensumstände diese Bräuche jeglichen Sinnes entleert haben und manch menschliche Verhaltensweisen deshalb zwar stirnrunzelnd wahrgenommen, nicht aber verstanden werden. "Verkürzt man die Entwicklung der Gattung Homo, deren letztes Glied wir sind, auf einen 24-Stunden-Tag, so hat der Mensch weit über 23 Stunden als Jäger und Sammler verbracht." Woher also hätte er die Zeit nehmen sollen, mit seinen eigenen Erfindungen, die ihn unaufhaltsam in die Zukunft katapultieren, Schritt zu halten? Deshalb verlangen die humanen Erbanlagen etwa selbst bei ausgiebigster elektrischer Illumination nach flammenden Ritualen wie dem Grillen oder einem Candlelight-Dinner - denn noch immer setzt der Mensch Feuer synonym mit Gemeinschaft und Wärme, wie sie schon die Neandertaler in grauer Vorzeit zu schätzen wussten.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Wundervolles Sachbuch, 24. Mai 2011
Das - meiner Meinung nach - beste Buch zum Thema menschliche Urinstinkte im Clinch mit der modernen Gesellschaft.
Jürgen Braters Buch ist so anschaulich geschrieben, dass es jedem Laien leicht fallen muss, sich mit Freude durch diesen schlanken Band zu arbeiten.
Zwischendurch lässt er einen fiktiven Neandertaler sein Tagewerk in seiner Sippe verrichten, was einen sehr guten, bildlichen Eindruck vermittelt. Ein wirklich gutes populärwissenschaftliches Sachbuch.
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1 von 1 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Kompakt,überraschend logisch,menschlich, 13. Mai 2010
Von 
Oft hat man schon aufgehört, sich über Kleinigkeiten im Alltag zu wundern, es ist selbstverständlich geworden, daß Menschen von Feuerwerk begeistert sind, man gewöhnt sich an die Stimmung, die ein Lagerfeuer oder zumindest ein offener Kamin verbreitet, der Grund...
Hier greift dieses Buch ein und hält einem flüssig lesbar einen kleinen evolutionspsychologischen Spiegel vor. Wir tragen noch viele "Schaltkreise" im Gehirn und in den Genen mit uns herum, deren Sinn heute obskur wirkt. Da sind sie trotzdem. Kennt man sie, so wird die Welt ein wenig durchschaubarer.
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6 von 8 Kunden fanden die folgende Rezension hilfreich
5.0 von 5 Sternen Top!, 15. August 2007
Rezension bezieht sich auf: Wir sind alle Neandertaler: Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt (Gebundene Ausgabe)
Der Mensch ist nicht für die Gegenwart gemacht. Er kann noch so hartnäckig versuchen, sich den Verhältnissen anzupassen, die er sich selbst über die Jahre erschaffen hat. In jedem Fall aber ist seine Mission zum Scheitern verurteilt. Denn, so stellt Jürgen Brater fest, der Mensch ist ein Gewohnheitstier, an dem die Evolution nahezu spurlos vorübergegangen ist. Er untermauert diese These facettenreich und erklärt anhand vieler verblüffender Beispiele einleuchtend, weshalb so manche Eigenart des modernen Erdenbürgers seinen urzeitlichen Vorfahren zu verdanken ist. So ist und bleibt der heutige Mensch nichts als ein Relikt aus grauer Vorzeit: Am wohlsten fühlt er sich bei Ritualen, die seit ihren prähistorischen Anfängen noch immer dem selben Zweck dienen - egal, ob heutige Lebensumstände diese Bräuche jeglichen Sinnes entleert haben und manch menschliche Verhaltensweisen deshalb zwar stirnrunzelnd wahrgenommen, nicht aber verstanden werden.
"Wir sind alle Neandertaler" entlarvt eine klaffende Lücke zwischen dem ambitionierten Fortschrittsglauben und der tatsächlichen Anpassungs-fähigkeit des Menschen. Jürgen Braters Buch eröffnet eine neue Perspektive auf menschliches Verhalten und erläutert anschaulich verblüffende Sachverhalte rund um das spannendste Geschöpf dieser Erde.
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5.0 von 5 Sternen Sehr gut. Buchungsbetrag ist dass was ich erwartet habe. Sehr schön geschrieben, 6. Juli 2014
Verifizierter Kauf(Was ist das?)
Sehr gut. Buchungsbetrag ist dass was ich erwartet habe. Sehr schön geschrieben
Macht Spaß beim lesen. Gerne immer wieder soll he Bücher lesen
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Wir sind alle Neandertaler: Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt
Wir sind alle Neandertaler: Warum der Mensch nicht in die moderne Welt passt von Jürgen Brater (Gebundene Ausgabe - 23. Januar 2007)
Gebraucht & neu ab: EUR 5,95
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